Frage Nr. 38638 von 20.08.2024
Hallo Lilli,
ich habe starke Lymphprobleme und soll viel Schwimmen gehen. Leider mag es meine Vagina gar nicht, ich bekomme immer nach dem Schwimmbad Infektionsausfluss und Brennen. Das geht mit Actigel dann zwar wieder weg, ist aber zu belastend, mehrmals die Woche schwimmen zu gehen. Jetzt gehe ich einmal die Woche und pflege danach die Vagina wieder gesund...
Ich habe so etwas entdeckt: [...] Badetampons.
Sind die nur während der Mens geeignet, oder kann man die auch zum Schutz außerhalb der Mens nehmen? Ich verstehe die Homepage nicht richtig...
Und was haltet ihr von so einem Produkt, könnte das die Lösung für meine Probleme sein?
Es gibt auch sole Aquastop Tampons: [...]
Vielen Dank!
Unsere Antwort
Tampons mit einer Vaselinschicht am untersten Ende können einen guten Schutz gegen eindringendes Wasser in die Vagina bilden. Diese kannst du jederzeit, also auch ausserhalb der Menstruation anwenden. Ich denke, solche Tampons sind bei deiner Situation auf jeden Fall einen Versuch wert.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38636 von 20.08.2024
Die zweite Zyklusphase kann ja maximal 18 Tage dauern. Was bedeutet es, wenn dieses Zeitfenster so gut wie immer ausgereizt wird? Also bei mir dauert sie fast immer 18, manchmal 17 Tage.
Unsere Antwort
Woher hast du das, dass die zweite Zyklusphase maximal 18 Tage dauern sollte?
Die zweite Zyklushälfte ist die Phase zwischen dem Eisprung und dem ersten Tag der nächsten Menstruation. Durchschnittlich dauert sie zirka 14 Tage.
In der Regel ist es eher problematisch, wenn die zweite Zyklusphase zu kurz dauert, was auf eine Gelbkörperschwäche oder auf einen Oestrogenmangel hinweisen kann. Dass die zweite Zyklusphase zu lang wäre, ist eigentlich eher kein medizinisches Problem. Beziehungsweise ist es bei längeren Zyklen eher so, dass der Eisprung erst später auftritt. Denn in der Regel dauert die zweite Zyklushälfte 2 Wochen, es ist normalerweise die erste Zyklushälfte, die länger wird bei einem längeren Menstruationszyklus. Bei einem 5wöchigen Zyklus, also 35 Tagen Zyklusdauer, findet der Eisprung in der Regel nicht schon am 14. Zyklustag statt, sondern eher eine Woche später, also zum Beispiel am 21. Zyklustag statt.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38629 von 20.08.2024
Ist es schlimm Haare am Kinn zu bekommen? Hatte da schon 2018, so ein oder zwei dunklere Haare. Das mit 2018 weiß ich weil ich auf alte Fotos gezoomt habe. Und aktuell sind es halt mehr so kleiner Damenbart, aber mehr nur am Kinn. Ich habe auch so eine Linie vom Bauchnabel zum Intimbereich, wurde über die Jahre einfach mehr, vorher waren es da zwei Haare. Ich hatte auch immer schon Haare die aus der Bikinizone den Oberschenkel runter gewachsen sind, meine Mutter meinte früher ich soll das rasieren, weil das nicht schön aussieht. (Meine Mutter hat auch gemeint ich soll mir die dünnen Haare an den Armen nicht rasieren, weil sonst dicke nachwachsen. Ich habe es oft probiert und war sogar etwas enttäuscht das es nicht geschah.) Ich hab irgendwann aufgehört. Irgendwie mag ich die Körperbehaarung sogar und rasieren hat bei mir eh nur zu kleinen Verletzungen und Blutungen geführt. Ich habe mich im Intimbereich eh erst mit 16 Jahren rasieren getraut, obwohl die Haare sich teilweise mit den Binden verklebt haben. Aktuell fühle ich mich ohne Rasur wohl. Nur beim Kinn bin ich mir unsicher, eigentlich mag ich die Haare, aber gesellschaftlich ist es nicht so angesehen. Was stimmt nicht mit mir? Warum mag ich meine Körperbehaarung? Bin ich krank weil ich sie nicht weg haben will und bin ich krank, weil ich Haare am Bauch und Kinn habe. (w27)
Unsere Antwort
Für mich klingt das alles völlig normal. Manche Frauen haben einfach mehr Körperbehaarung als andere. Das ist einfach von Mensch zu Mensch verschieden. Und es ist auch normal, dass sich das im Laufe des Lebens oder des Menstruationszyklus verändert, denn der Hormonhaushalt verändert sich und beeinflusst das.
Dass du deine Haare magst, ist doch wunderbar. Haare sind nichts Schlimmes, sondern einfach ein Teil des menschlichen Körpers. Zum Beispiel haben die Haare im Intimbereich einen guten Grund dafür, dass sie dort wachsen: Sie dienen einerseits dem Schutz der Vulva, und andererseits sind sie eine Art Reservoir für deinen ganz persönlichen Vulvaduft – und der wirkt auf viele Sexualpartner*innen sehr erregend.
Dass unsere Gesellschaft so versessen darauf ist, dass Frauen nirgendwo Haare haben sollen, ist eigentlich ziemlich schräg. Wenn du dich so magst, wie du bist, klingt das als hättest du einfach ein gesundes und positives Körpergefühl. Du musst dich also nicht rasieren, wenn du das nicht möchtest. Das ist komplett deine Entscheidung und es gibt viele Frauen, die das nicht tun und sich damit wohlfühlen.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38628 von 19.08.2024
Was ist dran daran, dass das Geschlecht des Babys Zufall ist?
Funfact: in der Linie des Schwiegervaters gibt es nur(!) Söhne.
Unsere Antwort
Diese Frage wird in der Wissenschaft viel diskutiert. Vieles spricht dafür, dass das Geschlecht eines Babys vom Zufall bestimmt wird.
Zum Beispiel hat ein schwedisches Forschungsteam im Jahr 2020 die bisher grösste Studie zur Geschlechterverteilung in Familien veröffentlicht. Das Team hatte sich im Rahmen der Studie die Datenbanken der gesamten schwedischen Bevölkerung seit 1932 angeschaut, um zu prüfen ob die Nachkommen der untersuchten Personen ein ähnliches Geschlechterverhältnis aufweisen wie die Nachkommen ihrer Geschwister. Die Daten von mehr als 3,54 Millionen Menschen und deren rund 4,75 Millionen Kindern ergaben, dass die genetische Veranlagung in Familien keinen Einfluss darauf hat, ob Eltern eher Jungen oder eher Mädchen bekommen.
Allerdings bezieht sich diese Studie nur auf das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht und nicht auf die Geschlechtsidentität der untersuchten Personen. Auch wurde in dieser Studie nicht erhoben, ob es unter den untersuchten Personen intergeschlechtliche Menschen gab.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38614 von 18.08.2024
Wie geht Abtreibung mit Zwillingen?
Unsere Antwort
Du beziehst dich auf einen Schwangerschaftsabbruch im ersten Drittel der Schwangerschaft?
Allgemein unterscheidet man zwischen zwei Verfahren beim Schwangerschaftsabbruch: medikamentös oder operativ. Bei beiden Eingriffen wird das Schwangerschaftsgewebe vollständig entfernt. Es spielt dafür keine Rolle, ob es Zwillinge sind oder nicht.
Der medikamentöse Abbruch findet früh in der Schwangerschaft statt, er wird in der Regel bis zur 9. SSW angeboten. Das Schwangerschaftsgewebe wird aufgrund der eingenommenen Medikamente vom Körper ausgestossen.
Der operative Abbruch kann auch später in der Schwangerschaft erfolgen. In der Regel ist dieser Eingriff bis zur 12. SSW zugelassen. Das Schwangerschaftsgewebe wird in einer ambulanten Operation durch den geweiteten Gebärmutterhals abgesaugt.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38600 von 15.08.2024
Ich befriedige mich mindestens drei Mal pro Woche beim Duschen mit dem Duschstrahl.Für mich mega Befriedigend und Druckabbau.Kann dies meinem Scheidenklima schaden?Frage nicht wegen späterer Schwangerschaft (Kein Kinderwunsch) Danke .
Unsere Antwort
Wohin richtest du den Duschstrahl? Auf die Vulva (das äussere Geschlecht) oder in die Vagina (das innere Geschlecht)?
Die Vagina (Scheide), also das innere Geschlecht, reinigt sich mit ihren Milchsäurebakterien selbst, und Scheidenspülungen stören nur den Säurehaushalt. Das gilt auch für Spülungen nur mit Wasser, denn das ist weniger sauer als das Milieu in der Vagina. Die Vagina sollte aber sauer sein. Das saure Milieu schützt dich vor Infektionen wie zum Beispiel Gardnerella vaginalis oder Candida. Mit einem späteren Kinderwunsch hat das nichts zu tun.
Beobachte am besten mal, ob du zu vermehrten Infektionen neigst. Falls ja, könntest du dein Repertoire in der Selbstbefriedigung erweitern, um dein Vaginamilieu zu schonen.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38588 von 13.08.2024
Hallo lilly,
ich (21, w) habe nun schon zum dritten Mal ein Problem im Intimbereich. Um den Vaginaeingang herum und im Bereich des Polochs juckt es und ist vielleicht ein bisschen gerötet. Das erste Mak trat das nach meinem erstem Sex vor einigen Monaten auf, woraufhin ich das mit Kadefungin behandelte. Im letzten Zyklus trat dieses Jucken und Gereiztsein zum Ende meiner Periode hin auf. Ich bemerkte es nach einigen Tagen (Es fängt immer eher im Anusbereich an zu jucken und nach einem Tag juckt es dann auch im Vaginalbereich und ist ein bisschen unangenehm, aber hauptsächlich bei Berührung, also nicht, wenn ich tagsüber irgendwo langgehe, sondern nur nachdem ich es abtaste oder nach dem Klogang beim Abwischen. Ich achte aber eigentlich immer darauf, nicht von hinten nach vorne abzuwischen). Ich habe es dann mit dem Rest der Kadefungincreme behandelt, wobei ich die dann auch in die Vagina geschmiert habe. Trotz Behandlung ging das erst nach acht Tagen weg. Damals habe ich mir erklärt, dass es gut ein Pilz sein kann, weil sich während der Periode ja auch der pH-Wert verändert. Aber nun ist etwa einen Monat später vorgestern wieder dieses Jucken und die leichte Rötung aufgetreten.
Diesmal gibt es keinen Grund (Sex hatte ich auch rund eine Woche vor den Symptomen und meine Periode habe ich auch nicht).
