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Jemanden mit Behinderung oder Krankheit daten?

Vielleicht bist du interessiert, aber auch unsicher, ob ihr zusammenpasst. Hier erfährst du, wie du herausfindest, was du wirklich möchtest, und worauf du beim Kennenlernen achten kannst.

Was bedeutet die Behinderung oder Krankheit?

Vielleicht beschäftigt dich zunächst vor allem die Behinderung oder Krankheit. Du fragst dich, was die Person im Alltag kann, wie selbstständig sie ist oder welche Einschränkungen sie hat.

Das sind verständliche Fragen. Aber sie sagen noch wenig darüber aus, ob ihr zusammenpasst. Entscheidend ist auch, wie ihr miteinander redet, ob ihr euch anziehend findet, welche Interessen ihr teilt und was ihr euch von einer Beziehung wünscht. Eine Diagnose verrät dir nicht, wie jemand als Partner*in ist.

Gehe ich aus Mitleid oder Schuldgefühlen eine Beziehung ein?

Vielleicht fühlst du dich zu der Person hingezogen. Vielleicht bist du unsicher, ob du dir körperliche Nähe oder eine sexuelle Beziehung vorstellen kannst. Vielleicht spielen aber Mitleid oder Schuldgefühle eine wichtige Rolle.

Mitleid oder Schuldgefühle sind eine schlechte Grundlage für eine Partnerschaft. Wenn du eine Beziehung eingehst, weil du die andere Person nicht enttäuschen oder verletzen möchtest, entsteht leicht eine ungünstige Dynamik: Du stellst deine eigenen Bedürfnisse zurück und liebst die Person nicht für das, was sie ist. Das führt zu Groll und Enttäuschungen auf beiden Seiten.

Genauso wenig solltest du auf eine Beziehung verzichten, weil du befürchtest, andere könnten sie ungewöhnlich finden. Wichtig ist, dass du deine Partnerwahl selbstbestimmt triffst und auf deine eigenen Gefühle und Wünsche achtest. Mehr dazu findest du in diesem Text über die Partnerwahl.

Entscheidend ist, ob du die Person weiter kennenlernen und eine Beziehung mit ihr eingehen möchtest – nicht, ob du dich dazu verpflichtet fühlst.  Bitte lies auch unsere Tipps für Partner*innen von Menschen mit körperlichen Behinderungen oder chronischen Erkrankungen.

Darf ich nach der Behinderung oder Krankheit fragen?

Vielleicht möchtest du wissen, welche Auswirkungen die Behinderung oder Krankheit auf gemeinsame Unternehmungen, Nähe oder eine mögliche Beziehung hat. Du kannst Fragen stellen. Achte aber darauf, dass sich euer Kennenlernen nicht wie ein Interview über die Einschränkung anfühlt. Dein Gegenüber entscheidet selbst, was es wann erzählen möchte. Du kannst auch deine eigene Unsicherheit ansprechen. Zum Beispiel: «Ich kenne mich damit nicht gut aus. Ist es okay, wenn ich dich etwas frage?»

Muss ich besonders viel Rücksicht nehmen?

Vielleicht möchtest du besonders rücksichtsvoll sein. Das ist verständlich. Aber dein Gegenüber ist selbst für den eigenen Alltag, das eigene Wohlbefinden und die eigenen Entscheidungen verantwortlich. Genauso bist du für dich selbst verantwortlich. Vielleicht braucht die Person bei bestimmten Unternehmungen Unterstützung oder hat weniger Energie als du. Vielleicht gibt es auch kaum etwas, worauf du besonders achten musst.

Du kannst nachfragen, was dein Gegenüber braucht und welche Unterstützung erwünscht ist. Ob und wie viel Unterstützung du geben möchtest, entscheidest du selbst.

 

Was, wenn ich merke, dass wir nicht zusammenpassen?

Wie bei jedem Dating kann sich herausstellen, dass eure Wünsche, Lebensvorstellungen oder Gefühle nicht zusammenpassen. Vielleicht wünscht sich eine Person Kinder und die andere nicht. Vielleicht unterscheiden sich eure Vorstellungen von Nähe, Freizeit oder Verbindlichkeit.

Solche Unterschiede sind wichtig. Eine Behinderung oder chronische Krankheit bedeutet nicht, dass du deine eigenen Wünsche zurückstellen solltest. Und dein Gegenüber muss die eigenen Wünsche ebenso wenig aufgeben.