Frage Nr. 41017 von 23.03.2026
Hallo, ich bin eine Frau, 17 Jahre alt. Ich habe seit ich denken kann sexuelle Handlungen an sich selbst von meinem Vater mitbekommen. Ich bin in Therapie deswegen, jedoch lebe ich noch zu Hause und sehe meinen Vater jeden Tag. Manchmal wenn ich ihn sehe fühle ich mich sexuell "erregt". Dieses Gefühl werde ich nur mit masturbation los. Ich habe Albträume über das was ich mitbekommen habe. Wieso werde ich erregt? Ist das Angst oder habe ich gelernt das dass so normal ist? Wie kann ich das loswerden auch ohne Therapie?
Unsere Antwort
Zu deinem Thema haben wir den Text «Sexuelle Erregung bei einem Übergriff» geschrieben. Lies ihn doch bitte. Sexuelle Handlungen bringen sexuelle Erregung mit sich. Dabei ist es ganz egal, ob Zwang im Spiel ist oder die Handlung gegen den Willen einer Person geschieht. Dein Vater hat dich über Jahre mit seinen Handlungen sexualisiert. Diese Erfahrung zeigt sich jetzt manchmal bei dir als sexuelle Erregung - sozusagen aus Gewohnheit. Wichtig ist, dass du deine Erregung nicht bezweifelst. Du hast Albträume. Das Verhalten deines Vaters ist nicht normal für dich. Es macht dir Angst. Um die Erfahrungen zu bewältigen, gehst du in Therapie. Wichtig ist auch, dass du nicht beginnst, gegen deine sexuelle Erregung zu kämpfen. Die willst du ja nicht loswerden. Du möchtest den Einfluss deines Vaters verringern. Also brauchst du eine eigenen sexuelle Welt. Es ist in der Sexualität genauso wie in allen anderen Bereichen des Erwachsenwerdens. Mit der Zeit löst man sich von seinen Eltern und entwickelt Eigenständigkeit. Wenn die Eltern stark eingewirkt haben, braucht man dazu etwas mehr Aufwand. Zu starke Wirkung haben Eltern wenn sie sehr streng sind, aber auch, wenn sie ihr Kind überstimuliert haben.
Für die Entwicklung von sexueller Eigenständigkeit haben wir diese Website gemacht. Du findest also viele Infos und Anregungen für deine Entwicklung. Hier drei Beispiele: «Wie funktioniert sexuelle Erregung?», «Sexuelle Erregung bei einem Übergriff - warum?», «Wie komme ich mit meinen sexuellen Fantasien besser klar?». In jedem Text findest du weiterführende Links. Unser Rat ist: Wenn du dich mit deiner Sexualität und deinen Beziehungswünschen beschäftigst, mach dir klar, dass es um dein Eigentum geht. Akzeptiere, dass du ab und zu durch unangenehme Reize sexuell erregt wirst. Nimm das nicht so ernst. Mach dich selbständig.
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Frage Nr. 40977 von 17.03.2026
Ich wende mich mit einer Beobachtung an dich. Mir ist aufgefallen, dass ich immer wieder in Erschöpfungszustände gerate bei Prüfungs- oder Konfliksituationen. Zudem habe ich mit Prüfungsangst zu kämpfen.
Mir ist dann aufgefallen, dass dies vermutlich von zuhause kommt. Meine Eltern haben immer irgendein Problem. Meine Mutter ist auch immer erschöpft. Mein Vater ist immer im Tun. Früher als Kind musste ich beispielsweise teilweise Freunden absagen, um mit ihm die Hausaufgaben zu machen. Später durfte ich nicht in die Ferien gehen, da ich für die Prüfungen lernen musste. Wenn ich eine selbstverschuldete schlechte Note hatte, bekam ich nur Vorwürfe.
Meine Mutter war ständig überfordert. Mein Vater hat dann bis ins Erwachsenenalter mit den Lehrern sprechen wollen. Das ist alles für mich sehr schwierig. Ich merke, wie ich in verschiedenen Bereichen immer nach ihren Regeln und Vorstellungen verlief. Ich merke wie mich dieses Muster belastet, da ich mir vermutlich unbewusst immer Druck mache und auch immer wieder Versagensängdte habe.
Von aussen höre ich immer wieder das mein Vater streng ist und das ich mich emanzipieren muss. Ich weiss aber nicht so recht was ich tun kann. Als ersten Schritt bin ich ausgezogen. Dennoch habe ich das Muster in mir. Ich habe auch das Gefühl meine Meinung wird gar nicht wirklich gehört. Wenn ich sage, dass ich beispielsweise müde/erschöpft bin dann höre ich von nichts kommt nichts oder ähnliche Aussagen. Es fällt mir daher auch schwer mich durchzusetzten. Was kann ich tun und wieso sind meine Eltern so?
Unsere Antwort
Deine Eltern haben ihre eigene Geschichte, die ich nicht kenne. Darin wirst du die Antwort finden auf die Frage, warum sie so sind. Entscheidend ist, dass du sehr leidest unter deiner eigenen Geschichte. Es geht darum, dass du dich von dieser Geschichte emanzipiert. Es ist ein guter Schritt, dass du ausgezogen bist. Aber deine Eltern schwingen in dir noch mit.
Wenn du schreibst, dass deine Meinung gar nicht wirklich gehört wird, dann frage ich dich, von wem? Wer sagt, dass von nichts nichts kommt? Welche anderen Bezugspersonen hast du neben deinen Eltern? Das wäre sicher ein wichtiger Schritt, dass du anfängst, auf andere Meinungen zu hören. Wer sagt, dass dein Vater streng ist? Wie stehen diese Leute zum Thema von nichts kommt nichts? Wie stehen sie zur Frage, ob man wer weiss nicht was alles erreichen muss – oder ob man einfach sein darf, und so wie man ist, ist man gut?
Wenn du dir andere Meinungen anhörst, wird dir das helfen, zu relativieren, was dein Vater sagt. Vielleicht hilft das schon. Vielleicht merkst du aber auch, dass du das Muster nicht los wirst. Dann würde ich dir eine Therapie empfehlen. Das sollte bei einer Therapeutin sein, die sich mit interpersonellem Trauma auskennt – und vielleicht eine Weiterbildung in hypnosystemischer Therapie oder Ego States-Therapie hat.
Wir haben übrigens Texte geschrieben über subtile Gewalt in der Familie. Das ist es eigentlich, womit du zu kämpfen hast. Ich empfehle dir darum, dass du diesen Text liest und auch die Texte, auf die er verlinkt.
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Frage Nr. 40914 von 03.03.2026
Ich bin 17 Jahre alt, weiblich und erlebe gewalt durch einen security der an einem bahnhof arbeitet in einer stadt wo ich fast täglich bin. Ich weiss nicht was ich tun soll. Ich kenne mehrere leute denen er dinge angetan hat..
Und noch eine andere Frage was kann ich tun wenn ich ständig anrufe und Nachrichten bekomme mit sätzen wie zb. " schneid dir die pulsschlagªder auf" usw.
Unsere Antwort
Als erstes würde ich dir raten, dich an eine Beratungsstelle für Opfer von Gewalt zu wenden. Die können mit dir zusammen einen genauen Plan erarbeiten, was du tun kannst. Eine Strafanzeige bei der Polizei wäre auch sinnvoll. Dort solltest du aber unbedingt klar machen, dass du Schutz brauchst. Kennst du die anderen Leute, denen er Gewalt antut? Vielleicht könntet ihr euch zusammentun und gemeinsam zur Beratungsstelle oder zur Polizei gehen? Wichtig ist, dass du nicht allein handelst. Gewalt braucht Öffentlichkeit. Der Security kann seine Gewalt nur ausüben, so lange sich niemand wehrt. Wenn eine Gruppe Betroffener auftritt, der Arbeitgeber informiert wird und ein Strafverfahren eingeleitet wird, hört er wahrscheinlich mit seinen Gewalttaten auf. Wenn du dich allein wehrst, könnte es sein, dass er Wege findet, dich einzuschüchtern. Geh dieses Risko nicht ein!
Die Nachrichten die du bekommst, sind nervig und machen Angst. Gehen sie auch auf das Konto des Security? Das Wichtigste ist: Lass dich auf keinen Fall beeinflussen! Denk nicht darüber nach, die Nachrichten zu befolgen! Sammle sie als Beweismittel. Dokumentiere sie mit Absender, Datum und Uhrzeit. Auch in dieser Frage kann dich eine Opferhilfeberatungsstelle unterstützen. Bei der Polizei kann man z.B. Strafanzeigen gegen Unbekannt machen, wenn du nicht weisst, wer dir schreibt.
Für deine beiden Fragen gilt: Such eine Gemeinschaft (Beratungsstelle, andere Opfer, Familie, Freund*innen etc.), die dich unterstützt und schützt! Wehr dich wirkungsvoll, d.h. so offiziell (Polizei, Arbeitgeber d. Täters etc.) wie möglich. Ausführliche Infos findest du in unseren zwei Kapiteln «Gewalt erlebt» und «Stalking und Cyberstalking».
