Frage Nr. 41042 von 29.03.2026
40959
Ich verstehe das irgendwie nicht... Sexualität hängt doch mit dem Aussehen zusammen?
Warum haben dann die Freunde die extrem gut aussehen viel Sex und keine Probleme mit Frauen und die die nicht gut aussehen nie Sex?
Wenn eine Person dick und Sexuell ist, dass passt doch nicht zusammen? Er wird trotzdem von vielen Frauen abgelehnt. Ich habe hier auch einen Post von einer Frau gelesen, die das gut beschrieben hat. Sie hat freundlich einen Mann im Freundeskreis der übergewichtig und dick ist aber keine Frauen abbekommt. Sie schrieb er solle abnehmen dann und Muskeln aufbauen, dann hätte er auch keine Probleme. Es kommt immer nur auf das Aussehen an.
Durch das Aussehen eröffnen sich so viele neue Türen. Man kann attraktivere Frauen daten, steigt also Ligen auf, hat mehr Chancen bei Frauen, hat Chancen Matches zu bekommen, viel mehr Chancen das die Frau den ersten Schritt macht, Frauen schreiben sogar zurück und Frauen zeigen sogar Interesse und geben sich mühe dich kennenzulernen! Das hat man alles nicht wenn man dicker ist und dafür "sexuell" ist. Wie kann jemand der dick ist überhaupt sexuell wirken?
Am Ende kommt es nur auf Muskeln an. Erst dadurch kommt man bei Frauen an, ohne viel Kopfschmerzen.
Das ist einfach Fakt. Man sieht es im Freundeskreis und sonst überall auch. Gerade wenn es um Affären oder Freundschaft Plus geht.
"Während der sexuellen Erregung gut in emotionaler Begegnung mit der Frau sein kannst"
Was ist damit eigentlich gemeint?
Unsere Antwort
Du wirst so lange nicht verstehen, was sexuelle Selbstsicherheit ist, bis du dich darauf eingelassen hast, dafür etwas zu tun – wie ich dir das in der letzten Antwort empfohlen habe. Nur so kommst du zu neuen Erfahrungen und zu neuen Erkenntnissen. Nicht dadurch, dass du darüber nachdenkst.
Überleg dir, was du da schreibst, wenn du sagst, dass zu einer dicken Person keine Sexualität passt. Es gibt ausgesprochen viele dicke Menschen auf dieser Erde. Es gibt ausgesprochen viele Menschen auf dieser Erde, die irgendwelchen Schönheitsidealen nicht entsprechen. Es gibt ausgesprochen viele Männer auf dieser Erde, die deinem Ideal von einem Mann nicht entsprechen. Ich würde sogar sagen, das ist die Mehrheit der Männer. Und von all diesen Männer sind wiederum extrem viele in sexuellen Beziehungen und haben eine gute Sexualität.
Daher empfehle ich dir: Frag dich, was diese Männer haben, das es ihnen ermöglicht, in Beziehungen zu sein. Mit deinem Bild vom idealen Mann bist du auf dem Holzweg. Ich würde mir für dich sehr wünschen, dass du dir das, was ich dir in der letzten Antwort geschrieben habe, zu Herzen nimmst, und an deiner sexuellen Selbstsicherheit arbeitest. Ich möchte dir dazu noch mal das Buch "Klappt's?" von Michael Sztenc empfehlen.
Was meine ich mit "Während der sexuellen Erregung gut in emotionaler Begegnung mit der Frau sein kannst"? Viele Menschen verlieren das gegenüber aus den Augen, wenn sie sich sexuell erregen. Das, was sie während dem Sex erleben, passt nicht zu den Gefühlen von Liebe und emotionalen Nähe, die sie zu der anderen Person haben. Sie sind beim Sex in einem Zustand, wo emotionale Nähe nicht Platz hat. Dazu erfährst du mehr in diesem Text.
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Frage Nr. 41001 von 21.03.2026
Hallo,
zunächst vielen, vielen Dank für Eure großartige Hilfe in allen Bereichen der Sexualität!
Ich habe folgende Frage: Ich bin 53 Jahre alt seit 6 Jahren mit meinem Freund zusammen.
Wir hatten am Anfang eine schöne Zeit und auch einiges an Zärtlichkeit und auch Leidenschaft.
Mein Freund ist sehr freiheitsliebend und hält nicht viel von körperlicher und emotionaler Nähe. Er ist treu, lebt aber eher ungebunden.
Seit einiger Zeit haben wir übethaupt keine Sexualität mehr. Sonstige körperliche Liebeszeichen gibt es von seiner Seite aus sowieso nicht - ich habe sie mir abgewöhnt, weil er sie nicht mag. Vor einem Jahr ungefähr hatten wir ein kurzes Gespräch darüber, warum es bei uns mit dem GV nicht klappt. Ich habe ihm wahrheitsgemäß geantwortet, dass ich oft das Gefühl habe, dass es mich zerreißt, wenn er in mich eindringt. Aber das alles ohne Vorwurf. Daraufhin hat er sich völlig zurückgezogen.
Neulich habe ich ihn gefragt, ob er mich noch anziehend findet. Seine Antwort war 'ja, schon, weshalb fragst du?' Als ich ihn darauf hingewiesen hab, dass zwischen uns gar nichts mehr läuft, hat er geantwortet, er wartet, bis ich mich 'sexuell befreit hab' und bis dahin 'vermeidet er diese Situationen', weil er ja kein 'halber Vergewaltiger' sein will.
Damit war das Thema (für ihn) durch.
Mich hat diese Aussage sehr verletzt, weil ich das Gefühl hab, für das Gelingen unseres Liebeslebens allein verantwortlich gemacht zu werden und weil ich denke, dass er mir Probleme unterstellt, die ich nicht habe.
Bin ich zu empfindlich? Hätte ich ihm nichts sagen dürfen, dass mir der GV Schmerzen bereitet?
Was soll ich tun? Wenn ich mit ihm reden will, reagiert er unterschwellig aggressiv. Er interessiert sich nicht für mein Empfinden und für meine Gefühle und seine Antworten sind immer so formuliert, dass er mich zum Schweigen bringt und seine Ruhe hat.
Danke für eure Antwort.
Seit einigen
Unsere Antwort
Danke für dein Dankeschön 
So aus der Ferne finde ich es grundsätzlich verständlich, dass dein Partner die Situation vermeidet, weil er dir keine Schmerzen zuführen möchte. Dass Vermeidung seine Strategie ist, ist für dich natürlich frustrierend. Er braucht den Sex mit dir offenbar nicht, für ihn stimmt das offenbar so. Er erscheint nicht in die gemeinsame Sexualität investieren zu wollen. Es ist verständlich, dass dich das frustriert.
Es ist auf jeden Fall gut, dass du ihm gesagt hast, dass dir der Vaginalverkehr wehgetan hat. Es ist auch gut, dass du nicht einfach Vaginalverkehr hast, wenn du Schmerzen hast. Nein, du bist nicht zu empfindlich, Schmerzen sind echt.
Du hast nun die Wahl: möchtest du die sexuelle Beziehung mit ihm? Dann, glaube ich, solltest du das Gespräch noch mal suchen. Ich finde auch, dass du ansprechen solltest, warum das Reden mit ihm so frustrierend für dich ist. Seine Antworten mögen so formuliert sein, dass er dich zum Schweigen bringt und seine Ruhe hat. Wenn du ihm sagst, dass du das nicht möchtest, sondern dass du möchtest, dass er bleibt und mit dir redet, was macht er dann? Wenn du in die Beziehung investieren möchtest, musst du glaube ich hartnäckig bleiben.
Unabhängig davon kannst du etwas tun dafür, dass es deiner Vagina besser geht, wenn ein Penis sie besucht. Egal ob das nun der Penis deines Partners ist oder irgendein anderer Penis in Zukunft. In deinem Alter ist es speziell wichtig, die Vagina fit zu halten. Wenn sie regelmässig stimuliert wird und zum Beispiel einen Dildo aufnimmt, bleibt die Haut fitter und die Muskulatur lockerer.
Abgesehen davon kann sich so auch die Angst vor dem Penetriertwerden umwandeln in eine Lust auf das Aufnehmen. Angst geht immer mit Anspannung ein her, und sobald du einmal Schmerzen erlebt hast, komm natürlich eher Anspannung. Anspannung führt zu mehr Schmerzen beim Vaginalverkehr. Überleg dir, ob du ganz für dich selbst deine Vagina fitter für den Vaginalverkehr machen möchtest. Wenn ja, dann lies doch mal diesen Text.
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Frage Nr. 40996 von 20.03.2026
Hallo
Ich bin in einen Jungen verliebt seit einem Jahr und wir haben auch fast jeden Tag Blickkontakt seit einem Jahr, aber wir haben noch nie richtig gesprochen miteinander und wir schreiben auch nicht. Und nach einem Jahr ist es mir einfach langsam zu anstrengend geworden immer zu hoffen und zu schauen. Also habe ich jetzt angefangen ihm gezielt auszuweichen und ihn zu ignorieren aber das hat er irgendwie gemerkt und schaut mich jetzt immer noch vermehrter an. Aber manchmal habe ich auch das Gefühl das er mich auch extra ignoriert. Auf jeden Fall musste ich heute nach der Schule sogar weinen weil mir das alles zu viel ist und ich will es auch niemandem erzählen schon gar nicht ihm. Also was soll ich jetzt machen???
Liebe Grüsse
Unsere Antwort
Du hast dich getraut, es uns zu erzählen. Schön, dass du dir Unterstützung suchst, wenn du nicht weiter weißt.
Wie geht es dir denn jetzt mit ein paar Tagen Abstand?
Ich kann verstehen, dass dich das hoffen anstrengt und traurig macht. Bisher hast du Verliebtheitsgefühle für ihn. Ihr konntet aber noch nicht ausprobieren, wie ihr eigentlich miteinander seid. Das findet ihr heraus, wenn ihr miteinander sprecht und Zeit miteinander verbringt. Es kann sein, dass sich die Verliebtheitsgefühle dann verstärken, weil du noch mehr tolles entdeckst daran, wie ihr miteinander umgeht und wie gut du dich in seiner Anwesenheit fühlst. Es kann aber auch sein, dass die Verliebtheitsgefühle abnehmen, weil du merkst, dass es doch nicht so gut passt, wie du gedacht hast.
Hast du Freundinnen, denen du vertraust? Wie gehen denn die mit Verliebtsein um? Du könntest ihnen erstmal einfach Fragen stellen. Da musst du selbst gar nicht so viel erzählen.
Schau mal, ob dir das weiterhilft. Du kannst uns auch wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
Diese Antwort gilt auch für Frage 40997.
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Frage Nr. 40967 von 15.03.2026
Zu Frage 40896:
Ich bleibe mit dem Baby solange wie es geht im Elternbett, da er sich nicht selbstbefriedigen kann, wenn es im Raum ist. Manchmal geht es aber nicht die Stunde, die er benötigt, dann kommen wir ins Wohnzimmer und er hört auf. Den Laptop benötigt er wegen des Spiels was da drauf ist. Die Familienberatung bringt nicht viel, da ich mein Verhalten oftmals primär ändern soll. Er hat seine Stressbewältigung in der Selbstbefriedigung gefunden.
