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Frage Nr. 41652 von 10.09.2026

zu Frage / Antwort 41509 vom 10.07.26:
aphantasie.org kenne ich - leider kann man sich im Moment nicht anmelden. Die Forschungen von Herrn Monzel sind mir bekannt.
Erinnerung erfolgt bei mir in "Textform" - wenn ich z.B. Thomas Mann lese muss ich die sehr detailreichen Beschreibungen auswendig lernen und das ist mühsam uns deshalb nicht wirklich "intuitiv" - ich mag lieber Texte mit einer interessanten Geschichte oder lexikalische Texte. Kognitive Umstrukturierung ist nicht ganz einfach, weil ich - um etwas zu erfassen - vereinfach und auf die "Kernaussage" herunterbreche, um den Sinn zu verstehen. "Ich kann etwas nicht" - bzw. "Ich kann etwas NOCH nicht" bedeutet für mich etwas identisches: ich kann es zur Zeit nicht. Das "NOCH" macht zusätzlich Druck: weil ich dann versuche, sowas zu lernen.
Ich glaube aber eher, dass das allgemeine psychische Themen sind. Im Bereich der Sexualität scheint das nur indirekt eine Rolle zu spielen (Afantasie / Alexithymie / Autismus) macht ziemlich einsam...
In einer Antwort fand ich: "es ist nicht selbstverständlich, dass eigene Berührung als erotisch empfunden werden" - das zu "lernen" wird schwer, da ich Schwierigkeiten mit der Interozeption habe.
Stimulierung meiner Partnerin ist für mich allerdings sehr stark erotisierend. Nur: danach dann mich "stimulieren" zu lassen (Hände, Mund) und mich dabei "fallen zu lassen" führt zu einem "Zusammenbruch der Erektion", weil ich eher nichts fühle - und letztlich sind wir dann beide mit dem Sex unzufrieden...

Unsere Antwort

Du fokussierst sehr auf dein Nicht-Können. Das kannst du auch sehr genau beschreiben. Mit diesem Fokus verstärkst du deine Unzufriedenheit. Meinst du, es könnte dir gelingen, die Dinge, die du angenehm erlebst, zu pflegen? Du beschreibst die Stimulation deiner Partnerin als stark erotisierend. Du kannst dich also selbst erotisieren und deine Partnerin ist als Erregungsquelle nutzen. Damit habt ihr schon mal einen gemeinsamen Genussraum gefunden. Jetzt ginge es eigentlich um die Erweiterung deines Erregungsraums. Mir scheint, du konzentrierst dich dann auf den "Zusammenbruch der Erektion". Könntest du etwas von der erotisierenden Stimulation in dir deponieren, so dass die unsichere Erektion nicht zum Drama wird? Ihr habt beide gemeinsam etwas Angenehmes erlebt. Das darf doch nicht zu beidseitiger Sex-Unzufriedenheit führen. Bleibt bei dem, was ihr gut könnt und erweitert die Grenzen in feinen, kleinen Schritten. Dann hat eure Zufriedenheit mehr Spielraum. 

Das gesellschaftliche Verständnis von Sexualität ist oft sehr eng. Penetration, Erektion und orgastische Lustgefühle werden dabei überbewertet. Sexuelle Erregung kann aber in vielen Formen erlebt und ausgedrückt werden. Du erotisierst dich durch Stimulierung deiner Partnerin. Das ist deine Basis zum sexuellen Weiter-Lernen. Alle Menschen haben in der Gestaltung ihrer Sexualität Grenzen. Die Vorstellung von dem, wie Sex sich anfühlen sollte und was alles möglich sein müsste, wird mit grosser Unzufriedenheit bedacht und fantasiert. Dabei sind die angenehmen und unangenehmen Empfindungen ja eine ganz persönliche, individuelle Erfahrung. Dein Lernerfolg wäre grösser, wenn du bei deinem ganz persönlichen Erleben bleibst: Was ist für dich angenehm, in deinen Gefühlen, deinen Gedanken und auch in den sensorischen Wahrnehmungen? Zudem könntest du üben, deine Grenzen zu studieren, um sie zu akzeptieren und zu einem Teil von dir zu machen. Du bist ein sehr guter Beobachter und kannst deine Beobachtungen sehr gut in Worte fassen. Du bist auch bereit, dich um deine Entwicklung zu kümmern. Wenn du deine sexuelle Erregung und dein sexuelles Erleben förderst, hast du mehr Chancen zur Zufriedenheit.

Diese Antwort gilt auch für 41651.

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