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Frage Nr. 40892 von 25.02.2026
was ist die definition von cybergrooming
Unsere Antwort
«Cybergrooming» ist ein englischer Begriff. Von Cybergrooming ist die Rede, wenn Erwachsene Kinder und Jugendliche im Internet gezielt mit sexuellen Absichten kontaktieren. Ziel sind virtuelle oder echte sexuelle Handlungen mit den Kindern oder Jugendlichen. Manchmal nützen sie ein Fake Profil und geben sich als Gleichaltrige aus. Der Begriff Cybergrooming kommt aus dem Englischen: to groom = putzen, sich zurechtmachen. Die lockere Bedeutung ist das «Vorbereiten» oder «Zurechtstutzen» eines Opfers. Die Vorsilbe Cyber- heisst einfach, dass es online stattfindet. Mehr über Cybergrooming erfährst du in diesem Text.
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Frage Nr. 40868 von 19.02.2026
Ich habe eine Frage ich habe oft Sex mit meinem Freund obwohl ich es nicht will, er kommt und will immer und ich draue mich dann nicht nein zu sagen, der grund wieso ich nicht mit ihm sex will ist weil er immer so grob ist und es einfach weh tut. Ich habe aber Probleme damit Nein zu sagen und auch so sprach Schwierigkeiten ich stottere. Ich weiss nicht was ich machen soll ich habe das gefühl ich komme nicht mehr da raus
Unsere Antwort
Was glaubst du, was passieren würde, wenn du Nein sagst? Und was glaubst du, was passieren wird, wenn du weiterhin mitmachst?
Manchmal sind bestimmte Bedürfnisse so stark, dass wir etwas, was eigentlich sinnvoll wäre, nicht tun. Welchen Sinn erfüllt es für dich, nicht Nein zu sagen? Bist du der Überzeugung, dass du dann mehr geliebt wirst oder er bei dir bleibt?
Es ist wirklich wichtig, dass du deinem Freund mitteilst, wie es dir geht rund um euren Sex. In einer gegenseitig wertschätzenden Beziehung ist es allen Beteiligten wichtig, dass es allen gut geht. Gehen wir mal davon aus, dass dein Freund sich nicht über deinen Willen hinwegsetzen möchte. Dann wäre er vielleicht total erschrocken darüber, dass der Sex dir weh tut und möchte dazu beitragen, dass sich das ändert.
Wie ist denn eure Beziehung sonst? Wo fällt es dir leicht, Nein zu sagen? Wie verständigt ihr euch sonst? Ist da das Stottern auch schwierig oder wird das mehr, wenn du besonders aufgeregt bist?
Eine erste Möglichkeit, um dir etwas Zeit zum Nachdenken zu verschaffen wäre auch, eins eurer nächsten Treffen abzusagen. Dann kommst du gar nicht in die Situation ja oder nein zu Sex zu sagen. Ich kann mir vorstellen, dass das leichter fällt.
Du kannst uns einfach wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40864 von 19.02.2026
Weshalb sind Vergewaltigungsfälle nicht immer und grundsätzlich strafbar, sondern nur bei Opfern im Alter bis 12J.? - Wenn eine Vergewaltigung erst nach 30 Jahren bewiesen werden kann (beispielsweise durch Filmmaterial, neue Zeugenaussagen usw.) , egal ob das Opfer dann noch lebt, sollte die Tat doch bestraft werden können, egal wie alt das Opfer zur Tatzeit war?
Unsere Antwort
Verjährungsfristen spiegeln vor allem die gesellschaftliche Meinung. In der Schweiz und in Europa haben fast alle Straftaten Verjährungsfristen. Unverjährbar ist in der Schweiz nur die Verfolgung sexueller oder pornografischer Straftaten an Kindern vor der Pubertät. Dies wurde aufgrund der sogenannten «Unverjährbarkeits-Initiative» möglich, die von der Bevölkerung angenommen wurde. Vergewaltigung muss in der Schweiz innerhalb von 10 Jahren angezeigt und innerhalb von 15 Jahren rechtskräftig beurteilt werden. Mord verjährt nach 30 Jahren.
In Deutschland sind Mord, Völkermord und bestimmte Kriegsverbrechen absolut unverjährbar. Dies beruht auf den Erfahrungen aus den Weltkriegen. Für Vergewaltigung gilt eine Verjährungsfrist von 20 Jahren.
Das europäische Parlament berät gerade darüber, ob sexueller Missbrauch von Kindern unverjährbar werden soll.
Du siehst, die Rechtslage ist in verschiedenen Ländern unterschiedlich. Die Tendenz geht dahin, die Verjährungsfristen für schwere Sexualstraftaten zu verlängern, damit auch eine spätere Bestrafung möglich ist.
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Frage Nr. 40811 von 10.02.2026
40416 - Ich habe seit ein bis zwei Monaten Sexualität allein gefunden, die schön ist, ohne Gewalt, nicht wehtut, sondern mit Lust und Neugier zu tun hat. Ein Gefühl, meinen Körper zurückzubekommen.
Vor zwei Tagen war aber irgendwas und ich war stattdessen zurück in dem in unlogischer Aneinanderreihung kamen seine Sätze/ Bilder.
Bitte kürzen: [...]
Am Folgetag war ich nicht richtig da, es war, wie durch einen Sumpf zu waten, durch ganz viel Nebel hindurch zu versuchen, bei der Arbeit nicht aufzufallen. Am Abend hat der Körper unwillkürlich gezuckt/ gekrampft.
Ich war gleichgültig/ taub vorher, aber habe den Eindruck dass die Epstein files doch mehr mit mir machen. Es ist so häufig. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Und immer noch empören sich Männer, wenn man diese Dinge (ausserhalb von dem konkreten Kontext sie zB dem Fall Pélicot) anspricht. Es wird so getan als seien es tragische Einzelfälle. Geglaubt wird den Betroffenen nicht. Folgen für die Täter hat es in der riesigen Mehrzahl nicht. Ich fühle mich demgegenüber machtlos. Es macht es auch nicht einfacher, mir selbst zu glauben/ mich ernst zu nehmen. Gerade fühle ich mich auch in meinem
Körper ekelhaft: es ist zu viel da. Zu viel Angriffsfläche, zu viel Sichtbares.
Ich fühle mich irgendwie mutlos gerade, weil Jahre an Therapie, aber richtig an das Thema komme ich nie, traut sich scheinbar niemand und ist wohl auch berechtigt mit dem Risiko der Destabilisierung. Aber es fühlt sich an als würde sich kaum etwas bewegen. Ich weiss nicht wie weiter.
Unsere Antwort
Wie schön, dass es dir gelungen ist, deinen Körper lustvoll und neugierig zu erkunden und erleben. Wir raten dir zum Weiterüben, trotz deiner aktuellen Mutlosigkeit und deinem verständlichen Ohnmachtsgefühl.
Du hast recht. Häufig wird Täterschaft nicht zur Verantwortung gezogen und bestraft. Es gibt immer noch Menschen und Institutionen, die Täterschaft mehr schützen als Opfer. Das kann aber nicht der Grund sein, dass du aufhörst zu lernen.
Du schreibst, dir ist die Erfahrung gelungen, dich ohne Gewaltanwendung sexuell zu erregen. Herzlichen Glückwunsch! Du merkst, dass du auf dem richtigen Weg bist. Nun ist (andauernde) Gewalterfahrung sehr prägend. Darum ändern sich die durch sie hervorgerufenen Gefühle und Verhaltensformen weder schnell noch leicht. Jede erarbeitete Änderung ist zunächst mal labil. Störungen, wie die genannten Medienberichte, können wie Trigger wirken. Alte Gefühle und Verhalten tauchen wieder auf. Es kann sich so anfühlen, als würden die Traumafolgen sich regelrecht an dich klammern. Lass dich dadurch nicht einschüchtern.
Du hast schon lange Therapie gemacht. Geh davon aus, dass du «richtig» an deinem Thema dran bist. Du kannst deine Situation sehr gut beschreiben. Du ahnst, dass Destabilisierung ein Risiko ist. Dir sind selbständig angenehme Körpererfahrungen gelungen. Das sind die «richtigen« Sachen. Du bist verständlicherweise ungeduldig. Ungeduld ist leider selten ein hilfreiches Gefühl. Sie lenkt deine Aufmerksamkeit auf Wünsche, deren Erfüllung in einer unbekannten Zukunft liegen. Deine Lebensrealität verliert dann an Wert. Deine Leistung, dein Einsatz, deine Mühe - alles umsonst. Wenn deine Ungeduld mithilft, deine Ziele im Auge zu behalten und Schritt für Schritt deinen Selbstwert aufzubauen, wäre sie nützlich. Es lohnt sich, zu akzeptieren, dass Heilung von komplexen Traumatisierungen lange dauert. Die Wunden brauchen zur Heilung viel Zuwendung, Verständnis und Fürsorge.
