Frage Nr. 37322 von 29.08.2023
Liebes Lilli
Bin m und 17 Jahre. Höre in meiner Klasse immer wieder von Partys und Feiern. Ich werde aber nie eingeladen. Woran liegt das? Meine ganze Klasse ging feiern und ich werde einfach nicht eingeladen. In der Schule bin ich auch nicht unbeliebt. Wie kann ich das ändern?
Lg
Unsere Antwort
Woran das liegt, kann ich dir nicht beantworten. Hast du schonmal gefragt, ob du mitkommen kannst?
Vielleicht gibt es ja jemanden in deiner Klasse, mit dem du dich besonders gut verstehst. Denjenigen könntest du fragen, ob ihr mal zusammen auf eine Party oder feiern gehen wollt. Du könntest auch überlegen, ob du selbst einmal eine Party veranstalten möchtest. Und vielleicht hat ja jemand Lust, zusammen mit dir etwas zu organisieren.
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Frage Nr. 37321 von 29.08.2023
Hallo liebes Lilli
Warum habe ich das Gefühlt, dass jeder und jede in meiner Klasse hinter meinem Rucken irgendwie über mich lästert. Im direktem Umgang mit mir sind alle nett, doch ich hab das Gefühl, dass alle sich über mich lustig machen.
Was ist los mit mir?
Danke und Lg
Unsere Antwort
Ich kann dir aus der Ferne nicht sofort sagen, wieso du das gerade so erlebst. Dazu weiß ich einfach zu wenig. Ich werde dir daher mal ein paar Rückfragen stellen:
- Seit wann ist das so?
- Gibt es konkrete Anhaltspunkte dafür, dass über dich gelästert wird? Hast du mal was mit angehört oder mitbekommen, was dich auf diese Idee gebracht hat?
- Wie denkst du selbst über dich? Magst du dich? Hast du ein gutes Selbstwertgefühl?
- Hast du jemanden, mit dem du über deine Sorgen sprechen kannst? Deine Eltern vielleicht? Oder gute Freund*innen?
Vielleicht findest du in unserem Text Schlechte Stimmung in der Jugend – was tun? auch noch ein paar Ideen.
Schreib uns gern wieder und gib dann diese Fragenummer mit an.
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Frage Nr. 37318 von 29.08.2023
Hallo Lilli Team
Ich m. 27 fühle mich sehr einsam. Ich habe keinen einzigen Menschen, der mich wirklich versteht. Ich habe schon viel durchgemacht in meinem Leben. Ich vertraue mittlerweile niemandem mehr und erzähle auch niemandem mehr etwas von mir, einfach weil ich viele schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Ich wurde schon zwei Mal Opfer von Straftaten, war schon drei mal stationär in der Klinik. Vor einiger Zeit habe ich auch noch meinen Job verloren weil ich mit meiner Cheffin nicht mehr klar kam. Ich habe eine Angst- und Zwangsstörung, die so stark ist, dass ich es manchmal nicht mal mehr aus dem Haus schaffe und lieber zu Hause bleibe. Ich muss immer wieder meine Hände waschen, weil ich mich sonst "schmutzig" fühle. Dann bin ich einfach in meinem Zimmer am weinen. Ich weiss nicht was tun.
Die Ärzte haben gesagt, ich sei nun ein Fall für die IV. Aber damit komme ich nicht klar. Der Psychiater hat gesagt, ich solle doch einfach mal einen Spaziergang machen oder ein Buch lesen. Das setzte ich auch um, wenn ich genug Kraft dazu habe, aber ansonsten ist mein Leben nur noch grau und langweilig. Ich fühle mich komplett überflüssig in dieser Gesellschaft. Manchmal wünsche ich mir einfach nur, dass jemand da ist, mich in den arm nimmt und mich tröstet wenn ich so traurig bin. Der Psychiater hat mich noch nie in den Arm genommen, er darf das ja gar nicht. Was soll ich bloss machen?
Andere Leute aus meinem Jahrgang unternehmen ganz viele Dinge, da kann ich einfach nicht ganz mithalten. Ich könnte höchstens mal jemand zum Essen einladen in ein Restaurant, das wäre das Maximum was ich einer anderen Person geben könnte, wenn sie im Gegenzug manchmal etwas zeit für mich hätte.
Unsere Antwort
Deine Verzweiflung ist verständlich. Vor allem, wenn du an alle schwierigen Erfahrungen aufeinmal denkst. Dann kann dir gar keine Entlastung einfallen, weil immer wieder aus irgendeiner Ecke Erinnerungen an belastende Situationen auftauchen. Wir raten dir, dich in deiner Therapie nur auf eine Sache zu konzentrieren. Könntest du zum Beispiel deine Angst- und Zwangsstörung mit einer fokussierten Verhaltenstherapie angehen? Solche Therapien haben am ehesten Erfolg, wenn du mit dir verabredest, dass du tatsächlich aus dem Angst-Zwang-Verhaltenskreis aussteigst. Zusammen mit einem Therapeuten könntest du herausfinden, wie es dir gelingt, die Wohnung zu verlassen und wir allem, was du ausserhalb der Wohnung für Aufgaben löst. Du könntest dich auch ganz darauf konzentrieren, wen du zum Essen einladen möchtest? Auch hier hast du am ehesten Erfolg, wenn du deine Negativ-Gedanken vorwegnimmst und so lange suchst, bis dir jemand einfällt, den du fragen kannst.
Du hast nämlich recht. Wenn du dir von deinem Psychiater eine Umarmung wünschst, wirst du immer enttäuscht bleiben. Wenn du dir hingegen eine Massage leistest, könntest du dich darauf konzentrieren, die Berührung zu geniessen. Du könntest Berührungen auch beim Coiffeur oder Barbier geniessen. Wichtig ist, dass du das geniesst, was da ist. Wenn du immer innerlich «es reicht nicht» fühlst, kann passieren was will. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem du nur schwer herausfindest. Vielleicht meinte dein Psychiater etwas Ähnliches wie wir, als er dir ein Buch oder einen Spaziergang empfahl.
Deine Gefühle ändern sich nur, wenn du sie änderst. Das kannst du. Du machst es wahrscheinlich schon dauernd. Wenn du deine Welt grau erlebst, überleg wie du sie hellgrau machst. Und lass nicht zu, dass dir zu hellgrau nichts einfällt. Wenn du übst, die kleinen Veränderungen wahrzunehmen, veränderst du deine Stimmung mit vielen kleinen Schritten.
