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Frage Nr. 39776 von 16.05.2025

Zu Nr. 39582
Vielen Dank für die Antwort.
Bzgl. Therapie: Ich habe das Gefühl, nicht weiterzukommen. Die Therapeutin macht nur „Stabilisierung“, keine Traumakonfrontation und meinte, es sei jetzt wichtiger, im Leben Positives zu erleben. Ich sehe das auch zum Teil so, aber ich habe auch Angst, so nicht vom Fleck zu kommen was die Verarbeitung angeht. Also wie zB die Emanzipation von der Familie, Eigenständigkeit und nicht mehr diese schlimmen Schuldgefühle. Ich möchte nicht in der Zukunft feststellen müssen, dass ich steckengeblieben bin, weil ich es gemieden habe. Nun weiss ich nicht weiter: Therapiepause (die Sitzungen fühlen sich teilweise sinnlos an) oder andere Therapeutin suchen (nicht so einfach) oder weiter wie bisher.

Bzgl. Sexualität kennenlernen:
Eigentlich positiv, dass ich mich mit euren Anregungen selbst sanft berühren konnte und fast so etwas wie eine „schöne“ Selbstbefriedigung machen konnte. Aber danach kommen Schuld und Scham sehr stark. Als hätte ich Etwas falsches, ekelhaftes getan. Ein Gefühl, das ich auch nach Untersuchungen/ Triggern kenne und auch, wenn im Shiatsu mein Becken (sanft) mobilisiert wurde. Es kommen Fragen von Schuld und „du wolltest es doch“ auf.

Unsere Antwort

Zur Traumaverarbeitung braucht es beides: Stabilisierung und über dich selbst hinauswachsen. Es kann auch eine wichtige Entwicklungsaufgabe sein, dass du mehr Ruhe und Stabilität aushalten lernst. In jedem Fall ist es wichtig, dass du mit deiner Therapeutin darüber im Gespräch bleibst, wie du die Therapie wahrnimmst.

Wenn du dich grundsätzlich gut aufgehoben fühlst bei deiner Therapeutin, halte ich es für sinnvoll, dass du weiterhin dafür einstehst, was du dir von der Therapie mit ihr wünschst.

Du hast nichts falsches und ekelhaftes getan. Du hast etwas angenehmes und schönes getan. Und du nimmst deine Sexualität in deine Hand. Du ermächtigst dich. Es ist verständlich, dass da alte Gefühle auch nochmal hochkommen.

Es kann noch einige Wiederholungen brauchen, bis das schöne und angenehme die Schuld und die Scham überwiegt. Welche Möglichkeiten hast du, mit den Gefühlen von Schuld und Scham umzugehen? Spürst du wie sie sich in deinem Körper anfühlen? Dann könntest du sie anerkennen und dann wieder in angenehme Gefühle wechseln, indem du dich in alle Richtungen ausbreitest. Vielleicht möchtest du dazu auch in unseren Text Wie beeinflusse ich meine Stimmung über den Körper? schauen. Allenfalls wäre der Umgang mit diesen schwierigen Gefühlen auch etwas, was du mit deiner Therapeutin bearbeiten kannst.

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