Question No. 39663 from 06.04.2025
Hallo, ich benötige einen Rat :) ich habe schon annoym Nacktbilder verkauft und konnte so auch problemlos Geld verdienen. Jetzt bietet mir jemand an, mein Traumauto zu bezahlen (sogar im Vorraus), im Gegenzug zu 1 Jahr Kontakt, mein Gesicht kann komplett annoym bleiben. Ich weiss nicht ob ich das machen soll…? Danke für Ihre Hilfe! LG
Our Answer
Wir gehen davon aus, dass du und die Käuferschaft volljährig sind und die Nacktbilder von dir selbst erstellt sind und nur dich zeigen. Da du ein Recht an deinem eigenen Bild hast, kannst du über dessen Verbleib bestimmen und Bilder von dir verkaufen. Beachten solltest du, dass auch Privatverkäufe steuerpflichtige Einnahmen sein können. Falls du also auf so ein Geschäft eingehst, solltest du über die geltende Steuergesetzgebung Bescheid wissen. Steuerhinterziehung ist eine Straftat.
Wir raten dir aus folgenden Gründen dringend von diesem Geschäft ab: 1. Es ist nicht sicher, dass du auf den Bildern nicht doch erkannt wirst. 2. Du gibst mit dem Verkauf der Bilder die Kontrolle ab und weisst nicht, wo sie noch überall erscheinen werden und für was sie benutzt werden. 3. Es kann gut sein, dass du in der Zukunft deine Meinung änderst. Dann kannst du das Geschäft nicht rückgängig machen und wärst vielleicht erpressbar.
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Question No. 39339 from 20.01.2025
Hey, stimmt die Aussage, dass es nur 2 Geschlechter gibt überhaupt?
Our Answer
Nein, die Aussage, dass es nur zwei Geschlechter gibt, ist nicht korrekt.
Viele Menschen wollen das Geschlecht nur an den Genitalien wie Penis oder Vulva und Vagina festmachen. So haben sie es gelernt: Penis = Mann und Vulva/Vagina = Frau. Viele nehmen das unhinterfragt hin, weil das in unserem Kulturraum schon lange so gemacht wird. Einige lehnen es deshalb auch ab, Geschlecht genauer zu betrachten und besprechen. Das bringt ihr Weltbild ins Wanken. Sie denken Geschlechtsmerkmale als rein binär, eben männlich und weiblich. Sie definieren Geschlecht sehr eng über Genitalien oder Chromosomen.
Diese Annahmen stossen jedoch an Grenzen. Denn sie schliessen Menschen mit mehrdeutigen Geschlechtsmerkmalen aus. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass eine Person trotz Y-Chromosom keinen «typisch männlichen» Körper ausbildet. Das nennt man Intergeschlechtlichkeit. In diesem Text kannst du mehr darüber nachlesen.
Wissenschaftler*innen, die zum Thema Geschlecht forschen, schauen sehr genau auf biologische, psychische und soziale Aspekte. Denn diese wirken alle zusammen. Wir sind nicht einfach ein Gen, ein Hormon oder ein Genital. Und niemand kann von der Anatomie ableiten, wie sich ein Mensch geschlechtlich fühlt und erlebt. So gibt es zum Beispiel auch Menschen, die sich nicht als Frau oder Mann erleben. Lies dazu mal diesen Text.
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Question No. 39112 from 20.11.2024
Ich habe letztens in der Therapie ein komisches Erlebnis gehabt. Ich war mit meinem Therapeuten im Gespräch und er fragte mich, welche Emotion ich spüre. Ich konnte es nicht genau benennen und er sagte Erregung. Ich schämte und schäme mich total. Ich finde es komisch, dass er viel von sich erzählt und sagt, dass er Tendenzen zum Narzissmus hat. Er sagte dann aber auch, dass es nicht um ihn sondern um mich geht. Er geht meistens mit den Patienten kurz nach der Stunde raus und diskutiert mit ihnen noch, wenn er eine Zigarette raucht. Ich finde sein Verhalten etwas komisch aber schäme mich wegen der Erfahrung. Was meint ihr?
