Hallo. Für meine Frage muss ich etwas ausholen, ich versuche mich aber kurz zu fassen. Ich (m, mitte 30) habe schon seit Jahren, was man als schizoide Persönlichkeitsanteile beschreibt, das wurde von entsprechendem Fachpersonal so diagnostiziert.
Langer Rede kurzer Sinn, ich habe grosse Probleme mich Menschen zu öffnen und trotz langjähriger Beziehung ziehe ich es vor innere, oder auch Konflikte mit Anderen, nicht zu besprechen, sondern selbst zu lösen. Bis vor ein paar Jahren gelang mir der Spagat zwischen Eigenbrötlerei und sich Anderen mitzuteilen recht gut und auch meine Libido und Sexleben waren völlig normal.
Vor ein paar Jahren unternahm ich jedoch einen Suizidversuch und seit diesem leidet auch mein Sexleben. Kurz dazu, ja ich leide auch an schweren Depressionen, ja ich war in einer Klinik und ja, ich bin in Behandlung. Meine Libido ist unverändert, doch schaffe ich es nicht mehr mich so zu öffnen, dass es zum Sex mit meiner langjährigen Partnerin kommt.
Dies belastet die Partnerschaft zunehmend, da ich einfach nicht über meinen Schatten springen kann. Sex ist für mich mittlerweile etwas abstossendes und Masturbation ist die einzige Art wie ich mit meiner Libido umgehe, denn die üblichen Triebe sind noch unverändert da.
An Sex widern mich die Gerüche und die Flüssigkeiten an, zusätzlich sehe ich mich nicht mehr als Person, die Sex mit einer anderen Person hat. Ich hoffe das macht Sinn. Zur Zeit hole ich mir einfach einen runter, wenn die Triebe stark genug werden, so wie man bei Kopfschmerzen eine Tablette nimmt.
Wie schaffe ich es wieder von einer Person, die einfach nur Triebe hat wieder zu einer sexuellen Person zu werden?
Vorgreifend möchte ich anmerken, dass ich absolut null Interesse habe das Problem mit der Person zu besprechen, bei der ich in Therapie bin, sondern ziehe den komplett unpersönlichen und anonymen Weg vor, da dies die für mich angenehmste Vorgehensweise ist.
Unsere Antwort
Eigentlich würde ich dir eine Sexualtherapie nach Sexocorporel empfehlen. In diesem Text erfährst du, was dort passiert. Aber wir können auch versuchen, deinem Problem hier erstmal anonym auf die Spur zu kommen. Dazu möchte ich dir noch einige Fragen stellen:
Du schreibst, dass du dich nicht mehr so öffnen kannst, dass es zum Sex mit deiner Partnerin kommt. Was bedeutet «mich öffnen» für dich ganz konkret? Was müsstest du dabei tun oder zulassen? Und was könnte passieren, wenn du dich öffnest, das du lieber vermeiden möchtest?
Du schreibst, dass dich Gerüche und Körperflüssigkeiten beim Sex abstossen. Ist das nur beim Sex mit deiner Partnerin so, oder empfindest du das auch bei deinem Solosex? War das früher anders?
Deine Libido ist weiterhin da. Wie erlebst du deinen Solosex? Geht es dabei nur darum, dein sexuelles Bedürfnis zu befriedigen, oder erlebst du dabei auch Lust und Genuss? War das früher anders?
Wenn du diesen Text liest, in welcher Beschreibung findest du deine sexuelle Erregungstechnik am ehesten wieder?
Du schreibst auch, dass du dich nicht mehr als Person siehst, die Sex mit einer anderen Person hat. Was genau meinst du damit? Was hat sich darin gegenüber früher verändert?
Und du möchtest wieder eine «sexuelle Person» werden. Was ist für dich eine sexuelle Person? Was würdest du gern wieder können, tun oder erleben? Und wie war das früher bei dir?
Gern kannst du uns wieder schreiben und meine Fragen beantworten. Dann kann ich dir besser bei deinem Anliegen weiterhelfen. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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