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Fellatio: ihm einen blasen (Blowjob)

Jeder mag unterschiedliches. Probier aus und frag im Zweifel nach. Wichtig ist, dass ihr beide daran Spass habt, und dass ihr euch vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt.

Was ist ein Blowjob?

Blowjob, oder ihm einen blasen, oder auf Fachdeutsch Fellatio – so bezeichnet man sexuelle Handlungen, wo der Mund am Penis ist. Angenommen, du gibst einen Blowjob. Du nimmst die Eichel in den Mund, oder grossere Teile des Penis, oder du leckst ihn, du saugst an ihm und so weiter. Blasen ist eigentlich ein komisches Wort, denn wenn du den Penis im Mund hast, finden es Männer eher erregend, wenn du saugst. Stell dir vor, was du alles mit einem Eis am Stiel machen kannst. Du kannst es schlecken, in den Mund schieben, daran herumnollen, daran saugen, mit der Zunge damit spielen, es rein und rausschieben usw. Du kannst mit der Zuge/ mit dem Mund auch andere Bereiche seines Geschlechts erforschen, zum Beispiel seinen Hodensack. 

Probieren geht über studieren

Natürlich fühlt sich ein Penis nicht gleich an wie ein Eis am Stiel, und er schmeckt auch anders. Wie er sich anfühlt und wie er schmeckt, erfährst du nur, wenn du es ausprobierst. Nur zubeissen solltest du nicht. Mehr Spucke macht, dass es besser rutscht und sich für ihn angenehmer anfühlt. Du kannst den Penis auch in den Mund nehmen, wenn er noch keine Erektion hat. Es gibt bei der Fellatio nicht die eine richtige Technik. Jeder Junge und jeder Mann mags anders, und du wirst auch merken, was dir gefällt und was weniger. Mach dir zur Faustregel, alles dreimal auszuprobieren und entscheide dann, ob es dir gefällt.

Varianten je nach Lust und Laune

Falls dein Mund mal Pause möchte, kannst du z.B. mit den Händen weiter machen. Viele Männer haben es auch gern, wenn ihre Hoden in den Mund genommen oder mit dem Mund stimuliert werden. Achte darauf, wie es am Hodensack riecht: Dank der Haare kann sich der Geschlechtsduft hier richtig entfalten.

Wieso ist Reden so wichtig?

Frag deinen Partner, was ihm gefällt, wenn du es machst, dann kann er dich noch auf weitere Ideen bringen. Ihr vermeidet Missverständnisse und du lernst mehr und mehr dazu, was ihm wirklich gut gefällt und kannst ihn umso mehr verwöhnen.

Genuss ist ebenso wichtig wie Kommen

Für viele Männer oder Jungen ist es sehr stimulierend, wenn die Zunge am Vorhautbändchen spielt. Das muss aber nicht so sein. Grundsätzlich ist die Frage: Wie wichtig ist es, dass er beim Blowjob kommt? Wenn du einen Blowjob gibst und dein einziges Ziel ist, dass er einen Samenerguss hast, dann setzt du möglichweise euch beide unter Stress. Es kann gut sein, dass du und er erst üben müsst, bis dir das gelingt. Wenn du genug davon hast, ihn mit dem Mund zu stimulieren, kannst du mit den Händen usw. weitermachen, er kann dich stimulieren, er kann sich selbst stimulieren und so weiter – einfach alles was man sonst so beim Petting machen kann. Die einzige Regel ist, dass ihr euch daran haltet, was euch gefällt und was euch Spass macht.

Was tun, falls ich mal würgen muss?

Der Würgreflex wird aktiv, wenn wir etwas im Rachen haben, aber nicht herunterschlucken. Dagegen hilft zum einen entspannen, zum Beispiel durch tief atmen und zwischendurch den Mund weit aufmachen wie beim Gähnen. Achte auch darauf, dass bei der Fellatio die Haltung deines Kopfes entspannt ist. Zum anderen probier mal in dem Augenblick, wo das Würgen kommt, sofort zu schlucken. Das wirkt gegen den Reflex an. Es hilft auch, wenn du den Penis nicht so weit in den Mund nimmst. Die Hand kann dabei um den Schaft des Penis sein und gleichzeitig mit dem Mund aktiv sein.

Wie ist das mit dem Lusttropfen?

Der Penis ist nicht trocken – in der sexuellen Erregung kommt Lusttropfen (Präejakulat) aus dem Penis raus. Du kannst in diesem Text darüber nachlesen, was das ist. Bei manchen Männern kommt mehr raus, bei anderen weniger. Das ist ganz ähnlich wie bei der Frau, die ja auch feuchter wird in der sexuellen Erregung. Schau mal, wie dir der Lusttropfen schmeckt. Vielleicht schmeckst du gar nicht viel, vielleicht schmeckt er etwas salzig oder bitter. 

Sperma schlucken oder spucken?

Du entscheidest, ob du Sperma in den Mund nehmen möchtest – und ob du es herunterschluckst. Verabrede vorher mit deinem Partner, ob er in deinem Mund kommen kann, und ob du das Sperma schluckst oder ausspuckst. Vielleicht weisst du noch nicht, ob du das möchtest. Dann geht probieren über studieren. Wenn er in deinem Mund kommt, dann kannst du das Sperma versuchsweise herunterschlucken und schauen, wie es dir schmeckt. Wir empfehlen dir, dass du das mindestens drei mal ausprobierst, denn Falls du kein Sperma im Mund haben möchtest, nimm den Penis aus dem Mund, bevor dein Partner kommt. Du kannst jederzeit mit der Hand weiter machen. Bitte deinen Freund, dir zu sagen, dass er kommt, bevor er kommt. Wenn du den Geschmack des Spermas nicht magst, spucke es aus. 