Also: wende dich wieder deinem Körper und deiner Sexualität zu. Es gibt nichts Wichtigeres als dich! Wenn dich die Medienberichte und die aktuellen gesellschaftlichen Realitäten wieder mutlos machen, such nach den Fortschritten. Die Epstein-Files werden z.B. veröffentlicht. Das war lange nicht sicher. Jetzt können wir uns alle empören und die Kraft nutzen, Veränderungen in Gang zu setzen. Mme Pélicot hat uns den Satz: «Die Scham muss die Seiten wechseln» geschenkt. Du kannst dich für den Satz einsetzen, indem du deine Scham gehen lässt. Dann kann sie den Weg auf die richtige Seite finden. Und du wirst dich ohne die Täterschafts-Scham auch anders fühlen. Auch hier müssen wir wohl alle akzeptieren, dass die gesellschaftlichen Veränderungen zum Wohl und zum Schutz der Opfer Zeit brauchen. Ungeduld hilft hier leider auch nicht. Mit Geduld dranbleiben hilft.
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Frage Nr. 40577 von 15.12.2025
Anmerkung zu eurer Antwort zu Frage Nr. 40561:
Wenn eine Person etwas nicht wollte und es wurde trotzdem (also gegen ihren Willen) gemacht, dann ist es doch Gewalt, oder?
Die Person schreibt, auch wenn es ihr danach „gefallen“ hat: Das könnte man auch zB so verstehen, dass eine ungewollte sexuelle Handlung an ihr zu sexueller Erregung oder einem Orgasmus geführt haben könnte. Auch dann wäre es immer noch eine ungewollte Handlung und somit Gewalt, oder?
Ich stelle die Fragen auch zu meinem eigenen Verständnis, ich bin nicht die ursprüngliche Fragestellerin.
Unsere Antwort
Vielen Dank, dass du uns darauf aufmerksam machst. Es wurde tatsächlch etwas gegen den Willen der fragenden Person gemacht. Und das bleibt natürlich Gewalt. Wir hatten die Frage falsch verstanden und gingen davon aus, dass die fragende Person ihre Meinung zu der sexuellen Handlung geändert hätte.
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Frage Nr. 40571 von 13.12.2025
Ich bin 18 Jahre alt und weiblich. Ich habe letzte Woche etwas Belastendes erlebt. Ich habe mich mit einem Typen getroffen, den ich aus dem Internet kannte. Mein Handy hatte nur noch 1% und ich konnte es nicht aufladen. Meine Freunde machten sich Sorgen, da ich nicht erreichbar war und riefen meine Eltern an und erzählten ihnen was ich machte. Mein Vater sagte ihnen "ich mache immer wieder Probleme". Als ich später nachhause kam, sah ich Notize auf der stand, dass er sehr viel für mich getan habe und dies so nicht gehe. Am nächsten Morgen nahm ich all meinen Mut zusammen und ging zu ihm um mit ihm zu sprechen. Er sagte mir, er werde erst mit mir sprechen, wenn Mutter da ist. Er reagierte auch nicht, als ich sagte es sei nichts passiert. Ich schäme mich total dafür und frage mich teilweise ob etwas mit mir falsch ist, dass ich mich mit Typen treffe oder Sachen mache und es meinen Eltern nicht sage. Habe ich etwas falsch gemacht? Ist etwas falsch mit mir?
Unsere Antwort
Nein, du hast nichts falsch gemacht und es ist auch nichts falsch mit dir. Du bist volljährig und darfst selbst entscheiden, wann und mit wem du dich treffen möchtest. Und du entscheidest auch, mit wem du darüber sprechen möchtest und was du lieber für dich behältst. Es ist absolut ok, wenn du deinen Eltern nichts davon erzählen möchtest.
Was das Ganze so belastend macht, ist nicht dein Verhalten, sondern die Reaktion deines Vaters. Er wollte dir ein schlechtes Gewissen machen, indem er dir erst diesen Brief geschrieben und dich dann mit Schweigen bestraft hat. Das ist nicht ok. Es ist nachvollziehbar, dass deine Eltern sich Sorgen gemacht haben, aber das rechtfertigt nicht, dich abzuwerten und dir das Gefühl zu geben, "immer Probleme zu machen". Ich empfehle dir, einmal diesen Text zu lesen. Er hilft dir, genauer zu erkennen, womit dir deine Eltern nicht gut tun. Und dieser Text hilft dir dabei, dich davon zu emanzipieren. Das Ablösen vom Elternhaus dauert in der Regel lange und vielleicht möchtest du dir zu irgendeinem Zeitpunkt in deinem Leben Unterstützung dabei holen.
Kannst du mit deinen Freund*innen über diese Situation sprechen? Haben sie Verständnis für dich? Dann kannst du vielleicht auch mit ihnen besprechen, wie ihr in Zukunft mit einer ähnlichen Situation besser umgehen könnt.
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Frage Nr. 40561 von 11.12.2025
wenn ich etwas zuerst nicht wollte, das dann aber trotzdem gemacht wurde und ich habe es schön gefunden, ist das dann auch Gewalt? Ich bin 15 Jahre alt
Unsere Antwort
Nein, dann ist es keine Gewalt. Wenn jemand mit dir Sex machen wollte und du nicht willst, darf diese Person keinen Sex mit dir machen. Wenn du es dir dann anders überlegst und das auch deutlich sagst, dann macht ihr ja einvernehmlich Sex. Ihr wollt es beide. Und du sagst, du hast es schön gefunden. Es ist also alles in Ordnung. Wichtig ist, dass du übst, eindeutig Ja oder Nein zu sagen.
Wenn du zuerst willst und Ja sagst und erst später merkst, dass du nicht weiter mitmachen willst und dein*e Partner*in hört nicht auf, wären das Gewalt, bzw. sexuelle Handlungen ohne Einvernehmen. Allerdings musst du deutlich Nein sagen, wenn du nicht willst.
Es gibt eine Ausnahme: Nach Schweizer Recht bist du noch im Schutzalter. Die Person, mit der du Sex gemacht hast, darf nicht mehr als drei Jahre älter sein als du. Sonst macht diese Person verbotene sexuelle Handlungen, weil du im Gesetz noch als Kind angesehen wirst. Kinder und Jugendliche sollen mit dem Gesetz vor allen sexuellen Handlungen durch Ältere geschützt werden.
Nachtrag am 22.12.2025: Unsere Aussage: «Nein, dann ist es keine Gewalt.» ist falsch. Wir haben nicht aufmerlsam geantwortet. Wenn eine Person gegen deinen Willen mit dir sexuelle Handlungen macht, ist das immer Gewalt. Auch wenn du das hinterher schön gefunden hast, waren die Handlungen ja gegen deinen Willen.
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Frage Nr. 40435 von 22.11.2025
Aktuell hat die Schweiz eine Campagne gegen häusliche/ geschlechterspezifische Gewalt lanciert. Ich unterstütze das sehr. Aber finde es schwierig, zu lesen: Es fange bereits dort an, wo eine Person regelmässig laut wird, um das Gegenüber einzuschüchtern.
… [...] …
Mittlerweile fühlt es sich krass an, dass das für mich „normal“ war (und meine Familie das immer noch verharmlost und normalisiert. Es ist aber Gewalt, oder?
Ich habe gelernt, immer wie auf rohen Eiern zu leben um andere herum. Ich mache das auch jetzt noch, um die Menschen, mit denen ich zusammenlebe, obwohl sie sehr friedlich sind. Wie kann ich das ablegen und selbstsicherer werden?
Ich mache auch Therapie, aber es geht kaum voran.
… bitte den Teil wenn möglich rauslassen. [...]
Unsere Antwort
Ich verstehe dich so, dass die aktuelle Kampagne für dich schwierig ist, weil sie dich daran erinnert, was du als Kind erlebt hast. Gleichzeitig findest du es wichtig und unterstützenswert, dass es diese Kampagne gibt.
Wenn durch die Kampagne Erinnerungen bei dir wach gerufen werden, ist es eine gute Idee, dich im Hier und Jetzt zu orientieren. Heute ist nicht damals und während du die Kampagneninhalte siehst, bist du in Sicherheit. Hast du dafür bereits Methoden in der Therapie gelernt? Falls nicht, empfehle ich dir als ersten Schritt, deine Füße auf dem Boden zu spüren, wenn die alten Gedanken und Gefühle hochkommen.
Ja, das, was du erlebt hast, ist Gewalt (hier auf deinen Wunsch gekürzt). Es geht vielen Gewaltopfern so wie dir. Sie normalisieren, was Betrachter von außen niemals als normal einschätzen würden. Es ist bereits ein grosser Schritt, dass du erkennst, dass du in der Vergangenheit zum Normalisieren tendiert hast und das heute anders handhaben möchtest.
