Liebes Lilli Team, vorab bin ich sehr froh auf eure Seite gelandet zu sein und hab schon viele Sachen hier gelesen die mir weiter geholfen haben.
Ich selbst bin männlich, 32 sportlich und körperlich wie geistig gesund. Nur mit meiner Erektion hatte ich irgendwann Probleme. Zunächst verdrängte ich das, da ich schwul bin und als vorwiegend passiver Part an sich nicht zwingend auf eine funktionierende Erektion angewiesen bin. Es hat aber stark an meinem Ego gekratzt und die sexuelle Einschränkung störte mich auch zunehmend. Nach vielen Internet-Recherchen bin ich dann darauf gekommen, das ich meinen Penis bei der Selbstbefriedigung immer viel zu kräftig gedrückt habe und auch die Bewegungen viel zu hektisch und zu schnell ausgeführt habe. Zudem war der Akt der Selbstbefriedigung für mich viel weniger Genuss als vielmehr ein Mittel zur Stressbewältigung. Das führte auch dazu das ich mich sehr häufig selbstbefriedigt habe und oft auch unter zur Hilfenahme von Pornos. Den Pornokonsum habe ich vor ca. 2 Jahren komplett eingeschränkt. Ich habe begonnen weniger zu masturbieren und versuche es nur noch zu tun wenn ich wirklich Lust habe und nicht aus Langeweile / Stress.
Zusätzlich habe ich begonnen eure Übungen mit in die Selbstbefriedigung einzubauen (Beckenschaukel, Atmen etc.). Ich weiß ich muss geduldig sein und es ändert sich nicht alles von heute auf morgen. Trotzdem habe ich gefühlt schon kleine Erfolge erlebt. Mein Problem ist nur, das ich um zu kommen nach wie vor viel Druck auf meinen Penis ausüben muss und auch dabei verkrampfe und meine Atmung teilweise anhalte.
Ich kann zwar die Übungen super als eine Art Vorspiel einbauen aber zum finalen Kommen muss ich trotzdem immer noch auf die alten „eingeübten“ Techniken zurückgreifen. Da ihr auch geschrieben habt, man solle sich zu nichts zwingen und Neues mit Altem verbinden sah ich da bis jetzt auch kein Problem drin. Nun habe ich aber das Problem das ich bei Sex mit einem Partner und ich der aktive Part bin einfach nicht schaffe zu kommen, da mein „sexuelles System“ darauf nicht ausgelegt ist. Meine Frage ist nun, ob ich beim Solosex ganz darauf verzichten soll soviel Druck auszuüben, zu verkrampfen und die Atmung anzuhalten. Ich denke mir wenn ich lang genug warte und es oft genug probiere mit Beckenschaukel etc. muss ich ja irgendwann zwangsläufig so kommen, auch wenn es wahrscheinlich anfangs sehr anstrengend werden kann. Im Internet findet man Beschreibungen dadrüber (NoFab, death grip Syndrom etc.).
Die andere Frage die darauf anschließt ist, das ich natürlich beim Masturbieren Fantasien brauche um mich zu erregen. Als passiver Part im schwulen Sex, was mich nach wie vor am meisten erregt, ist die Beckenschaukel nicht wirklich kompatibel. Daher stelle ich mir da dann eher vor der aktive Part zu sein, was mich zwar auch erregt, aber weniger und meistens greife ich wie oben schon beschrieben zum schlussendlichen Kommen auf alte Techniken / Gedanken zurück. Ändert sich mit der Zeit und der Praxis aber dann auch nicht nur die sexuelle Funktionalität der Erektion sondern auch die Gedanken die mich erregen, das ich dann zum Beispiel auf einmal mehr von der Rolle als aktiver Sexualpartner angesprochen werde?
Vielen Dank für eure unschätzbar hilfreiche Arbeit. Ganz lieben Gruß
Unsere Antwort
Vielen Dank für dein Lob. Es freut mich, dass dir unsere Texte weiterhelfen und du schon Fortschritte gemacht hast.
Ja, es ist genau so wie du annimmst, wenn du weiterhin so übst wie bisher und ab jetzt dann zusätzlich auch versuchst nicht mehr zu wechseln auf mehr Druck und hohe Muskelspannung, dann wird sich das höchstwahrscheinlich nochmals verbessern. Es braucht halt Übung und Geduld.
Und ja, es ist auch so wie du vermutest. Die Gedanken, die dich erregen, folgen normalerweise dem, was körperlich passiert. Das heisst, wenn du deine Muskeln stark anspannst, kannst du dich ja kaum noch bewegen, also werden dann auch die Gedanken als erregend empfunden, die das widerspiegeln: kaum bewegen, es wird was mit einem gemacht, man selber macht wenig. Denn diese Gedanken passen dann zu deinem körperlichen Erleben. Wenn du hingegen selber beweglicher wirst und aktiver beim Sex (auch mit dir), dann werden mit der Zeit auch die erregenden Gedanken in diese Richtung folgen. Lass dich überraschen, was bei dir alles möglich sein wird :)
Übrigens: auch der passive Part beim Analsex kann die Beckenschaukel anwenden. Also dein Partner kann stillhalten und du bewegst dein Becken so, dass sein Penis hinein- und hinausgleitet.
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