Mein Mann und ich haben uns [...] kennengelernt und geheiratet, hatten aber viel Stress mit einem Kauf und Umzug in ein Haus gehabt, das nicht fertig werden wollte.
Der jahrelange, auch körperliche, Stress und Erschöpfung und nun der Umzug [...] wie auch eine Gewichtszunahme [...] meinerseits, hat uns dann jahrelang davon abgehalten, miteinander zu schlafen, weil wir nur müde ins Bett gefallen sind.
Nun hat mein Mann einen größeren Penisdurchmesser von etwa 4,8 cm an der Eichel bis 5,3 cm am Ansatz. Wir wollten es einmal wieder versuchenm, aber er passt plötzlich gar nicht mehr in mich hinein, weil es an dem Scheideneingang eine Art Hautring gibt, in dem er schon nach wenigen Zentimetern „steckenbleibt“, auch wenn ich vorher erregt bin. Das ist dann auch schmerzhaft und hat uns überrascht, weil es früher immer ohne Probleme funktionierte. Vor einem Jahr setzte meine Menopause ein, möglicherweise sind hormonelle Veränderungen Teil der Ursache.
Meine Frauenärztin hat mir eine Oekolpsalbe aufgeschrieben zum Schleimhautaufbau, die ich aber nicht verwenden möchte, weil ich (w, 59 J.) mein Leben lang Hormone und die Pille abgelehnt habe und hormonelle Mittel zudem auch zellverändernd wirken können. Dilatoren gibt es nur in kleineren Größen für Frauen, die wirklich sehr eng sind oder umoperiert wurden, aber auch ein Versuch mit einem entsprechend großen "Massagestab" zu agieren bleibt ein erfolgloser Versuch.
Gibt beziehungsweise wissen Sie irgendeine Möglichkeit, wie ich wieder mit meinem Mann schlafen könnte? Gibt es Erfahrungen in solchen Dingen oder eine hilfreiche Idee? Danke und vG, [...]
Unsere Antwort
Danke für deine Frage. Dein Problem ist nicht ungewöhnlich und es kann auf verschiedenen Ebenen angegangen werden.
Als Frauenärztin höre ich diese Problematik recht häufig: Frauen nach der Menopause, die länger keinen Geschlechtsverkehr mehr hatten, und nun Probleme haben, wenn sie es erneut probieren. Da spielen mehrere Faktoren mit hinein.
Einerseits ist da die von dir schon angesprochene hormonelle Veränderung ein wichtiger Punkt. Dein Oestrogen-Spiegel ist tiefer als früher. Und das bedeutet, dass die Vaginalschleimhäute dünner und weniger belastbar geworden sind. Auch das Feuchtwerden bei sexueller Erregung wird schwieriger. Hier ist eine Oestrogen-Salbe oft wirklich extrem hilfreich. Ich verstehe deine Bedenken gegenüber Hormonen. Viele Frauen wissen aber nicht, dass es einen recht grossen Unterschied macht, ob man die Hormone systemisch nimmt, also so, dass sie im ganzen Körper wirken oder ob sie rein lokal wirken, wie das bei den Oestrogen-Cremen für die Vulva und Vagina der Fall ist. Die lokalen Oestrogen-Cremen haben keine Nebenwirkungen auf das ganze System, sondern bauen die Vaginalschleimhaut auf und machen diese robuster und feuchter, so dass Penis-aufnehmender Sex weiterhin möglich bleibt. Ich würde dir also sehr empfehlen, die Oekolpsalbe - zumindest probehalber - für mindestens 4 Wochen anzuwenden, und dann zu beurteilen, ob es einen Unterschied macht.
Eine andere Komponente ist die, dass wenn die Vagina über längere Zeit nicht mehr gewohnt war, einen Penis in sich aufzunehmen, vorübergehend auch etwas weniger flexibel und dehnbar werden kann, insbesondere nach der Menopause. Ich vergleiche das manchmal mit einem Nylon-Strumpf, der schön elastisch bleibt, wenn man ihn regelmässig trägt, aber brüchig und steif werden kann, wenn er jahrelang nicht benutzt in der Schublade lag und man dann probiert, ihn anzuziehen. Die Vagina bleibt am besten "in Schwung", wenn sie regelmässig gewohnt ist, sich zu dehnen. Regelmässige sexuelle Erregung – auch beim Solosex – hilft, dass die Vagina regelmässig gut durchblutet wird und die Schwellgewebe sich mit Blut füllen und so ebenfalls elastisch bleiben.
Von dem her könntest du die Sache langsam aufbauen, indem du zum Beispiel regelmässig beim Solosex in eine gute sexuelle Erreung kommst und so die Vagina und Vulva durchblutest. Du kannst beim Solosex auch deine Finger und Dilatatoren in steigender Grösse in die Vagina einführen. Die Vagiwell-Dilatatoren sind flexible Silikon-Dilatatoren in 6 aufsteigenden Grössen. Gib jeder Grösse genügend Zeit, bis sich deine Vagina gut auf sie einstellen kann, bevor du zur nächsten Grösse gehst.
Der von dir beschriebene Ring in der Vagina, an dem der Penis deines Partners einige Zentimeter nach dem Scheideneingang steckenbleibt, ist ein Muskelring, der Scheidenverschlussmuskel. Dieser umfasst die Vagina wie einen Ring im unteren Drittel der Vagina. Du kannst ihn selbst tasten, wenn du mit deinem Finger in die Vagina reingleitest und versuchst, den Finger mit deiner Vagina zu drücken. Dann spürst du einen ringförmigen Muskel, der zirka 2 cm lang ist.
Typischerweise spannt sich dieser Muskel an, wenn etwas schmerzhaft ist, wie zum Beispiel bei dir beim Geschlechtsverkehr-Versuch nach langer Zeit. Dieser Muskel hat auch ein "Schmerz-Gedächtnis". Das heisst, wenn du mal Schmerz erlebt hast beim Penis-Aufnehmen, erwartet dein System, dass es beim nächsten Mal wieder weh tun wird. Und der Muskel geht dann schon von vornherein in eine Art Schutzspannung. Das läuft meist unbewusst ab. Deshalb ist es wichtig, dass du langsam vorgehst und nicht versuchst, deine Vagina zu überfordern mit etwas zu Breitem - etwas, das sie aktuell noch nicht fähig ist, problemlos aufzunehmen. Deshalb macht es Sinn, die Vagina schrittweise aufzutrainieren, beginnend mit kleineren/schmaleren Sachen wie mit deinem Finger oder dem Finger deines Partners oder mit den Vagiwell-Dilatoren, möglichst in sexueller Erregung.
Das machst du solange bis deine Vagina wieder das Vertrauen fasst, dass sie auch Breiteres aufnehmen kann wie den Penis deines Partners. Es ist eine Art Vertrauens-Aufbau, so dass der Vagina-Verschlussmuskel nicht mehr in eine Schutzspannung gehen muss, sondern vertrauensvoll entspannt bleiben kann. So kannst du dir den Weg zurück zu einer lustvollen Sexualität mit deinem Partner wiederaufbauen.
Hier findest du noch einige Übungen dazu.
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