Hallo ich bin weiblich und 23 Jahre alt. Vor gut einem Jahr ist beim Sex mit meinem Partner sein Penis aus mir herausgerutscht und hat mir Schmerzen bereitet. Ich lag auf meiner Rücken und er war auf seinen Knien vor mir und ist aus versehen etwas zu weit nach hinten mit der Hüfte wodurch eben sein Penis herausgerutscht ist und dabei ist er mir an der ‚ Obersten Ecke‘ - bisschen blöd gesagt aber ich kanns nicht anders beschreiben - meiner Vaginaöffnung angeschlagen was ziemlich weh tat. Der Schmerz ging vorbei aber seither habe ich immer in dieser Position angst davor dass es mir nochmal so weh tun könnte.
Ich habe auch schon mit ihm darüber gesprochen und er hat vollstes Verständnis und wir probieren einfach andere Stellungen oder gehen es langsamer an aber ich wollte wissen ob Sie mir einen anderen Tipp geben könnten und ob das normal ist wenn man mal wärend dem Sex einen Ausrutscher hatte, dass man deswegen gehemmter ist?
Unsere Antwort
Es ist normal, dass sich dein Körper an diese schmerzvolle Situation erinnert und deshalb bei einer ähnlichen Situation beim Sex in «Habacht-Stellung» geht, um sich vor erneutem Schmerz zu schützen. Es ist natürlich eine Option, diese Stellung generell zu vermeiden, allerdings bedeutet das eine ziemliche Einschränkung eurer Sexualität. Die andere Option ist, dass dein Körper langsam wieder Vertrauen aufbauen kann mit dem Ziel, sich in dieser Stellung wieder sicher fühlen zu können. Vertrauensaufbau braucht Zeit, kleine Schritte und viele Wiederholungen, in denen dein System erleben kann, dass es sich gut anfühlt und ihm kein Schmerz zugefügt wird. So dass dein System immer sicherer wird, dass es nicht mehr «aufpassen» muss und sich wieder entspannen kann.
Ich empfehle euch, bewusst diese Stellung immer wieder auszuprobieren, euch dabei eher langsam zu bewegen und auch immer wieder Pausen einzulegen. Ihr könnt auch probieren, dass du diejenige bist, die sich bewegt. Dein Partner hält sein Becken also ruhig, und du bewegst dich mit deinem Becken zu ihm hin. Deine Vagina nimmt dabei aktiv seinen Penis auf und lässt ihn dann wieder herausgleiten.
Angst- und Anspannungsreaktionen passieren viel wahrscheinlicher, wenn du passiv bist und dich nicht bewegst, und dich sozusagen «wappnest» und auf einen eventuellen Schmerz wartest.
Wenn du hingegen die aktiv Bewegende bist beim Geschlechtsverkehr, hilft dir einerseits die Bewegung selbst, dass du nicht in eine zu hohe Anspannung kommst und andererseits auch, dass du in der «Führungsposition» bist. Du entscheidest, was bewegungsmässig passiert, und du bestimmst auch das Tempo und die Intensität.
Vergiss auch nicht, dabei zu atmen. Am besten tief in deinen Bauch hinein. So kannst du schrittweise dein Vertrauen in diese Stellung zurückgewinnen.
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