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Frage Nr. 41809 von 21.10.2026

Hallo ich bin weiblich 20 und habe zum ersten Mal einen freund männlich 25. Wir sind nun seit knapp 1 und halb jahren zusammen und sind relativ oft intim, sprich mehrmals die woche. Ich selbst habe früher viel masturbiert war aber vor meinem jetzigen freund noch jungfräulich. Ich habe bis heute keinen wirklichen Orgasmus durch ihn bekommen und das belastet mich mehr als ich eigentlich zugeben möchte. Ich weiß nicht ob ich zu hohe Erwartungen an das thema habe oder etwas anderes nicht stimmt. Aber ich bin auch meistens die jenige von uns beiden die Lust hat und da er aber nicht in stimmung ist, bleibe ich damit auch oft allein. Und wenn wir Sex haben dann freue ich mich in dem Moment zwar aber sobald er fertig ist bin ich oft sehr niedergeschlagen und frustriert. Der Sex fühlt sich im Nachhinein und manchmal auch während dessen so einseitig an. Ich fühle mich schrecklich, weil ich daraufhin etwa vor einem halben Jahr wieder angefangen habe zu masturbieren weil es mir fehlt mich auch gut zu fühlen. Ich habe es mehrfach angesprochen aber da ich ihm keine direkte Lösung nennen konnte probieren wir nicht wirklich neues aus. Wenn ich später über den Sex nachdenke empfinde ich ihn häufig als langweilig oder nicht reizend. Ich fühle mich so schuldig diese Gedanken oder Gefühle zu haben, wobei ich ihn doch liebe. Kann mir jemand helfen das anzugehen oder passen mein Partner und ich nicht zusammen?

Unsere Antwort

Es ist völlig verständlich, dass dich diese Situation im Moment sehr belastet, aber vorweg: Du musst dich absolut nicht schuldig fühlen. Deine Gefühle, Gedanken und auch deine Frustration sind völlig legitim und ein wichtiges Signal von deinem Körper und deinen Bedürfnissen. Das du frustriert bist und die Sorgen machst, zeigt eher gerade, dass du deinen Freund liebst und etwas verändern möchtest. 

Sexualität ist ein gemeinsamer Lernprozess, wo du deine persönlichen Lernschritte und dein Partner seine zusammenbringt. Deshalb ist es völlig normal, dass es unterschiedliche Bedürfnisse gibt und sich der Sex nicht so spannend anfühlt. Ihr habt beide die Möglichkeit, an eurer Sexualität zu arbeiten – vorausgesetzt, beide Partner sind bereit, zuzuhören und gemeinsam neue Lösungen auszuprobieren. Dein Freund scheint im Moment unsicher zu sein, was er tun soll, weil du ihm "keine direkte Lösung" genannt hast. Eine Lösung muss aber nicht von dir allein kommen – ihr könnt sie gemeinsam erforschen. Lest dazu diesen Text. 

Hier sind ein paar Gedanken und konkrete Schritte, wie ihr dieses Thema angehen könnt:

  • Sex ist ein Lernprozess: Du hast absolut keine zu hohen Erwartungen. Dass du bisher durch den Sex noch keinen Orgasmus hattest, ist extrem häufig – vor allem, weil viele Frauen beim vaginalen Geschlechtsverkehr keinen Orgasmus bekommen. Die Klitoris spielt dabei eine entscheidende Rolle. Vermutlich hast du in der Selbstbefriedigung einen Weg erlernt, wie du dich bis zum Orgasmus stimulierst. Dieser unterscheidet sich vermutlich von dem, was du zusammen mit deinem Partner machst. Es ist als neu für dich und du hast die Möglichkeit, weitere Bewegungen (zum Beispiel die Beckenschaukel) oder Berührungen dazuzulernen, welche im Paarsex erregend sind. Es gibt viele Wege, wie du lernen kannst, beim Geschlechtsverkehr und dem Aufnehmen des Penis dich selbst so zu stimulieren, dass du einen Orgasmus erreichst. 

  • Konkrete Vorschläge statt Vorwürfe: Sag ihm nicht nur, dass es sich einseitig anfühlt, sondern schlage kleine, unverfängliche Experimente vor. Als Inspiration gibt es auf Lilli einige Texte, welche dich dabei unterstützen: 
  • Ausserdem ist das weitere Praktizieren von Selbstbefriedigung völlig normal: Dass du wieder angefangen hast zu masturbieren, ist kein Verrat an deinem Freund, sondern ein völlig gesunder Weg, dir das zu holen, worauf du Lust hast. Du kennst deinen Körper durch deine Masturbation am besten. Selbstbefriedigung zu machen ist sogar ein grosser Vorteil. Dabei hast du bereits gelernt, welche Berührungen und Bewegungen du magst. Diese Erfahrungen darfst du in den Sex mit deinem Partner einbringen. Vielleicht kann auch er lernen, wie er dich stmuliert, dass du mehr Erregung erlebst und der Sex spannend wird. 

  • Vorbereitung ohne Druck: Sprich das Thema am besten nicht direkt während oder kurz vor/nach dem Sex an, sondern in einem ruhigen Moment im Alltag. Dazu empfehle ich dir den folgenden Text.

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