Ergänzung zu Frage Nr. 41822
Vielen Dank für die Antwort! Ich bin in einer Beziehung mit zwei Kindern und das jüngste ist wenige Monate alt. In meiner Beziehung findet Sex nicht statt. Wir hatten bereits ohne Kinder am Ende sehr selten Sex (ca 4-5 mal pro Jahr). Die Gründe bei ihr sind unüberwindbar. Stichworte: Borderline, langjährige Sertralin Einnahme, allg. Ekel vor Sex aufgrund des offenen Mastrubierens ihrer Mutter als sie Jugendliche war, beginnende frühe Menopause, Zustand nach den Schwangerschaften. Auch hat sie bereits zwei Paar-Therapien von sich aus abgebrochen. Jedenfalls ist mein Leben von Druck geprägt, da ich einen sehr stressigen Job habe und das Familienleben sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Insgesamt aber belastet mich mein Lustdruck (nenne ich einfach mal so) ziemlich. Versuche bereits sexuelle Fantasien zu vermeiden und Selbstbefriedigung (die ohnehin nicht wirklich erfüllend ist) so kurz auszugestalten, dass daraus nicht noch mehr Lust entsteht. Für Sport, Fußball oder generell eigene Freizeit ist kaum Raum. Ab und an gehe ich meinem Ehrenamt als Feuerwehrmann nach. Aber ansonsten versuchen wir unser Leben einigermaßen in den Griff zu bekommen. Leider wüsste ich jetzt nicht, wo ich aktuell mehr Zeit für mich herbekomme, da auch meine Partnerin sehr ausgelastet ist..
Unsere Antwort
Danke für die Ergänzung!
Erst mal: Hut ab was du alles meisterst. Wir haben ja schon in der letzten Antwort Tipps gegeben, wie du den sexuellen Druck etwas mindern könntest. Ich empfehle dir unsere Tipps auf jeden Fall.
Freilich gäbe es aus sexualtherapeutischer und paatherapeutischer Sicht noch andere Möglichkeiten. Deine Partnerin findet dafür derzeit keine Motivation, was bei all der Belastung verständlich ist. Aber wer weiss, was die Zukunft bringt.
Denn ich gehe nicht mit dir einig, dass die Gründe deiner Partnerin für wenig Sex unüberwindbar sind. Borderline ist kein Grund. Wecheljahre und Schwangerschaften gehen mit hormonellen Veränderungen einher, die sich auf die Sexualität nicht negativ auswirken müssen. Ekel ist ein Gefühl, das man sexualtherapeutisch angehen könnte. Sertralin kann hemmend auf das sexuelle Erleben wirken – hier ist es allenfalls sinnvoll, Alternativen zu finden, und auch hier kann Sexualtherapie helfen.
Unabhängig von deiner Partnerin gäbe es eigentlich für dich auch eine Alternative zur völligen Abstinenz. Ein möglicher Weg wäre, dass du den Solosex so gestaltest, dass du ihn lustvoll erlebst. Da bist du nacher eher sex-"satt" und befriedigt. Du schreibst selbst, dass du die Selbstbefriedigung nicht als erfüllend erlebst. Was wäre, wenn sie erfüllend wäre? Sie könnte möglicherweise eine gute Ressource sein, dir im Stress kleine Auszeiten der Lust und Entspannung zu ermöglichen.
Ich schreibe das jetzt alles im vollen Verständnis dafür, dass dir derzeit dazu die Motivation, Zeit und Energie fehlt. Aber wenn du Energie investieren musst, um die Lust auf Sex abzustellen, könntest du sie allenfalls auch einsetzen, um Sex sättigender zu erleben? Sich etwas verbieten führt eher zu dranghaftem Erleben. Und das macht auf die Dauer noch mehr Stress.
Falls du doch irgendwann interessiert daran bist, wie du lustvoller und sättigender Solosex haben kannst, schreib uns einfach wieder. Wir könnten dann zusammen anschauen, wie du bei deinem vollen Pensum pro Tag ein paar Minuten Zeit für dich nehmen könntest, und was du dann tun könntest.
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