Es ist verständlich, dass du Überlebensstrategien entwickelt hast und die bis heute anwendest, selbst wenn dein Umfeld heute eigentlich friedlich und sicher ist. Auch diese Erkenntnis, dass du die Überlebensstrategien von damals heute eigentlich nicht mehr brauchst, ist ein wichtiger Schritt zu einem leichteren Leben in Zukunft.
Es ist eine wichtige Rückmeldung, wenn du den Eindruck hast, dass du kaum Fortschritte machst in der Therapie. Es wäre aus meiner Sicht sehr wichtig, deinen Eindruck mit deiner therapeutischen Fachperson zu teilen. Wie lange bist du schon in Therapie? Welche Fortschritte hast du bereits gemacht? Und wo wünschst du dir Fortschritte und sie bleiben aus? Woran würdest du Fortschritte erkennen? Es ist eine gute Idee, wenn du das für dich selbst klar benennen kannst, denn dann kannst du es auch im therapeutischen Prozess einbringen. Es kann auch sein, dass deine therapeutische Begleitung viel mehr Fortschritte erkennen kann als du. Auch darüber wäre es sinnvoll ins Gespräch zu gehen.
Zum Weiterlesen empfehle ich dir sehr unser Kapitel Gewalt in der Familie: Was tun?
Meine Einschätzung ist, dass deine Vergangenheitsbewältigung in therapeutischer Begleitung gut aufgehoben ist. Und wir möchten dich zum offenen Ansprechen deiner Anliegen in Therapie ermutigen. Falls es zusätzlich etwas gibt, womit wir dir weiterhelfen können, lass es uns wissen. Du kannst uns einfach wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40416 von 18.11.2025
Ich habe eine Frage, die mir schwer fällt zu stellen. Es geht um „mir wehtun“. Ich habe sexualisierte Gewalt erlebt. Ich habe Unterstützung, aber traue mich nicht, über das zu sprechen, weshalb ich es euch schreibe.
Könnt ihr den Teil hier kürzen?
[...]
Ich bin unsicher, wie ich das einordnen soll? Eine Art „Reenactment“? Oder Ausdruck meiner Gestörtheit?
Habt ihr Ideen, was ich tun kann? Kommt so etwas auch bei anderen vor? (w, 28)
Aktuell habe ich auch den Drang, meinen Körper
irgendwo anzubieten bzw. zu bewirken, dass ein Mann ihn wieder so braucht wie früher.
Ich habe das nie gemacht und bis jetzt habe ich mich auch noch nie so nah an einer Handlung gefühlt. Es macht mir irgendwie Angst; Ich lebe ein ganz anderes Leben, bin ein ganz anderer Mensch und möchte das eigentlich nicht. Es ist wie ein anderer Anteil in mir, der findet, dass ich nur das verdient habe, nur dazu zu brauchen bin.
Unsere Antwort
Du merkst bei den beschriebenen Szenen selbst, dass du dir nicht irgendwelche beliebige Verletzungen zufügst. Du spielst immer wieder die gleichen Szenen durch. Darin kommen zwei emotionale Persönlichkeitsseiten vor. Eine kontrollierende, tätliche Seite verletzt. Die andere leidende Seite schluchzt und fleht. Das entspricht deinem Erleben während der Gewalttaten. Man könnte es Reenactment nennen. Es könnte aber auch als komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-11/6B41) beschrieben werden. Ein wesentliches Symptom ist dort: «schwere und anhaltende Überzeugungen über die eigene Person als erniedrigt, unterlegen oder wertlos, begleitet von Scham-, Schuld- oder Versagensgefühlen im Zusammenhang mit dem traumatischen Ereignis». Dieses Symptom ist nicht auf Gedanken und Gefühle beschränkt. Menschen, die ein sehr negatives Selbstbild haben, behandeln sich selbst auch schlecht. Du kennst das.
Du schreibst, dass du Unterstützung hast. Wir gehen davon aus, dass du eine psychotherapeutische Fachperson meinst. Wenn sie traumatherapeutisch erfahren ist, solltest du dich mit ihr zusammen an die Arbeit machen. Du hast schon vieles verstanden. In der Psychotherapie kannst du lernen, die erlittenen Gewalttaten als eine Realität in deiner Biografie anzusehen. D.h. Du lernst zu akzeptieren und dich innerlich zu distanzieren. Genauso wichtig ist, dass du dich selbst genau verstehst. Dein Verhalten zeigt dir, was du erlebt hast. Du hast das ja selbst schon herausgefunden. Du darfst es nicht vergessen, weil die traumatisierte Seite in dir, deine Unterstützung braucht. Dazu musst du lernen, zu dir selbst freundlich und zugewandt zu sein. Und dazu brauchst du psychotherapeutische Begleitung, weil du in dem Bereich noch nicht viele Möglichkeiten zu denken, zu fühlen oder zu handeln gelernt hast.
Zur Sexualität: Du wiederholst die harte sexuelle Erregung in der Selbstbefriedigung, weil du nichts anderes kennst. Da Sex lernbar ist, könntest du selbst schon in kurzen Übungen ausprobieren, in welchem Mass du weichere Selbstberührungen erträgst. Beginn mit einfachen Körperberührungen. Wie wohl fühlst du dich mit feinem Streicheln, mit versicherndem Auflegen der ganzen Hand oder festem Kneten der Muskulatur? Wie lange hältst du die verschiedenen Berührungen aus? Versuch solche Übungen wie eine interessierte Forscherin zu machen. Quäl dich nicht, sondern hör auf, wenn es unangenehm wird. Dann kannst du deinen ganzen Körper kräftig schütteln, um das unangenehme Gefühl abzustreifen. Am besten übst du jeden Tag. Denn wir lernen nur, wenn wir Sachen oft und möglichst regelmässig wiederholen. Du findest auf unserer Seite viele Übungen. Schau mal, was dich interessiert.
Unsere Vorschläge zielen auf die Verarbeitung deiner traumatischen Erfahrungen. Du hast auch klug verstanden, dass du gelernt hast, viel Schmerz zu ertragen. Typischerweise fällt dir ein, das Gelernte in der Sexarbeit zu verkaufen. Wir raten dir davon ab. Wir wünschen dir, dass du deine Kraft für deine Entwicklung einsetzt und Geduld mit dir hast.
Diese Antwort gilt auch für Frage 40430.
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Frage Nr. 40356 von 07.11.2025
Guten Morgen, die Tochter meiner Partnerin, die mit mir im gleichen Haushalt leben, hat diese Woche berichtet, dass eine Lehrperson in einer Kantonsschule im Kanton Aargau im Unterricht einen falschen Klick getätigt habe und ein Pornobild erschienen sei. Dasselbe erlebte eine Klasse einen Tag zuvor und es soll noch in einer dritten Klasse passiert sein (das mit der 3. Klasse ist bisher ein Gerücht). Die Kinder sind im Alter von 16 Jahren, die Tochter meiner Partnerin hat sehr sensibel und empört reagiert. Sie weigert sich nun, weiter zu dieser Lehrperson in den Unterricht zu gehen und überlegt sich, ihre beruflichen Pläne zu schmeissen, weil sie eng mit dieser Lehrperson verknüpft sind. Die Schulleitung hat nach Intervention einer Schülerdelegation bagatellisiert, das sei normal und nichts Schlimmes. Die betroffene Lehrperson musste dann die Situation klarstellen und sagte, es handle sich um alte Bilder die von KI wegen vieler Klicks ausgewählt wurde (ich wusste gar nicht, dass KI ein Laufwerk auf einem Schulcomputer automatisch öffnen kann). Die Aussage belegt aber, dass die Foto auf der Festplatte abgelegt ist und einige Schüler behaupten, es sei eine ganze Galerie vorhanden gewesen. Die Lehrperson hat dann die Schüler ermahnt, man solle nicht dramatisieren, sie hätten seine berufliche und familiäre Situation in der Hand (Nötigung?). Meine Partnerin hat darauf scharf reagiert und Massnahmen gefordert. Sie überlegt sich auch eine Intervention im entsprechenden Departement des Kantons Aargau und eine Anzeige. Empfehlen Sie uns sogar eine Anzeige und was kann ich als Partner tun? Freundliche Grüsse
Unsere Antwort
Wenn wir Sie richtig verstehen, möchten Sie, Ihre Partnerin und deren Tochter, dass die Schule den Vorfall ernst nimmt. Dazu würde gehören, dass Massnahmen getroffen werden, die verhindern, dass die Bilder nicht nochmals gezeigt werden. Dazu gehört wohl auch, das das gesamte Bildmaterial überprüft wird. Es müsste auch sicher gestellt werden, dass Lehrpersonen die Unterrichtsmaterialien, die sie veröffentlichen, geprüft haben. Dies und die Übernahme der Verantwortung durch Schulleitung und Lehrperson könnten zur Deeskalation beitragen. Die Schülerschaft könnte dann vielleicht glauben, dass die Lehrperson die Bilder nicht absichtlich gezeigt hat. Wenn die Schulleitung hingegen bagatellisiert und die Lehrperson auf die Schüler*innen Druck ausübt, wird der Konflikt verschärft und trägt zur Dramatisierung bei.