Ich verstehe nicht, warum ich das so häufig habe und frage mich, ob das wirklich ein Pilz ist oder meinst du, das deutet auf etwas anderes hin? Ich bin unentschlossen, ob ich wieder eine Pilzcreme anwenden soll, weil ich auch Angst habe, dass es das nicht ist und die Pilzkeime dann resistent werden.
Was kann oder sollte ich tun?
Unsere Antwort
Wenn es das nächste Mal juckt, empfehle ich dir, das bei deiner Frauenärztin abklären zu lassen, ob es wirklich ein Pilz ist oder nicht. Für micht tönt es eher nicht danach, vor allem, weil es auch mit der Pilzcreme 8 Tage ging, bis es weg war. Das ist untypisch.
Möglich wäre, dass es keine Infektion ist. Also dass kein Keim wie ein Pilz dahintersteckt, sondern eine Entzündung und Irritation der Haut. Das kann im Rahmen von allergischer Veranlagung ein Thema sein, oder wenn die Haut sehr trocken ist und dann von Belastung wie Sex "überfordert" wird.
Ich empfehle dir, vorerst Mal unsere Tipps zur Intimpflege anzuschauen. Wasche dein Geschlecht möglichst nicht mit Seife, das trocknet die Haut nämlich aus und nimmt ihr ihren Schutzfilm, sondern benutze am besten nur Wasser. Stelle sicher, dass du die Haut an der Vulva und am Scheideneingang möglichst täglich rückfettest, zum Beispiel mit einem hochwertigen Öl wie Mandelöl, Granatapfelöl, Lavendelöl oder ähnlichem. Auch Kokosöl ist möglich. Das nährt die Haut und macht sie widerstandsfähiger und robuster, so dass sie auch Mehrbelastungen aushält wie beim Sex.
Es gibt auch Frauen, die auf glutenhaltige Nahrungsmittel mit wiederholtem Juckreiz an der Vulva reagieren. Du kannst das bei dir testen, indem du für 3 Wochen alle glutenhaltigen Nahrungsmittel wie Brot, Pasta, Pizza und so weiter weglässt und schaust, ob es besser wird oder nicht.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38586 von 13.08.2024
Hallo liebes Lilli Team,
Ich leide seit mehreren Jahren an wiederkehrenden pilzinfektionen. Ich habe Angst dass es lichen sclerosus sein kann. Dies wurde seit Jahren von mehreren Ärzten durch blickdiagnosen ausgeschlossen. Muss ich eine Biopsie machen um eine lichen entgültig auszuschließen oder reicht eine Blickdiagnose.
Auch die wiederkehrenden pilzinfektionen machen mir Angst davor ernsthaft krank zu sein, da ich niemanden kenne dem es so geht. Kann chronischer Stress dahinter stecken? Ich habe mit den Infektionen seit einer gewalttätigen Beziehung zu kämpfen…
Unsere Antwort
Nein, eine Biopsie würde ich nicht machen, um einen Lichen auszuschliessen, wenn deine Ärztin durch die Blickdiagnose keinen Verdacht dafür hegte. Einen Lichen kann man von Auge relativ gut erkennen und es braucht nur in Ausnahmefällen eine Biopsie. Pilzinfektionen haben keinen direkten Zusammenhang mit Lichen, sie erhöhen auch dessen Risiko nicht.
Wiederholte Pilzinfektionen sind äusserst unangenehm und verursachen einen hohen Leidensdruck. Sie sind aber nicht gefährlich. Das heisst, sie verursachen keine ernsthafte, schwere Krankheit. Wenn lokale Behandlungen mit Cremes und Zäpfchen nicht genügend helfen, kann eine Behandlung mit Tabletten gegen Pilzinfektionen, zum Beispiel mit Fluconazol, versucht werden.
Wenn bei dir die Probleme nach einer gewalttätigen Beziehung begonnen haben, empfehle ich dir, dies mit einer Psycho- oder Sexual-Therapeutin anzuschauen und aufzuarbeiten.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38584 von 13.08.2024
Hallo!
Ich (w, 22) habe an den ersten 2 Tagen (ca.) meiner Periode relativ starke Unterleibsschmerzen, unter denen ich oft recht leide. Im Internet findet man viele Artikel dazu, welche Lebensmittel diese angeblich verschlimmern und welche man deswegen rund um die Periode nicht essen sollte. Auf eurer Seite habe ich auf die Schnelle nichts zu dem Aspekt mit den Lebensmitteln gefunden.
Ist da etwas dran? Und wenn ja, welche Lebensmittel sollte man wirklich vermeiden, weil sie die Schmerzen verstärken? (Zucker, Koffein, Milchprodukte,...)
Und gibt es welche, die die Schmerzen tatsächlich mildern?
Also sollte man bei der Ernährung etwas beachten, wenn man die Periode hat/sie im Kommen ist, wenn man die Schmerzen so gering wie möglich halten möchte?
Dankeschön im Voraus!
Liebe Grüße
Unsere Antwort
Ja, es ist definitiv etwas dran, dass deine Ernährung einen grossen Einfluss haben kann darauf, ob du unter Mens-Schmerzen leidest oder nicht.
