Hallo Lilli,
ich hatte schonmal geschrieben, finde aber die Frage nicht mehr. Ich hatte jahrelang schweres CPPS, Vulvodynie, und Pudendusneuralgie und bin mit Physio gesund geworden.
Dann hatte ich Analsex. Dabei gab es nach der Eichel starken Widerstand und es tat auch ein bisschen weh, aber ich habe so lange mit rein-raus Bewegungen dagegen gearbeitet bis es nachgab.
Danach hatte ich zwei Wochen schreckliche Schmerzen im hinteren Beckenboden, und seitdem seit fünf Monaten vor allem beim nach hinten gekippten Sitzen starke Schmerzen, aber es ist besser als am Anfang.
Ich mache mir solche Vorwürfe. Meine Physio behandelt mich und findet muskuläre Befunde. Aber ich habe jetzt gelesen in Studien, die ich über die Unibib hab und auf Ärzteseiten, dass Analverkehr das Steissbein subluxieren oder sogar brechen kann.
Man muss dazu sagen, auf einem früheren MRT vor Jahren zeigte sich bei mir ein stark nach ventral ausgerichtetes Steissbein.
In einer amerikanischen Physioseite habe ich gelesen, dass ein solches Steissbein sogar Stuhl zurückhalten und zu Verstopfung führen kann.
Ich habe jetzt einen Termin zum Röntgen ausgemacht, aber muss warten. Ich habe furchtbare Ängste.
Wie schätzt ihr die Wahrscheinlichkeit ein, dass bei dem Analsex mein vorher schon stark ventral ausgerichtetes Steissbein gebrochen oder zumindest luxiert wurde?
Vielen Dank!
Unsere Antwort
Ich schätze die Wahrscheinlichkeit als äusserst klein ein, dass dein Steissbein durch den Analsex gebrochen oder subluxiert ist. Die medizinischen Datenbanken, die ich danach durchsucht habe, geben dafür keinerlei Hinweise. Eine Steissbeinfraktur oder Subluxation passiert in aller Regel durch einen Sturz aufs Gesäss oder ein ähnliches Trauma, aber nicht durch Analsex. Es gibt hingegen Studien, die Hinweise geben, dass Analverkehr zu einer Schmerzverstärkung bei bereits vorbestehender Coccygodynie, also bei vorbestehenden Steissbeinschmerzen (zum Beispiel durch einen früheren Sturz) führen kann. Auch kann häufiger Analsex zu Problemen wie Analinkontinenz führen.
Es ist sicher gut, dass du bei der Physiotherapeutin in Behandlung bist für die muskulären Befunde. Ich denke, sie kann dir am besten helfen in dieser Situation.
Du schreibst noch, dass du dir Vorwürfe machst. Diese Haltung würde ich überdenken und schauen, ob es dir, statt dich mit Selbstvorwürfen noch weiter zu belasten, möglich sein könnte, eher ins Selbstmitgefühl und in die Selbstfürsorge zu gehen. Wenn du vorher gewusst hättest, dass du danach wieder solche Schmerzen haben würdest, hättest du es dir wahrscheinlich nochmals überlegt mit dem Analsex. Aber du wusstest es eben nicht und hast in dieser Situation so gehandelt, wie es sich für dich in dem Moment richtig anfühlte. Ich denke, es geht jetzt viel mehr darum zu schauen, wie du dir wieder so gut sorgen kannst und dir Hilfe holen kannst, wie es dir in der Zeit mit der Vulvodynie gelungen ist. Du hast schon mal eine schwierige Zeit gemeistert, und das wird dir auch jetzt gelingen.
Möglicherweise reagiert dein System sensibler auf gewisse Belastungen und dein Körper gerät leichter in Schmerzzustände. Das kann mit vielen Faktoren zu tun haben wie genetische Veranlagung zur Reiz- und Schmerzverarbeitung, das autonomen Nervensystem, eventuell früher erlebten Traumatas und die zur Verfügung stehenden Coping-Mechanismen. Nimm diese neue schwierige Situation möglichst als Entwicklungschance, in welcher du deinen Körper nochmals besser kennenlernen darfst, noch besser lernen kannst, auf ihn und seine Signale zu hören und wie du dich und deinen Körper am besten unterstützen kannst.
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