Hallo zusammen
Hier meldet sich nochmals der Fragesteller von Nr. 40236.
Bisher habe ich meistens über meine Probleme und Unsicherheiten geschrieben. Heute möchte ich zur Abwechslung eine positive Erfahrung mit euch teilen.
Zunächst möchte ich mich nochmals herzlich bei Lilli und der Fragestellerin von Nr. 40297 für ihre Antworten bedanken.
Meine Trennung liegt inzwischen eine Weile zurück und seither durfte ich wunderschöne Begegnungen mit zwei Frauen erleben. Mit beiden hat die Sexualität wunderbar funktioniert, und wir haben sie gegenseitig sehr genossen. Es entstand jeweils ein Raum zwischen zwei Menschen, geprägt von Respekt, Begegnung auf Augenhöhe, Vertrauen und offener Kommunikation.
Diese beiden Frauen haben mir gezeigt, dass Sexualität auch ganz anders erlebt werden kann als in meiner früheren Beziehung. Dafür bin ich sehr dankbar.
Die Scham und das Gefühl, nicht männlich genug zu sein, sitzen teilweise noch tief. Gleichzeitig meldet sich inzwischen aber auch eine andere Stimme in mir, die diesen Gedanken widerspricht. Ich beginne zu erkennen, dass ich viel mehr bin als mein Penis. Und ich bin dankbar, einen gesunden Penis zu haben, der funktioniert.
Ich denke, dass Männer ähnlich wie Frauen unter unrealistischen Körperidealen leiden. Während Frauen häufig durch Werbung, Models und soziale Medien mit bestimmten Schönheitsidealen konfrontiert werden, erleben Männer einen vergleichbaren Druck hinsichtlich ihrer Penisgrösse. Diese Vergleiche entstehen sowohl unter Männern als auch durch Erwartungen einzelner Frauen.
Mir ist bewusst, dass ich in Zukunft möglicherweise wieder Frauen begegnen werde, die ähnlich reagieren wie meine Ex-Partnerin. Doch ich lerne zunehmend, dass solche Reaktionen nicht automatisch etwas über meinen Wert als Mann aussagen, sondern auch mit den individuellen Vorstellungen und Erwartungen meines Gegenübers zusammenhängen.
Ich habe mich zudem mit der Frage beschäftigt, wie unterschiedlich Menschen sexuelle Reize wahrnehmen. Wenn eine Frau bei der Penetration wenig spürt, muss das nicht zwangsläufig an der Penisgrösse liegen. Sexuelles Empfinden ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab, etwa Erregung, Entspannung, Kommunikation und individuellen Vorlieben.
Auch frage ich mich, welchen Einfluss bestimmte Gewohnheiten bei der Selbstbefriedigung haben können. Beispielsweise, ob sehr intensive Stimulation durch Sextoys die Wahrnehmung anderer Reize vorübergehend verändern kann – ähnlich wie bei Männern, die sich an sehr kräftige oder schnelle Masturbation in Verbindung mit Pornografie gewöhnt haben. Dabei ist mir wichtig, niemandem die Schuld zuzuschieben, sondern Sexualität als etwas zu verstehen, das beide gemeinsam gestalten.
Ich bin weiterhin dabei, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Ich möchte lernen, meine Unsicherheit nicht mehr ständig in den Vordergrund zu stellen, sondern Sexualität einfach zu geniessen.
Dabei möchte ich achtsam und bewusst auf mein Gegenüber eingehen, ohne mich selbst und meine eigenen Bedürfnisse zu verlieren.
Ich bin noch nicht vollständig frei von meinen alten Gedanken, aber ich spüre, dass sich etwas verändert hat. Und genau diese positive Entwicklung wollte ich mit euch teilen.
Vielen Dank nochmals für eure Unterstützung und eure wertvolle Arbeit!
Unsere Antwort
Vielen lieben Dank für deine positive Rückmeldung. Es freut mich wirklich sehr, dass du so schöne Erlebnisse haben konntest in der Zwischenzeit.
Du machst eine interessante Entwicklung durch, bei der sich der Bezug zu deinem Körper, zu deinem Wert als Mann und deine Art mit anderen in Beziehung zu treten verändern. Schön, dass du weiter dranbleibst.
Deine Gedanken klingen sinnvoll.
Ja, auch Männer sind mit unrealistischen Körperidealen konfrontiert.
Zu den Gewohnheiten bei der Selbstbefriedigung haben wir diesen Text geschrieben. Außerdem könnte dich der Text Warum spüre ich so wenig in meiner Vagina? interessieren.
Weiterhin alles, alles Gute für dich!
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema