Hallo, ich bin weiblich, 17 Jahre alt.
ich hab ein Problem zum Thema Sex. Seit ich zwölf bin, habe ich mich selbst befrieidigt. Und zwar immer mit einem Kissen zwischen meinen Beinen. Irgendwie hat sich das dann die Jahre durchgesetzt, weil es so gut für mich funktioniert hat. Parallel dazu habe ich angefangen, Sexgeschichten zu lesen um mich zu erregen. Ich kann gut kommen, also das ist nicht das Problem.
Seit eineinhalb Jahren habe ich einen Freund und als wir uns körperlich nähergekommen sind, habe ich gemerkt, dass ich eigentlich überhaupt nicht mehr zum Orgasmus kommen kann, ohne dass eben das Kissen zwischen meinen Beinen ist und ich die Geschichten lese. Beim Sex mit meinem Freund ist wirklich alles super, wir verstehen uns sehr gut, ich werde leicht erregt und es gibt absolut keine Probleme, und für mich ist es auch sehr angenehm. Ich komme aber einfach nicht. Auch wenn ich oder er es mit den Fingern bei mir macht, es klappt nicht.
Dann habe ich natürlich gedacht, ich habe mich einfach so sehr dran gewöhnt und ich muss mich jetzt umgewöhnen, und ich versuche immer wieder, anders zu masturbieren. Zum Teil funktioniert das, ich habe zum Beispiel einen Vibrator mit dem ich kommen kann, aber eben auch nur, weil der ein Teil hat, dass auf die Klitoris drückt, wie ein Kissen eben. Ausserdem brauche ich trotzdem noch die Geschichten. Aber wenn ich es ohne sie versuche, komme ich eben nicht, und irgendwann ist mir das eben zu blöd und dann mache ich es doch wieder mit ihnen.
Meine Frage ist jetzt: Was kann ich tun, damit ich besser und vielfältig kommen kann? Wie kann das möglichst schnell und effektiv passieren? Und überhaupt, geht das nach so vielen Jahren?
Vielen Dank!
Unsere Antwort
Die Geschichten, welche du liest, sind eine wichtige Erregungsquelle für dich. Es gibt viele verschiedene Erregungsquellen, wie du in diesem Text nachlesen kannst. Du beschreibst auch, dass du dich zusammen mit deinem Freund erregen kannst. Das heisst, dass du bereits Zugriff auf verschiedene Erregungsquellen hast. Auch dein Körper ist eine Erregungsquelle. Dein Geschlecht ist es gewohnt, sich mit dem Kissen zwischen den Beinen zu erregen. Die Finger oder ein Penis sind vermutlich erst einmal etwas Neues. Es lässt sich jedoch mit etwas Übung lernen, auch solche Berührungen erregend zu finden. Dies ist auch möglich, wenn du bereits eine langjährig bewährte Methode erlernt hast. Deshalb möchte ich dich ermutigen, in kleinen Schritten vorzugehen. Gut eingeübte Muster brauchen viele kleine Veränderungen, um sie zu erweitern.
Dazu kannst du auf deine bewährte Methode mit dem Kissen zurückgreifen und erst einmal genau beobachten, wie du es schaffst, deine Erregung bis zum Orgasmus zu steigern. Wieso die Selbstbefriedigung ein gutes Übungsfest ist, kannst du hier lesen. Besonders interessant sind dabei die letzten Sekunden vor dem Orgasmus. Dabei scheint Druck bei dir eine wichtige Rolle zu spielen. Mehr zur Erregung durch Druck kannst du in diesem Text lesen. Achte gezielt auf deine Atmung, deine Körperspannung und die Art deiner Bewegungen. Denn auf diese drei Dinge kannst du direkten Einfluss nehmen. Drückst du das Kissen fest zwischen deine Beine und machst du kleine Bewegungen? Wenn ja, wo finden die Bewegungen statt? Werden sie durch das Becken oder die Beine ausgelöst? Was genau wird dabei stimuliert? Oder ist der Körper still und du änderst deine Spannung im Körper und im Beckenboden? Weitere Anhaltspunkte zum erreichen des Orgasmus finden sich im folgenden Text.
Hier kannst du versuchen, kleine Veränderungen zu machen, in dem du beispielsweise beginnst, grössere Bewegungen zu machen oder den Rhythmus etwas zu verändern. Lese mehr dazu im Text zum Thema Erregung durch Bewegung. Dies kannst du immer wieder üben, indem du dich bis zu einem gewissen Punkt mit deiner bekannten Methode erregst und dann eine kleine Änderung vornimmst und so weiter übst. Geht die Erregung weit zurück, kannst du wieder zur bewährten Methode wechseln. Denke daran, es braucht einige Wiederholungen, bis dein Gehirn andere Bewegungen als erregend gespeichert hat. Mehr dazu kannst du im Artikel zum sexuellen Lernen lesen.
Dazu kann die Übung der Beckenschaukel helfen, da sie eine Bewegung anbietet, bei welcher du mit der Atmung, der Bewegung und der Körperspannung variieren kannst.
Grosse Bewegungen des Beckens bringen zudem das Geschlecht in Bewegung und können die Wahrnehmung von Vagina und Vulva fördern. Sie werden durch die Bewegung besser durchblutet und die Muskeln haben die Gelegenheit, zwischen Spannung und Entspannung zu wechseln. Lese dazu den Text über sexuelle Erregung durch Körperbewegung. Gehe auch hier in kleinen Schritten vor.
Der Vibrator spricht noch einmal andere Nervenrezeptoren an, wie die Erregung mit Druck oder die Erregung mit Bewegung. Lese mehr dazu im Text zum Thema Erregung durch Vibration oder Duschstrahl.
Ich gehe davon aus, dass du beim Sex mit deinem Freund seinen Penis in deine Vagina aufnimmst? Deshalb kann es sich ebenfalls lohnen, die Vagina in die Selbstbefriedigung einzubauen. Dies wird im folgenden Text erklärt. Wenn du möchtest, dass du das Berühren durch Finger erregend findest, kannst du einmal neugierig deine Vulva und Vagina abtasten und massieren. Wo sind interessante Stellen? Welche Berührungen fühlen sich gut an? Gibt es bereits Stellen, bei welcher ein Streicheln, Kneten oder Drücken erregend ist? Es kann erst einmal sein, dass die Berührungen sich neutral oder langweilig anfühlen. Wenn du dich zu sehr langweilst, kannst du auch mal schauen, was passiert, wenn du deine Geschichten liest und dich dabei mit deinen Fingern selbst berührst?
Denk daran, du hast seit du 12 bist ein bestimmtes Muster durch regelmässige Wiederholung gelernt. Deshalb kann es auch jetzt seine Zeit brauchen, um neue Berührungen spannend zu finden. Da du sehr experimentierfreudig zu sein scheinst, sind die Chancen gut, mit regelmässiger Wiederholung eine Veränderung zu erreichen!
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