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Fragen & Antworten:
Sexualität

Frage Nr. 33355 von 11.07.2021

Es betr. 20-jährige Frau: Bin ich lesbisch, wenn ich Panik bei Männern bekomme, die sich mir körperlich nähern? Umarmung, Küssen usw. Ist das ein Zeichen, dass man lesbisch ist? Oder kann da eine ander Ursache vorliegen? Danke für die Rückantwort

Unsere Antwort

Aus deinem Erleben lässt sich nicht ableiten, zu welchem Geschlecht du dich sexuell hingezogen fühlst. Beobachte dich bitte mal, wenn die Panik auftritt. Wie nimmst du in diesen Momenten deinen Körper wahr? Und welche Gedanken kommen in dir auf?

Sehr wahrscheinlich spannen sich deine Muskeln an und deine Atmung ist flach und angestrengt. Ist das so in den Momenten, in denen dich ein Mann küssen oder umarmen möchte? Dann wäre es nur folgerichtig, wenn du das Gefühl hast, in Abwehr zu gehen. Denn über die Muskelanspannung und den flachen Atem erhält dein Nervensystem das Signal, in den Flucht-/Kampfmodus zu schalten. Die Zusammenhänge zum Nervensystem sind komplex aber sehr wichtig, um mehr Verständnis für dich zu haben und deinen Zustand beeinflussen zu können. Ich lege dir dafür dieses Buch ans Herz: «Der Selbstheilungsnerv: So bringt der Vagus-Nerv Psyche und Körper ins Gleichgewicht» von Stanley Rosenberg.

Du fühlst im Moment bei der Annäherung von Männern Panik. Mit dieser Erfahrung gerätst du immer wieder in Stress. Das passiert automatisch. Der Stress führt zur Anspannung und die erschwert dir, Zuneigung oder den Wunsch nach Nähe aufzubringen.

Die Lösung ist, dein vegetatives Nervensystem zu regulieren. Wenn du es schaffst, den Parasympathikus (den Vagusnerv) zu aktivieren, dann kannst du mit Annäherungen entspannter umgehen. Das hilft auch grundsätzlich, anderen in einer positiven Haltung zu begegnen.

Experimentiere mal damit, dich gezielt in eine Umarmung zu begeben. Das kann eine Freundin sein oder eine Person aus deiner Familie, die du gerne magst.  

Bei der ersten Übung spann deine Muskeln stark an, beisse die Zähne fest zusammen und atme nur wenig. Dann versuche das Gegenteil: lass deinen Unterkiefer während der Umarmung hängen, atme tief in den Bauch und lass deinen Ausatem langgezogen ausströmen.

Nimm jeweils wahr, was diese beiden Körperzustände in dir auslösen. Was spürst du jeweils und welche unterschiedlichen Gedanken hast du dabei? Und wie verändert das dein Gefühl für dein Gegenüber?

So wird dir deutlich, dass ein Mensch anders wahrgenommen werden kann, wenn der Körper angespannt ist. Denn dann ist dein Nervensystem in hoher Wachsamkeit und eher auf Abwehr gepolt. Versuche bewusst, dein Nervensystem auszugleichen. Es kann sein, dass dir das allein nicht oder nur schwer gelingt. Dann könnte es lohnenswert sein, eine Fachperson aufzusuchen, um Entspannungs-Techniken einzuüben.

In einer psychotherapeutischen Begleitung kannst du auch darüber sprechen, ob es weitere Ursachen gibt, die in dir zur beschriebenen Panik führen. Der Schlüssel zur Veränderung dieses Erlebens ist, deinem Nervensystem entspannende Impulse zu ermöglichen. Das gelingt über den Körper besser als über die rein gedankliche Auseinandersetzung. Ich empfehle dir für mehr Infos den Infotext zur tiefen Bauchatmung.

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Frage Nr. 33062 von 14.06.2021

Hallo
Ich (m/48) bin von einer jungen Dame, 17 Jahre alt, angefragt worden, ob ich ihr Tipps geben und zeigen könnte, um in sexuellen Belangen Erfahrungen zu sammeln. Ich bin der Meinung, dass ich dies nicht darf, da sie noch nicht volljährig bin. Wir stehen aber in keinerlei Abhängigkeitsverhältnis oder so, ich habe sie erst kennen gelernt. Könnte ich mich strafbar machen, wenn wir zusammen sexuelle Handlungen haben, auch wenn es nicht zum Sex kommen sollte?
Liebe Grüsse

Unsere Antwort

Du kennst dich offenbar mit dem Schweizer Gesetz über das Schutzalter aus, denn du weisst, dass du dich nur strafbar machen würdest, wenn ihr in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen würdet. Möglicherweise kennst du auch unseren Text über das Schutzalter und weisst, dass das Schutzalter in der Schweiz bis 16 gilt.

Du hast ein mulmiges Gefühl. Das Gefühl hast du nicht grundlos. Du bist so viel älter und erfahrener als sie, dass du eine gewisse Verantwortung trägst darüber, was ihr macht – auch wenn die junge Frau nicht mehr im Schutzalter ist.

Ein langsames Vorgehen ist sehr empfehlenswert. Du solltest genau hinschauen, welche Schritte du in welchem Tempo tun kannst. Kleine Schritte sind also gut. Immer genau hinschauen und hinhören. Vielleicht interessiert dich dazu dieser Text. Wichtig ist auch, mit ihr während dem Sex und nachher reden. Und du solltest immer bereit sein, aufzuhören, wenn du spürst, dass sie über ihre Grenzen hinausgeht. 

Denn wenn du das nicht tust, könnte es ganz blöd kommen. Angenommen sie erzählt irgend jemandem davon, dass sie das gar nicht wollte, was ihr macht. Das könnte sehr unangenehm für dich werden, und es könnte dir vorgeworfen werden, dass du gegen den Willen der Frau etwas getan hast – also einen sexuellen Übergriff gemacht hast.

Wichtig ist auch, dass du genug selbstbewusst und eigenständig bist, dass du die Frau keineswegs in irgend einer Form für die Befriedigung deiner sexuellen oder emotionalen Bedürfnisse brauchst. Du machst etwas ihr zuliebe. Du gibst ihr die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Das sollte kein Vorwand sein, sondern du solltest das echt so wollen.

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Frage Nr. 33056 von 14.06.2021

33024 Ich kam auch mal innerhalb von 2 Sekunden (wirklich !) zum Höhepunkt. W
Ist das auch normal?

Unsere Antwort

Ja. Du warst wahrscheinlich schon sexuell erregt, bevor du das gemerkt hast, und bevor du irgend etwas gemacht hast, um dich weiter zu erregen. Und dann fehlte nur ganz wenig bis zum Orgasmus.

Überleg dir mal: Woran merkst du, dass du sexuell erregt bist? Wenn du einen Penis hättest, würdest du das schneller merken, weil Blut in den Penis einströmt. Aber woran merkst du, dass Blut in deine Vulva und deine Vagina einströmt? Was ist es? Wärme? Kribbeln? Zusammenziehen? Feuchtigkeit? Etwas anderes?

Sexuelle Erregung wird mehrmals täglich ausgelöst. Frauen merken das oft gar nicht. Oder sie merken es erst, wenn die sexuelle Erregung schon mehr angestiegen ist. Achte mal genauer darauf. So kannst du üben, das gut wahrzunehmen.

