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Frage Nr. 40798 von 08.02.2026

Liebes Team,

Ich habe eine Frage zu meinem Fetisch. Besonders stehe ich auf Urin. Dazu gehören das gemeinsame Urinieren mit meiner Partnerin in der Dusche, das gegenseitige Zuschauen auf der Toilette, etc. Was mich als erstes interessiert: Woher kommt dieser Fetisch? Ich habe einiges dazu im Internet gelesen, aber wirklich zufriedenstellend waren die Antworten nicht. Nützlich könnte die Information sein, dass ich früher als ich klein war immer Angst hatte, es nicht rechtzeitig auf Toilette zu schaffen. Lange Zeit hatte ich mich auch nicht aus dem Haus getraut deswegen. Aber inzwischen habe ich das überwunden. Auch war mein Bedürfnis der Befriedigung danach früher größer als heute.

Um auf die gegenseitigen Bedürfnisse eingehen zu können, bin ich früher damit auch offener im Gespräch umgegangen. Wenn sich was mit einer Frau angebahnt hat, habe ich die Karten auf den Tisch gelegt, um auszuloten, ob wir in der Lage sind, gegenseitig unsere sexuellen Wünsche auszuleben. Das Problem ist natürlich, dass es dadurch sicher zweidutzende Frauen gibt, die von meiner Neigung wissen. Das per se ist ja nicht schlimm, aber ich habe Angst, dass später eine Dame diese Information meinen Freunden, meiner Familie oder der Öffentlichkeit preisgibt und dies wäre mir besonders peinlich. Was wäre, wenn man mich dann öffentlich ausgrenzen würde? Oder als Perversling betrachtet? Die Akzeptanz für Urin ist ja gesellschaftlich nicht gerade verbreitet.

Einen Leidensdruck verspüre ich nicht. Ich habe ja eine Partnerin, mit der ich es ausleben kann und wie gesagt, es ist kein Muss, sondern das Sahnehäubchen zum Sex.

Aber es wäre mir schon extrem peinlich, wenn größere Kreise es erfahren. Einige der Damen früher waren sehr verständnisvoll, aber andere haben nicht nur gesagt, dass sie es nicht mögen, sondern mich als widerlich oder gestört bezeichnet. Was ist wenn die Mehrheit der Menschheit so denkt? Dann müsste ich ja erst recht Angst haben, dass irgendwer es öffentlich macht. Bin ich so abnormal oder ist es so merkwürdig?

Zu guter Letzt: ich hatte in der Vergangenheit Mal eine magersüchtige Freundin, die sich regelmäßig übergeben hat. Anfangs fand ich das furchtbar, aber im Laufe der Zeit hat es mich erregt. Nach der Trennung ist aber meine Vorliebe für Erbrochenes sofort wieder verschwunden. Hinzu kommt, auch wenn es mich erregt hat, habe ich sie nicht darin bestärkt. Das habe ich eher verheimlicht. Aber wieso hat es mich überhaupt erregt?

Bestand da eine Verbindung zu meinem anderen Fetisch?

Bitte löscht die Antwort nach drei Monaten. Danke!

Unsere Antwort

Danke für deine Frage, du bist nicht die einzige Person, die sich erregen kann an Dingen, die man landläufig nicht als erregend bezeichnet. Wir schreiben in unserem Text über sexuelle Fantasien folgendes:

"Wie entsteht so eine Fantasie? Du hast irgendetwas erlebt oder gesehen, das ganz starke, unangenehme Gefühle ausgelöst hat. Zum Beispiel Angst oder Scham oder Ekel. So intensive Gefühle gehen mit starker Muskelspannung einher. Dann machst du irgendwann Selbstbefriedigung, vielleicht Jahre später. Damals warst du vor lauter Stress oder Aufregung angespannt, und jetzt spannst du die Muskeln an, um dich sexuell zu erregen. Und weil sich das so ähnlich anfühlt, poppt die Erinnerung von damals in deinem Gehirn auf. Während der Selbstbefriedigung. Jedes Mal. Und mit jedem Mal Selbstbefriedigung wird diese Erinnerung mehr mit sexueller Erregung verbunden. Sie wird zur sexuellen Fantasie.

Es kann auch sein, dass die unangenehmen Gefühle damals direkt sexuelle Erregung ausgelöst haben. Intensive Gefühle können sexuelle Erregung auslösen. Vor allem dann, wenn sie mit hoher Muskelspannung einhergehen. Lies dazu bitte diesen Text über sexuelle Erregung. Dann ist es noch logischer, dass sich das, was du gesehen oder erlebt hast. zu einer sexuellen Fantasie weiterentwickeln kann."

Ich finde es ziemlich naheliegend, dass du rund um den Urin und das Erbrechen diese Verknüpfung mit sexuelle Erregung entwickelt hast. Überleg dir mal, mit welchen Emotionen das Problem mit dem Urinieren als Kind einherging. Das war ja ein totaler Stress. Und mit welcher Körperspannung. Gleichzeitig war da ja natürlich auch noch die Aufmerksamkeit auf den Penis. Das macht es noch naheliegender. Und überleg dir auch, was du emotional rund um das Erbrechen erlebt hast.

Die wichtige Botschaft ist: dein Erleben ist völlig normal. Es ist gut, dass du das Urinieren als eine Möglichkeit und nicht als ein Muss für deine sexuelle Erregung hast. Es ist eine Bereicherung. Ich empfehle dir, dass du es auch als das siehst. Du bist nicht die einzige Person, die sich an Urin erregen kann.

Freilich, es gibt rund um die Sexualität Menschen mit eher engstirnigen Haltungen darüber, was normal ist und was nicht normal ist. Vielleicht kannst du dem ganz selbstbewusst die Haltung gegenüberstellen: "Normal ist alles, was legal ist, wo beide dran Spass haben und wo niemand zu Schaden kommt."

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