Our Answer
Wir meinen, dass das Verhalten deines Psychotherapeuten fragwürdig ist. Er fragt dich, beantwortet seine Frage aber selbst und benennt mit ‚Erregung‘ einen Zustand, in dem du wahrscheinlich gar nicht warst. Er verhält sich damit so, als kenne er dich besser als du selbst. Deine Beschämung ist von daher schon sehr verständlich. Nun könnte Erregung auch sexuell gemeint sein. Dann müsste man sich fragen, ob der Psychotherapeut die Beschämung als Herausforderung beabsichtigte. Herausforderungen, die nicht besprochen und aufgelöst und werden, belasten und machen ratlos. Darum sind sie als psychotherapeutische Intervention falsch. Merkst du, dass es in der Therapie um dich geht? Nimmst du Verbesserungen in deinem Befinden wahr? Findest du Antworten auf die Fragen, die du hast? Oder überwiegt das Unwohlsein? Wenn du nach den Sitzungen vor allem mit Fragen zum Verhalten deines Psychotherapeuten beschäftigt bist, solltest du das mit ihm besprechen. Auch wenn du dich durch sein Verhalten gekränkt fühlst, solltest du das thematisieren. Mit seinen Antworten könnte er dir dann zeigen, dass er dich versteht. Du könntest fühlen, dass er an deiner Entwicklung interessiert ist. Und du könntest dann für die Weiterarbeit Mut fassen. Wenn seine Antworten dich nicht zufriedenstellen und deine Fragen offen bleiben, wäre ein Therapeutenwechsel sinnvoll.
In der Psychotherapie geht es um Zusammenarbeit. Als Patient bist du der Experte für dich selbst. Niemand kennt dich so gut wie du. Der Psychotherapeut hat eine Ausbildung und kann dir neue Perspektiven eröffnen. Aber nur du kannst sein Angebot annehmen und für dich nutzbar machen. Die Zusammenarbeit wird dann schwierig, wenn ihr keine Ebene findet, in der du dich als Hauptperson fühlst und findest, dass du gefördert wirst.
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Question No. 39083 from 14.11.2024
Hallo, stimmt es das bei geäußerten Suizidgedanken in einer ambulanten Psychotherapiestunde der Therapeut verpflichtet ist, einen RTW für die Einweisung in eine psychiatrische Notaufnahme zurufen oder wenn man die Sitzung dann einfach verlässt, die Polizei zu informieren? VG
Our Answer
Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Es stimmt, dass es in Deutschland zur Pflicht von Psychotherapeut*innen (und Ärzt*innen) gehört, bei akuter Suizidgefahr eine Einweisung in die Notaufnahme zu veranlassen. Das muss nicht mit einem RTW sein. Man kann auch auf andere Weise zur Klinik kommen, aber es muss eben sichergestellt werden, dass die Person dort hinkommt. Und falls die Person nicht einwilligt, kann dafür dann auch die Polizeit gerufen werden. In diesem Fall muss dann meist noch eine Amtsärztin mit der Person sprechen und bestätigen, dass eine Einweisung wirklich notwendig ist. Das ist in jedem Bundesland ein wenig anders geregelt.
Aber, und das ist wichtig: Akute Suizidgefahr ist nicht dasselbe wie Suizidgedanken! Akute Suizidgefahr ist ein Notfall. Es bedeutet, die Person ist wirklich stark gefährdet und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sie sich schadet. Das heißt, die Person muss schon konkrete Pläne und auch die Absicht haben, wirklich den Suizid durchzuführen. Oder sie merkt, dass sie nicht mehr genug Selbstkontrolle hat, um dem starken Suizidimpuls zu widerstehen. Suizidgedanken haben viele unterschiedliche Formen und Stärken. Nur weil man in einer Therapiesitzung sagt, dass man Suizidgedanken hat, führt das noch lange nicht zur Einweisung. Nur bei wirklich akuter Gefahr kommt es zur Einweisung.
Eine Einweisung gegen den Willen der Person sollte immer möglichst vermieden werden. In den allermeisten Fällen sind die Betroffenen auch eher froh, dass Ihnen Hilfe angeboten wird und sie gehen freiwillig in die Klinik. Sie können dann auch jederzeit wieder gehen.