Lass nicht zu, dass du dich als «schmutzig» oder in der Gesellschaft als «überflüssig» ansehen darfst. Beides bist du nicht. Es ist doch schon schlimm genug, dass du nicht so viel unternehmen kannst, wie viele Personen deines Alters. Mach dich nicht nieder! Du hast richtig erkannt: Du brauchst Trost. Wenn niemand dich tröstet, fang schon mal selbst damit an.
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Frage Nr. 37284 von 25.08.2023
Hallo lilli und Team
Ich bin ein 34 jähriger Mann und hab momentan eine ziemliche Krise. In mir ist viel Wut und Enttäuschung über mich selbst und zum Teil auch gegenüber meiner Umwelt und dem Leben im generellen. Mein Hauptproblem ist, dass ich einfach nichts selber kann. In mir drin ist einfach eine große Leere und wirklich anzufangen weiß ich mit mir auch nichts. Ich bin zwar 34 aber genaugenommen bin ich noch ein Kind. Ich kann fast nichts kochen und andere alltagskpompetenzen sind echt mangelhaft entwickelt.
Ich kenne die Erfahrung nicht wie es ist wirklich Privatsphäre und Grenzen in meiner Familie zu haben. Ich musste mir zb mein Zimmer bis zu meinem 20 Geburtstag mit meinem Vater teilen. Meine Schwester hingegen hatte mit 12 schon ihr eigenes Zimmer. Ich hatte nie Privaten Raum für mich. Meine Eltern erkannten dadurch meine Grenzen nie wirklich an. Ich musste mich was das Zimmer betrifft auch immer nach meinen Vater richten und konnte nicht wirklich Entscheiden. Generell hab ich den Eindruck,dass sie mir eher wenig zutrauen.
Auch jetzt habe ich eine Wohnung die in der selben Siedlung ist wo meine Eltern wohnen. Sie haben mich auch nie motiviert selbstständiger zu werden, manchmal glaub ich eher dass sie es verhindern wollen. Ich habe mit 29 mit ach und krach den Führerschein gemacht. Leider bin ich noch relativ ängstlich gewesen. Als ich meinen Vater fragte ob er mir sein Auto leihen kann oder ob er mit mir mitfahren will um mir ev Tipps zu geben aber er war dagegen. Ich war 30 und musste wie ein 17 jähriger Teenager betteln um mir dem Wagen zu leihen. Einen Grund warum er so dagegen war, konnte er oder wollte er mir nicht nennen. Jetzt bin ich schon 3 Jahre nicht gefahren und traue mir das nichtmehr zu.
Generell glaub ich dass ich mich die die letzten 16 jahre kaum weiterentwickelt habe und nie erwachsen werde. Ich kenne mich nicht, weil immer andere bestimmten, ich kann schwer zu meiner Meinung stehen, mich nicht behaupten. Ich musste mir auch dieses Jahr im Familienurlaub,war ein Geschenk meiner Eltern,dass Zimmer mit ihnen teilen. Es fühlte sich nicht gut an. Ich bin auch noch nie alleine verreist.
Jetzt realisiere ich erst wie lebensuntauglich un unselbstständig ich bin. Es tut sehr weh zu merken, dass ich steckengeblieben bin. Mit Frauen sehe ich einfach sowieso schwarz. Ich bin eine Schande. Kann ich überhaupt etwas ändern.
Unsere Antwort
Du schreibst sehr abfällig über dich. Das ist wegen deinem niedrigen Selbstwertgefühl verständlich. Aber es ist nicht hilfreich. Jetzt ist es nötig, dass du mehr Mitgefühl für dich entwickelst und dich sozusagen an der Hand nimmst, um aus deinem Loch rauszufinden. Du, der 34-jährige Mann.
Da hast du schon einige erste Schritte gemacht. Ich finde es wichtig, dass du beginnst, deine Eltern klarer zu sehen. So wie du deine Eltern beschreibst, haben sie dein Eigenes nicht anerkannt und deine Entwicklung nicht gefördert. Ihr Verhalten hat im Gegenteil deine Abhängigkeit von ihnen gefördert. Es ist verständlich, dass du dich wie ein Kind siehst.
Ich sehe das so, dass sie dich instrumentalisiert haben und immer noch instrumentalisieren. Das heisst, die Rolle, die du bei ihnen hast, dient ihnen zu irgend etwas. Daran sind sie mehr interessiert als an deinem Wohlergehen. Zu dieser Rolle gehört auch, dass du lebensuntauglich und unselbständig bist.
Ich bitte dich, diesen Text über subtile Formen von Gewalt im Elternhaus zu lesen. Schau, wo du dich angesprochen fühlst.
Deine Krise zeigt dir, dass du jetzt etwas tun musst. Das Hauptziel ist, dass du dich von deinen Eltern emanzipierst. Bist du bereit, die Loyalität ihnen gegenüber aufzugeben und auch Wut auf sie zu entwickeln für das, was sie dir angetan haben? Wut macht Mut – Mut zu Schritten in die Selbständigkeit. Wenn es dir schwerfällt, deinen Eltern gegenüber wirklich kritisch zu sein, interessiert dich vielleicht dieser Text.
Was für Schritte wären sinnvoll? Zum Beispiel suchst du dir jemanden, der mit dir Autofahren übt, so dass du es dir dann wirklich zutraust. Ich finde Autofahren hat etwas Symbolisches – es steht für selbständig seinen Weg gehen und voll im Leben der Erwachsenen mitmachen. Überleg mal, wie du das angehen kannst. Ich finde, das dürfte auch etwas kosten. Wie steht es um deine Finanzen?
Ausserdem würde ich mich von Urlaubseinladungen nicht beirren lassen. Du merkst ja selbst, dass das, was dann im Urlaub passiert, sich nicht gut angefühlt hat. Du schreibst, du musstest das Zimmer teilen. Nein, das musstest du nicht. Du bist 34. Ich rate dir von Familienurlauben ab – bis zu dem Zeitpunkt, wo du dich deinen Eltern gegenüber als gleichwertiger Mann behaupten kannst.
Im weiteren empfehle ich dir diesen Text und diesen Text rund um dein niederes Selbstwertgefühl und die Überwindung deiner Kindheit. Ich möchte dich dazu einladen, uns wieder zu schreiben mit deinen Gedanken nach dieser Antwort und nach der Lektüre. Falls du uns wieder schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.
Übrigens: Hast du dir überlegt, psychotherapeutische Unterstützung zu suchen? Ich fände das sinnvoll.