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Frage Nr. 32642 von 12.04.2021

hallo ihr tollen menschen

ich habe das problem, dass ich sex sehr mit bestimmten erwartungen an mich verbinde und einem druck, dass etwas bestimmtes passiert (zum beispiel, dass ich feucht werde/erregt bin). wenn ich jetzt alleine "übe", habe ich auch oft dieses gefühl.

ich würde gerne meine sexualität mehr erkunden, aber immer wenn ich mir vornehme, das zu tun, kommt dieses negative gefühl auf und ich habe keine lust mehr darauf. und dann macht es ja auch keinen sinn, trotzdem zu masturbieren, finde ich.

ich glaube, dass gerade dass ich mir vornehme, zu üben, auch dazu beiträgt, dass ich mir druck mache. gleichzeitig würde ich das gerne tun, weil ich denke, dass ich dadurch viel lernen könnte und wahrscheinlich auch gerade dadurch das problem lösen könnte... könnt ihr mir einen tipp geben?

dankeschön :)

Unsere Antwort

Ja, wir haben einen Tipp, sogar mehrere. Geh mal an das Üben heran, als hättest du es nie zuvor gemacht. Geh also nicht davon aus, dass es immer so sein wird, wie du es in der Vergangenheit erlebt hast. Bleib neugierig auf den Moment. Denn es passiert immer neues.

Offenbar fällt es dir noch schwer, dich darauf einzulassen, einfach nur zu spüren. Deshalb empfehle ich dir einen Zwischenschritt. Bevor du dich anfasst, nimm dir einen Gegenstand. Das kann alles Mögliche sein: eine Socke, eine Decke, ein Kissen oder ein Buch. Erkunde diesen Gegenstand mit deinen Fingern. Was spürst du? Ist es weich oder hart? Ist es überall gleich warm? Wie fühlt es sich an, wenn du den Gegenstand an deiner Hand bewegst und wie fühlt es sich an, wenn der Gegenstand still liegt und du streichst deine Hand darüber. Nimm dir dafür Zeit. Du kannst zum Beispiel einen Wecker auf 5 Minuten stellen. Mit der gleichen Haltung gehst du dann an die Selbstbefriedigung ran. Dazu empfehle ich dir auch unseren Text «Selbstbefriedigung bei Frauen: Wie mache ich mich mit meinem Geschlecht vertraut?».

Du kannst dich auch selbst austricksen, indem du dir vornimmst, beim Berühren nicht feucht zu werden und nicht sexuell erregt zu sein.

Beobachte auch mal, was dein Körper macht, wenn du diesen Druck spürst. Kannst du den Druck durch deinen Körper noch verstärken? Wahrscheinlich bist du eher angespannt, atmest flach und bewegst dich kaum. Wie würdest du dich hingegen bewegen, wenn du eine neugierige Entdeckerin wärst? Wahrscheinlich würdest du dich mehr bewegen, tiefer atmen und der neuen Situation offen und weich begegnen. Wenn du immer wieder spürst, wie dein Körper sich gerade anfühlt, kannst du immer wieder Einfluss darauf nehmen, wie du dich fühlst. Das ist sehr oft hilfreich. Es lohnt sich, das zu üben. Du kannst am Anfang ruhig übertreiben.

Du übst übrigens nicht nur bei der Selbstbefriedigung. Es hilft auch sehr viel, wenn du dich im Alltag fragst, was du gerade in deinem Geschlecht wahrnehmen kannst. Was spürst du beim Gehen, Rennen, Hocken? Was spürst du unter der Dusche? Was spürst du, wenn du morgens oder abends eine Hand auf deine Vulva legst?

Schau mal, was du mit diesen Tipps anfangen kannst. Du kannst uns gern wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 32588 von 07.04.2021

Hallo Lilli :) Ich habe eine Frage zum Thema Beckenbodenmuskulatur. Es ist so, dass ich oft Probleme beim vaginalen Aufnehmen von Fingern/Penis habe, also das Eindringen bereitet mir Schmerzen und es fühlt sich an als wäre nicht genug Platz.

Das würde ja laut eurer Website eher darauf hindeuten dass meine Beckenbodenmuskulatur zu stark angespannt ist? Gleichzeitig habe ich aber auch bemerkt, dass ich beim Springseil springen häufig etwas Urin verliere, selbst wenn ich vorher auf Toilette war. Das passiert mir NUR beim Springseilspringen, also nicht beim Niesen etc, aber trotzdem deutet das ja wiederum eher auf einen schwachen Beckenboden hin oder?

Habt ihr eine Idee wie das zusammenpasst und ob ich eher Übungen zur Lockerung oder zur Kräftigung der Muskulatur machen sollte?

Unsere Antwort

Das passt sogar sehr gut zusammen. Denn ein stark angespannter Beckenboden ist häufig ein schwacher Beckenboden. Ein starker Beckenboden ist elastisch. Er kann ganz locker sein und ganz angespannt und alles dazwischen auch. Was du brauchst, ist mehr Spielraum im Beckenboden.

Viele Frauen spannen die Muskeln im Beckenboden immer an. Nehmen wir an, eine dieser Frauen will noch mehr anspannen. Sie spürt dann gar keinen grossen Unterschied. Wieso? Stell dir vor, wir messen ihre Muskelspannung auf einer Skala von 0 bis 10. Die Frau hat immer eine Muskelspannung von 8. Dann spannt sie an und hat eine Muskelspannung von 10. Da ist der Unterschied nicht so gross, wie wenn sie am Anfang bei 0 gestartet wäre. Sie hat also keinen grossen Spielraum zwischen Anspannung und Entspannung. Beim Beckenbodentraining geht's also auch um den Spielraum. Du lernst, den Spielraum grösser zu machen. So ist mehr Platz zwischen deinem Gefühl von «mein Beckenboden ist komplett angespannt» und «mein Beckenboden ist komplett entspannt».

Lies dazu bitte unseren Text «Beckenbodentraining für Frauen für den Sex». Du kannst auch mal auf YouTube schauen. Da gibt es viele gute kostenlose Videos von Eric Franklin, um den Beckenboden zu verstehen und zu trainieren. Fokussiere dich aber nicht zu stark nur auf Übungen für den Beckenboden. Dein Körper sollte insgesamt in Balance bleiben. Sorge also zusätzlich zu Übungen für den Beckenboden am besten auch für Bewegung, wo dein ganzer Körper beteiligt ist.

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Frage Nr. 32181 von 21.02.2021

Habt ihr auch Angebote , Links , Tipps für Erwachsene die in ihrer Sexualität gänzlich passiv sind , also niemals sexuellen umgang mit anderen haben ausser mit sich selber und irgendwie komplett feststecken? sog. absolute beginners
liebe grüße aus deutschland

Unsere Antwort

Was meinst du mit «irgendwie komplett feststecken»?

Unsere Angebote richten sich an alle Menschen, die Informationen und Tipps rund um Sexualität suchen.

Die Frage ist immer, ob und wo die Person sich entwickeln möchte. Ein*e sogenannte*r «Absolute Beginners» hat vielleicht Interesse an unseren Tipps für die Selbstbefriedigung oder hat Lust, jemanden für Beziehungserfahrungen zu finden und interessiert sich deshalb für unsere Verführungstipps. Auch unser Kapitel «Beziehungen eingehen» kann für Absolute Beginners interessant sein.

Fragst du für dich? Wobei wünschst du dir konkret Unterstützung? Was fehlt dir auf unserer Website?

