Frage Nr. 35108 von 26.05.2022
Hallo liebes Lilli Team,
Woran kann es liegen, dass meine vagina morgens enger ist als abends bzw Nachmittags?
Morgens habe ich Schwierigkeiten überhaupt einen Finger oder Tampon einführen zu können, später ist es dann wieder kein Problem…
Unsere Antwort
Am wahrscheinlichsten hängt das damit zusammen wie stark deine Muskeln im Beckenboden anspannen, insbesondere der Scheidenverschlussmuskel.
Die Vagina ist grundsätzlich ein dehnbarer, elastischer Schlauch. Die Vagina kann eigentlich nur im Bereich des Scheidenverschlussmuskels im untersten Drittel der Scheide enger gemacht werden, durch das Anspannen dieses Muskels. Dieses Anspannen kann bewusst oder unbewusst geschehen und auch die Grundspannung in diesem Muskel kann unterschiedlich stark sein.
In deinem Fall scheint es so zu sein, dass du Morgens mehr Spannung in den Beckenbodenmuskeln hast. Das kann sein, weil du vielleicht unter Zeitdruck stehst und überhaupt schon im "Arbeitsmodus" stehst, der häufig mit mehr Muskeltonus einhergeht als Abends, wo du vielleicht spannungsmässig schon wieder ein wenig am Runterfahren und Entspannen bist.
Wenn du Morgens Mühe hast, einen Tampon einzuführen, versuche es mal im Liegen, indem du dir genügend Zeit nimmst und bis in den Bauch atmest. So können sich die Beckenbodenmuskeln besser entspannen, so dass sie das Einführen des Tampons problemlos tolerieren ohne in eine "Widerstands-Spannung" zu gehen.
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Frage Nr. 34840 von 01.04.2022
Hallo,
kann es sein, dass der /die
Tunica muscularis vaginae so angespannt ist, dass alle Einführungsversuche so anstrengend und wenig lustbereitend sind ? Habe meine Gynäkologin darauf angesprochen, dass ich um das Innere meiner Vagina zu berühren, das Gefühl habe, ich muss eine sehr stramme und auch nicht nachlassende Struktur überwinden. Mein Gyn hat dann sehr schnell bestätigt, dass ich diesen Muskel nicht entspannen kann. Wie es leider so ist, Mediziner:innen haben keine Zeit für Erklärungen, habe mich auch diffus nicht getraut. Bei wikipedia habe ich jetzt die Tunica musc. vag. entdeckt - kann es sein, dass ich diese Struktur so angespannt in meinr Vagina habe ? Danke
Unsere Antwort
Ich verstehe dich so: Du merkst, dass sich ein ringförmiger Muskel anspannt und dadurch deine Vagina im Bereich des Scheideneingang verengt. Das geschieht, wenn du etwas in die Vagina einführen willst.
Wenn ich dich da richtig verstanden habe, handelt es sich eher um den Scheidenverschlussmuskel. In der Fachsprache heisst er M. bulbospongiosus und ist ein Teil der Beckenbodenmuskulatur. Dieser Muskel kann sich, oft unbewusst, so stark anspannen, dass er die Vagina fast verschliesst und sie dadurch sehr eng erscheint. Eigentlich kann die Vagina aber weit sein und sich bei sexueller Erregung zusätzlich weiten wie ein Ballon.
Vor allem wenn deine bisherigen Versuche, etwas in die Vagina aufzunehmen, schmerzhaft und schwierig waren, kann es sein, dass dieser Muskel sich übermässsig anspannt. Wir haben einige Texte, die dir mehr Informationen dazu liefern können. In diesem Text findest du eine Übersicht, warum dir deine Vagina zu eng erscheinen mag. In diesem Text findest du Tipps, wie du für dich deinen Beckenboden kennenlernen kannst und deine Vagina zur aktiven Aufnehmerin wird. Auch zum Üben zu zweit haben wir einige Ideen für dich.
Für deinen nächsten Besuch bei der Frauenärzt*in empfehle ich dir ausserdem unseren Text Tipps zur Entspannung bei der gynäkologischen Untersuchung und den Mut, mit ihr über dein Thema zu sprechen. Eine Aussage möchte ich entkräften: "Mein Gyn hat dann sehr schnell bestätigt, dass ich diesen Muskel nicht entspannen kann." - Du hast gerade noch keinen Zugang dazu, wie du diesen Muskel entspannen kannst, aber du hast grundsätzlich die Fähigkeit dazu.
