Hallo, Ich habe eine Frage, wie ihr dieses Verhalten einordnen würdet, mich hat es verunsichert. Ich bin Studentin. In der Lernphase war ich sehr frustrieriert mit dem Prüfungsstoff und den Ansprüchen des Professors. Ich denke aber ich habe vieles "schwarz" gesehen, da ich auch eine Angsstörung habe. Es kam einmal vor, dass ich mastrubiert habe mit Phantasien um den Professor, vermutlich gab mir das ein Gefühl von Macht, da ich in der Fantasie mit ihm, ohne sein Wissen machen konnte was ich wollte, oder er mit mir, ich weiss es nicht mehr genau. Kann es sein dass dieses Verhalten mit Macht/Dominanz zu tun hat? Es hat sich aber im Nachhinein als nicht richtig angefühlt. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, auch irgendwie ein aggressives Verhalten. Es hat sich auch bisschen fremdgesteuert angefühlt. Ich denke ich würde gerne andere Wege finden, mit Ohnmachtsgefühlen um zugehen und Sexualität als Ventil zu nutzen.
Unsere Antwort
Wenn du dich in der Fantasie als mächtig/machtvoll erlebt hast, und wenn dich das erregt hat, dann liegst du mit deiner Vermutung richtig. Es gibt zahllose Gründe, warum bestimmte Menschen in unseren sexuellen Fantasien auftreten. Es ist sinnvoll, sich zu fragen, was genau einem den "Kick" dabei gibt. Es kann sein, dass man die Person körperlich attraktiv findet. Es kann sein, dass sie einen an jemand erinnert. Es kann sein, dass die Situation, die man sich vorstellt, entscheidend ist und weniger die Person. Es kann sein, dass man mit der Person bestimmte Gefühle verbindet - positive, aber auch negative. Es kann sein, dass man sich eine Beziehung mit der Person wünscht. Oder eben genau nicht. Und so weiter.
Egal was der Grund oder die Gründe sind: In sexuellen Fantasien ist alles möglich, und darum sind sie eine tolle Spielwiese. Sie sind ja nicht die Wirklichkeit. Wenn ich dich richtig verstehe, ging es in deiner Fantasie darum, den Professor zu dominieren, er war dir ausgeliefert und irgendwie unterlegen. Der Kick wurde noch verstärkt dadurch, dass er ja eigentlich eine Autoritätsperson ist. Eigentlich ist es doch super, dass so etwas in der Fantasie möglich ist. Ich würde dir wünschen, dass du dir derartige Fantasien weiterhin erlaubst.
Wenn du diesen Text liest, erfährst du, dass der Stil unserer sexuellen Fantasien viel damit zu tun hat, was wir während der sexuellen Erregung mit unserem Körper machen. Fantasien, in denen es um Dominanz/Unterwerfung geht, gehen in der Regel mit höherer Körperspannung, flacher Atmung und mehr Druck einher. Wenn wir hingegen weniger anspannen, tiefer atmen und mehr bewegen, entstehen eher Fantasien, wo alle Beteiligten auf Augenhöhe sind. Falls du deine Fantasien nicht magst, wäre es daher sinnvoll, wenn du deine Erregungstechnik in Richtung weniger Spannung/mehr Bewegung/Bauchatmung erweitern würdest. In dem Text über Fantasien findest du dazu Links. Ich denke, auch das Gefühl der Fremdbestimmung hängt mit der muskulären Anspannung und der Atmung zusammen.
Ein anderes Thema ist, dass du lernst, im richtigen Leben stolzer zu sein und dich besser zu behaupten. Wenn du eine Angststörung hast, gehe ich davon aus, dass du eine Therapie machst. Das finde ich sehr sinnvoll. Wichtig ist, dass du in der Therapie lernst, deine Angst zu überwinden. Das gibt ein gutes, stolzes Gefühl der Selbstwirksamkeit.
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