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Frage Nr. 40977 von 17.03.2026

Ich wende mich mit einer Beobachtung an dich. Mir ist aufgefallen, dass ich immer wieder in Erschöpfungszustände gerate bei Prüfungs- oder Konfliksituationen. Zudem habe ich mit Prüfungsangst zu kämpfen.

Mir ist dann aufgefallen, dass dies vermutlich von zuhause kommt. Meine Eltern haben immer irgendein Problem. Meine Mutter ist auch immer erschöpft. Mein Vater ist immer im Tun. Früher als Kind musste ich beispielsweise teilweise Freunden absagen, um mit ihm die Hausaufgaben zu machen. Später durfte ich nicht in die Ferien gehen, da ich für die Prüfungen lernen musste. Wenn ich eine selbstverschuldete schlechte Note hatte, bekam ich nur Vorwürfe.

Meine Mutter war ständig überfordert. Mein Vater hat dann bis ins Erwachsenenalter mit den Lehrern sprechen wollen. Das ist alles für mich sehr schwierig. Ich merke, wie ich in verschiedenen Bereichen immer nach ihren Regeln und Vorstellungen verlief. Ich merke wie mich dieses Muster belastet, da ich mir vermutlich unbewusst immer Druck mache und auch immer wieder Versagensängdte habe.

Von aussen höre ich immer wieder das mein Vater streng ist und das ich mich emanzipieren muss. Ich weiss aber nicht so recht was ich tun kann. Als ersten Schritt bin ich ausgezogen. Dennoch habe ich das Muster in mir. Ich habe auch das Gefühl meine Meinung wird gar nicht wirklich gehört. Wenn ich sage, dass ich beispielsweise müde/erschöpft bin dann höre ich von nichts kommt nichts oder ähnliche Aussagen. Es fällt mir daher auch schwer mich durchzusetzten. Was kann ich tun und wieso sind meine Eltern so?

Unsere Antwort

Deine Eltern haben ihre eigene Geschichte, die ich nicht kenne. Darin wirst du die Antwort finden auf die Frage, warum sie so sind. Entscheidend ist, dass du sehr leidest unter deiner eigenen Geschichte. Es geht darum, dass du dich von dieser Geschichte emanzipiert. Es ist ein guter Schritt, dass du ausgezogen bist. Aber deine Eltern schwingen in dir noch mit.

Wenn du schreibst, dass deine Meinung gar nicht wirklich gehört wird, dann frage ich dich, von wem? Wer sagt, dass von nichts nichts kommt? Welche anderen Bezugspersonen hast du neben deinen Eltern? Das wäre sicher ein wichtiger Schritt, dass du anfängst, auf andere Meinungen zu hören. Wer sagt, dass dein Vater streng ist? Wie stehen diese Leute zum Thema von nichts kommt nichts? Wie stehen sie zur Frage, ob man wer weiss nicht was alles erreichen muss – oder ob man einfach sein darf, und so wie man ist, ist man gut?

Wenn du dir andere Meinungen anhörst, wird dir das helfen, zu relativieren, was dein Vater sagt. Vielleicht hilft das schon. Vielleicht merkst du aber auch, dass du das Muster nicht los wirst. Dann würde ich dir eine Therapie empfehlen. Das sollte bei einer Therapeutin sein, die sich mit interpersonellem Trauma auskennt – und vielleicht eine Weiterbildung in hypnosystemischer Therapie oder Ego States-Therapie hat.

Wir haben übrigens Texte geschrieben über subtile Gewalt in der Familie. Das ist es eigentlich, womit du zu kämpfen hast. Ich empfehle dir darum, dass du diesen Text liest und auch die Texte, auf die er verlinkt.

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