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Frage Nr. 34825 von 30.03.2022
Hallo,
ich (17, weiblich) habe vor Kurzem zusammen mit meinen Freundinnen übernachtet. Dabei konnte ich sehen wie alle 4 anderen Mädels am oberen Ende der Schamlippen einen Knubbel freilegen konnten. Bei mir selbst lässt sich so ein Knubbel nicht finden. Egal in welche Richtung man das obere Ende meiner Schamlippen bewegt, es kommt kein Knubbel zum Vorschein. Man kann ihn auch nicht ertasten. Da wo die Schamlippen oben zusammen laufen, ist bei mir einfach eine durchgehende verdickte Hautfläche, welche sich nicht bewegen lässt.
Meine Freundinnen meinten, dass sei komisch. Die Klitoriseichel würde "fehlen".
Im Internet liest man auf vielen Infoseiten, dass bei jedem Mädel die Klitoriseichel freigelegt werden kann. Nur in einem Forum hat ein Benutzer geschrieben, dass er gehört habe, dass ca. 20% der Frauen ihre Klitoriseichel nicht freilegen können.
Ich würde gerne wissen, ob es normal ist, also ob auch andere Frauen eine immer verdeckte Klitoriseichel haben?
Unsere Antwort
Entscheidend für dich ist eigentlich vor allem, ob du deine Klitoris spüren kannst und weniger, ob man die Klitoriseichel auch freilegen und sehen kann. Die Klitoris selbst ist ja ein ziemlich grosses Organ, das aus der Klitoriseichel und ihren beiden langen Schenkeln links und rechts besteht. Die Schenkel sind Schwellgewebe, das sich bei sexueller Erregung mit Blut füllt und dadurch anschwellt. Die Klitoriseichel ist mit vielen Nervenendigungen versorgt und macht sie zu einem sehr berührungsempfindlichen Organ mit einer starken Verknüpfung zu sexueller Erregung. Die Klitoriseichel ist in der Regel von einer Haut-Kapuze bedeckt, welche zurückgezogen werden kann, so dass die Klitoriseichel als glänzende Perle sichtbar wird.
Nun gibt es bei der Klitoris von Frau zu Frau sehr unterschiedliche Formen und Grössen, genauso wie der Penis und die Hoden von Mann zu Mann sehr unterschiedlich angelegt sein können. Einige Frauen haben eine grosse Klitoriseichel, die nur wenig von der Hautkapuze überdeckt ist, so dass sie prominent sichtbar ist. Andere haben kleinere Eicheln und vielleicht eine grössere Hautfalte darüber. Lass dich also nicht beirren durch die Kommentare deiner Freundinnen. Natürlich vergleichen wir uns gerne und es ist ja auch spannend, zu sehen, wie das Geschlecht von anderen Frauen aussieht. Aber es gibt ein weites Feld, wie normale Vulvas aussehen, eben in allen Grössen, Formen und Farben. Und ob die Klitoriseichel gut sichtbar und freigelegt werden kann, ist insbesondere für die sexuelle Funktion wenig bedeutend. Viel wichtiger ist, ob du sie als Ort der sexuellen Erregung kennst und erspürst, und ob du sexuellen Genuss über sie erleben kannst. Ich würde mich also eher aufs Fühlen als aufs Aussehen konzentrieren.
In sehr seltenen Fällen kann eine Erkrankung, der Lichen sclerosus, zu einer Veränderung im Klitorisbereich führen. Der Lichen sclerosus ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu starken Entzündungen der Haut an der Klitoris und der inneren Geschlechtslippen kommt. Das geht immer mit sehr starkem Juckreiz einher, der in der Regel mehrere Jahre andauert. Ohne Behandlung kann es nach einigen Jahren zu einem Verkleben der inneren Geschlechtslippen kommen, vor allem im Bereich um die Klitoris herum, so dass die Klitoris zum Teil nicht mehr sichtbar sein kann. Da du nichts schreibst von Beschwerden oder starkem, seit Jahren anhaltendem Juckreiz ist diese Erkrankung bei dir äusserst unwahrscheinlich.
Lass dich also nicht beirren, aber erforsche dein Geschlecht weiter, so dass du es gut kennen- und liebenlernst.
