Frage Nr. 40929 von 05.03.2026
Ich beziehe mich auf die Frage Nr. 40867 von 19.02.2026.
Vielen Dank für eure Antwort! Mich interessiert der Begriff transgenerationales Trauma. Wo finde ich mehr Infos?
Unsere Antwort
Gib 'transgenerationales Trauma' mal bei deiner bevorzugten Suchmaschine ein. Du wirst eine Menge Informationen erhalten und auch unterschiedliche Begriffsbildungen finden. Wikipedia benutzt z.B. den Begriff transgenerationale Weitergabe. Der Wikipedia-Artikel ist lang und ausführlich und gibt auch etliche Literaturquellen an. Deine Suchmaschine wird dir etliche Radio- und Fernsehsendungen zu dem Thema nennen. Auch YouTube-Videos wirst du finden. Und dann gibt es noch ganz viel Literatur, z.B. Selbsthilfebücher wie Transgenerationales Trauma von Lena Fendrich oder themenspezifische Bücher zu vererbten Erfahrungen aus dem Holocaust, aus Kriegen, aus Missbrauch, Naturkatastrophen und schweren Krankheiten. Wir raten dir mit dem Wikipedia Artikel anzufangen und von da aus zu spezielleren Themen, die dich betreffen könnten.
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Frage Nr. 40927 von 05.03.2026
Hallo,
Ihr habt in vielen Infotexten gute Tipps, z.B. was Sport machen oder Körperpflege angeht. Meine Frage dazu ist: Wie kann ich lernen so etwas gerne zu tun? Ich (m) befinde mich in einer Situation, in der ich meinen Bart bspw. immer nur dann stutze, wenn er mich stört, d.h., wenn er so weit wächst, dass ich mit seinem Aussehen unzufrieden bin oder er sich schlecht anfühlt. Und Sport mache ich auch keinen. Ich habe im Dezember eine Weile lang Sport gemacht, aber das war immer nur so eine Vernunftsache. Dann bin ich über Weihnachten aus dem Rhythmus gekommen und habe es dann im neuen Jahr nicht wieder angefangen. Das sind für mich alles Sachen, die ich "halt machen muss" (oder eigentlich tun sollte), aber Spaß macht das alles nicht. Und dann mache ich es halt nicht ohne Druck.
Unsere Antwort
So wie du schreibst, dass du deinen Bart erst dann stutzt, wenn er dich stört, zeigt dass du gut wahrnimmst, wann dir etwas nicht mehr angenehm ist. Das ist eine wichtige Fähigkeit.
Bei Bewegung oder Sport geht es vielen Menschen ähnlich wie dir: Sie machen es eher aus Vernunft als aus Spaß. Und manchmal verliert man den Rhythmus wieder, wenn man einmal pausiert.
Vielleicht hilft es dir, weniger darauf zu achten, ob dir der Sport Spaß macht, sondern mehr darauf, wie du dich danach fühlst. Manche Menschen merken zum Beispiel, dass sie sich nach Sport oder Bewegung körperlich wohler oder ausgeglichener fühlen. Wie fühlst du dich in deinem Körper?
Und wichtig: Du musst keinen Sport machen, nur weil man oft hört, dass man es „sollte“. Vielleicht kannst du mit der Zeit herausfinden, welche Formen von Sport oder Bewegung sich für dich zumindest ein bisschen gut anfühlen.
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Frage Nr. 40918 von 04.03.2026
Hallo liebes Lilli-Team,
Wie kann ich meine Resilienz stärken? Ich merke, dass ich oft sehr schnell gestresst bin, befürchte, dass alles Mögliche schief geht, oder denke, dass ich etwas nicht schaffe, etc.
Vielen dank für eure Hilfe!
Unsere Antwort
Du schreibst sehr kurz und allgemein, da kann ich dir nur sehr allgemein gehaltene Tipps geben. Lies bitte dazu diesen Text über den Umgang mit Gefühlen und diesen Text über Selbstberuhigung.
Vielleicht kommst du so schon weiter. Wenn nicht, bitte ich dich, uns noch mal zu schreiben und etwas genauer zu beschreiben, wie deine Lebensumstände sind und was dich genau stresst. Es würde mich auch interessieren, seit wann das so ist, wie alt du bist, was du dir selbst schon für Gedanken über die Gründe gemacht hast und was du schon probiert hast, das zu verbessern.
Falls du uns schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40867 von 19.02.2026
Heute beim Essen bei meiner Mutter habe ich folgende Beobachtung gemacht:
Ich habe etwas gegessen, was es früher häufig gab und das ich als Kind nicht sehr mochte. Meine Mutter war beim Essen teilweise abwesend oder hat nicht wirklich mitgegessen. Sie hat dann eher Sachen gepickt oder wenig gegessen oder dann wieder viel. Sie war vermutlich auch emotional sehr oft abwesend. Sie seufzt sehr oft. Ich habe heute gemerkt, wie belastet sie ist. Ich habe aber auch gemerkt, was das mit mir gemacht hat. Ich habe das Gefühl ich war wie abgestellt oder nicht ganz da. Ich hatte als Kind/Jugendliche auch häufig Mühe mich zu konzentrieren. Ich habe gerade das Gefühl etwas von der Schwere meiner Mutter mitzutragen. Meine Mutter hatte eine schwierige Kindheit und vermutlich Depressionen. Sie musste sich früher häufig zurückziehen und war vermutlich auch überfordert. Ich kann mich nicht an längere Zeit erinnern, an der sie unbeschwert war. Kann es sein, dass ich ihr Leid mit mir mittrage?
Danke für eure Hilfe!
Unsere Antwort
Natürlich beeinflussen deine Eltern deine Gefühlswelt. Sie sind deine ersten Lehrer*innen. Wie sie gedacht und gefühlt haben und wie sie dich behandelt haben, hat dein Gefühl von Normalität geprägt. Im Laufe deiner Kindheit und Jugend kamen dann Prägungen aus der Schule und aus freundschaftlichen Beziehungen dazu. Die ‚Elternwelt‘ wird durch diese äusseren Einflüsse ergänzt. Die äusseren Einflüsse helfen bei der Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit. Bindungen an die Ursprungsfamilie bleiben aber bestehen. Du kennst sicher Aussagen wie ‚den Humor habe ich von meinem Vater‘, ‚mein Lebensmut kommt von meiner Grossmutter‘ etc. Das gilt natürlich auch für die Belastungen. In diesem Sinn trägst du das Leid deiner Mutter mit. Du hast dich jetzt bereits auf den Weg gemacht, das ‚emotionale Erbe‘ deiner Mutter zu studieren. Du erinnerst dich an die innere Abwesenheit deiner Mutter und gehst deinem Gefühl des Abgestelltseins nach. Dabei merkst du, wie sich Abgestelltsein auf deine Konzentrationsfähigkeit auswirkte. Und mit dem ganzen Prozess des Erinnerns und Nachfühlens, fühlst du dich schwer. Wenn du deine Gefühle in einem biografischen Zusammenhang sehen kannst, wirst du dich besser verstehen. Und dann kannst du deine Gefühle und dein Verhalten beeinflussen. Was tut dir gut, wenn du die mütterliche Schwere in dir wahrnimmst? Brauchst du Bewegung? Nützt dir Musik? Hilft Zusammensein mit Freund*innen? Möchtest du reden?
