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Fragen & Antworten:
Liebe und Beziehung

Frage Nr. 40183 von 16.09.2025

Hallo Lilli,
ich (M31) weiß nicht mehr weiter. Meine Freundin hat einen Aufenthaltstitel in Deutschland seit 3 Jahren. Ich kenne sie, seitdem sie aus Belarus damals nach Deutschland gekommen ist und seitdem sind wir auch in einer Beziehung. Ihr Aufenthaltstitel ist an ihrer Arbeit geknüpft. Sie hat auf ihrer Arbeit nur Probleme und wird dort auch gemobbt und nicht so gut behandelt. Wir haben schon etliche Bewerbungen geschrieben, leider ohne Erfolg. Wir haben uns seit längerem über Heiraten unterhalten und grundsätzlich bin ich auch bereit dazu. Nur gibt es verschiedene Ansichten. Laut ihr bin ich der Mann, soll also verantwortlich für die Kosten sein (Miete, sonst. Fixkosten, Einkäufe, usw.). Wenn es zur Hochzeit kommt, soll ich ebenfalls alle Kosten tragen (Ringe, ggf. Notar, Feier) und wenn wir in den Urlaub fahren, soll ich ebenfalls den Urlaub bezahlen, weil ich der Mann bin. Sie argumentiert so, dass sie als Frau meine finanzielle Sicherheit möchte. Zudem ändern sich ihrer Ansicht nach die Kosten nicht, wenn sie bei mir einzieht, da ich ja sowieso für Miete und alles schon bezahle. Wenn ich sie bitte, dann einen Teil der Einkäufe zu übernehmen, wirkt sie schlecht gelaunt und sagt, dass sie dann für sich selbst bezahlen wird und ich meine eigenen Einkäufe bezahlen soll. Das finde ich hat nicht viel mit einem Team zu tun. Sie hat einen Job derzeit, beidem sie 1850€/m Netto verdient. Zudem kriegt sie gelegentlich von ihrer Mutter aus Belarus mehrere Tausend € zur weiteren Unterstützung. Ich verdiene schon mehr mit knapp 3200€/m Netto. Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht 50/50 möchte. Es ist klar, dass ich der Hauptverdiener bin und ihr das bestmögliche Leben verwirklichen möchte. Aber auch wenn ich nicht schlecht verdiene, wird es für mich irgendwann schwierig, wenn ich für alle Kosten aufkommen werde. Zumal ich für mich persönlich auch sparen möchte (neues Auto z.B.). Ich frage mich wie andere in ihrer Ehe das stämmen. Habt ihr einen Rat für mich? Natürlich ist es schwierig, von außen betrachtet eine klare Antwort zu schreiben. Zudem möchte sie auch seit fast einem Jahr keinen wirklichen Sex mehr. Sie gibt mir sehr oft das Gefühl, dass sie mich liebt und auf meiner Seite steht. Sie redet oft davon, wie sie sich das Leben mit mir im späteren Alter vorstellt. Nur kommt es beim Thema Finanzen oft zu Streitereien. Auf das Thema Sex meinte sie, dass sie sich oft wie der Mann in der Beziehung fühlt. Z.B. kleine Entscheidungen wo wir essen wollen, was wir machen und Finanzen. Ich möchte eine schöne Zukunft mit ihr haben, mache ihr oft Geschenke. Aber ich mache mir viele Sorgen, über die finanziellen Aspekte. Ich solle das ganze ebenfalls als Motivation sehen, noch mehr Geld zu verdienen. Natürlich möchte ich Jobtechnisch weiter aufsteigen. Aber das wird nicht von heute auf Morgen kommen. Habt ihr einen Rat für mich? Viele Grüße

Unsere Antwort

Deine Freundin hat ein anderes Rollenbild als du. In ihrer Welt scheinen die Männer immer noch die Ernährer der Familien zu sein. Die Frauen wären dann die, die ernährt werden müssten. Später kämen dann die Kinder dazu. Diese traditionelle Rollenverteilung aus dem 20. Jh. ist mindestens in Europa überholt. Inzwischen werden Frauen und Männer als gleichberechtigt und gleichgestellt angesehen (Grundgesetz Art. 3 Absatz 2). Die Umsetzung der Gleichstellung dauert aber noch an.

Dass Frauen für ihre materielle Existenz selbst verantwortlich sind, kann man dem Unterhaltsgesetz, dass seit 2008 gilt, entnehmen. Unterhalt muss zwar erst nach einer Trennung geregelt werden. Man kann aber aus dem Gesetz ablesen, dass von beiden Partner*innen erwartet wird, dass sie ihre Existenzsicherung unabhängig voneinander und eigenständig regeln.

Ihr beide wollt eine Familie gründen. Und da ist es wie bei einer Firmengründung. Ihr müsst euch Gedanken machen, wie ihr die Existenz der Firma absichert. Deine Freundin hat klare Forderungen, was du beitragen solltest. Du bist dazu weitgehend bereit, schätzt aber richtigerweise deine finanziellen Möglichkeiten ein. So kommt es zu deinem Angebot: «Ich bin bereit der Hauptverdiener zu sein. Ich trage bei, was ich kann. Ich bin nicht bereit, alles zu bezahlen.» Jetzt musst du wohl weiter verhandeln und überlegen, welche Bedingungen du stellen willst und was du zusagen kannst. Klären solltest du auch, ob die Forderung deiner Freundin auch für alle späteren Kosten gelten: Kinder, Kinderbetreuung, Ausbildung, Hausbau, Altersversorgung etc.?

Verstehe ich deine Frage zum gemeinsamen Sex richtig? Zeigt sich auch hier, dass deine Freundin von einem Mann die meisten Entscheidungen erwartet? Du müsstest mehr bestimmen, wo ihr essen geht, was ihr macht und auf jeden Fall bezahlen? Dann hätte sie mehr Lust auf Sex mit dir?

An unserer Antwort und den Fragen merkst du wohl: Wir raten dir, genau das, was du bereits tust. Nimm deine Sorgen ernst und überlege, welche Bedingungen du annehmen kannst. Was du dir nicht zutraust oder was du nicht möchtest, solltest du dir nicht aufladen. Aber besprich es unbedingt mit deiner Freundin. Sie kann dann merken, wie ernst es dir ist. Das wäre eine gute Grundlage für eine Einigung. Vielleicht helfen dir auch unsere Kapitel «Beziehungen eingehen» und «Tipps für...Liebesbeziehungen» weiter.

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Frage Nr. 40166 von 13.09.2025

Liebes Lilli Team,

Ich habe eine Frage zum Thema Dating.
Aktuell treffe ich mich mit jemanden und in meinem Kopf weiß ich, dass er sehr gut zu mir passen würde und eigentlich hat er alles, was ich mir an einem Partner wünsche. Ich verbringe auch sehr gerne Zeit mit ihm und denke viel an ihn, weil ich mich in seiner Gegenwart sehr sicher und aufgehoben fühle, aber aus irgendeinem Grund spühre ich diesen Funken einfach nicht, obwohl ich sogar schon einen leichten Crush auf ihn hatte und ich mache mir Sorgen, dass es daran scheitern könnte.
Kann man denn auch ohne "Schmetterlinge" Gefühle für jemanden entwickeln? Mein Körper fühlt sich fast durchgehend ruhig an, das geht jetzt schon seit einer Weile so und es verwirrt mich sehr, es geht mir manchmal auch ein bisschen schlecht deswegen, weil ich mir wünschte, es wäre anders. Ist das normal? Ich kenne aus meinen bisherigen Erfahrungen nur den "klassischen" Ablauf mit Aufgeregtheit, Herzrasen etc, sobald ich diese Person gesehen oder an sie gedacht habe.
Achja ich bin weiblich und 25 Jahre alt, wir kennen uns jetzt seit ca einem Jahr und haben vor ein paar Wochen angefangen zu daten.
Danke schonmal im Vorraus.

Unsere Antwort

Ich kann gut verstehen, dass du dich verunsichert fühlst. Ich kann dir aber versichern, dass das, was du erlebst, völlig normal ist. Verliebtheit kann sich ganz unterschiedlich anfühlen. Manchmal geht sie mit Aufregung und Schmetterlinge im Bauch einher. Und manchmal lässt sie dich ganz ruhig, sicher und geborgen fühlen. All das kann Verliebtheit sein. Also ja, man kann auch ohne "Schmetterlinge" Gefühle für jemanden entwickeln. Diese typischen "Schmetterlinge" entstehen oft aus Unsicherheit. Zum Beispiel, wenn du dir nicht sicher bist, ob sich die andere Person auf die gleiche Weise an dir interessiert ist.

Wenn ihr euch schon länger kennt, kann das dafür sorgen, dass du mehr Sicherheit, Ruhe und Vertrauen spürst. Und dann werden Herzklopfen, Aufregung und Nervosität weniger. Das bedeutet aber nicht, dass du weniger verliebt bist.

Setz dich nicht unter Druck. Es gibt kein Richtig oder Falsch, wie Verliebtheit auszusehen hat. Geniesse stattdessen die schönen Gefühle, die du hast und die Zeit, die du mit der Person verbringst. Mit der Zeit wirst du merken, ob die Nähe und Verbundenheit zu ihm stärker werden und ob du dir eine Liebesbeziehung mit ihm wünschst. Vielleicht interessiert dich auch dieser Text darüber, wie sich Verliebtheit in Liebe entwickelt.

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Frage Nr. 40159 von 10.09.2025

Hallo Lilli,
Ich (14,w) hatte die frage nr. 40096
Ich glaube ich bin tatsächlich bi. Ich bin ins Theaterkurs in meiner Schule gegangen und habe dort ein Mädchen gesehen (wir haben nicht geredet nur in der Gruppe) und ich glaub ich bin verliebt. Ich hatte heute Schmetterlinge im Bauch und konnte mich nicht auf den Unterricht konzentrieren. Ich möchte sie besser kennenlernen (und evtl. auch eine Beziehung mit ihr haben). Ich habe aber keine Ahnung wie. Wie weiß ich ob sie Mädchen mag? Wie weiß ich, ob sie nicht schon mit jemandem anderen zusammen ist? Könnt ihr mir Tipps geben, sie besser kennenzulernen? Wir werden uns jede Woche im Theaterkurs sehen. Wie gehe ich vor, ihr zu zeigen, dass ich sie mag?(Ich war noch nie in einer Beziehung (nicht einmal mit einem Jungen) aber ich habe das Gefühl, dass ich dafür bereit bin und ich möchte wirklich geliebt werden/jmd lieben) Danke für die Hilfe!

Unsere Antwort

Starte klein, indem du sie im Theaterkurs ansprichst und ihr Interesse zeigst. Baue eine Verbindung auf, ohne Druck zu machen. Es ist gut, wenn ihr euch erstmal kennenlernt. Du könntest in einer Pause oder nach dem Kurs etwas sagen wie: „Hey, ich fand deine Rolle heute cool.“ oder „Wie lange bist du schon im Theaterkurs?“. Solche Fragen sind leicht, und sie öffnen die Tür für ein Gespräch.

Hör ihr zu, frag nach, z. B. „Was magst du am Theater?“. Menschen merken schnell, wenn jemand echtes Interesse zeigt. Wenn ihr euch im Kurs öfter seht, kannst du auch mal vorschlagen: „Wollen wir zusammen Texte üben?“ oder „Hast du Lust, in der Pause zusammenzusitzen?“. So entsteht Nähe.

Du kannst nicht sofort wissen, ob sie Mädchen mag – und es ist auch nicht das Wichtigste am Anfang. Manche Menschen reden offen darüber, manche nicht. Wichtig ist, dass du ihr nicht gleich deine ganze Verliebtheit „anvertraust“, sondern erstmal schaust, ob ihr gut in Kontakt kommt. Sei freundlich, interessiert und echt. Lächle sie an, such den Blickkontakt, hör ihr aufmerksam zu. Kleine Dinge (z. B. „Magst du Schokolade? Ich hab welche mitgebracht.“) zeigen, dass du an sie denkst.

Wenn ihr euch besser kennt, wirst du merken, ob sie vielleicht von Jungs, Mädchen oder niemandem erzählt, den sie mag. Durchs Reden wirst du erfahren, ob sie vergeben ist. Wenn ihr ins Gespräch kommt, kannst du irgendwann fragen, ob sie jemanden mag oder ob sie in einer Beziehung ist. Mach dir damit keinen Stress – das ergibt sich mit der Zeit.

Dein Wunsch, geliebt zu werden, ist sehr menschlich. Aber Liebe entsteht langsam – durch gemeinsame Erlebnisse, Vertrauen und Nähe. Sei also geduldig mit dir selbst und mit ihr. Ob es am Ende eine Freundschaft oder eine Beziehung wird, kannst du noch nicht wissen – doch beides kann wertvoll sein.

Schau dir ausserdem auch mal unser Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen an. Dort findest du viele weitere Tipps.

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Frage Nr. 40146 von 08.09.2025

40074

vielen Dank für Eure Antwort.
Ich suche nicht nach einer „eindeutigen“ und lebenslänglichen Bezeichnung, aber nur schon mit dem, was jetzt zutrifft, fällt es mir schwer. Ich fühle mich wohl in mir, wenn ich mich nicht 100% als Frau einordne/ oder versuche, den damit verbundenen Erwartungen an Aussehen &Co zu entsprechen. Das nach aussen zu tragen (wie zB mit Pronomen) ist deutlich schwieriger.
Das Gleiche gilt mit sexueller Orientierung. Vielleicht ist es noch zu früh, aber ich mache mir Gedanken, wie ich jemanden kennenlernen kann. Es wird ja wohl kaum meine Traumperson auf mich zukommen und mir ein Beziehungsangebot machen, während ich in meinem Schneckenhaus sitzen bleibe. Ist es heute nur noch über Dating-Apps möglich? Ich habe solche Mühe, neue Menschen anzusprechen/ kennenzulernen. Ich habe wenig Selbstwert, bin leicht zu verunsichern und ungeübt. Alles nicht sonderlich attraktiv.

Unsere Antwort

Wie gut, dass du dich mit dir wohlfühlen kannst. Du hast also eine gute Grundlage, deine Haltung auszubauen und deinen eigenen Stil zu entwickeln. Mit jeder Entwicklung wirst du etwas sicherer und findest deine Form. Meine Einschätzung ist, dass es dir dann immer leichter fallen wird, deine Persönlichkeit nach aussen zu vermitteln. Auch das richtige Pronomen wird sich mit deiner wachsenden Selbstsicherheit zeigen.

Bei deinen Gedanken zu sexuellen Orientierung überlegst du schon selbst, dass es zu früh sein könnte. Ich würde davon ausgehen, dass du deine Traum- und Beziehungsperson erkennen wirst, wenn sie dir begegnet. Dann wird es dir gelingen, genügend Zeichen zu geben, dass die die Traum- und Beziehungsperson auch erkennt. Sonst wäre sie ja nicht die geeignete Beziehungsperson. Viele Menschen haben sich mit der Beziehungssuche auf Dating-Apps ermüdet und überfordert. Die Nutzer*innenzahl nimmt ab. Du scheinst dich bei der Suche zu überfordern. Du musst nicht viele Personen ansprechen, vor allem nicht, wenn du eher schüchtern bist. Du solltest aber auch nicht die gesellschaftlichen Kriterien für Attraktivität überbewerten. Mach dich für dich selbst attraktiv. Du möchtest ja nicht mit jeder Person in Beziehung sein. Es soll doch sicher eine Person sein, die für dich besonders ist. Und du möchtest für sie besonders sein.

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Frage Nr. 40139 von 07.09.2025

Hallo liebe Lilli?
ich (alter Mann) suche eine ehrliche Partnerin für einen erotischen chat bzw. Briefwechsel (nicht kommerzionell) Wie und wo finde ich diesen Kontakt?
Ist das überhaupt ein realistischer Wunsch?

Unsere Antwort

Dein Wunsch ist auf jeden Fall realistisch. Schau dich mal im Internet nach Onlinedating-Angeboten (zum Beispiel Tinder, Bumble oder Gleichklang) um. Diese können auch von älteren Menschen genutzt werden.

Wenn dir die Erstellung deines Profils schwerfällt, kann es helfen, das mit jemandem zusammen zu machen. Ein guter Freund oder ein Familienmitglied könnte zum Beispiel die Beschreibung über dich erstellen. Das ist manchmal leichter, als selbst etwas über sich zu schreiben. In der Profilbeschreibung kannst du auch angeben, was genau du suchst. Wenn du zum Beispiel Lust auf einen klassischen Briefwechsel hast, kannst du das dort schreiben und findest so vielleicht Gleichgesinnte.

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Frage Nr. 40116 von 03.09.2025

Ich bin seit 3 Jahren in einer festen Beziehung. Ich merke aber, wie ich teilweise an früher denke und an ehemalige F+. Er hat sich bei mir vor gut einem Jahr wieder gemeldet und mich nach einem Nachtessen gefragt. Danach hat er sich hin und wieder gemeldet um sich zu erkundigen, wie es mir geht. Ohne irgendwie etwas zu wollen. Ich denke häufig an ihn. Teilweise schaue ich mir auch Fotos von ihm an. Ich habe einen Teil in mir, der mir sagt, dass ich mit ihm vermutlich nicht glücklich werde. Ein anderer Teil, sehnt sich nach ihm. Es wäre an der Stelle wichtig zu erwähnen, dass er ebenfalls vergeben ist. Ich denke dieser Teil der sich noch zu ihm hingezogen fühlt ist ein kindlicher Teil, der gerne nicht sicher gebunden ist. Was meinst du? Was kann ich da tun?

Unsere Antwort

Es ist ganz normal, dass du manchmal an ihn denkst und ihn vermisst. Du warst in ihn verliebt und das war mit schönen Gefühlen verbunden. Da kommt es vor, dass diese Gefühle und Erinnerungen manchmal wieder hochkommen, oder dass du dich nach ihm und der Zeit sehnst, in der du dich so gefühlt hast. 

Nehmen wir an, du möchtest mit der Vergangenheit abschliessen. Da kann es helfen, mit offenen Augen  eure Beziehung, sein Verhalten und die gemeinsame Zeit zu betrachten. Wenn du jetzt an ihn zurückdenkst, erinnerst du dich vermutlich vor allem an die schönen Zeiten. In der Realität gab es aber wahrscheinlich auch Dinge, die weniger gut gelaufen sind. Du schreibst ja auch, dass ein Teil von dir sagt, dass du mit ihm nicht glücklich werden würdest. Welche Gründe hat dieser Teil von dir, das zu denken? Gab es damals vielleicht auch Dinge oder Situationen, die du nicht so gut fandest? Hat er Eigenschaften oder Angewohnheiten, die eigentlich nicht zu dir passen? 

Um innerlich Abschied zu nehmen, können ausserdem Abschiedsrituale helfen. Vielleicht möchtest du ein Abschiedsgespräch mit einem Bild von ihm führen. Du könntest ihm sagen, was du alles mit ihm erlebt hast. Oder was dir gefehlt hat. Oder was du künftig dafür tun möchtest, um bessere Beziehungen zu führen. Du kannst ihm aber auch sagen, wie er dein Leben reicher gemacht hat, und welche Erfahrungen mit ihm du bewahren und wertschätzen wirst. Und vielleicht möchtest du auch auf andere Weise Abschied nehmen. Das kann zum Beispiel ein Brief sein, den du nur für dich schreibst. Was auch immer dir in den Sinn kommt zum Abschied nehmen, probier es aus. Lies dazu auch diesen Text.

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Frage Nr. 40083 von 27.08.2025

Hallo,

wenn es keine Anleitung für das Dating oder wie man Frauen klärt existiert, dann kann ich doch nur "ich selbst" sein oder?

Also bringt es nichts, wenn man versucht herauszufinden was Frauen mögen, weil jede Frau etwas anderes mag? Ich sollte dann mehr auf mich schauen und meine Interessen für mich entwickeln statt für Frauen?

Ich habe paar eurer Artikel gelesen und was ich daraus mitgenommen habe ist.
1.) Sport machen
2.) Abnehmen
3.) Hobbys suchen
4.) Pflegen und gut Kleiden
5.) Sich mit seinem Penis anfreunden

Aber reicht das wirklich aus? Ich kann definitiv an allen 5 Punkten arbeiten, aber die Punkte klingen so banal, also nicht besonders. Das ist nicht Böse gemeint, doch habe eher eine Art Trick erwartet, wie man Frauen klärt. Gibt es keinen Trick wie man bei Frauen ankommt? Ich bin eher davon ausgegangen, dass sowas existieren muss.

Warum kommen bestimmte Typen besser bei Frauen an als andere? Die Frage habe ich mir oft gestellt und komme zu dem Ergebnis... Das Männer die Selbstbewusst aber ein Arschloch zugleich sind am besten ankommen. Diese Kombination löst viel Emotionen bei Frauen aus, weshalb einige Frauen diesen Typen gerne bevorzugen. Und erst später nachdem die Frauen sich ausgelebt haben einen ruhigen Mann aussuchen, gegen 30. Warum ist das so?

Ich stelle mir die ganzen Fragen, weil ich mit 29 Jahren immer noch Jungfrau bin und es einfach nicht hinbekomme, Frauen zu klären.
Wie geht sowas?

Online Dating hatte ich kaum Matches, was als Mann natürlich normal ist. Ansprechen funktioniert auch nicht so. Hobbys und in der Arbeit sind fast nur Männer und die Frauen die dar sind sind vergeben. Im Freundeskreis sind halt die Player, paar Männer die ab und zu Glück mit Frauen haben und alle ca. 6 Monate mal Sex haben und paar wie mir die Jungfrau sind. Wenn wir uns gemeinsam treffen, dann sind da auch keine Frauen. Die Player treffen sich privat mit denen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich machen soll und wie man sexy für Frauen sein kann. Ihr schreibt, dass man sich im Körper wohlfühlen sollte. Daran kann ich arbeiten, aber reicht das schon um was bei der Frau sexuell was auszulösen? Weil wenn man nichts sexuellen ausstrahlt, dann kommt man doch automatisch in die Friendzone oder?

Ich weiß nicht so ganz wie ich für Frauen sein soll oder was ich tun soll?

Wie kommt man bei Frauen an?

Unsere Antwort

Ganz genau. Gerade weil jede Frau anders ist und etwas anderes mag, kann es keinen Trick geben, wie man bei allen Frauen ankommt. Frauen sind eben sehr verschieden und haben ganz unterschiedliche Interessen, Wünsche und Bedürfnisse. Was bei einer Frau gut ankommt, funktioniert bei einer anderen Frau gar nicht. Was einer Frau sehr gut gefällt, interessiert eine andere Frau vielleicht weniger. Nur wenn alle Frauen gleich wären, könnte es den einen Trick geben, der auch bei allen Frauen funktioniert. Aber vielleicht kannst du es auch so sehen, dass gerade die Vielfältigkeit von Frauen das Dating und den Kontakt mit Frauen überhaupt erst spannend macht. Es kann aufregend sein, eine Frau Stück für Stück kennenzulernen und herauszufinden, was ihr gefällt und wie du sie für dich gewinnen kannst.

Und ja, es ist eine sehr gute Idee, deine Interessen für dich selbst und nicht für Frauen zu entwickeln. Du kannst dich mal fragen: Was bedeutet "Ich selbst sein" für dich? Wer bist du? Wie bist du? Was magst du an dir? Wie würdest du gerne sein? Ich empfehle dir, so zu sein, wie du gerne du selbst bist. Und nicht, wie eine Frau dich haben wollen könnte. Die Dinge zu tun, die du gerne machst. Wenn du dich mit dir selbst wohlfühlst, dann fühlen sich auch andere mit dir wohl. Wenn du Dinge tust, die du gerne machst, dann findest du auch leichter Menschen, die ähnliche Dinge mögen.

Wenn es in deiner Umgebung wenige Frauen gibt, die Single sind, könntest du darüber nachdenken, wo du stattdessen Frauen treffen könntest. Du könntest zum Beispiel ein neues Hobby anfangen oder bei Veranstaltungen teilnehmen. Unsere Tipps in den Texten Wie spreche ich jemanden an?, Tipps fürs Flirten und Warum lohnt es sich, Verführen zu üben? helfen dir, dort auf Frauen zuzugehen. Hast du sie schon gelesen?

Ja, dich in deinem Körper wohlzufühlen, macht dich attraktiver. Sexuell attraktiv wird du, wenn du sexuell selbstsicher wirst. Das bedeutet, dass dein Penis weiss, was er mit dem Geschlecht einer Frau anfangen kann. Andere Menschen merken, wenn du deinen Penis gut in deinem Becken spürst und wenn du dich mit ihm wohlfühlst. Das hat einen Einfluss auf deine Ausstrahlung. Du trittst dann anders auf, bewegst dich anders, fühlst dich in deinem Körper wohler. Und das macht dich attraktiver. Und zur sexuellen Selbstsicherheit gehört auch, dass du deinen Körper sexuell attraktiv findest, ihn als "heiss" oder "geil" geniesst und dich in deiner Haut als sexuelle Person wohl und liebenswert findest. Das kannst du lernen, auch wenn du alleine übst. Dafür empfehle ich dir diesen Text zum allein für den Sex üben und unsere Sextipps und Übungen für Männer und alle mit Penis. Auch ist das Buch «Klappt's?» von Michael Sztenc ein gutes Buch zum Explorieren und Üben.

Du siehst, es gibt vieles, was du tun kannst, um dich für Frauen attraktiv zu machen. Es ist richtig, dass es hilft, wenn du selbstbewusster wirst, aber ein Arschloch musst du nicht sein, um Frauen zu gefallen. Im Gegenteil.

Es ist super, dass du schon viele unserer Texte gelesen hast. Und auch wenn unsere Tipps für dich banal klingen, heisst das nicht, dass sie nicht funktionieren. Probier sie mal aus. Du kannst uns auch gerne wieder schreiben, wenn du noch Fragen hast oder irgendwo nicht weiterkommst. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage mit an.

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Frage Nr. 40080 von 26.08.2025

Wenn jemand angibt singel und offen für eine Beziehung zu sein, darf man davon ausgehen, dass diese Person geschieden ist?

Ich habe einen Mann kennengelernt. Es stellte sich dann heraus, dass er zwar getrennt, aber noch verheiratet ist. Im Nestmodel schlafen sie abwechslungsweise im Ehebett. Die Ehefrau hat dann reklamiert, als ich dort übernachtet habe.

Er sieht es so, dass er wirklich getrennt und offen für eine Beziehung ist. Die romantische Beziehung sei beendet. Mir kommt es so vor, als sei er nicht ehrlich gewesen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass jemand unter single auch “getrennt”, rechtlich: Eheschutzmassnahmen, versteht und das Noch-Verheiratet-Sein einfach nur eine nicht erwähnenswerte Nebensache ist. Aus meiner Sicht ist man nicht singel, wenn noch verheiratet ist, unabhängig von der Trennung oder nicht.

Bin ich im falschen Film? Ich kann doch nicht im Voraus per Fragenkatalog alles mögliche abklappern? Oder ist es meine Verantwortung sicherzustellen, was beide unter single verstehen?

Unsere Antwort

Ich kann mir deine Enttäuschung gut vorstellen, als du erfahren hast, dass er noch verheiratet ist und zudem das Ehebett noch abwechselnd von beiden genutzt wird.

Über den genauen Ablauf eures Kennenlernens weiß ich nicht Bescheid. Wann hat er dir diese Informationen gegeben?

Es wäre fair von ihm gewesen, dir diese Information zur Verfügung zu stellen, bevor du dich auf ihn einlässt.

Nun bleibt die Frage, wie du damit umgehen möchtest. Ist noch Vertrauen da? Möchtest du die Beziehung fortführen? Welche guten Gründe gibt es dafür? Und welche dagegen?

Wenn du eine fremde Person kennenlernst, gibt es immer ein Risiko. Denn du kannst diese Person noch nicht einschätzen. Dafür kennst du sie schlicht zu wenig. Das fällt nochmal mehr beim Online-Dating ins Gewicht, weil auch dein soziales Umfeld keine Einschätzungen zu der Person abgeben kann. Wobei es auch beim Kennenlernen im echten Leben ziemlich böse Überraschungen und große Enttäuschungen geben kann.

Womöglich bist du in Zukunft vorsichtiger und fragst nach, was single bedeutet. Oder du verbuchst es als eine schwierige Erfahrung, die sich aber nicht wiederholen muss. Es gibt beim Kennenlernen immer eine Balance zwischen Vertrauensvorschuss und dem Abklären wichtiger Fakten.

Gibt es noch etwas, wobei ich dich unterstützen kann?

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Frage Nr. 40066 von 20.07.2025

Liebe Lilli,
Ich (27w) wurde vor einem Jahr nach 6-7 Jahren Beziehung von meinem damaligen Partner verlassen. Die Trennung war ein bisschen schwierig und hat sich auch über ein 3/4Jahr hinweg gezogen.
Es ging mir letztes Jahr mental sehr schlecht deswegen.
Seit diesem Jahr geht es mir zunehmend besser und ich habe bestimmte Gedanken und Gefühle nochmals aufgearbeiten können um einen Abschluss zu diesem Thema zu finden. Seitdem fühle ich mich deutlich befreiter.
Aktuell bin ich auch glücklich als Single und habe mich darauf eingestellt, auch für eine Weile Single zu bleiben. Es fühlt sich an wie das erste Mal, dass ich als erwachsene Person ohne eine romantische Beziehung lebe (ist es ja irgendwie auch) und ich entdecke gerade meine Freude daran.
Nun zum eigentlichen Thema.

Ich habe über die letzten Wochen bis Monate zufällig jemand Neuen kennengelernt (nicht im romantischen/dating Kontext) und habe relativ früh gemerkt, dass er möglicherweise Gefühle für mich entwickelt hat, und diese Annahme hat sich mittlerweile auch offiziell bestätigt. Ich selbst habe auch schon länger einen Crush auf ihn, gleichzeitig bringt die ganze Sache meine Gefühle komplett durcheinander und ich schwanke die ganze Zeit hin und her, da er mir eigentlich schon sehr gefällt, ich aktuell aber noch keine neue Beziehung will.

Manchmal erwische ich mich auch dabei, dass ich ihn mit meinem Ex vergleiche, was mich nervt. Mein Gefühl sagt mir, dass ich jetzt noch keine Beziehung eingehen sollte.
Als er zufällig erfahren hat, dass ich im Moment noch nicht Daten will, schien er etwas betroffen darüber zu sein, daher habe ich mit ihm das Gespräch gesucht und ihm gesagt, dass es mir grundsätzlich ähnlich geht, ich aber noch Zeit brauche, das scheint auch für ihn erstmal so in Ordnung zu sein. Als wir uns am nächsten Tag wieder gesehen haben war es ein bisschen seltsam, weil ich gar nicht mehr weiß, wie ich mich ihm gegenüber jetzt verhalten soll, da ich ihm ein bisschen nahe sein, gleichzeitig aber auch noch eine gewisse Distanz waren will.

Habe ich das Richtige gesagt oder ist es besser für ihn wenn ich ihn weiter ziehen lasse? Habt ihr vielleicht Tipps wie ich mich ihm gegenüber am besten verhalten kann, jetzt wo wir das Thema offen ausgesprochen haben? Sollte ich es erstmal auf einer reinen freundschaftliche Ebene belassen?
Danke für eure Hilfe, lg.

Unsere Antwort

Zunächst einmal: Du klingst sehr reflektiert und scheinst auf einem guten Weg zu sein. Du bist ehrlich zu dir selbst und zu der Person, die du neu kennengelernt hast. Du hast dir Zeit genommen, in dich hineingehört und offen kommuniziert, was du im Moment möchtest und was nicht. Mach weiter so! Hör auf dein Gefühl und mach das, was sich gut und richtig anfühlt. Du darfst dir auch Zeit lassen und ausprobieren, wie du weiter vorgehen möchtest. Es ist deine Entscheidung, ob du es auf freundschaftlicher Ebene belassen möchtest oder nicht.

Genauso kann auch er für sich selbst entscheiden. Du schreibst, dass du ihm gesagt hast, dass du Zeit brauchst, und dies für ihn in Ordnung zu sein scheint. Falls sich das ändern sollte, ist es seine Entscheidung und Verantwortung, wie er damit umgeht.

Es ist verständlich, dass du jetzt etwas verunsichert bist, wie du dich ihm gegenüber verhalten sollst. Achte dabei weiter auf deine Gefühle und darauf, womit du dich wohlfühlst. Wenn du zum Beispiel merkst, dass er Nähe sucht, die sich für dich gerade nicht richtig anfühlt, kannst du ihm das freundlich sagen. Wenn du hingegen merkst, dass du dir selbst Nähe wünschst, dann darfst du sie auch zulassen.

Du musst nicht sofort eine Entscheidung treffen. Du kannst auch abwarten und schauen, wie sich die Beziehung zwischen euch entwickelt. Ohne dich dabei unter Druck zu setzen.

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Frage Nr. 40060 von 19.07.2025

Hallo liebes Team,

ich bin M26 und seit [wenigen] Monaten mit meiner Freundin (W23) zusammen und etwas überfordert. Ich bin mit ihr in meiner ersten Beziehung, [...]
Ich versuche mich kurz zu halten und werde teilweise Themenbereiche nur oberflächlich anreißen. Ansonsten könnte das hier zu einem Roman werden (was es wahrscheinlich ohnehin schon wird).

Ein wenig Vorwissen zu ihr:
Sie kommt aus einem schwierigen Elternhaus, wohnt allerdings nach wie vor zu Hause. Der Erziehungsstil ihrer Eltern (vorrangig vonseiten ihrer Mutter) sieht und sah folgendermaßen aus: Sie hat ihr Versprechen aufgedrückt, die sie einzuhalten hatte. Wurden diese gebrochen oder wenn sie generell nicht das getan hat, was ihre Eltern wollten, wird oder wurde sie für mehrere Tage ignoriert, ihr die Liebe entzogen, etc.
Heute sieht es so aus, dass ihre Mutter sie nicht loslassen kann und sehr eifersüchtig ist, dass wir Zeit miteinander verbringen.
[...]
Beim Thema Sex war es meiner Freundin immer wichtig, ihr erstes Mal mit „dem Richtigen“ zu haben und auch nur mit einem einzigen Mann zu schlafen.

Nun zu den eigentlichen Themen, die mich belasten…
[Sie] erzählte mir, ihr Ex-Freund habe sie über ein Jahr hinweg mehrfach vergewaltigt.
Das war für mich natürlich ein Schock und ich musste ihr erst einmal klar machen, dass sie dafür keine Verantwortung hat, und habe versucht, sie etwas aufzubauen.
In Therapie war sie nie und hat auch mit niemandem darüber geredet, außer mit einer Internetbekanntschaft (die das Ganze wohl eher schlimmer als besser gemacht hat).
Daraufhin begann sie immer wieder, Details mit mir zu teilen, wobei sich allerdings Widersprüche in ihren Erzählungen auftaten.
Da mich diese Widersprüche stutzig machten, hakte ich dann auch selbst immer wieder nach.
Generell hatte ich nie das Gefühl, dass sie 100% ehrlich zu sich selbst noch zu mir ist, was diese [...] Beziehung anging.

Durch die vielen Gespräche, die wir darüber hatten, konnte ich mir eine Version ableiten, die sie mir schlussendlich so bestätigt hat (es gäbe wohl immer noch Abweichungen, aber sie hat sie bisher nicht mit mir geteilt oder teilen wollen):

Sie wurde nie vergewaltigt.
[...]
So kam es dann dazu, dass sie manchmal nach ein paar Stunden aus schlechtem Gewissen mit ihm geschlafen hat.
Generell meinte sie wohl, sie habe sich benutzt gefühlt, auch da es weder ein Vorspiel o.ä. gab noch auf ihre Bedürfnisse eingegangen wurde.
Er hat also mit ihr geschlafen, und wenn er gekommen ist, war die Sache dann zu Ende.
Dennoch hat sie sich gerne mit ihm getroffen und erst bei den letzten paar Treffen keine Lust mehr gehabt, ihn zu sehen.

Ergänzend hierzu: Sie hat nie gesagt, was sie möchte und wie sie sich wohlfühlt, sondern einfach „mit sich machen lassen“. Sie hat auch nie kommuniziert, wenn sie etwas nicht wollte. Wenn sie dann doch einmal etwas gesagt hat, was sie nicht mag, war das wohl nie wieder ein Thema.
[...]

[...]
Vor ein paar Wochen hat sich meine Freundin dann bei mir entschuldigt.
Es sei sehr egoistisch gewesen, mir zu sagen, sie sei vergewaltigt worden.
Sie habe sich das über all die Jahre (fünf um genau zu sein) eingeredet, um sich nicht einzugestehen, dass sie ihr erstes Mal „mit dem Falschen“ hatte. Zudem hatte sie massive Angst, dass sie einmal jemand mag und dieser sie dann ablehnt, weil sie nicht mehr „unschuldig“ war.

Mein Problem mit der ganzen Sache ist Folgendes: Mittlerweile hat sie mir so viele Varianten erzählt (sowohl ganz negativ als auch nicht negativ), dass ich nicht mehr weiß, was genau ich ihr glauben kann. Auch weil nach wie vor Dinge nicht zusammenpassen.
Ich habe das Gefühl, dass sie die ganze Beziehung viel negativer darstellt, als sie tatsächlich war. Auch weil die Mutter ihr (wahrscheinlich) vieles eingeredet hat, was den Ex-Freund angeht.
Und ich habe das Gefühl, dass sie ihn sehr gemocht hat und sich das jetzt nicht eingestehen möchte, weil sie ihm „das erste Mal“ geschenkt hat und die Beziehung am Ende in die Brüche gegangen ist.
Dass er sauer oder beleidigt etc. war, wenn sie nicht mit ihm schlafen wollte, ist natürlich dennoch nicht in Ordnung.
Von dem, was sie aber sonst erzählt hat, hat er sie wirklich sehr geliebt und wollte ihr nie etwas Böses. Sie haben halt nicht miteinander geredet und sie hat nie Grenzen gesetzt.
Das will sie aber nicht wahrhaben und wirft ihm vor, er habe sie manipuliert und ausgenutzt.

Dadurch, dass sie die Sachen anfangs so schrecklich erzählt hat, habe ich seit Monaten Schlafprobleme und ich sehe eigentlich ständig von meinem inneren Auge, wie die beiden miteinander schlafen.
Anfangs waren es noch sehr gewaltvolle Szenen (im Sinne einer Vergewaltigung), mittlerweile sehe ich nur noch, wie sie „normal“ miteinander schlafen und er dann in ihr kommt. Manchmal sehe ich, wie sie während des GV anfängt zu weinen und er dann aufhört.

Zudem übt ihre Mutter wieder Druck auf sie aus. Sie hat mittlerweile Angst davor, zu sagen, dass sie sich mit mir treffen möchte.
Häufig, wenn wir uns sehen, weint sie wegen des emotionalen Drucks, den ihre Mutter auf sie ausübt, oder redet sich ein, sie sei ein schlechter Mensch und falle allen zur Last. Letzteres vermutlich auch, weil sie gelegentlich mitbekommt, dass es mir nicht so wirklich gut geht wegen allem.
[...]

Mich belastet die ganze Situation sehr und ich weiß langsam nicht mehr, wie ich mir oder ihr helfen kann.
Und ich merke, dass ich mittlerweile etwas unglücklich und erschöpft bin.
Ich habe mir meine erste Beziehung etwas anders vorgestellt…
Ich mag sie aber wirklich sehr gerne und möchte weiter mit ihr zusammen sein.
Habt ihr mir vllt. ein paar Ratschläge, wie man am besten weitermachen kann?

Vielen Dank für eure Antwort und eure Zeit.
Liebe Grüße

Unsere Antwort

Wir haben deine Anfrage gekürzt, um deine Anonymität sicher zu stellen.

Ich kann sehr gut verstehen, dass du deine Beziehungserfahrung als schwierig und überfordernd beschreibst. Die Mutter und die Ex-Partner-Geschichte nehmen sehr viel Platz ein. Sie weint viel, teilt Details mit dir, du verwendest viel Energie darauf, die Geschichte zu verstehen... Wo bleibt da Zeit für euch beide im Hier und Jetzt und dafür, euch eine Zukunft miteinander aufzubauen? 

Deine Freundin hat heftige emotionale Gewalt erlebt in ihrer Kindheit und erlebt das heute auch noch. Du pflegst einen sehr zugewandten Umgang mit deiner Freundin und machst dir viele Gedanken um ihre Erlebnisse und ihren Umgang damit. Dich belastet das mittlerweile auch.

Es ist hohe Kunst, in solchen Fällen Grenzen zu setzen, und dem eigenen Wohlergehen Priorität einzuräumen.

So wie du es beschreibst, hast du erkannt, dass deine Freundin große Schwierigkeiten damit hat, Grenzen zu setzen. Und du erkennst, wie schwierig Beziehungen werden können, wenn wichtige Grenzen nicht gesetzt werden. Und genau diese Erkenntnis finde ich für dich sehr wichtig.

Das, was ich schreibe, klingt vielleicht erstmal für dich wie das Gegenteil von liebevoll. Aber du merkst selbst, dass du am Rande deiner Kapazität angelangt bist. Sei ehrlich mit dir, wie viel von ihren Geschichten du dir anhören kannst. Ganz entscheidend für eure gemeinsame Zukunft ist, dass du Grenzen setzt.

Deine Freundin hat schlimmes erlebt und erlebt das heute auch noch. Dennoch braucht sie einen Beziehungspartner, der ihr aufzeigt, wo ihre Verantwortung liegt. Wenn sie eine langfristige liebevolle Beziehung mit dir führen will, tut sie gut daran, sich um ihre Themen zu kümmern. Ich halte es für eine gute Idee, dass du sie daran teilhaben lässt, wie sehr dich die bisherigen Themen belasten und dass du etwas anderes von ihr brauchst, um in dieser Beziehung glücklich zu sein. Es wäre in Ordnung zu sagen: Du möchtest die Beziehung zu ihr frei von solchen schweren Themen halten.

Deine Freundin ist seit 5 Jahren volljährig. Sie muss ihrer Mutter nichts davon erzählen, wohin sie geht und mit wem sie sich trifft. Es braucht ihrerseits die Bereitschaft, sich von der Kontrolle ihrer Mutter zu lösen. Sieht deine Freundin die Dynamiken in ihrer Familie auch? Oder siehst du das und sie verneint das? Meine klare Empfehlung ist, dass sie sich dazu Unterstützung von Fachpersonen holt.

Es ist dir hoch anzurechnen, dass du ihr beistehen möchtest. Dennoch ist es für dein Wohlergehen unglaublich wichtig, dass du deine Partnerin als erwachsene Frau anerkennst, die ihren Anteil zu eurer Beziehung beiträgt. Du bist nicht ihr Retter.

Es ist wirklich eine sehr herausfordernde Situation, in der du dich befindest. Es wäre eine gute Idee, dazu gemeinsam eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Eine Beziehungs- und Familienberatung wäre das richtige. Die Fragestellung, die ihr bearbeitet ist: "Wie könnt ihr die Beziehung bestreiten trotz dieses Rucksacks, den sie mitschleppt?" Je früher ihr euch diese Unterstützung holt, umso besser. Viele Paare holen sich zu spät Hilfe.

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Frage Nr. 40053 von 18.07.2025

Hallo Lilli,

ich beziehe mich auf 40023. Vielen Dank für eure Antwort :-)

Ihr habt wahrscheinlich Recht, dass mein Partner eine Erregungstechnik mit viel Druck hat. Ich habe ihn bereits vorsichtig darauf angesprochen. Aber ich bin damit auf ziemlich viel Widerstand gestoßen, denn ich sei die einzige Frau, mit der er dieses Problem habe, deshalb liegt es eher an mir... sonst wäre das ja bei den anderen Frauen auch so gewesen... dem kann ich natürlich nichts entgegnen.

Ich habe mir ein Biofeedbackgerät verschreiben lassen, um den Druck in meiner Vagina zu messen... das Gerät zeigt an, dass die Beckenbodenmuskeln eher hyperton sind, und sagt ständig: Schwächer, Schwächer... weil zu viel Spannung da ist. Deshalb funktioniert auch das Trainigsprogramm nicht, weil das Gerät immer nur dieses Feedback in der Loslassphase gibt. Meine Frauenärztin findet mich auch normal und nicht zu weit.

Für mich ist der Sex inzwischen tatsächlich nicht mehr schön. Ich habe das Gefühl, zu enttäuschen und fühle mich hilflos. Auch kann ich nur sehr schwer annehmen, wenn etwas für mich getan wird, das ist generell ein Problem von mir. Auch habe ich oft eher Schmerzen beim Sex und fühle mich als ob die Vagina zu eng wäre, was sicherlich mit der Beckenspannung zusammenhängt. Die wiederum kommt wahrscheinlich von der Angst, wieder zu enttäuschen und nicht gut genug zu sein... Teufelskreis.

Was uns weiterbringen würde... ich weiß es nicht. Ich hoffte, es seien eure Übungen und Tipps. Aber ich setze die schon lange um, aber es ändert sich nichts. Er müsste wahrscheinlich auch an sich arbeiten... auch wenn ich mich tatsächlich wundere, dass mit anderen Frauen das Problem offenbar nicht bestand.

Und zu den Vergangenheitsgeschichten... was würde da weiterbringen? Ich weiß es nicht. Wenn ich es wüsste, hätte ich nicht euch geschrieben... Ich habe nichts gegen Pornos, Swingerclubbesuche etc. Aber ich finde Frauenkörper einfach nicht erotisch. Es ist ein Teil von mir, den ich mir nicht abtrainieren kann. Ich bringe einfach die Eigenschaft "Bi" nicht mit.... und sehe auch keine Kompromisse, wie sollten die denn aussehen? für mich ist das wie Schwanger sein: Ganz oder gar nicht, ein bisschen schwanger gibt es ja auch nicht... und für mich deshalb auch nicht ein "bisschen Bi sein"....

Vielen Dank.

Unsere Antwort

Vielen Dank, dass du nochmal geschrieben hast. Jetzt habe ich mehr Informationen, um dir weiterzuhelfen. Schau mal, wie bei dir ankommt, was ich dir jetzt schreibe. Mir ist es ein Anliegen, dir die Dinge aufzuzeigen, die du vielleicht übersiehst.

Du hast bereits objektive Belege dafür, dass deine Vagina eher zu viel als zu wenig anspannt. In dieser Richtung geht es also nicht weiter.

So, wie du es beschreibst, weist dein Partner jede Verantwortung von sich und sieht zu, wie du dir größte Mühe gibst ohne selbst einen Finger krumm zu machen. Was glaubst du, geht in seinem Kopf vor, wenn er sich so verhält? Versuche dich wirklich in ihn hineinzuversetzen. Was hat er davon, sich auf diese Weise zu verhalten? Das ist ein ganz wichtiger Schritt. Denn aktuell habe ich den Eindruck, du denkst von ihm "Der Arme kommt gar nicht auf seine Kosten mit mir. Er leidet und ich muss ihm helfen, damit es ihm besser geht in unserer Beziehung, sonst kann ich nicht mithalten mit seinen Ex-Partnerinnen" An deiner Stelle würde ich das in Zweifel ziehen, denn dafür schaut er schon viel zu lange zu, wie du dir größte Mühe gibst.

Viele Menschen haben sogenannte "Blinde Flecken" für bestimmtes unangemessenes Verhalten von Mitmenschen. Ich frage mich, ob es bei dir solche blinde Flecken gibt, weshalb dir sein Verhalten nicht zu denken gibt. Kennst du solches Verhalten zum Beispiel aus deiner Familie? Du gehst ganz schön weit, um es deinem Partner recht zu machen. Solche Strategien entwickeln wir nicht ohne Grund. Was dich hier weiterbringt, ist, Mitgefühl für dich zu entwickeln unter welchem Anpassungsdruck du auf diese Strategien zurückgegriffen hast.

Du schreibst: "Dem kannst du natürlich nichts entgegnen" Das sehe ich anders. Du könntest sagen: "Und du bist mit mir in einer Beziehung und ich möchte, dass du dazu beiträgst, dass wir guten Sex miteinander haben. Für mich ist unser Sex nicht mehr schön. Ich habe den Eindruck, ich bin eine ständige Enttäuschung für dich. Noch dazu halte ich Schmerzen beim Sex aus, in der Hoffnung, dir das bieten zu können, was du möchtest. Und ich will das so nicht mehr." Meine Sichtweise ist: Dein Partner geht unangemessen mit dir um. An deiner Stelle würde ich ihm ganz klar sagen, dass du am Ende dessen bist, was du machen kannst und möchtest, dass er etwas beiträgt.

Du schreibst, dass es dir schwerfällt, anzunehmen, wenn etwas für dich getan wird. Das halte ich für ein unglaublich spannendes Lernfeld für dich. Wenn du etwas üben möchtest, was dich wirklich weiterbringt, dann verwende deine Energie darauf. Verwende deine Energie für ein Gefühl von: Ich bin genug. Ich bin wertvoll. Ich brauche keine Schmerzen aushalten. Ich umgebe mich mit Menschen, die es gut mit mir meinen.

Wie du wahrscheinlich bemerkst, habe ich eine ziemlich andere Einstellung dazu, was euch in eurer Beziehung weiterbringt. Wie kommt das bei dir an?

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Für Zwischendurch empfehle ich dir, deine Gedanken für dich zu verschriftlichen und auch Gespräche mit Vertrauenspersonen zu führen.

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Frage Nr. 40049 von 17.07.2025

Hallo lilli

Ich bin ein 27 jähriger, noch junger mann.
Langsam fange ich an meinen zierlichen Körper etwas mehr zu mögen. Beim Sport(karate) und beim theaterspielen wirke ich schon selbstbewusst aber im Umgang mit Frauen, die mir gefallen, bin ich meist sehr schüchtern.
Ich mag beyonce. Der Song "Run the world, girls" gefällt mir sehr gut. Er ist vielleicht etwas feministisch und ich kenne viele männer die ihn deshalb nicht mögen. Aber ich finde den Text und den Rhythmus genial, sexy und gar nicht so unwahr. Ich habe eine Vorliebe für schwarze Frauen, nicht dass mir andere frauentypen nicht auch gefallen könnten aber es sind schon des öfteren schwarze.
Als ich vor einer Woche im Supermarkt war, fiel mir eine verkäuferin auf die gerade lebensmittel in die regale schlichtete. Sie war schwarz, hatte einen schönen Hintern, das schöne Gesicht wirkte durch die dezente Brille auf eine süße und etwas ernste weise intelligent und diese geflochtenen Haare waren zusätzlich wie ein Magnet für mich. Ich musste immer wieder mal zu ihr hinsehen. Als sie mich ansah schaute ich immer gleich weg. Ich hab mich absichtlich immer etwas in der Nähe aufgehalten und überlegte verzweifelt was ich ihr sagen könnte, aber ich war einfach zu schüchtern und überfordert. Ich brauchte Freilandeier fürs Frühstück . Sie war gerade dabei die Eier einzuschlichten. Ich ging hin und nahm mir welche. Sie bemerkte mich und sagte Hallo. Ich grüßte verlegen zurück nahm die Eier und ging schnell wieder weil ich zu nervös war.
Wie hätte ich mit ihr etwas reden können. Was hätte ich sagen sollen. Hätte ich mit ihr reden sollen? Was sagt man in so einer Situation. Wenn ich sie vielleicht wieder sehe möchte ich nicht so schüchtern sein, sie vielleicht anlächeln oder etwas charmantes sagen. Ein nettes Gespräch beginnen. Kann man das machen oder ist es eher unangebracht.

Unsere Antwort

Es ist ganz normal, dass du am Anfang im Umgang mit Frauen noch etwas schüchtern bist. Aber du scheinst schon grosse Fortschritte gemacht zu haben. Es ist toll, dass du deinen Körper immer mehr magst und dass du durch Karate und Theaterspielen immer selbstbewusster wirst. Kennst du schon diesen Text? Dort findest du Tipps, wie du auch beim Daten selbstsicherer werden kannst.

Wenn du die Verkäuferin wiedersiehst, kannst du natürlich versuchen, ein Gespräch anzufangen. Das ist nicht unangebracht. Wichtig dabei ist, dass du auf ihre Reaktion achtest. Du könntest zum Beispiel damit anfangen, sie anzulächeln, und zu schauen, wie sie reagiert. Lächelt sie zurück? Scheint sie sich über dein Lächeln zu freuen? Schaut sie immer wieder zu dir hin? Das sind Zeichen dafür, dass sie Interesse an dir hat. Mehr dazu erfährst du im Text Tipps fürs Flirten.

Im nächsten Schritt könntest du auf sie zugehen und ein Gespräch beginnen. Du könntest sie begrüssen mit «Hallo, ich heisse…», «Ich seh dich oft hier». Es hängt nicht die Welt davon ab, was du sagst. Wenn sie dich kennen lernen will, wird sie dann auch mit dafür sorgen, dass sich ein kleines Gespräch entwickelt. Du kannst dich umschauen, was um euch herum passiert, und beginnst mit einer Bemerkung über das, was du siehst oder hörst. Dann könnt ihr darüber ganz unverbindlich zu reden beginnen und das Eis so brechen. Es ist ausserdem hilfreich, wenn du dir vor dem Gespräch vorstellst, was du ihr sagen willst, welche Fragen du stellen möchtest und was du auf ihre Fragen antworten möchtest. Gut ist, wenn du das abends vor dem Einschlafen machst. Sachen, die wir direkt vor dem Einschlafen durchspielen oder durchdenken, prägen wir uns nämlich besser ein. In diesem Text findest du weitere Tipps, wie du ein Gespräch beginnen kannst.

Wenn du sie ansprichst, achte weiter darauf, wie sie reagiert. Geht sie auf das Gespräch ein? Lächelt sie? Stellt sie auch dir Fragen? Das sind alles Zeichen dafür, dass sie sich wohlfühlt und gerne mit dir redet. Antwortet sie eher knapp? Versucht sie das Gespräch abzuwimmeln? Dann hat sie vermutlich kein Interesse und das solltest du respektieren. Sollte das der Fall sein, dann kann dir dieser Text helfen.

Kennst du schon unser Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen? Dort findest du viele weitere Tipps.

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Frage Nr. 40037 von 14.07.2025

Woher weiß ich ob der junge mich verarscht oder mivh wirklich mag

Unsere Antwort

Mich würde interessieren, wieso du diese Frage stellst. Kannst du mir etwas mehr dazu erzählen, was du mit dem Jungen erlebst? Trefft ihr euch regelmässig? Schreibt ihr euch Nachrichten? Worüber redet ihr? Probiert ihr euch sexuell miteinander aus? Wie fühlt es sich für dich mit ihm an?

Es ist nicht ganz einfach, die Absichten anderer Menschen zu erkennen. Insbesondere wenn du in ihn verliebt bist, blendest du wahrscheinlich unschöne Verhaltensweisen aus.

Wichtig ist, dass du die Fähigkeit entwickelst und übst, für dich da zu sein. Das bedeutet zum Beispiel: Du sprichst es an, wenn dir etwas komisch vorkommt. Du sagst, was du dir wünschst und schaust, wie er damit umgeht. Denn das Ausblenden führt langfristig nicht zu guten Beziehungen. Kurzfristig vermeidest du damit Streit. Langfristig vermeidet ihr wichtige Auseinandersetzungen, die für das Kennenlernen und euren Umgang miteinander wichtig wären. Das Ansprechen und Lösungen finden führt langfristig zu guten Beziehungen.

Nehmen wir an, er sagt mehrmals hintereinander eine Verabredung kurzfristig ab. Dann kannst du sagen: "Ich habe mir unsere Verabredung fest eingeplant. Ich finde es ärgerlich, wenn ich mich darauf nicht verlassen kann." Und dann schaust du, wie er reagiert. Wenn er dich wirklich mag und deine Bedürfnisse genauso ernst nimmt wie seine, wird er sich vermutlich entschuldigen und das nächste Mal verlässlicher sein.

Ich empfehle dir auch, Freundinnen oder anderen Vertrauenspersonen davon zu erzählen, was du mit ihm erlebst. Sie sehen häufig klarer und können dir eine Einschätzung geben, ob er vertrauenswürdig ist oder nicht.

Insgesamt ist es eine gute Idee, langsam vorzugehen und Menschen erst genauer kennenzulernen. Dann kannst du sie gut einschätzen, bevor du dich auf eine nähere Begegnung einlässt.

Unser Fragefenster macht jetzt Sommerpause. Falls du weitere Fragen hast, schreib uns einfach nach den Ferien wieder und gib bitte diese Nummer an.

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Frage Nr. 40032 von 13.07.2025

Liebes Lilli-Team
Mein Partner (33j) und ich versuchen seit wenigen Wochen schwanger zu werden. Wir sind seit vielen Jahren zusammen, Kinder waren immer ein Thema. Wir reden offen über alles, auch Ängste, Sorgen etc. Er ist der geduldigste und verständnisvollste Mensch den ich kenne. Sein Kinderwunsch ist riesig und schon lange vorhanden. In meinee Vorstellung sind auch Kinder in Zukunft, jedoch brauchd ich länger, um damit warm zu werden (Gedanken und Gespräche wie: Ich liebe meinen Job zu sehr, ich will meinen Körper nicht verändern, ich möchte mit dir noch reisen und Ferien machen etc.) Die mich beschäftigen, mit denen ich aber meiner Meinung nach jetzt Frieden geschlossen habe, (Reise ist gemacht, Ferien gehen auch dann noch) die für ihn aber zweitrangig sind.

Als wir sagten, jetzt probieren wirs, war beim 1. Versuch die Initiative von mir. Als er dann zwei Tage später nochmals wollte (die fruchtbaren Tage von Beginn weg voll ausnutzen - denn wer weiss wie lange es geht, bis es klappt?), kriegte ich plötzlich Schiss, ich wusste nicht, ob ich wirklich bereit bin, eir habens dann nicht mehr versucht - und war ziemlich froh, als der Test dann negativ war.

Beim zweiten Zeitfenster kam die Initiative von ihm. Ich war da beruflich sehr im Stress und der Gedanke "es" auf Knopfdruck zu tun und es könnte das Leben total verändern, stresste mich sehr. Wir haben / brauchen nicht viel GV, deshalb war es für mich umso komischer, es nun alle zwei Tage tun zu müssen. Er sagt, das sei halt Arbeit, das sagen alle. Er stellt den Kinderwunsch darüber. Das endete in einer nächtlichen Diskussion, die mich zum Weinen und schier an einen kleinen Nervenzusammenbruch brachte (bin ich komisch, dass ich das jetzt nicht will - war mega gestresst und viel um die Ohren. Er meinte, wir machen da jetzt was Positives draus. Wir sind schon älter, alle haben Kids, ich habe iwie Angst vor dem Schwanger sein, Veränderung, nichts ist planbar, habe gerne alles organisiert und geplant) und gleichzeitig denke ich schon, dass ich Familie und Kinder will.

Dazu wichtig: er drängt mich zu nichts. Ich fühle mich stets 100% wohl und gehört, er fragt xmal nach, ob es stimmt, bevor wir es tun. Wir taten es dann auch noch am selben Abend. War für uns beide aber logischerweise mental sehr stressig. Der übernächste Abend bereitete mir auch wieder Nervosität, es war aber von mir aus, da ich mich darauf "einrichten" konnte. Bedenken und Tränen gabs bei mir trotzdem vorher...

Einige Tage später war ich überhaupt nicht in Stimmung, er wollte das angefangene Fenster aber nicht verstreichen lassen. Es mündete auch wieder in einer langen Diskussion und Tränen meinerseits (warum bin ich so? Wieso so ängstlich), die ihn ermüdete, mental und körperlich, so dass ee stundenlang probierte, er aber gar nicht mehr einzuführen war. Also auch sehr zermürbend. In einer sehr langen Diskussion, legten wir beide unsere Sicht dar. Ich schlug vor, mal von den zwei versuchten Fenstern das nächste ohne Stress zu nehmen und mich entscheiden zu lassen, wann wir es tun. Und nicht dann wenn Tag 1 ist und gleich alle zwei Tage. Das stresst mich zu fest. Das versteht er absolut.

Meine Sorge ist jetzt va, ob bei mir psychisch allss ok ist. Heute einen Artikel über regretting motherhood gelesen, gleich Angst, dass ich das auch haben könnte. Dabei bin ich ja nicht mal schwanger. Heute von einer Freundin erfahren, das sie schwanger ist. Freund: alle haben Kinder ausser wir. Jetzt bin ich wieder so nervös und mache mir Sorgen, dass ich mir zu viele Sorgen ums Schwangerwerden mache, zu kompliziert bim beim Kindermachem etc. Icj hoffe, ihr versteht, was ich damit meine und habt vielleicht einen Tipp, wie ich mich meine Sorgen, Unplanbarkeiten und Ängsten diesbezüglich stellen kann.
Vielen herzlichen Dank fürs Beantworten. Ich bin gespannt auf die Rückmeldung!

Unsere Antwort

Du bist nicht allein mit solchen Ängsten. Das kennen viele Frauen (und Männer), dass sie Angst kriegen und ambivalente Gefühle haben, wenn es konkret darum geht, zu versuchen schwanger zu werden. Denn es ist ja auch ein grosser Schritt, und Kinder zu bekommen verändert das Leben ja tatsächlich stark. Von dem her können Ängste und Zweifel normale psychische Reaktionen sein.

Ich finde gut, dass du deine schwierigen Gefühle wahrnehmen und kommunizieren kannst und dass du auch mit deinem Freund darüber sprichst und er verständnisvoll reagiert. Meistens ist es ein Prozess, in den man hineinwächst, vom Überlegen, ob man überhaupt Kinder möchte, übers Ausdiskutieren mit dem Partner, es sich vorstellen zu können, Mutter/Eltern zu werden bis zum konkreten Probieren und wirklich schwanger werden. Unsicherheiten in dieser Zeit sind sehr häufig, und es gilt, einen Umgang damit zu finden. Ein unterschiedlich starker Kinderwunsch bei den beiden Partnern kann eine zusätzliche Herausforderung sein.

Ich finde deinen Plan gut, dass du gut auf dich hörst und bei der nächsten fruchtbaren Phase du bestimmst, ob, wann und wie oft ihr Sex miteinander habt. Es gibt im Moment ja keinen Zeitdruck, und ich würde euch empfehlen, euch nicht zu stark unter Druck zu setzen, dass es gleich klappen muss, sondern dass ihr es vorerst langsam und entspannt angeht, im Sinn von es kann aber muss nicht. Wenn du anhaltend unter starken Ängsten und Stress leidest, kannst du dich eventuell psychologisch begleiten lassen. Auch eine Kinderwunschberatung könnte euch helfen, auf euer Befinden rund um den Kinderwunsch einzugehen.

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Frage Nr. 40029 von 13.07.2025

39961

"Zum Schluss überlegst du noch, ob du vielleicht Frauen daten solltest, die älter sind als du. Das kannst du natürlich machen, wenn du darauf Lust hast. Aber mach das nicht einfach aus Angst davor, dass sich Frauen in deinem Alter nicht für dich interessieren könnten."

Ich habe es versucht, Frauen in meinem alter zu Daten... Hatte nie Matches auf Dating-Apps, da ich nicht gut genug aussehe. Und Frauen ansprechen hat auch nicht funktioniert. Frauen im Freundeskreis habe ich nicht. Wenn ich mal Hobbys nachgegangen bin, waren da nur Männer. Wenn man unterwegs war und es kamen irgendwie Frauen dazu waren sie vergeben oder hatten kein Interesse. In der Schulzeit war das aber auch schon, ich war halt nie der Hingucker für Frauen.

Deshalb die Überlegung, ältere Frauen zu Daten. Mit dem alter 40 stehen denke ich nicht mehr so viele Männer in der Schlange, weshalb ich dann eventuell Chancen hätte und nicht soviel mit anderen Männern konkurriere müsste.

Unsere Antwort

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass du auch bei Frauen in deinem Alter erfolgreich sein kannst. Lies doch nochmal die Antworten auf deine vorherigen Fragen. Dort hatte ich bereits viele Tipps gegeben, wie du dich in deinem Körper wohler fühlen und sexuell selbstsicherer und attraktiver werden kannst. Und du hattest ja auch geschrieben, dass du angefangen hast, die Übungen aus dem Buch "Klappt's?" zu machen, und dass du dich dadurch bereits etwas besser fühlst. Bleib da unbedingt dran!

Zu den von dir genannten Situationen, möchte ich dir gerne auch noch ein paar Tipps geben. Du schreibst, dass du auf Dating-Apps keine Matches bekommst. Da könntest du mal mit verschiedenen Arten von Fotos experimentieren. Hobbys kannst du dir gezielt welche suchen, bei denen auch Frauen mitmachen. Und wenn du unterwegs bist und Frauen dazukommen, versuch mal, sie nicht nur als potenzielle Sexpartnerinnnen kennenlernen zu wollen. Vielleicht verstehst du dich auch einfach freundschaftlich gut mit ihnen. Wenn du auf freundschaftlicher Ebene und ohne Hintergedanken Zeit mit Frauen verbringst, kann dir das helfen, dich grundsätzlich in der Gegenwart von Frauen wohler zu fühlen. Und dann verbringen Frauen auch gerne Zeit mit dir.

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Frage Nr. 40023 von 11.07.2025

Hallo Lilli,

ich bin mit meinem Partner schon einige Jahre zusammen, aber leider ist der Sex nicht gut, ich kann es einfach nicht lernen. Ich praktiziere seit Jahren eure Übungen, aber ich kann ihn nicht befriedigen. Ansonsten ist alles gut.
Bis auf eins- ich weiß, dass er am liebsten eine bisexuelle Frau hätte, so wie seine beiden Expartnerinnen es waren. Mit denen muss der Sex phänomenal gewesen sein, während meine Vagina nicht genug Druck aufbauen kann. Er fand es toll, mit diesen Frauen gemeinsam nach schönen anderen Frauen zu schauen, so nach dem Motto: Schau mal die da drüben, die ist ja heiß! und die Frau stimmt zu... Er hatte auch einmal eine Dreier-Beziehung mit zwei Frauen, die miteinander und mit mit ihm zusammen waren.
Das kann ich nicht bieten. Ich mache mir Sorgen, dass ich trotz all der gemeinsamen Jahre doch nur ein Lückenfüller bin, bis er wieder eine bisexuelle Frau mit enger Vagina findet.
Er sagt vor mir nie solche Dinge über fremde Frauen, wie dass die heiß seien. Nur manchmal findet er gezeichnete Anime-Mädchen toll und sagt das auch.

Hat eine solche Beziehung überhaupt eine Zukunft, wenn insgeheim doch eine bisexuelle Frau gewünscht ist? Was sind da eure Erfahrungen.

Vielen Dank!

Unsere Antwort

Ich bin über einen Satz deiner Beschreibung gestolpert "aber ich kann ihn nicht befriedigen". Es ist eine weit verbreitete Fehlannahme, der andere könne einem einen Orgasmus beschaffen. Bitte lies dazu unseren Text Guter Sex: Wer befriedigt hier wen?

Es scheint mir so, als hättest du dich einer Aufgabe angenommen, die du gar nicht erfüllen kannst.

Wenn er sich eine enge Vagina wünscht, dann ist sein Penis ziemlich sicher an viel Druck gewöhnt. Er könnte daran arbeiten, wie er sich besser in deiner Vagina sexuell erregen kann. Ihr könnt auch kreativ werden. Zum Beispiel könnte er oder du zusätzlich einen Finger oder Dildo einführen.

Wie ist denn der Sex für dich?

Du siehst ganz richtig, dass das Träumen von der Vergangenheit euch in eurer Beziehung nicht weiterbringt. Was denkst du, was könnte euch denn weiterbringen?

Schau mal, wie meine Perspektive bei dir ankommt. Schreib uns deine Gedanken dazu gerne auf. Du kannst uns einfach wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 40008 von 10.07.2025

Hallo zusammen, ich bin männlich und anfangs 20. Ich bin seit einem Jahr in einer Beziehung mit der besten Freundin die ich mir vorstellen könnte. Nun bin ich mit Freunden vom Fussball in den Ferien für zwei Wochen. Ich habe meine Freundin eine Weile nicht mehr gesehen und hatte allgemein grosses sexuelles Bedürfnis zum Zeitpunkt des Geschehens. Als wir jetzt gestern am Sonntag waren, habe ich eine Dame kennengelernt die die Freundin einer Dame war, mit der ein Typ von meinem Team etwas hatte. Wir waren also zu viert da, alle sehr betrunken und dann war ich plötzlich mit ihr alleine. Sie war die ganze Zeit sehr anhänglich und hat plötzlich mich angefangen zu küssen. Ich war sehr perplex und habe gezögert doch konnte dann doch nicht widerstehen. Nach dem Kuss habe ich aber gemerkt, dass ich einen riesen Fehler gemacht hatte, da ich eigentlich meine Traumfrau Zuhause hatte. Nun habe ich ein sehr schlechtes Gewissen denn niemand weiss davon ausser ich. Am liebsten würde ich es auch nicht meiner Freundin erzählen, da sie sich bestimmt sehr unnötige Sorgen macht, da ich die andere schon wieder vergessen habe. Ich habe auch keine Kontaktdaten von ihr und sie bewusst auch auf Insta abgelehnt, es gibt also keinerlei Bindung.

Unsere Antwort

Ich kann gut verstehen, dass dich diese Situation stark beschäftigt. Du brauchst dich deswegen nicht selbst zu verurteilen. Du hast direkt gemerkt, dass dieser Kuss ein Fehler war, und dir ist bewusst, wie sehr dir deine Beziehung am Herzen liegt. Der Kuss war keine bewusste Entscheidung gegen deine Freundin, sondern ist in einem Ausnahmezustand passiert. Ihr hattet viel getrunken, du hattest ein grosses sexuelles Bedürfnis und der Kuss wurde nicht von dir initiiert. Du merkst, dass du entgegen deinen Werten gehandelt hast und kannst dich jetzt dafür entscheiden, dich in Zukunft anders zu verhalten.

Ob du mit deiner Freundin darüber reden möchtest, ist deine Entscheidung. Du kannst überlegen, was dafür und was dagegen spricht. Möchtest du deiner Freundin davon erzählen, um dein Gewissen zu erleichtern? Würde es dir damit besser gehen? Oder möchtest du ihr nicht davon erzählen, weil die Situation für dich nicht weiter wichtig ist? Wie würde es dir damit gehen, wenn du es nicht erzählen würdest? Welchen Einfluss hätte das auf eure Beziehung? Du musst das auch nicht sofort entscheiden, sondern kannst dir mit dieser Entscheidung Zeit lassen.

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Frage Nr. 40006 von 10.07.2025

Hallo Lilli,

erstmal danke für eure Antwort auf die Frage 39775. Eure Tipps haben mein Gefühlsebene in wenig beruhigt und ich bin gerade dran, mich auf ein Gespräch mit meinem Freund vorzubereiten, um das so anzusprechen. Ich hatte das Gefühl, davor erstmal mit mir selbst und meine Wünschen im Reinen zu sein, deshalb hatte ich u.A. mit Podcasts Inspiration für dieses Gespräch gesucht.

Ihr habt gefragt, was ich in einer Sexualtherapie erreichen wollte, sollte ich sie mir eines Tages leisten können. Im Grund geht es dabei genau um die Fragen, die ich versuchte, mit Podcasts zu bearbeiten. Um Fragen, wie ich selbst mit meiner Vulvodynie und dem Frausein umgehen kann, z.B. durch Podcasts von Ann-Marlene Henning. Und eben auch die Fragen, wie ich trotz Vulvodynie meine Beziehung erhalten und stärken kann, hier z.B. der Podcast von Christian Thiel.

...und inzwischen würde ich mir tatsächlich eine Beratung wünschen, denn die Aussagen von Christian Thiel hängen wie ein Gerichtsurteil über mir:

"es ist wissenschaftlich, in Studien erwiesen, dass die Paare mit guten Beziehungen und der niedrigsten Trennungsrate 3-4 Mal pro Woche Sex haben"

-> RUMMS, autsch, das tut weh. Wenn es schon die Wissenschaft sagt...

"Wenn mir ein Klient sagt, der Sex liegt bei einer 2-3 auf eine Skala von 1-10, warum ist der dann mit dieser Person zusammen? Da die Qualität des Sex die Qualität der Gefühle füreinander anzeigt, ist da eine Trennung angesagt."

-> AUA. Die Qualität ist minus 3. Da Sex die Gefühle anzeigt und umgekehrt Gefühle kreiert, ist unsere Beziehung wohl zum Scheitern verurteilt. Ein Wunder, dass mein Partner das schon sechs Jahre aushält.

"Wenn der Sex schlecht ist, sucht sich einer der Partner früher oder später den Kick durch den Hormoncocktail woanders. Und Sex sorgt erst für die Bindung durch die Ausschüttung der Hormone. Deshalb wird er sich dabei auch verlieben und mehr Bindung verspüren, als bei der eigentlichen Partnerin wo diese Hormone fehlen."

-> WEIA. ich warte tatsächlich seit Jahren mit angehaltenem Atem auf diese Situation, dass sie doch mal eintritt...

Ich komme damit nicht klar. Ich fühle mich seit diesen Aussagen nicht mehr sicher, ich warte nur noch auf das Ende der Beziehung und kreiere damit vielleicht eine self-fulfilling prophecy.

Was meint ihr bei Lilli denn dazu? Ja, ihr habt Recht, auf meine Lebenssituation passt der Podcast nicht. Aber gleichzeitig sind das ja Aussagen, die wissenschaftlich fundiert und erforscht sind. Gerade das mit den Hormonen beim Sex, die erst für die Bindung sorgen, und dass die Qualität des Sex und das Gefühlsleben füreinander sich direkt beeinflussen.

Habt ihr einen Tipp, wo ich mir außerhalb des Vulvodynie-Vereins, der auf diese emotionalen Themen nicht wirklich eingeht, da Hilfe holen kann wenn ich mir keine individualisierte Thrapie leisten kann?

Dankeschön!

Unsere Antwort

Ich halte die Aussagen, die du aus dem Podcast zitierst, für sehr kritisch. Natürlich weiß ich nicht, in welchem Kontext sie stehen. Aber so, wie du es schreibst, kann ich das nicht bestätigen.

Viel hilfreicher erscheint uns die Ansicht, dass Beziehungen unglaublich individuell sind. Was Paare zusammenhält ist sehr unterschiedlich. Es ist definitiv nicht nur die Häufigkeit und die Qualität des Sex. Es lassen sich keine allgemeinen Aussagen über die Gefühle füreinander ableiten aus der Qualität des Sexuallebens. Es geschieht nicht zwangsläufig, dass sich Menschen beim Sex verlieben.

Bitte erlaube keine größeren Schlussfolgerungen aus diesen Podcasts, als dass sie dir aufzeigen, wovor du Angst hast. Mit der Erfahrung in der Paar- und Sexualtherapie decken sich die Aussagen von Christian Thiel nicht. Warst du schonmal in einem Wald, der seit langem Naturschutzgebiet ist? Dort gibt es Bäume in den kreativsten Formen, weil sie sich an die Umstände angepasst haben. So blicken wir bei Lilli auf Beziehungen: mit Neugier auf die Kuriositäten der Anpassung und großem Erstaunen darüber, was alles funktionieren kann.

In einer langfristigen Beziehung haben Paare alle möglichen Gefühle zueinander. Von "ich würde dich am liebsten auf den Mond schießen", "ohne dich wäre mein Leben viel besser" über "mit dir ist es eigentlich ganz nett", "toll, dass ich nicht allein bin" bis hin zu "es ist so ein riesiges Geschenk, dass es dich gibt" und "ich möchte mir mein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen". Das ist normal.

Es ist auch normal, dass es in langjährigen Beziehungen Phasen gibt, in denen es Unzufriedenheit mit der Häufigkeit der sexuellen Begegnungen gibt. Entscheidend ist, wie ihr damit umgeht. Davon habe ich noch kein Bild. Welches Verhalten beobachtest du bei deinem Freund? Zieht er sich zurück? Versuche ganz klar zu unterscheiden zwischen Fantasiebildern deiner Angst und seinem tatsächlichen Verhalten.

Was ich bei dir beobachte, ist, dass gerade die Angst und die Hilflosigkeit am Steuer sitzen. Das muss nicht so bleiben.

Ich möchte dich sehr darin bestärken, das Gespräch mit deinem Freund zu suchen und den Erhalt deiner Beziehung in die Hand zu nehmen. Schau auf deine Möglichkeiten und wenn dann wieder die Angst und Hilflosigkeit in das Zentrum deiner Aufmerksamkeit rücken, schau wieder auf deine Möglichkeiten. Wie könntest du einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass ihr gut umgeht mit eurem Sex?

Eine Therapie kannst du dir derzeit nicht leisten. Es gibt viele andere Dinge, die dir helfen können. Was tut dir gut? Wie kannst du dir mehr davon gönnen? Mit wem kannst du reden über das, was dich bewegt? Je besser du für dich da bist, desto besser ist auch deine Beziehung.

Ich habe jetzt ein bisschen was davon mitbekommen, wie dich Empfehlungen von außen verunsichern können. Daher wäre meine Empfehlung, dass du nicht so sehr aussen schaust, was dir weiterhilft. Was fühlt sich für dich persönlich stimmig an? Und was fühlt sich für deinen Partner stimmig an? Ich halte es für eine gute Idee, dass du dich darin stärkst, was du brauchst und was für dich stimmt.

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Frage Nr. 39975 von 02.07.2025

Hallo lilli

Ich bin m 36. Habt ihr Tipps wie man mit unerwiderter liebe umgeht. Sie ist jetzt in eine andere Stadt gezogen. Ich fühl mich jetzt furchtbar. Was kann ich tun, damit mich das jetzt nicht auffrisst? Dieses Wechselbad der Gefühle macht mich krank. Wie kann ich damit abschließen?
Ich weiß auch nicht was ich vom leben will und das mit 36. Ist es da nicht schon zu spät für etwas neues? Ich komm mir schon so alt vor.
Mein selbstwert ist sehr bescheiden. Gibt es noch eine Chance, oder ist der Zug für mich schon abgefahren?

Unsere Antwort

In deine Frage spielen verschiedene Dinge rein. Nicht nur die unerwiderte Liebe, sondern du scheinst dir auch generelle Lebensfragen zu stellen.

Die kurze Antwort wäre, dass der Zug für dich ganz und gar nicht abgefahren ist. Du hast genügend Zeit herauszufinden, wo dein Leben noch hinführen soll.

Du scheinst neben der Beziehungsfrage auch eventuell nach deinem nächsten Weg oder auch nach einer Passion zu suchen. Dafür würde ich dir erstmal raten, deine Gefühle in Bezug auf das Leben und die Liebe wie sie sind anzunehmen. Wenn einen jemand nicht zurückliebt, ist das erstmal hart und dabei darf es auch eine Art Trauerprozess geben. Höre auf dich und was du im Moment brauchst, tu dir etwas Gutes, spreche mit einem Freund/ einer Freundin/ Familie darüber und verarbeite es in Ruhe und mit so viel Zeit wie nötig. Auch kannst du dich dann ab und zu aktiv ablenken. Verabrede dich, mach etwas was dir Spass macht oder fange ein neues Hobby an, das du schon immer probieren wolltest. Es ist auch in Ordnung, dass so ein Verarbeitungsprozess erstmal nicht einfach ist.

In diesem Text gibt es viele gute Tipps, wie man sich nach einer "Trennung" (wie es sich für dich ja sozusagen anfühlt) wieder gut, oder auch bereit für eine neue Beziehung fühlen kann. Du erzählst auch, dass dein Selbstwert eher bescheiden ist. Für eine Beziehung ist dies ein zentraler Punkt, lies gerne hier mehr dazu. Auch dieser Text kann dir dabei helfen, auf eine selbstsichere Art in ein neues Dating Leben einzutreten. Vielleicht interessiert dich allgemein, welche Partnerinnen konkret zu dir passen, da könnte dir dieser Text helfen. Viel Erfolg! 

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Frage Nr. 39915 von 19.06.2025

38799

Sind die Sorgen berechtigt?

Ich finde es komisch, weil er einfach Frauen hinterherläuft und total verkrampft danach sucht. Ich mache deshalb auch ungern was mit ihm, weil er immer am Abend in Bars gehen möchte und Frauen ansprechen möchte und mich überreden möchte mitzumachen. Bei mir läuft es auch nicht, aber ich will keine Frauen in Bars oder Clubs kennlernen, ich mag die zwei Orte einfach nicht. Ganz normal im Alltag wäre mir angenehmer.

Wenn wir Abends unterwegs sind, dann sagt er sehr oft der Abend ist erst gut wenn er eine Nummer von einer Frau bekommt oder er Sex mit einer Frau hat, was fast nie der Fall war. Dann ist er deprimiert. Er will immer was machen, aber ich mag Clubs und feiern gehen einfach nicht und komme auch nicht gut bei Frauen an, aber akzeptiere einfach die Situation.

Er möchte auch immer das ich immer auf reisen mitkomme, aber ich weiß das er immer nur Frauen kennenlernen möchte, Erfahrungen mit anderen Menschen machen möchte und in Clubs und Bars gehen möchte. Ich habe ihn deshalb auch gesagt, dass ich deshalb nicht mit ihm verreisen möchte. Ich bin eher introvertiert, bleibe gerne zuhause und möchte keine anderen Menschen kennlernen. Wir sind genau das Gegenteil geworden.

Ich weiß nicht, er verliert sich extrem in Frauen. Eventuell sollte ich meine Vorstellungen auch nicht auf ihn aufsetzen, wie ihr geschrieben habt.

Er will sein Bodycount pro Jahr immer erhöhen. Ihm gibt es Selbstbewusstsein, mit vielen Frauen zu schlafen, sich Männlich zu fühlen. Welcher Mann möchte das auch nicht, dass kann ich schon verstehen. Er erhofft sich einfach viel Sex mit Frauen und viel Spaß. Das hat er mir so gesagt.

Ich habe ihm auch gesagt, dass ich mir auch sorgen mache. Er relativiert das und sagt das er Frauen in anderen Ländern hätte, aber sie weit weg sind...

Es geht eigentlich nur um Sex und eine Beziehung oder F+ wäre für ihn gut, weil er dann nicht viele Frauen ansprechen muss um selten an Sex zu kommen. Dann hätte er eine Freundin und kann immer mit ihr Sex haben, so seine Worte. Also eher eine Beziehung.

Das kann ich auch nachvollziehen, wenn man 1 bis 3 F+ am laufen hat ist das bestimmt cool und hat sein Spaß. Freund von mir macht das auch, er hat 3 Frauen und rotiert dann immer durch wie er Lust hat. Er strahlt immer so, scheint richtig Spaß zu haben. Kann ich mir auch vorstellen, wenn man 3 Attraktive Frauen am Start hat und abwechselnd Sex mit ihnen hat.

Unsere Antwort

Es ist verständlich, dass du dir wegen des Verhaltens deines Freundes Sorgen machst. Und es ist gut, dass du deine Sorgen mit ihm besprichst. Letztendlich ist es aber seine Entscheidung, ob er so weitermachen oder etwas verändern möchte.

Grundsätzlich ist es nicht problematisch, wenn jemand viel Sex haben oder auf Reisen neue Erfahrungen sammeln möchte. Wenn jemand jedoch seinen Selbstwert oder sein Gefühl der Männlichkeit von sexuellen Erfolgen abhängig macht, kann das auf Dauer belastend sein. Für ihn, aber auch für euer Miteinander.

Du hast geschrieben, dass du es selbst lieber ruhiger magst und gerne andere Dinge unternimmst als in Bars oder Clubs zu gehen. Dafür sollte in eurer Freundschaft auch Platz sein. Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass ihr andere Dinge miteinander unternehmt und du nicht mit in Bars oder Clubs gehst, wenn dir das nicht gefällt. Du solltest dich nicht verstellen oder Dinge tun müssen, die du eigentlich gar nicht willst.

Wenn du merkst, dass sich die Freundschaft so sehr verändert hat, dass sie nicht mehr die Art von Freundschaft ist, die du dir wünschst, kannst du auch erst einmal auf Abstand gehen und dich mehr auf Freundschaften konzentrieren, in denen du dich wohler fühlst.

Du hast geschrieben, dass du bei Frauen weniger erfolgreich bist und das akzeptiert hast. Würdest du dir wünschen, dass das anders wäre? Dann kann ich dir unsere Texte im Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen empfehlen.

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