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Frage Nr. 41698 von 24.09.2026

zu 41677
Danke für eure Antwort aber ich habe noch eine Frage. Wenn ich ein Kondom nehme habe ich Probleme den Penis einzuführen. Sie ist sehr eng und sagte schon, dass sie beim Sex einen unangehmen Druck empfand. Gibt es eine Möglichkeit das zu ändern?

Unsere Antwort

Am wichtigsten für schönen Sex ist, dass ihr beide euch wohlfühlt und dass nichts weh tut oder gegen den Willen oder unter Druck passiert.

Wenn etwas schmerzt oder sich nicht gut anfühlt, solltest du aufhören und nicht versuchen, es trotzdem weiterzumachen. Legt eine Pause ein und schaut wieder nach dem, was sich angenehm, schön oder erregend anfühlt. Mehr dazu steht auch in unserem Text Reden über Sex ist hilfreich und erotisch

Wenn es bei ihr unangenehm drückt, und du noch unsicher bist mit dem Kondom, wäre es eine gute Idee, nochmal einen Schritt zurück zu gehen und etwas Tempo rauszunehmen.

Es ist schön, dass ihr offen darüber sprecht, was angenehm und unangenehm ist. Behaltet euch das bei.

Mein Vorschlag wäre: Gönnt euch eine Übungsphase, bei der dein Penis nicht in die Vagina hineingeht. Dabei könnt ihr euch in Ruhe miteinander vertraut machen.

Viele Tipps dazu findest du in unserem Text Petting als Übung für den vaginalen Geschlechtsverkehr.

Ihr könnt beide auch allein üben. Du kannst dich bei der Selbstbefriedigung vertraut machen mit dem Kondom. Und sie kann sich vertraut machen mit ihrer Vagina. Die Vagina und ihre Durchblutung verändern sich auch noch während der Pubertät.

Und vielleicht ist es auch ein guter Zeitpunkt, noch einmal über deine ursprüngliche Frage nachzudenken: Was passiert, wenn eure Eltern davon erfahren?

Wenn Eltern davon erfahren, können sie erschrocken, wütend, besorgt oder auch sehr unsicher reagieren. Das kann für euch unangenehm sein. Gleichzeitig kann es hilfreich sein, wenn Erwachsene wissen, dass ihr Fragen habt und Unterstützung braucht.

Wenn es möglich ist, wäre deshalb eine erwachsene Person, der ihr vertraut, eine gute Anlaufstelle. Das muss nicht unbedingt ein Elternteil sein. Es kann beispielsweise eine Beratungsstelle, eine Ärztin oder ein Arzt oder eine andere vertrauenswürdige erwachsene Person sein. Es ist zum Beispiel eine sehr gute Idee, dass du dich an uns als anonyme Beratungsstelle gewendet hast. Falls bei euch weitere Fragen auftauchen, könnt ihr euch auch an eine Beratungsstelle zur sexuellen Gesundheit wenden. Du kannst uns selbstverständlich auch wieder schreiben.

Besonders wichtig wäre, dass ihr über ein paar Dinge miteinander sprechen könnt:

  • Möchtet ihr beide die sexuellen Kontakte tatsächlich – und könnt ihr jederzeit Nein sagen?

  • Wird ein Nein oder „Stopp“ sofort akzeptiert?

  • Fühlt sich eine von euch unter Druck gesetzt, etwas zu tun?

  • Tut etwas weh oder fühlt sich etwas unangenehm an?

  • Könnt ihr offen darüber sprechen, was ihr möchtet und was nicht?

  • Wisst ihr, wie ihr Schwangerschaft und sexuell übertragbare Infektionen vermeiden könnt?

Dass du Fragen hast, ist dabei nichts, wofür du dich schämen musst. Im Gegenteil: Verantwortung übernehmen bedeutet auch, bei Unsicherheit nachzufragen und nicht einfach weiterzumachen, wenn etwas nicht funktioniert oder sich für jemanden nicht gut anfühlt.

Ihr müsst mit 14 beziehungsweise 12 Jahren nicht schon alles wissen. Ihr dürft lernen, aufeinander zu achten, Grenzen zu respektieren und euch Unterstützung zu holen, wenn ihr bei etwas nicht weiterwisst.

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