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Wie kann ich Sex haben, wenn mein Körper eingeschränkt ist?

Auch mit körperlichen Einschränkungen kannst du lustvolle Sexualität erleben. Hier erfährst du, was dir dabei helfen kann.

Was ist mit meinem Körper möglich?

Beim Sex gibt es kein bestimmtes Programm, das dein Körper können muss. Vielleicht kannst du dich wenig bewegen, bestimmte Stellungen gehen nicht oder Berührungen fühlen sich anders an. Dann lohnt es sich herauszufinden: Was geht? Was fühlt sich angenehm an? Was macht mich sexuell erregt?

Probier verschiedene Berührungen, Bewegungen und Positionen aus. Wenn du Sex mit einer anderen Person hast, könnt ihr gemeinsam herausfinden, was für euch funktioniert. Vielleicht kann die andere Person auch Bewegungen übernehmen, die für dich schwierig sind.

Was, wenn ich manche Körperstellen wenig oder gar nicht spüre?

Sexuelle Erregung ist nicht nur an die Genitalien gebunden. Erkunde deinen Körper und finde heraus, wo und wie du Berührungen spürst. Welche Berührungen fühlen sich angenehm an? Was erregt dich?

Nimm dir Zeit dafür. Sexuelles Erleben ist lernbar. Dein Gehirn kann neue Erfahrungen und Berührungen mit sexueller Erregung verbinden. Mehr darüber erfährst du im Text Wie funktioniert sexuelles Lernen?

Was, wenn etwas beim Sex nicht funktioniert?

Vielleicht wird dein Penis nicht so steif, wie du möchtest. Vielleicht wird deine Vagina nicht ausreichend feucht. Vielleicht ist ein Orgasmus schwierig oder bestimmte Bewegungen sind nicht möglich. Körperliche Behinderungen, Erkrankungen und Medikamente können sexuelle Funktionen beeinflussen.

Das bedeutet nicht, dass Sex nicht möglich ist. Oft gibt es andere Möglichkeiten, Lust und sexuelle Erregung zu erleben. Wenn dich eine sexuelle Funktion beschäftigt, kannst du dich auch ärztlich oder sexualmedizinisch beraten lassen.

Können Hilfsmittel helfen?

Hilfsmittel können Sex leichter oder angenehmer machen – zum Beispiel Kissen oder andere Lagerungshilfen, befestigbare Sextoys oder andere Hilfsmittel, mit denen du fehlende Beweglichkeit oder Kraft ausgleichen kannst. Probier aus, was zu deinem Körper und deinen Möglichkeiten passt.

Wenn du Spastiken hast, findest du weitere Tipps im Text Sex schön gestalten bei Spastik.

Wie spreche ich mit Sexualpartner*innen darüber?

Du darfst sagen, was du gut kannst, wobei du Unterstützung brauchst und was sich für dich gut oder schlecht anfühlt. Vielleicht müsst ihr gemeinsam ausprobieren, wie etwas funktioniert.

Das ist beim Sex völlig normal. Menschen müssen miteinander herausfinden, was ihnen gefällt und was für sie funktioniert.

Was, wenn ich Unterstützung beim Sex brauche?

Manche Menschen brauchen aufgrund ihrer Behinderung Unterstützung, damit sie ihre Sexualität so leben können, wie sie möchten.

Bei der passiven Sexualassistenz hilft dir eine Person zum Beispiel dabei, ein Sextoy bereitzulegen oder Kontakt zu Sexarbeitenden aufzunehmen. Die Assistenzperson ist selbst nicht an der sexuellen Handlung beteiligt.

Bei der aktiven Sexualassistenz ist die unterstützende Person direkt an einer sexuellen Handlung beteiligt. Auch Sexualbegleitung gehört in diesen Bereich. Dabei geht es um eine vereinbarte sinnliche oder sexuelle Begegnung mit einer Person, die diese Dienstleistung anbietet.

Die Begriffe Sexualassistenz und Sexualbegleitung werden nicht überall genau gleich verwendet.

Wo finde ich Sexualbegleitung?

In der Schweiz bietet zum Beispiel InSeBe – Initiative Sexualbegleitung Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und ältere Menschen an. InSeBe bildet auch Sexualbegleiter*innen aus.

Wo finde ich mehr Informationen?

Du hast wie alle Menschen ein Recht darauf, deine Sexualität selbstbestimmt und möglichst lustvoll zu leben. Mehr dazu liest du im Text Alle haben ein Recht auf sexuelle Gesundheit.

Die Vereinigung Cerebral Schweiz bietet weitere Informationen rund um selbstbestimmte Sexualität und Behinderung. Dort findest du auch Beratungsangebote und weitere Anlaufstellen.