Grundsätzlich solltest du Nahrungsmittel zu dir nehmen, die nicht entzündlich auf dein System wirken. Als einfache Regel gilt: je weniger verarbeitet ein Lebensmittel ist, also je frischer und unverarbeiteter, desto besser und weniger entzündlich für deinen Körper. Ideal wären 75 bis 80% Frischkost, also frisches Gemüse und Früchte, möglichst in ihrer ganzen Form (also zum Beispiel nicht Apfelsaft, sondern der frische ganze Apfel). Ideal sind auch Gemüse und Früchte von der ganzen Farbpalette, also zum Beispiel grünes Blattgemüse, rote Früchte, blaue Beeren), weil sie antioxidativ wirken. Ideal zur Hormonregulation und somit auch gegen Mensschmerzen sind alle Kreuzblütlergemüse, wie Broccoli, Blumenkohl, Rosenkohl. Ebenso Pilze, Beeren und Grüntee. Förderlich sind auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Nüsse und Samen, insbesondere Leinsamen.
Vermeide hoch verarbeitete Lebensmittel wie Zucker und Weissmehlprodukte wie Brot, Pasta und Pizza, da sie entzündlich wirken und dein Hormonsystem durcheinanderbringen. Vermeide Koffein und Alkohol. Kaufe Lebensmittel, die nicht mit Pestiziden oder Herbiziden behandelt wurden, also in Bioqualität, weil Pestizide hormonähnliche Wirkungen haben, die das Hormonsystem durcheinanderbringen können und zudem toxisch wirken.
Folgende Supplemente können ebenfalls helfen gegen Mensschmerzen: Omega3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl, Magnesium und ein Vitamin B-Komplex.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38572 von 12.08.2024
Hallo Lilli,
ich weiß nicht, ob ihr mir die Frage beantworten könnt. Leider konnten weder meine Frauenärztin, noch mein Phlebologe oder meine Physiotherapeutin mir eine Erklärung geben.
Ich hatte eine Pudendus-Neuralgie, die durch einen verspannten Beckenboden hervorgerufen wurde. Mit viel Physio über Jahre wurde ich geheilt. Dann bekam ich ein Lipödem. Erst war ein dreiviertel Jahr alles gut, und jetzt bekam ich einen Rückfall von dem Beckenschmerz.
Die Beckenphysio, die auch von innen arbeitet, sagte es sei Wasser. Also Wasser, das durch die Strümpfe von meinen Beinen in mein Becken gedrückt wurde. Daraufhin bekam ich solche Panik und Ohnmacht, dass sich der leichte Rückfall durch die resultierende Verkrampfung in einen schweren Rückfall verwandelte.
In meinem Kopf hieß es nicht mehr: Du hast einen Rückfall, die bist schon einmal rausgekommen, jetzt machst du das einfach wieder so. Es hieß jetzt: Da ist Wasser im Becken, das bekomme ich mit den Behandlungen von früher nicht weg. Jetzt bin ich ohnmächtig und hilflos dem Schmerz augeliefert, denn offenbar geht das Wasser trotz der Lymphdrainagen nicht raus bzw. konnte sich ansammeln.
In meinem Kopf ist da eine Katastrophenvorstellung, dass der Nerv wie ein Gartenschlauch im Becken liegt. Und dieser Gartenschlauch wird durch das Wasser quasi plattgedrückt und es kommt zum Nervenschaden oder zur Nervenreizung. Nicht einmal eine Freilegungs-OP kann da noch helfen, denn Wasser lässt sich ja nicht wegoperieren, um dem Nerv mehr Platz zu geben....
Ich frage mich jedoch: Ist meine Laienhafte Wasser-Katastrophenvorstellung überhaupt richtig? Kann Wasser den Pudendus-Nerv so quetschen und ihm die Blutversorgung abschneiden?
Meine Ärztin und Physio sagten, das Wasser sei bei mir im Bindegewebe um die Organe, also kein Aszites. Der Obdurator internus hat ja eine Faszie, durch die der Nerv läuft. Die ist ja aus Bindegewebe und quillt folglich auf und quetscht den Nerv? Und die Organe nehmen viel mehr Platz weg, weil sie ja jetzt in einer Wasserbeule liegen? Oder ist das alles zu Laienhaft?
Ich würde mir wünschen zu verstehen, was los ist. Damit ich dieser Katastrophenvorstellung Fakten entgegensetzen kann, so wie das damals aus funktioniert hat. Kann Wasser tatsächlich die Beckennerven so drücken oder ist das gar nicht am Nervenverlauf? Solche Fragen.
Das einzige was ich im Internet fand war von einer amerikansichen Physiotherapeutin, die schrieb, dass schon 200ml Wasser im Becken "wreak havoc on organs on nerves" wäre.
Vllt habt ihr für mich einen Tipp oder eine Ressource oder eine Erklärung. Vielen Dank!
Unsere Antwort
Du wirst es auch dieses Mal schaffen, dass deine Beschwerden sich wieder bessern. Das Wichtigste ist im Moment, deinen Ängsten und Katastrophen-Vorstellungen zu begegnen.
Das kannst du einerseits, indem du, wie du das jetzt machst, möglichst viele Fakten und Wissen über deine Problematik aneignest. Das ist ein wichtiger Punkt. Und zusätzlich solltest du dir auch die emotionale Ebene anschauen, die das Problem bei dir ausgelöst hat.
