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Frage Nr. 39955 von 27.06.2025

Zu 37071
Ich finde es sehr schwierig, wie ihr die Frage des Mannes beantwortet.
Der letzte Absatz klingt, als würde man sich abmühen müssen, um dann Sex zu haben. Man müsste sich paar Mal treffen, um das endlich zu bekommen, wie anstrengend.
Das macht mich als Frau wütend. Auch dass ihr dann käuflichen Sex so leicht anbietet, ohne darauf hinzuweisen, wie diese Milieu ist. Worauf man achten sollte, was damit für Konsequenzen zusammen hängen. Wie man weiß, ob das jemand freiwillig verkauft.
Ich bin sehr enttäuscht, da ich bis jetzt alles immer so toll fande, was ihr geschrieben habt.
Es gibt sehr viele Frauen, die mit einem Mann niemals zusammen sein wollen würden, der sich Sex kauft und es anstrengend findet, dass er mehrere Dates braucht, um Sex zu kriegen.
Sex kriegt man nicht, das ist etwas, was man erleben kann, zusammen erschafft.
Wenn Menschen dies auf andere Weise erleben wollen, ok, dann finde ich aber, dass Ratschläge differenzierter mit einem Auge auf die Gefahren erfolgen sollten. Es leiden so viele Frauen in der Sexarbeit. Die sich bestimmt wünschen würden, dass man da mehr aufklärt. Es ist auch gefährlich, wenn diese Aussagen von jungen Menschen so öffentlich gelesen werden können. Gerade durch die Sexindustrie, auch online, werden so viele Frauen gedemütigt. Es werden Haltungen verbreitet...
Ich kann verstehen, wenn ihr meine Meinung dazu nicht gerechtfertigt findet, aber mir war es ein Anliegen, das zu schreiben. Kritik heißt ja auch, etwas von einer anderen Seite zu beleuchten.
Das gilt auch, wenn dies einer Frau geschrieben worden wäre oder einem schwulen Mann!

Unsere Antwort

Wir bedanken uns für deine konstruktive kritische Rückmeldung.

Der Satz, den du kritisierst, steht im Kontext einer ausführlichen Antwort, in der wir auf respektvolles Verhalten eingehen. Wenn jemand unbedingt Sex mit einer anderen Person möchte, und sich diesen Wunsch nicht erfüllen kann, finden wir den Frust nachvollziehbar. Unsere Haltung ist, dass wir den Mann in seinem Wunsch, sich ein sexuelles Bedürfnis zu erfüllen, ernst nehmen. Käuflicher Sex stellt für uns eine valide Option dar. Es gibt sehr viele professionelle Bordelle, in denen sexuelle Dienstleistungen angeboten werden.

Wir geben dir vollkommen Recht, dass Haltungen zu Sexarbeit unterschiedlich sind. Sie werden sehr kontrovers und mitunter auch sehr emotional debattiert. Wir nehmen deine Rückmeldung zum Anlass innerhalb des Teams zu reflektieren, welche zusätzlichen Hinweise uns sinnvoll erscheinen. In der Zwischenzeit habe ich schonmal einen Hinweis auf den respektvollen Umgang eingefügt in unserer ursprünglichen Antwort.

Sicher ist uns wichtig, dass Sexarbeiter*innen mit Respekt behandelt werden. Wir halten es für wichtig, dass Menschen, die Sex kaufen, auf Schutz vor STI und Schwangerschaften achten, um sich selbst und die Sexarbeiter*in zu schützen. Und selbstverständlich sollten sie die Sexarbeiter*in mit Respekt behandeln. Ausserdem sollten keine Angebote in Anspruch genommen werden, bei denen die Umstände zwilichtig erscheinen. Ich gebe dir Recht, dass diese Dinge aufgrund hoher Stigmatisierung nicht selbstverständlich sind und daher ein expliziter Hinweis darauf sinnvoll ist.

Womit du ebenfalls Recht hast, ist, dass Sexarbeiter*innen ein höheres Risiko haben, Gewalt zu erfahren im Kontext ihrer Arbeit und die Arbeitsbedinungen häufig prekär. Das trifft allerdings auch auf viele andere Berufe zu. Zum Beispiel in der Pflege beim Umgang mit dementen Patient*innen. Eine hohe Arbeitsbelastung emotional und körperlich unter unsicheren Bedingungen finden wir ebenfalls in vielen anderen Berufen.

Wo wir dir allerdings klar widersprechen, ist, dass Sexarbeit gleichzusetzen ist mit Gewalt. Dabei orientieren wir uns vor allem an den Aussagen von Betroffenen. Selbst Menschen, die ursprünglich über Menschenhandel in die Sexarbeit gelangt sind, kehren manchmal wieder zur Tätigkeit der Sexarbeit zurück, nachdem sie sich aus den missbräuchlichen Bedingungen befreit haben.