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Frage Nr. 32113 von 15.02.2021

Ich möchte meiner Freundin beim Sex einmal auf die Brüste spritzen. Ich weiß selber nicht warum, aber ich stelle mir das wahnsinnig geil vor. Ich weiß nicht wie ich Sie darauf ansprechen soll? Ich weiß nicht was für eine Reaktion dann kommt. Wir haben eigentlich nur normalen Sex. Ich bin bis jetzt immer nur in ihr gekommen.

Unsere Antwort

Was ist normaler Sex? Erfüllender Sex kennt keine Normen. Wenn du so willst, ist das das einzig Normale am Sex. Es ist für jede Person anders, was ihr beim Sex gefällt. Und auch was sie für normal hält. Dein Wunsch ist keineswegs ungewöhnlich.

Wir können uns allerhand Dinge sexuell wünschen. Und wenn wir sie Wirklichkeit lassen werden wollen, braucht es einfach unseren Einsatz dafür. Du bringst dich jetzt bei eurem Sex ein. Genauso macht es deine Freundin. Und so schafft ihr bei jedem Mal Sex den Raum für diese oder jene Handlung.

Falls du nun etwas Neues mit in den Sex einbringen möchtest, geht das also gar nicht ohne dich oder sie. Das gilt für jeden Wunsch, ob das auf die Brüste spritzen ist oder etwas anderes. Ich weiss nicht, ob und wie ihr bisher über euren Sex sprecht. Wenn das für euch keine Routine ist, kannst du aber einen Raum zum Reden schaffen. Dafür empfehle ich dir unsere Tipps «Reden über Sex ist hilfreich und erotisch».

Dann kannst du mitteilen, was du gerne mal beim Sex ausprobieren möchtest. Dabei kannst du auch fragen, was sie sich vorstellt. So seid ihr beide mit am Bord und könnt euch über euren Sex austauschen. Oder ihr zeigt euch eure Ideen für den Sex als lustvolles Spiel gleich vor, wenn euch mehr nach Taten statt Worten ist.

In Zukunft mag dir dann vielleicht gar nicht mehr die Frage aufkommen, wie du etwas ansprichst. Es gehört für dich einfach dazu, dass du locker mit ihr regelmässig über Wünsche beim Sex oder in eurer Beziehung redest.

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Frage Nr. 32059 von 03.02.2021

Hallo Lilli,

vielen Dank für die Beantwortung meiner vorigen Frage 31908. Allerdings würde ich gerne nochmals eure Meinung wissen: Ihr schreibt, viele Menschen behalten sexuelle Phantasien für sich.

Dass ich natürlich nicht proaktiv mit meinen Phantsien "hausieren" gehe, ist klar. Aber was sagt man, wenn der Partner fragt: Sagmal, was schaust du denn so an an Sexfilmchen? Zeig mal! Oder wenn man zusammen masturbiert oder auch alleine, und man wird gefragt, sagmal, was stellst du dir denn im Allgemeinen so vor dabei? Das waren dann die Momente, in denen ich zu lügen begann.

Auch wenn ich mir wünsche, dass ich in meiner Sexualität angenommen werde, auch wenn dem anderen das Eine oder Andere nicht passt. Es gehört nunmal zu mir. Da hilft auch kein: Das wird bestimmt weggehen, wenn du dich anders erregst mit weniger Spannung, oder wenn du mal richtig tollen xy Sex hattest. Ich finde es gehört zu mir, und ich will es gar nicht "loswerden", denn es bereitet mir ja Lust und Freude. Das Repertoire stetig erweitern- klar gerne, noch weitere neue Möglichkeiten und Phantasien kennelernen. Aber nicht als "Medizin" gegen die Alten. Das finde ich schwierig, da meine Meinung zu vertreten. Ich könnte einen Partner gut verstehen, wenn ich in echt Gang Bangs etc. machen würde. Aber in Gedanken finde ich das ehrlich gesagt gar nicht schlimm, sich in der Phantasie auch "Verbotenem" zu widmen...

Zum Glück ist das jetzt ja anders, aber es beschäftigt mich doch immer noch. Die Frage, was ok ist und was nicht. Denn man will dem anderen ja kein schlechtes Gefühl geben, sich unzureichend zu fühlen, weil er das nicht bietet. Wie erreicht man, dass man bei anderen dann nicht dieses Gefühl auslöst, sondern wirklich sagt, es fehlt mir nicht, nur weil ich es mir gerne vorstelle. Du bist ausreichend. Ich will nichts anderes. Nur in der Phantasie, da mag ich es, auch so etwas zu tun. Du musst deshalb nicht denken, dass mir mit dir etwas fehlen würde oder du mich nicht richtig befriedigst...

Unsere Antwort

Für dich gibt es offenbar nur die Option, alles zu erzählen oder zu lügen. Aber wie wäre es mit der Option, dass du ihm ganz ehrlich sagst: «Ich möchte das für mich behalten»? Findest du, dass du verpflichtet bist, deinem Partner alles über dein sexuelles Innenleben zu erzählen? Oder gibt es für dich auch die Möglichkeit, dass du dein Eigenes, ganz für dich selbst, haben darfst? Und dass du deinem Partner gegenüber dazu stehst? In meiner letzten Antwort habe ich dir unseren Text über Eigenständigkeit empfohlen. Ich empfehle ihn dir noch einmal.

Du schreibst im Grunde ziemlich herablassend über deine sexuellen Fantasien. Wie kommt es dazu? Wie kommst du darauf, dass du sie loswerden solltest? War das dein Exfreund? Frag dich, ob du einem Mann so einen grossen Einfluss über dich geben möchtest. Deine sexuellen Fantasien sind nicht schlechter oder «loswerdenswerter» als andere. Sie haben einfach nicht seinen entsprochen, und damit seid ihr beide nicht konstruktiv umgegangen.

Sexuelle Fantasien mit «harten» Inhalten sind häufig, und sie hängen tatsächlich mit höherer Muskelspannung in der sexuellen Erregung zusammen. Wegen dem sind sie nichts, was man loswerden sollte. Genauso wie du deine sexuelle Erregungstechnik nicht ändern musst. Auf dieser Website schreiben wir über Probleme, die bei hoher Muskelspannung auftreten KÖNNEN. Wir wissen aus der sexualtherapeutischen Praxis, dass die Muskelspannung zu Problemen führen KANN. Aber sie muss es nicht. Wenn sie es nicht tut, besteht kein Bedarf, die Erregungstechnik zu erweitern. Und in der Regel besteht auch kein Bedürfnis danach. Die Arbeit an der Erregungstechnik macht nur dann Sinn, wenn mit ihr Probleme auftreten.

Das gleiche gilt für die sexuellen Fantasien: Viele Menschen akzeptieren ihre sexuellen Fantasien und sehen sie als etwas, das ganz einfach den Zweck hat, die sexuelle Erregung zu steigern. Es gibt aber auch Menschen, die fühlen sich durch die Inhalte ihrer sexuellen Fantasien gestört. Sie passen nicht in ihr Bild von sich selbst als Mensch oder in ihr Bild von Sexualität. Diese Menschen können durch Arbeit an ihrer Erregungstechnik etwas dafür tun, dass sie neue Fantasiebilder kreieren. Die anderen werden vermutlich nicht das Bedürfnis danach haben.