Die emotionale Ebene kann Fakten nicht so wirklich verstehen, sondern sie braucht andere Unterstützung. Meist helfen hier Techniken, die das autonome Nervensystem einbeziehen. Dazu gleich mehr. Zuerst aber zum Wissen: die Vorstellung, dass dein Nerv in einem Becken voller Wasser liegt und dieser durch dieses wie ein Gartenschlauch zusammengedrückt wird, ist tatsächlich nicht korrekt. Ich denke, deine Physiotherapeutin sprach davon, dass sie meint, dass es in deinem Bindegewebe rund um den Nerv etwas mehr Wassereinlagerung hat. Das muss man sich nicht als ein Becken voll Wasser vorstellen, sondern das ist mehr wie eine leichte Schwellung des Gewebes, das sind nur minime Wassermengen, also eher im Milli-Liter-Bereich, also winzige Mengen. Solche minimalen Wassereinlagerungen können auch leicht durch deinen Körper wieder resorbiert werden ins Blutsystem und sich somit auflösen. Es gibt also sicher Heilungsmöglichkeiten, so dass dein Problem sich wie beim ersten Mal wieder ausheilen wird.
Zur emotionalen Seite: du schreibst davon, dass du dich ohnmächtig fühlst, dass du Katastrophenvorstellungen hast und viel Angst empfindest, dass du gar nicht mehr beschwerdefrei werden kannst. Ich denke, das ist im Moment der wichtigste Bereich, um hinzuschauen und Techniken zu finden, die dich unterstützen können. Unser autonomes Nervensystem hat zwei Bereiche: das "Gefahren"-system und das Beruhigungs- und Reparatursystem. Sie heissen auch Sympathikus und Parasympathikus.
Der Sympathikus warnt uns vor Gefahren und lässt uns auf sie reagieren, mit "Fight and Flight", also damit wir uns in Sicherheit bringen können entweder mit Kämpfen oder Flüchten. Dieses System macht Sinn, wenn wir eine äussere Gefahr wahrnehmen. Zum Beispiel ein Auto, das auf uns zufährt oder jemand, der uns angreifen will. Wir empfinden Angst oder wittern Gefahr, unser Sympathikussystem schüttet Stresshormone aus und das befähigt uns, zu flüchten oder uns zu wehren, je nach Situation.
Das Parasympathikus System ist hingegen unser Regenerationssystem, das für Erholung und interne Arbeiten wie Verdauen, Zellen reparieren und so weiter da ist. Deine Katastrophenvorstellung vom Wasser in deinem Becken hat nun dein Sympathikus-Stress-System stark aktiviert. Du erstarrst vor Angst und fühlst dich hilflos. Denn es gibt neben Fight und Flight auch das Freeze, also das Erstarren vor Angst. Und in dieser Situation ist dein Stress-System maximal aktiviert. Für deine Heilung wäre es wichtig, dir bewusst zu werden, was bei dir in deinem autonomen Nervensystem abläuft.
Und es ist wichtig für dich zu wissen, dass du bewusst wechseln kannst vom Stress-System ins Regenerationssystem. Du kannst dich in einen regenerativen Zustand versetzen, in welchem du dich beruhigen kannst und dein System dein Heilungs- und Reparatursystem aktiviert. Es gibt viele Übungen, die du dafür machen kannst. Zum Beispiel Atemübungen oder sogenannte Vagus-Übungen.
Die einfachste Übung ist, länger ausatmen als einatmen. Also zum Beispiel auf 4 Zählen beim Einatmen, 1-2-3-4, dann auf 1-2-3-4-5-6 ausatmen. Am besten legst du dich dafür kurz hin oder sitzt auf einen Stuhl, spürst die Unterlage, auf der du sitzt oder liegst. Und dann machst du während ca. 5 Minuten diese Atemübung mit länger ausatmen als einatmen. Mach die Übung mehrmals pro Tag. Sowohl wenn es dir eigentlich gut geht, als auch dann, wenn du die Ängste und Katastrophenstimmungen bekommst. Indem du deine Aufmerksamkeit auf das Atmen bringst, kann dein System sich beruhigen. Sobald du merkst, dass deine Gedanken wieder zu den schlimmen Vorstellungen geht, sagt dir bewusst STOP und bring deine Aufmerksamkeit wieder voll aufs Atmen. Das wird nicht sofort gelingen, sondern du musst es üben. Mehrmals täglich, jeden Tag und immer wieder aufs Neue. Und mit der Zeit wirst du merken, wie es immer einfacher geht und du damit eine Technik gefunden hast, die dich beruhigen kann.
Es gibt auch viele gute Youtube-Videos und Selbsthilfebücher, wie du deinen Vagus-Nerv - den wichtigsten Nerv des Beruhigungssystems - trainieren kannst. Nimm dich ernst in deiner Not und merke, dass du nicht hilflos bist, sondern sehr wohl etwas tun kannst gegen deine Angst. Lass dich im Zweifelsfall von einer Therapeutin begleiten. Du schaffst das.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38565 von 07.07.2024
Ist Selbstbefriedigung oder Sex kontraproduktiv bei einer Bartholinzyste? Ich habe keine Schmerzen. Kann ich dennoch etwas für die Abschwellung tun?
Unsere Antwort
Bartholin-Zysten gehen häufig nicht mit Schmerzen einher. Falls sich die Zyste jedoch entzündet, können Schmerzen auftreten.
Warst du bereits bei deiner Frauenärztin? Sie ist die richtige Ansprechperson für die Behandlung deiner Zyste. Normalerweise werden Sitzbäder empfohlen. Frag aber am besten nochmal bei deiner Ärztin nach.