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Frage Nr. 37269 von 21.08.2023
Liebes Lilli
Bin männlich und 15 Jahre alt und habe einfach das Gefühlt, dass ich im Moment gefühlt alles verpasse. Ich höre in der Schule immer wieder von Partys, dass sich zwei wieder verleibt haben, sie beispielsweise am See und Wahrheit Pflicht spielten und in meinem Umfeld haben die meisten nun auch eine Freundin und gehen auf Partys, zum See, haben Spass, erleben etwas. Wenn ich das höre fühl ich mich einfach schlecht, denn ich wünschte auch so Partys zu erleben und eine Freundin zu haben. Es ist so, als würde das ganze Leben an mir vorbeiziehen. Ich lebe so ein langweiliges Leben. So kann das einfach nicht mehr weitergehen, frage mich immer mehr, warum ich wie ein Rentner lebe, alles ist so öde.
Unsere Antwort
Es ist total verständlich, dass du das Gefühl hast, dass andere viel aufregendere Dinge erleben als du. Damit bist du auch nicht allein. Viele Jugendliche haben ähnliche Gedanken und Gefühle. Du hast aber auch schon etwas sehr wichtiges für dich entdeckt: Du weißt, was du dir wünschst und was du an deiner jetzigen Situation gerne verändern möchtest. Jetzt kannst du überlegen, wie du das am besten erreichen kannst. Was hat dich bisher davon abgehalten, mit auf Partys zu gehen, zum See zu fahren oder andere Dinge zu erleben?
Vielleicht hast du Lust, die Leute in deinem Umfeld zu fragen, ob du mal mitkommen kannst. Oder vielleicht hast du Freunde, die Lust hätten, etwas mit dir zu unternehmen. Vielleicht hast du aber auch Lust, ganz neue Leute kennenzulernen. Dann könntest du zum Beispiel ein neues Hobby anfangen, das in Gruppen gemacht wird. Zum Beispiel irgendeinen Sport. Vielleicht interessiert dich dazu der Sportarten-Kompass auf Feel-OK.
Es gibt aber auch viele andere Clubs oder Freizeitaktivitäten, wo man in einer festen Gruppe ist und feste Termine hat. Das Gute daran ist: Durch die Termine musst du dich nicht jedes Mal entscheiden, ob du gehst oder nicht - sie sind ja fix.
Zu deinem Wunsch, eine Freundin zu finden, empfehle ich dir unsere Tipps für Dating und Verführen. Da erfährst du zum Beispiel, was du tun kannst, damit du bei anderen besser ankommst und beim Dating selbstsicherer bist. Du erfährst auch, wie du Leute kennen lernen und für dich gewinnen kannst.
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Frage Nr. 37260 von 21.08.2023
Hallo lilli
Ich bin m und werde dieses Jahr 34. Ich bin mir nicht sicher ob mein Problem für die Seite passt aber ich versuch es mal. Ich habe eine Schwester 32 zu welcher ich ein sehr gutes Verhältnis habe.
Vor etwa zwei Monaten wollte sie sich plötzlich das Leben nehmen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Sie hat ein tolles Leben, einen netten Freund und ist beruflich erfolgreich. Die Abschiedsnachricht, eine schmucklose unheimliche whatsappnachricht, geistert oft jetzt noch in meinen Gedanken herum. Es war ein totales Glück,dass wir die Nachricht gesehen haben und meine Eltern und ihr Freund rechtzeitig reagiert haben und die Rettung holten.
Jetzt geht es ihr wieder viel besser,aber trotzdem hängt mir die Sache psychisch noch sehr nach. Ich habe oft Stimmungsschwankungen, hab an manchen Tagen das Bedürfnis das ich plötzlich weinen muss, was in der Arbeit manchmal nicht geht und träume öfters schlecht. Es hängt immer noch ein gewisser düsterer Schleier über viele Dinge. Ich verhalte mich ihr gegenüber anders als früher. Ich werde oft wütend wenn sie von irgendwen kritisiert wird und nehme vieles einfach anders wahr. Ich war mit meiner Familie(sie war dabei) in der Karibik auf Urlaub. Es war sehr schön,aber irgendwie spürte ich oft eine gewisse Traurigkeit in mir.
Ist es normal, dass ich da immer noch emotional reagiere oder sollte ich mich schon davon erholt haben? Manchmal hab ich den Eindruck dass von mir erwartet wird,dass ich das jetzt schon langsam wieder in die Gänge kommen sollte und das Leben genießen soll. Ich versuche,das Leben zu genießen aber trotzdem ist vieles etwas anders wie früher. Ich kann zb keine Filme mehr sehen wo Gewalt vorkommt( Krimis,Horror,Thriller). Das ist mir oft noch zuviel.Es reichte schon ein gewisser reggae song den ich zufälligerweise in einem taxi hörte und ich musste mit den Tränen kämpfen.
Hab jetzt einen Platz für eine psychotherapie bekommen. Sie startet aber erst Ende September.
Ich habe oft einige Antworten von euch zu anderen Fragen gelesen und war beeindruckt. Es tut einfach gut darüber zu schreiben. Ich kann momentan jede Möglichkeit die mir hilft gebrauchen.
Unsere Antwort
Erstens: Zwei Monate sind gar nichts. Wenn du etwas erlebst, das dir so an die Nieren geht, braucht die Verarbeitung in der Regel deutlich länger.
Zweitens: Super dass du Ende September mit einer Therapie beginnst. Ich gönne dir da alle Unterstützung.
Ich schreibe hier gern ein paar Gedanken auf. Diese werden dich möglicherweise befremden. Denn ich werde "hart" über deine Schwester schreiben. Ich möchte sie nicht schlecht machen. Aber ich vermute, damit du weiterkommst, wäre es gut, du würdest sie auch aus dieser Perspektive sehen:
Sie hat dir und deiner Familie einen brutalen Schlag versetzt: Du warst ihr nah, und dann hat sie dir in einer Whatsappnachricht geschrieben, dass sie sich suizidieren wird. Wie fühlt sich das für einen liebenden Bruder an? Dass sie in Kauf genommen hat, dass es dir durch die Nachricht – und natürlich auch durch einen Suizid – furchtbar gehen würde? Vielleicht war die Whatsapp-Nachricht auch ein Hilferuf. Aber was für ein Hilferuf? Warum ist sie nicht zu dir gekommen und hat dir gesagt: "Du, es geht mir schlecht, ich weiss nicht weiter?" Wie wichtig war ihr die Beziehung zu dir? Wie wichtig war ihr dein Wohlergehen?
Wie liest sich das für dich? Wie fühlt es sich an, wenn ich sie so in die Verantwortung ziehe? Du schreibst, dass du wütend wirst, wenn sie kritisiert wird. Ja, hast du auch manchmal Wut auf deine Schwester? Für das, was sie dir angetan hat? Darf das in eurer Beziehung Platz haben? Menschen können brutal sein, und verzweifelte Menschen um so mehr. Deine Schwester wird deshalb nicht zum Unmensch, weil sie gemacht hat, was sie gemacht hat. Aber ich würde dir raten, dass du auch anerkennst, wie sie mit dir umgegangen ist, und was das mit dir gemacht hat. Du brauchst es jetzt, dass du dich und deine Gefühle wirklich ernst nimmst. Das Ziel ist, dass du mehr Mitgefühl für dich selbst entwickelst. Denn du brauchst Mitgefühl, um dich zu trösten.
Ich könnte mir vorstellen, dass dein Vertrauen in Beziehungen völlig erschüttert ist. Und das ist geradezu traumatisch. Ja, ich verwende den Begriff Trauma, denn du beschreibst dich wie jemand, der an Traumafolgen leidet. Wer weiss, welche alten Geschichten der Suizidversuch deiner Schwester aufgewirbelt hat. Wer weiss, welche Rolle da deine Eltern spielen. Ich hoffe, dass du das in der Therapie beleuchten kannst. Du kannst uns auch gern wieder schreiben – egal was du für Gedanken zu meinen Gedanken hast.
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Frage Nr. 36282 von 25.01.2023
Antwort auf die Frage 36234.
Warum sollte ich nicht meine Entscheidung fällen, ob ich dann Frauen gefalle?
Ich meine Kendall Jenner wird mich auch nicht Daten wollen, da sie in einer komplett anderen Liga ist, die unerreichbar für mich ist. Ich bin einfach nur irgendjemand, im Vergleich zu ihr. Kendall Dated natürlich nur Männer in ihrer Liga, die auch erfolgreich, bekannt sind etc. wie sie ist es. Die Männer in ihrer Klasse haben etwas zu bieten.
Ich habe leider nicht viel zu bieten, da ich kein Erfolg habe. Ich bin einfach ich, ohne Erfolg, Geld und großem following.
Ich kann auch keine 10/10 Daten, da ich auch selber keine 10/10 bin. Warum sollte eine 10/10 Frau nach unten Daten?
Ich denke immer, ich muss in der selben klasse / Liga spielen. Ich kann zum Beispiel keine Doktorin Daten, da ich eine Ausbildung mache, was an sich nicht schlimm ist. Sie ist halt deutlich intelligenter und sucht sich jemanden aus, der auch akademisch gut Erfolg hat. Macht das denn Sinn? Für mich irgendwie schon. Ich denke Frauen Daten immer in der selben Liga, mit ähnlichen Attraktivität, Intelligenz, werte, Gedankengänge etc.
Kann man den jemanden lieben nur für die Person die sie ist, ohne etwas zu bieten?
Eventuell liegt das auch in meiner Kindheit. Ich musste für liebe und Anerkennung immer arbeiten. Mit arbeiten meine ich gute Schulnoten vorweisen, also für gute Noten arbeiten. Meine Eltern waren Schulnoten das allerwichtigste. Ich habe immer nur Anerkennung und Liebe bekommen, wenn ich gute Noten hatte, doch die guten Schulnoten hatte ich nie. Deshalb gab es immer Streit und es wurde laut.
Ich weiß gar nicht wie sich Liebe anfühlt.
Eventuell denke ich deshalb (Vorgeschichte aus der Kindheit), dass ich was erreicht haben muss, um bei Frauen gut anzukommen, da ich sonst nichts wert bin, und keine Anerkennung bekomme?
Wie kann ich den Gedankengang durchbrechen?
Deine Antwort hat mich deshalb verwirrt. Das Frauen mich jetzt schon gefallen an mir haben können, obwohl ich nichts erreicht habe, nichts zu bieten habe.
Ich habe viel über Instagram geschrieben und tinder. Da schreiben mir die Frauen, dass sie keine Interesse haben. Ich bin auch mehr der ernste Typ, und nicht so witzig. Wie kann ich witziger sein und lockerer? Das fällt mir auch schwer. Eventuell wenn ich mehr Selbstbewusstsein habe, kann ich lockerer sein und die Welt und mich selbst auch gelassener sehen? Hier denke ich wieder, dass ich wieder gefallen muss… sollte ich doch lieber einfach ernst bleiben?
Sollte ich trotzdem versuchen eine Beziehung einzugehen, obwohl ich nichts zu bieten habe? Ich weiß auch nicht ob ich lieben kann. Eventuell sollte ich zuerst mich selbst lieben lernen, bevor ich andere liebe?
Wie kann ich lernen mich selbst lieben zu lernen?
Wie kann ich offen über meine Gefühle reden. Ich glaube das ist der Schritt wie aus einer Frauen Freundschaft mehr werden könnte? Ich habe mich das niemals getraut zu sagen, das ich eine Frau mag, aus Angst abgelehnt zu werden.
Ich habe weiterüberlegt und merke, dass die ganzen Probleme bezüglich des Dating eventuell gar nicht, beziehungsweise weniger stark vorkommen würden, wenn ich mich selbst akzeptieren würde?
Stimmt das?
Habt ihr dazu eventuell einen Beitrag, beziehungsweise könnt ihr mir erklären, wenn ich dabei vorgehen könnte, mich selbst zu akzeptieren?
Denke das ist super wichtig.
Unsere Antwort
Deine Fragen zeigen mir, dass du intelligent bist (soviel zu deiner Liga
). Ich glaube, du triffst da einen Nagel auf den Kopf, wenn du schreibst: "Ich habe immer nur Anerkennung und Liebe bekommen, wenn ich gute Noten hatte, doch die guten Schulnoten hatte ich nie. Deshalb gab es immer Streit und es wurde laut. Ich weiß gar nicht wie sich Liebe anfühlt."
Ja, ich glaube, du hast keine richtige Liebe erlebt. Und die Frage "Kann man den jemanden lieben nur für die Person die sie ist, ohne etwas zu bieten?" macht vor diesem Hintergrund genauso Sinn wie dein Gefühl, dass du bei Frauen etwas erreicht haben musst, weil du sonst nichts wert bist.
Und es macht Sinn, dass meine Antwort dich verwirrt hat – dass Frauen jetzt schon Gefallen an dir haben könnten. Dein Gehirn hat eine Kindheit lang anderes Futter bekommen – leider. Es macht auch Sinn, dass du meinst, abgelehnt zu werden, wenn du dein Innerstes preisgibst. Denn dieses Innerste hat noch wenig Liebe erfahren.
Ja, du hast recht: Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind zentral. Glaub mir, viele Leute sind in Beziehungen, ohne dass sie wissen, was Liebe wirklich ist. Viele Menschen haben, so wie du, ein niederes Selbstwertgefühl. Denn viele Menschen wurden als Kinder nicht bedingungslos geliebt.
In Liebesbeziehungen widerspiegelt sich das oft darin, dass man den*die Partner*in dafür braucht, das eigene Selbstbild aufzuwerten. Da ist es klar, dass diese*r Partner*in eine möglichst hohe "Stellung" haben muss – man will ja nicht "nach unten" daten. Oft geht das einher mit Bewunderung und Idealisieriung des*der Partner*in. Wenn der*die Partner*in dann auf die Dauer nicht dem Idealbild entspricht, schlägt die Bewunderung in Abwertung oder gar Verachtung um.
Daher: Wenn eine Frau dich wegen deines mangelnden Erfolges oder niedrigeren Bildungsstandes nicht möchte, glaube ich nicht, dass dir diese Frau gut tun würde. Dir täte eine Frau gut, die an dir als Person interessiert ist – unabhängig davon, in welcher "Liga" du spielst.
Es ist eine gute Idee, wenn du dich interessiert mit dir auseinandersetzt. Das geht in einer Beziehung: Viele Menschen reifen in einer Beziehung aneinander. Es geht auch als single.
Egal ob in einer Beziehung oder allein: Nun, ein wichtiges Ziel ist, dass du dich nicht mehr abwertest, sondern Mitgefühl für dich entwickelst. Wir haben ein Kapitel geschrieben, wo es um die Themen geht, die du beschreibst. Ich schlage vor, dass du dich da mal durchliest. Vielleicht möchtest du mit diesem Text beginnen. Danach kannst du uns gern deine Gedanken dazu schreiben.
In Sachen "lockerer werden" stehen in diesem Text für dich ein paar Tipps.
Diese Antwort gilt auch für Frage 36285.
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Frage Nr. 35043 von 16.05.2022
Antwort Zu #34970
Ihr habt bei mir ein paar Denkansätze angestoßen, die ich so noch nicht gesehen habe.
Dies liegt vor allem daran, dass Männer bei meiner Mutter häufig nicht als "majorenne" Wesen gesehen werden.
Bedeutet, Männer sind nach dieser Logik gar nicht fähig zu begreifen, dass sie mit ihren kurzen Haaren einem Klischee entsprechen, sie tun es einfach aus Pflegeleichtigkeit, weil sie die Regeln der Hygiene sowieso nicht beherrschen können.
Dies wird auch immer wieder deutlich, wenn ich davon rede, dass mein Cousin über mir seinen Kram nicht geregelt bekommt, inkl. seine Wohnung nicht sauber halten kann. Das Argument ist klar. Er ist ein Mann. Er kann es eben nicht besser.
Wie sollte ich dann auf die Idee kommen, zu hinterfragen, wieso Männer sich an dem Rollenbild stören könnten, wenn sie nur Entschuldigungen und Vorteile hieraus ziehen, da ein Mann mit langen Haaren ja in der Lage ist, sich zu pflegen.
Meine Intention ist aber weiterhin nicht, mich nur als Frau selbstsicherer zu sehen, sondern auch die Kommunikation zu üben.
Mein Ziel ist es, Konflikte anzusprechen und meinen Standpunkt klar zu verteidigen.
Dies kann man auf mehrere Arten tun. Man kann das Gegenüber provozieren, aufklären oder man kann es zu einer freien Diskussion einladen.
Meistens bevorzuge ich letzteres, aber manchmal ist keine Zeit dazu.
Letztens hatte ich Zeit dazu. Ich habe einen Mann kennengelernt und da es online war, habe ich erstmal kein Bild ins Netz gestellt. So konnte ich austesten, ob er auf meinen Charakter steht. Dann habe ich ich mich irgendwo auf einem öff. Platz ganz normal getroffen, also ohne Schminke etc.
Eigentlich hätte ich gedacht, mit dem riesen Rucksack und dem grün-gestreiften Pulli muss "Mann" jetzt doch mal die Augen kurz von der Frisur wegbekommen.
Aber auch hier kamen wir natürlich wieder auf das Thema, wobei er noch gefragt hat, ob mir die Haare abbrechen.
Super...
Beim zweiten Versuch habe ich mir dann doch mal etwas edleres angezogen. Zumindest einen schwarzen Rock und schönere Schuhe. Je kürzer der Rock, desto magischer der Blickfang, so sagt man. Es scheint zumindest etwas gewirkt zu haben.
Zur Selbstsicherheit gehört immerhin nicht nur, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen, sondern auch, selbstsicher auftreten zu können. Das ist es, was mir noch fehlt.
Daher gehe ich gerne oftmals auch mal das Risiko ein, wie ein Steinbock mit den Hörnern zuzuschlagen und meine Kräfte zu messen.
Allerdings ist die jugendliche Naivität trotz meines langsam nicht mehr ganz so jugendlichen Alters noch gut bei mir vorhanden, so dass sich vor allem Menschen vor den Kopf gestoßen fühlen, die doppelt so alt sind.
Die Kunst muss also wohl darin liegen, die Nachricht nicht zur vermitteln, sondern sie auch auf einem Niveau zu vermitteln, das der andere versteht. Manchmal glaube ich, alte Menschen wollen nicht verstehen.
Und junge Menschen wollen sich wörtlich die Hörner abstoßen.
Wie kann ich meine sprachlichen Fähigkeiten so trainieren, dass ich sie noch besser einsetzen kann?
Unsere Antwort
Ist es eine Frage der sprachlichen Fähigkeiten? Du schreibst sehr differenziert. Das lässt darauf schliessen, dass du auch mündlich sehr gute sprachliche Fähigkeiten hast.
Ich glaube, es ist keine Frage der Sprache, sondern eine Frage der Einstellung. Ich finde es super, wie du dich damit auseinandersetzt. Du schreibst, dass deine Mutter eine verachtende Haltung gegenüber Männern hat. Du bist aufgewachsen in einem Milieu, wo Verachtung viel Platz hatte. Da verstehe ich, wenn du immer mal wieder verachtende Blicke auf dir spürst. Kannst du dir auch vorstellen, dass Menschen dir gegenüber wirklich wohlwollende Blicke haben? Das macht es leichter für dich, ihnen gegenüber eine wohlwollende Haltung zu haben.
Eine wohlwollende Haltung bedeutet: Sieh sie als Menschen. Mit Gefühlen und Bedürfnissen. Wenn du dich so einem Mensch gegenüber selbst behaupten möchtest, brauchst du eine offene Haltung gegenüber dem, was in ihm vorgeht. Ein echtes Interesse. Du sagst, manchmal ist keine Zeit für eine freie Diskussion. Ich glaube, dann ist auch nicht der richtige Zeitpunkt, einen Konflikt zu klären. Menschen werden nicht gern unter Druck gesetzt. Dann gehen sie eher in den Widerstand. Dann wollen sie nicht verstehen. Sie werden aber gern eingeladen – abgeholt dort, wo sie stehen. Dafür musst du dich in sie hineinversetzen.
Ich empfehle dir dieses Buch: «Konflikte im Kern gelassen lösen – Die Anatomie des Friedens» vom Arbinger Institute. Falls du Englisch kannst, hier noch das Original: "The Anatomy of Peace".
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Frage Nr. 34789 von 23.03.2022
Sammelantwort 34789:
Ich habe eine Frage zu meinem medizinischen Befund…
Unsere Antwort
Dies ist eine Sammelantwort für bestimmte Fragen rund um ärztliche Untersuchungen, medizinische Befunde, Laborberichte und so weiter.
Wir bekommen viele Fragen, in denen Personen von uns medizinische Dinge wissen wollen, die am allerbesten die behandelnde Fachperson beantworten kann.
Wir verstehen, dass ein ärztlicher Rat oder ein medizinischer Befund sehr verwirrend sein können. Oft habt ihr nach einer Untersuchung noch Fragen. Das ist normal! Aber wir haben die Untersuchung nicht durchgeführt und können daher immer nur Vermutungen anstellen. Das bringt dich nicht weiter.
Daher ist das Beste, was du tun kannst, deine Ärztin direkt zu kontaktieren. Ruf an, geh vorbei oder schreib eine E-Mail. Deine Ärztin weiß ganz sicher, was getestet und untersucht wurde, und sie kann dir das erklären.
Auch Fragen, die sich aus einer Untersuchung ergeben, klärst du am besten erstmal direkt mit deiner Ärztin. Medizinische Fachpersonen haben eine Aufklärungs- und Informationspflicht. Es ist Teil ihres Jobs, Dinge zu erklären! Und du hast das Recht, solange nachzufragen, bis du alles verstanden hast.
Diese Antwort gilt auch für die Fragen 34730, 34734, 36486
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Frage Nr. 34500 von 26.01.2022
Hallo,
ich bin schon immer recht schlank (bin 1,68m groß und wiege 52kg, 23 Jahre alt). Ich war neulich mit meinem Vater joggen und es hat mir viel Spaß bereitet. Nun überlege ich das öfter zu machen. Ich habe mich aber gefragt ob ich es besser sein lassen soll damit ich nicht abnehme, das will ich auch gar nicht. Es geht mir dabei einfach um den Spaß und nebenbei auch darum dem Körper etwas gutes zu tun. Denkt ihr es ist bedenklich wenn ich 1-2 mal die Woche etwas joggen gehe?
Unsere Antwort
Ich nehme mal an, dass du eine Frau bist. Mit einem BMI von 18.4 bist du untergewichtig. Hast du eine Anorexie? Oder woran liegt dieses Untergewicht?
Es könnte sein, dass es bedenklich ist, wenn du ein bis zweimal pro Woche joggen gehst. Zum einen könntest du abnehmen, weil du nicht weisst, wie du dein Gewicht halten kannst. Zum anderen könntest du abnehmen, weil du in einen "Abwärtsrausch" gerätst, wo das Abnehmen plötzlich ein Ziel wird.
Umgekehrt empfehle ich grundsätzlich Körperbewegung, die ein gutes Körpergefühl gibt. Du sagst ja, du willst dem Körper etwas gut tun. Darum schlage ich folgendes vor: Geh nach Lust und Laune joggen, aber geh auch zu einer Ernährungsberaterin und informiere dich, was du tun kannst, dass du nicht weiter abnimmst (allenfalls sogar zunimmst) und genug von allen Nährstoffen hast. Damit tust du deinem Körper nämlich auch etwas Gutes.
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Frage Nr. 34328 von 08.12.2021
Hallo,
ich bin weiblich und 19 Jahre alt und hatte noch nie Sex und habe auch noch nie einen Jungen geküsst. Ich fühle mich so unnormal deswegen. Ich hätte eigentlich gerne Sex und fühle mich auch bereit dazu, es liegt also nicht daran, dass ich noch warten und "den richtigen" finden will, es hat einfach niemand Interesse an mir.
Ich bin ziemlich schüchtern, und fühle mich auch nicht besonders attraktiv, in der Schule bin ich eher eine Außenseiterin. Ich traue mich auch nicht, einem Jungen zu zeigen, dass ich ihn attraktiv finde, weil ich so große Angst habe, dass der Junge sich über mich lustig macht und es lächerlich findet, dass ich überhaupt dachte, er könne Interesse an mir haben. Das ganze ist mittlerweile ein großes Problem für mich und ich beschäftige mich sehr viel damit, wie ich es schaffen kann, endlich Sex zu haben. Irgendwie wirkt sich das auch ziemlich auf mein eh schon nicht so gutes Selbstwertgefühl aus, weil ich mich unattraktiv und langweilig fühle, weil niemand Interesse an mir hat.
Mit Menschen, die ich nicht so gut kenne, versuche ich diese Themen zu vermeiden, weil ich mich so sehr dafür schäme. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass Menschen erstaunt sind und es komisch finden, wenn ich ihnen erzähle, dass ich noch nie Sex hatte. Ich hab panische Angst vor Momenten, in denen jemand in einer Gruppe fragt, wann die Leute ihr erstes Mal hatten und alle ein Alter sagen und ich sagen muss, dass ich noch nie Sex hatte. Manchmal überlege ich, dann einfach zu lügen und irgendein Alter zu sagen, einfach, um die Reaktionen der anderen zu vermeiden. Ich denke, ich würde mich auch nicht trauen, einem Jungen, mit dem ich Sex habe zu sagen, dass es mein erstes Mal ist, weil es mir so peinlich wäre. Ich habe das Gefühl, dass es mich irgendwie zu einer komischen, unattraktiven und langweiligen Person macht, dass ich noch nie Sex hatte und ich nicht zum club der normalen teenager*innen gehöre.
Und irgendwie weiß ich auch auf einer rationalen Ebene, dass es das beste wäre, mich nicht so unter Druck zu setzen und zu mir zu stehen. Aber finde es richtig schwierig, das auch umzusetzen.
Unsere Antwort
Ich kann mir gut vorstellen, dass dich das belastet. Gerade in deinem Alter kann man schnell das Gefühl bekommen, dass alle um einen rum schon Sex hatten und sich alles darum dreht. Das stimmt aber nicht. Sehr viele Menschen fangen erst viel später im Leben an, Sex zu haben. Du bist also überhaupt nicht „komisch“ oder „langweilig“, sondern ganz normal. Höchstwahrscheinlich gibt es in deinem Umfeld andere, denen es ganz genauso geht und die vielleicht sogar auch lügen, weil es ihnen peinlich ist. Denn leider haben viele Leute immer noch unsinnige Vorstellungen über Sex.
Sex macht dich nicht zu einem interessanten Menschen. Dinge wie deine Persönlichkeit und deine Interessen machen dich aus – nicht die Tatsache, ob du schon mal Sex hattest oder nicht. Es ist auch nicht peinlich, noch keinen Sex gehabt zu haben. Beim Sex sollte es um Genuss und Spaß gehen und nicht darum, die Erwartungen von irgendwem anders zu erfüllen.
Nun sagst du, dass du gern sexuelle Erfahrungen machen würdest. Das Ziel sollte dabei aber nicht sein, „endlich Sex zu haben“, sondern dein Selbstwertgefühl zu stärken. Du weißt ja eigentlich schon, dass Druck da nicht hilft. Im Gegenteil: Druck und Schamgefühle stehen dir nur im Weg. Denn um Menschen kennenzulernen, hilft es, sich gut und wertvoll zu fühlen. Ich empfehle dir daher sehr, mal die Texte in diesem Kapitel zu lesen.
Wenn unser Selbstwert niedrig ist, dann verstecken wir uns und können uns gar nicht vorstellen, dass jemand anderes uns vielleicht mag, weil wir es selbst nicht tun. Dann merken wir auch oft gar nicht, wenn uns jemand attraktiv findet. Ich bin mir sicher, dass es nicht stimmt, dass „niemand“ an dir Interesse hat. Du bist noch jung und wahrscheinlich hat bisher vor allem deine Schule dein Umfeld geprägt. Das ist aber nur ein sehr kleiner Ausschnitt der Welt und zudem ein Ausschnitt, in dem die Rollen oft schon fest verteilt sind.
Ich frage mich auch, ob du denn schon sexuelle Erfahrungen mit dir selbst gemacht hast? Selbstbefriedigung ist auch Sex, deshalb nennt man es manchmal auch Solo-Sex. Und es ist eine tolle Möglichkeit, deine eigene Sexualität kennenzulernen und deinen Körper zu erkunden. Das macht nicht nur Spaß, sondern macht dich auch selbstsicherer. Denn dann weißt du schon, was dir gefällt, wenn es irgendwann zu einer sexuellen Situation mit einer anderen Person kommt.
Wenn du mit unseren Tipps nicht weiterkommst, dann wäre eventuell auch eine psychologische Beratung oder Psychotherapie für dich hilfreich. Dort kann man Schwierigkeiten mit dem Selbstwertgefühl gut bearbeiten.
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Frage Nr. 33258 von 03.07.2021
Hey Lilli-Team
Ich bin w 14 und momentan geht es mir sehr schlecht.
Ich habe fast jeden Tag oder regelmässig Streit mit meiner Mutter. Mit Streit ist nichts mit Gewalt oder Agressivität gemeint, sondern eine Art Diskussionen. Es ist zu einem Zeitpunkt gekommen wo wir auch für das kleinste diskutieren.
Das Problem ist, sie hört mir nicht zu. Wenn ich ihr etwas erzähle oder frage dann antwortet sie nicht! Und das irritiert mich, weil es wäre so als würde ich einfach mit der Wand sprechen! Dann sage ich es ihr, "ja wiedereinmal hörst du mir nicht zu" und sie dann "ich habe dich zugehört du hast das und das gesagt" dann wieder ich "ja aber woher sollte ich wissen das du zuhörst, du schaust auf dem handy und gibst kein Antwort" dann wieder sie " und was genau sollte ich dir sagen?" Dann ich:" du könntest mir ja helfen oder tipps geben!"
Dann sagt sie was unlogisches, wo mir nicht nötig ist und dann diskutieren wir. Ich meine mit ihr kann man nicht sprechen und ich muss immer alles alleine lösen und bin immer irritiert. Als mein Vater Zuhause ankommt von der Arbeit, merkt er das etwas mit mir nicht stimmt und fragt meine Mutter. Meine Mutter erzählt aber nicht die ganze Wahrheit, sondern nur ihre version und lässt die wichtigsten Sachen aus! Beispielsweise das diese Diskussionen wegen ihr zustande kommen, da sie mir nicht zuhört und ich mir aus diesem Grund irritiere.
Ich brauche wirklich eure Meinung weil das ist eine scheiss situation.
Unsere Antwort
Ja, die Situation ist wirklich nicht schön. Ich habe ein paar Ideen, was du tun könntest:
1) Statt deiner Mutter Dinge zu erzählen, suche dir andere Menschen, denen du Dinge erzählst. Du kennst deine Mutter gut, und du kennst ihr Verhalten. Überleg mal: Das nächste Mal, wenn du ihr etwas erzählst, weisst du schon, dass sie wie eine Wand sein wird. Und wenn du dann nachhakst, wird sie wieder etwas Unlogisches sagen. Du machst dich ja eigentlich nur fertig, wenn du ihr weiterhin Dinge erzählst. Wen gibt es in deinem Bekanntenkreis? Gibt es andere erwachsene Leute, denen du Dinge erzählen könntest? Mit diesen Leuten könntest du auch über die Probleme mit deiner Mutter reden.
2) Sprich selbst mit deinem Vater. Ich frage mich, warum er deine Mutter fragt, was mit dir los ist. Aus irgend einem Grund fragt er nicht dich. Ich kenne deinen Vater nicht, aber vielleicht will er dich in Ruhe lassen. Aber für dich ist es frustrierend, wenn er nicht erfährt, was aus deiner Sicht abläuft. Daher: Sag es ihm. Vielleicht kann er dir ja mit deiner Mutter helfen.