Wenn du sexuell Neues dazulernst, geht es immer um ein Erweitern des Repertoires: Was du dir einmal angeeignet hast, kannst du in der Regel ein Leben lang. Wenn du neue Erregungstechniken lernst, und auch wenn diese neue Bilder in deinem Kopf auslösen, kannst du bei Bedarf immer auf die alten Techniken und Bilder zurückgreifen. Wenn du das lang nicht mehr gemacht hast, sind sie vielleicht etwas «eingerostet», aber mit etwas Übung holst du sie dir wieder zurück. So funktioniert das sexuelle Lernen.

In sexuellen Fantasien finden oft Dinge statt, die im richtigen Leben gar nicht umsetzbar sind, und oft kommen die eigenen Partner*innen darin nicht vor. Wenn dein Partner selbstsicher und sexuell offener eingestellt ist, wird er mit deinen sexuellen Fantasien lockerer umgehen. Er wird sich von den sexuellen Fantasien nicht gestört oder als dein Liebhaber bedroht fühlen.

Es ist also sehr stark die Sache deines Partners, wie er mit deinen sexuellen Fantasien umgeht. Falls sich ein Partner dafür interessiert, und falls du Lust hast, sie ihm zu erzählen, kannst du ja erst mal ausloten, wie offen er gegenüber den verschiedensten Fantasieinhalten ist. Und du kannst andeuten, dass es in deinen Fantasien nicht um «Blümchensex» geht. Du merkst an seiner Reaktion wahrscheinlich sehr schnell, ob er gegenüber deinen Fantasieinhalten offen sein könnte.

Übrigens: Manchmal ist es auch so, dass Menschen sehr in ihre sexuellen Fantasien abdriften in der Paarsexualtiät, und dann spüren die Partner*innen, dass man gar nicht mehr dabei ist. Das kann störend sein. Dann könnte es wiederum Sinn machen, an der Erregungstechnik zu arbeiten, damit man in der Paarsexualität nicht mehr so konzentriert auf die sexuellen Fantasien zugreifen muss.

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Frage Nr. 32058 von 02.02.2021

Hi zusammen,
Ich bin weiblich und 17, mein Freund ist auch noch 17... Wir sind nun schon einige Zeit zusammen und haben beim Petting schon einiges ausprobiert... zwei Mal wollten wir dann miteinander schlafen und ja sein Penis, der echt ziemlich groß ist, war immer sehr hart bis es dann kurz davor war ein Kondom überzuziehen und in mich einzudringen, dann ist er ziemlich schnell schlapp geworden. Ich habe beide Male sehr verständnisvoll reagiert und alles hat gepasst. Aber so sprechen darüber will er nicht...obwohl wir uns echt alles sagen können und auch beide wirklich miteinander schlafen wollen...

Kann ich ihm da irgendwie helfen? Vielleicht spielt der Faktor, dass er noch Jungfrau ist und ich nicht eine Rolle. Ich liebe meinen Freund sehr, deswegen ist das an sich kein Problem... Trotzdem wollen wir ja irgendwann miteinander schlafen.

Es wäre toll wenn ihr mir helfen könntet.
Liebe Grüße

Unsere Antwort

Das ist schön, dass ihr eure gemeinsame Sexualität zusammen ausführlich entdeckt.

Wenn der Penis beim oder vor dem Überziehen des Kondoms schlaff wird, liegt das meist eher an der Übung als an etwas anderem. Dein Freund könnte bei der Selbstbefriedigung auch ein Kondom verwenden, damit er mehr Routine bekommt. Ihr könntet aber auch einfach beim Petting mal ein Kondom verwenden. Also damit meine ich: ihr streift das Kondom über, auch wenn es klar ist, dass es nicht zum Geschlechtsverkehr kommen wird. Oder ihr streift es beim Vorspiel über, lange bevor es klar wird, ob und wann ihr Geschlechtsverkehr haben werdet. Es kann auch helfen, wenn ihr das Kondom mit ins Liebesspiel einbindet. Das heisst: keine Pause machen, um das Kondom überzuziehen, sondern du könntest es ihm auch überstreifen. Oder du könntest ihn am Genitale weiterstreicheln oder massieren, während er das Kondom überstreift.

Wichtig ist, dass in seinem Kopf das Kondom kein Störfaktor ist, sondern ein erotisches Requisit. Es ist auch hilfreich, wenn dein Freund auch beim Überstreifen des Kondomes mit dem Becken in Bewegung bleibt. Dadurch wird verhindert, dass er die Muskulatur zu sehr anspannt. Dann fühlt er nämlich weniger und die Erektion nimmt eher ab. Je weniger er fühlt, desto stärker ist halt auch der Kopf beteiligt. Und je mehr er mit seinen Gedanken beschäftigt ist, desto weniger fühlt er auch im Penis. Das ist ein ungünstiger Kreislauf.

Ich denke schon, dass du mit deinem Freund darüber sprechen kannst. Du kannst ihm ja davon erzählen. Er muss ja nicht antworten. Es geht darum, auf der Handlungsebene etwas zu ändern. Und ich denke, dass er deine Vorschläge wahrscheinlich gerne ausprobieren wird.

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Frage Nr. 32033 von 01.02.2021

Hallo zusammen,
ich bin 23 (m) und habe seit geraumer Zeit das Problem, dass meine Erektion unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr verschwindet. Während dem Vorspiel und der Selbstbefriedigung, bzw allgemein, habe ich kein Problem mit meiner Erektion. Ich bin mir also zielich sicher, dass sich das so "in meinem Kopf" festgesetzt hat. Natürlich muss ich auch vor jedem Versuch daran denken und das führt dann meistens dazu, dass ich direkt vor dem Sex quasi "plötzlich" meine Erektion verliere.

Ich bin in keiner festen Beziehung und habe eher wechselnde Geschlechtspartner, es ist also schwer "mit meinem Partner drüber zu reden". Ich war deshalb beim Urologen und er hat mir empfohlen einfach ein paar mal Viagra zu nehmen, danach würde es auch wieder ohne Hilfsmittel funktionieren. Mit Viagra funktioniert es zwar, aber sobald ich das weglasse meistens eben nicht. Es ist auch denke ich keine Dauerlösung, mit 23 (und eigentlich perfekter Erektionsfähigkeit) Viagra zu benutzen.

Gibt es irgendwelche anderen Möglichkeiten / Tipps / nächsten Schritte die ich machen kann? Ich habe gefühlt schon "alles" probiert. Ich hab schon probiert, nicht darüber nachzudenken und mich nicht zu stressen. Klappt nicht. Mit Viagra wieder zurück zum normalen klappt auch nicht. Ich bin relativ hilflos mittlerweile.

Vielen lieben Dank im Voraus!

Unsere Antwort

Offenbar stimmt irgendwas in der Situation nicht für dich, deshalb macht dein Penis dir einen Strich durch die Rechnung. Was es genau ist, kann ich dir nicht sagen, weil ich dich nicht kenne. Es kann sein, dass du Angst hast, dass eine Schwangerschaft entstehen könnte oder du dich mit einer sexuell übertragbaren Infektion ansteckst. Es kann sein, dass du mehr Vertrauen brauchst und die Person besser kennen müsstest, um eine sichere und verlässliche Erektion zu haben. Es kann auch sein, dass du zu sehr unter Leistungsdruck stehst, weil du an dich den Anspruch hast, dass du beim Sex super performen solltest. Oder vielleicht ist es auch ein anderer Grund.

Überlege einmal, was es bei dir ist.