Es ist nicht erforderlich auf Geschlechtsverkehr oder Selbstbefriedigung zu verzichten. Wenn du sicher gehen möchtest, dass sich die Zyste nicht entzündet, könntest du vorsorglich Kondome verwenden über Sextoys oder Penis.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38556 von 07.07.2024
Hallo
Kann man als Frau mit 25 schon Hämorrhoiden haben? (Keine Geburt oder Ähnliches gehabt)
Beim Stuhlpressen kam so etwas wie Schleimhaut runter. Es tut nicht weh, aber ich habe ein Nässen und ab und zu sehr gereizte Haut in dem Bereich.
Irgendwie bin ich schockiert: Bin ich nicht zu jung dafür? Was tue ich jetzt? Ich möchte nicht von einem Arzt dort untersucht werden, das ist zu schwierig für mich.
Wird das schlimmer, wenn ich nichts tue? Oder kann ich selbst etwas tun? Ich bin etwas hilflos.
Unsere Antwort
In deinem Alter wären Hämorrhoiden durchaus möglich, aber ich kann aus der Ferne nicht beurteilen, was das bei dir ist. Ich bitte dich daher, dass du das ärztlich untersuchen lässt. Wenn du dich nicht von einem Mann untersuchen lassen möchtest, könntest du auch zu einer Frau gehen.
Grundsätzlich bitte ich dich, deine Haltung zu überdenken: Was ist wichtiger – Vermeiden von Schamgefühlen oder deine Gesundheit? Für Ärtz*innen ist das Untersuchen des ganzen Körpers Alltag, und sie teilen deine Schamgefühle nicht. Du überwindest sie am besten, in dem du dir ermöglichst, zu erleben, dass du so eine Untersuchung gut überlebst.
Übrigens: Wie hast du es mit der gynäkologischen Untersuchung? Dort ist der After ja auch im Blickfeld. Überleg dir mal, warum es dich dort nicht stört.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38543 von 05.07.2024
Ich bin 23 Jahre alt und habe noch keinen Freund.Ich habe bemert dass meine Vulva jeden Tag trocken ist.Ist das normal? Sollte die Vulva nicht immer feicht sein? Ich mache mir Sorgen.Ich mochte keine Crems verwenden,sondern ich mochte dass es von sich aus feucht ist.Was kann ich machen?
Unsere Antwort
Nein, die Vulva sollte nicht immer feucht sein.
Für mich klingt es normal, dass die Vulva im Alltag trocken ist. Aber vielleicht verstehe ich noch nicht ganz, was du damit meinst. Kannst du es genauer beschreiben?
Ich denke, diese Texte könnten dir helfen, zu verstehen, was normal ist:
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38537 von 03.07.2024
Hallo! Ich (weiblich,28)wasche jedes Mal nach dem Stuhlgang meinen Anaberreich nur mit Wasser.Meistens einmal am Tag,manchmal aber auch zweimal.Ist das übertrieben? Und ist es schädlich? Danke!
Unsere Antwort
Du machst alles richtig. Es ist weder übertrieben noch schädlich, wenn du deinen Analbereich regelmässig mit Wasser wäschst. In diesem Text erfährst du mehr über die Pflege deines Analbereichs.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38509 von 27.06.2024
Hi. Ich bin 18 Jahre alt und hatte vor zwei Monaten mein erstes mal. Seit dem habe ich das Gefühl, dass ich eine unnormal enge Vagina habe. (Der Typ mit dem ich Sex hatte, hat mir das auch bestätigt). Früher konnte ich teils nicht mal einen Tampon einführen und heute habe ich das Problem mit Menstruation-Cups. Ich würde die sehr gerne benutzen, bekomme sie jedoch nur im erregten Zustand in meine Vagina, in normalem komme ich da kaum mit zwei Fingern rein. Ich bin immer davon ausgegangen, dass das normal sei, mittlerweile habe ich die Bestätigung von zwei Typen, dass dem nicht so ist.
Jedoch wichtig zu erwähnen ist glaub ich noch, dass ich eigentlich keine Schmerzen beim einführen jeglicher Dinge habe, sei es Menstruationswerkzeug oder sonstiges. Überall wo ich mich darüber informiert habe, hiess es Vaginismus, jedoch glaube ich nicht, dass ich das habe. Vaginismus gehe anscheindened immer mit Schmerzen einher, was bei mir nicht der Fall ist. Nirgends finde ich etwas, worauf es wirklich zutrifft. In welchem Grade ist es noch normal? Ich wäre froh über eine Antwort!
Liebe Grüsse
Unsere Antwort
Als erstes ist ganz wichtig: Deine Vagina ist normal. Wen dir zwei Männer von ihrer Erfahrung berichten, heisst das gar nichts. Lass dich dadurch bitte nicht beirren.
Du hast recht: Das ist kein Vaginismus. Ich gehe davon aus, dass deine Beckenbodenmuskulatur einfach grundsätzlich eine eher hohe Spannung hat. Das hat sie bei vielen Frauen. In sofern ist das auch normal. Die Spannung macht, dass die ersten drei Zentimenter der Vagina "eng" erscheinen. Aber du merkst ja selbst: In der sexuellen Erregung weitet sie sich aus.
Oft ist es nicht einfach, überhaupt zu merken, ob der Beckenboden angespannt ist. Für dich wäre es sicherlich hilfreich, wenn du deine Beckenbodenmuskeln besser wahrnehmen lernst, und wenn du lernst, sie besser anzusteuern und mit ihnen zu spielen. Dafür empfehle ich dir unsere Tipps zum Thema Beckenboden. Gern kannst du uns dann von deinen Erfahrungen berichten, falls du weitere Beratung möchtest. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
Was das Einführen von Menstruationstassen angeht, so kann das eine Knacknuss sein. Vielleicht interessiert dich dazu dieser Text.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38508 von 27.06.2024
Hallo
Kann ich (w,26)die Abstände vom Zyklus (die Anzahl Tage von einer Periode zur nächsten Periode, z.b. 25d) beeinflussen? Bald stehen Ferien an, und die nächste Periode beginnt voraussichtlich genau zu beginn meiner Ferien. Wenn ich jetzt z.b. mehr Sport mache, kann es sein, dass die Periode dann zwei drei Tage früher kommt?
Inwiefern hat Sport Einfluss auf den Zylusabstand? Oder gibt es sonst eine Möglichkeit, wie ich beeinflussen könnte, dass die nächste Periode früher kommt?
Die Pille nehme ich nicht und möchte sie auch nicht nehmen. Hätte die Pille überhaupt einen Einfluss auf den Abstand der Periode?
Danke für die Antwort
Unsere Antwort
Mir sind keine zuverlässigen Methoden bekannt, um den Zeitpunkt der nächsten Blutung zu verändern.
Inwiefern beeinträchtigt dich deine Periode? Also wieso ist es dir wichtig, dass du sie nicht zum Beginn der Ferien hast? Vielleicht könntest du dir die Zeit, während du deine Blutung hast, angenehmer gestalten?
Ja, die Pille hätte einen Einfluss auf den Abstand zwischen den Blutungen und es ist in Ausnahmefällen auch möglich, die Pille ohne Pause zu nehmen und somit die Blutung zu verschieben.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38492 von 25.06.2024
Meine Scheide riecht nach der Periode so 2-3 Tage ein bisschen komisch,doch danach riecht es wieder normal.Ist das normal oder?
Unsere Antwort
Im Verlauf des Menstruationszyklus ändert der Ausfluss seine Zusammensetzung und damit auch seinen Geruch. Wenn es nicht fischig riecht und du keinen Juckreiz oder Brennen hast, brauchst du nichts weiter tun. Falls doch, geh bitte zu deiner Frauenärztin.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38469 von 21.06.2024
Liebes Team von Lilli! Ich bin weiblich und Mama von 2 Kindern, beide vaginal geboren. Ich habe seit der 2. Geburt leichte Senkungen ersten Grades. Symptomatisch ist nur die zystocele. Begleitend habe ich eine leichte Stressharninkontinenz und eine leichte vaginale relaxation. Nachdem konservativ alles ausgeschöpft war (bin selbst Physiotherapeutin) und meine Muskelkraft top war, entschloss ich mich was für das Bindegewebe zu tun und den co2 Laser auszuprobieren. Das hat mir auch subjektiv sehr geholfen.
Jetzt überlege ich ob ich eine Auffrischung machen soll. Bin erst 30 Jahre jung. Nehme auch aktuell die zafrilla, weshalb sich meine Schleimhaut vielleicht drüber freuen würde. Vom Beckenboden geht es mir meistens gut mittlerweile. Natürlich nicht wie vorher aber so dass ich doch die meiste Zeit zufrieden bin.
Das Internet liefert meistens auf den Seiten von anbieter*innen verschiedene Empfehlungen zu der Frage ob Auffrischung oder nicht. Können Sie mir anhand Ihrer Expertise einen unabhängigen Rat geben? Die 400€ zahle ich nicht gerade aus der Portokasse. Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße!
Unsere Antwort
Wir haben selbst zu wenig Expertise zu dieser Fragestellung.
Ich empfehle dir, dich an einem medizinischen Zentrum, möglichst eine grössere urogynäkologische Klinik mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet, beraten zu lassen, zum Beispiel an einem Universitätsspital.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Lasertherapie bei milden Harnblasen-Belastungsinkontinenz eine gute und sichere Therapieoption ist, deren Wirksamkeit aber nach 12 bis 24 Monaten nachlässt, so dass eine neue Behandlung notwendig wird. Es gibt meines Wissens nach noch zu wenig Langzeiterfahrung mit wiederholten Anwendungen, weshalb da noch einiges unklar ist, wie die Langzeitergebnisse sind und ob es da allfällige Sicherheitsbedenken gibt.
Deshalb würde ich mich von einem in diesem Bereich spezialisierten Arzt oder Ärztin beraten lassen, und zwar eher in einem grösseren Zentrum. Bei kleinen Praxen, welche diese teuren Laser-Geräte angeschafft haben, besteht manchmal ein gewisser wirtschaftlicher Druck, diese auch genügend häufig anzuwenden, um die Kosten zu amortisieren. Deshalb ist es manchmal fraglich, wie neutral die Beratung bezüglich einer erneuten Behandlung wirklich ist. Deshalb würde ich mich eher in einem grösseren urogynäkologischen Zentrum beraten lassen.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38458 von 19.06.2024
Ich habe Angst das ich in der Menstruation zu viel Blut verliere
Was kann ich da machen?
Oder wie kann ich sicher sein das ich nicht zu viel Blut verliere?