Wir raten Ihnen und Ihrer Partnerin mit Tochter, Ihre Forderungen klar zu formulieren, ohne den Konflikt anzuheizen. Wenn Sie nochmals das Gespräch mit der Schulleitung suchen, wäre es günstig, wenn Sie sich Ziele für das Gespräch gesetzt haben. Was soll wie anders gehandhabt werden? Arbeiten Sie mit an zufriedenstellenden Lösungen. Dazu kann auch gehören, das entsprechende Departement mit einzubeziehen.
Da wir keine fachqualifizierte Rechtsberatungsstelle sind, möchten wir zu Erfolgen von Strafanzeigen keine Stellung nehmen. Um zu prüfen, ob es sich um einen Verstoss gegen Art. 197 StGB Schweiz handelt, sollten Sie eine Rechstberatung zu Rate ziehen.
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Frage Nr. 40303 von 27.10.2025
Hallo,
mir geht es gerade richtig schlecht. In der Schule habe ich viel Angst, weil ein paar Mitschüler mich oft ausschließen, böse Kommentare machen und mich aggressiv behandeln.
Außerdem habe ich sehr viel Stress wegen Tests und allem, was in der Schule passiert, und ich fühle mich überfordert.
Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll und brauche jemanden, der mir zuhört und mir hilft, dass es mir wieder besser geht.
Unsere Antwort
Gibt es bei euch in der Schule Schulsozialarbeiter*innen? Sie könnten dich durch persönliche Beratung unterstützen und auch mit den Lehrpersonen reden, wenn du das wünschst. Vielleicht habt ihr an der Schule eine Vertrauenslehrperson für Schüler*innen. Auch die könntest du ansprechen. Schulsozialarbeit und Vertrauenslehrer*innen sind für die Verhinderung von Mobbing zuständig und sollten auch zuhören, wenn sich jemand überfordert fühlt.
Gut, dass du dich um Hilfe und Unterstützung kümmerst. Mobbing ist für Betroffene so stressig, dass meistens auch die Leistungen im Unterricht nachlassen. Das ist normal. Der hohe Stress würde dir vielleicht beim Überleben einer gefährlichen Situation helfen. Beim Lösen von Matheaufgaben ist er hinderlich. Wahrscheinlich hilft es dir sehr, wenn dir jemand in einem persönlichen Gespräch zuhört. Wenn du erstmal erzählen möchtest, wie es dir geht, könntest du dich z.B. an eine Telefonberatung für Jugendliche wenden. In der Schweiz wäre das die Nummer 147. In Deutschland käme die Nummer gegen Kummer 116111 in Frage. Beide Stellen sind jeden Tag über 24h erreichbar. An beiden Stellen musst du nicht anonym bleiben. Darum können die Berater*innen dir ganz konkrete Unterstützungsangebote in deiner Nähe nennen. Falls du dort nicht fündig wirst, könnte vielleicht noch dein Hausarzt helfen. Er könnte dir eine psychologische Beratung vermitteln.
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Frage Nr. 40299 von 26.10.2025
Guten Abend,
ich (m 30) hatte vor einem Jahr ca eine Affäre mit einem Mann, die dann irgendwann wieder vorbei war. Vor ein paar Wochen waren wir beide auf eine Party eingeladen und haben uns da wiedergesehen. Wir haben beide viel getrunken und Speed konsumiert und haben angefangen zu knutschen. Dann sind wir zu ihm gegangen, weil er um die Ecke wohnt. Als wir bei ihm waren, hab ich aber gemerkt, dass ich eigentlich keinen Bock auf Sex habe. Ich habe ihm das mehrmals gesagt, aber er hat trotzdem weitergemacht und mich auch festgehalten und war ziemlich grob. Und ich hab dann einfach mitgemacht, was ich jetzt im Nachhinein nicht verstehen kann, weil ich hatte wirklich keine Lust und er ist auch nicht stärker als ich. Irgendwie beschäftigt mich das noch voll und war wohl doch schlimmer für mich als ich erst dachte. Und gleichzeitig ist es mir voll unangenehm, darüber zu reden, ich will das eigentlich auch gar nicht so groß machen. Eine gute Freundin erzählt mir immer mal wieder davon, wie übergriffig sich Männer ihr gegenüber verhalten und ihre Grenzen nicht respektieren und ich will das, was mir passiert ist, wirklich gar nicht damit vergleichen, vor allem weil Gewalt gegen Frauen und allgemein patriarchale Strukturen so ein krasses Problem sind und ich in so vielen Situationen davon profitiere, ein Mann zu sein in dieser Gesellschaft. Ich komme mir richtig dumm vor, dass ich als erwachsener Mann meine Grenzen in dieser Situation nicht durchsetzen konnte und einfach mitgemacht hab und mich das alles dann auch noch so lange beschäftigt. Andererseits bin ich auch ziemlich wütend auf ihn und frage mich, ob ich ihn vielleicht nochmal drauf ansprechen sollte, dass das nicht okay war, auch wenn wir gar nicht nüchtern waren. Aber das vorherrschende Gefühl, wenn ich an die ganze Sache denke ist eigentlich Scham und Ekel vor mir selbst.
Ich komm gerade irgendwie nicht weiter, aber kann das auch nicht einfach nach dem Motto "Schwamm drüber" wieder vergessen merke ich. Vielleicht habt ihr ja dazu irgendeinen Gedanken?
Unsere Antwort
Auch für einen Mann sind Grenzüberschreitungen bedeutsam. Du beschreibst einen typischen Verlauf und dich beschäftigen die typischen Fragen. Offensichtlich hattest du auf der Party noch keine eindeutige Meinung zum sexuellen Kontakt mit deiner früheren Affäre. Erst als die Situation konkret wurde, hast du gemerkt, dass du keine Lust hast. Das ist sehr normal und üblich. Bei deinem Kontaktmann war die Situation wahrscheinlich anders. Er war wohl schon auf der Party zu Sex entschlossen. Jetzt fühlte er sich eventuell bestätigt, als du mit zu ihm in die Wohnung gegangen bist. Als du dann doch nicht wolltest, ist er bei seiner Entscheidung geblieben statt mit dir zu verhandeln. Du hast dich eindeutig geäussert. Er hat das nicht beachtet. Das sind die Kriterien für sexuelle Nötigung. Er hat sogar einige Grobheit angewendet. Es handelt sich also um ein Sexualdelikt.
Und dir gehen typische Gedanken durch den Kopf: Du kommst dir dumm vor. Eigentlich bist du stärker als der Andere. Warum hast du dir das gefallen lassen? Du fühlst auch Wut. Aber die wichtigsten Gefühle sind Scham und Ekel vor dir selbst. Obwohl du eindeutig das Opfer bist, beginnst du dich selbst zu beschuldigen. Und das Erlebnis lässt dich nicht los. So geht es Opfern von sexueller Gewalt. Die sexuelle Identität ist dabei nicht entscheidend.
Es gibt mehrere Sachen, die du tun kannst. Du kannst das Gespräch mit dem Mann suchen. Das scheint im Moment die beste Lösung zu sein, weil sie dir eingefallen ist. Wichtig ist, dass du vor dem Gespräch für deine Sicherheit sorgst. Es sollte an einem neutralen, öffentlichen Ort stattfinden. Eine Drittperson sollte wissen, wann und wo das Gespräch stattfindet. Du kannst dich auch begleiten lassen. Dies würden wir einer Frau unbedingt vorschlagen. Du solltest dir vorher überlegen, was du erreichen willst. Möchtest du nur benennen, was der Mann getan hat. Soll er wissen, was er angerichtet hat und mit welchen Folgen du jetzt umgehen musst? Möchtest du sein Eingeständnis, seine Einsicht und/oder eine Entschuldigung? Möchtest du Frieden mit ihm oder sicher sein, dass er so ein Verhalten mit anderen Männern nicht wiederholt?
Du kannst so ein Gespräch auch mit Berater*innen einer Opferhilfeberatungsstelle vorbereiten. Dort könntest du dich auch sonst umfassend informieren. Z.B. über Strafanzeigen, ihre Bedingungen und Erfolgsaussichten, über den Prozessverlauf und auch über die möglichen Hilfen zur Verarbeitung von Gewalterfahrungen.
Wir wünschen dir, dass dein Gespräch so zufriedenstellend verläuft, dass du das Erlebte abschliessen kannst. Manchmal gelingt das nicht durch ein Gespräch. Erlaube dir, dann weitere Massnahmen zu überlegen.
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Frage Nr. 40237 von 13.10.2025
Guten Tag
Leider kann ich einige Erfahrungen nicht los lassen. Sie kreisen in meinem Kopf und kommen wie Flashbacks in meine Gedanken. In einem Hotelzimmer kamen mein Partner und sein Freund in der Nacht betrunken hinein. Sein Freund hat sich auf mich drauf gelegt, mich festgehalten, mich angefasst und drängte mich mit ihm zu schlafen. Ich sagte mehrfach nein, bat um Hilfe. Mein Partner war betrunken, fasste sich selber an und half mir nicht. Ich hab mich dann körperlich gewehrt und sein Freund lies mich dann los. Dies war vor vier Jahren. Vor zwei Jahren haben wir viele Getrunken und Drogen konsumiert. Mein Partner wollte dass ich einem Kollege (nicht der gleiche wie vor vier Jahren) dass ich ihn oral befriedigen soll. Ich wollte nicht, sagte nein. Er sagte mir dann ich wäre langweilig, bieder und er müsse sich jemand anderen suchen. Ich habe es dann gemacht. Ich fühlte mich schlecht. Wenn ich mit meinem Partner darüber sprechen möchte wurde ich mit ignorieren bestraft. Jetzt kann ich nicht mehr. Ich will keinen Kontakt mit ihm mehr. Ihm ist es gleich, er ignoriert mich. Ich verstehe nicht, warum ich diesen Menschen vermisse, warum ich so traurig bin? Wie komme ich da raus?
Weiblich, 30
Unsere Antwort
Wie es zu der starken Bindung zu deinem Partner kommt, können wir dir nicht sagen. Du könntest überlegen, welche Rolle dein Partner in deinen Gefühlen und Gedanken spielt. Er scheint, sehr dominant zu sein. Du wirst dich richtig verhalten müssen, damit der dich mag. Schliesslich nennt er dich ‚langweilig‘, wenn du nicht bereit bist, die Grenzen deiner Intimität zu missachten. Du erlebst jetzt schon seit längerer Zeit, dass seine Wünsche und Werte wichtiger sind als deine. Du fühlst dich jetzt auch schon länger schlecht. Und jetzt erlebst du, dass er dich wirklich ignoriert, wenn du nicht seinen Wünschen entsprichst. Du hingegen hast deine Aufmerksamkeit in den letzten Jahren voll auf ihn gerichtet. Ohne seine Reaktion fühlst du Leere und vielleicht auch Traurigkeit. Dies könnte eine Erklärung sein. Möglich wäre auch, dass der gemeinsame Alkohol- und Drogenkonsum zu enger Vertrautheit geführt hat. Und dann seid ihr schon lange zusammen und aneinander gewöhnt. Wenn ein längere Beziehung schwierig wird oder zu Ende geht, ist das immer traurig. Es ist ja auch ein Abschied von Hoffnungen und gemeinsam erlebten guten Zeiten.
Wenn du da raus gehen möchtest, wirst du die jetzige Leere füllen und dich auf eigene Beine stellen müssen. Wir ermuntern dich, aus dir eine eigenständige Frau zu machen. Du könntest dir klar machen, dass dein Partner kein Interesse an einer gleichwertigen Beziehung hat. Er bedroht dich mit Trennung, wenn du nicht aufhörst 'langweilig' (für ihn) zu sein. Und aktuell wendet er das Machtmittel Nichtbeachtung an. Wir haben viele Infotexte zum Thema Beziehung. Ich verlinke dich mit drei Texten «Wann ist eine Beziehung schädlich?», «Wie löse ich mich aus einer Gewaltbeziehung?», «Wie überwinde ich Liebeskummer nach einer schlimmen Beziehung?» und einem Kapitel zu «Trennung».
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Frage Nr. 40170 von 13.09.2025
Hallo,
mein Problem ist........
Es geht um meine zwanhaften Impuls mich ständig selbst zu befriedigen. Es spielt auch nicht unbedingt eine Rolle welches Alter, das Aussehen, oder die Kleidung usw. solange es eine Frau ist. In der Pubertät habe ich auch sehr starke Impulse gehabt. Mir ist mein frühes und heutiges Verhalten sehr unangenehm und ich schäme mich dafür, da ich es auch nicht abstellen kann.
Ein kleines Beispiel von vor ein paar Tagen: Ich war im Baumarkt um was einzukaufen. Mir ist eine Frau aufgefallen die eine helle Stoffhose und enges Top getragen hat. Man konnte leicht ihren Slip durch die Hose sehen. Es gab eine Situation, wo sie sich nach was gebückt hat. Ich fand es mega heiß und habe mir direkt vorgestellt, wie ich ihr die Hose runterziehe, den Slip zur Seite schieben und in sie eindringe. Natürlich habe ich auch durch die Gedanken daran, eine sehr starke Erektion bekommen. Ich habe sie dann noch eine ganze Zeit verfolgt und so gut wie möglich unauffällig beobachtet. Ich könnte einfach nicht aufhören, sie weiter anzuschauen. Danach bin ich schnellstmöglich nach Hause gefahren und habe mich selbst befriedigt.
Wie es dazu gekommen ist.........
Bei uns zu Hause wurden nie über Sexualität gesprochen. Meine Mutter war alleinerziehend. Sie hat mich einmal morgens dabei erwischt, wie ich dabei war mich selbst zu befriedigen. Sie meinte nur, "nein das kann doch jetzt nicht wahr sein." Mir war es total unangenehm und peinlich. Wir haben da nie wieder drüber gesprochen. Ich wurde auch nicht durch meine Mutter aufgeklärt, sondern habe es durch die bravo und Schule erfahren.
Es gab eine Phase wo ich mir gewünscht habe, mit meiner Mutter Sex zu haben. Ich wollte sie einfach fragen, ob sie es sich auch vorstellen könnte mit mir zu schlafen. Sie war Single und hat ja auch bestimmt ihre Bedürfnisse. Ich fand den Gedanken überhaupt nicht schlimm, da es ja eigentlich nur um die Befriedigung von uns beiden ging. Habe mich aber nie getraut, sie zu fragen. Ich habe sie aber oft durch das Schlüsselloch beobachtet und mich dabei selbst befriedigt. An ihrer benutzen Unterwäsche und Binden habe ich auch sehr gerne und oft gerochen.
Die selben Gedanken habe ich auch bei meiner Tante gehabt. Wollte sie auch fragen, ob sie es sich vorstellen kann, mit mir Sex zu haben. Sie ist auch schon lange Zeit single. Habe mich auch oft mit dem Gedanken an sie selbst befriedigt. Gefragt habe ich sie aber auch nicht.
Mit 13 Jahren habe ich eine 20 Jährige Freundin gehabt. Sie wollte unbedingt mit mir schlafen und hat immer angefangen, mich im Intimbereich zu berühren und zu streicheln. Ich habe dadurch natürlich eine Erektion bekommen. Ich wusste aber gar nicht was da gerade passiert und wollte es auch nicht. Ich war in den Situationen aber immer total überfordert und irgendwie in Schockstarre. Habe mich auch nicht getraut zu sagen das sie aufhören soll. Mir ist nach ein paar Mal Sex, das Vorhautbändchen abgerissen, da sie sehr stürmisch war. Dadurch werde ich noch bis heute immer wieder daran erinnert, da ich mich auch nicht getraut habe zum Arzt zu gehen. Dadurch sieht mein Penis jetzt etwas anders aus. Hinzu kommt noch, das es auch ungeschützter Sex war.
Danach habe ich wieder einige neue Freundinnen gehabt, da ist aber nicht mehr wie küssen passiert. Habe mich dann sozial zurück gezogen und habe eigentlich meine Sexualität ab dann nur mit mir selber ausgelebt und probiert was gefällt.
Auch auf meine Lehrerin in der Schule, die Freundinnen von meinem Bruder ( auch seine aktuelle), Arbeitskollegin habe ich mich auch sehr oft selbst befriedigt. Eigentlich denke ich bei fast jeder Frau die ich sehe, das ich gerne mit ihr Sex haben möchte. Dadurch muss ich mich so oft und ständig selbst befriedigen.
Seit ca 1 Jahren habe ich meine erste richtige Freundin, wo auch wirklich Liebe mit im Spiel ist. Leider sehen wir uns nur zwei Mal die Woche. Auch jetzt passiert es immer noch oft, das ich mich fast täglich selbst befriedige. Ich habe auch sehr viel Sex Toys ( künstliche Vaginas, Kissen mit Loch, Gummipuppen, Vibratoren, Penisringe, plugs usw.) die ich auch noch oft benutze.
Ich bestelle mir auch getragene Höschen von Frauen, die ich mir noch mit Orgasmus veredeln lasse. Bei mir im Haus gehe ich manchmal in den Wäschekeller und rieche und benutze die Unterwäsche meiner Nachbarinnen um mich damit selbst zu befriedigen.
Heute war ich sogar noch bei einer Massage mit Happy End durch Handjob.
Wenn ich mit meiner Freundin zusammen Zeit verbringe, habe ich nicht die Gedanken, wenn ich andere Frauen sehe. Das passiert nur wenn sie nicht da ist. Wir haben letztes Wochenende das erste Mal Sex gehabt. Es war ein unglaublich tolles und schönes Gefühl. Davor haben wir es schon öfters versucht miteinander zu schlafen, aber es hat nicht geklappt. Meine Erektion war nicht hart genug, um in sie eindringen zu können.
Mich beschäftigt mein früheres und jetztige Verhalten doch schon sehr, da es mich auch beeinträchtigt. Mir ist es auch unangenehm, immer bei jeder Frau zu denken, das ich Sex mit ihr haben möchte und eine Erektion bekomme.
Auch die Situation im Baumarkt war definitiv nicht schön, da es auch vorkommen könnte, dabei erwischt zu werden. Es fühlt sich auch in gewisser Weise so an, als ob ich meine Freundin jedes mal betrügen würde, wenn ich es mir selber mache, auch wenn es eigentlich nur um Druckabbau geht.
Ist mein Verhalten noch in Ordnung, oder schon eher krankhaft? Es würde mir helfen eine Einschätzung von einem Experten Team zubekommen.
Was ich versucht habe um es zu ändern.....
Ich habe versucht den Frauen aus dem Weg zu gehen. Ich bin nicht mehr so oft zu meinem Bruder gefahren, damit ich seine Freundin nicht sehe. Ich habe keine Sexfilme mehr angeschaut. Keine getragen Höschen bestellt. Hat aber nur kurzzeitig dazu geführt, das ich mich wenige selbst befriedigt habe. Der Drang es zu tun, war und ist immer stärker gewesen.
Angaben zur Person.....
Mein Name ist [...]. Bin Männlich, Anfang 40 und lebe alleine. Habe seit ca. 1 Jahr meine erste richtige Freundin. Wichtig zu erwähnen ist glaube ich noch, das ich ca. 17 Jahre single war.[...] In dieser Zeit war die Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Nähe besonders stark. Da ich keine andere Möglichkeit gehabt habe, konnte ich meinen Drang nur mit mir selbst ausleben und ausprobieren.
Ich bedanke mich schon im Voraus für die Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Unsere Antwort
Du warst und bist ein gut erregbarer Mann mit einer gut ausgeprägten Libido und Fantasie und Neugier. Das sind Fähigkeiten, auch wenn du es nicht so einschätzt. Es ist normal, dass du täglich oder sogar mehrmals täglich Solosex hast und viele Sextoys verwendest. Es ist normal, dass du sexuelle Erregung und Lust empfindest, wenn du eine Frau siehst, und es ist normal, dass du dann beim Sex von ihr fantasierst. Es ist normal, dass du zu einer Massage mit happy end gehst. Was auffällig ist, wie sehr du dich grundsätzlich für deine sexuelle Lust abwertest.
Du bist auch nicht das einzige Kind gewesen, das ein Elternteil sexuell interessant findet und heimlich beobachtet und an der Wäsche riecht. Als Kind kann man für so etwas nicht gesetzlich bestraft werden, man lernt ja erst sozial richtiges Verhalten rund um die Sexualität. Als erwachsener Mann eine fremde Frau deshalb zu verfolgen, weil sie dich sexuell erregt, ist hingegen nicht okay. Sie könnte dich wegen sexueller Belästigung anzeigen. Für Unterwäsche zahlen ist okay; die Unterwäsche von Frauen in deinem Haus beschnuppern, ist nicht okay. Da könnte dich auch jemand wegen Belästigung anzeigen. Hier macht es Sinn, dass du etwas tust, damit du dich besser in Griff hast und keine Straftaten begehst.
Du hattest immer das Bedürfnis nach sexueller Erregung mit einer Frau. Du warst aber nicht in sexuellen Beziehungen mit Frauen. Das ist interessant. In meiner Erfahrung sind das immer irgendwelche Ambivalenzen – also gemischte Gefühle, die einander in die Quere kommen –, wenn gesunde Menschen wie du keinen Sex mit Frauen haben, obwohl sie eigentlich eine Sehnsucht nach Sex mit einer Frau haben. Da ist irgendetwas, das will, und irgendetwas, das nicht will – oder nicht darf.
Wenn man etwas will und es sich gleichzeitig verwehrt, kann sich das zu einem Drang entwickeln. Das, was man nicht haben darf, will man immer mehr. Der Zwiespalt zwischen Wollen und nicht Wollen oder nicht Dürfen löst eine Spannung aus, einen Stress. Die Spannung muss sich irgendwie entladen. Zum Beispiel über Solosex. Wenn du dich dafür verurteilst, dass du Frauen sexuell erregt anschaust, und dass du beim Solosex Gedanken an diese Frauen hast, machst du dir noch mehr Stress. Und schliesslich hast du wahrscheinlich von Kind auf das Gefühl, Solosex sei irgendwie falsch. Auch das ist stressig und fördert Spannung. Drang geht immer mit Spannung einher. Beobachte dich mal: Du wirst merken, dass du, wenn immer du deine sexuellen Bedürfnisse oder Handlungen als dranghaft erlebst, alles andere als entspannt bist.
Die Frage ist auch, welche Rolle deine Beziehungslerngeschichte hier spielt. Die 20-jährige hat sich strafbar gemacht, weil sie Sex mit dir viel jüngerem Minderjährigen hatte. So wie du das beschreibst, waren das traumatische Erlebnisse. Du warst während sexuellen Begegnungen, wo es zum Vaginalverkehr kam, völlig überfordert und in einem sogenannten Freeze-Zustand (Schockstarre). Sie hat dich vergewaltigt und deinen Penis verletzt. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Erfahrungen mitgespielt haben bei deiner Hemmung oder Ambivalenz, mit Frauen sexuelle Beziehungen einzugehen. Du schreibst selbst, dass du wegen des Vorhautbändchens immer wieder daran erinnert wirst. Ich frage mich, ob dich das, was du mit der Frau erlebt hast, dich heute mehr beeinträchtigt als du meinst.
Zum anderen wäre es interessant, die Beziehung mit deiner Mutter genauer anzuschauen. Wie viel hattest du von ihr? Du scheinst einsam gewesen zu sein. Wieviel Mutterliebe gab es? Gab es einen Vater? Vaterliebe? Deine Mutter hatte kein grosses Verständnis für das, was du gemacht und erlebt hast: Sie hat dich beschämt, als sie dich bei der Selbstbefriedigung gesehen hat, und sie hatte keine Offenheit dafür. So wie ich das verstehe, bist du dann offenbar auch nicht zu deiner Mutter gegangen, als du die schrecklichen Erfahrungen mit der 20-jährigen hattest und als dein Penis verletzt war. Sie war demnach keine Vertrauensperson für dich. Wie hast du das allein ausgehalten?
Ja, was war da wohl alles in deiner Kindheit? Wie hast du gelernt, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen? Sexuelle Erregung kann auch helfen, unangenehme Emotionen zu vergessen und emotionale Spannung "wegzumachen". Das könnte ich mir bei dir auch vorstellen.
Bei all dem, was du erlebt hast, ist es umso eindrücklicher, dass du heute eine Partnerin hast. Das ist ja auch eine Fähigkeit, dass dir das endlich gelungen ist. Und deine Sehnsucht, Sex mit einer Frau zu haben, kannst du heute auch ausleben. Du merkst ja selbst, dass du das dranghafte Erleben und Verhalten nicht hast, wenn du mit ihr zusammen bist. Wie wäre das, wenn ihr miteinander wohnen würdet? Möglicherweise könnte sich deine Sehnsucht dann endlich beruhigen. Vielleicht gibt es da aber auch irgendwelche "Löcher", die eine Freundin nicht füllen kann.
Ich bin zwar Psychotherapeutin, Sexualtherapeutin und Traumatherapeutin, aber du sitzt nicht in meiner Praxis. Ich kann daher nur aus der Ferne Vermutungen aufstellen. Ich finde, es geht bei dir um drei Sachen:
1) Eine sexpositivere Haltung entwickeln. Du findest bei uns viele Tipps zum Solosex. Ein Ziel ist, dass du ihn angenehmer und schöner erlebst und nicht mit so negativen Gedanken verbindest. Du wirst dann auch eher Sex-satt. Ich bitte dich dazu auch, diesen Text über dranghafte Sexualität zu lesen.
2) Einen besseren Umgang mit Gefühlen und der damit verbundenen Spannung lernen. Du kannst lernen, diese Spannung besser über den Körper zu beeinflussen. Hierzu bitte ich dich, diesen Text zu lesen. Der ist verlinkt mit vielen weiteren Texten, die ich dir auch empfehle.
3) Deine Geschichte anschauen und mit emotionalen Altlasten aufräumen.
Ich würde dir vor allem bei Punkt 3 empfehlen, dir einen Psychotherapeuten zu suchen. Freilich kannst du uns auch wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 40140 von 07.09.2025
hallo ich habe eine frage
und zwar habe ich mit meinem freund geschlafen aber das ganze ist nicht ganz cool abgelaufen also:
wir sitzen am bett bei mir und er fingert an meiner muschi außen rum und mir gefällts aber glaub wir haben uns gestritten vorher jedenfalls hatte ich das bedürfniss grenzen zu setzen und habe gesagt dass ich nicht penetriert werden möchte.
ich hab die augen zu und stöhne. auf einmal steckt sein schwanz in mir und er fickt mich einfach so. glaub ich hab was gesagt und er meinte nur so : ja ups weiss auch nicht ist mir irgendwie passiert. danach fragt er mich ob es unfreiwillig war. ich sag ja.
ihm gefällts anscheinend und er tut gleichzeitig so als wäre nichts geschehen.
so. nach meinem wissen ist das eine vergewaltigung.
was meint ihr dazu?
was kann ich weiters tun(auch um mit der situation klarzukommen)?
danke für eine antwort
+++
hallo ich habe frage 40140 gestellt
und musste jetzt an noch eine andere situation denken.
also:
wir standen auf der terasse meiner großeltern.
mein freund stand hinter mir und begann mich zu küssen mit zunge. ich habe mitgeküsst aber dann ging es plötzlich sehr abrupt. er riss mir die hose runter und fickte mich einfach so von hinten auf der terasse wie selbstverständlich. ich war total schockiert also wirklich unter schock. mir war schwindelig und ich hab schon recht stark geblutet. bin danach so bisschen zusammengesunken. er fragt kurz ob alles ok ist und setzt sich dann an den computer während ich etwas zittrig quasi in meiner eigenen blutlacke eine weile sitzen bleibe.
was meint ihr zu dieser situation?
was ist hier passiert?
ich weiss noch dass es sich für mich wie eine art überfall angefühlt hat..
Unsere Antwort
In beiden Situationen, die du beschreibst, fehlt dein Einverständnis. Dein Freund hat das gemerkt und fragt sogar nach. Auf der Terrasse deiner Grosseltern hat dein Freund dich überrumpelt. Zudem hat er dich körperlich schwer verletzt. Beide sexuellen Übergriffe würden wir als Vergewaltigungen werten. So wie du das beschreibst, macht dein Freund das absichtlich. Er scheint der Auffassung zu sein, wenn du ihn küsst oder dich streicheln lässt, musst du alle weiteren sexuellen Handlungen über dich ergehen lassen. Das stimmt nicht. Nein heisst Nein. Ganz egal, zu welchem Zeitpunkt beim Sex du das sagst.
Wir raten dir, dich an eine Spezialberatungsstelle für Opfer sexueller Gewalt zu wenden. Dein Freund hat sich jetzt schon zweimal über deinen Willen hinweg gesetzt. Er hat sich nicht entschuldigt und auch nicht deutlich gesagt, dass er sich falsch verhalten hat. Es kann also sein, dass er das wieder tut. Darum brauchst du Unterstützung für deine weiteren Entscheidungen. Die Beraterinnen in einer solchen Stelle können dir weiter beim Einordnen helfen, so wie wir das mit unserer Antwort tun. Sie können mit dir auch überlegen, ob eine Strafanzeige sinnvoll und aussichtsreich wäre. Sie wissen wie Strafverfahren ablaufen und welche Art Beweismittel du vorweisen solltest. Falls du planst, die von deinem Freund zu trennen, könnten sie dich bei der Entscheidung unterstützen. Aber auch, wenn du dich nicht trennen willst, können sie dich dabei unterstützen, dich abzugrenzen, deutlich deine Meinung zu sagen und für dich selbst einzustehen. Wir raten dir zu einer persönlichen Beratung dort, weil es viele Wege gibt, mit solchen Erfahrungen um zu gehen. Oft braucht es einige Zeit und fachliche Beratung, bis du einen guten Weg für dich findest.
Diese Antwort gilt auch für Frage 40141.
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Frage Nr. 40054 von 18.07.2025
Ich (w,32) bin in ambulanter Therapie (PTBS, seit 2 Jahren) und muss zwischen den wöchentlichen Sitzungen immer an meinen Therapeuten denken, z.B. was er so von mir denkt/ was er von mir und meinen Problemen hält; ob ich ihm "wichtig" bin oder nur eine gewöhnliche Patientin mit der er Geld verdienen kann; was ihn insgesamt so beschäftigt; wie er seine Freizeit gestaltet...
Ich bin selbst seit Jahren in einer glücklichen Partnerschaft und habe kein Interesse an meinem Therapeuten, deshalb verstehe ich auch nicht, warum er in meinen Gedanken immer soviel Platz einnimmt. Zeitweise bin ich sehr genervt von meinen Gedanken und dass ich nicht einfach zu einer Sitzung gehen kann und in der wöchentlichen Pause nicht weiter über Therapie nachdenken muss. Habt ihr einen Tipp für mich?? MfG
Unsere Antwort
Mein Tipp ist: Sieh das gelassen an. Therapeut*innen können in den Köpfen der Klient*innen einen grossen Raum einnehmen. Sie können Vorbilder sein, sie können "Testbeziehungspersonen" sein, ja, und man kann für sie schwärmen. Sie können als Person interessant und wichtig werden. Es ist die Rolle der Therapeut*innen, die professionelle Distanz aufrechtzuerhalten. Dein Therapeut scheint das gut zu machen.
Du könntest dir überlegen, welche Aspekte du an deinem Therapeuten so faszinierend findest, und was er für dich verkörpert. Und dann schau dir die therapeutische Beziehung an: Was erlebst du in der Beziehung, was du in anderen Beziehungen nicht erleben kannst? Vielleicht kannst du dich auf eine Weise öffnen, wie du das noch nie konntest. Oder er strahlt dir gegenüber eine Ruhe aus, die du noch nie erlebt hast. Es kann auch sein, dass da ganz alte Sehnsüchte in dir wachwerden, die deine Eltern nie erfüllt haben.
Und dann ist da die grosse Sehnsucht, ein ganz besonderer Mensch zu sein. Herauszustehen und einzigartig zu sein. Wirklich wichtig zu sein. In einer therapeutischen Beziehung bist du während der Sitzung die wichtigste Person, aber du bist ausserhalb der Sitzungen eine von Vielen. Daher ist es wichtig, dass du lernst, auch im Privatleben und bestimmten privaten Beziehungen zu diesem Gefühl zu kommen, dass du einzigartig und wichtig und wertvoll bist. Ein Ziel der Therapie ist, dass du das lernst.
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Frage Nr. 40046 von 16.07.2025
Hallo.
Ich bin 18 Jahre alt und wohne mit meiner Mutter und meinem 12-jährigen Bruder bei meinem Vater.
Mein Vater beleidigt uns alle ständig, schreit rum, provoziert uns, macht uns Angst und droht mit Aussagen wie „das wird nicht gut enden“. Wenn wir etwas sagen, eskaliert er noch mehr.
Er trinkt oft, kommt spät nach Hause und schlägt dann manchmal gegen Dinge oder wirft Sachen, um uns einzuschüchtern.
Meine Mutter redet oft über Scheidung, aber sie zieht es nicht durch. Ich glaube, sie hat Angst oder fühlt sich gefangen.
Ich möchte Hilfe holen – für mich, für meinen kleinen Bruder, vielleicht auch für meine Mutter. Aber ich habe Angst, dass sie sauer auf mich wird oder denkt, ich würde sie verraten.
Ich weiß nicht, was ich tun darf oder kann.
Was sind meine Möglichkeiten? Kann ich mit jemandem reden, ohne dass mein Vater es erfährt? Was kann ich für meinen Bruder tun?
Unsere Antwort
Du beschreibst, dass dein Vater emotional gewalttätig ist und euch bedroht. Das nennt man häusliche Gewalt. Genauere Informationen findest du in unserem Kapitel «Gewalt in Beziehungen und in der Familie: Was tun?». Du fragst, ob du dir Hilfe holen kannst, ohne dass dein Vater davon erfährt. Die Schweizer Opferhilfeberatungsstellen stehen unter besonders strenger Schweigepflicht, sie arbeiten gratis und du kannst dich dort anonym melden. Die gleichen Regeln gelten für die Opferberatung in allen deutschsprachigen Ländern. Wir ermuntern dich darum, dich an eine dieser Stellen zu wenden: «Unterstützung und Beratung bei Gewalt». Adressen für Deutschland/Österreich und für die Schweiz findest du im Adressteil dieser Seite. Alle Opferberatungen wissen, dass Betroffene von Gewalt noch in Gefahr sein können. Die Beraterinnen kennen die Schutzmöglichkeiten, die deinem Bruder, dir und auch deiner Mutter Sicherheit bieten können. Sie wissen auch, dass es niemandem leicht fällt, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Am besten teilst du ihnen von Anfang mit, dass deine Mutter ev. noch nicht zu einer Beratung bereit ist. Sie werden dir helfen, deine Schuld- und Verratsgefühle deiner Mutter gegenüber zu beruhigen. Für deine Mutter wird es am schwersten sein, sich von ihrem Ehemann zu distanzieren - aus Angst und auch aus langjähriger Loyalität. Dein Bruder und du brauchen aber dringend Entlastung und Schutz. Es ist darum gut, wenn du die Initiative für Veränderung übernimmst.
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