Und wie gesagt, bei schwächeren, nicht akuten Suizidgedanken, bei denen die Person in der Lage ist, sie nicht in die Tat umzusetzen, erfolgt gar keine Einweisung. Denn Suizidgedanken kommen bei vielen Menschen vor und sind häufig Teil der Behandlung in einer ambulanten Psychotherapie.
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Question No. 38898 from 30.09.2024
Frage: 38824
Vielen Dank für eure Antwort!
Meine Sorge rührt eher daher, dass ich Folgendes befürchte... je mehr ich über meinen Therapeuten weiß, umso interessanter wird er für mich. Einerseits war es hilfreich für´s Vertrauen ein bißchen zu wissen wie er tickt.
Aber mittlerweile, würde ich gerne noch mehr über ihn erfahren bzw. eher in ein freundschaftliches Verhältnis übergehen.
Natürlich weiß ich, dass dies die professionelle Ebene sehr gefährdet.
Daher weiß ich nun auch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll... das er so offen ist, ab und an etwas von sich erzählt und ich damit eigentlich nicht professionell umgehen kann. VG
Our Answer
Es kommt häufig vor in der Patienten-Therapeuten-Beziehung, dass eine Bindung entsteht, die verunsichert. Viele Patient*innen fragen sich, ob es noch in Ordnung ist, dass sie ein freundschaftliches Verhältnis spüren. In einem gewissen Rahmen kann das nahezu freundschaftliche Verhältnis für den Erfolg der Therapie förderlich sein.
Es ist normal und in Ordnung, wenn du Lust darauf hast, noch mehr über ihn zu erfahren. Du kannst ja trotz dieser Lust entscheiden, wie du handelst. Wenn ich das, was du schreibst, richtig interpretiere hast du ein gutes Gefühl dafür, wann es zu weit geht. Darauf kannst du vertrauen. Die Frage "Wäre es für meinen Therapieerfolg förderlich, ihn das zu fragen?" kann dir helfen, deinen Wunsch einzuordnen.
Mach dir immer wieder klar, weshalb du zu den Therapiesitzungen gehst und wobei dein Therapeut dir helfen soll. Mach dir auch klar, was deine Rolle ist. Du bist sozusagen die Kundin deines Therapeuten und er stellt seine Zeit und Expertise in deinen Dienst. Falls er das nicht tut, ist es eine gute Idee, ihn darauf hinzuweisen.
Insgesamt könnte es eurer therapeutischen Beziehung gut tun, wenn du erzählst, dass sein Verhalten bei dir Unsicherheit auslöst. Gibt es etwas, was du gern verändern würdest? Dann könntest du einen konkreten Wunsch formulieren, was du dir an seinem Verhalten anders wünschst.
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Question No. 38893 from 29.09.2024
Meine Frau (34) ist im sechsten Monat(freuen uns wird eine Tochter,unser geheimer Wunsch).Bin nicht zeugungsfähig,mein Bruder hat uns geholfen durch natürliche Zeugung (kein Problem für meine Frau,Bruder(30) und ich(35)weshalb auch!).Wir werden mich als Vater angeben.Mein Bruder war Trauzeuge und wird Götti der Kleinen.Unsere Mam (Witwe) und ihre Eltern wissen Bescheid.Haben es ausgesprochen VOR der Zeugung.Alle freuen sich auf die Kleine.Wir sehen kein Problem.Ihre Meinung(bitte nicht Moralisch) juristisch ,erbmässig etc.
Our Answer
Ihr habt über eine private Samenspende ein Kind gezeugt und Fragen zu rechtlichen Angelegenheiten. Bei diesen Fragen könnte dir ein Anwalt für Familienrecht Auskunft geben.
Allenfalls wäre es sinnvoll, wenn ihr euch Zeit nehmt gemeinsam aufzuschreiben, wie ihr euch die Verhältnisse vorstellt. So habt ihr, auch falls es mal zum Streit kommen sollte, ein gemeinsames Verständnis im Vorfeld entwickelt. Denn neben den rechtlichen Angelegenheiten ist auch das zwischenmenschliche sehr wichtig. Relevant könnte zum Beispiel sein, dass ihr vereinbart, wer davon erfahren soll und wie und durch wen. Welche Rolle soll dein Bruder einnehmen in der Erziehung der Tochter – und welche nicht.
