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Frage Nr. 41223 von 22.05.2026

Zu Frage 41206

Die Pornographie von der ich denke, dass sie ein Problem für die Beziehung/Sex die/den ich jetzt haben will, waren Deep throat Pornos. Ich denke ich habe mit normalem Pornokonsum angefangen, aber irgendwann hauptsächlich solche Pornos geschaut, bei denen es immer rauer wurde.
Außerdem habe ich immer mehr Pornos geschaut und länger gesucht bis ich das Video gefunden habe was ich brauchte. Bzw. irgendwann hatte ich die "intensivsten" Pornos gefunden die ich schon in meiner ersten Frage erwähnte und habe aus dem Repertoire das sich gebildet hat das Video oder die/den Darsteller genommen auf den ich gerade Lust hatte.

Irgendwann war mir auch klar, dass was ich sah entwürdigend war (und ich meine es so, ich denke es kann auch "guten" Beziehungs deepthroat sex geben). Ich habe mich für die Pornos geschämt und sie trotzdem weiter geschaut.


Ich möchte hier meine Gedanken zu Pornos ausführen

Pornos und Selbstbefriedigung wollte ich für mich immer von der Realität getrennt halten.
Ich habe viel Zeit damit verbracht habe (1-2 Stunden am Tag schätze ich).

Ich glaube nicht unbedingt, dass Pornos schlecht sind.
Ich glaube der unbewusste Konsum ist ein Problem. Trotzdem werde ich keine Pornos mehr schauen bis ich Guten Beziehungssex habe. Indianerehrenwort.
Und wenn ich mit 80 so sterbe.


Was mich stört ist, dass was mir ermöglicht hat schnell zu kommen, Szenen waren in denen Frauen
1. sehr grob behandelt wurden
2. erniedrigt wurden

Ich habe jetzt wieder mit Selbstbefriedigung angefangen (ich hatte mit Pornos und Selbstbefriedigung aufgehört).
Ich nehme mir Zeit, nutze die Beckenschaukel, achte auf die Atmung, eine bewegte Muskulatur, sanfte Berührungen.
Wenn Pornographie Phantasien auftauchen lasse ich sie gehen und höre kurz auf.
Es gelingt mir gut mich zu erregen, aber ich komme erheblich später, und muss mir mindestens eine dreiviertel Stunde Zeit nehmen. Ich nehme mir die Zeit aber gerne.

P.S.
Mir fällt beim Lesen des Textes auf, dass egal was meine Fantasien sein mögen es um meinen Partner und mich geht.
Ich habe die immer härtere Pornographie allerdings nicht im Gedanken an Beziehungssex konsumiert. Wenn solche Fantasien beim Sex den ich irgendwann haben will vorkommen muss ich einfach darüber reden.(Und sensibel damit umgehen). Natürlich achte ich den Menschen und Frauen.


Vielen Dank für die Antwort und eure Mühe und Hilfe.

Unsere Antwort

Schön dass du noch mal geschrieben hast. Das hilft mir besser auf deine Fragen einzugehen.

Du beschreibst sehr eindrücklich, wie sich die Pornos, die du geschaut hast, bzw. auch deine Fantasien über die Zeit verändert haben und dass dich vor allem beschäftigt, dass dich irgendwann besonders Szenen erregt haben, in denen Frauen erniedrigt oder grob behandelt wurden. Gleichzeitig schreibst du auch etwas Wichtiges: Dass sich diese Fantasien nicht mit dem Sex decken, den du dir heute in einer Beziehung wünschst.

Vielleicht hilft dir dazu der Gedanke, dass Fantasien nicht einfach eine direkte Übersetzung der eigenen Werte oder Wünsche sind. Sexuelle Fantasien entstehen oft aus vielen verschiedenen Faktoren: Wiederholung, Gewöhnung an starke Reize, emotionaler Intensität, bestimmten Erregungsmustern oder auch der Art, wie der eigene Körper gelernt hat, schnell Erregung aufzubauen. In der Theorie wird beschrieben, dass Fantasien häufig mit dem körperlichen Erleben und dem Erregungsmodus verbunden sind und sich durch Wiederholung verfestigen können – und sich gleichzeitig auch wieder verändern können.

Dazu kommt vielleicht noch etwas anderes: Pornografie, die besonders grob, intensiv oder extrem wirkt, erzeugt oft auch ein starkes Gefühl von „Echtheit“, Intensität oder emotionaler Aufladung. Genau deshalb kann sie auf viele Menschen besonders erregend wirken. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man sich solche Situationen auch real wünscht oder dass sie den eigenen Werten entsprechen müssen.

Wichtig finde ich auch: Pornokonsum an sich macht einen Menschen nicht automatisch respektlos oder beziehungsunfähig. Viele Menschen konsumieren Pornos, probieren Fantasien aus oder merken, dass sie sich mit der Zeit an stärkere Reize gewöhnt haben. Problematisch wird Pornografie oft eher dann, wenn sie unbewusst oder automatisch konsumiert wird, wenn sie immer stärker werden muss, um überhaupt noch Erregung auszulösen, oder wenn sie beginnt, die reale Sexualität und Begegnung zu ersetzen. Genau darüber reflektierst du aber bereits sehr bewusst.

Du beschreibst selbst schon etwas, das dazu gut passt: Je mehr du dich beim Masturbieren auf Atmung, Bewegung, Körperwahrnehmung und langsamere Erregung konzentrierst, desto weniger dominant werden diese Fantasien – auch wenn dein Orgasmus länger braucht. Das klingt, als würdest du gerade neue Erfahrungen mit deinem Körper machen und deine Sexualität bewusster erweitern.

Du schreibst auch, du möchtest keine Pornos schauen, bis du guten Beziehungssex hast. Es klingt verständlich, dass du gerade einen klaren Schnitt machen möchtest. Gleichzeitig wirkt dieser Vorsatz auch ziemlich streng und hart gegen dich selbst. Vielleicht muss es gar nicht darum gehen, Pornografie für immer zu verbieten, sondern eher darum, bewusster wahrzunehmen, was dir gut tut, welche Inhalte sich stimmig anfühlen.

Beim Lesen deines Textes hatte ich auch noch einen anderen Gedanken: Du scheinst gerade viel dafür zu üben, Sexualität schon „gut zu können“, bevor du in Beziehungssexualität einsteigst. Das klingt verständlich. Gleichzeitig lernt man Beziehungssexualität letztlich nicht nur alleine, sondern auch in Begegnung mit anderen Menschen und durchs gemeinsame Ausprobieren. Dazu gehört zum Beispiel, sich zu zeigen, Unsicherheiten auszuhalten, miteinander zu sprechen, Nähe entstehen zu lassen und gemeinsam herauszufinden, was sich für beide gut anfühlt. Oder anders gesagt: gemeinsam lustvoll nach vorne zu scheitern.

Darum interessiert mich auch: Wie ist das bei dir gerade mit Dating, Flirten oder dem Kennenlernen von Menschen? Gibt es dort Möglichkeiten für dich, Erfahrungen mit Nähe und Begegnung zu machen? 

Falls du magst, könnten vielleicht auch unsere Texte zu Dating, Kennenlernen oder Beziehungssexualität für dich interessant sein.

Ich hoffe, du kannst mit meinen Gedanken etwas anfangen, und schreib gerne nochmal, wenn du möchtest.

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