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Frage Nr. 41028 von 25.03.2026

Hallo Lilli Team,
Ich bin w24 und wohne noch zuhause.
Ich habe folgendes Problem: ich habe große Angst vor meiner Familie, bzw. Vor meiner Mutter.

Immer wenn ich etwas ihrer Meinung nach nicht richtig mache, dann wird sie böse. Das macht sie aber nicht, in dem wir streiten, sondern sie ignoriert mich dann Tagelang.
Wenn ihr etwas nicht passt, dann werde ich zu Luft, bzw. sie wird total gleichgültig.

Seit einem Jahr führe ich eine Beziehung mit einem Mann. Er ist, für mich, die tollste Person auf der Welt,
Aber meine Familie ist immer beleidigt, wenn ich etwas mit ihm unternehme.
Ich habe schon richtig Angst zu sagen, dass ich etwas unternehmen möchte (egal ob mit meinem Freund oder mit Freundinnen), weil in der Zeit ich nicht daheim bin, sondern wo anders.
Ich weiß langsam nicht mehr was ich machen soll, denn diese Angst etwas falsch zu machen (obwohl es ja nicht falsch ist, sich mit Freunden oder dem Partner zu treffen) ist so schlimm. Ich habe richtig Panik und weine viel.

Anstatt, dass meine Familie meinen Freund als neues Familienmitglied sieht, sehen sie ihn als Rivale.

Die ganze Situation findet mein Freund natürlich auch nicht cool.

Kann ich etwas gegen diese Angst tun?
Habt ihr vielleicht Tipps?

Ist es nicht normal, dass ich mein Leben selbst aufbauen möchte und nicht immer erst „bei Mama fragen muss, ob das in Ordnung ist“? So fühlt es sich zumindest immer an.

Unsere Antwort

Doch, es ist normal, wenn du dein Leben selbst aufbauen möchtest. Du bist eine erwachsene Frau. Ich kenne deine Lebensumstände nicht und weiss daher nicht, warum du noch bei deinen Eltern lebst. Ganz klar tun sie dir überhaupt nicht gut. Sie scheinen nicht an deinem Wohlergehen interessiert zu sein, und sie scheinen dir überhaupt nicht zu gönnen, dass du dein eigenes Leben hast. 

Es gibt einen guten Grund, warum du bei dem Verhalten deiner Mutter Angst bekommst – statt dass du dir entrüstet sagst: "So nicht! Das lass ich mir nicht bieten! Ich ziehe aus!" Du hast offenbar Angst davor, dass sie dich ignoriert, und dass du ihr gleichgültig wirst. Was ist daran so schlimm? Ich vermute, das ist eine ganz alte Geschichte. Ich vermute, das sind alte Emotionen, die viel mehr zu dir als kleinem Mädchen passen als zu dir als erwachsener Frau: Wenn die Mutter das Mädchen ignoriert, ist es schlimm, ja eigentlich lebensbedrohlich. Wenn sie die erwachsene Frau ignoriert, ist das allenfalls ärgerlich (oder sogar entlastend, weil sie dich dann in Ruhe lässt). Aber ich glaube die Gefühle des Mädchens sind in dir noch sehr wach. Verstehst du was ich meine? Wenn du von diesen Gefühlen des kleinen Mädchens heimgesucht wirst, dann fällt die Ablösung natürlich wahnsinnig schwer. Siehst du dich als erwachsene Frau? Es würde mich wundern nehmen, was du über diesen Abschnitt denkst. Gern kannst du uns das schreiben.

Du beziehst dich in einem Satz auf deine Familie. Du schreibst, dass sie deinen Freund nicht als neues Familienmitglied, sondern als Rivale sieht. Wer genau ist deine Familie? Mutter, Vater – wer sonst noch? Es kommt mir so vor, als habe deine Familie eine eigene Welt aufgebaut, aus der man nicht ausbrechen darf. Ist das so? Eigentlich geht es ja nicht primär darum, dass dein Freund in die Familie aufgenommen wird, sondern viel mehr darum, dass du deine eigene Familie aufbaust. Da gehört dein Freund dazu, da gehören deine Freund:innen dazu – Menschen, die du dir wählst, und die dir gut tun. Und vielleicht dann irgendwann mal, wenn du das möchtest, auch deine Kinder.

Vielleicht möchtest du uns noch einmal schreiben, uns deine Gedanken zu dem, was ich dir geschrieben habe, mitteilen, und deine Situation etwas genauer erklären. Ich bitte dich zudem, dass du dir diesen Text über das Verhalten von Eltern ansiehst. Du wirst da wahrscheinlich einiges wieder erkennen.

Wenn du uns nochmal schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.

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