Beim Besprechen dieser Fragen könntet ihr euch auch moderieren lassen zum Beispiel von einer Fachperson für Mediation.
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Question No. 38824 from 20.09.2024
Hallo, man liest ja oft, dass ein Psychotherapeut darauf achten muss Distanz zu wahren bzw. eher Nichts persönliches preisgeben sollte. Nun ist es so, dass mein Therapeut schon ab und an persönliche Dinge von sich erzählt, was mir auch geholfen hat ihm besser zu vertrauen und was auch die Therapie bisher nicht negativ beeinflusste. Trotzdem mache ich mir Sorgen, daß irgendwann die Linie zwischen Nähe und Distanz zu sehr verschwimmt und ich mich frage, ob er sich professionell genug verhält. Wie kann ich damit umgehen? Es ist mir peinlich, ihn darauf anzusprechen. VG
Our Answer
Es stimmt nicht, dass Psychotherapeut*innen nichts Persönliches von sich erzählen dürfen oder sollen. Diese strenge Regel galt mal in den ursprünglichen Psychoanalysen und wird auch heute noch von einigen Therapeut*innen so eingehalten, aber im Allgemeinen haben sich die professionellen Ansichten dazu etwas gewandelt. Denn wie du ja selbst sagt, weiß man mittlerweile, dass es für die therapeutische Beziehung gut sein kann, auch mal ein wenig von sich preiszugeben. Natürlich sollte das immer im Interesse des*der Patient*in und der Therapie sein. Ohne weitere Details kann ich also leider nicht einschätzen, ob dein Therapeut da Grenzen überschreitet. Gibt es denn etwas Bestimmtes, was du als unangemessen empfunden hast? Oder woher genau kommt deine Sorge? Schreib uns doch gern noch einmal dazu, wenn du möchtest. Gib dann diese Fragenummer mit an.
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Question No. 38804 from 16.09.2024
Zunächst vielen Dank für die Antwort auf die Frage 38695!
Ich bin euren Anregungen nachgegangen. Meine jüngere Schwester konnte mir die Frage nicht beantworten, weshalb sie es getan hat. Ich möchte nichts meinen Eltern sagen, da ich mir gut vorstellen kann, dass sie beschämt und bestraft wird, weshalb ich dich frage, wie es zu einem solchen Verhalten kommen kann? Hat meine Schwester ein gestörtes Sexualverhalten? Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich für ihr verhalten schämt, da ich sie entdeckt/gesehen habe und sie etwas beschämt aussah.
Our Answer
Das Sexualverhalten von Kindern ist noch ganz anders als das von Erwachsenen. Es ist geprägt von Neugier und Entdecken. Es zielt nicht darauf ab, sexuelle Befriedigung zu erlangen.
Es ist gut möglich, dass sie das mal in einem Film gesehen hat und es nachspielen wollte. So wie Kinder auch viele andere Dinge nachspielen, die sie bei den Erwachsenen sehen. Ich kann verstehen, dass es sich verunsichert. Ich rate dir aber, das nicht überzubewerten.
Wenn du mehr zur kindlichen Sexualentwicklung lesen möchtest, empfehle ich dir diese Seite.
Dazu auch noch ein Zitat aus einem Beitrag einer Sexualpädagogischen Fachperson: "Nach allem, was wir wissen, sind Kinder, die ihre sexuelle Lust und Neugier relativ frei ausleben dürfen, und die Antworten auf ihre sexuellen Fragen erhalten und damit auch sprachfähig werden, am besten geschützt vor Übergriffen und Missbrauch, während Unterdrückung und Tabuisierung eher verunsichern, weil für das Kind so viel im Dunklen und Unaussprechlichen bleibt."
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Question No. 38750 from 06.09.2024
Wer beantwortet hier die Fragen? Ich hoffe nicht KI.
Our Answer
Nein, wir sind ein Team aus Fachpersonen. Mehr darüber, wer die Fragen beantwortet findest du auf dieser Seite. Was wären deine Vorbehalte bei KI?
Question No. 38695 from 29.08.2024
Ich wende mich an dich, da ich nicht weiss, mit wem ich sonst über diesen Vorfall sprechen kann. Ich habe meine jüngere Schwester (9 Jahre alt) mit einem Jungen küssen gesehen. Sie waren beide oben ohne. Sie haben sich am Oberkörper und auf den Mund geküsst. Ich habe es meinen Eltern noch nicht gesagt, da ich Angst habe, dass sie dafür bestraft wird. Ich habe das in ihrem Alter nie gemacht. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie eine Filmszene nachgespielt haben oder das Verhalten irgendwo beobachtet haben. Weshalb hat das meine Schwester gemacht? Soll ich zuerst mit ihr das Gespräch suchen?
Our Answer
Ich weiss noch wenig über eure Situation. Aber eins ist klar: Du machst dir Sorgen um deine jüngere Schwester. Es beunruhigt dich, was du gesehen hast. Wie es ihr damit geht, weiss ich nicht.
Was genau befürchtest du? War es gefährlich, was sie gemacht hat? Was daran?
Wie kommst du darauf, dass sie dafür bestraft wird? Kennst du das von euren Eltern? Was wäre der Vorteil, wenn deine Eltern davon wüssten?
Was glaubst du, was ein guter Umgang wäre? Was sollte deine Schwester wissen? Was möchtest du von ihr wissen? Wobei möchtest du ihr helfen?
Ich kann dir nicht sagen, wieso deine Schwester das gemacht hat. Das könntest du sie fragen.
Um dir weiterzuhelfen, beantworte mir bitte meine Fragen. Vielleicht helfen dir die Fragen an sich auch schon weiter. Du kannst uns einfach wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Question No. 38608 from 17.08.2024
Hallo Lilli,
ich (W, 40) wolllte gerne eure Meinung zu dem Projekt MFM einholen, das weltweit, aber auch in der CH und DE als sexualpädagogisches Zusatzprogramm an Schulen angeboten wird. (Gerne könnt ihr den Link nicht veröffentlichen.)
https://www.mfm-programm.de
Für Mädchen wird in einem standardisierten Workshop das Mitmachtheater « Zyklusshow » angeboten, für Jungs « Agenten auf dem Weg ». Man kann sich in ca. 10 Tagen als Referentin ausbilden lassen und in freiberuflicher Tätigkeit diese Workshops durchführen.
Ich ziehe dies in Erwägung, weil ich ich solche Angebote an sich super finde und in anderen Kontexten schon mit Kindern arbeite. Ich habe aber Bedenken.
Bislang habe ich mich nur auf der Website eingelesen aber selbst noch nie einem Workshop beigewohnt. Die konkreten Inhalte sind nur zum Teil einsehbar (keine Videos, nur Fotos), Infos außerhalb der Website sind spärlich zu finden.
Nicht zuletzt weil die Kirche Träger und Kooperationspartner für das Projekt sind, habe ich Bedenken, dass den Kindern durch den Subkontext hierbei Werte und Inhalte vermittelt werden, die der Vorstellung und Sexualmoral der Kirche entsprechen. Mir scheint der Fokus liegt auch sehr stark darauf, den weiblichen Körper als rein zur Fortpflanzung bestimmt zu betrachten.
Ebenso für Jungs.
Wie « frei » der « standardisierte » Workshop letztendlich von der /dem jeweiligen Referentin / Referent vorgetragen werden kann, ist unklar.
Eine Kritik habe ich hier gefunden:
https://www.deutschlandfunk.de/katholische-sexualaufklaerung-die-grosse-zyklusshow-100.html
https://kollektivkrilp.ch/kritik-am-mfm-projekt/
Falls diese Kritikpunkte zu den konkreten Inhalten des Programms passen, würde ich diesen zustimmen.
Wie ordnet ihr diesen Verein oder deren Programm ein ?
Our Answer
Du hast bereits ausgesprochen gut recherchiert. Und wir teilen deine Bedenken. Auch wir und einige weitere Akteure im Feld der Sexuellen Bildung kritisieren das Projekt MFM, da es keine ganzheitliche Sexualaufklärung bietet. Bei ganzheitlicher Sexualaufklärung wird die gesamte Bandbreite an Verhütungsmitteln vorgestellt und Wert darauf gelegt, dass jede Person ihre eigene informierte Entscheidung trifft, welches das passende Verhütungsmittel ist.
Es gibt viele andere Institute, die dir die Ausbildung bieten, die du suchst. Zum Beispiel das isp. Es ist auch ausgesprochen wertvoll, Sexualität als Querschnittsthema in anderen Professionen zu betrachten und Wissen über Sexualität und sexuelle Entwicklung ins professionelle Handeln zu Integrieren. Daher gibt es auch vermehrt Angebote für Multiplikator*innen-Schulungen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum separate Sexuelle Bildung anzubieten, sondern Wissen über Sexualität in den eigenen Berufsalltag einfließen zu lassen.
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Question No. 38517 from 01.07.2024
Bist du männlich
Our Answer
Bei Lilli arbeiten Menschen aller Geschlechter. Hier erfährst du mehr darüber, wer bei Lilli arbeitet.
Question No. 38460 from 19.06.2024
Ich befinde mich in einer Therapie. Wir arbeiten momentan mit der EMDR Methode. Ich fühle mich häufig noch Tage nach der Sitzung total müde. Ist das normal?
Our Answer
Besprich das bitte direkt mit deinem Therapeuten oder deiner Therapeutin. Es ist wichtig, dass du erzählst, wie es dir mit der Behandlung geht.
Question No. 38437 from 14.06.2024
zu Frage nr.38377 - Vielen Dank, das hat mir sehr weitergeholfen! :)
Our Answer
Das freut mich. :-)
Question No. 38386 from 07.06.2024
Hallo,
ich habe gelesen, dass es Studien gibt, die belegen, dass viel mehr Menschen, die sich als trans o.Ä. verstehen, ihr biologisch weibliches Geschlecht als nicht passend zu ihrer sexuellen Identität empfinden und ggf. daher dieses angleichen. In der Statistik wurde außerdem gezeigt, dass im zeitlichen Verlauf, die Anzahl von trans-Männern (biolog. weibliches Geschlecht) immer mehr zu genommen hat als von trans-Frauen (biolog. männliches Geschlecht). Daher würde mich interessieren, ob dies wirklich stimmt und diese Studien/Statistiken seriös sind. Wenn dies der Fall ist, würde es mich interessieren, welche Erklärungsversuche es für diesen Unterschied gibt. Die besagte Studie hat nahe gelegt, dass dies daran liegt, dass biolog. Frauen sich häufiger als trans identifizieren, weil es wenig erstrebenswert ist sich dem weiblichen Rollenbild und damit einhergehenden "Nachteilen" zu fügen. Gibt es auch andere Erklärung, denn diese würde nahelegen, dass trans-Männer eigentlich nur die gesellschaftliche Rolle der Frau ablehnen. Aber ich vermute hinter einer trans-Identität verbirgt sich mehr als nur die Ablehnung der gesellschaftlichen Normen für das eigene biologische Geschlecht.
Our Answer
Du hast völlig recht, die Ergebnisse und Schlussfolgerungen dieser Studie anzuzweifeln. Eine Transidentität entsteht nicht allein durch die Ablehnung einer gesellschaftlichen Geschlechterrolle. Das mag bei manchen trans Personen mit hineinspielen, bei anderen hingegen gar nicht.
Ganz allgemein gibt es bislang wenig wirklich aussagekräftige Zahlen über trans Personen – denn lange Zeit wurden solche Daten gar nicht erhoben oder wenn, dann oft mit sehr unterschiedlichen Definitionen davon, wer überhaupt als trans gilt.
In den meisten Statistiken finden sich mehr trans Frauen als trans Männer. Es stimmt also schon mal nicht, dass eine Ablehnung des weiblichen Rollenbilds eine Erklärung für eine Mehrheit der Transidentitäten bietet. In neueren Studien nähert sich dieses Verhältnis mehr auf 1:1 an. Das liegt aber vermutlich nicht daran, dass es auf einmal mehr trans Männer gibt, sondern dass trans Männer vorher einfach nicht so viel Beachtung gefunden haben. Berichtet wurde früher fast immer nur über trans Frauen, denn die waren auch für die Medien spannender. Denn – und da sind Geschlechterrollen jetzt wichtig – „Männer“, die sich weiblich zeigen, waren und sind noch immer ein größerer Tabubruch als „Frauen“, die sich männlich zeigen. Das bedeutet auch, dass trans Männer oftmals länger unter dem Radar fliegen konnten, da sie mehr Möglichkeiten hatten, ihre männliche Identität auszuleben, ohne dass das von außen sofort gesehen und bestraft wurde. Und unter dem Radar zu fliegen war bis vor wenigen Jahren die einzige wirkliche Option, wenn man nicht sein gesamtes Leben aufs Spiel setzen wollte. Jetzt, da die Versorgung, Sichtbarkeit und Akzeptanz von trans Personen sich deutlich verbessert hat, wird das unter dem Radar fliegen weniger erstrebenswert und auch trans Männer werden sichtbarer. Du kannst noch viel mehr zu diesen Statistiken in diesem Artikel der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit e.V. nachlesen.
Die Art von Erklärungsversuchen aus der Studie, die du nennst, zielt immer wieder darauf ab, zu behaupten, dass es trans Personen eigentlich "nicht wirklich" gibt, sondern diese Menschen nur versuchen, mit einem anderen Problem klarzukommen. Das stimmt nicht. Trans Menschen sind real und es hat sie vermutlich schon immer gegeben. Die Gründe zu suchen, mag interessant sein, aber es ist oft nicht hilfreich. In jedem Fall müsste man dann auch nach den Gründen suchen, warum manche Menschen cis sind. Dieselbe Diskussion gab und gibt es auch um Homosexualität. Auch hier wurde lange versucht, eine „Ursache“ zu finden – ohne gleichzeitig nach der „Ursache“ für Heterosexualität zu suchen. Es wäre vermutlich besser, wenn wir uns als Gesellschaft stattdessen mehr darauf konzentrieren, diese Vielfalt zu akzeptieren und uns bemühen, allen ein faires und gutes Leben zu ermöglichen.
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Question No. 38162 from 14.04.2024
Es ist keine Frage die ich habe aber in einem Satz von euch wurde erwähnt „ alle Frauen und Menschen mit Vagina „. Es sind NUR Frauen die eine Vagina haben !!! Wie hirntod sind eigentlich Alle !
Our Answer
Für dich ist das hirntot – wir haben uns dazu aber viele Gedanken gemacht. Wenn wir Personen ansprechen, geben wir ihrem persönlichen Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit genausoviel Gewicht wie ihren körperlichen Merkmalen. Wir respektieren die Selbstbezeichnung und die persönliche Identifikation einer Person. Und daher respektieren wir es, wenn sich eine Person, auch wenn sie eine Vagina hat, nicht als Frau sieht, oder wenn sie sich nicht als Mann sieht, auch wenn sie einen Penis hat. Wir tragen damit den gelebten Erfahrungen von trans Menschen Rechnung. Mehr darüber, wie du respektvoll mit trans Menschen umgehen kannst, erfährst du in diesem Text.
Wir wissen aber auch, dass sich durch unsere Formulierungen manche Textstellen nicht so einfach lesen. Daher probieren wir einen Kompromiss zu machen. Es ist unumgänglich: Über die einen Formulierungen stolpern manche cis Personen, über die anderen manche trans Personen. Wir probieren unser bestes!
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Question No. 38088 from 02.04.2024
Sind in der Schweiz die sogenannten Konversionstherapien verboten, wie z.B. in Deutschland?
Our Answer
Die Rechtslage in der Schweiz zu Konversionstherapien sieht derzeit so aus: im Parlament gab es bereits eine Abstimmung mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Konversionstherapien. Die Umsetzung dauert allerdings noch, da noch verschiedene Fragen geklärt werden müssen, zum Beispiel, wie ein Verstoss gegen das Verbot bestraft werden soll.
In Deutschland sind Konversionstherapien bei Minderjährigen verboten.
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Question No. 38009 from 14.03.2024
Hallo. Ich würde gerne wissen wie in Deutschland damit umgegangen wird, wenn eine Transfrau(nach Änderung des Personenstandes) ein leibliches Kind mit ihrer Frau bekommt.
Ich habe das Gerücht gehört, dass dann die Personenstandsänderung automatisch wiederrufen wird. Oder die Transfrau ihr leibliche Kind adoptieren muss. Vielleicht könnt ihr bei der Frage weiterhelfen. Liebe Grüße!
Our Answer
Im September 2017 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass als Mutter gilt, wer das Kind geboren hat. Die Grundlage dafür ist § 1591 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB Deutschland). Damit wurde das Begehren eines Transmannes abgelehnt, als Vater eines von ihm nach der Transition geborenen Kindes im Geburtsregister eingetragen zu werden.
Im April 2023 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird diese Entscheidung bestätigt. Als Vater wird ins Geburtsregister eingetragen, wer die Spermien beigetragen hat, als Mutter die Geburtsperson. In die Geburtsurkunde des Kindes werden zudem die Vornamen der Eltern eingetragen, die bei deren Geburt beurkundet wurden, Dies gilt unabhängig davon, ob inzwischen eine Transition erfolgt ist. Es wird damit begründet, dass das Kind später eindeutige Klarheit über seine Abstammung gewinnen können soll. Hier stehen das Begehren nach Anerkennung der Identität nach der Transition mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis der Abstammung in Konkurrenz.
Die leibliche Elternschaft war in diesem Rechtsstreit nicht in Frage gestellt. Allerdings müsste eine Person, die darauf besteht als Vater eines Kindes, dass sie selbst geboren hat, eingetragen zu werden, das Kind adoptieren, weil der Eintrag nicht der bei ihrer Geburt beurkundeten Person entspricht. Das ist sehr kompliziert und wird in dem Artikel «Familiengründung oder geschlechtliche Selbstbestimmung» verständlich beschrieben.
Über Elternschaft hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Broschüre «Trans* mit Kind» herausgegeben. Ein automatischer Widerruf des neuen Personenstandes nach der Transition ist uns nicht bekannt.
Wir möchten dich darauf aufmerksam machen, dass wir keine Rechtsberatungsstelle sind. Zudem sind wir eine Schweizer Organisation. Unsere Antwort ist das Ergebnis unserer Recherche.
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Question No. 37965 from 07.03.2024
warum gibt es schamhaare
Our Answer
Schamhaare schützen die Haut am Geschlecht und halten sie warm und feucht. Sie schützen die Haut auch vor Reibung während sexueller Aktivitäten. Sie halten Schmutz und Keime von der Vaginalöffnung fern und verhindern so Infektionen in der Vagina. Zudem sind sie eine Art "Behälter" für unsere persönlichen Duftstoffe, die eine Rolle bei der sexuellen Anziehung spielen können.
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Question No. 37835 from 04.02.2024
Sollte der Intimbereich/po immer mit Seife/Duschgel gewaschen werden oder reicht auch einfach das darüberlaufende Wasser beim duschen?
Finde es etwas mühselig extra noch in die Hocke zu gehen um den Schaum wegzubekommen, wenn ich mich da eingeschäumt habe.
Reicht es einfach so ohne Seife zu waschen?
Our Answer
Es ist am besten, wenn du dein Geschlecht nur mit Wasser wäschst. Das gilt für den Penis, wie auch für die Vulva. Die Vagina muss überhaupt nicht gewaschen werden. Sie reinigt sich mit ihren Milchsäurebakterien selbst. Deinen After reinigst du am besten mit einer rückfettenden Waschlotion. Du bekommst sie in Drogerien und Apotheken.
Mehr Infos darüber, wie du deinen Intimbereich waschen und pflegen solltest, kannst du in den Texten «Intimpflege: Wie wasche ich meinen Penis?», «Intimpflege: Wie pflege ich meine Vulva und Vagina?» und «Wie pflege ich meinen After (Po)?» nachlesen.
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