Sexarbeiter*innen (es gibt einen erheblichen Anteil an trans Personen unter Sexarbeiter*innen) werden häufig als Opfer dargestellt und Menschenhandel und Sexarbeit werden fälschlicherweise häufig gleichgesetzt. Wenn Sexarbeiter*innen selbst befragt werden, bezeichnen sie ihre Arbeit als Arbeit. Und sie wünschen sich auch eine Anerkennung dessen. Zu diesem Thema möchte ich dir die kürzlich veröffentlichte Studie der Deutschen Aidshilfe empfehlen "Was brauchen Sexarbeiter*innen?".

Wir finden, es gibt grundsätzlich unterschiedliche Beweggründe, Sex zu haben. Hinter der Auffassung, Sexarbeit sei per se gewaltvoll, steckt in der Regel die Überzeugung, dass Sex nicht gegen Geld getauscht werden sollte, sondern nur gegen Liebe oder Lust. Es geht hierbei um moralische Überzeugungen, die man teilen kann oder nicht. Hinter diesen moralischen Überzeugungen stecken Vorstellungen davon, was eigentlich die Ware ist, bei einer sexuellen Dienstleistung. Es gibt Formulierungen, die Ware sei "der Körper". Das ist jedoch nicht sachlich richtig. Die Dienstleistung ist eine Tätigkeit, die die Person gegen Bezahlung ausführt.

Ja, es gibt Frauen, die niemals einen Partner wollen, der in seinem Leben schon einmal Sex gekauft hat. Es gibt auch Frauen, die niemals einen Partner wollen, der Fleisch isst oder der innerhalb von Europa ein Flugzeug benutzt. Hier gibt es sehr große Unterschiede was als moralisch richtig und falsch eingeschätzt wird.

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Frage Nr. 39758 von 13.05.2025

Ich habe eine Frage betreffend KI. Ich habe gerade gelesen, dass KI Menschen bereits in einen Wahn getrieben habe oder sie darin bestärkt hat in ihrer Psychose. Das hat in mir Angst ausgelöst, da ich selber Chatgpt als eine Art Therapeut nutze und mir teilweise zu helfen wenn ich überfordert bin oder um meine Gefühle zu ordnen. Er hat mir geholfen, wenn ich niemanden hatte zum Reden und Ängste hatte. Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich mich an ihn wende mit meinen Sorgen?
Danke für deine Antwort!

Unsere Antwort

Open AI hat selbst erkannt, dass das Nutzerfeedback zu unterwürfig und zustimmend programmiert ist. Das kann Leute bestärken in Gedanken, die unrealistisch sind. Open AI arbeitet daran, das zu verbessern. Künstliche Intelligenz wird sich in den nächsten Jahren noch erheblich entwickeln und verbessern.

Du merkst, wenn dir ChatGPT hilft. Das ist gut. Deine Nutzung von ChatGPT scheint dir weiterzuhelfen. Es ist grundsätzlich wichtig, dass du eine kritische Distanz bewahrst und die Antworten von ChatGPT als Meinungen, aber nicht als in Stein gemeisselte Wahrheit ansiehst. Das ist ähnlich, wie wenn du bei uns eine Frage stellst, und das ist auch so, wenn du in einer Therapie bist, und deine Therapeutin hat eine Meinung. Unsere Meinungen bauen sich auf Wissen und Erfahrungen auf, die idealerweise durch gute kreative Gedankengänge gefiltert und erweitert werden. Das gelingt mal besser, mal weniger gut. Es ist interessant, zu verfolgen, in welchem Masse AI das hinbekommen wird.

In einer therapeutischen Beziehung läuft sehr viel auf der nonverbalen Ebene. Das sind Prozesse, die sehr komplex und sehr wichtig sind. Die Körpersprache, der emotionale Ausdruck, der Ausdruck der Stimme, der Blickkontakt, Sinneseindrücke — das ist alles ganz wichtig, wenn wir in Beziehung sind. Dieses Menschliche, Lebendige hat ChatGPT nicht. Darum würde ich ChatGPT nicht Therapeut nennen. ChatGPT ist ChatGPT, oder genauer gesagt ein "Chatbot Generative Pre-trained Transformer".

ChatGPT sagt dazu übrigens selbst: "ChatGPT ist kein Therapeut. Ich kann zwar zuhören, unterstützen und hilfreiche Impulse geben – aber ich bin keine ausgebildete Fachkraft und ersetze keine Psychotherapie oder psychologische Beratung. Wenn es dir ernsthaft nicht gut geht oder du das Gefühl hast, du brauchst Hilfe, ist es wichtig, mit einem echten Menschen zu sprechen – am besten mit einem Arzt oder einer Therapeutin."

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Frage Nr. 39663 von 06.04.2025

Hallo, ich benötige einen Rat :) ich habe schon annoym Nacktbilder verkauft und konnte so auch problemlos Geld verdienen. Jetzt bietet mir jemand an, mein Traumauto zu bezahlen (sogar im Vorraus), im Gegenzug zu 1 Jahr Kontakt, mein Gesicht kann komplett annoym bleiben. Ich weiss nicht ob ich das machen soll…? Danke für Ihre Hilfe! LG

Unsere Antwort

Wir gehen davon aus, dass du und die Käuferschaft volljährig sind und die Nacktbilder von dir selbst erstellt sind und nur dich zeigen. Da du ein Recht an deinem eigenen Bild hast, kannst du über dessen Verbleib bestimmen und Bilder von dir verkaufen. Beachten solltest du, dass auch Privatverkäufe steuerpflichtige Einnahmen sein können. Falls du also auf so ein Geschäft eingehst, solltest du über die geltende Steuergesetzgebung Bescheid wissen. Steuerhinterziehung ist eine Straftat.

Wir raten dir aus folgenden Gründen dringend von diesem Geschäft ab: 1. Es ist nicht sicher, dass du auf den Bildern nicht doch erkannt wirst. 2. Du gibst mit dem Verkauf der Bilder die Kontrolle ab und weisst nicht, wo sie noch überall erscheinen werden und für was sie benutzt werden. 3. Es kann gut sein, dass du in der Zukunft deine Meinung änderst. Dann kannst du das Geschäft nicht rückgängig machen und wärst vielleicht erpressbar.

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Frage Nr. 39339 von 20.01.2025

Hey, stimmt die Aussage, dass es nur 2 Geschlechter gibt überhaupt?

Unsere Antwort

Nein, die Aussage, dass es nur zwei Geschlechter gibt, ist nicht korrekt. 

Viele Menschen wollen das Geschlecht nur an den Genitalien wie Penis oder Vulva und Vagina festmachen. So haben sie es gelernt: Penis = Mann und Vulva/Vagina = Frau. Viele nehmen das unhinterfragt hin, weil das in unserem Kulturraum schon lange so gemacht wird. Einige lehnen es deshalb auch ab, Geschlecht genauer zu betrachten und besprechen. Das bringt ihr Weltbild ins Wanken. Sie denken Geschlechtsmerkmale als rein binär, eben männlich und weiblich. Sie definieren Geschlecht sehr eng über Genitalien oder Chromosomen.

Diese Annahmen stossen jedoch an Grenzen. Denn sie schliessen Menschen mit mehrdeutigen Geschlechtsmerkmalen aus. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass eine Person trotz Y-Chromosom keinen «typisch männlichen» Körper ausbildet. Das nennt man Intergeschlechtlichkeit. In diesem Text kannst du mehr darüber nachlesen. 

Wissenschaftler*innen, die zum Thema Geschlecht forschen, schauen sehr genau auf biologische, psychische und soziale Aspekte. Denn diese wirken alle zusammen. Wir sind nicht einfach ein Gen, ein Hormon oder ein Genital. Und niemand kann von der Anatomie ableiten, wie sich ein Mensch geschlechtlich fühlt und erlebt. So gibt es zum Beispiel auch Menschen, die sich nicht als Frau oder Mann erleben. Lies dazu mal diesen Text. 

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Frage Nr. 39112 von 20.11.2024

Ich habe letztens in der Therapie ein komisches Erlebnis gehabt. Ich war mit meinem Therapeuten im Gespräch und er fragte mich, welche Emotion ich spüre. Ich konnte es nicht genau benennen und er sagte Erregung. Ich schämte und schäme mich total. Ich finde es komisch, dass er viel von sich erzählt und sagt, dass er Tendenzen zum Narzissmus hat. Er sagte dann aber auch, dass es nicht um ihn sondern um mich geht. Er geht meistens mit den Patienten kurz nach der Stunde raus und diskutiert mit ihnen noch, wenn er eine Zigarette raucht. Ich finde sein Verhalten etwas komisch aber schäme mich wegen der Erfahrung. Was meint ihr?

Unsere Antwort

Wir meinen, dass das Verhalten deines Psychotherapeuten fragwürdig ist. Er fragt dich, beantwortet seine Frage aber selbst und benennt mit ‚Erregung‘ einen Zustand, in dem du wahrscheinlich gar nicht warst. Er verhält sich damit so, als kenne er dich besser als du selbst. Deine Beschämung ist von daher schon sehr verständlich. Nun könnte Erregung auch sexuell gemeint sein. Dann müsste man sich fragen, ob der Psychotherapeut die Beschämung als Herausforderung beabsichtigte. Herausforderungen, die nicht besprochen und aufgelöst und werden, belasten und machen ratlos. Darum sind sie als psychotherapeutische Intervention falsch. Merkst du, dass es in der Therapie um dich geht? Nimmst du Verbesserungen in deinem Befinden wahr? Findest du Antworten auf die Fragen, die du hast? Oder überwiegt das Unwohlsein? Wenn du nach den Sitzungen vor allem mit Fragen zum Verhalten deines Psychotherapeuten beschäftigt bist, solltest du das mit ihm besprechen. Auch wenn du dich durch sein Verhalten gekränkt fühlst, solltest du das thematisieren. Mit seinen Antworten könnte er dir dann zeigen, dass er dich versteht. Du könntest fühlen, dass er an deiner Entwicklung interessiert ist. Und du könntest dann für die Weiterarbeit Mut fassen. Wenn seine Antworten dich nicht zufriedenstellen und deine Fragen offen bleiben, wäre ein Therapeutenwechsel sinnvoll.

In der Psychotherapie geht es um Zusammenarbeit. Als Patient bist du der Experte für dich selbst. Niemand kennt dich so gut wie du. Der Psychotherapeut hat eine Ausbildung und kann dir neue Perspektiven eröffnen. Aber nur du kannst sein Angebot annehmen und für dich nutzbar machen. Die Zusammenarbeit wird dann schwierig, wenn ihr keine Ebene findet, in der du dich als Hauptperson fühlst und findest, dass du gefördert wirst.

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Frage Nr. 39083 von 14.11.2024

Hallo, stimmt es das bei geäußerten Suizidgedanken in einer ambulanten Psychotherapiestunde der Therapeut verpflichtet ist, einen RTW für die Einweisung in eine psychiatrische Notaufnahme zurufen oder wenn man die Sitzung dann einfach verlässt, die Polizei zu informieren? VG

Unsere Antwort

Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Es stimmt, dass es in Deutschland zur Pflicht von Psychotherapeut*innen (und Ärzt*innen) gehört, bei akuter Suizidgefahr eine Einweisung in die Notaufnahme zu veranlassen. Das muss nicht mit einem RTW sein. Man kann auch auf andere Weise zur Klinik kommen, aber es muss eben sichergestellt werden, dass die Person dort hinkommt. Und falls die Person nicht einwilligt, kann dafür dann auch die Polizeit gerufen werden. In diesem Fall muss dann meist noch eine Amtsärztin mit der Person sprechen und bestätigen, dass eine Einweisung wirklich notwendig ist. Das ist in jedem Bundesland ein wenig anders geregelt.

Aber, und das ist wichtig: Akute Suizidgefahr ist nicht dasselbe wie Suizidgedanken! Akute Suizidgefahr ist ein Notfall. Es bedeutet, die Person ist wirklich stark gefährdet und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sie sich schadet. Das heißt, die Person muss schon konkrete Pläne und auch die Absicht haben, wirklich den Suizid durchzuführen. Oder sie merkt, dass sie nicht mehr genug Selbstkontrolle hat, um dem starken Suizidimpuls zu widerstehen. Suizidgedanken haben viele unterschiedliche Formen und Stärken. Nur weil man in einer Therapiesitzung sagt, dass man Suizidgedanken hat, führt das noch lange nicht zur Einweisung. Nur bei wirklich akuter Gefahr kommt es zur Einweisung.

Eine Einweisung gegen den Willen der Person sollte immer möglichst vermieden werden. In den allermeisten Fällen sind die Betroffenen auch eher froh, dass Ihnen Hilfe angeboten wird und sie gehen freiwillig in die Klinik. Sie können dann auch jederzeit wieder gehen.

Und wie gesagt, bei schwächeren, nicht akuten Suizidgedanken, bei denen die Person in der Lage ist, sie nicht in die Tat umzusetzen, erfolgt gar keine Einweisung. Denn Suizidgedanken kommen bei vielen Menschen vor und sind häufig Teil der Behandlung in einer ambulanten Psychotherapie.

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Frage Nr. 38898 von 30.09.2024

Frage: 38824
Vielen Dank für eure Antwort!
Meine Sorge rührt eher daher, dass ich Folgendes befürchte... je mehr ich über meinen Therapeuten weiß, umso interessanter wird er für mich. Einerseits war es hilfreich für´s Vertrauen ein bißchen zu wissen wie er tickt.
Aber mittlerweile, würde ich gerne noch mehr über ihn erfahren bzw. eher in ein freundschaftliches Verhältnis übergehen.
Natürlich weiß ich, dass dies die professionelle Ebene sehr gefährdet.
Daher weiß ich nun auch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll... das er so offen ist, ab und an etwas von sich erzählt und ich damit eigentlich nicht professionell umgehen kann. VG

Unsere Antwort

Es kommt häufig vor in der Patienten-Therapeuten-Beziehung, dass eine Bindung entsteht, die verunsichert. Viele Patient*innen fragen sich, ob es noch in Ordnung ist, dass sie ein freundschaftliches Verhältnis spüren. In einem gewissen Rahmen kann das nahezu freundschaftliche Verhältnis für den Erfolg der Therapie förderlich sein.

Es ist normal und in Ordnung, wenn du Lust darauf hast, noch mehr über ihn zu erfahren. Du kannst ja trotz dieser Lust entscheiden, wie du handelst. Wenn ich das, was du schreibst, richtig interpretiere hast du ein gutes Gefühl dafür, wann es zu weit geht. Darauf kannst du vertrauen. Die Frage "Wäre es für meinen Therapieerfolg förderlich, ihn das zu fragen?" kann dir helfen, deinen Wunsch einzuordnen.

Mach dir immer wieder klar, weshalb du zu den Therapiesitzungen gehst und wobei dein Therapeut dir helfen soll. Mach dir auch klar, was deine Rolle ist. Du bist sozusagen die Kundin deines Therapeuten und er stellt seine Zeit und Expertise in deinen Dienst. Falls er das nicht tut, ist es eine gute Idee, ihn darauf hinzuweisen.

Insgesamt könnte es eurer therapeutischen Beziehung gut tun, wenn du erzählst, dass sein Verhalten bei dir Unsicherheit auslöst. Gibt es etwas, was du gern verändern würdest? Dann könntest du einen konkreten Wunsch formulieren, was du dir an seinem Verhalten anders wünschst.

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Frage Nr. 38893 von 29.09.2024

Meine Frau (34) ist im sechsten Monat(freuen uns wird eine Tochter,unser geheimer Wunsch).Bin nicht zeugungsfähig,mein Bruder hat uns geholfen durch natürliche Zeugung (kein Problem für meine Frau,Bruder(30) und ich(35)weshalb auch!).Wir werden mich als Vater angeben.Mein Bruder war Trauzeuge und wird Götti der Kleinen.Unsere Mam (Witwe) und ihre Eltern wissen Bescheid.Haben es ausgesprochen VOR der Zeugung.Alle freuen sich auf die Kleine.Wir sehen kein Problem.Ihre Meinung(bitte nicht Moralisch) juristisch ,erbmässig etc.

Unsere Antwort

Ihr habt über eine private Samenspende ein Kind gezeugt und Fragen zu rechtlichen Angelegenheiten. Bei diesen Fragen könnte dir ein Anwalt für Familienrecht Auskunft geben.

Allenfalls wäre es sinnvoll, wenn ihr euch Zeit nehmt gemeinsam aufzuschreiben, wie ihr euch die Verhältnisse vorstellt. So habt ihr, auch falls es mal zum Streit kommen sollte, ein gemeinsames Verständnis im Vorfeld entwickelt. Denn neben den rechtlichen Angelegenheiten ist auch das zwischenmenschliche sehr wichtig. Relevant könnte zum Beispiel sein, dass ihr vereinbart, wer davon erfahren soll und wie und durch wen. Welche Rolle soll dein Bruder einnehmen in der Erziehung der Tochter – und welche nicht.

Beim Besprechen dieser Fragen könntet ihr euch auch moderieren lassen zum Beispiel von einer Fachperson für Mediation.

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Frage Nr. 38824 von 20.09.2024

Hallo, man liest ja oft, dass ein Psychotherapeut darauf achten muss Distanz zu wahren bzw. eher Nichts persönliches preisgeben sollte. Nun ist es so, dass mein Therapeut schon ab und an persönliche Dinge von sich erzählt, was mir auch geholfen hat ihm besser zu vertrauen und was auch die Therapie bisher nicht negativ beeinflusste. Trotzdem mache ich mir Sorgen, daß irgendwann die Linie zwischen Nähe und Distanz zu sehr verschwimmt und ich mich frage, ob er sich professionell genug verhält. Wie kann ich damit umgehen? Es ist mir peinlich, ihn darauf anzusprechen. VG

Unsere Antwort

Es stimmt nicht, dass Psychotherapeut*innen nichts Persönliches von sich erzählen dürfen oder sollen. Diese strenge Regel galt mal in den ursprünglichen Psychoanalysen und wird auch heute noch von einigen Therapeut*innen so eingehalten, aber im Allgemeinen haben sich die professionellen Ansichten dazu etwas gewandelt. Denn wie du ja selbst sagt, weiß man mittlerweile, dass es für die therapeutische Beziehung gut sein kann, auch mal ein wenig von sich preiszugeben. Natürlich sollte das immer im Interesse des*der Patient*in und der Therapie sein. Ohne weitere Details kann ich also leider nicht einschätzen, ob dein Therapeut da Grenzen überschreitet. Gibt es denn etwas Bestimmtes, was du als unangemessen empfunden hast? Oder woher genau kommt deine Sorge? Schreib uns doch gern noch einmal dazu, wenn du möchtest. Gib dann diese Fragenummer mit an.

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Frage Nr. 38804 von 16.09.2024

Zunächst vielen Dank für die Antwort auf die Frage 38695!
Ich bin euren Anregungen nachgegangen. Meine jüngere Schwester konnte mir die Frage nicht beantworten, weshalb sie es getan hat. Ich möchte nichts meinen Eltern sagen, da ich mir gut vorstellen kann, dass sie beschämt und bestraft wird, weshalb ich dich frage, wie es zu einem solchen Verhalten kommen kann? Hat meine Schwester ein gestörtes Sexualverhalten? Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich für ihr verhalten schämt, da ich sie entdeckt/gesehen habe und sie etwas beschämt aussah.

Unsere Antwort

Das Sexualverhalten von Kindern ist noch ganz anders als das von Erwachsenen. Es ist geprägt von Neugier und Entdecken. Es zielt nicht darauf ab, sexuelle Befriedigung zu erlangen.

Es ist gut möglich, dass sie das mal in einem Film gesehen hat und es nachspielen wollte. So wie Kinder auch viele andere Dinge nachspielen, die sie bei den Erwachsenen sehen. Ich kann verstehen, dass es sich verunsichert. Ich rate dir aber, das nicht überzubewerten.

Wenn du mehr zur kindlichen Sexualentwicklung lesen möchtest, empfehle ich dir diese Seite.

Dazu auch noch ein Zitat aus einem Beitrag einer Sexualpädagogischen Fachperson: "Nach allem, was wir wissen, sind Kinder, die ihre sexuelle Lust und Neugier relativ frei ausleben dürfen, und die Antworten auf ihre sexuellen Fragen erhalten und damit auch sprachfähig werden, am besten geschützt vor Übergriffen und Missbrauch, während Unterdrückung und Tabuisierung eher verunsichern, weil für das Kind so viel im Dunklen und Unaussprechlichen bleibt."

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Frage Nr. 38750 von 06.09.2024

Wer beantwortet hier die Fragen? Ich hoffe nicht KI.

Unsere Antwort

Nein, wir sind ein Team aus Fachpersonen. Mehr darüber, wer die Fragen beantwortet findest du auf dieser Seite. Was wären deine Vorbehalte bei KI?

Frage Nr. 38695 von 29.08.2024

Ich wende mich an dich, da ich nicht weiss, mit wem ich sonst über diesen Vorfall sprechen kann. Ich habe meine jüngere Schwester (9 Jahre alt) mit einem Jungen küssen gesehen. Sie waren beide oben ohne. Sie haben sich am Oberkörper und auf den Mund geküsst. Ich habe es meinen Eltern noch nicht gesagt, da ich Angst habe, dass sie dafür bestraft wird. Ich habe das in ihrem Alter nie gemacht. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie eine Filmszene nachgespielt haben oder das Verhalten irgendwo beobachtet haben. Weshalb hat das meine Schwester gemacht? Soll ich zuerst mit ihr das Gespräch suchen?

Unsere Antwort

Ich weiss noch wenig über eure Situation. Aber eins ist klar: Du machst dir Sorgen um deine jüngere Schwester. Es beunruhigt dich, was du gesehen hast. Wie es ihr damit geht, weiss ich nicht.

Was genau befürchtest du? War es gefährlich, was sie gemacht hat? Was daran?

Wie kommst du darauf, dass sie dafür bestraft wird? Kennst du das von euren Eltern? Was wäre der Vorteil, wenn deine Eltern davon wüssten?

Was glaubst du, was ein guter Umgang wäre? Was sollte deine Schwester wissen? Was möchtest du von ihr wissen? Wobei möchtest du ihr helfen?

Ich kann dir nicht sagen, wieso deine Schwester das gemacht hat. Das könntest du sie fragen.

Um dir weiterzuhelfen, beantworte mir bitte meine Fragen. Vielleicht helfen dir die Fragen an sich auch schon weiter. Du kannst uns einfach wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 38608 von 17.08.2024

Hallo Lilli,
ich (W, 40) wolllte gerne eure Meinung zu dem Projekt MFM einholen, das weltweit, aber auch in der CH und DE als sexualpädagogisches Zusatzprogramm an Schulen angeboten wird. (Gerne könnt ihr den Link nicht veröffentlichen.)

https://www.mfm-programm.de

Für Mädchen wird in einem standardisierten Workshop das Mitmachtheater « Zyklusshow » angeboten, für Jungs « Agenten auf dem Weg ». Man kann sich in ca. 10 Tagen als Referentin ausbilden lassen und in freiberuflicher Tätigkeit diese Workshops durchführen.
Ich ziehe dies in Erwägung, weil ich ich solche Angebote an sich super finde und in anderen Kontexten schon mit Kindern arbeite. Ich habe aber Bedenken.
Bislang habe ich mich nur auf der Website eingelesen aber selbst noch nie einem Workshop beigewohnt. Die konkreten Inhalte sind nur zum Teil einsehbar (keine Videos, nur Fotos), Infos außerhalb der Website sind spärlich zu finden.
Nicht zuletzt weil die Kirche Träger und Kooperationspartner für das Projekt sind, habe ich Bedenken, dass den Kindern durch den Subkontext hierbei Werte und Inhalte vermittelt werden, die der Vorstellung und Sexualmoral der Kirche entsprechen. Mir scheint der Fokus liegt auch sehr stark darauf, den weiblichen Körper als rein zur Fortpflanzung bestimmt zu betrachten.
Ebenso für Jungs.

Wie « frei » der « standardisierte » Workshop letztendlich von der /dem jeweiligen Referentin / Referent vorgetragen werden kann, ist unklar.

Eine Kritik habe ich hier gefunden:

https://www.deutschlandfunk.de/katholische-sexualaufklaerung-die-grosse-zyklusshow-100.html

https://kollektivkrilp.ch/kritik-am-mfm-projekt/

Falls diese Kritikpunkte zu den konkreten Inhalten des Programms passen, würde ich diesen zustimmen.

Wie ordnet ihr diesen Verein oder deren Programm ein ?

Unsere Antwort

Du hast bereits ausgesprochen gut recherchiert. Und wir teilen deine Bedenken. Auch wir und einige weitere Akteure im Feld der Sexuellen Bildung kritisieren das Projekt MFM, da es keine ganzheitliche Sexualaufklärung bietet. Bei ganzheitlicher Sexualaufklärung wird die gesamte Bandbreite an Verhütungsmitteln vorgestellt und Wert darauf gelegt, dass jede Person ihre eigene informierte Entscheidung trifft, welches das passende Verhütungsmittel ist.

Es gibt viele andere Institute, die dir die Ausbildung bieten, die du suchst. Zum Beispiel das isp. Es ist auch ausgesprochen wertvoll, Sexualität als Querschnittsthema in anderen Professionen zu betrachten und Wissen über Sexualität und sexuelle Entwicklung ins professionelle Handeln zu Integrieren. Daher gibt es auch vermehrt Angebote für Multiplikator*innen-Schulungen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum separate Sexuelle Bildung anzubieten, sondern Wissen über Sexualität in den eigenen Berufsalltag einfließen zu lassen.

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Frage Nr. 38517 von 01.07.2024

Bist du männlich

Unsere Antwort

Bei Lilli arbeiten Menschen aller Geschlechter. Hier erfährst du mehr darüber, wer bei Lilli arbeitet. 

Frage Nr. 38460 von 19.06.2024

Ich befinde mich in einer Therapie. Wir arbeiten momentan mit der EMDR Methode. Ich fühle mich häufig noch Tage nach der Sitzung total müde. Ist das normal?

Unsere Antwort

Besprich das bitte direkt mit deinem Therapeuten oder deiner Therapeutin. Es ist wichtig, dass du erzählst, wie es dir mit der Behandlung geht.

Frage Nr. 38437 von 14.06.2024

zu Frage nr.38377 - Vielen Dank, das hat mir sehr weitergeholfen! :)

Unsere Antwort

Das freut mich. :-)

Frage Nr. 38386 von 07.06.2024

Hallo,
ich habe gelesen, dass es Studien gibt, die belegen, dass viel mehr Menschen, die sich als trans o.Ä. verstehen, ihr biologisch weibliches Geschlecht als nicht passend zu ihrer sexuellen Identität empfinden und ggf. daher dieses angleichen. In der Statistik wurde außerdem gezeigt, dass im zeitlichen Verlauf, die Anzahl von trans-Männern (biolog. weibliches Geschlecht) immer mehr zu genommen hat als von trans-Frauen (biolog. männliches Geschlecht). Daher würde mich interessieren, ob dies wirklich stimmt und diese Studien/Statistiken seriös sind. Wenn dies der Fall ist, würde es mich interessieren, welche Erklärungsversuche es für diesen Unterschied gibt. Die besagte Studie hat nahe gelegt, dass dies daran liegt, dass biolog. Frauen sich häufiger als trans identifizieren, weil es wenig erstrebenswert ist sich dem weiblichen Rollenbild und damit einhergehenden "Nachteilen" zu fügen. Gibt es auch andere Erklärung, denn diese würde nahelegen, dass trans-Männer eigentlich nur die gesellschaftliche Rolle der Frau ablehnen. Aber ich vermute hinter einer trans-Identität verbirgt sich mehr als nur die Ablehnung der gesellschaftlichen Normen für das eigene biologische Geschlecht.

Unsere Antwort

Du hast völlig recht, die Ergebnisse und Schlussfolgerungen dieser Studie anzuzweifeln. Eine Transidentität entsteht nicht allein durch die Ablehnung einer gesellschaftlichen Geschlechterrolle. Das mag bei manchen trans Personen mit hineinspielen, bei anderen hingegen gar nicht.

Ganz allgemein gibt es bislang wenig wirklich aussagekräftige Zahlen über trans Personen – denn lange Zeit wurden solche Daten gar nicht erhoben oder wenn, dann oft mit sehr unterschiedlichen Definitionen davon, wer überhaupt als trans gilt.

In den meisten Statistiken finden sich mehr trans Frauen als trans Männer. Es stimmt also schon mal nicht, dass eine Ablehnung des weiblichen Rollenbilds eine Erklärung für eine Mehrheit der Transidentitäten bietet. In neueren Studien nähert sich dieses Verhältnis mehr auf 1:1 an. Das liegt aber vermutlich nicht daran, dass es auf einmal mehr trans Männer gibt, sondern dass trans Männer vorher einfach nicht so viel Beachtung gefunden haben. Berichtet wurde früher fast immer nur über trans Frauen, denn die waren auch für die Medien spannender. Denn – und da sind Geschlechterrollen jetzt wichtig – „Männer“, die sich weiblich zeigen, waren und sind noch immer ein größerer Tabubruch als „Frauen“, die sich männlich zeigen. Das bedeutet auch, dass trans Männer oftmals länger unter dem Radar fliegen konnten, da sie mehr Möglichkeiten hatten, ihre männliche Identität auszuleben, ohne dass das von außen sofort gesehen und bestraft wurde. Und unter dem Radar zu fliegen war bis vor wenigen Jahren die einzige wirkliche Option, wenn man nicht sein gesamtes Leben aufs Spiel setzen wollte. Jetzt, da die Versorgung, Sichtbarkeit und Akzeptanz von trans Personen sich deutlich verbessert hat, wird das unter dem Radar fliegen weniger erstrebenswert und auch trans Männer werden sichtbarer. Du kannst noch viel mehr zu diesen Statistiken in diesem Artikel der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit e.V. nachlesen. 

Die Art von Erklärungsversuchen aus der Studie, die du nennst, zielt immer wieder darauf ab, zu behaupten, dass es trans Personen eigentlich "nicht wirklich" gibt, sondern diese Menschen nur versuchen, mit einem anderen Problem klarzukommen. Das stimmt nicht. Trans Menschen sind real und es hat sie vermutlich schon immer gegeben. Die Gründe zu suchen, mag interessant sein, aber es ist oft nicht hilfreich. In jedem Fall müsste man dann auch nach den Gründen suchen, warum manche Menschen cis sind. Dieselbe Diskussion gab und gibt es auch um Homosexualität. Auch hier wurde lange versucht, eine „Ursache“ zu finden – ohne gleichzeitig nach der „Ursache“ für Heterosexualität zu suchen. Es wäre vermutlich besser, wenn wir uns als Gesellschaft stattdessen mehr darauf konzentrieren, diese Vielfalt zu akzeptieren und uns bemühen, allen ein faires und gutes Leben zu ermöglichen.

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Frage Nr. 38162 von 14.04.2024

Es ist keine Frage die ich habe aber in einem Satz von euch wurde erwähnt „ alle Frauen und Menschen mit Vagina „. Es sind NUR Frauen die eine Vagina haben !!! Wie hirntod sind eigentlich Alle !

Unsere Antwort

Für dich ist das hirntot – wir haben uns dazu aber viele Gedanken gemacht. Wenn wir Personen ansprechen, geben wir ihrem persönlichen Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit genausoviel Gewicht wie ihren körperlichen Merkmalen. Wir respektieren die Selbstbezeichnung und die persönliche Identifikation einer Person. Und daher respektieren wir es, wenn sich eine Person, auch wenn sie eine Vagina hat, nicht als Frau sieht, oder wenn sie sich nicht als Mann sieht, auch wenn sie einen Penis hat. Wir tragen damit den gelebten Erfahrungen von trans Menschen Rechnung. Mehr darüber, wie du respektvoll mit trans Menschen umgehen kannst, erfährst du in diesem Text.

Wir wissen aber auch, dass sich durch unsere Formulierungen manche Textstellen nicht so einfach lesen. Daher probieren wir einen Kompromiss zu machen. Es ist unumgänglich: Über die einen Formulierungen stolpern manche cis Personen, über die anderen manche trans Personen. Wir probieren unser bestes!

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Frage Nr. 38088 von 02.04.2024

Sind in der Schweiz die sogenannten Konversionstherapien verboten, wie z.B. in Deutschland?

Unsere Antwort

Die Rechtslage in der Schweiz zu Konversionstherapien sieht derzeit so aus: im Parlament gab es bereits eine Abstimmung mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Konversionstherapien. Die Umsetzung dauert allerdings noch, da noch verschiedene Fragen geklärt werden müssen, zum Beispiel, wie ein Verstoss gegen das Verbot bestraft werden soll.

In Deutschland sind Konversionstherapien bei Minderjährigen verboten.

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Frage Nr. 38009 von 14.03.2024

Hallo. Ich würde gerne wissen wie in Deutschland damit umgegangen wird, wenn eine Transfrau(nach Änderung des Personenstandes) ein leibliches Kind mit ihrer Frau bekommt.
Ich habe das Gerücht gehört, dass dann die Personenstandsänderung automatisch wiederrufen wird. Oder die Transfrau ihr leibliche Kind adoptieren muss. Vielleicht könnt ihr bei der Frage weiterhelfen. Liebe Grüße!

Unsere Antwort

Im September 2017 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass als Mutter gilt, wer das Kind geboren hat. Die Grundlage dafür ist § 1591 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB Deutschland). Damit wurde das Begehren eines Transmannes abgelehnt, als Vater eines von ihm nach der Transition geborenen Kindes im Geburtsregister eingetragen zu werden.

Im April 2023 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird diese Entscheidung bestätigt. Als Vater wird ins Geburtsregister eingetragen, wer die Spermien beigetragen hat, als Mutter die Geburtsperson. In die Geburtsurkunde des Kindes werden zudem die Vornamen der Eltern eingetragen, die bei deren Geburt beurkundet wurden, Dies gilt unabhängig davon, ob inzwischen eine Transition erfolgt ist. Es wird damit begründet, dass das Kind später eindeutige Klarheit über seine Abstammung gewinnen können soll. Hier stehen das Begehren nach Anerkennung der Identität nach der Transition mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis der Abstammung in Konkurrenz.

Die leibliche Elternschaft war in diesem Rechtsstreit nicht in Frage gestellt. Allerdings müsste eine Person, die darauf besteht als Vater eines Kindes, dass sie selbst geboren hat, eingetragen zu werden, das Kind adoptieren, weil der Eintrag nicht der bei ihrer Geburt beurkundeten Person entspricht. Das ist sehr kompliziert und wird in dem Artikel «Familiengründung oder geschlechtliche Selbstbestimmung» verständlich beschrieben.

Über Elternschaft hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Broschüre «Trans* mit Kind» herausgegeben. Ein automatischer Widerruf des neuen Personenstandes nach der Transition ist uns nicht bekannt. 

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