Es ist der normale kindliche Entwicklungsweg von Eltern zu lernen und die Elternwelt durch neues Lernen zu erweitern. Dazu gehören auch die Verarbeitung der belastenden und traumatisierenden Erfahrungen, die die Eltern nicht selbst verarbeitet haben. Diese Weitergabe wird heute als transgenerationales Trauma bezeichnet. Wenn du dich mehr mit dem Thema beschäftigen willst, findest du dazu sehr viel Literatur.
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Frage Nr. 40831 von 14.02.2026
Hallo, hier ist nochmal die Fragestellerin der Frage 40812.
Vielen Dank für Eure Antwort, der Punkt mit der Haltung, dass auch die andere Person wissen möchte, woran sie ist, hilft mir denke ich schon weiter. So habe ich dieses Thema noch nicht betrachtet.
Was ich aber an der Antwort erstaunlich fand, war, dass ihr meine geschilderten Gedanken selbstabwertend fandet. Das war mir gar nicht so bewusst.
Allerdings habe ich in den letzten Wochen festgestellt, dass ich allgemein ein ziemlich instabiles Selbstwertgefühl habe, das bei Kritik, Ablehnung, Misserfolg etc. leicht "wegbricht".
Woher das kommt, wüsste ich selber gerne.
Ich bin in einem sehr liebevollen Elternhaus aufgewachsen.
Wirkliche Probleme hatte ich eigentlich nur mit Mitschülern (Mobbing v.a. in der Grundschule). Ich kann mir daher nicht so wirklich einen Reim drauf machen, wo das herkommt.
Ich glaube aber, dass der Zustand schon recht lange besteht, ohne dass ich das so wirklich gemerkt habe.
Habt ihr da eventuell Ratschläge, wie man sein Selbstwertgefühl dauerhaft stabilisieren kann?
Ich glaube ich weiß nicht gar nicht so genau, wie man mit einem dauerhaft stabilen Selbstwert lebt.
Unsere Antwort
Selbstwertgefühl kann sich einerseits im Laufe des Lebens stärken, wenn wir mehr Lebenserfahrung haben, wenn wir etwas gelernt haben und das auch gut anwenden können, wenn wir Erfolgserlebnisse hatten und in schwierigen Situation Mut und Durchhaltevermögen bewiesen haben. Da kommt Stolz auf und das Gefühl: "Ich kann was".
Andererseits hängt Selbstwertgefühl mit Eigenständigkeit zusammen. Eigenständigkeit meint, dass wir uns selbst einen Wert geben können. Unabhängig davon, was andere Leute sagen. Wir sind weniger auf die Bestätigung durch andere Menschen angewiesen. Lies dazu bitte diesen Text über Eigenständigkeit in Beziehungen.
Ich finde das Wort Eigenständigkeit gut, denn es heisst ja, dass du auf den eigenen beiden Beinen stehst. Dadurch, dass du aufrecht stehst, zeigst du dich, und als Person die sich zeigt, bist du angreifbar. Dazu musst du stabil sein. Wir bei Lilli gehen das gerne auch über den Körper an, denn du kannst mit deiner Körperhaltung etwas dafür tun, dass du dich stolzer und stärker fühlst. Lies dazu bitte diese Tipps. Der Text endet mit der Beschreibung eines Baumes, die ich dir sehr empfehle.
Nun zu deiner Frage nach dem Warum? Da kann man tief graben und an ganz unterschiedlichen Stellen suchen. Ich biete dir hier einige Gedankenanstösse an.
Was hast du bei deinen Eltern in Sachen Eigenständigkeit gelernt? Sind sie da Vorbilder? Sind sie selbstbewusste Menschen, die auch mal anecken? Oder ist möglicherweise Anpassung grösser geschrieben? Liegt ein grosses Gewicht darauf, anderen zu gefallen? Überleg dir das mal.
Mobbing ist wirklich etwas schlimmes. Das kann dem Selbstwert einen echten Knick geben. Wie lang ging denn das? Haben deine Eltern dich da gut unterstützen können? Konnten sie dich auch schützen? Haben sie dir geholfen dabei, dich zur Wehr zu setzen?
Haben deine Eltern dich grundsätzlich darin unterstützt, schwierige Situationen selbst zu bestehen? Oder haben sie dir unangenehme Sachen eher abgenommen?
Wie sind deine Eltern dazu gestanden, wenn du etwas gut gemacht hast? Haben Sie dich angespannt, die Sachen besser zu machen? Welche Rolle hattest du bei ihnen? Wie standen sie zu Leistung?
Das sind alles so Gedanken, die ich mir mache, wo ich nicht weiss, ob sie bei dir Anklang finden. Gern kannst du uns dazu wieder schreiben.
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Frage Nr. 40813 von 10.02.2026
Wieso wurde bei OCD im ICD-11 die Attribute mit der Einsichtsfähigkeit geändert?
Wurde das vorher sonst mit Psychose verwechselt?
Stimmt es dass in vielen psych. Störungsbildern gewisse psychotische Elemente vorhanden sind z.b bei Borderline oder DP/RP, die aber zum jeweiligen Störungsbild in gewissem Maße dazugehört?
Oder sogar in gewissem, gesunden Maß bei Gesunden? Danke für Ihre Expertise
Unsere Antwort
Zwangserkrankungen werden im ICD-11 u.a. nach guter/mäßiger (6B20.0) und geringer/fehlender Einsicht (6B20.1) unterschieden. Der Grund ist die Wahl der Therapiemethode. Therapeutische Strategien orientieren sich an den Fähigkeiten der Patient*innen. Für Menschen mit der Fähigkeit, ihre psychische Krankheit zu erkennen, werden kognitive Interventionsstrategien hilfreich sein. Bei Menschen mit fehlender Krankheitseinsicht wird die Erweiterung der Einsichtsfähigkeit in der Behandlung ein wichtiges Therapiethema sein. Zudem werden auch Techniken angewendet werden, die durch systematische Exposition zu Veränderungen führen.
Bei Menschen ohne psychiatrische Diagnose kommen Wahrnehmungsverzerrungen im Sinne von Halluzinationen oder seltsame Gedanken, vor. Meist kann man sie durch Stress, Schlafentzug, Verlusterlebnisse und Trauer, aber auch durch Drogenkonsum zu erklären. Es ist immer wichtig, solche Symptome ernst zu nehmen. Wenn diese Symptome sich einschränkend auf den Alltag des Menschen auswirken und regelmässig auftauchen, sollte professionelle Unterstützung gesucht werden.
Beide Teile deiner Frage gehören nicht zu unserem Kerngeschäft. Wir sind darum keine Expert*innen. In Fachzeitschriften oder in Fachgesellschaften findest du für deine Frage kompetente Antworten.
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Frage Nr. 40810 von 10.02.2026
Warum wird ein Mann von der Gesellschaft gefeiert wenn er vier Kinder mit vier verschiedenen Frauen hat, aber eine Frau wird dafür verurteilt wenn sie vier Kinder von vier verschiedenen Männern hat?
Unsere Antwort
Das ist eine interessante Frage. Sie berührt eine wichtige Frage der Geschlechtergerechtigkeit. An Männer und Frauen werden unterschiedliche Erwartungen gerichtet und entsprechend wird das gleiche Verhalten bei den einen gefeiert und bei den anderen verurteilt.
Es wird vermutet, dass das unter anderem damit zu tun hat, dass es wichtig war für Männer, dass sie wissen, wer ihre leiblichen Erben sind und wer nicht. Für eine tiefere sozialpsychologische Perspektive könntest du dich zum Thema "sexuelle Doppelmoral" belesen. Das ist der Fachbegriff für das, was du beschreibst.
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Frage Nr. 40808 von 09.02.2026
Vielen lieben Dank für die Antwort und das Angebot nochmals zu schreiben! (Frage 40750 vom 27.01.2026.). Die Antwort hat mir bereits sehr geholfen.
Meine Sorge, die Essstörung anzusprechen (anders als bei anderen Themen), hängt damit zusammen, dass Essstörungen (insbesondere zu wenig zu essen) mit vielen weiteren gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht werden kann. Ich habe die Angst, dass danach andere Probleme oder Anliegen nur noch damit erklärt oder begründet werden.
Ein Beispiel sind meine Schlafprobleme: Schlechter Schlaf kann auch durch unregelmässige Ernährung oder Nährstoffmangel verursacht werden. Hätte ich die Essstörung bereits vor den Schlafproblemen erwähnt, wäre es ja möglich gewesen, dass diese weniger ernst genommen worden wären... im Sinne von: „Die Schlafprobleme kommen von der Essstörung".
Ich habe zudem seit meiner Kindheit häufig Kopfschmerzen. Wenn ich diese erst nach dem Ansprechen der Essprobleme thematisiert hätte, hätte möglicherweise angenommen werden können, dass sie mit einem Nährstoffmangel zusammenhängen. Meine Angst ist, dass zukünftige Anliegen nicht mehr unabhängig ernst genommen werden.
(...)
Dies ist natürlich nicht direkt meine Situation, aber es hat meine Sorge verstärkt, dass danach nur noch dieses Thema im Zentrum steht. Da sich bei mir die Essstörung eher phasenweise unterschiedlich stark zeigt, möchte ich vermeiden, dass sie dauerhaft zum alleinigen Fokuspunkt wird.
Ein weiterer Gedanke ist meine Menstruation. Diese ist sehr unregelmässig und ist auch schon über sieben Monate ausgeblieben. Wichtig: In dieser Zeit hatte ich ein gesundes Gewicht und habe mich regelmässig und «normal» ernährt. Da Zyklusstörungen auch im Zusammenhang mit Essstörungen auftreten können, habe ich die Sorge, dass mögliche andere Ursachen danach weniger berücksichtigt werden könnten.
Meine Rückmeldung wurde nun etwas länger als gedacht, tut mir leid! ????Vielen Dank im Voraus!
Unsere Antwort
Schön, dass du noch mal geschrieben hast. Jetzt wird es klarer. So wie ich das verstehe, ist deine Essstörung noch nicht so alt. Du hast das Gefühl, dass man die Essstörung nun als Ursache für alles Übel ansieht, und zwar auch das Übel, das vor der Essstörung anfing. Wenn irgendeine Fachperson so denkt, dann hat sie ihren Fachtitel nicht verdient.
Ich rate dir folgende Sichtweise: Sieh die Essstörung nicht Kern oder Ursache des Übels, sondern als Symptom oder Lösungsversuch eines Problems. Ihr liegt also etwas zu Grunde. Möglicherweise ist das etwas ähnliches, das auch den Schlafproblemen, dem Kopfweh und dem unregelmässigen Zyklus zu Grunde liegt.
Da könnte man zum Beispiel erhöhte Körperspannung und damit verbunden eine erhöhte Aktivität deines Sympathikus als Grund angeben. Diesen Faktoren wiederum könnten stressige, belastende, emotional schwierige Situationen oder Lebenserfahrungen oder Lebens-Lerngeschichten zugrunde liegen. Es wäre sinnvoll, dem mal therapeutisch auf den Grund zu gehen. Ich empfehle dir auch sehr unsere Texte über das autonome Nervensystem. Du könntest mit diesem Text anfangen und dich von dort weiterklicken.
Was genau bei dir die Ursachen sind, und wie die verschiedenen heutigen Probleme zusammenhängen, ist sicher noch vielschichtiger. Es kommt bei einer Essstörung durch die unregelmässige oder mangelnde Ernährung noch sekundär zu Problemen – zum Beispiel kann das den Schlaf noch erschweren. Oder wenn man Schlafprobleme hat, kann die Müdigkeit wiederum mehr Stress auslösen und es schwieriger machen, mit Emotionen umzugehen, was wiederum den Umgang mit Essen erschweren könnte, und so weiter.
Umgekehrt ist eine Essstörung ja auch ein Lösungsversuch, und durch sie könnten andere Probleme in den Hintergrund rutschen. Durch sehr kontrolliertes Essen könnte es zum Beispiel sein, dass bestimmte Emotionen in Schach gehalten werden. All die komplexen Zusammenhänge bei dir könntest du sinnvollerweise in einer Psychotherapie angehen.
Du wolltest einen Teil aus deinem Anliegen herausgesstrichen haben. Das habe ich gemacht. Mein Kommentar zum rausgestrichenen Teil: Wenn du in irgend ein therapeutisches Programm kommst, wo der Fokus der Aufmerksamkeit auf etwas ganz Bestimmtem ist, dann wird eben genau darauf auch die Aufmerksamkeit gerichtet. Wenn du hingegen eine Einzeltherapie machst bei einer fähigen Therapeutin, wird der Fokus auf dich als ganzem Mensch sein.
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Frage Nr. 40800 von 08.02.2026
ich finde homosexualität nicht normal. nur um es klarzustellen, ich bin niemand, der andere menschen deswegen anpöbelt oder gewalt gutheissen würde. sollen die ja ruhig homosexuelle handlungen machen. aber es ist halt für mich nicht normal
nun habe ich ja auch meine vorlieben und andere könnten sagen, dass das nicht normal ist
Ist es also okay zu denken, es ist nicht normal aber leben und leben lassen oder mache ich mich hier böser doppelmoral schuldig
?
Unsere Antwort
Du stellst eine interessante Frage.
Erstmal könnte man sagen: Du bist in guter Gesellschaft. Unglaublich viele Menschen finden Homosexualität nicht normal. Deine Einstellung ist also weit verbreitet, was aber nicht heißt, dass sie uns als Gesellschaft dienlich ist.
Du machst bereits eine wichtige Unterscheidung: Es ist nicht okay, anderen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Gewalt anzutun. Homosexualität ist mehr als eine Vorliebe. Es ist eine sexuelle Orientierung. Und es ist eine Tatsache, dass homosexuelle Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Diskriminierung und Gewalt erfahren. Die Einstellung "Homosexualität ist nicht normal" kann Nährboden dafür sein, dass Gewalttaten gegen diese Menschengruppe gerechtfertigt und toleriert werden, während sie gegen eine andere Menschengruppe nicht toleriert werden würden. Und darüber hinaus gibt es viele Nachteile für Menschen anderer sexueller Orientierung, wenn ihnen zum Beispiel nicht die gleichen Rechte zugestanden werden oder ihnen der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, Wohnraum oder ähnlichem verwehrt wird oder sie ihre sexuelle Orientierung verstecken müssen, um bestimmte Karrierechancen zu haben.
Ablehnung gegenüber Homosexualität wirkt nicht nur im Außen sondern auch im Innen. Es gibt also auch homosexuelle Menschen, die ihre eigene Homosexualität nicht normal finden und sehr darunter leiden, dass sie sind wie sie sind. Sie begegnen sich selbst mit einer starken Selbstabwertung und können daraus schwere psychische Probleme entwickeln bis hin zum Suizid.
Ich kann dir keine abschließende Antwort geben. Wer entscheidet, ob du dich böser Doppelmoral schuldig machst? In welchem Kontext ist es okay, Homosexualität nicht normal zu finden und in welchem nicht? In welchem Kontext könnte dir diese Einstellung zum Problem werden? Hast du den Wunsch, deine Einstellung zu verändern? Was bedeutet Normalität eigentlich?
Ich hoffe, meine Anregungen helfen dir weiter bei deiner Auseinandersetzung mit deiner Einstellung.
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Frage Nr. 40787 von 05.02.2026
Gibt es auch eine Art Trauma durch "Gaslighting", das ohne richtige Flashbacks abläuft?
Für eine Anpassungsstörung ist es immernoch irgendwie zu belastend und nimmt noch viel Raum ein in meinem Leben (im negativen).
Ich bin wahrscheinlich auch noch hochsensibel.
Es ist etwa 5 Jahre her und verfolgt mich bis heute (ich dachte damals das ich da nie wieder raus komme, hatte dann auch Suizidgedanken, wollte es aber nie tun)
Unsere Antwort
Wie sich eine Traumatisierung zeigt, ist sehr unterschiedlich. Zu den Kernsymptomen zählen: 1. Das Wiedererleben der traumatischen Ereignisse in als lebhafte und aufdringliche Erinnerungen, Flashbacks oder Albträumen; 2. Das Vermeiden von Gedanken und /oder Aktivitäten, die an die traumatischen Erfahrungen erinnern; 3. anhaltende Wahrnehmung einer erhöhten aktuellen Bedrohung, die sich in Überaufmerksamkeit, sowie Schreckreaktionen auf Reize zeigt. Du musst für die Diagnose PTBS nicht alle drei Symptome vollständig erfüllen. 'Richtige' Flashbacks sind also nicht zwingend erforderlich.
Du schreibst, deine Symptome nehmen zu viel Raum in deinem Leben ein. Damit meinst du wohl, dass du dich an das Gaslighting erinnerst und die Folgen dein aktuelles Leben beeinträchtigen. Auch Schreckhaftigkeit wirst du kennen. Diese kann zwar auch zur Hochsensibilität gehören. Oft weiss man aber gar nicht ganz genau, was zuerst war: die traumatisierende Erfahrung oder die hochsensible Wahrnehmung.
Wenn du seit 5 Jahren unter den Folgen leidest, empfehlen wir dir eine psychotherapeutische Behandlung. Du möchtest für dein aktuelles Leben mehr (positiven) Raum haben. Also wäre es sinnvoll, wenn du lernst, die Gaslighting-Erfahrungen in deine Lebenserfahrung zu integrieren und gleichzeitig innerlich Abstand von den schwierigen Gefühlen zu gewinnen. Die Haltung, JA zu den eigenen schädigenden Lebenserfahrungen zu sagen und gleichzeitig emotional zu wissen, dass der Schaden in der Vergangenheit liegt und vernarben kann, lernst du am besten mit professioneller Begleitung. Psychotherapie ist dann besonders wirksam, wenn du dir eindeutige Ziele setzt (z.B. ‚ich möchte da raus‘) und dem Wunsch, dir selbst eine gute Lebenszeit zu bieten, folgst.
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Frage Nr. 40778 von 02.02.2026
Ich hatte als Jugendliche die ADS-Diagnose.
Benötige ich als Erwachsene jetzt nochmals eine Diagnose?
Das Problem ist das es für die Erwachsenenpsychiatrie (...) trotz der früheren Befunde nicht deutlich war, ob es eher AD(H)S oder Autismus-Spektrum trifft - oder beides. Und Autismus behandelt man anders (Minidosis Risperidon).
Was jetzt? ????
P.S. Die Klinik ist zu weit weg zur erneuten Vorstellung
Unsere Antwort
Grundsätzlich stellt sich ja die Frage, wozu du diese Diagnose brauchst. Wenn du Medikamente erhältst, sollten diese so gut wie möglich auf dich zugeschnitten sein. Du schreibst, dass bereits bei deiner ersten Diagnose nicht ganz eindeutig war, in welchen Bereich der neuromentalen Störungen sie gehört. Um sicher zu sein, dass du richtig behandelt wirst, finden wir eine Aktualisierung der Diagnose sinnvoll. Wenn du aufgrund deiner Symptomatik Einschränkungen in deiner Erwerbsfähigkeit beobachtest, ist eine Aktualisierung der Diagnose ebenfalls gut.
Du findest in vielen Orten Spezialsprechstunde für Ad(H)S und/oder Autismus. Solche Sprechstunden gibt es nicht nur an Universitätskliniken. Einschränkend müssen wir sagen, dass wir als Schweizer Onlineberatung keine verbindlichen Angaben zum deutschen Gesundheitssystem machen können.
Wir haben deine Frage anonymisiert.
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Frage Nr. 40762 von 30.01.2026
Hey, ich hab Mitgefühl mit der Person von der Frage Nummer 38736 und mich würde interessieren wie es der Person inzwischen geht.
Das was die Person da beschreibt hatte ich auch mal.
Ich kann diese Person daher beruhigen, dieses Phänomen tritt gelegentlich beim einschlafen/aufwachen auf und nennt sich hypnagoge ''Halluzinationen'' oder so.
Das kennen viele Menschen und das kommt in stressreichen Phasen mal vor.
Ich hatte dieses Gefühl von ''Gedanken werden laut'' auch schon mal beim einschlafen.
Die Einschlafphase ist aber sowieso ein anderer Bewusstseinszustand.
Ich kenne viele Eltern die meinen das ihre kleinen Kinder schreien, während sie z.b gerade duschen, obwohl das nicht so ist.
Mal das Gefühl zu haben, gerufen worden zu sein oder dass das Telefon klingelt ist also normal.
In einer Prodromalphase einer Psychose würden vermutlich noch mehr Symptome auftreten.
Also alles gut ????
/m
Unsere Antwort
Wir danken dir sehr für deinen Beitrag. Du fügst unserer Antwort einen wichtigen Aspekt hinzu. Einschlafen und Aufwachen sind Übergangsphasen vom unbewussten Schlaf in die bewusste Realität. Man hat nicht immer sofort vollständig Zugang zur Realität. Genau in diesen Phasen kommt es zu Sinnestäuschungen.
Auch in Stressphasen, wenn das Bewusstsein überlastet ist, kann es solche Erscheinungen geben. Sie sind kein Grund zur Beunruhigung.
Wie es der Fragenden von 38736 geht, wissen wir nicht. Wir haben ihr wegen der grossen Sorgen, die sie sich machte, zu einer professionellen Unterstützung geraten.
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Frage Nr. 40750 von 27.01.2026
Hallo zusammen :)
Ich bin W27 und glaube, bei mir hat sich seit ca. 6 Monaten eine Essstörung verfestigt. Ich hatte schon immer etwas Mühe mit Essen und meinem Körperbild, aber seit einem halben Jahr ist es irgendwie viel schlimmer geworden. Besonders als ich begonnen habe, leicht abzunehmen, bekam ich dieses Gefühl von Erfolg...was alles noch weiter verschlimmert hat.
Ich denke permanent an das Thema Essen. Entweder habe ich Hunger oder ich überlege mir, was ich schon alles gegessen habe und was ich noch „darf“. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich zu wenig gegessen habe, aber wenn ich dann esse, habe ich wiederum ein schlechtes Gefühl, weil ich finde, es war zu viel usw. Diese ständigen Gedanken sind enorm anstrengend.
Trotzdem glaube ich, dass ich mich noch recht „vernünftig“ ernähre. Also ich bin körperlich noch gesund.
Da ich schon sehr lange Schlafprobleme habe, hat mir meine Ärztin einmal empfohlen, eine Therapie zu probieren. Damals wollte ich das noch nicht. Da ich bald wieder einen Termin bei ihr habe, schwanke ich nun etwas, ob ich das Thema Essen ansprechen soll.
Ich habe jedoch Angst, dass das direkt irgendwo in meiner Akte für immer festgehalten wird. Ich habe das Gefühl, dass es eventuell wieder besser werden könnte, es dann aber trotzdem immer ein Thema sein wird, wenn später mal sonst irgendetwas ist. Gleichzeitig würde ich aber sehr gerne einmal mit jemandem darüber sprechen, und es wäre ja möglich, dies bei einer allfälligen Therapie zu integrieren. Ich bin mir aber noch nicht sicher, was ich genau will.
Wisst ihr, ob man verlangen darf, dass etwas, das beim Termin besprochen wird, nicht in die Akte geschrieben wird?
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe und Mühe!
Unsere Antwort
Wenn die Ärztin etwas mit dir bespricht, wird sie das in die Krankengeschichte schreiben. Du kannst sie natürlich bitten, dass sie das nicht hinein schreibt und ihr erklären, warum du das nicht möchtest. Du kannst sie auch fragen, was mit den Sachen passiert, die in der Krankengeschichte stehen.
So wie du schreibst, klingt es, als ob du findest, eine Essstörung oder Probleme mit dem Essen können gegen dich verwendet werden. Dem ist nicht so: Es gilt das Ärztegeheimnis, d.h., was in der Krankengeschichte steht, wird nicht einfach irgendwie herum gereicht.
Bei den Schlafproblemen scheinst du diese Sorge nicht zu haben. Was macht eine Essstörung so speziell? Warum darf anderes in deiner Krankengeschichte stehen, nur Probleme mit dem Essen nicht? Was sind denn da deine Sorgen? Das kannst du uns gern wieder schreiben. Wenn du uns wieder schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.
Ganz klar kann ich dir sagen: Wenn du heute ein Problem, eine Krankheit oder eine Störung irgendeiner Art hast, heißt das nicht, dass das wie ein Stempel auf dir sitzen wird für den Rest deines Lebens. Im Gegenteil, Ärzt*innen sind sehr froh, wenn sie hören, dass man das Problem, die Krankheit, die Störung überwunden hat.
Ich empfehle dir sehr, dass du deine Probleme mit dem Essen mit der Ärztin ansprichst – denn so kann sie dir gezielt helfen, zu einer Therapeutin zu kommen, die sich auch mit Essproblemen auskennt.
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Frage Nr. 40743 von 26.01.2026
Mich würde mal interessieren, warum mich Themen/ Berichte über sex. Gewalt/Übergriffe an Frauen so besonders triggern?
Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern dass mir sowas als Kind zugestoßen wäre oder was das erklären könnte.
In der Pubertät wollte ich ein Junge sein und bis ins junge Erwachsenenalter hatte ich massive Probleme mit Weiblich sein (z.b an Brüsten verletzt), der Grund war aber eher das soziale Geschlecht als Frau als ein tatsächliches Integritätsproblem mit dem weiblichen Körper. Das hat biologisch schon gepasst.
Das ganze ist dann in den Jahren besser geworden auch dadurch ich einen tollen Partner hab
Unsere Antwort
Du schreibst, dass du deine Weiblichkeit bekämpfen musstest und selbstverletzendes Verhalten kennst. Du hast damit nicht deine biologische Realität bekämpft. Dein Grund war wohl das Erleben, dass die soziale Freiheit von Frauen eingeschränkt ist. In der Verfassung ist die Chancengleichheit der Geschlechter zwar garantiert, in der konkreten Realität aber noch lange nicht. Ein Ausdruck davon ist die sexuelle Gewalt gegen Frauen.
Wie steht es heute um deine Identifikation mit deinem sozialen Geschlecht. Bist du mit deiner sozialen Rolle zufrieden? Findest du die gesellschaftliche Situation für Frauen zufriedenstellend? Du hast bereits gemerkt, dass ein respektvoller Beziehungspartner deine Integration positiv verstärkt. Das hilft. Wir raten dir, dein Wohlgefühl im eigenen Körper auch selbst zu verstärken und deine soziale Rolle so zu gestalten, dass du dich selbst akzeptieren kannst. Wenn du deine eigene Stärke fühlst, steht nicht die Ohnmacht gegenüber diesen Gewalttaten dauernd schwächend im Weg. Du entwickelst ev. Ideen, wie du sexueller Gewalt begegnen kannst. Z.B. indem du deine Meinung aktiv vertrittst, wenn jemand sexistisch oder respektlos reagiert oder indem du dein Mitgefühl aktiv ausdrückst oder indem du Opfer unterstützt oder politisch aktiv wirst. Dabei geht es nicht darum, dass du dich überforderst, sondern dich im Rahmen deiner Möglichkeiten wirksam machst, weil es dir gut tut.
Zudem musst du keineswegs selbst sexuelle Gewalt erlebt haben, um Berichte über sexuelle Gewalt als emotional aufwühlend zu erleben. Man kann nämlich allgemein sagen, dass die meisten Menschen Interesse an Ausnahmezuständen haben. Schau mal, wieviel Gewalt täglich in den Medien präsentiert wird. Gerade dieses Thema findet viele Konsument*innen.
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Frage Nr. 40726 von 24.01.2026
Liebes Team von Lilli
Ich m. 29 habe eine Autismus-Spektrum Störung und es gibt derzeit viele Dinge, die mich sehr bedrücken.
Vor einigen Monaten habe ich zu meiner gesamten Familie endgültig den Kontakt abgebrochen. Der Hauptgrund war, dass ich in meiner Familie nicht richtig respektiert und oft ausgelacht werde. Schon in der Schule war ich immer nur das "Problemkind", meine Eltern hatten sich ständig gestritten wegen mir. Es kam dann auch zu einer Scheidung und ich dachte lange, dass ich an der Scheidung mitschuldig sei. Es war eigentlich immer schlechte Stimmung zuhause, jahrelang gab es Stress, Gerichtstermine und jeder Elternteil hat versucht, mich auf seine Seite zu ziehen. Nach der Schule während meinem Studium hat sich der ständige Stress dann aber insofern verändert, dass es zunehmend darum ging, Druck auf mich auszuüben. Ich hielt dem Druck aber nicht stand und musste insgesamt 3 Mal für mehrere Monate in die Klinik gehen. Trotzdem wurde der Druck, dass ich mein Studium unbedingt fertig machen muss, immer weiter erhöht, sogar mit Hilfe von Anwälten. Meine Eltern haben auch gesagt, dass ich zu wenig dankbar sei, dass ich für sie nur ein "Arschloch" sei, und, dass ich ausserdem schuld sei an ihren finanziellen Problemen, weil mein Studium nicht schnell genug vorwärts geht. Ich müsse ihnen finanziell helfen und sobald es geht, das geld für mein studium mit Zinsen wieder zurückzahlen.
Besonders schlimm war für mich auch der Tag, an dem die Masterzeugnisse verteilt wurden, also als ich dann (mit einigen Semestern Verspätung) mein Studium erfolgreich abschliessen konnte. Die anderen gingen nach der offiziellen Feier alle in Restaurants mit ihren Eltern essen, bloss bei meinen Eltern war das leider nicht möglich, weil es wieder Streit gab, öffentlich vor allen Leuten. Meine Eltern haben sich überhaupt nicht gefreut, dass ich das Studium abgeschlossen hatte, es ging einmal mehr nur darum, eine Szene zu machen. Ich bin von der Zeugnisfeier dann einfach weggelaufen und musste zuhause lange weinen. Es war der bisher schlimmste Tag in meinem ganzen Leben. Seit Abschluss des Studiums werde ich sogar noch wesentlich häufiger als "Arschloch" beschimpft, als zuvor.
Ich bin auch enttäuscht von meinem Therapeuten. Er hat mir eigentlich versprochen, dass mein Leben besser wird, wenn ich das Studium abschliesse. Doch leider ist genau das Gegenteil eingetreten. Mein soziales Umfeld ist komplett weggebrochen, ich habe kein klares Ziel mehr, ich habe keinen richtigen Job, und ich habe sogar chronische Schmerzen entwickelt, die nun nicht mehr weggehen, trotz zahlreichen Behandlungen.
Ich lebe jetzt alleine in einem kleinen Zimmer, meine Eltern wissen die Adresse nicht. Trotzdem denke ich oft an meine Eltern, weil eigentlich habe ich sie noch immer lieb, auch wenn ich für sie nur ein "Arschloch" bin. Ich habe etwa 10 Jahre lang immer wieder versucht mit meinen Eltern eine Mediation zu machen, aber sie haben das dann schon nach der ersten Sitzung abgebrochen, ich weiss also nicht, was ich noch tun könnte. Es gab auch nie jemand, der sich in meiner Familie mal für mich eingesetzt hätte, also z.B. jemand, der sagt, dass es nicht in Ordnung ist, mich mit "Arschloch" anzusprechen.
Ich fühle mich sehr einsam und unglücklich. Am Wochenende liege ich stundenlang im Bett, weil ich mich so kraftlos fühle. Es fühlt sich so an, als hätte alles keinen Sinn. Ich liege einfach in meinem Bett und spüre, dass ich mich nicht wohl in meinem eigenen Körper fühle und mein Körper weh tut.
Ich weiss gar nicht, was ich Euch nun konkret als Frage stellen könnte. Ich hätte gerne eine Ersatz-Familie oder wenigstens eine Bezugsperson, die mich versteht. Für mich ist es jedoch schwierig mündlich Gespräche zu führen, ich kann mich schriftlich viel klarer ausdrücken. Ich habe das Gefühl, dass wenn ich irgendwann mal sterbe, dass dann niemand zu meiner Beerdigung kommen wird. Dieses Schicksaal macht mich sehr traurig.
Unsere Antwort
Du kannst dich schriftlich wirklich sehr gut ausdrücken, und du beschreibst ein eindrückliches Bild deiner Situation. Ich finde es bemerkenswert, dass du es unter diesen katastrophalen familiären Bedingungen geschafft hast, ein Studium abzuschließen. Vielleicht hat der Therapeut gemeint, dass du nach dem Abschluss des Studiums finanziell unabhängiger bist, und das ist sicher ein Vorteil. Dein Therapeut konnte ebenso wenig wie du deine Zukunft vorhersehen, und deshalb konnte er dir auch nichts versprechen. Aber er meinte es sicher gut, als er das sagte. Siehst du diesen Therapeuten immer noch? Wenn ja, sag ihm, dass sein Versprechen nicht eingetreten ist und dass es dir jetzt so schwer fällt mit deiner Situation. Du kannst dann mit ihm zusammen mögliche Lösungen besprechen.
Von der Ferne betrachtet scheint es schwer verständlich, dass du deine Eltern liebst, weil sie dich emotional so gequält und missbraucht haben. Doch gerade in so stressigen Familiensituationen können sich starke Bindungen entwickeln. Ablehnung durch die Eltern kann zu starker Sehnsucht nach den Eltern führen. Gerade deshalb wird die Ablösung und Emanzipation von deinen Eltern sehr wichtig. Denn sie scheinen es wirklich nicht gut mit dir zu meinen. Es geht tatsächlich darum, dass du eine neue "Familie" aufbaust. Eine Familie, das können gute Kollegen und Freunde sein, das können dann auch Partner*innen in Liebesbeziehungen sein, eigene Kinder und sonstige Bezugspersonen.
Du hast es während des Studiums geschafft, dich in einem sozialen Umfeld wohlzufühlen. Das bedeutet, du hast soziale Fähigkeiten. Ich kenne deine Lebensumstände nicht. Warum hast du keinen richtigen Job? Was würdest du gern machen, wenn du könntest? Was bräuchte es, damit du dort hin kommst?
Wenn du Schwierigkeiten hast, mit Menschen zu kommunizieren, würde ich dir auch empfehlen, dass du mit anderen Menschen Kontakt aufnimmst, die im Autismusspektrum sind, resp. die neurodivergent sind. Es gibt dazu im Internet viele Gruppenangebote – Gruppen von Menschen, die miteinander etwas unternehmen oder Selbsthilfegruppen und mehr. Das könnte ein wichtiger erster Schritt sein, der dir helfen könnte, dass du nicht so alleine mit deinem Erleben und deinen Problemen siehst.
Ein weiterer Punkt wären Aktivitäten, die dich aus der Wohnung bewegen. Machst du irgendeinen Sport? Hast du irgendein Hobby? So wie du dich gerade beschreibst, bist du in so einem depressiven Energieloch. Da hilft Bewegung oft sehr gut. Schau dir dazu bitte diesen Text dazu an, wie du deine Stimmung über den Körper beeinflussen kannst. Die chronischen Schmerzen hängen möglicherweise mit hoher Spannung zusammen. Hier wäre lockere Bewegung auch eine gute Idee.
Ganz wichtig ist deine Beziehung zu dir selbst. Es geht darum, dass du Mitgefühl für dich selbst entwickelst. Man nennt das auch Selbstliebe. Das ist nicht einfach zu entwickeln, wenn man ständig fertig gemacht wurde und wenn einem ständig irgendwie gezeigt wurde, dass man nicht liebenswert sei. Ich finde es wirklich beeindruckend, dass du es trotzdem so weit gebracht hast. Vielleicht interessiert dich dieser Text. Darin beschreiben wir, welche Probleme mit einer "schwierigen Kindheit" zusammenhängen können. Von dem Text wirst du auf weitere Texte verlinkt, die wir vielleicht etwas weiterhelfen.
Du kannst uns auf jeden Fall immer wieder schreiben. Gib einfach, wenn du uns wieder schreibst, die Nummer dieser Frage an, damit wir wissen, dass es du bist.
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Frage Nr. 40719 von 22.01.2026
Warum gibt es Patriarchat (und kein Matriarchat) obwohl Männer und Frauen sich doch so ähnlich sind (zum Beispiel ist Geschlechtsentwicklung gleicher Ursprung)
Wozu braucht man das? Patriarchat ist nicht fair. Oder?
Ist das in irgendeiner FormBerechtigt?
Frauen sind in gewisser Weise auch stark (Siehe Geburten)
Unsere Antwort
Die Entstehung des Patriarchats ist ein großes Thema – und Forschende sind sich einig, dass es kein „Naturzustand“ ist, sondern historisch gewachsen. Grob gesagt: Mit Sesshaftigkeit, Eigentum und Vererbung haben sich Strukturen entwickelt, in denen Männer nach und nach mehr Macht über Ressourcen, Politik und Gesetze bekommen haben. Vielleicht interessiert dich dazu dieser Artikel.
Wichtig ist dabei: Das erklärt, wie das Patriarchat entstanden ist – es rechtfertigt es aber nicht. Nein, man braucht das Patriarchat nicht, und es ist auch nicht fair. Es gibt keinen sachlichen Grund, warum Frauen weniger Rechte haben sollten oder warum eine patriarchale Ordnung notwendig wäre. Argumente, die das behaupten, werden meist von Menschen genutzt, die an diesen Strukturen festhalten wollen. Vielleicht interessieren dich noch unsere Antworten zu den Fragen 37120 und 38362 Du findest sie, wenn du die Nummer ins Suchfenster eingibst.
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Frage Nr. 40711 von 20.01.2026
Ich beziehe mich auf die Frage Nr. 40674 von 13.01.2026:
Ich bedanke mich zunächst für eure Antwort!
Ich bin eurem Rat gefolgt und habe mich krank schreiben lassen. Ich habe jedoch noch das Problem, dass ich merke, dass ich in diesem "shutdown" wie feststecke. Es kommen alle zwei Sekunden die Gedanken "ich kann mich nicht konzentrieren, aber sollte", " was wenn ich nicht wieder lern-aufnahmefähig werde bis anfangs Semester?" etc. . Diese Gedanken und das Gefühl nicht in der normalen alltäglichen Verfassung zu sein und die Konzentration nicht zu haben, die ich brauche um zu studieren belastet mich. Ich versuche mich zu regulieren durch Spaziergänge und Schlaf. Dennoch habe ich das Gefühl festzustecken. Was meinst du kann ich noch machen?
Unsere Antwort
Erst mal: Super, dass du dich krankschreiben hast lassen. Ich kann mir vorstellen, dass dein System einfach ziemlich ausgebrannt ist. Das heisst: Es geht dir jetzt nicht sofort besser, sondern du brauchst diese Erholungsphase wirklich.
Deine Grübelgedanken sind ein Zeichen dass dein Sympathikus immer noch voll aktiv ist und dich in Gefahr wähnt. Wahrscheinlich springt dein Nervensystem zwischen Sympathikus und dorsalem Vagus hin und her. Das ist typisch für so eine Stressphase, wie du sie hattest. Dein Nervensystem braucht einfach wirklich Zeit, sich besser einzupendeln.
Spaziergänge und Schlaf sind eine sehr gute Sache. Dann ist grundsätzlich alles gut, wo dein Rumpf in eine lockere Bewegung kommt. Zum Beispiel Tanzen. Oder T'ai Chi. Oder Yoga. Machst du da irgend etwas? Lies doch auch mal unsere Tipps, wie du deine Emotionen über den Körper beeinflussen kannst.
Es gibt zudem zahlreiche Apps, die helfen sollen, den Vagusnerv zu stimulieren (man spricht da immer von Vagus, ohne zu unterscheiden, welcher Teil des Vagusnerv das jetzt ist, das Ziel ist immer, einen Zustand zu kreieren, den du hast, wenn der ventrale Vagus mehr aktiv ist). Dann gibt es, z.B. auf Spotify, Playlists mit Frequenzen, die den Vagusnerv stimulieren sollen. Grundsätzlich ist es sowieso spannend, dort mal im Suchfenster "Frequency" einzugeben und zu schauen, welche Playlist dir zusagt.
Schliesslich fände ich ein Achtsamkeitstraining sehr sinnvoll. Hier geht es darum, dass du lernst, besser klarzukommen mit dem, was ist. Was du gerade erlebst, denkst, fühlst. Achtsamkeit hilft dir, gelassen mit deinen besorgten Grübelgedanken umzugehen. So nach der Devise: "Ach kuck, jetzt kommst wieder ein Grübelgedanke. Okay. Er wird auch wieder vorbeigehen." Die Idee ist, dass du dich nicht dagegen sträubst oder dir darüber Sorgen machst, denn dadurch kommt dein System noch mehr in Stress und in einen Alarmzustand. Wenn du lernst, dem, was dir durch den Kopf geht, gelassener zu begegnen, beruhigt sich dein System.
Achtsamkeit hilft dir auch, dich mehr auf Dinge zu fokussieren, die jetzt gerade im Augenblick sind statt dir ständig über die Zukunft Sorgen zu machen. Die Idee dahinter ist: Dieser Augenblick ist die Wirklichkeit, die gerade passiert. Meine Gedanken über die Zukunft bringen mich weg von der Wirklichkeit. Und hilft Achtsamkeit auch dabei, zu akzeptieren, dass es dir halt so geht, wie es dir halt so geht, und dass du das machst, was du machen kannst und dass das okay so ist.
Jon Kabat-Zinn hat ein sehr erfolgreiches Achtsamkeitsprogramm entwickelt, das heisst MBSR (Mindfulness-based stress reduction – zu deutsch Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion). Wenn du die Begriffe Achtsamkeitsmeditation oder MBSR googlest, kriegst die viele Infos und Links zu Anleitungen. Du findest auch Apps dazu. Es lohnt sich, das auszuprobieren!
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Frage Nr. 40710 von 20.01.2026
Hallo liebes Team, ich bin w (lesbisch) und habe doofe Erfahrungen gemacht. Eine Frau sprach mich an, wie es mir so geht in der Gesellschaft mit Diskriminierungserfahrung. Wir haben uns relativ schnell angefreundet. Das Ende vom Lied war dass sie mich gefragt hat ob wir uns zusammen an Männer verkaufen sollen weil das schnelles Geld bringt.
Unsere Antwort
Du stellst keine Frage. Es tut mir leid, dass du eine Erfahrung gemacht hast, die unschön für dich war. Wenn du dazu eine konkrete Frage hast, schreib uns nochmal. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40691 von 15.01.2026
wie kann ich ein schwulen freund treffen, In meine nähe in [...]
Unsere Antwort
Wir haben deine Frage anonymisiert. Es gibt verschiedene Wege andere schwule Menschen kennenzulernen. In diesem Text findest du Tipps, die dir dabei helfen können. Und in dieser Adressliste findest du verschiedene Gruppen und Angebote.
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Frage Nr. 40675 von 13.01.2026
Liebes Lilli-team
Ich bin w 18 und studiere aktuell Italienisch und Französisch an einer Uni in der Schweiz (ich bin im ersten Semester). Ich schreibe euch, weil ich seit längeres eine schwierige Situation habe, die ich langsam nicht mehr allein tragen kann. In meinem Studium gibt es ein Kurs, der obligatorisch ist, und dort müssen wir eine spezifische Art und Weise von akademischen Texten schreiben können. Wir konnten üben und an der Dozentin jede Woche ein Text schicke, welcher sie danach korrigiert hat und uns ein Feedback gegeben. Das Problem ist, dass ich immer ein negatives Feedback bekommen habe, obwohl ich jede Woche etwas geschickt habe. Ich habe öfters versucht mit der Dozentin zu sprechen und zu schauen was daran nicht geht und wie ich es verbessern kann, jedoch konnte sie mir nicht wirklich helfen. Sie ist seltsam, ärgert sich sehr oft und geht mit uns Studenten ziemlich arrogant um. Jedes Mal wenn wir ein Text besprechen, wählt sie ein schwieriges Wort aus und will, dass wir es erklären, um zu schauen, ob wir wirklich jedes Wort verstanden haben und ob wir wirklich zuhause mit dem Wörterbuch arbeiten. Da wir aber an der Prüfung nicht sehr viel Zeit haben und der Lernaufwand zu gross wäre, schlagen wir nicht jedes einzige Wort im Wörterbuch nach sondern versuchen anhand von anderen Elementen zu verstehen, was die Bedeutung vom Satz ist. Vor allem auch, weil die Bedeutung eines Wortes je nach Kontext ändern kann. Jedes Mal, als wir nicht ein Wort verstanden haben, hat sie sich sehr geärgert und gesagt, dass wir ignorant sind, dass das Niveau an den Schulen immer wie schlechter wird und dass wir so nicht weitermachen können. Ich verstehe, dass sie uns sagen will, dass wir versuchen sollen alles am Text zu verstehen, jedoch die Art und Weise wie sie das gesagt hat ist ziemlich frustrierend gewesen. Am Ende vom Kurs hat sie noch eine Feedbackrunde geschickt über ihrem Kurs und wir haben dort unsere Meinungen gesagt. Die meisten waren nicht zufrieden, wie sie mit uns umgeht und wie sie unterrichtet, da wir alle seit Monate Texte schreiben und niemand wirklich verstanden hat, wie man es machen kann, damit sie es gut findet. Sie ist nicht auf uns zugegangen und jede Kritik hat sie gar nicht wahrgenommen, sondern sich verteidigt und gesagt, dass wir einfach nicht Recht haben. Dazu hat sie uns gesagt, dass wenn wir das erste Mal diesen Kurs nicht bestehen, dann sollen wir gar nicht ein zweites Mal versuchen, da das erste Mal schon reicht, um zu zeigen, dass wir nicht gemacht sind für ein Französisch Studium und dass wir lieber etwas anderes machen sollen. Ich habe jetzt grosse Panik, weil meine Texte waren aus ihrer Sicht nicht gut, ich weiss nicht wie ich es verbessern kann und werde wahrscheinlich die Prüfung nicht bestehen. Das Problem ist, ich werde es auch nicht beim zweiten Mal bestehen, da ich immer noch nicht wissen werde was machen und die Dozentin sehr streng mit uns umgeht. Die anderen aus den vorherigen Jahren konnten den Text für die Prüfung eine Woche vorher haben, aber ab diesem Jahr geht es bei uns nicht mehr, weil die Dozentin nicht will, dass wir die Prüfung mit KI vorbereiten. Wenn ich die Prüfung nicht bestehe, dann muss ich alles was ich bis jetzt gemacht habe, aufgeben und mit dem auch mein Zukunftstraum, da ich nur zwei Mal eine Prüfung wiederholen kann. Dazu habe ich in den kommenden Wochen auch noch Prüfungen und da ich diese grosse Angst für diese einte Prüfung habe, beeinflusst das auch mein Lernen. Ich kann mir nicht konzentrieren, ich habe Stress, ich weine oft, ich kann nicht schlafen und kann generell dieser Last nicht mehr ertragen. Ich habe Angst vor dem was passieren wird. Das Problem ist, ich kann mir auch nicht wirklich vorbereiten für die Prüfung, da die Dozentin in der Semesterpause keine Texte korrigieren will. Leider geht es nicht nur um Grammatik, sondern auch Technik, d.h ich kann auch nicht jemanden fragen, den Text zu korrigieren und mir ein Feedback geben. Ich habe wirklich Panik, der Stress ist im Moment echt gross und weiss nicht was machen.
Unsere Antwort
Das ist ja wirklich ein sehr schwierige Situation. Deine Dozentin scheint weder didaktisch fit noch einsichtig zu sein. So wie du das beschreibst, hat sie kein grosses Interesse an erfolgreichen Studierenden. Wir raten dir, dich so gut wie möglich zu wehren.
Du schreibst auch immer von ‚wir‘. Sind mehrere deiner Kommilitoninnen so in Not wie du? Dann tut euch zusammen, redet mit der Dozentin und wenn das nichts hilft, geht zur Studienberatung. Auch wenn Andere nicht mitmachen, halten wir eine Nachfrage bei der Zentralen Studienberatung für sinnvoll. Du könntest dich erkundigen, wie du bei der Dozentin eine angemessene Prüfungsvorbereitung einfordern kannst oder welche Beschwerdewege es gibt. Sicher gibt es in deiner Uni auch eine psychologische Beratungsstelle. Die Fachpersonen dort sind besonders geübt in der Beratung für den Umgang mit Studienfach- und Prüfungsstress. Wir finden es macht in jeder belastenden Situation Sinn, sich selbst fit und widerstandsfähig zu machen. Natürlich bist du von der Dozentin in gewissem Rahmen abhängig. Und wir würden dir auch eine bessere Studiensituation wünschen. Damit du in deiner Situation nicht verzweifelst, brauchst du Kraft und Ermutigung. Die Dozentin soll dir auch nicht deine Lust an Sprachen verderben. Wir raten dir also, dich mit anderen zusammen zu tun und möglichst eine Gruppenbeschwerde bei der Studienberatung in Gang zu setzen. Für deine Selbstfürsorge, Lebenslust und Widerstandskraft solltest du dir eine psychische Beratung und Unterstützung suchen. Deine psychologische Beraterin sollte sich im Uni-Betrieb auskennen.
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