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Frage Nr. 41519 von 13.07.2026

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Ich nehme Antiepileptika, mehrere Bluthochdrucktabletten, Pulssenker, zwei verschiedene Medikamente gegen meiner Prostatahyperplasie, Antihistaminika gegen starken chronische Juckreiz, ein Refluxmittel und Tillidin in hoher Dosis.

Ich habe ein starkes Verlangen nach Sex, bekomme aber nur dann eine leichte Errektion, wenn ich Gewaltfantasien durchlebe, sonst rührt sich nichts. Ich ejakuliere und alle Fantasien sind vom Tisch.

Die Lust, die ich loswerden will, ist die Lust, jemanden z.B. zu vergewaltigen oder Gewalt anzutun.

Beim Solosex nehme ich lediglich meinen Penis in die Hand und reibe die Haut hoch und runter und Stelle mir vor, wie ich eine Frau fessel und z.B. in Ihre Füße beiße. Denn das zusammen ist die höchste Erregung für mich. Dabei ist es aber so, dass die Frau das unbedingt so will.

Ich glaube jedoch nicht, dass meine Frau sich an eine Paar oder Sexualberatung beteiligen würde. Sie kennt ein paar Fantasien, aber nicht die Intensität oder mein Zwiespalt. Und ich könnte das auch nicht ansprechen...

Ich möchte einfach diese Bilder loswerden und das Gefühl nicht mehr haben. Im Moment habe ich Urlaub, aber meine Auszubildende fehlt mir richtig. Aber bei ihr ist das nicht alleine die sexuelle Komponente. Sie ist mein Gedächtnis, spricht aus, was ich wegen meinen Wortfindungsstörungen nicht finde und wir ergänzen und beruflich prima.

Meiner Frau kann ich das aber nicht sagen, weil ich sie ebenfalls liebe. Ich habe sie heute ins Krankenhaus gebracht und man merkt, wie sehr man zusammengewachsen ist.

Da ich sie nie betrügen würde, habe ich ja das Problem. Wenn ich tun und lassen könnte, was ich wollte, dann würde ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen, aber ich darf es nicht und deswegen zerstört es mich.

Unsere Antwort

Die gute Nachricht ist: Die Medikamente, die du nimmst, scheinen sich nicht negativ auf deine Lust auf Sex auszuwirken. Denn Lust auf Solosex hast du ja. Du merkst, allerdings dass die Erektion schwieriger wird, das ist bei einigen dieser Medikamente tatsächlich eine häufige Nebenwirkung.

Schwieriger heisst aber nicht unmöglich. Ich habe in der letzten Antwort schon geschrieben, dass ich vermute, dass deine Erregungstechnik die Gewaltfantasien fördert. Und das bestätigst du mir jetzt. Denn du schreibst, dass du deinen Penis nur hoch und runter reibst. Du schreibst nicht, dass du deinen Körper bewegst. Um in einem stillen Körper eine Erregung aufzubauen, braucht es Muskelspannung. Ich vermute, dass diese höher ist als du meinst. Das sage ich aus sexualtherapeutischer Erfahrung: Es ist sehr schwer für Menschen, einzuschätzen, wie sehr sie ihre Muskeln anspannen, wenn sie sexuell erregt sind. Dadurch, dass deine Technik die Durchblutung und das Gespür im Penis nicht fördert, werden die Gewaltfantasien als Erregungsqeulle um so wichtiger.

Für dich ist es absolut notwendig, dass du lernst, dich mit Bewegung sexuell zu erregen. Denn du musst etwas machen, damit die Durchblutung in deinem Becken und deinem Penis besser wird und du nicht mehr so von harten Fantasien abhängig bist. Ich würde dir das Buch Klappt's? von Michael Sztenc ans Herz legen. Das ist ein gutes Übungsbuch für Männer. Die Übungen auf unserer Webseite sind ähnlich wie die Übungen in diesem Buch. Aber in dem Buch stehen auch noch andere Sachen, die dich dabei unterstützen, wenn du dich mit deiner Sexualität und mit dir selbst als Mann auseinandersetzt. Freilich würde dir auch eine Sexualtherapie nach Sexocorporel sehr helfen. Hast du da schon mal in deiner Gegend geschaut? Es würde sich hierbei um eine Einzeltherapie handeln.

Zudem fände ich es wichtig, dass du mit Ärzten, die dir die Medikamente verschreiben, darüber redest, dass die Erektion schwierig wird. Man könnte dir PDE-5-Hemmer verschreiben. Diese fördern die Durchblutung im Penis. Man könnte mit dir auch besprechen, ob man deine Medikation allenfalls auch etwas anders einstellen könnte. Ärzte sprechen oft die Sexualität von sich aus nicht an. Es ist daher an dir, das anzusprechen. Ich möchte dir das sehr empfehlen, wenn du das noch nicht gemacht hast.

Deine Sexualität ist das eine. Die Auszubildende ist ein ganz anderes Thema. Es ist super, dass ihr euch beruflich ergänzt. Sie ist aber die falsche Person, um irgendwelche persönlichen Bedürfnisse zu erfüllen. Da sie zu dir in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, würdest du das sozusagen ausnützen.

Es klingt für mich so, als fehlt es dir an emotionaler Nähe. Du hast geschrieben, dass du gläubig bist. Gehst du in eine Kirche? Gäbe es dort allenfalls jemanden, mit dem du dich über persönliche Sorgen und Nöte austauschen könntest?

Ich kann schlecht einschätzen, wie gut eure Beziehung ist. Du liebst deine Frau. Liebt sie dich? Lebt ihr unabhängig von Sexualität Nähe? Du klingst in dieser Beziehung einsam. Es wäre möglicherweise gut, wenn ihr mehr ins Gespräch kommen könntet. Ich weiss nicht, warum deine Frau ins Krankenhaus gekommen ist, aber sie hat offenbar ihre eigene Probleme, sie nimmt ja auch Medikamente. Es wäre schön, wenn ihr zusammen in einem Boot sein könntet. Das heisst nicht, dass du ihr alles über deine Fantasien erzählen musst, und es heisst auch nicht, dass du ihr über die Auszubildende erzählst. Und es heisst auch nicht, dass ihr unbedingt eine Paarberatung besuchen müsst. - Ja, ich merke, dass ich mir eure Beziehung nicht vorstellen kann. Wenn du möchtest, kannst du uns darüber ja auch noch etwas schreiben.

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