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Frage Nr. 41685 von 20.09.2026

Hallo liebes lilli-Team,
Ich bin m/29 und mache seit ich sexuelle Kontakte habe (also seid 18, auch immer wieder mit Jahren Unterbrechung) immer wieder folgende Erfahrung:
Wenn ich mit einer Person Körperkontakt bekomme ich eine Erektion und auch Lust auf Sex, aber diese flaut dann häufig sehr schnell wieder ab.
Das passiert häufig genau dann, wenn ein bisschen Samenflüssigkeit austritt, dass danach die Erektion weg ist, und häufig auch generell die Lust.
Es fühlt sich aber nicht danach an, dass ich schon kommen würde, ich merke das meistens in dem Moment gar, merke nur hinterher, dass ich auf einmal keine Lust mehr habe.

Das hat bei mir schon häufig dazu geführt, dass ich gar nicht vorschlage, penetrativen Sex zu haben, obwohl ich eigentlich gerne würde, weil ich mir Sorgen mache, dass wenn es soweit ist, meine Erektion und meine Lust schon wieder weg ist.

Das Austreten von etwas Samenflüssigkeit kann bei mir auch ohne Erektion passieren und bei vergleichsweise wenig Berührung, also zum Beispiel nur beim Füße massieren. Beim Solo-Sex kenne ich das aber überhaupt nicht. Wenn das etwas Flüssigkeit austritt merke ich auch, dass ich schon kurz vorm Orgasmus bin.

Mein Hauptfrage ist folgende: Ist das Phänomen, dass ich da beschreibe, irgendwie bekannt? Ich kann es halt weder unter Erektiler Disfunktion, noch unter zu-Früh-Kommen oder einfach als Lusttropfen so richtig einordnen.

Zweite Frage: Was würdet ihr empfehlen, um beim Sex mit Partner mehr Lust zu spüren? Ich bin finde es auch einfach ein bisschen schade, die schönen Gefühle, die ich vom Solo-Sex durchaus kenne, nicht mit einem Partner teilen zu können.

Unsere Antwort

So wie du das beschreibst, könnte es schon sein, dass du einen Samenerguss hast. Aber du erlebst ihn nicht lustvoll. Denn dazu passt, dass die Erektion weg ist nachher und auch die Lust. Du hast sozusagen eine Entladung, aber du erlebst das nicht als lustvoll. Du erlebst sie nicht so wie ein Orgasmus. Das ist möglich. Der Grund ist, dass körperliche sexuelle Erregung bis hin zur Entladung auch ohne Lusterleben/Genusserleben möglich ist. Es fühlt sich dann überhaupt nicht intensiv oder befriedigend an. Bitte lies dazu diesen Text über Orgasmen.

Beim Solosex könnte es sein, dass das auch Samenergüsse sind, und du erlebst den Orgasmus erst etwas später. Möglich ist aber auch, dass dort Lusttropfen austreten. Die entscheidende Frage wäre hier: Hast du beim Orgasmus einen Samenerguss oder nicht? Wie erlebst du den Orgasmus? 

Was die Situationen ohne Erektion angeht: Grundsätzlich braucht es keine Erektion für einen Samenerguss. Es könnte also beides sein, Lusttropfen oder Samenerguss. 

Da du deine sexuelle Erregung beim Solosex offenbar gut steuern kannst, könnte ich mir vorstellen, dass die vorzeitige Ejakulation beim Sex zu zweit vor allem mit emotionaler Erregung/Aufregung/Anspannung einhergeht. Hier interessiert mich: Wie ist das denn, wenn du mit einem Partner Sex hast, und ihr stimuliert euch manuell, oder oral, oder eher penetriert dich? Kommst du dann auch sehr schnell und kannst das nicht kontrollieren, oder gelingt dir das dort besser? Passiert dir das mit dem schnellen Samenerguss auch immer, wenn du in einer längeren Beziehung bist, oder ist das vor allem bei kürzeren Begegnungen das Thema?

Könntest du mal beobachten, was unmittelbar vor dem Samenerguss passiert? Angenommen, das passiert immer rund um den Gedanken "Jetzt werde ich penetrieren". Du könntest dir das auch einfach mal nur vorstellen und drauf achten, was in deinem Körper passiert, wenn du dir das vorstellst. Probier dich da genau reinzuversetzen. Oder, falls du gerade einen Partner hast, achte mal möglichst genau, was in dem Augenblick bei dir passiert. Möglicherweise spürst du, dass die Spannung steigt – sowohl emotional als auch muskulär, und die Atmung wird sehr flach oder sogar angehalten. Das heisst, die emotionale Aufregung spiegelt sich im Körper, und das was du körperlich machst, triggert den Ejakulationsreflex.

Es ist also auf jeden Fall gut, wenn du dich genau beobachtest – nicht nur, was emotional passiert, sondern auch was körperlich passiert. Denn du kannst lernen, den Zeitpunkt der Ejakulation körperlich zu beeinflussen. Für dich ist es wichtig, dass du Spannung im Beckenboden löst, in lockerer Bewegung kommst, und eine beruhigende, tiefe Bauchatmung beim Sex machst. 

Dies ist auch aus einem anderen Grund zentral: Du würdest ja gern die sexuelle Erregung mehr mit Lust und angenehmen Gefühlen verbinden. Dafür ist es auch entscheidend, dass du beim Sex in eine lockere Bewegung kommst. Dazu interessiert dich vielleicht dieser Text.

Ich möchte es hierbei einmal belassen. Ich habe dir ja viele Anregungen zum beobachten gegeben, und einige Rückfragen gestellt. Ich möchte dich dazu einladen, dass du uns wieder schreibst und mitteilst, was du herausgefunden hast, und unsere Fragen beantwortest. Dann könnte ich dir bei der nächsten Antwort konkrete Tipps zum Üben geben.

Wenn du wieder schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.

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