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Frage Nr. 34244 von 26.11.2021
Ich habe eine anatomische frage
Wenn man mit den Fingern in der Vagina tastet, kann man dann irgendwo Knochen spüren oder ist das nicht möglich?
ich spüre oft viele harte stellen an verschiedenen punkten und es fühlt sich dann an als wären das Knochen die "im Weg" sind, weshalb ich dann auch probleme habe etwas einzuführen, aber je erregter ich bin desto besser geht es. aber z.b. wenn ich einen dildo einführe der so penis-artig ist dass die "eichel" etwas breiter ist, dann fühlt es sich oft unangenehm an als würde das beim bewegen an dem Knochen hängenbleiben.
Aber jetzt habe ich ein Bild auf eurer website gesehen wo die beckenbodenmuskeln und die Beckenknochen zu sehen sind und ich glaube das was ich ertaste sind eigentlich keine Knochen sondern alles Muskeln? kann das sein? können sich muskeln so hart wie knochen anfühlen?
Unsere Antwort
Ich denke, du beziehst dich auf dieses Bild:

Ja, du kannst mit deinen Fingern in der Vagina umliegende Knochen spüren. Genauer gesagt, spürst du die Beckenknochen. Insbesondere kannst du vorne Richtung Bauch das Schambein spüren und rechts und links die Beckenschaufeln. Wenn du Richtung hinten tastest, spürst du zunächst den Darm. In diese Richtung spürst du eher keinen Knochen.
Ich kann dir nicht beantworten, was genau du gespürt hast. Aber du kannst versuchen, selbst zu unterscheiden, ob es Muskeln oder Knochen sind.
Ich schlage vor, dass du dir mal einen Moment nimmst und dein Becken zuerst von aussen abtastest. Versuche alle Ecken und Enden und Verbindungen mit deinen Händen zu spüren. Stütze die Hände in die Taille und drücke von oben auf die zwei Beckenhälften, dann fahre an ihrem Rand entlang bis nach vorne zum Schambein. Vom Schambein kannst du dann bis zum Sitzbein tasten. Und vom Sitzbein tastest du wieder nach oben zum Steissbein und Kreuzbein. Am einfachsten nimmst du zum Tasten eine grosse Fläche deiner Hand – nicht nur die Fingerspitzen. Denn so spürst du mehr.
Und wenn du deine Knochen dann einmal so von aussen gespürt hast, kannst du mit einem oder mehreren Fingern in der Vagina von innen tasten, ob du die von dort auch die Knochen findest. Du hast dann durch das vorbereitende Tasten schon ein besseres Gespür, wo die Knochen sind.
Zusätzlich kannst du deine Beckenbodenmuskeln bewusst anspannen und loslassen, während du deine Finger in der Vagina hast. Auch dann kannst du den Unterschied gut spüren.
Vielleicht interessieren dich auch die Texte Beckenbodentraining für Frauen für den Sex und Wie spüre ich mehr in der Vagina (Scheide)?. Die können dir beim Erkunden helfen.
Viel Spass auf deiner Erkundungstour :-)
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Frage Nr. 33420 von 25.08.2021
Sammelantwort 33420: Wir haben verschiedene Fragen zur Vorsorgeuntersuchung zusammengefasst:
1) Darf ich meinen Gebärmutterhals berühren und betasten bevor ich zur Gyn. Untersuch gehe? HPV und papsmear
2) Stimmt es das man 1 Woche vor dem Pap Test oder Hpv Test keine Medikamente und keine Salben oder Gleitgel benutzen sollte? ich nutze hin und wieder die produkte von "multigyn". also konkret das "flora plus" oder das "actigel". in der nacht VOR einen gyntermin mit abstrich, verwende ich keines dieser produkte. ist dies ausreichend? können diese gele den pap oder hpv- abstrich beeinflussen/ verfälschen? müsste man schon tage zuvor auf deren anwendung verzichten?
3) Was muss man beim Termin für den pap Test abstrich beachten? An welchem Tag sollte man ihn machen? an welchem Zyklustag soll ich den Pappabstrich und oder HPV PCR Test machen beim Gynäkologen und wann ist der ideale Zeitraum bei einem unregelmässigen Zyklus?
4) Sollte Frau alle 3 Jahre zum Gyn gehen, wenn die Ergebnisse jeweils normal waren?
Unsere Antwort
1) Du darfst deinen Gebärmutterhals soviel anfassen wie du möchtest, genauso wie alle anderen Stellen in deiner Vagina. Ich würde dir das sogar empfehlen: Der Gebärmutterhals ist eine wichtige erogene Zone, die eine Frau entwickeln kann. Wenn du ihn erforschst und kennen lernst, übst du, mehr dort zu spüren. Die Berührung beeinflusst das Resultat des PAP-Abstrichs nicht.
2) Da gehen die Meinungen der Frauenärztinnen auseinander. Sehr viele sagen, dass das für den PAP-Abstrich keine Rolle spielt, ob du vorher etwas in die Vagina geschmiert hast. Das schlimmste, was passieren könnte, ist, dass der PAP-Abstrich nicht interpretierbar ist. Dann müsste man eben nochmal einen machen. Ich empfehle dir, dass du vor dem Termin mit deiner Frauenärztin telefonierst und sie fragst, ob du vorher etwas nicht anwenden sollst. Für die Untersuchung von Auge ist es natürlich sinnvoll, dass du nicht direkt vorher etwas einschmierst, denn die Frauenärztin kann deine Vagina und den Zustand deiner Vaginalflora so am besten beurteilen.
3) Den PAP kann die Fachperson eigentlich zu jedem Zeitpunkt im Zyklus machen und beurteilen – nur während der Blutung ist es schwieriger. Das heisst, die Resultate des Labortests werden immer richtig sein. Falls du Schmierblutungen hast oder nur eine leichte Blutung, kann die Untersuchung je nachdem auch möglich sein. Denn da kann das Ergebnis auf andere Weise ausgewertet werden. Am besten, du rufst dann bei der Frauenärztin an und fragst, ob du trotz Blutung kommen kannst. In der fruchtbaren Zeit des Zyklus, wenn der Schleim klar und durchsichtig und der Hals weit offen ist, kann die Fachperson besonders gut den Muttermund und vor allem die Übergangszone zum Hals anschauen und beurteilen. Deshalb machen die Frauenärzt*innen die Jahreskontrolle dann besonders gern. Du musst das aber nicht extra beachten, wenn du einen Termin bei der Frauenärztin vereinbarst. Es gibt ja viele Frauen, die keinen Menstruationszyklus haben, weil sie hormonell verhüten oder älter sind oder aus anderen Gründen. Und bei denen ist die Untersuchung ja auch möglich. Mehr zur Jahreskontrolle findest du in diesem Text.
4) Ja, die Vorsorge wird in der Schweiz alle 3 Jahre empfohlen, wenn die Ergebnisse normal waren. Wenn die Ergebnisse auffällig waren, solltest du öfter zur Vorsorge. Wie oft, das wird die Frauenärztin mit dir besprechen. Mehr zur Krebsvorsorge erfährst du in diesem Text.
Diese Antwort gilt auch für Fragen 33598, 33523, 33366, 33389, 33120, 33618, 33752
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Frage Nr. 32742 von 26.04.2021
Guten Morgen,
Ich bin 24 und habe bisher, noch keinen Sex gehabt.
Möchte ich aktuell auch nicht.
Bei mir ist es so das wenn ich mich selbsbefriedige mir manchmal vorstelle das ich ein Mann bin und Sex habe, bzw Selbstbefriedigung mache.
Ich bin kein Transgender, akzeptiere meinen weiblichen Körper, habe aber Probleme meine Brüste zu berühren.
Ich mache mir deshalb Sorgen das ich Brustkrebs bekomme und es nicht merke, weil ich ja nicht so genau weiß wie sich mein Busen anfühlt.
Manchmal wünsche ich mir das die Brustwarzen etwas kleiner sind, aber ich wünsche mir keinen männlichen Körper und möchte auch keinen Penis.
Was ist das?
Unsere Antwort
In sexuellen Fantasien ist alles möglich. Auch dass du ein Mann bist. Das ist ähnlich wie in Träumen. Und es ist ziemlich oft so, dass wir in sexuellen Fantasien Personen darstellen und Dinge erleben, die wir im richtigen Leben nicht möchten.
Lass dich also nicht verunsichern von deiner sexuellen Fantasie. Was du im wirklichen Leben willst, zählt.
Wenn du dich genauer für deine sexuellen Fantasien interessierst, könntest du hinter den Bildern Sehnsüchte erkennen: Was findest du besonders reizvoll? Gibt es bestimmte männliche Körperteile, die dich besonders reizen in der Fantasie, oder reizt dich etwas, was du mit "männlich" assoziierst? Sicher interessiert dich der Mann in deinen Fantasien. Möglicherweise interessiert er dich als Partner. Möglicherweise interessieren dich männliche Eigenschaften.
Es ist übrigens gar nicht so selten, dass sich Frauen in der Fantasie vorstellen, etwas Penisähnliches zu haben und damit zu penetrieren. Spann mal die Beckenbodenmuskeln richtig stark an und stosse mit dem Becken nach vorn. Stell dir dann vor, du hättest einen Penis, oder einen Stab oder etwas längliches Hartes in dir. Die Muskelspannung und die Bewegung machen diese Vorstellung für viele Frauen leicht möglich. Wenn eine Frau in der sexuellen Erregung ihre Beckenbodenmuskeln stark anspannt, kann sie die Vorstellung von diesem Harten in sich in ihrer Fantasie auch mal in ein Bild von einem Penis übersetzen. Das ist völlig normal: Unser Gehirn übersetzt körperliches Erleben in Bilder.
Du schreibst, dass du Angst hast, Brustkrebs nicht rechtzeitig zu bemerken. Gehst du denn regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung bei der Frauenärztin? Das wäre schonmal ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge. Zusätzlich ist es gut, wenn du deine Brüste kennenlernst.
Ich empfehle dir, eine Beziehung mit deinen Brüsten aufzubauen. Wichtig ist dabei, dass du deine Brüste von einem unbelebten Ding zu einem belebten Teil von dir machst. Es geht nicht darum, sie zu beurteilen. Es geht darum, was sie spüren.
Da könntest du z.B. unter der Dusche anfangen. Wenn du richtig warm bist und am ehesten enspannt. Im entspannten Zustand hast du eine wohlwollendere Beziehung mit dir. Spür in deine Brüste hinein und achte darauf, wie das Wasser auf sie prasselt. Was spüren die Brüste? Welche Temperatur? Wie fühlt sich die Berührung des Wassers für sie an? Mach die Augen zu. Nicht du schaust sie an und betastest und beurteilst sie, sondern sie spüren.
Du kannst dann auch eine Hand auf jede Brust legen. Wie fühlen die Brüste die Hand? Wenn du die Hand bewegst, streichelst, drückst, massierst, was spüren die Brüste? Achte dabei darauf, wie du atmest. Ich empfehle dir eine tiefe Bauchatmung.
Schau mal, ob das möglich ist. Wenn du an Grenzen stösst, kannst du uns gern wieder schreiben. Gib dann einfach die Nummer dieser Frage an.
Ich empfehle dir auch diesen Text zum Körperbild.
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Frage Nr. 32219 von 24.02.2021
Hallo, ich habe seit 2 Jahren Probleme mit vaginalen Juckreiz. Anfangs hat der Frauenarzt öfters ( alle 2 Monate ) einen Abstrich gemacht und immer hatte ich Anaerobier - Gardnerella und Pilz.( Symptome waren Juckreiz, Ausfluss und unterleibschmerzen.
Da ich das öfters hatte, hat mein Freund sich testen lassen ( Samen Test und absticht ) und es kam nichts raus. Ich hatte auch nie einen Fischigen Geruch eher so ein Metall oder Zwiebel Geruch.
Ich habe auch schon den Frauenarzt gewechselt. Bei der neuen Frauenärztin kamen bei den Abstrichen nie Bakterien oder irgendwas raus. Der Juckreiz war aber Immernoch da. Ich habe auch seit Anfang an immer mal wieder für 1 Woche ein stechen ( ziehen ) rechten Unterbauch ( meine Vermutung ist der Eierstock) der aber laut Ultraschall normal aussieht. Habe dort aber auch öfter eine Eisprungszyste die aber anscheinend normal ist, da ich keine Hormone nehme.
Es ging eine Zeit echt besser ( außer das jucken )aber seit Januar 2021 hat es wieder richtig angefangen und zwar nachdem mein Partner und ich Geschlechtsverkehr hatten und wir nicht verhütet haben.
Dann fing es an mit einer Blasenentzündung , habe dagegen Antibiotika bekommen. 2 Wochen später hatte ich wieder eine Blasenentzündung und dazu 10 Tage vor meiner Periode habe ich tagsüber Schmierblutungen gehabt. Habe wieder einen abstricht machen lassen und da sind sie wieder gewesen die gardnerella, Blasenentzündung und sogar Streptokokken.
OBWOHL ich in diesen 2 Wochen keinen GV hatte.
Leider weiß ich nicht mehr weiter und bin so am verzweifeln.
Unsere Antwort
So wie du es beschreibst, scheint dein Urogenitalsystem leicht störbar zu sein. Das heisst, dass bei geringen Belastungen deine Scheidenflora aus dem Gleichgewicht fällt. Und kann können Keime wie Gardnerellen, Streptokokken oder Pilze sich stark vermehren und zu Symptomen führen.
In solchen Fällen hat es sich meiner Erfahrung nach bewährt, nicht nur das lokale Problem in der Scheide oder Blase anzuschauen. Das würde bedeuten, nur lokal mit Scheidenzäpfchen oder ähnlichem zu behandeln.
Stattdessen macht dann Sinn, das gesamte System miteinzubeziehen. Dabei ist der Lebensstil extrem wichtig. Dazu gehören Schlaf, Ernährung, Bewegung und Stressregulation. Es lohnt sich, dass du bei dir mal überprüfst, wie das bei dir aussieht. Gibt es Bereiche, die du verbessern könntest?
Damit die Scheidenflora im Gleichgewicht bleiben kann, ist dein Körper darauf angewiesen, dass du ihm optimale Bedingungen lieferst. Dann kann er all diese Regulationsaufgaben gut erledigen. Ich beschreibe dir noch genauer, wieso die zuvor genannten Bereiche wichtig sind:
- Schlaf: Im Schlaf werden viele Reparaturarbeiten des Körpers erledigt - wenn wir jede Nacht 1 oder 2 Stunden zu wenig schlafen, hat der Körper nicht genügend Zeit, um zu regenieren.
- Ernährung: Für die "guten" Bakterien in Darm und Scheidenflora müssen wir diesen Schleimhäuten die richtigen Nahrungsmittel liefern. Denn diese guten Bakterien ernähren sich davon: dazu gehören vor allem grüne Blattgemüse und generell Ballaststoffe. Ebenso werden viele Vitamine gebraucht. Die bekommen wir durch frische, unverarbeitete Nahrungsmittel - da ist wieder viel Gemüse enorm wichtig. Wenn wir zuviele Fertigprodukte wie Pizza, Burgers, Kekse, Zucker etc. essen, füttert das die schlechten Darm- und Scheidenbakterien und Pilze, so dass diese sich mehr verbreiten können.
- Bewegung: Wenn wir zuviele Stunden pro Tag am Computer sitzen und uns nicht oder zu wenig bewegen, wird das für den Körper ebenfalls zum Problem. Der Körper muss regelmässig bewegt und belastet werden, um eine gute Blutzirkulation zu gewährleisten und um Abfallstoffe abtransportieren zu können. Ideal wäre 30 Minuten Bewegung pro Tag.
- Stressregulation: Und gegen den andauernden Stress, der auf uns einhagelt in Schule oder Beruf müssen wir genügend Erholungszeiten einbauen, um diesen Stress abbauen zu können. Welche Methode man für sich findet, kann sehr unterschiedlich sein: von Yoga, Meditation, lesen, Spazieren an der frischen Luft bis zu Tanzen, Lachen mit Freunden oder Puzzles legen. Egal was, Hauptsache es trägt zur Entspannung und Lockerung bei.
Ich kümmere mich also bei Patientinnen mit solch wiederkehrenden Beschwerden auf jeden Fall mal um diese Faktoren - fast alle betroffenen Frauen finden 1 der 4 Bereiche, bei dem sie beginnen möchten, optimalere Bedingungen herzustellen. Und häufig bessert sich dann auch das Problem im Blasen- und Genitalbereich.
Ebenfalls empfehle ich dir unsere Tipps zur Intimpflege. Auch diese können vor Infektionen und Entzündungen schützen.
Bei oft wiederkehrenden Gardnerellen-Infektionen empfehle ich dir auch die Tipps aus dem Merkblatt der Frauenpraxis RUNA.
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Frage Nr. 30037 von 06.06.2020
Hi,
Ich bin mir sicher und ich weiss es. Ich bin eindeutig nicht männlich, also das Geschlecht das mir zugewiesenen wurde.
Ich denke ich bin nichtbinär, aber mit einem einschlag zu weiblich. Nur halt nicht so stark, als dass ich mich als Mädchen bezeichnen würde, aber eben fast. Ich bin glücklich über die Erkenntnis, gleichzeitig aber auch noch verwirrt. Was heißt das jetzt für mich? Man sieht das auch nicht an.
Muss ich jetzt irgendwelche Dinge tun?
Nachdem ich jetzt weiss wer ich bin macht mir die Selbstbefriedigung viel mehr spass und ich mache das jetzt auch eher als früher. Ist das ungewöhnlich?
Ist es ungewöhnlich dass ich gerne die Menstruation hätte?
Ich bin 16.
Liebe Grüsse
Unsere Antwort
Die Erkenntnis, dass du vielleicht nicht-binär bist, heisst nicht, dass du irgendwas «tun musst». Im Gegenteil: Jetzt hast du die Freiheit ganz unabhängig zu entdecken, wie du dich geschlechtlich fühlst. Denn du hast schon den Mut gehabt, dich von der Idee zu lösen, dass es nur Männer und Frauen gibt.
Damit steht dir nun vieles offen. Das heisst: du kannst herausfinden, wie du deine Identität leben möchtest. Ob sich daraus weitere Schritte ergeben, liegt ganz bei dir. Vielleicht wünschst du dir, dass man es dir mehr ansieht. Vielleicht ist es dir auch egal, wie andere dein Geschlecht wahrnehmen. Und um das herauszufinden, brauchst du vielleicht einfach noch etwas mehr Zeit und mehr Erfahrungen. Es ist okay, dass du gerade gleichzeitig verwirrt und glücklich bist.
Es liegt ganz an dir, was du mit dem Wissen über dich anfangen möchtest. Ich kenne dich nicht gut genug, um dir einen Tipp abzugeben. Dir sagt Selbstbefriedigung inzwischen mehr zu als früher. Vielleicht hast du dich von Vorstellungen verabschiedet, die dich eher eingeengt haben. Trifft das auf dich zu? Wenn du daher Selbstbefriedigung mehr geniessen kannst, ist das sehr nachvollziehbar.
Ich empfehle dir auch weiterhin Selbstbefriedigung. Sie ist eine gute Möglichkeit, wie du recht unbedarft deinen eigenen Körper berührst und begreifst. Unser Text «Selbstbefriedigung: Was spricht für Solosex?» könnte dich dazu interessieren. Versuche da einfach mal, dass du nachspürst. Du schulst so deine Wahrnehmung. Und du gewinnst viele Eindrücke von dir. Das mag dich darin bekräftigen, wie du dich geschlechtlich verortest. Oder es schenkt dir neue Erkenntnisse. Du bist noch sehr jung und da entwickelt sich noch sehr stark, wie du dich selbst siehst. Da ist noch kaum was in Stein gemeisselt, sondern vieles fliessend.
Du wirst nicht-binären Personen begegnen, die ähnlich empfinden wie du. Manche gelangen auch zu anderen Erkenntnissen über sich. Nicht-binäre Personen sammeln sehr persönliche Erfahrungen, wie sie sich geschlechtlich erleben. Auch sind ihre Bedürfnisse dahingehend sehr vielfältig. Ich empfehle dir daher unseren Text «Welche Menschen sind genderqueer?».
Die Menstruation ist historisch gesehen einer Frau zugeschrieben. Dabei menstruieren auch trans und nicht-binäre Personen mit Gebärmutter. Und einige ohne Gebärmutter teilen mit dir die Vorstellung, dass sie menstruieren können möchten. Dieser Wunsch begleitet einige sehr stark, der sich von Mal zu Mal mehr herausbildet. Das ist einfach Ausdruck von ihrem geschlechtlichen Erleben. Sie schauen noch mal ganz neu auf ihren Körper. Manche sagen dazu auch: Sie interpretieren ihren Körper queer. Auch du wirst deinen Wunsch nach Menstruation irgendwann einordnen können. Ich vermute mal, dass du dich gerne darüber austauschen willst. Stimmt das?
Vielleicht wünschst du dir, dass dich eine Person auf deinem Weg ein Stück begleitet. Das könnte ich mir zumindest gut vorstellen. Mit dieser Person kannst du auch reflektieren, was du denkst und fühlst. Und dann ergibt sich für dich eine Interpretation deiner Wünsche. Sagt dir diese Idee zu? Dann empfehle ich dir die Peer-Beratung du-bist-du. Sie bieten eine erste Begleitung für dich zu Fragen deiner Geschlechtsidentität. Oder du stöberst mal in unserer Linksammlung zu Fachstellen, die Angebote für nicht-binäre Personen haben.
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