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Meine Besonderheit beim Date

Wenn du eine Behinderung oder chronische Krankheit hast, kann das beim Dating für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Hier erfährst du, was beim Kennenlernen helfen kann und wie du mit deiner Besonderheit umgehen und darüber sprechen kannst.

Wie mache ich einen guten Eindruck?

Ein Mann und eine Frau sind bei ihrem ersten Date. Sie sitzt im Rollstuhl und bekommt ihr Getränk von ihrer Assistenz gereicht.

Beim Daten musst du nichts beweisen. Du kannst einfach du selbst sein – mit deiner Persönlichkeit, deinen Interessen, deinen Schwächen, deinem Humor und allem, was zu dir gehört.

Wenn du der anderen Person etwas vormachst, stresst du dich selbst für alle weiteren Treffen mit dieser Person. Wenn du hingegen von Anfang an offen und ehrlich bist, entspannt dich das. Falls die Person dich wieder sehen möchte, weisst du, dass sie wirklich an dir interessiert ist. Und wenn sie dich nicht mehr sehen möchte, dann hat es eben zwischen euch nicht gepasst.

Was hilft gegen Unsicherheit beim Date?

Sprich über deine Interessen, deinen Alltag und deine Hobbys. Frag dein Gegenüber, was die Person interessiert und wie ihr Alltag aussieht. Damit setzt du ein Signal: Bei diesem Date geht es darum, dass ihr euch kennenlernt – nicht nur um deine Besonderheit. Wenn ihr beide in einem lockeren Austausch seid, geraten Unsicherheiten schnell in den Hintergrund.

Auch eine gute Vorbereitung kann Unsicherheit abbauen. Tipps dazu findest du in diesem Text.

Muss ich meine Besonderheit ansprechen?

Du entscheidest selbst, was du erzählen möchtest und was nicht. Manche Dinge teilt man gern früh, andere lieber später oder gar nicht. Beides ist in Ordnung.

Dein Gegenüber fragt sich ziemlich sicher, wie sehr deine Besonderheit, Erkrankung oder Behinderung bei eurem Date angesprochen werden sollte und darf. Du bestimmst, wie viel du davon erzählen möchtest.

Warum kann es helfen, meine Besonderheit anzusprechen?

Auch wenn du sie nicht gleich beim ersten Date gross thematisieren willst, ist es gut, wenn deine Behinderung oder Erkrankung kein Tabuthema ist. Dein Date wird sich wahrscheinlich Gedanken darüber machen. Aber viele Menschen haben Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu fragen, wenn es um Behinderung oder Krankheit geht. Oder es fehlen ihnen schlicht die Worte, weil sie es nicht gewohnt sind, darüber zu reden. Du schon.

Wie spreche ich meine Besonderheit an?

Daher hilft es, wenn du das Thema selbst ansprichst: «Falls du dich wunderst: Die Assistenz, die mich hergefahren hat, wartet im Auto – sie hilft mir nur bei der Anfahrt, beim Date sind wir unter uns.» «Du hast jetzt gesehen, dass ich einen ganz besonderen Gang habe.» «Falls dich etwas genauer interessiert – frag mich alles, was du magst. Ich rede offen darüber.»

Damit weiss dein Gegenüber, dass es Fragen stellen kann und nicht um das Thema herumreden muss. Oft entspannt sich die Lage, wenn die andere Person merkt, dass du offen darüber sprechen kannst. Natürlich liegt es bei dir, wie viel du erzählen willst – aber allein das Angebot beruhigt viele.

Wie halte ich das Gespräch am Laufen?

Ein gutes Gespräch entsteht selten durch die perfekten Fragen, sondern durch Interesse und Offenheit. Du musst kein Unterhaltungsprogramm liefern und kein Gespräch am Laufen halten, nur damit keine Stille entsteht.

Pausen sind erlaubt – sie geben beiden die Möglichkeit, anzukommen, nachzuspüren oder einen Gedanken zu Ende zu bringen. Oft entsteht Verbindung nicht durch das nächste Thema, sondern durch Zuhören, Nachfragen und das Aufgreifen dessen, was gerade da ist.

Wenn du merkst, dass ein Gespräch stockt, darfst du das ruhig benennen. Ein Date ist kein Job-Interview!

Was, wenn ich nervös bin?

Aufregung, zittrige Hände oder ein Blackout können bei Dates vorkommen. Es kann helfen, das kurz anzusprechen. Zum Beispiel so: «Puh, ich bin gerade ein bisschen aufgeregt – erstes Date und so, da stolpere ich immer ein bisschen über meine Worte.»

So etwas baut Druck ab. Dein Gegenüber wird vielleicht sogar zustimmen: «Mir geht’s genauso!», und ihr könnt gemeinsam darüber schmunzeln. Offenheit zählt mehr als krampfhafte Coolness – niemand erwartet Perfektion. Im Gegenteil, kleine Unsicherheiten machen dich menschlich und sympathisch. Und wenn du sie ansprichst, beweist du Mut.

Wenn rund um deine Behinderung oder chronische Krankheit schwierige oder unangenehme Situationen entstehen, findest du dazu Tipps in diesem Text.