Unsere Antwort
Du kannst dein Blut testen lassen. Wenn du genügend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) und eine genügend hohe Eisen-Reserve (Ferritin) im Blut hast, verlierst du nicht zu viel Blut. Du kannst das bei deiner Frauenärztin oder deinem Hausarzt testen.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema
Frage Nr. 38375 von 06.06.2024
Liebes beratungsteam! Ich habe eine Frage zur Naht von geburtsverletzungen. Ich habe 2 Kinder geboren. Eines mit DR II und Eines mit DR I. Zur Geburt nahm ich keine Schmerzmittel, PDA o.ä.. Nun war diese Nahtversorgung ein sehr belastendes Erlebnis, bis heute nach vielen Jahren spüre ich, dass es mich körperlich und emotional belastet und ich im medizinischen Kontext schwer vertrauen kann. Die Infiltration schmerzte unfassbar. Also wirklich so sehr dass es die geburtsschmerzen um ein vielfaches übertrifft. Zusätzlich wirkte die Betäubung nicht und ich spürte weiterhin schmerzen beim nähen was die betroffenen dazu veranlasste nachzuspritzen (Lidocain), was aber auch nicht half. Weiter gemacht wurde nun trotzdem, was ein Teil des seelischen Traumas für mich ausmacht. Das gleiche Problem hatte ich bei der zweiten Geburt wobei ich dann aktiv das nähen begleitete indem ich immer wieder unterbrach wenn es mir zu viel wurde. Zudem hätte ich keinen größeren dammriss mehr lokal versorgen lassen, das war die Absprache mit dem Geburtshaus mit der Option einer Klinikverlegung. Meine Frage ist einerseits: wie kann das sein, dass so eine Betäubung nicht wirkt? Ich meine wirklich medizinisch gesehen. Nahtzeitpunkt war 2-3 Stunden jeweils nach Geburt. Mein Damm ist recht kurz und der DRII war sehr tief, DR I natürlich dementsprechend ein oberflächlicheres Thema. Andererseits frage ich mich auch, wie es sein kann dass solche Verletzungen in einer Lokalanästhesie genäht werden sollen? Macht man doch bei muskelnähten an anderen Körperstellen auch nicht. Mich macht das richtig wütend aus feministischer Sicht. Das Gespräch mit dem Geburtshaus half nicht sonderlich, da die Leute glaube ich auch nicht verstehen warum das bei mir nicht gewirkt hat. Es wurden so Floskeln bemüht wie „ich solle stolz auf mich sein“, darum geht es ja gar nicht. Ich möchte gerne verstehen um das Trauma heilen zu können. Viele Grüße und herzlichen Dank für Ihre bereichernde und so wichtige Arbeit!
Unsere Antwort
Ich gratuliere dir zu den beiden Geburten, die du gemeistert hast. Ich verstehe, dass es dir körperlich, wie auch seelisch nahe geht. Offenbar wurden deine Grenzen überschritten.
Deine feministischen Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Bei medizinischen Eingriffen sollte, gleich wie an allen anderen Körperstellen, auch am weiblichen Geschlecht eine ausreichende Schmerztherapie erfolgen.
Grundsätzlich ist die Nahtversorgung nicht mit den Schmerzen von der Geburt vergleichbar. Die Geburtswehen sind eine Art Urgewalt, welche einen natürlichen Ursprung haben. Die Stiche einer Infiltration lösen eine andere Art von Schmerz aus. Es ist üblich, dass Dammverletzungen kleineren Grades (I und II) in Lokalanästhesie genäht werden. In den meisten Fällen wird gespürt, dass etwas passiert, jedoch ohne Schmerzen. In deinem Fall wurde womöglich zu wenig Lokalanästhetikum gespritzt.
Das Zusammenspiel von Körper und Psyche, und dazu gehört auch das Schmerzempfinden, kann ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Es kann sein, dass die Muskeln deines Beckenbodens dich vor weiteren Eingriffen - sprich der Naht - schützen wollten. Wie erwähnt, wird immer gespürt, dass etwas am Damm manipuliert wird. Dieser Abwehrmechanismus des Körpers könnte einen Kreislauf von Anspannung und Schmerz ausgelöst haben. Dann kann es sein, dass auch das Lokalanästhetikum nicht mehr als wirksam empfunden wird. Der Körper will sicher gehen, dass keine weiteren Manipulationen stattfinden. Es tut mir leid, dass danach weitergenäht wurde. Es ist nicht deine Verantwortung, dass die Naht zu diesem Zeitpunkt nicht abgebrochen wurde. Es ist sehr stark von dir, dass du dir bei der zweiten Nahtversorgung mehr Zeit gelassen, respektive eingefordert hast, und für dich eingestanden bist.
Während den Wehen und bei der Geburt wird ein ganzer Cocktail an Hormonen ausgeschüttet, welcher hilft, mit den Geburtsschmerzen umzugehen. Deshalb ist eine weitere These von mir, dass die natürlichen Endorphine in deinem Blut nicht mehr so stark gewirkt haben könnten nach 2-3 Stunden.
Vielleicht hilft dir zur Heilung des körperlichen Schmerzes, dass du mit den Händen oder einem Spiegel Kontakt mit deinem Damm aufnimmst. Du kannst erforschen, ob die Spannung im Damm niedrig oder hoch ist, was du spürst, wie es ihm heute geht. Wie geht es ihm, wenn du dich an diese Situationen erinnerst? Vielleicht kannst du die Beziehung zu deinem Damm und deiner Vulva und Vagina stärken. Wenn du diese Körperstellen mit neuen Erlebnissen verbinden kannst, kann das heilend wirken. Eine praktische Übung dazu ist die Beckenschaukel, sowie das achtsame Erkunden deiner Geschlechtsregion.
Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema