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Fragen & Antworten:
Ich und die anderen

Frage Nr. 40231 von 28.09.2025

Manchmal habe ich Angst, dass ich nie ein glückliches/ „normales“ Leben haben werde.
Es ist sehr vieles besser geworden, ich habe Unterstützung und arbeite sehr an mir, gehe aus meiner Komfortzone raus, probiere neue Dinge aus, lerne Menschen kennen. Mein Leben ist sehr viel bunter und offener geworden.
Und dennoch lastet das Alte manchmal unendlich schwer auf mir. Es macht mich sehr traurig, zurückzudenken.

bitte kürzen:
[...]

Jetzt bin ich 27, war nie in einer Beziehung, versuche meine Identität zu finden, meine sexuelle Orientierung usw.
— Was kann ich tun, damit es besser wird?
Damit ich mein Leben leben kann? Ich bin in Therapie, aber bin so schnell dysreguliert/ verliere meine Sprache/ dissoziiere, wenn über das Thema gesprochen wird.
— Ich mache SB und obwohl ich weiss, es ist normal, schäme ich mich. Fast jedes Mal wird es aber am Ende eine Art Reinszenierung von erlebter Gewalt mit dem Gefühl, es nicht anders verdient zu haben. Ich weiss nicht, wie das anders werden kann?
— Ist es „normal“ seine Erinnerungen/ seine Realität immer wieder zu hinterfragen? Insbesondere wenn die Familie in einer rosa Welt lebt und dort „alles im Reinen“ scheint, während bei mir nur ein Scherbenhaufen übrig ist? Wie kann ich mich festigen und mir selbst mehr glauben, weniger diesen quälenden Selbstzweifeln ausgesetzt sein?

danke

Unsere Antwort

Du hast dir schon sehr früh psychotherapeutische Hilfe geholt. Das ist ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass du Ressourcen hast. Du scheinst auch zu wissen, was du brauchst. Am besten bringst du deine Wünsche und Bedürfnisse in deiner Psychotherapie zur Sprache. Dort ist der Lernplatz für die Regulation von Gefühlen, für den Umgang mit Dissoziationen und das Finden von Wörtern, wenn die Erinnerungen (über)mächtig werden. Du hast ja schon Verbesserungen erlebt. Auch das spricht dafür, dass du Ressourcen hast. Kann es sein, dass du noch etwas Geduld mit dir selbst lernen könntest? Du hast extrem viel Lebenserfahrung für dein Alter. Die muss in dir ja irgendwohin. Dafür brauchst du Platz und Zeit. Du schämst dich für deine sexuelle Erregung. Das ist verständlich. Schliesslich hast du mit sexueller Erregung Gewalt erlebt und bist tief beschämt worden. Du schreibst, dass du in deinem familiären Umfeld, in einer Kultur von Gewalt gelebt hast. Du musstest also mit überwältigenden Gefühlen umgehen lernen. Wahrscheinlich hat dir damals niemand beim Regulieren der starken Gefühle geholfen. Also musst du das jetzt selbst lernen. Gib dir dafür die notwendige Zeit. Von deinen Eltern hast du kein Verständnis bekommen. Sie bestehen bis heute auf einer rosafarbenen Welt, die nicht deine ist. Du musst also auch das Verständnis für dich und deine Bedürfnisse selbst lernen. Ebenso wirst du lernen, dich selbst zu beachten und wertzuschätzen. Nimm dich ernst! Dein Körper mit all seinen Gefühlen und Gedanken gibt dir Hinweise auf deine Identität und deine sexuelle Orientierung. Hör diesen Hinweisen zu und verleugne dich nicht. Nimm dein Leben in die Hand. Dann ist die Chance gross, dass du Glück erlebst und stolz auf dich bist. Auf jeden Fall solltest du deine Psychotherapie für deine Entwicklung nutzen.

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Frage Nr. 40218 von 23.09.2025

Ich habe beantragt meinen Geschlechtseintrag zu ändern. Wies sage ich es meinem Umfeld? Alle wissen das ich mich unwohl mit meinem Oberkörper fühle und das ich mich keinem Geschlecht zugehörig fühle. Aber das ich den Eintrag ändern will wissen sie nicht.

Unsere Antwort

Überleg dir, wem du als Erstes davon erzählen möchtest. Vielleicht gibt es Personen in deinem Umfeld, bei denen du dich sicher fühlst. Menschen, die schon vorher gut reagiert haben, als du ihnen erzählt hast, dass du dich keinem Geschlecht zugehörig fühlst. Bei ihnen könntest du anfangen. Und du kannst sie auch um Unterstützung für die Gespräche bitten, die dir schwerer fallen werden.

Du kannst dir vorher auch überlegen, was du sagen möchtest und wie viel du bereit bist, von dir mitzuteilen. Überleg dir, welche Fragen gestellt werden könnten und wie und ob du darauf antworten möchtest. Vielleicht möchtest du manche Personen nur kurz darüber informieren, dass du deinen Geschlechtseintrag ändern möchtest. Und Anderen möchtest du vielleicht gerne mehr erzählen.

Und dann kannst du auch entscheiden, wie du es erzählen möchtest. Du kannst das in einem persönlichen Gespräch tun, oder am Telefon. Oder du schreibst einen Brief oder eine E-Mail, wenn du dich damit wohler fühlst.

Mehr Tipps zu diesem Thema findest du im Text "Ich bin trans – wie sage ich es anderen Personen?".

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Frage Nr. 40216 von 22.09.2025

Liebe Lilli, ich hatte die Frage Nr. 40158 von 10.09.2025 gestellt. Danke für die Antwort.

Kann man das Risiko durch eigene Faktoren irgendwie ausgleichen? Denn

Ich habe es so verstanden dass Risikofaktoren der Mutter (Vorerkrankungen, Verhalten etc) da mehr zählen und die Mutter mehr Einfluss durch ihr Verhalten, Ernährung etc hat. Stimmt das?

Ihr sagt: Das Risiko, dass es zu Plazentationsstörungen, einem Polyhydramnion oder zu einem Kaiserschnitt kommt nur aufgrund des höheren Alters des Kindsvaters ist gesamthaft (=also auch alles zusammengenomen?) gesehen sehr klein.

Ist das wirklich ganz ganz klein? Kann man das quasi vernachlässigen? Könnt ihr mich da beruhigen?

Meine Frauenärztin meinte übrigens (wenn ich es richtig verstanden habe), dass da ein älterer Vater normalerweise kein Problem sei. (Schwanger werden könnte länger dauern, aber das ist ein anderes Thema)

Wenn ich es richtig verstanden habe meinte sie, (als ich normalerweise nachgefragt hab) meinte sie ein ganz klares Nein würden 100 % bedeuten und 100% gibt es (auch in der Medizin) nicht.
Deshalb normalerweise nicht?
Meintet ihr das so?

Ein anderer Arzt von einem anderen Fach meinte mal das auch bei/mit einem 20-jährigen Partner was sein kann?

Ich hatte ja geschrieben, dass ich sehr starke Angst habe, dass es durch den Faktor älterer Vater zu Plazentastörungen und dann Polyhydramnion, Kaiserschnitt usw führen könnte, ich denke das z.b ein Polyhydramnion alleine ansich nicht schlimm wäre, weil man es ja behandeln könnte oder? und meine eigentlich größte Angst ist das es wegen einem älteren Vater zu Risikofaktoren und auch durch das aufaddieren der Risikofaktoren (z.b Plazentastörungen, Polyhydramnion usw) wegen einem älteren Vater zu Fruchtwasserembolie kommen könnte? Ich hoffe ihr könnt das entkräften? Das des nur durch den älteren Vater surreal ist? (Aber ich bin ja auch schon über 30 Jahre). Ich hoffe ihr findet da beruhigende Worte für mich?

Ich vertraue euch einfach mal im Vertrauen an das ich zur Zeit wegen diesem Thema sehr starke Ängste habe und bei mir einfach sehr starke Ängste auslöst. Und das ich nicht weiß, was ich machen soll und ob die Ängste unbegründet sind. Wie schätzt ihr das so ein? Habe ich einen Hyperfokus? Bekomme ich die (massiven) Ängste wieder in den Griff?

Unsere Antwort

Eigentlich wollen wir, deine Frauenärztin und der andere Arzt dir ja sagen: Es ist unproblematisch, dass der Mann 50 sein wird. Nun können wir dir aber nicht sagen, dass da garantiert keine Probleme auftreten: Es gibt bei keiner Schwangerschaft hundertprozentige Sicherheit, dass mit der Schwangerschaft alles in Ordnung ist. Eine Schwangerschaft hast du nie ganz unter Kontrolle. Die Frage ist, wie du lernen kannst, damit umzugehen, und was dir dabei helfen kann. 

Grundsätzlich kann der Gedanke an eine Schwangerschaft mit viel Angst verbunden sein. Insbesondere wenn es die erste ist. In dieser Angstanspannung können derartige Grübelgedanken wie deine viel besser auftraten und sich festsetzen. Es würde also Sinn machen, wenn du Techniken zum besseren Umgang mit der Angst lernst. Da gibt es Körperübungen, es gibt angeleitete Meditation, es gibt Hypnose usw.

Es kann auch sein, dass es sinnvoll ist, wenn du dir überlegst, vor was du sonst noch so Angst haben könntest rund um die Schwangerschaft: Geburt? Muttersein? Beziehung mit deinem Partner? Die Ängste vor Risikofaktoren können quasi symbolisch vor anderen Ängsten stehen. 

Daher finde ich es gut, wenn du dich bei einer Beratungsstelle der Familienplanung meldest. Denn die Fachleute dort kennen sich gut aus mit all den Ängsten, die werdende Eltern haben können. Sie bieten ein offenes Ohr, beruhigende Worte und gute Ratschläge. Adressen und Information über die Angebote der Beratungsstellen in der Schweiz findest du bei SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ, Adressen in Deutschland bei pro familia, in Österreich bei der ÖGF.

Wie ist das: Sprichst du mit deinem Partner über deine Ängste? Hat er Verständnis? Vielleicht könnte er zu so einem Beratungstermin mitkommen. 

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Frage Nr. 40209 von 22.09.2025

Ich habe folgendes Problem: Ich studiere in einer anderen Stadt als meine Eltern leben. Ich war gestern bei ihnen zuhause und habe etwas gemerkt. Es war bei uns zuhause immer ein Problem, wenn nicht mehrere. Ich habe eine hohe Anspannung in mir. Mein Vater bat mich um Hilfe bei einer Sache. Ich habe ihm dann geraten es so und so zu machen. Er reagierte dann genervt und erklärte mir wieso man es so machen müsse wie er. Meine Mutter ist, wie mein Vater, auch sehr viel mit sich selber und ihren Problemen beschäftigt. Ich habe noch eine Schwester mit einer Beeinträchtigung. Es kommt mir teilweise so vor, als würde ich da untergehen oder als wäre ich mit meinen Belastungen alleine. Wenn ich ein Problem habe wird mir schon geholfen aber häufig nicht auf eine konstruktive Art. Ich komme mir dann sehr schwach vor. Ich fühle mich allgemein sehr schwach und habe das Gefühl nicht widerstandsfähig oder resilient zu sein. Was kann ich da tun?

Unsere Antwort

Du studierst in einer anderen Stadt. Merkst du, dass dir der Abstand zur Familie gut tut? Du kommst nach Haus und entdeckst, wie deine Eltern Probleme machen, statt sie zu lösen. Du findest bei ihnen nicht genügend Unterstützung und erlebst sie nicht wohlwollend und konstruktiv. Nimm das ernst. Du brauchst Wohlwollen. Das hast du gemerkt. Du kannst dich jetzt entscheiden. Du kannst bei deinen Eltern mehr Aufmerksamkeit und mehr Wohlwollen einfordern. Du kannst auch wünschen, sie sollten bessere Ratgeber sein. Dann wäre es sinnvoll, auch zu überlegen, wie erfolgreich du mit deinen Forderungen sein wirst?

Du hast wohl schon verstanden, dass du dich im Kontakt mit deinen Eltern schwach fühlst. Inzwischen bist du sogar der Meinung, dass du schwach bist. Es ist also an der Zeit, dass du dich selbst um deine Kraft, Widerstandsfähigkeit und Resilienz kümmerst. Zu Haus findest du diese Hilfe nicht. Du studierst inzwischen und bist sicher schon sehr selbständig. Überleg mal, was du alles schon kannst, wann du dich mal stark gefühlt hast und wo es heute in deinem Leben Plätze gibt, wo du deine Stärke stärken kannst. Du könntest es dir zur Aufgabe machen, deine Eigenständigkeit selbst zu fördern. Du könntest dich so wie du bist, verstehen und mögen. Oder Dir helfen, mutig das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Wenn du dir gut zuhörst, wirst du auch wissen, was du brauchst und was du dir wünschst. Wenn du dich stark fühlst, siehst du deine Eltern vielleicht mit anderen Augen. Möglicherweise reicht dir ihre Unterstützung dann aus, weil du nicht auf sie angewiesen bist.

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Frage Nr. 40203 von 21.09.2025

Hi
Ich mache mir gerade (zu) viel Gedanken zu meiner Frisur. Ich hatte immer lange Haare, aber in letzter Zeit (über 6 Monate) gefallen sie mir nicht mehr.
Ich hinterfrage momentan meine Identität und Orientierung, würde mich bei beidem wohl als queer bezeichnen, irgendwo dazwischen. Frisuren können bei queeren Menschen viel zur Identität beitragen, ich will aber nicht nur eine bestimmte Frisur, nur damit es dann „queer“ aussieht, wenn das nachvollziehbar ist.

[...]

Ich weiss nicht, was mir gefällt. Ich fühle mich nicht hübsch oder attraktiv, schon gar nicht „cool“. Momentan versuche ich, mehr von innen heraus zu leben, also nach dem, worin/ womit ich mich wohl fühle (was aber auch beeinflusst ist durch die Erfahrungen: keine ungewollte männliche Aufmerksamkeit auf mich ziehen, nicht zu sehr auffallen).

Habt ihr da vielleicht einen Rat, wie ich bei all diesen Einflüssen und Verwirrungen herausfinden kann, was ICH möchte?
(w, 27)

Unsere Antwort

Ich finde es verständlich, dass Einflüsse der Familie und Umgebung eine grosse Rolle spielen. Du bist noch dabei, deine Identität zu finden, und da bist du besonders beeinflussbar. Habe jetzt nicht den Anspruch, dass deine Entscheide ganz autonom gefällt sind. Du musst dein Eigenes erst entdecken. Du entdeckst das über Erlebnisse und Erfahrungen, die du machst. Es hilft dir also ganz grundsätzlich, wenn du Dinge tust. Egal, was deine Gründe dahinter sind. Dein Erfahrungsschatz hilft dir, besser zu spüren, was deins ist und was nicht.

Ich finde den Spiegel keinen guten Freund in dieser Phase. Da gehts um das Äussere. Wichtig ist, dass du dein Inneres entdeckst – also das, was in dir steckt. Das macht deine Ausstrahlung aus, und letztlich gibt dir das deine ganz persönliche Attraktivität. Es ist so gesehen besonders hilfreich, wenn du etwas dafür tust, dass du dich in deiner Haut wohl fühlst.

Wir haben dazu einen Text für Frauen geschrieben. Schau mal, was dich in diesem Text anspricht. Ausserdem empfehle ich dir diese Tipps, wie du dich interessanter, attraktiver und liebenswerter erleben kannst. Ich hoffe, dass dich einige Ideen darin ansprechen.

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Frage Nr. 40169 von 13.09.2025

Unsere Wunschtochter kommt im Oktober auf die Welt.Wir freuen uns sehr.Mein Mann hat Azzospermie.Mein lieber Schwager wird Götti,Schwägerin Gotte.Natürlich haben wir die Schwängerung Familienintern besprochen.Unsere Tochter wird und bleibt unser aller "Prinzessin".Mein Mann und sein lieber Bruder haben zusammen eine gut gehende Firma.Frage;Müssen wir rechtlich was Advokat mässig regeln?Wollen dies Privat halten.Unsere Eltern wissen Bescheid und freuen sich auf ihre einziges Enkelkind.

Unsere Antwort

Wir sind keine Rechtsberatungsstelle. Und ich weiss auch nicht, ob es sich um eine private Samenspende oder um eine Spende bei einer Samenbank handelt. Schau dir dazu mal diesen Artikel des Beobachters an. Dort kannst du dich genauer über die rechtliche Lage bei einer Samenspende informieren.

Ich empfehle dir ausserdem, dich an die Beratungsstellen der sexuellen Gesundheit Schweiz zu wenden. Dort kannst du all deine Fragen stellen und dich vertraulich beraten lassen. Bei der Rechtsberatung des Beobachters kannst du dich ebenfalls beraten lassen. Das Wohl deines Kindes steht im Vordergrund und da es wichtig, dass du dich gut beraten lässt und dich sehr gut mit dem Gesetz auskennst, das die Samenspende regelt. Hier findest du das Gesetz darüber.

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Frage Nr. 40144 von 08.09.2025

Hi, ich wohne in Deutschland und benötige eine gute Anlaufstelle bzgl. einer schlechten Mutter-Kind-Bindung. Ich möchte gerne eine sehr gute Freundin unterstützen. Sie (42 J.) hat vor 2 Jahren ihr erstes Kind geboren, ist alleinerziehend und teilweise sehr überfordert mit der Mutterschaft. Meine Freundin hat mir gegenüber bereits erwähnt, daß ihr nicht bewusst war, daß man als Mutter viele Abstriche machen muss und das Mutterschaft so anstrengend sein kann. Es findet nur wenig Interaktion zwischen Mutter & Kind stand, sprachlich und auch körperlich. Als Außenstehende merkt man schon, daß meine Freundin ihr Kind eher als Ballast empfindet.
Wie kann man ihr helfen?
LG!

Unsere Antwort

Wenn du deine Freundin unterstützen möchtest, kannst du das ganz direkt tun. Du könntest ihr zum Beispiel anbieten, ihr das Kind mal abzunehmen, damit deine Freundin zum Beispiel mal ein Nickerchen machen oder etwas Zeit für sich haben kann. So eine alleinerziehende Mutterschaft ist sehr anstrengend. Und was da sehr helfen kann, sind Pausen. Denn wenn deine Freundin auch mal etwas Zeit für sich hat, sich ausruhen und etwas verschnaufen kann, empfindet sie ihr Kind weniger als Ballast. Und dann kann sie auch wieder mit mehr Freude auf ihr Kind zugehen.

Du kannst also als Freundin für sie da sein. Du kannst ihr zuhören, wenn sie sich mal alles von der Seele reden will, ohne sie dafür zu verurteilen. Und du kannst sie auch ganz direkt fragen, welche Art von Unterstützung ihr helfen würde. Was hat sie aufgegeben, das sie wieder mehr machen möchte? Was ist anstrengend? Und wie kannst du ihr da helfen? Besprich das mal direkt mit deiner Freundin. 

Und wenn sich deine Freundin zusätzliche Unterstützung wünscht, kannst du ihr empfehlen, sich an eine Familienberatungsstelle zu wenden. Aber wichtig ist hier für mich: Will sie diese Hilfe überhaupt? Das wird mir aus deiner Frage nicht klar.

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Frage Nr. 40143 von 08.09.2025

Hallo, ich habe eine Frage zum Thema Vertrauen in der Psychotherapie (Traumatherapie). Ist es normal, dass man nach zwei Jahren Therapie immer noch in die Situation des Misstrauen gegenüber des Therapeuten kommt?
Manche Sitzungen laufen richtig gut und ich provitiere davon. In anderen Sitzungen mache ich dann wieder komplett dicht, rede nicht und bin völlig unproduktiv.
Mein Therapeut meint, ich zeige dieses Verhalten aus Angst - ein Anteil möchte mich damit schützen. Für mich fühlt es sich eher so an, als könnte ich ihm nicht vertrauen - das er mich nicht ernst nimmt, das er mir nicht richtig helfen kann oder das er mich nur als Geldgeber (ich bezahle die Therapie selbst) sieht.
Ich ärgere mich sehr über mein Verhalten (mein Dichtmachen), weil ich mittlerweile auch merke, wie ich von guten Sitzungen provitiere.
Ich mag dieses Auf und Ab in der Therapie nicht. VG (m, 39)

Unsere Antwort

Du merkst wie du von den Sitzungen profitierst. Gleichzeitig hast du misstrauische Gefühle und Gedanken zu deiner Therapie. Es gibt also mindestens zwei unterschiedliche Meinungen in dir.

Für deine misstrauische Seite, könntest du dir folgende Fragen stellen: Kennst du dieses Misstrauen schon lange? Wurde dein Vertrauen im Rahmen deiner traumatischen Erfahrungen verletzt? Sind das deine üblichen Gefühle und Gedanken, wenn du eine Person neu kennenlernst? Oder auch, wenn dir jemand nahe kommt? Machst du nur in der Therapie dicht? Oder kennst du das auch aus anderen Situationen? Falls JA, in welchen Stimmungen oder Situationen machst du dicht? Hast du Handwerkszeug, um dich aus der inneren Starre zu lösen?

Genauso wichtig sind folgende Fragen: Was hat er gesagt oder getan, dass dein Misstrauen wachruft? Wie kommst du darauf, dass er dich nicht ernst nimmt? Gab es konkrete Situationen, in denen du das Gefühl hattest, dass dein Therapeut dir nicht ‚richtig‘ helfen kann? Auf was musst du verzichten, bzw. wieviel Kraft musst du aufwenden, um die Therapie selbst bezahlen zu können? Möglicherweise ist der Einsatz dafür sehr (zu) hoch?

Die erste Fragengruppe spricht deine Erfahrungen und dein Innenleben an. Du hast Gewalttat(en) überlebt. Dazu musstest du Bewältigungsstrategien anwenden. Eine Bewältigungsstrategie ist auch das Dichtmachen. Nichts mehr sagen! Möglichst nichts fühlen! Nichts mehr zeigen, aber innen denken! Sich ganz auf sich selbst zurückziehen! Solche Verhalten helfen beim Überleben. Jetzt geht es in der Therapie wieder um die Traumatisierung. Möglicherweise zeigst du jetzt das gleiche Verhalten. Mit deinem Therapeuten zusammen könntest du lernen, dass das Dichtmachen bei Traumatisierungen hilft. Für die gewaltfreien Beziehungen ist  es aber eher störend.

Die zweite Fragegruppe solltest du auch bedenken. Wenn du Kritik an deinem Therapeuten hast, solltest du das mit ihm besprechen. Auch wenn die finanzielle Last zu gross ist, solltest du es mindestens besprechen. Seine Antworten auf dein Misstrauen ihm gegenüber könnten sehr überzeugend sein. Dann könntest du richtig fühlen, dass du ihm vertrauen kannst. Ergebnis könnte auch sein, dass dir dein Profit von jeder Sitzung bewusster wird. Vielleicht hilft auch, wenn Ihr Ziele formuliert und regelmässig überprüft, ob und wie du sie mit seiner Unterstützung erreicht hast.

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Frage Nr. 40111 von 03.09.2025

Hallo Lili
Ich bin weiblich und 24 Jahre alt. Ich befinde mich momentan noch im Studium. Ich war wegen Ängsten in Therapie. Ich habe bei mir in letzter Zeit folgendes Verhalten festgestellt. Ich merke, dass ich sehr viele Sachen besitze. Teilweise kann ich mich auch gut lösen von Sachen teilweise auch nicht.

Ich konnte als Kind gut auf mein Taschengeld acht geben. Ich habe dann aber zum Geburtstag einmal 100.- erhalten und habe alles für Süssigkeiten ausgegeben. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mir regelmässig Süssigkeiten gekauft und ein solches Muster entwickelt. Ich habe dann später Mobbing erlebt und auch da dieses Verhalten weitergeführt.

Ich habe teilweise das Gefühl wenn ich mir nicht sofort etwas kaufe, überlebe ich nicht. Ähnlich sieht es bei mir mit dem Geld aus. Ich habe ebenfalls einmal eine grössere Summe erhalten und habe dann alles ausgegeben. Ich merke wie es mir schwer fällt zu sparen. Ich bin bereits sparsamer geworden.

Ich kann dem Drang etwas kaufen zu müssen auch widerstehen. Ich merke aber teilweise das ich auch Sachen kaufe, die ich nicht brauche oder da ich aussehen möchte wie jemand anderes. Ich habe keine Schulden aber bin schon immer knapp bei Kasse und möchte gerne sparen.

Ich habe Angst kaufsüchtig zu werden oder zu sein, wenn ich einmal einen fixen Lohn habe. Ich merke, wie das Thema Essen und Einkaufen mich sehr beschäftigen und auch belasten. Es war lange Zeit ein blinder Fleck bis ich vor kurzem angefangen habe, auszumisten und mir überlegt einen Finanzplan zu erstellen.

Ich merke wie ich mich enorm für das Einkaufen und für das Essen schäme. Ich schäme mich auch einen Finanzplan zu erstellen. Es scheint als gäbe es in mir einen Anteil, der dies nicht möchte und abblockt beim Thema Finanzen und einen Finanzplan bzw ein Budget zu erstellen. Was kann ich da tun?
Danke für deine Hilfe!

Unsere Antwort

Hast du mal mit dem Anteil gesprochen, der abblockt beim Thema Finanzplan und Budget? Ich würde dir das empfehlen. Warum blockt er ab? Was möchte er vermeiden? Du könntest auch mal mit der Scham reden (falls das nicht der gleiche Anteil ist) und schauen, wovor sie sich schämt. Lass dir von den Anteilen Antworten geben und frage interessiert weiter.

Interessant ist auch die Frage: Was genau würde passieren, wenn du nicht sofort etwas kaufst? Du schreibst, du hast das Gefühl, du würdest nicht überleben. Kannst du diesem Gefühl bitte auch mal nachgehen? Was würde denn genau passieren?

Sinnvoll wäre natürlich auch, das im Rahmen einer Therapie anzuschauen. Gäbe es eine Möglichkeit, wieder mit der Fachperson Kontakt aufzunehmen, bei der du schon in Therapie warst? Du warst wegen Angst in der Therapie. Was du jetzt erlebst, hängt wahrscheinlich auf irgend eine Weise mit dem zusammen, wegen dem du damals in Therapie warst. Ich würde dir sehr empfehlen, das wieder aufzugreifen.

Du kannst uns auch gern wieder schreiben, was bei diesen inneren Dialogen herausgekommen ist. Dann wäre es auch hilfreich, wenn du angeben würdest, worum es genau bei den Ängsten ging. Falls du uns wieder schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 40078 von 25.08.2025

Hallo!
Ich (weiblich, 23) habe eine Frage, und zwar, wie sehr darf man jemanden online stalken? Es gibt einen Influencer, den ich sehr cute und cool finde und in den ich verliebt bin. Daher habe ich ihn und seine freunde online bereits sehr gestalkt, also ich habe lange über ihn und sein leben recherchiert und habe dadurch auch schon dinge über sein privatleben erfahren, die nicht leicht herauszufinden sind. Ich habe ihm auch auf insta geschrieben und seine bilder kommentiert mit einem account, der nicht meinen echten namen hat und kein profilbild, auf dem ein gesicht zu sehen ist, damit er nicht weiß, dass ich es bin.
Ich habe allerdings nichts gemacht, was per se illegal ist oder gelogen, um infos zu bekommen. Ich habe allerdings durch google und social media bereits viel über sein privatleben und das leben seiner freunde (die nicht berühmt sind) herausgefunden.
Wie sehr darf man personen auf google und social media stalken, ohne, dass es illegal ist? Ist es respektlos oder unmoralisch, so viele informationen über berühmte und nicht berühmte personen zu suchen und auch zu finden? Ich denke nicht, dass diese personen es irgendwoher wissen könnten, dass ich sie so stalke.
Ich denke auch nicht, dass es ihnen irgendwie schadet, da sie es nicht wissen, dass ich sie so gestalkt habe. Ich habe natürlich nicht vor, dass ich die infos, die ich gefunden habe, irgendwie gegen sie verwenden werde oder um die personen zu finden, um sie persönlich zu treffen.
Danke für euer bemühen und eure arbeit!

Unsere Antwort

Du befindest dich auf einem schwierigen Rechtsgebiet. Grundsätzlich ist es in der Schweiz strafbar, wenn du im Geheimen im Privatbereich von Personen recherchierst. Dies gilt, wenn du Quellen nützt, die nicht ohne weiteres zugänglich sind. Im Artikel 179 STGB Schweiz heisst dies «Unbefugtes Beschaffen von Personendaten». Da es ein Antragsdelikt ist, muss aber jemand von den unbefugten Recherchen Kenntnis haben und innerhalb von drei Monaten Strafanzeige erstatten.

Du schreibst, dass du keine illegalen Mittel benutzt hast und sie auch nicht durch Lügen erschlichen hast. Allerdings hast du einen Fake-Account benutzt. Auch wenn du die recherchierten Informationen nicht zum Schaden der Person ausnutzt, könnte man dir die Verletzung der Privatsphäre vorwerfen.

Eine Strafanzeige ist aber ganz unwahrscheinlich, weil du deine Recherchen ja nicht veröffentlichst. Du hast ja wohl auch keine Tonaufnahmen gemacht oder Briefe abgefangen. Wer soll dich anzeigen? Es bleibt also deine Entscheidung und im Rahmen deines eigenen Moral- und Wertesystems, ob du deine Recherchen fortsetzt.

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Frage Nr. 40044 von 16.07.2025

Hallo,
ich bin seit 2 Jahren in ambulanter Psychotherapie (mit einem teilstationären Aufenthalt), es gab bisher viele Höhen und Tiefen und eigentlich bin ich optimistisch das es noch ein Stück bergaufgehen kann.
Doch seit ca. einem Monat werden die depressiven Phasen mit Drang zur Selbstverletzung wieder häufiger. Meine Skills helfen noch, aber es kostet mich mehr Kraft sie anzuwenden.
Ich bin 43 Jahre alt und frage mich, ob die Stimmungsschwankungen auch homonelle Ursachen haben können? Prä-Menopause?
Weil eigentlich hat sich in meinem Alltag Nichts verändert. Eigentlich ist Alles gut.
Was kann ich tun, das die depressiven Phasen wieder weniger werden? Psychopharmaka habe ich bisher nicht genommen und möchte auch weiterhin keine nehmen! VG!

Unsere Antwort

Ja, das ist theoretisch schon möglich, dass du schon perimenopausal bist und deine Stimmungsschwankungen auch hormonell mitbedingt sein könnten.

Sind denn die Stimmungsschwankungen vor allem vor der Menstruation ausgeprägter im Sinne eines Prämenstruellen Syndroms? Oder haben sich diese Phasen verlängert? In solchen Fällen wäre es eine Möglichkeit, es mit einer Behandlung mit Mönchspfeffer (Vitex agnus castus) zu probieren, zum Beispiel jeweils in der zweiten Zyklushälfte oder durchgehend. Auch eine Behandlung mit Johanniskraut wäre eine mögliche pflanzliche Option. 

Am besten lässt du dich von deiner Frauenärztin beraten. Oder von einer Heilpraktikerin oder einer Fachperson, die in Phytotherapie ausgebildet ist, wenn du lieber keine Psychopharmaka einnehmen möchtest.

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Frage Nr. 40040 von 16.07.2025

Hey, ich bin m. 24 single und habe eine Frage zum Thema Männerfreundschaft.
Meine Kindheit war ziemlich schwierig, zum beispiel in der Schule wurde ich von den anderen jungs jahrelang gemobbt. Man hat mich immer wieder ausgelacht, besonders beim Schulsport. Manchmal gabs auch schlägereien oder Hinterhalte auf dem Schulweg. Ich hatte immer Angst in die Schule zu gehen und die anderen Jungs fand ich grundsätzlich doof und uninteressant. Ich hatte deshalb nur sehr sehr wenige Freunde. Das hat sich auch während der Pubertät nicht gross geändert, auch wenn ich nur noch sehr vereinzelt mal gemobbt wurde.
Für ernsthafte Freundschaften war ich eigentlich erst offen so ab 18 oder 19 Jahren. Ich habe mich dann zum ersten Mal in meinem Leben wirklich darum bemüht, eine Freundschaft aufzubauen. Teilweise ist mir das dann auch gelungen, wenigstens vorübergehend für ein paar Jahre. Problematisch war daran einfach, dass ich mich seltsamerweise bevorzugt mit bad boys angefreundet habe. Also mit Typen, die zwar sehr warmherzig und sympathisch sind, gleichzeitig aber auch ziemlich unzuverlässig und immer am Rand der Kleinkriminalität. Ich fand das aber auch irgendwie sehr spannend, die verschiedenen Geschichten zu hören von Cannabis, Führerschein-Ausweisentzug, Nachtruhestörungen und so und hab auch immer mitbekommen wenn von der Polizei wieder mal eine Busse wegen irgendetwas kam. Ich hatte vor allem auch mit meinem besten Kumpel aus dieser Zeit einige sehr gute Gespräche, zB vertraute er mir an, dass er als Junge auch gemobbt worden ist und heute deshalb Krafttraining macht um möglichst dicke Oberarme zu haben, um sich in Notfällen wehren zu können. Ich habe von ihm manchmal auch echt feste Umarmungen bekommen, das fand ich sehr schön von ihm. Er hat versucht, mich damit zu trösten. Er hat mir auch anvertraut, dass er mit unserer Gesellschaft und dem ganzen Leistungsdruck darin nicht klarkommt und deswegen auch schon an Suizid gedacht hat und ich hab ihm dann erzählt, dass ich exakt das gleiche Problem habe. Solche Gespräche hatten wir manchmal stundenlang die ganze Nacht hindurch, sowas positives hatte ich zuvor noch nie erlebt. Die Probleme in unserer Freundschaft fingen aber leider an, als er eine Freundin hatte. Dann hatte er eigentlich nur noch Zeit für seine neue Freundin. Er hat auch einige fiese Sachen gesagt, die mich extrem verletzt haben und zwar, dass ihm der regelmässige sex mit seiner Freundin wichtiger ist als unsere Männergespräche. Irgendwann ging die Freundschaft dann komplett kaputt und wir haben uns jetzt schon seit 1.5 Jahren nicht mehr gesehen. Mein Verstand sagt mir, dass er eine bad boy-persönlichkeit hat und es darum vielleicht sogar besser ist, wenn ich jetzt keinen kontakt mehr zu ihm habe. Aber mein Herz hängt halt trotzdem noch sehr an ihm und oft wünsche ich mir, dass er immernoch da wäre für mich und zeit hätte. Ich bin oft sehr sehr traurig deswegen. Ich verstehe auch nicht richtig, wieso ich mich eigentlich mit solchen unzuverlässigen bad boys emotional so stark verbunden fühle und mit ihnen befreundet sein möchte.
Im Moment ist es jedenfalls so, dass ich mich sehr alleine fühle. Ich bin auch sehr sehr unglücklich, weil ich zurzeit ohne Job bin und mich stresst es enorm zu Vorstellungsgesprächen gehen zu müssen wo man unangenehme Fragen beantworten muss und so. Es ist einfach scheisse, wenn man keine richtigen Freunde hat und sich überall als kompletter Aussenseiter fühlt. Ich weiss nicht, wie ich eine neue Männerfreundschaft finden soll, also jemand, der mich wirklich vollumfänglich versteht, so wie mein alter Kumpel. Ich hab auch den Eindruck, dass es mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, noch eine funktionierende Männerfreundschaft zu finden. Ich leide bis heute darunter, dass ich in der Schule so stark gemobbt worden bin und darum nie ein stabiles Netz von Freundschaften aufbauen konnte.

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Deine Erfahrungen mit Männern sind in deiner Jugend von Mobbing geprägt. Eigentlich ist es doch sehr verständlich, wenn du dich jetzt eher mit Männern anfreundest, denen die eigene Kraft wichtig ist. Dein Freund sagte sogar: er braucht kräftige Oberare, damit ihm niemand mehr etwas tut. Ihr habt also beide dasselbe Thema: Männlichkeit. In deiner Männer-Freundschaft sagst du über eure Gespräche: «…sowas positives hatte ich zuvor noch nie erlebt». Du hast mit dem Freund erfahren, dass Freundschaft und der Austausch deiner Männlichkeit gut getan haben. Nun hat dein Freund einen weiteren Aspekt der Männlichkeit entdeckt. Die emotionale und sexuelle Beziehung zu einer Frau bestätigt ihn als heterosexuellen Mann. Anscheinend ist das für ihn im Moment wichtiger als die Männergespräche. Bei deinem Freund hast du gelernt, dass Männergespräche gut tun. Er hat dir aber auch gezeigt, dass es noch weitere Wege gibt, die eigenen Männlichkeit zu pflegen. Wir raten dir zu einem eigenen Weg, damit du dich in deiner Haut als Mann wohl zu fühlen lernst. Lies doch mal unseren Text: «Wie fühle ich mich als Mann in meiner Haut wohler?». Wenn du dich selbst ernst nimmst und gut zuhörst, wirst du eine Vorstellung von dir als Mann entwickeln können.

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Frage Nr. 40035 von 14.07.2025

Ich weiß nicht was ich tun soll? Beten? Ich hab ein schwieriges Thema und finden keinen vernünftige Umgang damit. Bin weiblich, 26, und war noch nie in einer Beziehung mit einem Mann trotz meiner Bisexualität kann ich mich nicht in Männer verlieben. Ich glaub ich bin eine der wenigen bisexuellen Frauen die romantisch nicht empfänglich ist für Männer und an Sex mit Männern daran hatte ich bisher auch kein wirkliches Interesse.
Mein Problem ist, dass ich von meiner ersten Partnerin zu einem 3er überrumpelt wurde. Der einzige Grund warum ich zugestimmt habe war, um es ihr heimzuzahlen. Das hat auch funktioniert sie wurde wütend, eifersüchtig und hat ihre Hand gegen die Wand geschlagen und gebrochen, daraufhin musste sie ins Krankenhaus. Ich hab also zugestimmt und eine Schippe drauf gelegt als hätte ich mit dem Mann den Spaß meines Lebens während sie zuguckt, obwohl ich rein gar nichts gespürt habe und mich eher gekränkt fühlte als er dann auf mir ejakuliert hat. Danach habe ich in eine Fremdgehaktion mit zwei weiteren Männern geschlafen, drei mal ungeschützt. Ein weiterer, der vierte, hat mir versichert ein Kondom benutzt zu haben. Ob er die Wahrheit gesagt hat weiß ich nicht. Es waren also in kurzer Zeit vier Männer. Es kam wie es kommen musste, ich habe mir eine Geschlechtskrankheit eingefangen.
Dadurch dass ich mich nie für Sex mit Männern interessiert habe und nur in Beziehungen mit Frauen, habe ich mich mir null aufgeklärt. Weder was Verhütung angeht noch alles andere. Beim Gyn war das aus irgendeinem Grund auch nie Thema, ich denke mal die wissen schon wer da ungefähr hetero ist und wer nicht, auch wenn die keine direkte Frage nach der sexuellen Orientierung stellen.
Das schlimmste was mir passieren kann ist, dass ich wegen einer Geschlechtskrankheit sterbe mit einem Geschlecht für das ich keine romanischen Gefühle aufbauen kann. Es hat auch lange gedauert einzusehen meiner Ex Freundin nicht die Schuld zu geben weil ich aus den falschen Gründen zugestimmt habe. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Unsere Antwort

Akzeptierst du dich als «eine der wenigen bisexuellen Frauen, die romantisch nicht empfänglich ist für Männer…»? Wenn ja, dann wird es dir auch gelingen, auf sexuelle (oder romantische) Kontakte mit Männern zu verzichten und diese abzulehnen. Wenn nicht, raten wir dir, dich und deine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Du beschreibst, wie du dich von deiner ersten Freundin zu sexuellem Kontakt hast drängen lassen. Mit den nächsten Männer hast du dir den Mut zum Fremdgehen bewiesen. Beide Situationen haben dich nicht glücklich gemacht.

Inzwischen weisst du, dass Aufklärung eine nützliche Sache ist. Sinnvoll wäre, wenn du dich um eine angemessene Behandlung der sexuell übertragenen Infektion kümmerst. Die Behandlungsmöglichkeiten sind gut. Dich selbst zu bedrohen hilft dir nicht. Lies unser Kapitel «STI: Schutz und Behandlung». Ebenso nützlich ist, die eigene Entwicklung in der eigenen Hand zu behalten. Auch Beten hilft nur, wenn du genügend Vertrauen hast. Du wirst in deinem ganzen Leben immer weiter lernen.  Am besten wirst du das können, was du am häufigsten wiederholst. Wenn du Liebesbeziehungen erleben willst, kümmere dich um deine Beziehungsfähigkeiten. Auch dafür haben wir Infotexte geschrieben: «Beziehungen eingehen» und «Wie löse ich Beziehungsprobleme».

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Frage Nr. 40026 von 13.07.2025

Hallo, ich war in der Uniklinik in [...] und dort wurde Autismus diagnostiziert. Es ist jedoch nicht das typische Autismus und ehrlicherweise dachte ich eher das ADS besser passt.
Oder liege ich vielleicht in der Schnittmenge beider Störungen?
Kennt ihr die Klinik und wie bewertet ihr die so?
Eigentlich sollten die sich schon damit auskennen denn sie haben auch eine Autismus-Station.
Bei mir war jedoch der Theory of mind und weitere Tests zur Emotionserkennung unauffällig.
Bei mir ist hauptsächlich die schnelle Ablenkbarkeit, schlechte Exekutivfunktion, Organisationsprobleme, Zeitmanagement, Langsamkeit, sprunghaftes Denken mit mehreren Gedanken gleichzeitig usw. im Vordergrund. Ich hab allerdings auch "Spezialinteressen", die jedoch im Verlauf der Jahre wechselten und kann schlecht "filtern", wenn ich jemandem zuhöre und im Hintergrund z.B laute Musik läuft.

Unsere Antwort

Du schreibst, du hättest die Diagnose atypischer Autismus (ICD-10/84.1) bekommen. Im neuen Diagnoseschlüssel ICD-11 würde man die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ICD-11/6A02) nennen. Mit der neuen Einordnung soll deutlich werden, dass Autismus ein sehr breites Feld abdeckt. Sie kann auch gestellt werden, wenn einige Symptome fehlen. Du selbst schätzt dich eher als ADS ein und vermutest richtig: die Schnittmenge von ADHS und ASS ist erheblich.

Wenn du die Diagnose überprüfen lassen möchtest, könntest du dich in einer spezialisierten Klinik oder Praxis für einen Diagnostikprozess anmelden. Möglicherweise brauchst du dafür eine Überweisung vom Hausarzt.

Allerdings wurdest du in einer sehr renommierten Universtitäts-Klinik diagnostiziert. Wir raten dir, dort mit einer Fachperson deine Zweifel zu besprechen und dir genau erklären zu lassen, wie die Diagnose entstanden ist und was sie für dich bedeutet.

Wir haben deine Frage anonymisiert.

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Frage Nr. 40009 von 11.07.2025

Hallo liebes Team, ich bin w und 15 Jahre. Ich habe einen guten Freund [...] Doch wir sehen uns manchmal, weil wir uns treffen. Doch bei den Treffen sind immer noch andere dabei. Wir verstehen uns sehr gut und können uns vertrauen. Aber es gibt jedoch eine Sache die mich beunruhigt. Ich vermute, dass er mich mehr mag als nur eine gute freundin. Ich habe das Gefühl, dass er immer neben mir sitzen will. Ich finde ,dass er auch schon darauf achtet wo ich sitze und so. Einerseits kann ich ihn verstehen, weil ich die Person aus der Gruppe bin mit der er das beste Verhältnis hat. Aber ich finde es ofte nervig wenn er darauf achtet wo ich sitze, weil er sich oft dann neben mich setzt. Und dann nicht mit einem Abstand der sich gut anfühlt. Er setzt sich immer sehr nah , so dass wir uns berühren müssen. Ich versuche dann immer unauffällig ein wenig weg zu rutschen . Doch dann spreitst er immer seine Beine so das sich mich berühren und versucht dann immer unauffällig wieder zu mir zu rutschen. Außerdem berührt er mich immer "unauffällig " . Also so das es für andere aussehen kann wie eine Bewegung die mich zufällig berührt. Ich finde sie Bewegungen aber immer so unnötig und empfinde das so dass er das extra macht um mich zu berühren. Er stüpst mich immer an wenn wir sitzen macht Ellenbogen oder Knie. Er packt immer mein Oberschenkel an und drückt ihn. Außerdem legt er seine Hand "zufällig " immer in die Nähe von mir um mich zu berühren (auch beim sitzen). Letztens hat er mich auch leicht am Po berührt. Ich bin immer weg gerutscht, aber er ist immer nach gerutscht. Irgendwann hat er aufgegeben. Ich empfinde das alles als unangenehm und bin dann oft schnell genervt von ihm. Ich traue mich auch nicht das an zusprechen und ihm in diesen Situationen bescheid zu sagen. Bald muss ich eine ganze Woche mit ihm verbringen [...] Er kennt dort keinen und wird deshalb immer bei mir sein. Eigentlich habe ich darauf schon keine Lust mehr.
Eigentlich weiß er dass.ich nichts von ihm will. Denn ein freund von ihm hat mich mal gefragt, ob ich was von ihm will bzw ihn daten wurde . Ich habe ganz klar mit nein geantwortet. Er hat das mit bekommen und zu mir gesagt das er das weiß. Früher bzw heute meinen immer alle dass wie mega zusammen passen würden und so. Ich stehe darüber. Aber ich weiß nicht ob er sich dadurch sich jetzt was einbilden.
Was soll ich jetzt machen ?Ich traue mich nicht mit ihm zu reden, weil ich nicht unsere Freundschaft zerstören möchte. [...]
Konntet ihr bitte Details woran man mich erkennen könnte aus dem Text machen. Ihr könnt euch aber trotzdem darauf beziehen.

Vielen Dank!

Unsere Antwort

Wir haben deine Frage wie gewünscht gekürzt.

Super, dass du so klar spürst, was du möchtest - und was eben nicht. So, wie du es beschreibst, hast du deine Grenzen aufgezeigt und reagierst auf seine Annäherungsversuche mit Ausweichen. Das allein genügt häufig schon, damit die andere Person ihr Verhalten anpasst. Wenn dein Kollege dennoch immer wieder deine Nähe sucht, macht er das trotz deiner Signale. Du hast auf seine indirekte Anfrage klar Nein gesagt, das ist unmissverständlich. So, wie es scheint, versucht er dennoch weiter dein Interesse zu wecken. Seine Strategie ist aber alles andere als einladend. Er bewirkt damit das Gegenteil von dem, was er möchte. Du gehst auf Distanz statt seine Nähe zu suchen.

Es ist daher sehr hilfreich, wenn du ihm zur Verfügung stellst, was sein Verhalten bewirkt.

Nun geht es darum, wie du noch klarer sein kannst. "Zufälliges" Berühren ist so eine Strategie, damit sich dein Kollege nicht öffnen muss. So muss er nicht hinstehen und dir sagen, was er sich wirklich wünscht. Also traut wahrscheinlich auch er sich nicht, seine Gefühle offen anzusprechen bei dir. Du könntest ihm helfen, indem du das Gespräch startest.

Du hast nun drei Möglichkeiten: weiter ausweichen (zur Not auch vehementer und mit mehr Abstand), oder ihm ganz bewusst von einem Schwarm erzählen (damit er sich keine Hoffnungen mehr macht), oder halt etwas davon kommunizieren, was bei dir dieses unangenehme Gefühl auslöst.

Etwas Unangenehmes ansprechen geht einfacher, wenn du der Person Fragen stellst. Du kannst ihm z.B. sagen, du habest beobachtet, dass er sich oft neben dich setze. Ob das Zufall sei? Du könntest das auch grad in dem Moment ansprechen: "Oh, wir sitzen schon wieder nebeneinander. Irgendwie recht oft in letzter Zeit - findest du auch?". Wenn er das bejaht, frage ihn, weshalb das wohl so sei? Ob das an ihm oder an dir liege? Egal, was er dann sagt: Vielleicht reicht dieses klare Ansprechen schon, damit er merkt, dass du seine Annäherungsversuche registriert hast. Falls es dennoch weiter geht, könntest du auch klar sagen, dass es dir unangenehm ist, wenn seine Beine dich berühren. Oder wenn er dich anstüpst. Du kannst es generell formulieren: "Weisst du, ich mag es grundsätzlich nicht so, wenn mich Leute anfassen oder berühren." Dann ist es eine sehr klare Botschaft, ohne dass du sein Verhalten angreifen musst.

Du schreibst, er sei ein "guter Freund" und du möchtest eure Freundschaft nicht zerstören. Offensichtlich gibt es Dinge, die dich so sehr stören, dass du auf Distanz gehst. Da ist ein ehrliches Gespräch für eure Freundschaft förderlich. Wenn du weiterhin aushältst, was dich stört, wirst du eure Freundschaft zerstören.

Welche Eigenschaften an ihm schätzt du denn? Und was schätzt du an dieser Freundschaft? Eventuell hilft es, auf diese Dinge zu fokussieren vor jener Woche, in der ihr euch viel sehen werdet. Es könnte aber auch sein, dass du weniger positive Punkte in dieser Freundschaft findest als früher. Auch diese Erkenntnis kann dir weiterhelfen: Freundschaften verändern sich - Menschen, Bedürfnisse und Interessen verändern sich. Es kann also sein, dass eure Freundschaft sich grad verändert. Vielleicht fällt es dir dann einfacher, diese Verhaltensweisen anzusprechen, die dich nerven.

Falls du mehr über Beziehungen und Bedürfnisse lesen möchtest, empfehle ich dir unseren verlinkten Artikel. Es geht zwar um Liebesbeziehungen darin, aber viele Tipps sind auch für freundschaftliche Beziehungen hilfreich.

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Frage Nr. 40002 von 10.07.2025

Danke für eure Antwort zur Frage Nr. 39991 von 06.07.2025!
Ich lebe seit gut einem Jahr mehrheitlich bei meinem Freund. Ich habe irgendwie immer instinktiv Menschen ausserhalb meiner Familie gesucht, die es gut mit mir meinen und die mich unterstützen. Ich war beispielsweise als Kind oft bei Freunden oder eben jetzt bei meinem Freund.

Ich habe das Gefühl durch den heutigen Abstand belastet es mich umso mehr, wenn ich mal wieder bei ihnen bin. Ich habe das Gefühl bei ihnen dreht sich immer alles um ein mögliches Problem. Ich kann mich schwer an eine Zeit erinneren, in der es kein Problem oder einen Konflikt gab.

Ich habe mich bei der Auseinandersetzung beobachtet und gemerkt, dass ich häufig nicht die passenden Argumente habe oder das diese mir erst danach einfallen. Ich merke dann wie ich beispeilsweise bei Vorwürfen schwer kontern kann. Zudem habe ich auch das Gefühl wie eine Art einzufrieren und Angst vor Konflikten zu haben. Ich male mir dann im meinem Kopf Horrorszenarien aus. Ich habe auch das Gefühl sehr emotional zu reagieren und z.B. dann sehr wütend zu werden oder anfangen zu weinen. Hättest du da einen Rat, wie ich mich selbstsicherer behaupten kann?
Danke für deine Hilfe!

Unsere Antwort

Ja, durch den Abstand erlebst du erst so richtig den Kontrast zwischen dem Umfeld, das du dir gesucht hast und dem Umfeld, aus dem du kommst. Ich kann gut nachvollziehen, dass du schwierige Gefühle erlebst, wenn du das wahrnimmst. Welche Gefühle sind das? Könnte man es Traurigkeit nennen? Worüber?

Es freut mich, dass du dir diese Fähigkeit bewahrt hast, dir ein Umfeld zu suchen, das es gut mit dir meint. Das ist sehr viel wert.

Was du von der Auseinandersetzung schilderst, klingt so, als kämst du in starken Stress und kannst deshalb nicht mehr so klar denken und sprechen.

Es gibt verschiedene Methoden, wie du den Stress verringern kannst, um besser für dich einzustehen. Dazu gehört, die herausfordernden Situationen im Kopf durchzuspielen und zu beobachten, welche körperlichen Stresssymptome du beobachten kannst.

  • Spüre zunächst deinen Körper. Fasse ihn dafür zum Beispiel einmal von Kopf bis Fuss an und mache dir ein Bild davon, wo du angespannt bist und wo du locker bist.
  • Dann stelle dir die Situation vor.
  • Spüre deinen Körper wieder. Mache dir ein Bild davon, wo du anspannst und wie deine Atmung ist. Verlangsame so sehr, dass du die Veränderungen wahrnehmen kannst. Das sind deine Anhaltspunkte in der realen Situation, dass du in Stress gerätst. So kannst du rechtzeitig dafür sorgen, deinen Stress auf ein Maß zu reduzieren, dass du weiterhin handlungsfähig bleibst.
  • Wenn du beim Üben bemerkst, dass Stress aufkommt, lass deine Zunge locker, deinen Hals, deinen Bauch und deinen Beckenboden. Es erscheint entgegen der Intuition im Stress locker zu lassen. Aber es wird dir helfen, die notwendige Klarheit aufzubringen und auch sprechfähig zu bleiben.

Wenn du das häufig für dich zuhause geübt hast, wird es dir viel leichter fallen in der tatsächlichen Situation mit deinen Eltern.

Falls es dir insbesondere schwerfällt, weiterhin sprechfähig zu bleiben, gibt es weitere Übungen, die du machen kannst. Du könntest zum Beispiel mal damit beginnen, mindestens 3 mal pro Tag laut auszusprechen "Ich kann sprechen" mit einer klaren Stimme und während du deine Füße gut auf dem Boden spürst.

Außerdem gibt es viele weitere Dinge, die deine Selbstbehauptung stärken. Du könntest beispielsweise einen Selbstbehauptungskurs machen oder Stressreduktion trainieren oder eine Therapie machen. Du bleibst die Expertin dafür, was dir hilft und was nicht.

Kannst du Englisch? Die oben genannte Übung nennt sich Centering. Du findest unter dem Suchbegriff "ABC centring" einige Videos von Embodiment Coaching oder Mark Walsh, die dir weiterhelfen können.

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Frage Nr. 39995 von 09.07.2025

Wie kann ich gar nichts fühlen? Also fast taub? Weil Beruhigungsmethoden sind einfach unmöglich und sinnlos anscheinend. Keine Meditation, Achtsamkeitsübungen, im Tagebuch schreiben, strukturierter Tagesablauf, Sinnesüberflutung und Sinnesentzug (oder wie immer es auf deutsch heisst), Muskelentspannung, Ablenkungsstrategien und alles andere hat mir nie geholfen oder mich beruhigt. Also ist jetzt die einzige Möglichkeit gar nichts zu fühlen. Nicht zu denken, nichts zu fühlen, gar nichts.
Wie geht das? Und bitte sagt mir nicht, dass ich mit jemanden darüber reden soll. Das habe ich, aber wie es bei mir anscheinend schon eine Gewohnheit ist, hat es nichts genutzt. Und bitte nichts, das meine Eltern involviert.
Ich bin 15 und ein Mädchen, nicht dass das aber eine Rolle spielt.

Unsere Antwort

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bestimmte Übungen und Routinen bei bestimmten Menschen nicht den gewünschten Effekt haben. Bitte hilf mir, das noch genauer zu verstehen. Dann kann ich dich besser unterstützen. Was hast du genau erlebt, bei den einzelnen Dingen, die du gemacht hast? Als du geredet hast – mit wem war das? Was hat die Person geantwortet?

Verstehe ich dich richtig, dass du dich gestresst fühlst und dich gern beruhigen möchtest? Bisher hat nichts geholfen. Woran würdest du bemerken, dass es geholfen hat?

Wir sind es in der Regel nicht gewöhnt, genau zu beschreiben, was körperlich passiert. Und deshalb fällt es auch schwerer, es wahrzunehmen. Bei genauerer Betrachtung verbirgt sich hinter "nichts" und "taub" dann doch jede Menge.

Wenn ich Beruhigung höre, denke ich an Auswirkungen auf den Atem. In der Ruhe atmest du tief in den Bauch und lange aus. Wie atmest du jetzt gerade? Wenn du eine Hand auf den Bauch legst, bewegt die sich von deinem Atem? Oder spürst du deinen Atem im Brustbereich? Falls du nochmal etwas ausprobieren möchtest, empfehle ich dir dazu unseren Text Wie lerne ich tief atmen?

Woran merkst du, dass du dich beruhigen möchtest?

Das Gegenteil von Beruhigung ist für mich Aufregung. In der Aufregung ist die Muskelspannung hoch, der Atem geht schnell, häufig schießen einem tausend Gedanken gleichzeitig durch den Kopf. Es kann sein, dass du die Aufregung kaum spürst, weil es so normal ist.

Es war ein sinnvoller Schritt, dass du dich an uns gewendet hast. Insbesondere, wenn du mit deinen Eltern nicht reden möchtest oder von ihnen keine Hilfe zu erwarten ist. Mich würde interessieren, was du zuhause erlebst, weil ich glaube, dass ich dir dann besser weiterhelfen kann. Deine Eltern erfahren davon nichts, solange sie nicht nachverfolgen können, was du hier schreibst. Du kannst uns auch wieder schreiben und die Frage zu deinen Eltern auslassen. Wir werden dich trotzdem weiter begleiten, wenn du das möchtest.

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Frage Nr. 39994 von 08.07.2025

ergänzende Information zu Frage Nr. 39729 von 05.05.2025:
Sorry - ich war einige Wochen nicht online, so dass ich erst heute Eure Antwort gelesen habe. ich werde bestimmt noch Rückfragen haben - aber im Moment drängen andere Problem.
Aber erst einmal: herzlichen Dank dafür, dass Ihr Euch so ausführlich Zeit dafür genommen habt.
Zu einem Punkt kann ich vielleicht etwas vorab sagen:
Ich kann aus meinen "Bewertungen" und Reaktionen meiner Wahrnehmungen in gewisser Weise auf meine Gefühle schließen - aber körperlich fühle ich NICHTS. Also kann ich irgendwelche Körperreaktionen (Gefühle) nicht deuten. Aber das betrifft ja nicht nur das Fühlen oder den Sex: seit ich 12 bin (und das sind Jahrzehnte!) fehlt mir die Fähigkeit, Vorfreude oder Freude zu empfinden. Ich tue das, was nach meiner Meinung meine Pflicht und Aufgabe ist - und manchmal suche ich nach Aufgaben, um mich nicht "nutzlos" zu fühlen.

Im Moment bin ich in einem ziemlichen mentalen Tief - da muß ich erst mal wieder raus kommen - rein sachliche Probleme gehe ich analytisch an und löse sie ohne große Probleme - im "zwischenmenschlichen Bereich" hapert es aber. Mir macht es keine Spaß, mir was zu essen zu kochen, ich essen um satt zu werden, mir macht es keinen Spaß mich mit anderen zu treffen ... und das verdirbt nicht nur mir den Tag sondern auch meiner Umgebung.
Wenn es mir besser geht, versuche ich mich mal wieder mit dem Thema Sexualität zu befassen. Bis dahin...

Unsere Antwort

Vielen Dank für die zusätzliche Information, dass dir das körperliche Empfinden von Gefühlen seit so langer Zeit schwer fällt oder gar unmöglich ist. Das ist eine weit verbreitete Schutzstrategie, um nicht von unangenehmen Empfindungen überflutet zu werden. Bitte lies dazu auch unseren Text Bin ich zugewandt? Kritisch? Ängstlich? abgelöscht?

Ich kann mir gut vorstellen, dass es dir selbst und anderen die Laune verdirbt, dass du so wenig Genuss erlebst. Du schreibst von Essen und Menschen treffen. Wie ist es mit Sport? Oder baust oder bastelst du gerne Sachen? Gibt es etwas, was du regelmäßig tust, um dich besser zu fühlen?

Tatsächlich hängen beide Themen sehr eng miteinander zusammen. Wir haben viele Klient*innen, die sowohl Schwierigkeiten in der Sexualität als auch im Zwischenmenschlichen allgemein haben. Zugrunde liegt häufig die Gemeinsamkeit, dass Körperempfindungen abgespalten werden.

Hast du Unterstützung, um aus deinem mentalen Tief rauszukommen? Du musst da nicht allein durch. Es gibt Fachpersonen, die dir dabei helfen. Die Unterstützung durch Fachpersonen kann dir auch helfen, im zwischenmenschlichen Bereich dazuzulernen. Insbesondere, wenn die Fachpersonen dich in Präsenz unterstützen. Es kann aber auch sein, dass du dich derzeit wohler fühlst im schriftlichen Kontext der Online-Beratung. Du machst dir bereits sinnvolle Gedanken. Mit Unterstützung könntest du dir leichter tun, Veränderungen zu bewirken.

Falls du gern liest, empfehle ich dir das Buch "Das Lächeln der Freiheit" von Paul Linden. Er geht in seinem Buch genau auf die Thematik ein, die du beschreibst. In Fallgeschichten zeigt er auf, wie ein Weg von Gefühllosigkeit hin zu Freude und Kraft gelingen kann. Auf seiner Website findest du auch viele kostenfrei zugängliche Artikel.

Melde dich gerne wieder, falls du weitere Unterstützung von uns möchtest.

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Frage Nr. 39991 von 06.07.2025

Hallo Lili
Ich habe ein etwas komplexeres Anliegen und mir ist vollkommen bewusst, dass es von aussen schwer ist, dieses zu beeurteilen.

Ich habe folgendes Problem: Ich bin weiblich und 22 Jahre alt. Ich befinde mich in einer Ausbildung. Ich habe vor gut einem Monat eine schlechte Note erhalten. Ich wollte zuerst meinen Eltern nichts sagen. Ich hatte vermutlich Angst vor der Reaktion. Ich habe dann doch meine Note mitgeteilt.

Mein Vater meinte er und ich sollten geneinsam mit der Lehrerin sprechen gehen. Ich meinte, dann dass ich alleine gehen möchte. Mein Vater meinte ich sei zu aufgebracht und könne dies nicht. Meine Mutter meinte ich müsste seine Hilfe annehmen. Die Lehrerin fand es komisch und meinte auch es sei ungewöhnlich. Ich meinte erneut, ich müsse dies alleine tun, da ich das Lernen muss.

Mein Vater meinte, ich könne dies nicht, da ich zu unerfahren bin und mich überschätze. Es ist sehr schwierig für mich, mich durchzusetzten, da meine Mutter ebenfalls meint ich sollte mir von meinem Vater helfen lassen. Ich habe auch nichts dagegen, dass er mir hilft, aber ich finde es nicht gut, dass er das Gespräch übernehmen möchte.

Ich habe Mühe mich durchzusetzten und schäme mich auch dafür, dass das andere auch sehen. Zudem zweifle ich auch stark an mir, obwohl ich das vermutlich alleine hinkriegen würde dorthin zu gehen. Ich finde es auch wichtig. Ich weiss einfach nicht, wie ich mich da durchsetzten kann, da gefühlt niemand meine Autonomie unterstützt und mich ermutigt alleine zu gehen und mir das Vertrauen gibt. Ich habe auch Angst, dass wenn es schief läuft, dass ich Vorwürfe erhalte, wie ich es eh immer erhalte, wenn etwas schief läuft. Hättest du einen Tipp, damit ich mich in meiner Autonomie mehr entfalten kann?

Ich schäme mich zudem, da mir früher Menschen bereits geraten haben, dass ich autonomer werden müsste, aber das irgendwie nicht konnte und nicht wirklich einsah. Ich hatte früher noch stärkere Selbstzweifel und Versagensängste. Ich fühle mich dafür schuldig und verurteile mich stark dafür. Ich fühle mich auch häufig hilflos und sehe keine Handlungsmöglichkeiten. Wie kann ich mich in meiner Selbstwirksamkeit unterstützen?
Danke für deine Hilfe!

Unsere Antwort

Du bist bereits 22 Jahre alt. Seit 4 Jahren bist du volljährig und deine Eltern behandeln dich, als wärst du noch ein Kind, das auf sie angewiesen ist.

Aus deiner Beschreibung nehme ich bei dir eine gute Beobachtungsgabe wahr und du hast ein sehr gutes Gespür dafür, was du brauchst und was in dir vorgeht. Du bringst also Stärken mit, die deine Eltern scheinbar nicht sehen.

Ich kann deine Selbstzweifel vor dem Hintergrund dessen, was du beschreibst, gut nachvollziehen. Deine Eltern zweifeln offen an dir und nehmen deine Rückmeldung nicht ernst. Auch die Vorwürfe klingen sehr unangenehm.

Du fragst nach Unterstützung für deine Autonomie. Autonomie bedeutet Ablösung, sich frei machen von etwas.

Es gibt verschiedenes, was dir dabei helfen könnte. Wohnst du noch zuhause? Könntest du dir vorstellen, mehr räumlichen Abstand zu deinen Eltern zu haben? Das macht eine Ablösung leichter. Du brauchst ihnen auch nicht alles erzählen. Ich vermute, du hattest da ein gutes Gefühl mit der Note.

Ich frage mich, wie beharrlich du bei deinem Standpunkt bleibst, wenn von deinen Eltern Gegenwind kommt. Wiederholst du, wie du es haben möchtest oder gibst du schnell auf? Du könntest dich auf solche Gespräche vorbereiten, indem du dir die Reaktion deiner Eltern ausmalst und schon vorweg formulierst, wie du dich dann verhalten wirst zu deren Reaktion.

Auf wessen Meinung legst du Wert? Mit wem könntest du sprechen statt mit deinen Eltern? Du kannst dir dein eigenes unterstützendes Umfeld aufbauen und es pflegen.

Du schreibst, dass die Selbstzweifel und Versagensängste früher stärker waren. Wie hast du das geschafft, dass die geringer geworden sind?

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Frage Nr. 39984 von 04.07.2025

Hallo Lilli,

vor über 10 Jahren hatte ich einen Job, der mich so gequält hat, dass ich ein jahrelanges schlimmes Burnout hatte und dem noch viele Krankheiten folgten. Inzwischen geht es mir besser, und ich mache zur Umschulung ein Fernstudium. Es gefällt mir und ich bin schon ziemlich weit.
Ich habe nur das Problem: sobald mich ein Fach inhaltlich quält, fällt mein Körper in das vegatative Muster von dem alten Job zurück. Ich werde unruhig, zappelig, unterbreche dauernd, bin ablenkbar, habe einen Fluchtreflex und ein Gefühl von Qual. Die Zeit dehnt sich. Zum Glück ist dieses jetzt das erste Fach, das diese Flashbacks auslöst und ich bin schon am Ende des Studiums.

Ich komme mit diesem Fach nicht weiter. Die Qual ist so groß während den Videos, und ich schalte alle paar Minuten aus und mach kurz was anderes, was mich total an mir nervt. Aber ich will einfach fliehen. Es erinnert so sehr an das Gefühl damals in dem Job.

Was kann ich tun, um dieses Fach zu bewältigen? Ich habe Angst, dass alle meine bisherigen Studienleistungen daran scheitern...
Vielen Dank :-)

Unsere Antwort

Es tut mir leid, dass du durch eine so quälende Zeit durch musstest. Mich würde interessieren, wie du es geschafft hast, dass es dir heute besser geht. Hast du die Zeit von damals mit Unterstützung von Fachpersonen aufgearbeitet? Wer war für dich da und hat dich getröstet? Wer könnte dich heute unterstützen?

Du hast damals in deinem Job etwas erlebt, was deine Bewältigungsressourcen überfordert hat. Was auf eine solche Überforderung häufig folgt ist eine Auswirkung auf den Körper in Form von zum Beispiel anspannter Atmung, harten Muskeln, beengter Haltung, oder eine Schlaffheit in Form von Taubheit oder Abspaltung vom Körper. Das wird häufig als Schutz wahrgenommen, aber auf lange Sicht steht es dir im Weg. Du brauchst wirkungsvollere Methoden mit der Gefahr umzugehen, ohne überwältigt zu werden. Kannst du etwas, von den körperlichen Auswirkungen bei dir erkennen?

Die Videos scheinen die Gefahr von damals wieder hochzuholen. Und du fühlst dich damals wie heute machtlos. Gerne unterstütze ich dich dabei, wie du von den Videos nicht mehr aufs Neue überwältigt wirst.

Du kannst lernen, den vegetativen Zustand, den du beschreibst, zu überwinden.

Eigentlich hast du ideale Übungsbedingungen. Wenn ich dich richtig verstehe, lernst du mit Videos, die du jederzeit unterbrechen kannst. Du kannst also verlangsamen, um deine Reaktion zu spüren. Dabei ist es ganz wichtig, dass du dich langsam herantastest.

Du spürst, wann es zu viel ist. Wir wollen hier gerade so viel, dass du merkst, dass dein Körper reagiert, aber nicht so viel, dass du in die Überforderung kommst. Möglicherweise reicht es schon aus, nur daran zu denken, die Videos anzuschauen. Beobachte, wie dein Körper reagiert. Du kontrollierst, wie viel du dir zutraust. Weniger ist mehr.

Wenn du eine milde Form der Gefahr gefunden hast, beobachte wie dein Körper reagiert. Wo spannst du an? Wo wirst du schlaff? Wo bewegst du dich weg? Wohin geht deine Aufmerksamkeit?

Überlege dir, zu welchem Zweck du diese Dinge mit deinem Körper tust. Wofür ist das gut, was du tust? Inwiefern hilft dir deine körperliche Reaktion dabei, die Gefahr zu kontrollieren und Sicherheit herzustellen?

Nehmen wir an, du bist soweit, dass du beobachtet hast, was du tust. Und du hast eingeschätzt inwiefern es für dich hilfreich ist. Dann kannst du deine automatische Reaktion durch andere Verhaltensweisen ersetzen. Spürst du die Verbindung deiner Füße zum Boden? Darf dein Atem sich in deinem Körper ausbreiten? Sitzt du aufrecht? Wie fühlt sich der Raum um dich herum an, also bist du ganz in dich zurückgezogen oder gibt es Raum in alle Richtungen, um dich herum, der zu dir gehört? Diese körperlichen Reaktionen helfen dir, Sicherheit herzustellen. Mit der Zeit wirst du mehr und mehr erkennen können, wann du nicht-hilfreiche Reaktionen mit deinem Körper machst und sie durch hilfreiche Reaktionen ersetzen.

Falls du mehr dazu wissen möchtest, empfehle ich dir dazu diesen Text von Paul Linden und möchte dir auch sehr das Buch "Das Lächeln der Freiheit" von Paul Linden ans Herz legen. Ausserdem empfehle ich dir diesen Text. In dem Text und den dort verlinkten Texten erfährst du, wie deine körperlichen Reaktionen mit dem autonomen Nervensystem zusammenhängen und wie du sie beeinflussen kannst.

Berichte gerne, wie es dir mit den Übungen ergangen ist. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem weiteren Studium.

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