Unsere Antwort
Du sagst, dass du dein Verhalten ändern sollst. Wenn das wirklich deine Haltung ist, dann empfehle ich dir, dass du dein Verhalten gegenüber deinem Partner änderst. Du bist nicht dazu da, um gegenüber deinem Partner und seinen Ansprüchen zu kuschen, sondern es ist wichtig, dass du auch für deine Bedürfnisse einstehst. Das scheint dir sehr schwer zu fallen. Daher finde ich tatsächlich, dass du dich an eine Familienberatung wenden solltest. Ich würde dir sehr gönnen, dass du Unterstützung bekommst von Menschen, die dir helfen, dich zu stärken.
Wenn es dir schwer fällt, diesen Schritt in mehr Selbstbehauptung zu machen, dann denk an dein Kind. Überleg dir, was du dem Kind gegenüber für ein Vorbild sein möchtest. Die Liebe zum Kind kann uns helfen, schwierige Schritte zu machen.
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Frage Nr. 40966 von 15.03.2026
Mein Partner ist oft in einem Sex Forum unterwegs und postet auch oft Beiträge. U.a über sein Sexleben, Beziehungsprobleme und anderes. Was will er mir nicht sagen, weil es seine Intimsphäre wäre und er auch noch ein Privatleben hat. Ich tausche mich bei Beziehungsproblemen oldschool mit Freundinnen aus. Mich stört es dass 1000de Leute über meine Lieblingsstellung mit meinem Partner wissen. Das sehe ich als Privat und meine Sexualität an. Mein Partner allerdings findet dies kindisch. Es sei schließlich unsere Sexualität und daher müsse er dazu was sagen weil es auch seine ist. Wenn er nur über sich schreiben würde wäre es vielleicht nicht so schlimm und bei Beziehungsproblemen mit einen Freund oder professionellen Menschen wie hier reden würde. In Foren kann ja alles geschrieben werden. Gleichzeitig stört es ihn, wenn ich mit Freundinnen über unsere Probleme rede, da das für ihn dazu führt, dass sie ihn als Arsch sehen und bei einer Entscheidung gegen ihn entscheiden würden. Im Internet ist ja alles anonym und mit VPN und hätte deshalb nur in meinem Kopf Auswirkungen, aber nicht im realen Leben. Wie soll ich damit umgehen. Vielen Dank im Voraus für die Arbeit hier.
Unsere Antwort
Dein Partner bewertet seine Privatsphäre anders als deine. Er möchte, dass du dich nicht verletzt fühlst, wenn er mit anderen über seine/eure Sexualität redet. Er ist aber durchaus verletzt, wenn du mit Freund*innen über deine/eure Sexualität, bzw. Beziehungsfragen redest. Und bei euch beiden sind die Auswirkungen natürlich «nur im eigenen Kopf». Es sind ja die persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle die die eigene Wertewelt bilden. Darum ist der eine beleidigt, wenn Beziehungsfragen im Freundeskreis beredet werden. Die Andere hingegen stellt sich beim Austausch in einem Forum eine grosse anonyme Masse vor, die ihre Sexualität beurteilt und ist verletzt.
Wir raten dir zu Verhandlungen mit deinem Partner. Geht doch mal davon aus, das ihr beide Recht habt. Du, wenn du den Forenaustausch verletzend findest. Er, wenn er die Problembesprechung unter Freund*innen verletzend findet. Wenn ihr euch recht gebt, merkt ihr, dass ihr euch gegenseitig verletzt. Das kommt in nahen Beziehungen häufig vor. Werft euch das also nicht vor, sondern erzählt euch, welche Auswirkung die jeweilige Verletzung hat. Schämst du dich vor den 1000den Leuten? Verlierst du die Lust am gemeinsamen Sex? Wird er wütend auf deine Freund*innen oder unsicher, weil er immer an deine Gespräche denken muss? Schadet das seinen Freundschaftsgefühlen? Versucht dabei nicht die Haltung des Anderen zu entwerten. Auch eine sehr nahe und glückliche Partnerschaft besteht aus zwei Individuen, die sich voneinander unterscheiden. Wenn ihr euch dafür Zeit genommen habt, werdet ihr herausfinden, ob und wie ihr euch entgegenkommen könnt. Es geht nicht darum, die Werte und Meinungen des anderen einfach zu akzeptieren. Manchmal reicht es, zu erfahren, dass der Andere wirklich anders fühlt und denkt. Dann kann man vielleicht verstehen, dass nichts Böses droht.
Für solche Fragen haben wir einen Infotext: «Was macht gute Beziehungspartner*innen aus?» und ein Kapitel «Wie löse ich Beziehungsprobleme?» geschrieben. Vielleicht findest du dort noch weitere Anregungen.
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Frage Nr. 40939 von 08.03.2026
Folgefrage 40839
Danke, Eure sehr guten Texte kenne ich natürlich :) Ich bin trotzdem sehr verunsichert. Es geht jetzt zwei Monate so ohne Steigerung. Sie schreibt mir weiterhin online sehr viel, teilt ihren Alltag, schickt Bilder, erzählt wie es auf der Arbeit war, schickt Bilder vom Spaziergang oder ihrer Katze, spiegelt meine Reaktionen (wenn ich ein Foto schicke, schickt sie mir eins usw).
Wir sind neulich dreimal hinter einander gemeinsam zur Arbeit gefahren, im Bus haben sich unsere Schultern sehr leicht berührt, aber sie muss es gespürt haben und ist nicht weggewichen.
Ich Chat bin ich etwas mutiger geworden, schicke er spielerische Nachrichten, Katzkuss-Emjois (die sich manchmal auf ihre Katze beziehen, manchmal auch nicht).
Gestern war ich bei ihr zu Hause, vor einem Treffen mit dem Freundes und Bekanntenkreis. Ich hatte Kuchen mitgebracht, sie mir einen Kaffee gemacht, wir haben dann gequatscht. Aber sie war, wie eigentlich bei jedem Treffen im realen Leben, recht oft am Handy, liest in Gruppenchats, organisiert eine Fahrt zu einem Konzert; also bricht die exklusive Zweisamkeit. Wir saßen zwar nah beieinander, aber zu Berührungen kam es nicht und Stimmung nach einen Kuss zu fragen ist erst gar nicht aufgekommen. Wir waren danach noch kurz spazieren und Eis essen, aber unsere Zweisamkeit wurde unterbroche, dass ein Freund aus dem Bekanntenkreis von ihr, schon früher da war. Auch während des Spazierens hatte sie ihren Blick immer mal wieder auf der Smartwatch (Macht sie im Gruppenkontext allerdings auch).
Dann, als wir im Freundeskreis zusammenstanden, erzählt sie plötzlich allen die da schon vor Ort waren, dass ich bei ihr war und Kuchen mitgebracht habe - das war mir wirklich unangenehm. Ich finde nicht, dass das die anderen was angeht momentan.
Die Verabschiedungs-Umarmung im Gruppenkontext war auch definitiv kurz.
Kaum bin ich zu Hause nach der gemeinsamen Aktivität im Freundes und Bekanntenkreis, ploppt auf dem Handy schon direkt eine Nachricht von ihr auf von ihrem Abendessen.
Mich wurmt das, weil sie nie voll präsent ist wenn wir uns sehen. Es war jetzt das fünfte Treffen wo wir uns verabredet hatten, wenn man die Busfahrten mitzählt das achte und mit alle Gruppenkontexten das 14 (führe ein kleines Tagebuch) seit Silvester und es ist alles ihrerseits wie beim ersten Treffen fast. Außer, dass man sich jetzt etwas besser kennt.
Ich werde heute schreiben, dass ich es schön fand mit ihr auf dem Balkon und mich dann aber ein bisschen zurückziehen. Wenn sie doch Interesse hat, wird sie ja nach einem Treffen fragen. Aber sonst scheint es mir doch eher freundschaftlich zu sein für sie. Allerdings habe ich mit keinem meine Freunde und Freundinnen einen so intensiven Chatkontakt von morgens bis abends. In zwei früheren Beziehungen war das eigentlich immer ein Indikator, dass da mehr im Raum steht. Aber sie scheint eher meine Aufmerksamkeit zu genießen, ohne das sie was risikieren muss irgendwie. Für mich ist das nichts, weil ich wirklich eine romantische Beziehung suche und nicht eine weitere Freundschaft, das passt für mich nicht.
Unsere Antwort
Ich kann gut verstehen, dass du dich verunsichert fühlst. Es ist nachvollziehbar, dass ihr Online- und Offline-Verhalten für dich widersprüchlich wirken. Deshalb halte ich es für eine gute Idee, auf dein Bauchgefühl zu hören und nicht einfach so weiterzumachen wie bisher, wenn sich das für dich nicht gut anfühlt. Wenn du dir eine Beziehung wünschst, ist es völlig verständlich, dass du nicht dauerhaft in dieser unklaren Situation bleiben möchtest.
Deine Idee, dich ein wenig zurückzunehmen, finde ich sinnvoll. So bekommt sie die Gelegenheit, selbst mehr Initiative zu zeigen, wenn sie das möchte. Und du kannst für dich beobachten, wie sich der Kontakt entwickelt.
Wenn du aber merkst, dass dich das Thema trotzdem weiter stark beschäftigt, kann es auch sinnvoll sein, offen anzusprechen, was ihr euch voneinander erhofft. Du könntest zum Beispiel sagen oder schreiben, dass du die Zeit mit ihr sehr geniesst und dir vorstellen könntest, dass daraus mehr als Freundschaft entstehen könnte. Und du könntest sie fragen, wie sie das sieht.
Es kann natürlich sein, dass du nicht die Antwort bekommst, die du dir gewünscht hättest. Trotzdem ist es auf Dauer oft entlastender, Klarheit zu haben, als lange zu rätseln. Egal wie sie reagiert, du weisst danach besser, woran du bist, und kannst für dich entscheiden, was sich richtig anfühlt.
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Frage Nr. 40898 von 26.02.2026
40869
Ja, ich habe das selbst erlebt. Ich kam nie gut bei Frauen an, bzw. haben mich Frauen nie attraktiv gefunden.
Es macht mich wütend, traurig und sauer wenn ich andere Paare in der Öffentlichkeit sehe und sie zusammen Spaß haben. Sowas fremdes habe ich nie erfahren, aber möchte die Erfahrung auch machen.
Doch ich bin im Teufelskreis gefangen.... Wenn ich den Versuch wage, dann klappt es nicht. Wenn ich nichts mache passiert auch nichts. Egal was ich tue es klappt nie.
Ich schaue an wie andere Männer sind und versuche wie sie zu reden, ähnliche Hobbies wie sie auszuüben, obwohl mir das kein Spaß macht. Ich überlege ständig was Frauen sexy an anderen Männern finden. Ich vergleiche immer, überlege und passe mich an. Recherchiere viel was Frauen den wollen oder was nicht. Am Ende klappt das Umsetzen und die Recherche nie. Es gibt kaum Wissenschaftliche Erkenntnisse, was man als betroffener den wirklich tun kann. Kann sein das ich nicht tief genug recherchiert habe.
Mir wirkt das ganze Sex Thema wie pures Glück + Aussehen. Die Formel lautet 50% Aussehen +25% Glück + 25% Umfeld (Frauen die offen sind) Das ist die Erkenntnis die ich gewonnen habe. Wenn ein Mann gut aussieht und dann am passenden Ort umgeben von Frauen ist die zufällig Lust haben, dann entsteht was. Aber das ist so selten für jemanden der nicht gut aussieht.
Es kommt bestimmt der Spruch "schaue dir die Menschen auf der Straße an. Sind sie alle hübsch?" Naja, finde viele haben ein ähnliches Attraktivitätsniveau, in Partnerschaften. Die Interessantere Frage wäre doch herauszufinden, warum das Aussehen ein so großer Multiplikator für Anziehung ist?
Ein weiterer Freund sieht sehr gut aus. Trainiert, groß, stylische Tattoos, Halskette, Ringe und passende Kleidung. Sein Six Pack sieht man oft durch die Kleidung. Die Blicke die er von Frauen bekommt sind unglaublich. Er braucht praktisch nie was zu tun. Ich habe ihn auch gefragt, wie er das mit Frauen macht? Er hat mir gesagt, er weiß es selber nicht. Seitdem er angefangen hat zu trainieren hat sich alles für ihn geändert.
Die Antwort auf alles ist Aussehen. Wenn eine Person die nicht attraktiv ist das selbe sagt wie eine Person die nicht attraktiv ist, hat es eine komplett andere Wirkung. Wenn die Attraktive Person etwas sagt wirkt es flirty. Sobald die unattraktive Person das selbe sagt wirkt es komisch und weird.
Ich habe paar eurer Artikel gelesen. Doch es wird viel zu wenig über das Aussehen gesprochen und dessen immensen Einfluss auf Frauen und das das der Schlüssel zum Erfolg bei Frauen ist.
Wenn ich mir die Freunde im Freundeskreis anschaue, sind diejenigen Erfolgreich die dem Muster A entsprechen: Groß, attraktiv, gut gebaut etc. Alles was Körperlich positiv ist.
Muster B ist immer untrainiert: und die haben aus Glück mal ein One Night Stand gehabt und dann Jahre lang nichts. Bei denen läuft es nie... Ich gehöre auf jeden Fall zum Muster B.
Für eine Freundschaft+ zählt das Aussehen umso mehr und bei einem ONS am meisten...
Eine Freundschaft+ wie ich das haben möchte ist enorm unwahrscheinlich. Eine Beziehung vermute ich auch, doch die möchte ich nicht haben. Das passt mir einfach nicht und sehe den Sinn von Beziehungen nicht wirklich. Eine Freundschaft+ wäre perfekt. Man hätte sein Spaß zusammen, ohne Kopfschmerzen. Doch an dieses Luxusbedürfniss "Freundschaft+" oder generell mal Aufmerksamkeit von Frauen zubekommen wäre ein Traum. Doch das bleibt mir verwehrt und ist ein reines Luxusgut / Luxusbedürfniss.
+++
Ergänzende Anfrage: 40898
Ich würde mir von euch Wünschen das ihr mehr auf das Aussehen eingehen würdet und erklären könntet warum das Aussehen der wichtigste Faktor ist.
Zu meiner eigentlichen Frage...
Wie kann ich mit meiner Situation umgehen, dass ich nie gut bei Frauen ankomme, ich nie Sex, Aufmerksamkeit oder ähnliches haben werde, obwohl es leider ein Menschliches Bedürfnis (Luxusbedürfnis) ist?
Ich möchte ein Umgang lernen, dass es einfach nie klappt, was bei mir der Fall ist, da ich extrem schlecht Aussehe.
Welchen Umgang mit der Situation kann ich haben, damit ich das Thema abhacken und damit abschließen kann?
+++
Noch eine weitere Ergänzung: 40898, 40869
Machtgefälle scheint auch ein wichtiger Punt für Frauen zu sein. Wenn ein man alter, weiter im Leben ist reifer, viel im Leben erreicht hat + das "hotte" Aussehen jede Frau liebt, dann hat er auch sehr gute Chancen bei Frauen, auch die viel jünger sind als er. Warum ist das so? Das habe ich noch nie probiert. Könnt ihr mir sagen, wie ich so ein Machtgefälle denn auch erreichen kann? Also meine nicht das Negative sondern würde das als positives Machtgefälle bezeichnen. Es geht nicht um Geld sondern Männer sind ihr im Leben weit voraus, was viele Frauen, ich meine gerade für Frauen die nur mit Mutter aufgewachsen sind, gerne mögen. Das könnte man auch für sich nutzen?
Unsere Antwort
Beim Lesen deiner Nachricht merkt man, wie sehr dich dieses Thema beschäftigt. Wenn man sich Nähe, Zärtlichkeit oder sexuelle Erfahrungen wünscht und gleichzeitig das Gefühl hat, dass es bei anderen scheinbar mühelos klappt, kann das sehr traurig oder auch wütend machen. Mit solchen Gefühlen bist du nicht allein – vielen Menschen geht es zeitweise ähnlich.
Du schreibst auch, dass du andere Männer beobachtest, dich mit ihnen vergleichst und viel darüber recherchierst, was Frauen angeblich attraktiv finden. Gleichzeitig lese ich heraus, dass sich dieses Anpassen für dich nicht wirklich stimmig anfühlt und auch nicht zu dem Erfolg bei Frauen geführt hat, den du dir wünschst. Dass du wahrnimmst, wenn sich etwas für dich nicht richtig anfühlt, kann ein wichtiger Hinweis sein. Vielleicht musst du dich gar nicht so stark anpassen, sondern eher herausfinden, was sich für dich selbst authentisch anfühlt.
Zu deiner Idee mit der „Formel“ aus Aussehen, Glück und Umfeld: Aussehen spielt bei der ersten Anziehung tatsächlich oft eine Rolle. Menschen nehmen zuerst wahr, wie jemand aussieht – das ist ganz normal. Gleichzeitig zeigt sich, dass langfristige Anziehung und sexuelle Attraktivität aus vielen Faktoren entstehen: Ausstrahlung, Humor, Selbstvertrauen, gemeinsame Interessen, Kommunikation, Vertrauen und vieles mehr. Deshalb erleben viele Menschen auch, dass sie jemanden mit der Zeit attraktiver finden als ganz am Anfang des Kennenlernens.
Sexuelle Attraktivität hängt auch stark mit dem eigenen Körpererleben zusammen. Wie fühlst du dich in deinem eigenen Körper? Ausstrahlung hat weniger mit „perfektem Aussehen“ zu tun, sondern mehr damit, wie attraktiv du dich fühlst. Menschen, die sich in ihrem Körper einigermaßen wohl fühlen, senden oft unbewusst Signale von Offenheit oder Selbstvertrauen aus. All das kann beeinflussen, ob andere Menschen eine Person als sexuell anziehend wahrnehmen. In diesem Text findest du einige Ideen dazu, wie du lernen kannst, dich im eigenen Körper wohler zu fühlen.
Ich lese auch heraus, dass du glaubst, dein Aussehen sei der entscheidende Grund für deine bisherigen Erfahrungen. Wenn sich eine solche Überzeugung sehr festsetzt, kann sie selbst zu einer großen Belastung werden. Denn sie führt leicht dazu, dass man sich selbst als „nicht liebenswert“ oder „chancenlos“ wahrnimmt. Solche Gedanken beeinflussen das eigene Verhalten, die Ausstrahlung und das Selbstwertgefühl – manchmal stärker als das Aussehen selbst. Vielleicht interessiert dich dazu dieses Kapitel.
Ein wichtiger Punkt: Der Wunsch nach Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität ist kein Luxusbedürfnis. Für viele Menschen gehört er zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen. Gleichzeitig gibt es leider keine Garantie dafür, dass bestimmte Strategien automatisch zu Sex oder einer Beziehung führen. Strategien können manchmal sogar etwas Berechnendes bekommen – und dadurch einen ehrlichen und authentischen Kontakt eher erschweren.
Zu deiner Frage nach einem „Machtgefälle“ in Beziehungen: In gewisser Weise gibt es in vielen Beziehungen unterschiedliche Formen von Einfluss oder Gestaltungsspielraum. Damit ist nicht unbedingt Manipulation oder Kontrolle gemeint, sondern eher Unterschiede darin, wer in bestimmten Bereichen mehr Möglichkeiten, Ressourcen oder Einfluss hat.
Solche Unterschiede können zum Beispiel entstehen durch emotionale Abhängigkeiten – etwa wenn eine Person größere Angst hat, die Beziehung zu verlieren –, durch finanzielle Ressourcen, durch Wissen, Erfahrung oder Bildung oder auch durch soziale Netzwerke und Unterstützung durch Freund*innen und Familie.
Macht an sich ist also nicht automatisch etwas Negatives. Problematisch kann es jedoch werden, wenn diese Unterschiede sehr groß werden und eine Person dadurch deutlich weniger Freiheit, Sicherheit oder Mitbestimmung erlebt. Viele Menschen erleben Beziehungen deshalb als besonders erfüllend, wenn beide sich möglichst auf Augenhöhe begegnen und Entscheidungen gemeinsam treffen können. Beziehungen bewusst über ein Machtgefälle aufzubauen oder auszunutzen, führt dagegen oft zu schwierigen oder ungesunden Dynamiken. Deshalb würden wir nicht empfehlen, gezielt zu versuchen, eine solche Situation herzustellen.
Vielleicht könnte ein hilfreicher Schritt sein, den Fokus etwas zu verschieben: weg von der Frage „Wie werde ich attraktiv genug für Frauen?“ hin zu Fragen wie:
- In welchen Situationen fühle ich mich selbst attraktiv oder lebendig?
- Welche Interessen und Aktivitäten machen mir wirklich Freude?
Oft entstehen Kontakte, Freundschaften und auch sexuelle Begegnungen eher dort, wo Menschen sich authentisch begegnen können – und nicht dort, wo man versucht, eine Rolle zu spielen oder einer vermeintlichen Formel zu folgen.
Ich hoffe, du kannst mit diesen Gedanken etwas anfangen. Wenn du möchtest, kannst du uns gerne noch einmal schreiben. Gib dann einfach die Nummer deiner Anfrage an.
Diese Antwort gilt auch für die Fragen 40869, 40898 und 40900.
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Frage Nr. 40896 von 26.02.2026
Hallo,
mein Partner und ich sind seit 10 Jahren zusammen. Wegen mehreren Komplikationen während und nach der Schwangerschaft haben wir seit 1,5 Jahren keinen Sex. Deshalb gehört es auch zu seiner Morgenroutine zu masturbieren. Finde ich alles legitim.
Jetzt hat er mir aber gesagt, dass seine schlechte Laune 1. vom Schlafmangel herrührt und 2. verstärkt wird, wenn er nicht jeden morgen seiner Routine folgen kann. Ich kann ersteres verstehen. Aber seine Aggressionen wegen fehlender Selbstbefriedigung am Partner auszulassen finde ich schäbig.
Zumal er selber zugibt, dass es nicht nur die Schuld vom Baby und mir ist, wenn ich morgens dann doch mal früher aufstehe, weil ich das Baby nicht mehr im Bett beschäftigen kann, weil ich Rücksicht nehmen will, sondern auch, weil sein PC streikt oder er einfach keine Lust empfindet (die letzten beiden Punkte kommen wohl häufiger vor als der erste).
Wie soll ich damit umgehen? Was steckt dahinter? Was wären Lösungen? Wie spreche ich sowas an, wenn er sehr empfindlich ist und alles als negativ oder übergriffig sieht? Danke im Voraus.
Ps es geht mir nur darum, dass er dann aggressiv wird und schreit, gereizt etc ist. Er hat das selbst erkannt, meint aber man solle so etwas in solchen anstrengenden Zeiten einfach durchgehen lassen.
Unsere Antwort
Ich probiere mir, die Situation vorzustellen, und merke, dass ich etwas nicht verstehe. Du hast ja kein Problem damit, dass er am Morgen Solosex macht. Das finde ich gut. Offenbar ist das für ihn eine gute Methode, Spannung loszuwerden. Aber wieso hängt das damit zusammen, dass du am Morgen früher aufstehst? Und was hat es mit dem PC zu tun? Meinst du damit, dass er vor dem PC Solosex hat und dass du aus Rücksicht im Schlafzimmer bleibst, bis er mit dem Solosex fertig ist? Vielleicht möchtest du das nochmal genauer beschreiben.
Unabhängig vom Solosex geht es darum, dass er seine schlechte Laune an dir heraus lässt. So wie du ihn beschreibst, rechtfertigt er sein Verhalten und findet es eigentlich okay. Das sehe ich anders: Egal wie gestresst er ist, es ist nicht okay, wenn er die schlechte Laune an dir auslässt. Freilich kann das mal passieren, aber dann sollte man sich nachher entschuldigen und schauen, was man tun kann, damit man seine Emotionen besser in den Griff bekommt.
Jetzt geht es eigentlich darum, dass du im klar sagst, dass du das nicht mitmachst. Ich weiss nicht, wie sehr er bereit ist, darauf einzugehen. Aber was würde er sagen, wenn du ihm sagst, dass euer Kind unter dieser aggressiven Stimmung leidet? Es bringt sicher nichts, wenn du ihm Vorwürfe machst. Du kannst ihm sagen, wie du leidest. Es hilft auch, wenn du Mitgefühl für ihn hast. Offenbar leidet er. So wie du ihn beschreibst, ist er mit den Nerven möglicherweise am Ende. Da braucht er Unterstützung.
Meine Meinung ist, dass ihr beide Unterstützung braucht. Ich fände es daher eine gute Idee, wenn du dich an eine Familienberatungsstelle wendest. Du könntest dich selbst beraten lassen, oder du könntest deinen Partner auch vorschlagen, dass ihr zusammen hingeht. Ich glaube, dass das jetzt kein Luxus wäre. Denn ihm geht es nicht gut, dir geht es nicht gut, und eurem Kind geht es auch nicht gut damit.
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Frage Nr. 40869 von 19.02.2026
Was passiert mit einem der nie Interesse, Aufmerksamkeit, nähe, Komplimente, Sex oder ähnliches von Frauen erlebt hat? Wirklich noch nie. Was passiert mit der Person psychologisch?
M30
Unsere Antwort
Das kommt sehr darauf an, wie die Person ihre Situation selbst erlebt und bewertet. Manche Menschen kommen gut damit zurecht und empfinden keinen grossen Leidensdruck. Andere bedauern es zwar, können aber trotzdem insgesamt zufrieden mit ihrem Leben sein. Wieder andere leiden deutlich stärker darunter. In solchen Fällen kann das Selbstwertgefühl sinken, oder die Person zieht sich immer mehr zurück. Manche reagieren mit Überanpassung und dem inneren Druck, „perfekt“ sein zu müssen, um endlich geliebt zu werden. Andere entwickeln eher Abwehrhaltungen oder resignieren innerlich.
Hast du das selbst erlebt? Und wie geht es dir damit? Falls du dir selbst eine Beziehung wünschst, interessieren dich vielleicht unsere Tipps im Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen. Du kannst uns auch gerne wieder schreiben. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40850 von 18.02.2026
Hallo Team,
ich bin ein 29-jähriger Mann. In den vergangenen Monaten habe ich intensiv darüber nachgedacht, wie ich romantische Gefühle und Paarbeziehungen betrachte, nachdem ich ein Gespräch mit meinem Bruder geführt hatte. Seitdem verspüre ich ein anhaltendes Bedürfnis, meine eigene Sichtweise vor mir selbst zu rechtfertigen. Auf der Suche nach anderen Perspektiven bin ich auf Ihre Website gestoßen und habe Ihre Texte als bemerkenswert präzise und differenziert empfunden, was mich dazu ermutigt hat, Sie um eine externe Einschätzung zu bitten.
Im vergangenen Herbst schlugen mein Bruder und seine Partnerin bei einem Abendessen spontan vor, ein Treffen zu zweit zwischen mir und einer alleinstehenden Freundin meiner Schwägerin zu arrangieren, obwohl ich nie erwähnt hatte, aktiv nach einer Freundin zu suchen. Ich lehnte ab und erklärte, dass ich nicht versuche, „für eine Beziehung einzukaufen“. Mein Bruder bestand recht nachdrücklich darauf, dass ich es zumindest versuchen sollte, und argumentierte, mir fehle die Erfahrung und ich würde allein enden, wenn ich meinen bisherigen Weg fortsetze. Seine Partnerin äußerte sich etwas behutsamer und meinte, wenn ich nicht bald eine Freundin finde, könnte das meine Möglichkeiten einschränken – insbesondere im Hinblick auf langfristige Pläne wie die Gründung einer Familie.
Obwohl mir bewusst ist, dass ihre Absichten fürsorglich waren, hat mich das Gespräch verunsichert. Tatsächlich bin ich der Einzige in meinem engen Umfeld, der noch nie eine romantische Beziehung hatte, was mich bis dahin nicht besonders gestört hatte. Ähnliche Bemerkungen meiner Mutter ließen mich zusätzlich erkennen, dass sich Menschen in meinem Umfeld offenbar ernsthaft Sorgen darüber machen, dass ich noch Single bin. Da diese Kommentare von Personen kommen, die mir nahestehen, hatte ich das Gefühl, ihre Bedenken ernst nehmen zu müssen – auch wenn ihre Herangehensweise sich für mich nicht stimmig anfühlt.
Um meine Perspektive zu verdeutlichen: Ich habe mehrfach das erlebt, was ich als echte romantische Gefühle bezeichnen würde. Diese äußerten sich in einem aufrichtigen Wunsch, Zeit mit einer bestimmten Person zu verbringen, mein Leben mit ihr zu teilen, Intimität aufzubauen und langfristiges Potenzial zu erkunden. In den letzten Jahren kam es jedoch nicht zu einer Beziehung, da die Frauen, für die ich solche Gefühle entwickelte, bereits in einer Partnerschaft waren. Es fällt mir sehr schwer, objektiv zu beschreiben, welche Eigenschaften diese Frauen hatten. Subjektiv schienen sie jedoch häufig eine ähnliche Denkweise und eine ähnliche „Energie“ zu haben; ich empfand sie als respektvoll und vertrauenswürdig, und ich hatte das Gefühl, dass wir sehr gut miteinander harmonierten.
Schwierig ist für mich, dass solche Gefühle nicht häufig entstehen. Bei manchen Frauen – auch wenn sie freundlich, attraktiv oder interessant sind – empfinde ich schlicht keine besondere romantische Neigung. Ich kann sie als Menschen schätzen, aber ich kann mir kaum vorstellen, eine Beziehung ohne dieses intuitive Gefühl von Verbundenheit zu beginnen. Wenn ich es hingegen erlebe, fühlt sich der Kontakt natürlich und stimmig an; Neugier und Nähe entwickeln sich organisch. Erst dann habe ich das Gefühl, dass eine romantische Beziehung eine positive Bereicherung meines Lebens wäre. Ohne dieses Empfinden weiß ich nicht, wie ich mich verhalten sollte, da ich keinen spezifischen Wunsch verspüre, mehr Zeit mit der Person zu verbringen oder ihr körperlich nahe zu sein.
Bis vor Kurzem vertraute ich diesem Ansatz. In anderen Lebensbereichen hat das Folgen echter Interessen meist zu sinnvollen Entwicklungen geführt – auch wenn das nicht zwingend bedeutet, dass romantische Beziehungen genauso funktionieren sollten. Ich war der Ansicht, dass ich nur dann eine Beziehung eingehen möchte, wenn ich für eine konkrete Frau Gefühle entwickle, die den oben beschriebenen ähneln. Schließlich entsteht das Bedürfnis nach einer Beziehung für mich erst aus dem romantischen Empfinden für eine bestimmte Person. Authentizität ist mir wichtig, und ich fühle mich moralisch unwohl dabei, aus rein explorativen oder strategischen Gründen eine Beziehung einzugehen. Zudem habe ich einmal romantisches Interesse erlebt, das sich für mich unauthentisch anfühlte – als würde ich lediglich als Option geprüft werden –, was mein Unbehagen gegenüber einem „Auswahl“-Denken verstärkt hat.
Gleichzeitig leugne ich nicht, dass ich mit der Veränderung meines sozialen Umfelds zunehmend Einsamkeit empfinde. Ich weiß jedoch nicht, ob Einsamkeit zwangsläufig bedeutet, dass ich aktiv nach einer Beziehung suchen sollte – unabhängig von konkreten Gefühlen für eine bestimmte Person. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Beziehung ohne echte Verbindung dieses Bedürfnis nicht erfüllen würde. Dennoch frage ich mich, ob ich mich stärker auf die Zukunft vorbereiten sollte, insbesondere im Hinblick auf mögliche zunehmende Einsamkeit. Würde ein strategischeres Vorgehen mich langfristig glücklicher machen? Wenn ich mich umsehe, scheinen romantische Beziehungen oft die dauerhaftesten und tiefsten Bindungen im Erwachsenenleben zu sein. Dennoch fällt es mir schwer, die Idee zu akzeptieren, bewusst eine Beziehung anzustreben, bevor sich echte Anziehung entwickelt – da sich das für mich so anfühlt, als würde ich Absichten erklären, die ich nicht authentisch empfinde, und implizit signalisieren, dass ich zu einer strategischen Wahl bereit bin.
Was mich besonders beschäftigt, ist die Andeutung meines Bruders, meine Sichtweise könne übermäßig rigide oder naiv sein. Auf Ihrer Website erwähnen Sie, dass Anziehung sich auch allmählich entwickeln kann, dass anfängliche starke Gefühle nicht zwingend notwendig für eine erfüllende Beziehung sind und dass man Dinge mitunter mehrfach ausprobieren sollte, bevor man entscheidet, dass sie nichts für einen sind. Das bringt mich dazu, zu hinterfragen, ob das, was ich als „Intuition“ bezeichne, tatsächlich eine treffende Wahrnehmung von Kompatibilität ist – und somit relevant –, oder lediglich Verliebtheit. Gleichzeitig fällt es mir schwer, mir vorzustellen, wie es eine positive Erfahrung sein könnte, mich – selbst versuchsweise – auf eine Beziehung einzulassen, wenn ich von Anfang an das Gefühl habe, dass die Verbindung nicht ausreichend ist. Eine weitere Schwierigkeit beim aktiven Dating sehe ich in der impliziten Erwartung, objektive Gründe anführen zu müssen, wenn man eine anständige Person ablehnt, statt einfach keine echte Verbindung zu empfinden.
In den vergangenen Monaten hat dieses Nachdenken zu einer gewissen inneren Unruhe geführt und mein früheres Selbstvertrauen verringert. Ich frage mich, ob ich unrealistisch bin, ob ich wichtige Gelegenheiten verpasse oder ob mein Weg schlicht anders und langsamer verläuft als der vieler Menschen in meinem Umfeld.
Zusammenfassend lauten meine Hauptfragen: Erscheint Ihnen mein Verständnis von Anziehung kohärent und gesund? Und wie kann ich über diese Themen reflektieren, ohne mich selbst zu verraten, mich innerlich zu verschließen oder in Grübelschleifen zu geraten?
Unsere Antwort
So wie du schreibst, wirkst du sehr reflektiert und ehrlich mit dir selbst. Du setzt dich damit auseinander, was du fühlst – und was eben nicht. Das ist sehr stark.
Du beschreibst auch, dass bei dir der Wunsch nach einer Beziehung mit einer Person erst entsteht, wenn eine echte Verbundenheit für dich fühlbar ist – nicht aus dem Wunsch, „eine Beziehung haben zu müssen“. Das ist grundsätzlich gesund. Viele Menschen erleben das ähnlich: Ohne innere Resonanz fühlt sich Nähe nicht authentisch an.
Gleichzeitig ist nachvollziehbar, dass dich die Rückmeldungen aus deinem Umfeld verunsichern. Wenn nahestehende Menschen andeuten, man würde Chancen verpassen oder später allein bleiben, entsteht schnell Druck. Dahinter steht ein gesellschaftliches Ideal: Die Paarbeziehung gilt als Norm, und wer Single ist, wirkt auf andere rasch „unvollständig“. Das ist jedoch eine kulturelle Vorstellung und gesellschaftlich konstruiert. Wir von Lilli sehen das nicht so.
Gerne teile ich auch einen weiteren Gedanken mit dir:
Zwischen „Ich spüre gar nichts“ und „Ich fühle sofort tiefe Verbundenheit“ oder „Ich bin sofort stark verliebt“ liegt ein breites Spektrum. Manche Beziehungen beginnen mit intensiver Anziehung, andere mit ruhiger Neugier, die sich erst im Kontakt vertieft. Offen zu sein, etwas Neues oder Anderes auszuprobieren, bedeutet nicht, dass du gleichzeitig deine Maßstäbe komplett aufgeben oder dich „verraten“ musst. Du kannst – wenn du möchtest – kleine Schritte machen. Zum Beispiel, indem du ausprobierst, dich mehrmals mit einer Person zu treffen und schaust, ob ein kleines Gefühl von Verbundenheit entsteht oder nicht. Ohne dich dabei zu irgendetwas zu verpflichten.
Du schreibst auch, dass du dich manchmal einsam fühlst. Es ist gut, dass du dich selbst so aufmerksam wahrnimmst – dadurch kannst du dieses Gefühl ernst nehmen. Wie geht es dir in deinen Freund*innenschaften? Vielleicht gibt es Wege, dein soziales Netz unabhängig von einer romantischen Beziehung zu stärken. Vielleicht interessiert dich dazu dieser Text.
Vielleicht hilft dir auch folgendende Frage:
Willst du deine Haltung vor deinem Umfeld verteidigen, das dir gewissermaßen Druck macht? Das ist verständlich – und es ist völlig okay, dir keinen Druck machen zu lassen. Gleichzeitig gibt es einen Mittelweg: dir selbst treu bleiben und zugleich neue Dinge ausprobieren.
Entscheidend ist weniger das Tempo im Vergleich zu anderen, sondern ob du dich innerlich stimmig erlebst. Du bist auf einem spannenden Weg der Selbsterkundung. Ich hoffe meine Gedanken helfen dir ein bisschen weiter. Bei Fragen kannst du mir gerne nochmal schreiben. Dann gebe die Nummer dieser Antwort an.
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Frage Nr. 40839 von 15.02.2026
Liebes Team,
ich bin auf einer Feier im Bekannten- & Freizeitkreis mit einer Frau ins Gespräch gekommen; wir kannten uns bereits flüchtig, man hat sich gegrüßt, aber nie so intensiv. Nach der Feier haben wir direkt angefangen zu schreiben. Ich habe schon bald ein Treffen vorgeschlagen, sie wenige Tage später ein zweites. Bis zum dritten Treffen verging etwas mehr Zeit, wir haben uns in der Zwischenzeit aber nicht exklusiv im Gruppenrahmen gesehen. Wir schreiben in der Zwischenzeit sehr viel: sie schreibt mir jeden Morgen, wünscht mir einen guten Morgen & einen guten Start in den tag, erzählt auch über den Tag verteilt wie ihr Tag war, was sie macht. Ich spiegel dass dann. Durch das Schreiben fühlt es sich sehr intim schon an, gerade auch, dass sie jeden Morgen an mich zu denken scheint.
Sie hat neulich ein weiteres Treffen zu zweit vorgeschlagen. Vorsichtige Berühungen, wie kurzes Streifen, andere kleine Berührungen, eher spielerisch, ist sie nicht ausgewichen, hat sie aber auch nicht erwidert, so dass ich nicht das Gefühl hatte, einen Schritt weiterzugehen zu können & wollen. Wie schon beim zweiten Treffen war sie auch durch Arbeit zwischenzeitlich ablenkt, Blicke auf ihr Handy und auch die Gespräche drehten sich zum Teil darum. Und auch ein bisschen ärgerlich, weil ich mir extra für sie Zeit eingeräumt habe - auch wenn ich sehe, das sie es versucht zu begrenzen.
Mir sind ihre Intentionen nicht klar. Das Offline Verhalten und das intensive Kontakthalten online passen für mich nicht zusammen. Das eine geht für mich klar über eine Freundschaft hinaus. Im realen Leben ist sie auch zugewandt und lässt mich direkt an ihrem Leben teilhaben, aber es stagniert. Das Problem ist: wenn ich es wie ihr in https://www.lilli.ch/erwartung_art_beziehung schreibt, «Was soll das mit uns deiner Meinung nach werden?» und doch klar wird, das wir andere Absichten verfolgen, dann ensteht eine komische Schieflage, weil wir uns ständig im Freizeitbereich über den Weg laufen werden und da auch an gemeinsamen Projekten arbeiten - fast ein bisschen so, als wäre sie eine Arbeitskollegin.
Wäre es vielleicht eine Möglichkeit die Treffen nicht nur auf Spazieren und was Essen auszulagern, sondern mal nach Hause einladen, z.B. zum Kochen?
(m, 29)
Unsere Antwort
Ich kann verstehen, dass es dich verunsichert, dass sie sich offline zurückhaltender verhält, als online. Es kann sein, dass sie sich schriftlich sicherer fühlt, als im direkten Kontakt. Und es kann auch andere Gründe haben. Dass sie online immer wieder deine Nähe sucht und dort auch eher mal die Initiative ergreift, und dich zum Beispiel nach einem weiteren Treffen gefragt hat, ist aber auch ein Zeichen für ihr Interesse an dir.
Du hast das bisher schon gut gemacht, dich mit kleinen Berührungen langsam heranzutasten, und zu schauen, wie sie reagiert. Und es ist ein guter nächster Schritt, sie mal zu dir nach Hause einzuladen. Wichtig ist, ihr auch immer wieder die Möglichkeit zu geben, den nächsten Schritt zu machen. Das haben wir im Text Wie gewinne ich jemanden für mich? genauer beschrieben. Hast du ihn schon gelesen?
Du kannst auch die Tatsache nutzen, dass sie sich online beim Schreiben sicherer fühlt. Du könntest ihr zum Bespiel schreiben, wie sehr dir das letzte Treffen gefallen hat, oder wie sehr du die Zeit zu zweit mir ihr geniesst. So zeigst du ihr dein Interesse, ohne direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Und kannst wiederum sehen, wie sie reagiert und ob sie dir ähnliche Dinge antwortet.
Natürlich besteht trotzdem ein gewisses Risiko, dass sich am Ende herausstellt, dass ihr unterschiedliche Dinge voneinander wollt. Und ja, das kann erstmal unangenehm sein. Aber Klarheit zu haben ist langfristig entspannter, als dauerhaft nicht zu wissen, woran du bist.
Falls du sie noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir auch die Texte im Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen. Dort findest du viele weitere Tipps. Du kannst uns auch wieder schreiben. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40812 von 10.02.2026
Hallo,
ich habe eine etwas seltsame Frage.
Ich date seit ein paar Wochen vermehrt und habe bemerkt, dass es Personen gibt, die eigentlich "objektiv", also von Charakter und Interessen her, eigentlich gut zu mir passen würden.
Jedoch stellt sich bisher bei diesen nicht so ein Gefühl bei mir ein, dass ich "mehr" will als freundschaftlichen Kontakt, mir Sex mit ihnen vorstellen kann oder ich Gefühle von Anziehung oder Verliebtheit verspüre (wenn man es umgangssprachlich formulieren will: es grüßt die gute alte Friendzone).
Ich tue mich ein bisschen schwer damit, den betreffenden Personen zu sagen, dass es für mich nicht so passt für eine Beziehung, weil ich das eben nur an meinem Gefühl und nicht an irgendeinem objektiven Punkt festmachen kann.
Ich habe dann ein massiv schlechtes Gewissen und das Gefühl, dass ich der anderen Person Unrecht tue.
In meinem Kopf tauchen dann auch Sätze auf wie "Warum machst du das? Gib ihm noch eine Chance. Dein Handeln ist nicht nachvollziehbar. Du wirst eh nie jemand passenden finden", auch wenn ich weiß, dass da gefühlsmäßig bei mir "nichts zu machen" ist.
Ich weiß grundsätzlich aber schon, was Verliebtheit ist, und war auch schon mehrmals in meinem Leben verliebt bzw. hatte Crushes, also daran kann es nicht liegen.
Wie kann ich mit dieser Situation besser umgehen und kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich so empfinde?
Und wie kann ich es gut kommunizieren, dass es für mich nicht passt, ohne jemand allzu sehr zu verletzen?
w25, date Männer
Unsere Antwort
Ich finde dein Handeln nachvollziehbar. Es kann gut sein, dass jemand einen passenden Charakter und Interessen hat, und doch ist die Anziehung nicht da, die es für eine Liebesbeziehung bräuchte. Gleichzeitig gibt es natürlich auch andere Vorstellungen von Beziehungen, die eher auf Vernunft als auf Verliebtheit beruhen. Aber so wie ich dich verstehe, entspricht das nicht deiner Einstellung. Du möchtest mit jemandem eine Beziehung führen, zu dem du dich hingezogen fühlst. Und das ist okay.
Natürlich gibt es Fälle, wo sich Anziehung erst nach vielen, vielen Begegnungen zeigt. Falls das bei dir so sein sollte, wirst du das merken. Im Moment kannst du nur einschätzen, wie es gerade ist. Du kannst nicht in die Zukunft blicken. Möglicherweise wollt ihr weiterhin Zeit miteinander verbringen – oder nicht. Vielleicht trefft ihr euch in einigen Jahren wieder, und da funkt es auf einmal doch. Das alles kannst du jetzt nicht wissen. Du könntest dich aber etwas genauer befragen. Freundschaft und Liebesbeziehung sind sehr grobe Begriffe. Worauf hast du Lust mit diesem Mann und worauf nicht? Wiedersehen? Kino? Umarmen? Freunden vorstellen? Das sind manchmal hilfreichere Überlegungen als Freundschaft oder Liebesbeziehung.
Wenn du ausschließlich freundschaftliche Gefühle für jemanden hast, wieso solltest du dich auf eine Liebesbeziehung mit ihm einlassen? Glaubst du, das wäre wirklich besser für ihn als ihm zu sagen, woran er bei dir ist? Manchmal spielen uns unsere Gedanken da einen Streich. Es ist wichtig, das auf den Prüfstand zu stellen.
Deine Gedanken sind abwertend dir gegenüber. Das macht mich neugierig, woher das kommt. Vielleicht möchtest du uns dazu mehr erzählen. Partnersuche ist für viele Menschen ein herausforderndes Lebensthema, und es ist angebracht, gut zu schauen, mit wem du dir das vorstellen kannst.
Vielleicht übersehe ich etwas, aber ich sehe in deiner Beschreibung eine junge Frau, die klar spürt, was sie möchte. Das ist viel wert. Vertraue darauf.
Du bist niemandem deine Zuneigung schuldig. Deine Zuneigung zu einer Person ist ein Geschenk, das du verteilen kannst. Niemand hat ein Anrecht darauf.
Es ist sehr mitfühlend von dir, dass du der anderen Person schonend beibringen möchtest, dass du dir keine Liebesbeziehung vorstellen kannst. Gehe mal davon aus, dass dein Gegenüber auch ein Interesse daran hat, zu wissen, woran er ist. Du tust ihm also nichts an, sondern du stellst ihm eine wertvolle und wichtige Information zur Verfügung. Schau mal, ob dir diese Haltung hilft, um dir zu überlegen, wie du es aussprechen kannst.
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Frage Nr. 40739 von 25.01.2026
Hallo Lilli,
ich (w) hab den klassischen Fehler begangen von warum soll er die Kuh kaufen wenn er die Milch umsonst bekommt.
Bin seit Jahren mit einem Mann verbunden, der alles bekommt was man von einer Freundin bekommt. Er gibt mir allerdings dasselbe, nur ein Label als Partnerin, das bekomme ich nicht...
Soll ich die Nähe kürzen um ihn zu einer Entscheidung zu zwingen, wenn die Milch nicht mehr umsonst ist und er die girlfriend experience ohne Label bekommt, dann kauft er vllt die Kuh (metaphorisch gesprochen)...
Danke für einen Tipp!
Unsere Antwort
Du hast dich wohl schon entschieden. Du suchst eine Partnerschaft. Der Mann mit dem du verbunden bist, lässt sich darauf nicht ein. Für dich passt das nicht mehr. Jetzt ist es eine gute Idee, die Entscheidung herauszufordern. Allerdings musst du auch damit rechnen, dass er «die Kuh nicht kauft», sondern anderswo weitersucht. Wenn du das ertragen kannst, ist dein Plan gut. Vielleicht siehst du auch ein, dass deine Bedürfnisse inzwischen so stark zu kurz kommen, dass du darunter leidest. Jeder Einsatz für dich und deine Bedürfnisse ist richtig.
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Frage Nr. 40631 von 08.01.2026
Hallo, ich W(17) bin in einer Kennenlernphase mit einem Mann (18). Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob man in unserer Situation noch von einer Kennenlernphase sprechen kann, oder ob wir schon in einer Beziehung sind. Wir sind beide die Art von Menschen, die darüber nicht sprechen, sondern einfach im Moment leben. Zwischen uns ist alles perfekt. Wir verstehen und super. Nun habe ich ein paar Fragen. In der Vergangenheit habe ich schon einige Erfahrungen mit Typen gemacht. Ich hatte bereits mehrere One Night Stands, deswegen kenne ich es eigentlich nur, dass Typen mit mir schlafen wollen, aber so wie ich es mit meiner Kennenlernphase gerade erlebe, ist es etwas völlig anderes. Das zwischen uns ist echt und emotional, nicht nur Sex. Das merkt man daran, dass wir bei unseren Dates uns kaum getraut haben, den ersten Schritt zu machen und den anderen z.B. zu küssen. Mittlerweile sind wir aber schon weiter, wir schlafen schon beieinander, haben aber noch nicht miteinander geschlafen. Ich denke wir warten beide. Da komme ich zu meiner ersten Frage, wenn man mit jemanden in einer Kennenlernphase ist und wie in unserer Situation jetzt, wir sind gemeinsam im Bett gelegen und hatten einen sehr intensiven langen Kuss, wo keiner von uns aufhören wollte. Wir haben uns immer fester angegriffen, jedoch nicht an intimen Stellen. Ich denke davor hat er zu viel Angst, mich z.B. am Po oder Brüste anzufassen. Bei diesem Kuss waren wir sehr eng beieinander, immer enger und fester zueinander gerückt. Der Kuss war nicht so schnell und hektisch sondern langsam und intensiv. Ist das ein Zeichen dafür, dass er Lust auf mich hat, z.B. mit mir zu schlafen? Kommt dieses Gefühl bei Männern, auch wenn sie schüchtern und respektvoll sind, weil sie nichts falsch machen wollen? Bei mir kam dieses Gefühl, ich wollte es, aber wir sind nicht weitergegangen.
Unsere Antwort
So wie du schreibst, merkt man total, dass ihr euch Zeit lasst und euch richtig gut versteht. Es wirkt, als wäre euch beiden das, was zwischen euch passiert, wichtig – und das ist echt schön.
Zu deiner Frage: Es kann gut sein, dass er sich einfach nicht traut. Dass er dich nicht an Po oder Brust anfasst, heißt nicht, dass er keine Lust hat. Oft steckt dahinter Unsicherheit und der Wunsch, nichts zu überstürzen oder kaputtzumachen. Viele trauen sich ohne klare Signale der anderen Person nicht weiterzugehen, weil sie Angst haben, zu viel zu sein oder jemanden zu verlieren.
Wichtig ist dabei auch: Dein eigenes Gefühl zählt genauso. Wenn du gemerkt hast „Ich wollte es“, dann ist das völlig okay. Wenn du dir mehr Nähe wünschst, darfst du das sagen oder auch selbst den ersten Schritt machen – wenn es sich für dich richtig anfühlt.
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Frage Nr. 40626 von 07.01.2026
Liebes Lilli-Team
Ich (w37) stehe im Moment bei zwei Themen an. Einerseits habe ich offenbar Gefallen an meiner Chefin gefunden. Wir haben nicht nur das übliche Machtgefälle, sondern zusätzlich kommt dazu dass ich in einer beruflichen Wiedereingliederung bin. Es fällt mir auf, dass sie in 1 3/4 Jahren die dritte Person ist, bei der ich das erlebe. Einerseits freut mich das, da ich gesundheitlich schwierige Zeiten erlebte und offenbar mir trotzdem noch Frauen positiv auffallen und mir gefallen, andererseits überfordert mich die Situation. Ich hatte 2 Beziehungen mit Männern. Mein Ex war sehr einfühlsam, mitfühlend und fürsorglich. Eigenschaften die für mich eher weiblich sind, wobei das klar mit mir zu tun hat und natürlich jeder Mann diese Eigenschaften genau so haben kann (und möglichst haben sollte). Jedenfalls ging mir nach der Trennung der Gedanke durch den Kopf dass ich vielleicht auch auf einzelne Frauen stehen könnte.
Was mich stört ist, dass ich diese ersten beiden Frauen nicht angesprochen habe, also mir selbst die Chance genommen habe, ihre Reaktion zu sehen.
Wie verhalte ich mich am besten in der aktuellen Situation? Niemand weiss von dieser. Ich möchte keine meiner Freundinnen fragen, da ich mir selber noch nicht im klaren darüber bin, ob ich nun auf Frauen und Männer stehe, oder was genau Sache ist.
Das zweite ist mein Kinderwunsch. Ich bin single, möchte aber unbedingt zumindest probieren schwanger zu werden. Was sagt ihr zur privaten Samenspende? Natürlich kommt nur jemand gesundes und sympathisches als Spender infrage.
Vielen Dank für eure Antwort und eure Arbeit
Unsere Antwort
So wie du schreibst, hast du gerade einige persönliche Themen, die dich beschäftigen. Gleichzeitig befindest du dich in einer sehr vulnerablen Situation, da ist es gut, dass du achtsam mit dir umgehst.
Zunächst einmal: Du bist mit diesen Gefühlen nicht allein. Es kommt vor, dass Menschen überraschend Interesse am gleichen Geschlecht entwickeln. Das kann phasenweise auftreten, oder du merkst, dass du – obwohl du dich lange als heterosexuell gesehen hast – regelmässig andere Frauen sexuell attraktiv findest. Deine Erfahrung ist also nichts Ungewöhnliches. Du musst nicht sofort Klarheit über deine sexuelle Orientierung haben. Es ist völlig in Ordnung, dir Zeit zu lassen, um herauszufinden, was für dich passt. Viele Menschen erleben ihre Sexualität als etwas Fluides und nicht absolut Festgelegtes. Falls du irgendwann das Gefühl hast, ein Label (wie bisexuell oder pansexuell) könnte dir helfen, kannst du das wählen – und wenn sich deine Gefühle ändern, darf sich auch das Label ändern. Letztlich geht es darum, dass es sich für dich richtig anfühlt. Vielleicht interessiert dich dazu dieser Text.
Dass du dir rückblickend wünschst, die früheren Frauen angesprochen zu haben, ist gut nachvollziehbar. Gleichzeitig lohnt es sich, das nicht als verpasste Chance, sondern als Teil deines Lernprozesses zu sehen. Vielleicht warst du damals innerlich noch nicht bereit und hattest noch nicht das innere Verständnis für dich.
Wie du schreibst, fühlst du dich aktuell von deiner Chefin angezogen. Hier ist natürlich Vorsicht geboten, denn es besteht ein doppeltes Gefälle – sie ist deine Vorgestzte und obendrein bist du in der Wiedereingliederung und in einer verletzlichen Situation. Am Arbeitsplatz spielen Machtverhältnisse eine Rolle, und eine Verliebtheit in eine Vorgesetzte kann sowohl emotional belastend als auch beruflich riskant sein. Für deine Chefin könnte es gegebenenfalls strafrechtlich relevant sein, da es von Gerichten so ausgelegt werden könnte, dass sie deine Notlage ausnutzt. Wir von Lilli wissen, dass Macht durchaus attraktiv machen kann und dass es sinnvoll ist zu unterscheiden, ob man die Person selbst liebt oder die Aura der Autorität. In jedem Fall würden wir dir raten, keinen vorschnellen Annäherungsversuch zu unternehmen, solange du in einem so vulnerablen Verhältnis zu ihr stehst.
Dein zweites Anliegen betrifft deinen Kinderwunsch und deine Fragen zur privaten Samenspende. Bei der privaten Samenspende ist es wichtig zu wissen, dass sie rechtlich nicht dasselbe ist wie eine Samenspende über eine Klinik oder Samenbank. Ich weiss nicht, ob du aus Deutschland oder der Schweiz schreibst, deshalb versuche ich, beide Seiten kurz zu beleuchten. In Deutschland ist eine (offizielle) Samenspende für Single-Frauen über eine Klinik grundsätzlich möglich. Dort ist der Spender rechtlich abgesichert: Er gilt nicht als Vater und hat keine Unterhalts- oder Sorgerechtsansprüche. Gleichzeitig hat das Kind später das Recht, seine Herkunft zu erfahren.
Bei einer privaten Samenspende (z. B. über Freunde oder Bekannte) ist das anders: Der Spender kann rechtlich als Vater gelten, auch wenn es anders abgesprochen wurde. Das kann Unterhalt, Erbrecht und mögliche rechtliche Auseinandersetzungen betreffen.
In der Schweiz ist die Situation nochmals enger: (offizielle) Samenspenden sind dort nur für verheiratete Paare erlaubt. Für Single-Frauen bleibt offiziell nur der Weg ins Ausland oder eine private Lösung. Auch hier gilt: Bei einer privaten Samenspende wird der biologische Vater rechtlich als Vater betrachtet – mit allen Konsequenzen für beide Seiten.
Private Samenspende kann für einige Menschen durchaus eine Option sein. Aber ich würde dir sehr empfehlen, dich rechtlich und medizinisch beraten zu lassen, damit du deinen Wunsch möglichst sicher und tragfähig umzusetzen kannst. Wenn dich die offizielle Samenspende in Deutschland interessiert, findest du auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung alle Infos, die du brauchst. Besonders empfehle ich dir auch die Seite Familyship: Dort findest du viele Informationen, positive Erfahrungsberichte sowie auch Stolpersteine von Menschen mit Kinderwunsch in unterschiedlichen Lebenslagen – ob Single, homosexuelle Paare oder bereits Eltern.
Vielleicht geht es im Moment weniger darum, schnelle Antworten auf alle deine Themen gleichzeitig zu finden, als darum, dass es dir innerlich gut geht. Du stehst an mehreren Übergängen gleichzeitig – beruflich und emotional. Du darfst dir dafür Zeit geben.
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Frage Nr. 40614 von 05.01.2026
Hallo ich bin weiblich 24 Jahre alt und bin gerade in eine Beziehung mit meinem besten Freund die Beziehung geht schon 1 Jahr alles stimmt wie es soll aber in letze Zeit öffnete er mir auch das er es sexual anregend Find wenn er sich auf öffentlichen Orten endblösst und masturbiert oder dass er etwas mit den Jungs machen würde...später hat er mich auch gebeichtet das er Kinder Pornografie anguckt und es ihm gefällt
Ich weiss nicht was ich darüber denken soll ich habe mir eigentlich meine Zukunft mit ihm vorgestellt aber meine Gedanken lassen mich nicht ruhen ist er wird verwirrt will er nur Experimentieren
Oder ist es etwas anderes ich würde mich sehr über eine Antwort freuen da ich ratlos bin und langsam fast angst kriege
Unsere Antwort
Der Konsum von Kinderpornografie (Art. 197 StGB Schweiz) ist eine Straftat, die zu hohen Strafen führen kann. Ebenso ist auch Exhibitionismus (Art. 194 StGB Schweiz) strafbar. Du überlegst dir, ob dein Freund in einer Experimentierphase ist. Nun sieht das Strafgesetzbuch kein (strafloses) Ausprobieren vor. Zudem ist dein Freund wahrscheinlich in einem ähnlichen Alter wie du. Er ist erwachsen und für seine Handlungen verantwortlich.
Es gibt etliche Personen, die sich mit ihren sexuellen Fantasien im Bereich der Illegalität aufhalten. Die Fantasien sind nicht verboten. Wenn aber eine Person merkt, dass sie sehr handlungsnah fantasiert, sollte sie sich professionelle Hilfe holen. Das Präventionsprojekt «Kein Täter werden» (Link Schweiz; Link Deutschland) bietet im Bereich sexuelle Handlungen mit Kindern /Kinderpornografie Unterstützung an. Mit unseren Informationen möchten wir dich unterstützen, deine Bedenken ernst zu nehmen. Möglicherweise ist deinem Freund der Ernst seiner Handlungen nicht bewusst. Überleg du dir, welche Sicherheiten du von ihm brauchst, damit dein Vertrauen wieder wachsen kann. Über die solltest du dann mit ihm verhandeln.
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Frage Nr. 40593 von 17.12.2025
Hallo,
Ich hätte gerne eine Beziehung (oder auch unverbindlichen Sex), allerdings habe ich große Schwierigkeiten damit, mir Kontakte zu anderen Menschen zu suchen. Ich verbringe selbst die Mittagspause auf der Arbeit allein im Büro und esse da etwas (und nicht im Pausenraum), weil der Gedanke an ein Gespräch mit einem Kollegen opder einer Kollegin mich zu sehr stresst. (Das liegt an meinen Kollegen, das sind nette Leute.) Und meine Wohnung zu verlassen, nur um an einen ort zu gehen, an dem ich allein unter Fremden bin, liegt mir völlig fern. :( Was kann ich tun? Datingapps finde ich ehrlich gesagt noch schlimmer.
Unsere Antwort
Der Wunsch nach Nähe, Beziehung oder auch unverbindlichem Sex ist sehr verständlich. Gleichzeitig klingt aus dem, was du beschreibst, viel Stress und Überforderung im Kontakt mit anderen Menschen. Wenn die Mittagspause mit Kolleg:innen oder der Gedanke, allein unter Fremden zu sein, viel Anspannung auslöst, dann ist es absolut nachvollziehbar, dass Dating oder Dating-Apps sich noch belastender anfühlen. Mit dir ist damit nichts falsch – dein System scheint einfach sehr schnell auf soziale Situationen mit Stress zu reagieren.
Beziehung entsteht in solchen Fällen selten dadurch, dass man sich „zusammenreißt“ oder sich zum Dating zwingt. Oft ist es hilfreicher, zuerst dort anzusetzen, wo wieder mehr Sicherheit und Wohlbefinden entstehen können – zum Beispiel im eigenen Alltag oder in einzelnen, überschaubaren Begegnungen, die nicht sofort auf Nähe oder Dating hinauslaufen. Für viele Menschen ist es eine wichtige Ressource, sich mit sich selbst und im eigenen Körper sicherer zu fühlen. In diesem Text findest du Anregungen dazu, wie das gelingen kann. Wenn du magst, kannst du dir außerdem unser Kapitel zum Thema Dating anschauen – dort findest du Anregungen und Gedanken, die dir Orientierung geben können, ganz ohne Leistungsdruck.
Mich würde interessieren, ob du Menschen in deinem Leben hast, bei denen du dich sicher fühlst – Freund:innen, Bekannte, vielleicht einzelne Kolleg:innen. Solche bestehenden Kontakte können ein guter Ausgangspunkt sein, ganz ohne Leistungsdruck.
So wie du schreibst, klingt es nicht zwingend so, als müsstest du sofort professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn du aber merkst, dass soziale Situationen dich stark einschränken oder viel Leidensdruck verursachen, kann es sehr entlastend sein, dir dabei Unterstützung zu holen. Wenn du noch weiter Fragen hast kannst du mir gerne nochmal schreiben. Gin dann bei der Frage diese Nummer an.
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Frage Nr. 40564 von 12.12.2025
Ich bin männlich, 30 und Autist. Ich hatte noch nie eine Liebesbeziehung, der Wunsch nach einer solchen wird bei mir aber immer stärker. Ich sehe mich als bisexuell, suche aber ausdrücklich eine Beziehung zu einer Frau.
Dating überfordert mich. Ich habe verschiedene Dating-Portale ausprobiert, erfolglos. Es gibt sogar Portale, auf denen man Personen nach Einkommen filtern kann. Da ich selber IV-Rentner bin und Einkommen leider für viele Frauen ein Kriterium ist, fliege ich da zuverlässig raus. Auf spezialisierteren Dating-Portalen hingegen ist die Auswahl schlicht zu klein, oder es hat keine Leute aus der Gegend. "Analog" treffe ich stets nur auf Frauen, die in stabilen Langzeitbeziehungen sind.
Gleichzeitig habe ich nicht wirklich eine Ansprechperson in der Sache. Verwandte und Bekannte von mir nehmen die Thematik entweder nicht ernst oder sind mit der Fragestellung überfordert.
Gleichzeitig habe ich Zweifel, ob meine Bedürfnisse überhaupt legitim sind. Es ist keineswegs so, dass ich mich Frauen in einer Weise aufdrängen möchte, die als übergriffig rüberkommt. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, denn schon dreimal wurde ich von Frauen zu Unrecht der sexuellen Belästigung bezichtigt. Dabei ging es stets um den sogenannten "Autistic Stare", den ich nicht wirklich kontrollieren kann, nicht sexuell konnotiert ist und sich grundsätzlich an jede*n richten kann; unabhängig davon, ob ich die Person attraktiv finde oder nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn: Was empfehlt ihr mir?
Unsere Antwort
Deine Situation ist herausfordernd. Deine Erfahrungen mit den Belästigungs-Beschuldigungen zeigen dir, dass Offenheit wichtig ist. Missverständnisse sind beim Dating sowieso häufig. Du hast schon rausgefunden, wo bei dir der Missverständnis-Bereich liegt. Überleg mal, wie früh du bei einem Date über dich und deine Besonderheiten aufklären kannst. Dein Date kann dich dann einschätzen und muss dich nicht (falsch) interpretieren.
Wo du eine Partnerin findest, können wir dir nicht sagen. Wir sind sicher, dass du alle Dating-Apps bereits gefunden und geprüft hast. Du hast dabei erfahren, dass du zwar viele Personen angeboten bekommst, aber keine Passenden. Möglicherweise könntest du dir deine Spezialinteressen zunutze machen. Bist du auf einem Gebiet besonders interessiert oder hast besondere Fähigkeiten? Gibt es Frauen, die ähnliche Interessen haben? Oder Frauen, denen dein Spezialinteresse nützlich sein könnte? In welchen Räumen findest du Gleichgesinnte? Unter Gleichgesinnten ist die Kontaktaufnahme leichter und vielleicht entsteht auch ein Date.
Du möchtest ja eine tiefe Beziehung. Darum solltest du konkret nach ‚passenden‘ Personen suchen. Was zeichnet dich aus? Bist du direkt und klar? Such nach einer Frau, die das schätzt. Brauchst du oft Ruhe, klare Absprachen oder Verständnis? Deine Bedürfnisse solltest du klar kommunizieren. Dann kann auch deine mögliche Partnerin ihre Bedürfnisse formulieren. Das könnte ein Vorteil für beide Seiten sein. Dein Ziel könnte sein, aktiv nach Menschen zu suchen, die deine Besonderheiten besonders schätzen und nicht eine stereotype Beziehung führen wollen. Im Moment nimmst du vor allem wahr, was alles nicht klappt. Das ist verständlich, macht das Dating aber nicht besser. Wenn du das Wissen über deine Beziehungsmöglichkeiten und -wünsche schärfst, kannst du konstruktiv an die Sache rangehen und kokret nach einer passenden Person suchen. Schau mal, ob du unsere Tipps im Kapitel «Beziehung eingehen» geben, so anpassen kannst, dass sie dir nutzen.
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Frage Nr. 40562 von 11.12.2025
40352
Hallo,
ich habe paar eurer Ratschläge umgesetzt und habe meine Einstellung gegenüber mir selbst geändert (bin netter zu mir selbst . bin offener für das Gegenüber und interessiere mich für die Person) und merke, dass ich im Alltag mit Freunden leichter ins Gespräch komme, mehr rede, interessierte dem gegenüber bin und der vibe viel besser ist. Auch wenn es nur Männer Gespräche waren. Gehe entspannter durch das Leben.
Die Inspiration war euere Antwort auf meine Frage 40290, wo ihr viel über Ausstrahlung und Einstellungen geschrieben habt. Danke, dafür!
Tatsächlich macht die Ausstrahlung einiges aus, viel mehr als ich dachte.
Ich habe angefangen zu malen und versuche noch abzunehmen.
Das Buch "Klappts" ist auch sehr gutes Buch und mache ab und zu die Übungen.
Was bei mir trotzdem noch bleibt, ist das Gefühl das ich bei Frauen immer noch nicht ankomme.
Ich habe enorm lange nicht mehr mit Frauen gesprochen, also persönlich und lerne nie Frauen im Alltag kennen. Anschreibe und Dating Apps sind sehr frustrierend, weshalb ich die meide. Aber ich bin auch nicht mehr offen dafür, Frauen kennenzulernen, weil ich immer die selben Erfahrungen gemacht habe. Dating Apps nie Matches, anschreiben kommen immer die selben Antwort wie "Habe eine Freund", "Kein Interesse"...
Für mich sehr unmotivierend dann weiter zu machen. Aber was anderes bleibt mir nicht übrig? Its a numbers game, oder? Meine damit das ich es sehr oft den Schritt wagen muss, Frauen anzusprechen und nur sehr selten funktioniert es? Und eventuell sollte ich Frauen in meiner Liga, also mit meiner 2/10 Attraktivität daten? Also vom Aussehen her? Einfach akzeptieren wie ich bin und das beste aus mir machen, auch wenn ich nicht so gut aussehe und nicht so interessant bin wie andere Männer, die viel besser sind als ich?
Eventuell sollte ich Frauen daten, die Wurzeln außerhalb Deutschlands haben? Glaube da versteht man sich einfach viel besser beziehungsweise habe ich mich mit Frauen mit Wurzeln außerhalb Deutschlands besser verstanden und die stehen eventuell eher auf Inder als Deutsche Frauen?
Unsere Antwort
Erstmal ein grosses Lob! Ich finde klasse, was du alles schon umgesetzt hast. Und es freut mich sehr, dass du selbst auch schon Unterschiede feststellen konntest. Weiter so!
Der nächste Schritt ist jetzt also, langsam wieder mit Frauen in Kontakt zu kommen. Ich finde es eine gute Idee, die Dating Apps und das Anschreiben erstmal zu pausieren. Das scheinen nicht die richtigen Mittel für dich zu sein, und dich eher runterzuziehen und zu demotivieren.
Stattdessen möchte ich dir vorschlagen, dir in den nächsten Wochen das Ziel zu setzen, einfach nur mit Frauen ins Gespräch zu kommen. Ohne Hintergedanken und ohne, dass es auf Dating hinauslaufen soll. Ganz einfach Gespräche, damit du dich langsam wieder an den Kontakt mit Frauen gewöhnen kannst.
Wo kannst du Frauen treffen? Eine gute Möglichkeit dafür ist ein neues Hobby. Überleg mal, welches neue Hobby du anfangen könntest, das in Gruppen stattfindet, in denen Männer und Frauen teilnehmen. Das könnte zum Beispiel ein Sprachkurs sein oder auch ein Tanzkurs. In manchen Städten findest du auch Buchclubs, Dungeons & Dragons Gruppen oder Abende, an denen man gemeinsam Brettspiele spielt. Oder wenn du angefangen hast zu malen, hast du ja vielleicht Lust einen Malkurs zu besuchen. Es gibt auch Events, die zum Beispiel in einer Bar organisiert werden und bei denen man dort gemeinsam den Abend verbringt und malt. Überleg mal, was du gerne machst, und was dir Spass machen könnte. Und dann schau dich um, was bei dir in der Umgebung angeboten wird.
Viel Spass dabei und ich bin gespannt, was du dann zu berichten hast.
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Frage Nr. 40557 von 11.12.2025
Hallo Lilli,
danke für eure Antwort auf 40497 und die Bestärktung fachlichen Rat zu holen.
Leider steht meine Familie Psychotherapie nicht sehr offen gegenüber, aus persönlicher Erfahrung, dass es schon geschadet hat.
Die Bücher die ihr nennt kenne ich beide, ich habe zudem alle von der National Vulvodynia Association empfohlenen Bücher auf Englisch gelesen und in der Unidatenbank die Fachartikel herausgesucht.
Ich habe auch gesehen, dass ihr in eurer Bücherliste das Kopfschmerzen im Becken-Buch empfehlt. Das ist ein tolles Buch, aber für Laien sehr schwer, selbst ich als Wissenschaftlerin hatte damit meine Probleme, weil ich es als erstes gelesen hatte.
Besser finde ich für Einsteiger das Buch von Renate Bruckmann "Unter der Gürtellinie- Urogenitale Beschwerden körpertherapeutisch verstehen und behandeln". Das hat mehr oder weniger den gleichen Ansatz, ist aber viel leichter zu verstehen. Auch sind Tipps zur Selbstbehandlung drin. Falls ihr das in die Liste aufnehmen wollt. Es geht auch nicht nur um Schmerzen, sondern auch um Erektionsstörungen etc.
Aber zu wissen was zu tun ist und es umzusetzen sind leider oft zwei Paar Stiefel, und da komme ich oft nicht so gut klar. Das Nervensystem reagiert leider eigenwillig...
Ihr hattet mich auch gefragt, ob ich die Beziehung überhaupt noch will oder inzwischen ambivalent bin... das hat mich zum Nachdenken angeregt. Habt ihr das gefragt, weil andere in meiner Situation die Beziehung beendet hätte, weil sowas nicht geht und ich einfach zu tolerant bin? Dass sowas eigentlich gar nicht geht und ich das nur nicht erkannt habe?
Viele Grüße und Danke
Unsere Antwort
Danke für den Buchtipp. Das Buch schauen wir uns gern an!
Ja, Wissen und Umsetzen sind zwei Dinge. Leider sind wir Menschen ein träges System, das sich nur sehr langsam bewegt. Daher finde ich es umso wichtiger, kleine Veränderungen in Richtung zu etwas Gutem sehr hoch zu bewerten und Rückschläge als normal zu akzeptieren. Auch wenn das schwer ist. Dafür finde ich eben Achtsamkeit so unglaublich gut.
Als Psychotherapeutin habe ich diese Erfahrung gemacht: Ein Aha-Erlebnis in der Therapie wirkt viel seltener nach, als wir das uns wünschen. Es braucht das tägliche Praktizieren. Hast du ein tägliches Programm - z.B. 20 Minuten Yoga am morgen, oder 10 Minuten Meditation? U.s.w. Meine Erfahrung ist, dass derartige tägliche Routinen helfen, unser Nervensystem zu beruhigen. Täglich von neuem. Was machst du regelmässig?
Was deine Beziehung angeht: Ich finde es müssig, zu überlegen, was eine andere Person in deiner Situation machen würde. Denn du bist einzigartig, und du hast deine ganz persönlichen Gründe, warum du in der Beziehung bist. Wir Menschen sind ein Potpourri aus unterschiedlichen Bedürfnissen, die sich nicht selten ziemlich in der Quere stehen. Du könntest für dich auflisten, welche Bedürfnisse die Beziehung erfüllt und welche nicht.
Die Frage ist auch: Was sind wir bereit, zu tolerieren, um ein bestimmtes Bedürfnis zu stillen? Oft verbleiben Menschen in Beziehungen, weil sie damit ein Bedürfnis nach Sicherheit stillen – weil das Vertraute sicherer ist als das Fremde, und weil Alleinsein sich unsicherer anfühlt. Dafür sind sie bereit, viel in Kauf zu nehmen: Sie passen sich an und stecken Bedürfnisse zurück, die eher in die Kategorie Autonomie/Selbstverwirklichung gehören.
Je nach Lebensphase sind unsere Bedürfnisse unterschiedlich. Das Bedürfnis nach Sicherheit kann in bestimmten Phasen ganz gross sein, das Bedürfnis nach Autonomie oder das Bedürfnis nach Exploration in anderen sehr hoch. Und auch die Entwicklung unserer Selbstsicherheit beeinflusst, wie hoch unser Bedürfnis danach ist, die Sicherheit von extern zu holen.
Eine entscheidende Frage ist noch: Wie viel Liebe findest du, dass du verdient hast? Wie liebenswert findest du dich? Viele Menschen haben einen eher niedrigen Selbstwert. Sie haben selbst-kritische und selbst-abwehrende Stimmen. Und so eine Stimme kann dann natürlich auch sagen: "Du hast es nicht besser verdient". "Keiner würde dich wollen". "Du musst nehmen was du kriegst". "Eigentlich solltest du bestraft werden", und so weiter. Die Ursachen hierzu liegen in der Kindheit. Wir haben dazu einen Text geschrieben, der dich vielleicht inspirieren könnte.
Alles Gute fürs neue Jahr!
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