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Frage Nr. 41152 von 04.05.2026

ich bin w(15) und bin etwas überfordert ob ihr meine Frage überhaupt beantworten könnt. Ich habe eine ziemlich traumatische Vergangenheit da meine Schwester als ich 6 jahre alt war 2 mal reanimiert wurde und im anschluss die diagnose wpw syndrom mit lebensbedrohlichem verlauf bekam. Danach habe ich als Traumareaktion aufgehört zu sprechen und wurde aus überforderung meiner Mitschüler stark gemobbt. Ich wechselte daraufhin die Schule auch wenn es hier besser funktionierte war ich nie ganz einfach und scheine es an mir zu haben das Kinder mich gerne fertig machen. (Ich war zu diesem Thema bereits in Therapie und bin aktuell wieder in Behandlung. Ich habe keine festen Diagnosen oder ähnliches.) Leider leide ich unter einem sehr schlechten selbstbild und selbstwertgefühl. In folge dessen habe ich ungefähr mit 13 angefangen mich zu kneifen. An dieser stelle ich weiß es ist ungesund und euren Text zum Thema habe ich bereits gelesen. Nach meiner Therapie in der ich nie etwas davon erzählt habe wurde es auch besser. Seit kurzem leide ich aber wieder sehr unter aufkommenden Erinnerungen und habe starke Probleme mit Ängsten. In zuge dessen habe ich erst versucht es mit fidgets zu vertuschen habe immer haargummis ums Handgelenk habe so eine art stressring und einige Atemübungen. Leider schaffe ich es in starke Paniksituationen nicht mich damit zu beruhigen und habe in letzter zeit häufig aufs kneifen zurückgegriffen dazu habe ich im Unterricht angefangen in meine Fingerknöchel zu beißen. Ich würde gerne darüber mit jemandem sprechen Habe aber angst das meine Mutter sich die Schuld gibt oder ich in eine Klinik muss. Habt ihr einen Rat was ich tun kann und mit wem ich am besten sprechen sollte? Und muss ich dann in eine Klinik? Ich hoffe meine Frage ist nicht zu lang. Wenn euch das besser passt könnt ihr sie natürlich kürzen. Ihr leistet eine fantastische Arbeit und ich bin euch sehr dankbar.

Unsere Antwort

Weisst du, was interessant ist? Du beschreibst ganz genau, wie deine Traumareaktionen entstanden sind. Sie haben einen Grund, der nicht in dir liegt. Traumatisierende Ereignisse zeichnen sich dadurch aus, dass sie deine Bewältigungsfähigkeit überschreiten. Du wirst damit allein nicht fertig. Darum kanst du auf innere Hilfen nicht zurückgreifen. Und darum brauchst du Hilfe von aussen. Leider gehört das Unverständnis des Umfelds und das Mobbing zur Lebenserfahrung der meisten Menschen mit einer Traumafolgestörung. Die Gefahr durch mobbende Personen verletzt zu werden ist gross. Auch darum brauchst du einen sicheren Ort zum Reden. Du schreibst, dass du wieder in Behandlung bist. Dort - in einer Psychotherapie - wäre der Platz für den Aufbau deines Selbstwertgefühls. Auch dein Selbstbild kannst du in der Therapie zurecht rücken. Wenn du deine besondere Lebensgeschichte ernst nimmst, wird dir sicher klar, dass du dich auch auf besondere Art entwickelt hast. Das ist deine Lebenserfahrung und unterscheidet dich von anderen. Ziele in deiner Psychotherapie könnten die Akzeptanz deiner Erfahrungen und Wertschätzung von dir selbst sein.

Deine Behandlerin wird dein Kneifen und Beissen als typisches Trauma-Folge-Symptom erkennen. Du hast ja selbst schon sehr gute Bewältigungsstrategien entwickelt. Mehr innere Sicherheit Selbstwertschätzung und Mut zur Eigenständigkeit werden dir helfen die Panik im Rahmen zu halten.

In deinem Text finden wir keinen Grund für einen Klinikaufenthalt. Wenn dir trotzdem ein Klinikaufenthalt vorgeschlagen werden sollte, kannst du das ablehnen. Du bist urteilsfähig. Niemand darf dich zwangsweise und gegen deinen Willen behandeln. Wenn du deine Mutter schonen willst, bittest du deine Behandlerin die Schweigepflicht einzuhalten.

Also, am besten bedrohst du dich nicht mit Klinikeinweisungen und anderen negativen Vorhersagen. Das macht die Panik schlimmer. Du bist mit den Traumafolgen bis jetzt gut umgegangen. Jetzt arbeitest du einfach weiter an dir. 

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