Jedenfalls ist es so, dass du den Leistungsdruck und die Angst erhöhst, wenn du mit der Person vorher nicht darüber sprichst. Es ist auch eine interessante Ansicht, dass man mit der Person mit der man Sex haben möchte, nicht über Erektionsschwierigkeiten sprechen kann. 1. Sie wird es ja sowieso mitbekommen, dass die Erektion nicht zuverlässig ist. Und davon musst du im Moment halt mal ausgehen. Nur wenn du das im Moment mal akzeptierst, gibt es auch eine Chance da wieder raus zu kommen. 2. Du möchtest dieser Person körperlich sehr nahe sein, näher geht es ja nicht mehr, aber gleichzeitig möchtest du nicht mit ihr über das Thema sprechen, dass euch beide betrifft? Damit tust du so, als wärst du zwei geteilt: hier der Kopf, da der Körper. Der Körper soll ihr ganz nahe sein, der Kopf aber in dem Moment nicht. Wenn du so zweigeteilt bist, bekommst du halt leider auch nicht mehr viel davon mit, was du körperlich spürst. Das heisst du gehst immer mehr in deine Ängste und Gedanken und damit weg von deinem Körper. So ist es schwierig, eine Erektion zu halten.

Ich würde dir dringend empfehlen VORHER mit der Person darüber zu sprechen. Was kann passieren? Sie sagt: ok, ich will nicht. Oder sie sagt: nicht schlimm, wir versuchen es trotzdem. Wenn sie es vorher weiss, dann ist es auch für sie besser, weil sie es nicht persönlich nehmen muss. Vielleicht geht es dir auch darum, was die Person über dich denken wird. Aber das weisst du sowieso nicht, was sie denken wird. Es kann sein, dass sie, wenn du es ihr vorher sagst, beeindruckt ist, weil du offen darüber sprichst. Es kann sein, wenn du nichts sagst und die Erektion dann nicht so funktioniert, sie vielleicht von dir denkt, du hast sie absichtlich getäuscht. Man weiss nie im Voraus, was die anderen in solchen Momenten von einem denken.

Wenn du mit ihr darüber gesprochen hast, fällt der Aspekt: «ich muss es geheim halten» weg. Dann fällt gleichzeitig ein Teil des Druckes weg und du hast dadurch mehr Raum auf dein Spüren im Körper zu achten. Um beim Fühlen im Körper zu bleiben, ist es hilfreich dein Becken in Bewegung zu halten. Mehr dazu findest du in unseren Tipps zur Beckenschaukel für Männer.

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Frage Nr. 31894 von 16.01.2021

Hallo liebes lilli-Team!

ich bin weiblich und 23 Jahre alt. Ich habe mit einem Mann geschlafen, der sehr schnell gekommen ist und sich deswegen geschämt hat, glaube ich. Ich hätte es gerne angesprochen, weil ich es trotzdem schön fand und nicht schlimm fand, dass er so schnell gekommen ist (er hat auch noch nicht so viel sexuelle Erfahrung). Aber ich hatte Angst, dass er es noch unangenehmer findet, wenn ich es anspreche und sich dann noch mehr schämt, deshalb habe ich nichts gesagt. Wie seht ihr das? Habt ihr irgendeine Idee, wie man sowas rüberbringen kann, ohne dass es irgendwie komisch für die andere Person ist?

Unsere Antwort

Du kannst nicht vorhersehen, wie er reagieren wird, wenn du es ansprichst. Überleg dir also, was du ihm gern sagen willst und was du dir wünschst, was bei ihm ankommt. Das geht oft leichter, als beim Gedanken zu bleiben, was nicht passieren soll.

Vielleicht willst du, dass er sich wertgeschätzt fühlt und er weiter Lust hat auf Sex mit dir. Dann sag zum Beispiel «Ich fand unseren Sex richtig schön. Mir hat gefallen, wie du...».

Du kannst es ihm offenlassen, ob er über das frühe Kommen reden will oder du kannst ihn direkt fragen, wie das für ihn ist. Ich weiss nicht, wie nah ihr euch steht.

Am einfachsten ist es, wenn du es mit Selbstverständlichkeit ansprichst. So als würdest du über ein leichtes Thema reden. Dann bekommt das Thema keine Schwere, sondern ihr könnt dem mit Leichtigkeit begegnen.

Letztlich ist es nicht so entscheidend, was du genau sagst. Er wird merken, dass du es gut mit ihm meinst und du ihn schätzt.

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Frage Nr. 31880 von 15.01.2021

Ich (w, 31) bin seit 4 Jahren in einer glücklichen Beziehung, doch leider können wir seit gut 3 Jahren kaum mehr Sex haben, denn ich leide unter Vaginismus.

Liebe Mädels und Frauen, die lange mit Vaginismus zu tun haben - ihr seid nicht allein. Für die anderen möchte ich gern aufschreiben und hoffe auf Antwort zu dem, was euch erspart bleiben kann, wenn ihr euch schnell um euren Vaginismus kümmert.

Ich wollte es anfangs mit dem Sex weiter probieren, denn es hat auch manchmal geklappt aber dann zunehmend nicht mehr. Ich hätte eher nein sagen müssen!
Ich hatte verschiedene Sexualpartner bisher. Bei manchen hatte ich keine Probleme, aber bei den etwas besser bestückten schon. Zufällig sind das aber diejenigen, mit denen ich eine längere, feste Beziehung einging. Kann Vaginismus durch emotionale Bindung verstärkt werden?

Selbst bei Frauenärzten ist das manchmal ein Tabuthema. So zuckte meine Ärztin mit den Schultern, als ich Sie um Rat fragte aufgrund von Schmerzen beim Sex. Meine neue Ärztin riet mir vor einem Jahr nach langem hin und her zu einer Sexualtherapie.
Seitdem meine Partner und ich uns also ernster mit dem Thema beschäftigen, ist es schlimmer geworden und wir können gar keinen Sex mit Penetration mehr haben. Mein Partner ist sehr verständnisvoll und hat mittlerweile genau wie ich nur noch selten Lust. Es ist einfach zu frustrierend, obwohl ich auch der Meinung bin, dass Sex ohne Eindringen schön ist und besser ist als kein Sex. Mir fehlt diese sexuelle Nähe und ihm sicher auch.
Nach 5 Sitzungen beim Sexualtherapeuten war mir klar, dass ich so nicht weiterkomme. Er riet mir auch zu viel Übung, z. B. mit Dilatoren. Obwohl das mit den kleinen und mittleren Größen manchmal geklappt hat, kam ich da immer nur mit großer Überwindung ran und kam auch nicht zum Ziel. Warum muss ich mich so überwinden, mich mit meiner Vulva zu beschäftigen? Ich befriedige mich auch fast nie selbst, habe ganz wenig Lust und gar keine sexuellen Phantasien. Habe überlegt, ob das nicht auch an einem Hormonungleichgewicht liegen kann, denn ich kenne auch Zeiten mit viel Lust (z. B. Pubertät, nach Absetzen der Pille). Da meine Regelschmerzen oft stark sind, und sich in meiner Pubertät stark Zysten gebildet haben, wovon eine am Eierstöcke operativ entfernt werden musste, überlege ich auch ob eine Endometriose mit den Schmerzen zu tun haben könnte. Die Schmerzen liegen allerdings eher am Scheideneingang.