3) Wenn du weder mit deinem Vater noch und mit anderen erwachsenen Bekannten oder Verwandten reden kannst, empfehle ich dir eine Jugendberatung. Du könntest mal googlen und schauen, was es da in deiner Gegend gibt.
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Frage Nr. 31994 von 27.01.2021
Sammelantwort 31994
Kann die einsicht der Sinnlosigkeit bei zwangsstörungen auch schwinden, wenn man die Zwänge schon sehr lange hat?
Unsere Antwort
Wir sind keine Spezialist*innen zum Thema Zwang. Wir werden deine Fragen nicht mehr beantworten. Du brauchst dringend psychotherapeutische Unterstützung. Ausserdem gibt es Websites mit unterschiedlichen Angeboten und Information zum Thema Zwang. Du könntest dazu «Hilfe bei Zwang» in Google eingeben.
Diese Antwort gilt auch für Frage 31982 und 31983, 31990, 31992, 32001, 31994, 32002, 31980, 32003, 32004, 32005, 32018, 32024, 34615.
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Frage Nr. 28934 von 16.02.2020
Sammelantwort 28934:
Hallo Lilli,
ich habe eine Frage...
Unsere Antwort
Dies ist eine Sammelantwort. Wir bekommen immer wieder solche und ähnliche Fragen gestellt.
Meist geht es um ein sehr konkretes Thema. Du hast dich möglicherweise schon dazu schlau gemacht. Du warst bei Fachpersonen wie Ärzt*innen oder wir haben dir bereits ausführlich eine Antwort dazu geschrieben. Trotzdem kommt das Wissen nicht ganz bei dir an. Du zweifelst vielleicht weiterhin. Oder du möchtest dich vielleicht nochmals rückversichern. Oder du willst es noch genauer wissen bis in alle Feinheiten.
Stell dir vor, dass wir dir jede deiner Fragen beantworten würden. Du denkst vielleicht, du könntest dich erst dann beruhigen. Letztlich brauchst du so aber immer wieder eine Antwort von uns oder anderen Fachpersonen. Vermutlich wirst du immer mal wieder unsicher sein. Stell dir nun etwas anderes vor: Du machst die Erfahrung, dass du dir selbst weiterhelfen kannst. In dem Fall bekräftigst du dich darin, dass du auf dich selbst vertrauen und eine Lösung finden kannst. Dazu möchten wir dich ermutigen.
Haben wir deine Frage oder eine sehr ähnliche Frage schon mal beantwortet? Dann lies bitte die Antwort mit der entsprechenden Fragennummer erneut durch.
Vielleicht denkst du, dass es dir bei deiner Frage nur an Wissen fehlt. In vielen Fällen hilft das Wissen allein aber nicht weiter. Es braucht vielmehr, dass du neu auf die Sache schaust. Du schaust dann nicht mehr voller Sorgen drauf sondern realistisch. Was hilft dir dabei, dass du realistisch drauf guckst? Wie übst du dich darin? Demnach könntest du sorgenfreier handeln. Dabei lernst du, wie du die Situation einschätzen und bewältigen kannst. Hast du in einer vorherigen Antwort bereits Tipps bekommen? Wir geben in unseren Antworten sehr genaue Tipps, wie du mit dem bestimmten Thema umgehen kannst. Vom Lesen allein kommst du aber nicht weiter. Dazu musst du dein Verhalten ändern und neue Verhaltensweisen einüben. Das Thema deiner Angst ist Schwangerschaft? Dann informiere dich bitte in diesem Text, wie du diese Angst vor Schwangerschaft überwinden kannst.
Vielleicht ist dein Thema allgemein sehr grosse Angst. Du weisst wahrscheinlich schon, dass deine Angst irgendwie überrissen ist. Vielleicht suchst du nach immer neuen Möglichkeiten, wie etwas Schlimmes eintreten könnte. Dabei weisst du, dass das eigentlich völlig unwahrscheinlich ist. Du willst die Angst besiegen? Dann lerne, dich selbst zu beruhigen. Ausatmen ist der schnellste Trick, dich zu beruhigen. Ich empfehle dir dazu diese Atemtipps für Männer oder diese Atemtipps für Frauen. Es gibt viele weitere Tipps und Wege, Angst zu überwinden. Dir gelingt das allein nicht? Dann schau dich mal auf Websites um mit Tipps zur Angstbewältigung, zum Beispiel bei der Deutschen Angst-Hilfe.
Vielleicht fühlst du dich ziemlich allein und hilflos. Wir sind eine anonyme Online-Beratung und können dich nicht so gut begleiten. Du wünschst dir Begleitung? Dann empfehlen wir, dass du dir eine Beratung oder eine Psychotherapie suchst. Schau dazu bitte mal in diese Linkliste. Es kann auch sein, dass du bereits therapeutische Unterstützung erhalten hast. Vielleicht war die Person nicht geeignet. Dann empfehlen wir dir, dass du dich nach jemand neuem umschaust. Aber auch die beste Fachperson kann deine Probleme nicht für dich lösen. Sie kann dich nur dabei unterstützen, dass du dir selbst hilfst.
Wir empfehlen dir: setze alles daran, dich selbst stärker zu machen. Lerne, die Zügel selbst in der Hand zu haben. Das ist für dein Selbstwertgefühl das Beste. Dann machst du die Erfahrung, dass du dir selbst weiterhelfen kannst. Und so kriegst du ein Gefühl von Kontrolle über dich und dein Leben. Und schliesslich: Du hast ganz viele Stärken und Ressourcen. Es lohnt sich, dass du die weiter ausbaust. Wir empfehlen dir dazu diesen Text für Männer oder diesen Text für Frauen.
Es hilft dir nicht, wenn du dich immer rückversicherst. Hast du aber weiterhin Fragen, wie du mit deiner Angst umgehen kannst? Dann schreib uns bitte wieder und gib die Nummer deiner letzten Frage an.
Diese Antwort gilt für die Fragen 29145, 29223, 29228, 29229, 29230, 29231, 29234, 29238, 29262, 29290, 29319, 29385, 29414, 29468, 29517, 29648, 29649, 29689, 29721, 29722, 29757, 29803, 29816, 29866, 29916, 29917, 29926, 29946, 29974, 30047, 30108, 30128, 30392, 30412, 30413, 30414, 30438, 30546, 30559, 30609, 30624, 30955, 30994, 31573, 32006, 32042, 32417, 32423, 32885, 32926.
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