Meine cousine mit der ich aufgewachsen bin hat sich mir gegenüber missbräuchlich verhalten als ich ein kind war.
ich bin jetzt eine erwachsene frau in ihren zwanzigern und es geht mir sehr schlecht seit dem ich vor meinen eltern das thema angesprochen habe. meine mutter war zuerst geschockt, hat dann mit meiner cousine gesprochen und die konnte sich an nichts grawierendes erinnern. seit dem ist meine mutter sehr seltsam zu mir und bagatellisiert alles. mir geht es nicht gut, ich fühle mich nicht ernstgenommen.
es gab einige vorfälle damals, die laut definition als sexuelle übergriffe gelten und ich leide bis heute an den folgen, da ich mich so sehr schäme und beklemmt fühle, dass ich kaum andere menschen in mein leben lassen kann, was sich sehr negativ auf meine lebensqualität auswirkt. ich fühle mich sehr isoliert und möchte dieses thema nie wieder mit menschen besprechen die so wenig zu mir stehen und mich auch noch als dramaqueen mit opferhaltung darstellen, als ob ich irgendetwas davon hätte. ich habe einfach nur versucht mich zu öffnen um einen dialog über wichtige themen zu starten und meine stimme zu erheben, also um mich zu stärken. das gegenteil ist die folge, ich bin geschwächter denn je und schäme mich 10mal mehr, will einfach nur verschwinden.
wie kann ich mit dieser situation umgehen, wie komme ich da raus ? ich will nicht für den rest meines lebens stigmatisiert werden, als schwach dagestellt werden obwohl ich eigentlich ja stark war. es fühlt sich so verdreht an und ich habe angst, dass ich die meinungen meiner familie irgendwann annehme, weil ich niemanden habe, der meinen teil der geschichte validiert.
Unsere Antwort
Wenn ich dich richtig verstehe, brauchst Du jemandem zum Reden und musst gleichzeitig sicher sein, dass du ernst genommen wirst. Da wäre ein Kontakt mit einer Opferhilfeberatungsstelle ein sinnvoller Schritt. Neben einer Opferhilfeberatungsstelle käme auch eine Psychotherapie in Frage. An beiden Orten arbeiten Professionelle. Sie werden dich ernst nehmen und sich vor allem für dein Befinden interessieren. Zudem hast du in einer Psychotherapie die Chance, deine eigene Art der Selbststärkung zu erarbeiten. Wichtig scheint mir auch, dass dein Umfeld weniger wichtig für dich wird, wenn es um die Beurteilung deiner Lebenserfahrung geht.
Leider machen viele Opfer von Gewalt die Erfahrung, dass sich Personen des nahen Umfelds nicht unterstützend verhalten. Das hast du auch erlebt. Darum wäre es gut, wenn du dir nicht immer neue Verletzungen holst. Du hast erfahren, dass deine Familie keine Hilfe ist. Hilfreicher sind in einem solchen Fall professionelle Personen, die dich sicher nicht beschämen. Du kannst dir durchaus vornehmen, mit deiner Familie im Dialog zu bleiben und für deinen Teil der Geschichte einzutreten. Das kann ein Ziel sein. Zunächst solltest du dich auf die Entwicklung deiner Eigenständigkeit konzentrieren.
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