Übrigens: Sperma ist gut verträglich – wenn ihr euch gut vor sexuell übertragbaren Infektion schützt.

Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen

Wenn du Sperma in den Mund nimmst, kannst du nicht schwanger werden. Aber es gibt sexuell übertragbare Infektionen (STI), die beim Blowjob übertragen werden können. Wenn du infizierte Hautstellen am Geschlecht mit dem Mund berührst, kannst du dich mit HPV und Herpes (HSV) Syphilis anstecken. Gonorrhoe, Hepatitis B, und Chlamydien können sich übertragen, wenn du Sperma in den Mund bekommst – egal ob du es runterschluckst oder ausspuckst. Entscheidend ist, dass es mit deinen Schleimhäuten im Mund in Berührung kommt. Das HIV-Risiko ist sehr gering, selbst wenn Sperma in deinen Mund gerät. Denn die Mundschleimhaut ist sehr robust. Für Lusttropfen besteht grundsätzlich kein HIV-Risiko bei Oralverkehr.

Es ist grundsätzlich wichtig, dass du dich informierst, wie du dich vor STI schützen kannst. Die wichtigste Safer-Sex-Regel für den Blowjob: Verwende beim Blasen Kondome, wenn du nicht in einer festen Beziehung mit deinem Partner bist und nicht weisst, ob er eine Infektion hat.

Was tun, wenn ich keinen Blowjob geben mag?

Wenn es dir unangenehm ist, einen Penis im Mund zu haben oder Sperma zu schlucken, oder wenn du dich gar davor ekelst, oder wenn du irgend einen anderen Grund hast, warum du keine Blowjob geben willst, dann ist das dein Recht, "Nein" zu sagen. Du kannst deinem Partner sagen, dass du ihm keinen Blowjob geben möchtest, weil dir das nicht liegt. Du kannst mit ihm ausmachen, welche anderen sexuellen Handlungen ihr macht.

Wie kann ich meine Abneigung überwinden?

Vielleicht stört es dich, dass du Blowjobs unangenehm findest. Vielleicht belastet es auch eure sexuelle Beziehung, und du möchtest deinem Partner eigentlich diese Freude machen. Dann kannst du etwas dafür machen, dass du Blowjobs angenehmer erlebst. Diese unangenehmen Gefühle werden sich verändern, wenn du deine Sichtweise wechselst. Das kannst du grundsätzlich üben. Hier dazu ein Beispiel:

Angenommen du empfindest Ekel beim Gedanken daran, dass du Sperma im Mund bekommst. Jetzt stehst du unter dem Druck, dass du etwas nicht kannst. Druck ist ein bewährter Ekel-Verstärker. Denn unter Druck spannst du dich an, und Ekel kann richtig gut in einem angespannten Körper entstehen. Und er ist ein Stimmungskiller. Ohne erotische Stimmung ist der Penis zum Urinieren da. Urin gehört nicht in den Mund, sagt das Ekelgefühl – und hat recht. Da nützt es nicht viel, wenn dein Partner sich vor dem Sex duscht.

Die Frage ist also, wie du deine erotische Stimmung unterstützt. Du könntest mal beobachten, wie und durch was du sexuell erregt wirst. Ist der Penis deines Partners eine sexuelle Erregungsquelle für dich? Schaust du ihn an? Mit welchen Körperteilen berührst du ihn? Mit der Hand? Mit der Wange? Kannst du ihn im trocknen Bereich küssen und lecken? Beobachte mal, wie weit du deine eigene sexuelle Erregung im Kontakt mit dem Penis mitnehmen kannst. Vielleicht hilft dir auch, mit einem Kondom zu üben.

Der nächste Schritt wäre, mit dem Sperma fertig zu werden. Magst du Sperma auf deinem Körper? Kannst du es anfassen, verreiben etc. und dabei erotisiert bleiben? Kannst du Sperma an deiner Hand ablecken?

Lernen gelingt am besten, wenn du interessiert und neugierig sein kannst. Dabei kann auch dein Partner helfen, wenn er seinen Penis zeigt und du mit ihm üben kannst. Ein wichtiger Tipp dazu ist, dass du mit dem Körper in Bewegung bleibst. Weiter oben haben wir geschrieben, dass Anspannung Ekelgefühle unterstützt. Umgekehrt fällt es einem viel schwerer, sich in einem locker-bewegten Körper zu ekeln. Schau dir dazu bitte diese Bewegungstipps an.

Muss ich wirklich lernen, das zu mögen?

Wir haben dir einen methodischen Weg beschrieben, wie du Oralsex lernen könntest. Wenn du merkst, dass Oralsex für dich überhaupt nicht geht, musst du das auch nicht können oder tun. In allen Beziehungen bleiben einige Wünsche unerfüllt. Vielleicht hattest du auch schon Herzenswünsche, die dir nicht erfüllt wurden. Vielleicht redet Ihr mal miteinander darüber, wie ihr es mit den Wunscherfüllungen halten wollt. Was macht er, wenn du einen Wunsch hast, den er nicht mag, nicht erfüllen kann oder blöd findet? Was machst du im gleichen Fall? Wie könnt ihr gemeinsam Lösungen finden, wenn etwas nicht möglich ist?