Liebes Beratungsteam! Ich bin weiblich und 32 Jahre. Ich hab große Vorbehalte und Scham gegenüber meinem Körper in gynäkologischer Hinsicht. Ich leide unter Endometriose, habe 2 Kinder geboren und deshalb Beckenbodensenkungen grad 1-2 sowie eine schiefe portio. Also sie ist nach rechts verzogen. Fühle mich wie ein gynäkologischer Unfall und habe auch große Ängste und Scham mich untersuchen zu lassen.
Meine Fragen: Ist eine schiefe Portio unnormal/problematisch? Heißt das, dass mein Uterus auch schief ist? Und: was kann ich tun um mich in meinem Körper wieder wohl zu fühlen? Diese senkungsdiagnosen waren so schlimm für mich. Konservativ ist schon alles durchlaufen aber ich bin nicht zufrieden und kann mir auch nicht vorstellen in diesem Körper so weiterzuleben. Am liebsten würde ich mich wegen meinem Beckenboden umbringen. Eine Operation, gerade mit diesen Netzen finde ich auch problematisch. Es fühlt sich einfach so aussichtslos an und ich bereue so stark, dass ich keine wunschsectios gemacht habe. Diese Geburten haben mein Leben und meinen Körper zerstört. Ich hoffe dass Sie mir helfen können. Viele Grüße.
Unsere Antwort
Ich höre, dass du einen hohen Leidensdruck hast und dir diese Diagnosen sehr zugesetzt haben. Und ich finde es toll, dass du etwas tun möchtest, um dich wieder wohl in deinem Körper zu fühlen. Zu deinen Fragen: eine Portio, die etwas nach rechts schaut, ist medizinisch unproblematisch und häufig auch eine normale Variante. Auch eine Senkung Grad 1-2 ist nach 2 vaginalen Geburten ein häufiger Befund, der keine Beschwerden oder Störungen verursachen muss. Oder hast du Probleme mit Inkontinenz, also dass du zum Beispiel Urin verlierst?
Ich denke, von Körperfunktionsebene her scheinen die Veränderungen aus meiner Sicht keinen besonderen Krankheitswert zu haben. Allerdings scheinen diese Diagnosen bei dir eine starke psychische Belastung ausgelöst zu haben mit grosser Scham und einer Störung in deiner Körperwahrnehmung und deines Körper-Selbstbewusstseins. Deshalb würde ich sie auch auf dieser Ebene versuchen anzugehen. Ich empfehle dir eine Therapie bei einer Körper-Psychotherapeutin oder Sexualtherapeutin, die zum Beispiel mit dem Sexocorporel-Konzept arbeitet. Dabei kannst du lernen, deine Verbindung zu deinem Körper, zu deiner Vagina und deinem Beckenboden auf eine positive Art neu aufzubauen und diese Körperregionen wieder in dein Körperbild zu integrieren und dich in ihnen zu verankern. Schau dir auch mal unsere Texte zu Körperbild und Körpergefühl an. Aktuell fühlst du dich diesen Diagnosen ausgeliefert und machtlos. Aber das Gute ist, dass wir dies verändern können, wenn wir es in die eigene Hand nehmen und uns unseren Körper und unsere Verbindung mit ihm «zurückerobern». Es lohnt sich sehr, dies anzugehen, und wie gesagt am besten mit Hilfe einer begleitenden Therapie.
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