Hallo,
mein Partner und ich sind seit 10 Jahren zusammen. Wegen mehreren Komplikationen während und nach der Schwangerschaft haben wir seit 1,5 Jahren keinen Sex. Deshalb gehört es auch zu seiner Morgenroutine zu masturbieren. Finde ich alles legitim.
Jetzt hat er mir aber gesagt, dass seine schlechte Laune 1. vom Schlafmangel herrührt und 2. verstärkt wird, wenn er nicht jeden morgen seiner Routine folgen kann. Ich kann ersteres verstehen. Aber seine Aggressionen wegen fehlender Selbstbefriedigung am Partner auszulassen finde ich schäbig.
Zumal er selber zugibt, dass es nicht nur die Schuld vom Baby und mir ist, wenn ich morgens dann doch mal früher aufstehe, weil ich das Baby nicht mehr im Bett beschäftigen kann, weil ich Rücksicht nehmen will, sondern auch, weil sein PC streikt oder er einfach keine Lust empfindet (die letzten beiden Punkte kommen wohl häufiger vor als der erste).
Wie soll ich damit umgehen? Was steckt dahinter? Was wären Lösungen? Wie spreche ich sowas an, wenn er sehr empfindlich ist und alles als negativ oder übergriffig sieht? Danke im Voraus.
Ps es geht mir nur darum, dass er dann aggressiv wird und schreit, gereizt etc ist. Er hat das selbst erkannt, meint aber man solle so etwas in solchen anstrengenden Zeiten einfach durchgehen lassen.
Unsere Antwort
Ich probiere mir, die Situation vorzustellen, und merke, dass ich etwas nicht verstehe. Du hast ja kein Problem damit, dass er am Morgen Solosex macht. Das finde ich gut. Offenbar ist das für ihn eine gute Methode, Spannung loszuwerden. Aber wieso hängt das damit zusammen, dass du am Morgen früher aufstehst? Und was hat es mit dem PC zu tun? Meinst du damit, dass er vor dem PC Solosex hat und dass du aus Rücksicht im Schlafzimmer bleibst, bis er mit dem Solosex fertig ist? Vielleicht möchtest du das nochmal genauer beschreiben.
Unabhängig vom Solosex geht es darum, dass er seine schlechte Laune an dir heraus lässt. So wie du ihn beschreibst, rechtfertigt er sein Verhalten und findet es eigentlich okay. Das sehe ich anders: Egal wie gestresst er ist, es ist nicht okay, wenn er die schlechte Laune an dir auslässt. Freilich kann das mal passieren, aber dann sollte man sich nachher entschuldigen und schauen, was man tun kann, damit man seine Emotionen besser in den Griff bekommt.
Jetzt geht es eigentlich darum, dass du im klar sagst, dass du das nicht mitmachst. Ich weiss nicht, wie sehr er bereit ist, darauf einzugehen. Aber was würde er sagen, wenn du ihm sagst, dass euer Kind unter dieser aggressiven Stimmung leidet? Es bringt sicher nichts, wenn du ihm Vorwürfe machst. Du kannst ihm sagen, wie du leidest. Es hilft auch, wenn du Mitgefühl für ihn hast. Offenbar leidet er. So wie du ihn beschreibst, ist er mit den Nerven möglicherweise am Ende. Da braucht er Unterstützung.
Meine Meinung ist, dass ihr beide Unterstützung braucht. Ich fände es daher eine gute Idee, wenn du dich an eine Familienberatungsstelle wendest. Du könntest dich selbst beraten lassen, oder du könntest deinen Partner auch vorschlagen, dass ihr zusammen hingeht. Ich glaube, dass das jetzt kein Luxus wäre. Denn ihm geht es nicht gut, dir geht es nicht gut, und eurem Kind geht es auch nicht gut damit.
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