Mit meinen Eltern konnte ich nie über intime Themen reden, das war alles eher schambesetzt und ich erinnere mich an eine Szene als Kleinkind, ich war in einer Phase wo ich scheinbar mehr als andere Kinder meinen und andere Körper entdecken wollte. Meine Oma kam herein als ich mit meiner Cousine geguckt habe, was wir da unten haben.. Das war natürlich pfuiiii!!

Zurück zur Gegenwart: Bei einem Beckenbodentraining war ich auch bereits.
Gefühlt hilft nichts so wirklich. Aber ich muss auch gestehen, dass ich mich einfach mehr zum üben zwingen muss, denn ich lasse uns ansonsten ein erfülltes Sexleben entgehen und außerdem möchten wir in nicht allzu langer Zeit auch Kinder.
In Muskelanspannung bin ich gut trainiert, ich habe im Alter von 9 bis 16 Akrobatik betrieben und da war Spannung alles. Vielleicht ein Hinweis auf einen angelernten angespannten Beckenboden, Nacken, Kiefer, etc.... Ich bekam dazu bereits einen Hinweis auf den Feldenkreis Ansatz.

Auf dem Weg nach einer Lösung frage ich mich, ob eine Psychotherapie helfen könnte (Thema Selbstliebe, Schutzmechanismen, evtl. Traumaübertragung - ich erfuhr vor 2 Jahren dass, meine andere Oma als Kind von Bruder und Vater sexuell mißbraucht wurde, sie war traumatisiert und depressiv)

Aber was mich zuletzt am meisten zum Grübeln gebracht hat: ich werde sogut wie immer feucht, neulich hatte ich mit meinem Partner ein wundervolles Vorspiel, hatte so viel Lust wie lange nicht mehr, fühlte mich entspannt und: Sein Penis ging trotzdem überhaupt nicht hinein. Tür und Tor verschlossen. Es war meine letzte Hoffnung, dass es mit großer Lust doch funktionieren würde, jetzt sind wir noch verzweifelter.

Ich realisierte gerade, wie komplex mein Fall ist, da gibt es sicher viele Ansatzpunkte, aber das überfordert mich :(

Liebes Lilli Team, ich freue mich auf eure Antwort. Vielen Dank!

Unsere Antwort

Vaginismus kann sehr einfach zu beheben sein, manchmal ist es aber komplizierter. Du fragst dich, ob Vaginismus durch emotionale Bindung verstärkt werden kann. Geh dem mal nach: Was ist emotionale Bindung? Und wie könnte emotionale Bindung mit Vaginismus zusammenhängen? Klar ist: Hier sagt die Vagina «nein», weil die Frau nicht «nein» sagt. Was sind die Gründe für das «Nein» der Vagina? Und was sind die Gründe für das ausbleibende «Nein» der Frau?

Schmerzen am Scheideneingang deuten auf hohe Muskelspannung hin, nicht auf Endometriose. Ich rate dir, den Hormonen nicht so viel Gewicht zu geben. Die Schmerzgeschichte im Rahmen der Menstruation spielt sicher eine viel grössere Rolle. Und in diesem Zusammenhang spielt deine sexuelle Lerngeschichte auch eine wichtige Rolle. Wir erleben das immer wieder: Eine Frau, die ihr Geschlecht gut angeeignet hat und mit angenehmen Wahrnehmungen und Gefühlen verbindet, steckt schwierige körperlich-medizinische Zustände viel besser weg als eine Frau, deren Beziehung zu ihrem Geschlecht nicht so gut ist.

Ich denke daher, dein Weg kann sein, dass du eine gute Beziehung zu deinem Geschlecht aufbaust. Dabei könnte dir eine einfühlsame Sexualtherapeutin sicherlich weiterhelfen. Ich empfehle dir eine, die (auch) nach dem Ansatz des Sexocorporel arbeitet. Bis jetzt hast du nur die Erfahrung gemacht, dass die Sexualtherapie zum Ziel hatte, dass du (für die Männer) besser funktionierst. Ich glaube nicht, dass das dein Weg ist. Dein Weg geht in die Emanzipation, in die weibliche Selbstsicherheit.

Und das bringt mich auch zum Thema Mutterschaft. Du schreibst «außerdem möchten wir in nicht allzu langer Zeit auch Kinder». Was heisst das genau? Wann? Was willst du? Schwanger sein? Ein Kind austragen? Ein Kind gebären? Für dieses Kind dasein? Ich empfehle dir, dass du das kritisch beleuchtest. Denn Vaginismus kann auch das Gefühl der Angst und Überforderung rund um das Kinderkriegen und Muttersein widerspiegeln. Gut möglich, dass das bei dir nicht so ist, aber es ist vielleicht eine gute Idee, dass du da mal «über die Bücher» gehst.

Ja, du kannst sicher auch eine Psychotherapie machen. Wie deine Grossmutter mit dem umgegangen ist, was ihr passiert ist, hatte eine Auswirkung auf ihre Kinder. Und wie diese mit dem umgegangen sind, hatte eine Auswirkung auf deren Kinder. Ich empfehle dir aber, dass du dort ansetzt, wo es am nächsten ist: bei dir, in der Gegenwart. Von dort aus kannst du in die Kindheit schauen und allfällig Altlasten bearbeiten, falls und wo dies nötig ist.

Du kannst auch verschiedene Fachpersonen gleichzeitig zur Hilfe ziehen. Ich fände es ausgesprochen sinnvoll, wenn du auch etwas machst, wo der Körper im Zentrum stehen kann. Feldenkrais ist tatsächlich sehr gut. Es ist eine hervorragende Methode, dir selbst näher zu kommen, dich ganzheitlich besser zu verstehen und dein ganzes System besser zu managen.

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Frage Nr. 31616 von 10.12.2020

Hallo liebes lilli-team,

in meiner frage geht es eigentlich nicht um ein problem, sondern es ist eher eine frage aus neugier, also stellt sie gerne zurück hinter dringenderen fragen..

ich (w, 22) hatte bis jetzt nur heterosexuellen sex und fühle mich auch als frau. trotzdem habe ich manchmal phantasien, in denen ich mir vorstelle, ein mann zu sein und mit anderen männern sex zu haben, was mich sehr erregt, häufig sogar mehr als hetero-sexphantasien. was mich daran verwirrt, ist, dass ich mich ziemlich wohl in meinem biologischen geschlecht fühle, eigentlich absolut nicht das bedürfnis habe ein mann zu sein und den sex, den ich als frau mit männern habe auch sehr schön finde. ich glaube, wenn es möglich wäre für einen moment mein geschlecht zu wechseln, könnte ich mir vorstellen, diese phantasie auch auszuleben, darüber hinaus würde sich ein männerkörper für mich aber falsch anfühlen.. in der realität finde ich es schwierig, das irgendwie auszuleben, aber vielleicht muss ich das auch gar nicht

das ganze belastet mich nicht, sondern interessiert mich ziemlich, deshalb würde ich mich über irgendeinen denkanstoß von eurer seite freuen, den ich weiter verfolgen kann. kann es sein, dass phantasie und reale wünsche da irgendwie ein stück weit auseinandergehen?

vielen dank!

Unsere Antwort

Ja, Fantasie und reale Wünsche können ein Stück weit auseinandergehen. Viele Menschen haben nicht das Bedürfnis, die Fantasien in der Wirklichkeit auszuleben. Der Hauptsinn sexueller Fantasien ist, dass du damit sexuelle Erregung auslösen und steigern kannst. Dies ist eine wichtige und wertvolle erotische Fähigkeit.

Sexuelle Fantasien und Wünsche haben immer irgendeine Logik. Die hängt mit der persönlichen sexuellen Lerngeschichte zusammen. Sie hängt auch damit zusammen, was wir mit unserem Körper machen, während wir uns sexuell erregen. Du könntest dem mal nachgehen. Lies dazu bitte dieses Kapitel über Erregungstechniken bei Frauen.

So wie du dein Erleben bei sexuellen Aktivitäten mit Männern beschreibst, scheint es mir, dass du den männlichen Körper gut erotisiert hast. Das heisst, er spricht dich erotisch an und er ermöglicht dir Lusterleben. Das kann eine wichtige Quelle für deine sexuellen Fantasien sein.

Damit ich dir darüber hinaus konkretere Gedanken über deine sexuellen Fantasien schreiben kann, sollte ich wissen, was genau der Inhalt der Fantasien ist: Was machst du mit den Männern? Was machen Sie mit dir? Sind es eher Verführungsszenen oder kommt es zu Sex oder zu anderen Handlungen? Falls du mit den Männern Sex hast, was genau machst du? Und worauf ist die Aufmerksamkeit? Was gibt dir den grössten «Kick»? Dann: Was genau machst du bei der Selbstbefriedigung, während du diese Fantasien hast? Welche Teile deines Körpers stimulierst du? Wie? Wie setzt du deinen Körper dabei ein? Was ist deine Technik der sexuellen Erregung? Du kannst uns das gern genauer beschreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage ein.

Deine Fantasien bereichern deine Sexualität. Und in diesem Sinne wünsche ich dir, dass du neugierig mit dir bleibst und sie weiter geniesst. Das kannst du für dich allein oder möglicherweise auch mal mit einem Sexpartner, in Form eines Rollenspiels oder mit Sex-Toys (zum Beispiel Strap-on-Dildo).

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Frage Nr. 31389 von 23.11.2020

Ist Asexuell eine Krankheit?, denn wir haben etwas auf einer Homepage gesehen und können es nicht ganz glauben.

ich brauche eine genaue Information über Asexuelle.

Unsere Antwort

Was du gelesen hast, ist falsch. Menschen bezeichnen sich als asexuell, wenn sie sich nicht von anderen Menschen sexuell angezogen fühlen. Sie haben kein Verlangen auf Sex. Es ist keine Krankheit, wenn eine Person keine Lust auf Sex und das Thema an sich hat. Eine Person kann auch ohne Sex ein glückliches Leben haben. Bitte prüfe genau, was du liest. Ich empfehle dir grundsätzlich, Information auf Fachseiten zu lesen. Von falschen Meinungen hast du schliesslich nichts, wenn du wahllos im Internet suchst. Lies bitte unseren Text «Du hast ein Recht auf richtige aktuelle Informationen zu Sexualität».

Was sich beim Thema Asexualität zeigt, sind viele unterschiedliche Lebenswelten. Das heisst: manche Menschen sagen «ich bin asexuell». Aber was sie damit hinsichtlich Sex und Beziehungen konkret meinen, ist unterschiedlich. Einige asexuelle Menschen wollen sicher nichts mit Sex und Beziehungen zu tun haben. Einige asexuelle Menschen wünschen sich körperliche Nähe, schliessen Sex nicht grundsätzlich aus. Manche asexuellen Menschen finden es toll, wenn sie andere umarmen, streicheln oder küssen. Einige asexuelle Menschen wünschen sich emotionale Nähe, aber keinen Sex. Und dann gibt es da für einige asexuelle Menschen verschiedene Graubereiche, was für sie drin ist und was nicht geht. Das können wir gar nicht alles aufführen. Kein asexueller Mensch ist also gleich. Manche möchten mit dem Begriff asexuell einfach ausdrücken, wie sie zu Sex dauerhaft stehen. Andere bestimmen mit «asexuell» ihren derzeitigen Standort, wollen aber nicht über ihre Zukunft hinsichtlich Sex und Beziehungen urteilen. Der Begriff schenkt ihnen dafür eine für sie wertvolle Orientierung im Hier und Jetzt.

Manche asexuellen Menschen wünschen sich vielleicht in Zukunft eine sexuelle Beziehung. Dann stehen sie aber vor einigen falschen Ansichten über Sexualität, die irgendwer mal in die Welt gesetzt hat. Diese Ansichten engen Menschen letztlich ein und hemmen einige sehr in ihrer Entwicklung. Viele Menschen glauben, dass Sex die natürlichste Sache der Welt sei. Das stimmt aber gar nicht. Menschen sind durchaus sexuelle Wesen. Nur weil aber ein Mensch sexuelle Erregung erleben kann, nutzt er diese Fähigkeit nicht zwangsläufig. Sexuelle Erregung empfinden Menschen auch nicht automatisch als lustvoll und angenehm. Wer nicht an Sex interessiert ist, hat ebenso wenig automatisch schlechte Erfahrungen gemacht. Dafür genügt es schon, wenn schlicht lustvolle körperliche Erfahrungen fehlen. So hat ein Mensch nie gelernt, Sex mit Genuss zu verknüpfen.

Eine Person kann gute Gründe für oder gegen Sex haben. Niemand muss Sexualität leben. Jede Person hat das sexuelle Recht, selbst über ihren Körper und ihre Sexualität zu bestimmen. Nur weil eine Person sich heute als asexuell versteht, muss das nicht in jedem Fall das ganze Leben über sein. Vielleicht hat eine Person später das Anliegen, ihre Sexualität mit einer anderen Person zu erleben. Dann ist das so. Es ist genauso okay, wenn eine Person das nie möchte.

Viele der hier genannten Punkte sind in den Büchern «Ist das normal?» und «Klappt's?» noch weiter ausgeführt. Vielleicht magst du da mal reinschauen. Beide Bücher gehen auch auf das Thema Asexualität ein und geben Tipps für die eigene Entdeckungsreise.

Diese Antwort gilt auch für Frage 31388 und 31436. Wir haben die Fragen zusammengefasst, da sie ähnlich sind.

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Frage Nr. 27496 von 24.08.2019

Liebes Beratungsteam
Ich (14/M) habe vor 2 Jahren einmal meine Eltern kurz beim Sex gesehen. Mein Vater hat meiner Mutter die Füße geleckt. Als ich es gesehen habe fand ich das richtig ekelig. Als ich par Monate später dann angefangen habe zu masturbieren, habe ich wieder an die Szene gedacht und plötzlich fand ich es erotisch. Heute stelle ich mir immer wieder vor wie ich selbst einem Mädchen die Füße lecke. Nach den masturbieren finde ich es auf einmal wieder ekelig.
1. Habe ich den Fetisch also nur bekommen weil ich das einmal bei meinen Eltern gesehen habe?
2. Kriege ich den irgendwie wieder weg?
3. Wie soll ich ihn ausleben? Ich habe zwar eine Freundin aber ich würde mich nie trauen sie zu fragen?

Unsere Antwort

Du hast deine Eltern beim Sex gesehen und hast es eklig gefunden, dass dein Vater die Füsse deiner Mutter geleckt hat. Ekel ist ein starkes unangenehmes Gefühl. So wie Angst oder Scham. Du bist möglicherweise ziemlich zusammengezuckt und bist nicht einfach locker da gestanden. Starke unangenehme Gefühlszustände gehen mit erhöhter Muskelanspannung einher.

Wenn du dich sexuell erregst, kann es auch sein, dass du Muskeln in deinem Körper stark anspannst. Das heisst, du kommst körperlich in einen ähnlichen Zustand wie bei dem Ereignis, als du die Eltern gesehen hast. Und dann kann es passieren, dass dein Gehirn sich an andere Situationen erinnert, wo du auch so angespannt warst. Um so mehr, wenn es in einer anderen Situation auch um Sex ging. Und so können dann die Bilder aufpoppen, die dein Gehirn bei dem unangenehmen Ereignis abgespeichert hat. Und weil du dich dabei ganz bewusst sexuell erregst, verbindet dein Gehirn diese Bilder noch stärker mit sexueller Erregung. Und das macht es jedes Mal bei der Selbstbefriedigung. Das ist eine Möglichkeit, wie sich bestimmte sexuelle Fantasien immer besser im Gehirn verankern können. Es ist also völlig normal, wie diese sexuelle Fantasie bei dir entstanden ist. Du kannst das auch in diesem Text über sexuelle Fantasien nachlesen.

Während der sexuellen Erregung rutschen die Ekelgefühle bei dir in den Hintergrund, aber sobald die sexuelle Erregung wieder sinkt, rutschen sie wieder in den Vordergrund. Wie gehst du damit um? Ich empfehle dir, dass du die Ekelgefühle erst mal akzeptierst: «Okay, Ekel, jetzt kommst du halt wieder». Und dann empfehle ich dir, dass du dich bewusst entspannst. Denn in einem entspannten Körper kann Ekel sich nicht so gut entwickeln, und er kann nicht so gross werden. Du kannst einerseits ganz bewusst atmen. Bitte schau dir diese Tipps dazu an. Achte dabei darauf, wo du den Ekel im Körper besonders fühlst. In der Brust? Im Bauch? Im Kopf? Wo ist der? Und dann atme bewusst in diese Gegend hinein. Dadurch dehnst du die Muskeln dort und entspannst sie. Eine weitere Methode is Bewegung. Bewegung lockert dich, und da hat Ekel auch nicht so viel Platz. Dazu empfehle ich dir diese Tipps über die Beeinflussung der Stimmung über den Körper.

Du kannst zudem üben, bei der Selbstbefriedigung die Muskeln weniger anzuspannen und lockerer zu sein. Lies mal in diesem Text nach über Muskelspannung beim Sex. Von dort wirst du auf Übungstipps verwiesen.

Du kannst das so sehen: Deine sexuelle Vorliebe für Füsse ist eine Fähigkeit. Es ist eine Fähigkeit, dass du dich sexuell erregen kannst mit dem Gedanken, Füsse zu lecken. Fähigkeiten muss man nicht «wegkriegen». Deine sexuelle Vorliebe kann dann zum Problem werden, wenn es nicht anders geht. Das wäre dann, wenn du wirklich nur Füsse sexuell attraktiv und erregend fändest. Das wäre dann, wenn du deine Freundin sexuell nicht attraktiv fändest, nur ihre Füsse. Das wäre dann so, wenn du dich nur erregen könntest, wenn du die Füsse leckst. Man könnte dann von einem Fuss-Fetisch reden.

Ist denn das bei dir so? Wie ist das denn, wenn du mit deiner Freundin zusammen bist? Macht ihr dann irgendwelche sexuellen Handlungen? Kannst du dich so mit ihr sexuell erregen? Findest du deine Freundin sexuell attraktiv oder nur ihre Füsse? Oder findest du die Idee reizvoll und erregend, Füsse zu lecken, aber du kannst auch andere Dinge sexuell erregend finden? Kannst du uns das bitte nochmal genauer schreiben? Dann können wir dir klarere Tipps geben.

Übrigens: Wenn du eine sexuelle Vorliebe hast, kannst du deine Freundin fragen, ob sie Lust hat, das mit dir mal auszuprobieren. Traust du dich, sie zu fragen, ob du ihre Vulva lecken kannst? Warum würdest du dich nie trauen, sie zu fragen, ob du ihre Füsse lecken kannst?

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Frage Nr. 25807 von 24.09.2018

Hallo,

ich (26,m) mache mir Sorgen, ob meine Mitbewohnerin von mir schwanger werde könnte, weil ich nach der Selbstbefriedigung eine Türklinke angefasst habe.

Ich habe mir nach der Selbstbefriedigung die Hände und das Geschlechtsteil abgeduscht. Dann war ich aber noch mal auf Toilette und habe anschließend ohne mir meine Hände zu waschen eine Türklinke angefasst. Dabei könnte ja nach dem Abschütteln von meinem Penis nach dem Urinieren Tropfen von "Urinsperma" auf meine Hände getropft sein und diese könnten dann auf die Türklinke gelangen. weil ich diese danach angefasst habe. Anschließend könnte meine Mitbewohnerin die Türklinke angefasst haben und sich danach eventuell selbst befriedigt haben, wodurch sie dann schwanger werden könnte??? Ist unmöglich, oder?

Ich habe mir eure Texte schon des öfteren durchgelesen. Trotzdem belasten mich diese Ängste. Habt ihr eine Idee wie ich mit diesen Zwangsgedanken umgehen könnte?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Unsere Antwort

So kann auf gar keinen Fall eine Schwangerschaft entstehen! Aber wahrscheinlich wird auch diese Bestätigung deines Wissens deine Ängste nicht verscheuchen.

Jeder hat Ängste. In unserer Gesellschaft wird immer wieder so getan, als sollte man keine Ängste haben. Vielleicht hast du deshalb die Einstellung, du solltest die Ängste nicht haben. Dann verdrängst du die Angst möglicherweise nur und sie kommt irgendwo anders hervor. Das kommt bei vielen Menschen vor.

Es ist sehr hilfreich, dir die Angst zuzugestehen und sie nicht «weghaben» zu wollen. Und dich so dem Gefühl auszusetzen. Dabei meine ich vor allem, dass du dich mal darauf konzentrierst, was du körperlich spürst in den Momenten der Angst. Das kann alles mögliche sein. Und dann kannst du mal eine ganze Zeit beim Spüren bleiben. Lass dich überraschen, was dann passieren wird. Die Gedanken sind in dem Falle ja langweilig, weil sie wie eine Schallplatte immer nur das Gleiche wiederholen.

Ich empfehle dir dazu diesen Text über unangenehme Gefühle. Du kannst lernen, dich zu beruhigen und deine Stimmung zu beeinflussen. Schau dir dazu bitte diese Tipps an.

Möglicherweise hilft es dir auch, wenn du mal anschaust, was dein Körper genau macht, wenn du dich selbst erregst. Ist er locker und du bewegst dich? Ist er eher still und du spannst ihn an? Geniesst du den Solosex? Oder zielst du vor allem auf den Samenerguss und den Orgasmus hin? Vielleicht erinnerst du dich noch, wie das bei der von dir beschriebenen Szene war. Manchmal spannen wir uns während dem Sex sehr an. Dann können eher unangenehme Gefühle und Gedanken rund um den Sex auftauchen. Denn körperliche Anspannung bietet ihnen einen guten Nährboden. Umgekehrt kann es helfen, wenn während der sexuellen Erregung mehr Bewegung – vor allem im Oberkörper – zu haben. Das geht eher mit einer lockeren, gelassenen Haltung und angenehmen Gefühlen einher.

Wenn deine Ängst dich nicht loslässt, empfehle ich dir, dich bei einer Beratungsstelle für Angst zu melden. Einige Adressen findest du bei unserer Linkliste.

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