Hallo, ich bin Fragestellerin 41130. Vielen Dank für Ihre Ausführungen :-).
Zu Ihren Rückfragen: Klar müsste eine Vagina dehnbar sein und ein Baby durchpassen. Ich hab auch damit gerechnet, dass es etwas weh tun könnte beim ersten Mal. Dieses hatte ich erst mit Ende 20. Bzw. es ging eben nicht. Dachte danach lange, es geht nicht weil ich so spät dran war oder weil ich schmerzempfindlich bin (bin ich tatsächlich). Es blutete auch leicht und tat sogar am Folgetag noch etwas weh. Das fand ich dann schon seltsam.
Im Internet stand damals überall es sollte nicht weh tun oder jedenfalls nicht so.
Sich selbst einen Finger einführen ging. Zwei oder drei fand ich schon unangenehm (wobei das ja auch blöd ist wenn man es selber machen muss). Erst Jahre später sprach ich das Thema bei der Gyn an und sie meinte, der Hymen sei bei mir schon sehr straff. Sie schlug eine OP vor. Da ich zu der Zeit viele andere körperliche Probleme hatte, hatte ich aber Angst, dass mir dieser Bereich dann nicht nur beim Sex, sondern immer wehtun wird (hab da wenig Vertrauen gehabt...). Also liess ich es. Ich war auch schon 35, also gefühlt sehr alt dafür und schämte mich.
Bei einem Gyn-Wechsel sprach ich das Thema nochmals motivierter an. Ich wollte wissen, was sie denkt. Sie lachte fast und meinte, andere Frauen seinen noch viel enger (Untersuchung). Das verwirrte mich dann komplett.
Ich probierte noch Dehnungsstifte. Sobald dieser Stift der Penisgrösse nahe kommt, tut es weh. Geht schon mit Durchatmen und Schmerzmitteln und viel Gleitgel, aber lustig ist es nicht.
Vaginismus schliesse ich aus, da die Untersuchung bei der Gyn in der Regel gut geht (wobei sie auch das kleinste Spekulum nimmt). Und da bin ich nun wirklich nicht erregt :-).
Heute weiss ich, dass ich auch Adenomyose habe und etwas Endo. Das war aber vermutlich vor über zehn Jahren ja noch nicht so. Und diese krankheitsbedingten Schmerzen sind eher im Bauch und nicht in der Scheide.
Zum älter werden: Es ist natürlich beängstigend, wenn man überall liest, dass jetzt Trockenheit, Schrumpfen, Libidoverlust kommen. Ich bin vermutlich schon in den Wechseljahren. Eine schlaue Therapie für die Bauchschmerzen hab ich auch noch nicht gefunden. Habe diese täglich.
Das Thema bin ich wirklich etwas eng und lohnt sich JETZT eine Hymenspaltung noch, treibt mich aber logischerweise noch um. Und wenn ja, wo geht man hin, denn ich glaube nicht alle Spitäler machen das regelmässig?
Ich will aber keine OP, wenn Sexualität bald sowieso nicht mehr gehen sollte. Vielleicht gibt es ein ideales Zeitfenster für solch einen Eingriff?
Unsere Antwort
Danke für deine ausführlichen Beschreibungen.
Die Wechseljahre bedeuten nicht automatisch, dass die Lust auf Sexualität abnimmt. Es gibt auch Frauen, die erst mit über 40 Jahren anfangen, eine lustvolle Sexualität zu entwickeln. Wie schon in der vorherigen Frage beschrieben, hängt dies oft mehr mit den Lebensumständen zusammen.
In den Wechseljahren verändert sich die Spannkraft der Haut etwas, und auch die Feuchtigkeit kann sich verändern. Das ist jedoch bei jeder Frau unterschiedlich. Viele Frauen haben trotz dieser Veränderungen bis ins hohe Alter Sex. Oft finden sich Wege, mit solchen Veränderungen umzugehen. Dazu gibt es ein Interview mit der Gynäkologin und Sexologin Karoline Bischoff, das du dir hier anschauen kannst. Deshalb ist es eher eine Frage an dich, ob du dir Sexualität mit vaginalem Aufnehmen eines Penis wünschst. Es kann auch sein, dass dies einfach nicht zu dir passt und du dir eine andere Form von Sexualität wünschst. Es gibt viele Möglichkeiten, körperliche Intimität miteinander zu teilen. Kurz gesagt: Sexualität kann bis ins hohe Alter gelebt werden und hat viele verschiedene Formen. Deshalb lohnt es sich jederzeit, sich um die eigene Sexualität zu kümmern – wenn du das möchtest.
Es kann sein, dass du ein Hymen hast, das das vaginale Aufnehmen eines Penis erschwert. Wie genau das bei dir aussieht, lässt sich schriftlich nicht sicher klären. Ich möchte dich ermutigen, dies nochmals bei einer gynäkologischen Untersuchung anschauen zu lassen. Am besten wendest du dich dafür an ein Krankenhaus oder eine gynäkologische Praxis in deiner Nähe, wo erfahrene Frauenärztinnen oder Frauenärzte arbeiten. Dort kannst du genau beschreiben, wann du Schmerzen spürst. Gerade wegen der Adenomyose und Endometriose ist es wichtig, dass du gut medizinisch begleitet wirst – besonders wenn du täglich Schmerzen hast. Endometriose kann auch Entzündungen in der Vagina verursachen, wie in diesem Text beschrieben wird.
Du schreibst, dass du es unangenehm findest, dir selbst Finger in die Vagina einzuführen. Diese Beobachtung könntest du dir vielleicht einmal genauer anschauen. Manchmal kann es hilfreich sein, die eigene Vagina mit den Fingern zu erkunden, um sich beim vaginalen Aufnehmen wohler zu fühlen. Lies dazu den Text zum Thema Üben. Dabei kannst du auch neugierig ertasten, was du in deiner Vagina spüren kannst. Lies dazu auch den Text über das Erkunden des weiblichen Geschlechts.
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