Frage Nr. 39344 von 21.01.2025
Was kann ich tun damit meiner Periode ein wenig stärker wird? Etwas essen oder Vitamine nehmen? Ich bin 25 Jahr alt und möchte dass sie ein wenig stärker wird, weil ich denke dass sie vielleicht zu schwach ist.
Unsere Antwort
Die Menstruationsstärke kann sehr unterschiedlich stark oder schwach sein, das kann zur normalen Bandbreite gehören.
Eine sehr ausgeprägt schwache oder ausbleibende Menstruation kann aber auch Hinweis auf einen Oestrogenmangel sein. Das kann bei jungen Frauen zum Beispiel bei starkem Untergewicht auftreten, zum Beispiel im Rahmen einer Essstörung oder auch konstitutionell, wenn eine Frau sehr dünn ist und wenig Fettgewebe hat, denn Oestrogen wird neben den Eierstöcken auch im Fettgewebe des Körpers hergestellt. Bei Untergewicht und sehr schwacher Mens kann also die Gewichtszunahme zu einer Normalisierung der Mensstärke führen.
Es gibt Nahrungsmittel, die pflanzliche Oestrogene enthalten, zum Beispiel Leinsamen, Kohlgemüse, Nahrungsmittel aus Soja wie Edamame oder Tempeh, Bohnen, Hülsenfrüchte, Nüsse und Beeren.
Auch der Rotklee hat eine oestrogene Wirkung - den kannst du selbst sprossen oder es gibt ihn als Supplement in Tablettenform. Auch Salbei und der sibirische Rhabarber hat eine oestrogene Wirkung.
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Frage Nr. 39338 von 20.01.2025
Werden nach Absetzen von Möhnspfeffer und Frauenmantel die Haare fettiger oder ist das nicht zu erwarten?
Als ich vor einigen Jahren die Pille abgesetzt habe wurden meine Haare fettiger deshalb mache ich mir auch dieses Mal Gedanken darüber.
Ich bin weiblich (26)
Unsere Antwort
Nein, beim Absetzen von Mönchspfeffer und Frauenmantel sollten deine Haare nicht fettiger werden.
Die Pilleneinnahme hingegen kann zu trockenerer Haut und Haaren führen. Deshalb können die Haare beim Absetzen dann wieder fettiger werden - insbesondere, wenn sie das schon ohne Pille eher waren.
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Frage Nr. 39317 von 16.01.2025
39299 Antwort.
Hallo Lilli, danke für die schnelle Antwort. Ich hatte jedes Mal eine extrem angeschwollene Vagina, Schmerzen beim wasserlassen und Berührungen. Es war knallrot und entzündet und hat auch am Anfang immer gejuckt. Also wie eine Infektion. Am Sex sollte das Problem eigentlich nicht liegen, da wir nie so lange hatten vielleicht maximal 10-30 min immer ganz unterschiedlich. Habt ihr noch eine andere Idee ?
Unsere Antwort
Hmm, das ist wirklich seltsam, dass du jeweils so lange nach dem Sex derart ausgeprägte Symptome mit Rötung und Schwellung bekommst, die sowohl die Vagina wie auch die Blase betreffen. Ohne es direkt sehen und untersuchen zu können, wenn du die Symptome hast, ist für mich eine Beurteilung ziemlich schwierig.
Offensichtlich scheint dein urogenitales System stark aus der Balance zu geraten, wenn du so starke Schwellungen, Rötungen, Brennen und Juckreiz hast. Mir kommt da nur noch in den Sinn, dass du vielleicht prophylaktisch schauen kannst, dass deine Vulva und Vagina grundsätzlich in einem stabilen Grundzustand sind. Dazu gehört eine gute Intimpflege sowie eine ballaststoffreiche Ernährung. Die ballaststoffreiche Ernährung unterstützt deine Vaginalflora, damit du genügend der hilfreichen Milchsäurebakterien hast, die dich vor Infektionen und Entzündungen schützen.
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Frage Nr. 39314 von 15.01.2025
Hallo Lilli Team,
Ich bin w fast 14 und bei mir ist es so dass Ich über längeren Zeitraum Meine Tage nicht bekomme. Es kann bis eineinhalb oder sogar 2 Monaten sein dass ich meine Tage nicht habe. Normalerweise dauert es ja nur etwa 1 Monat. Ich habe meine Tage etwa seit ich 12 war. Ist das normal dass es so lange dauern kann?
Danke für die Antwort!
Unsere Antwort
In den ersten Jahren nach der Menarche, also der ersten Menstruationsblutung, ist der Menstruationszyklus noch am sich einspielen und meist noch nicht ganz regelmässig. Da kann es schon vorkommen, dass es mal länger (oder kürzer) dauert zwischen den Menstruationsblutungen. Das ist normal und mit der Zeit wird der Zyklus meist regelmässiger. Es besteht also kein Grund zur Beunruhigung. Gib dir noch ein wenig Zeit.
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Frage Nr. 39299 von 12.01.2025
Hallo lilli, ich bin 23 und weiblich. Ich habe eine extrem spezielle Frage und bisher konnte niemand helfen Klarheit zu schaffen.
Ich habe für einen Zeitraum immer wieder mit einem Mann Sex gehabt ohne Kondom. Jedes mal exakt eine Woche danach, habe ich Symptome wie eine Bakterielle Infektion oder geschlechtskrankheit bekommen und bin darauf hin zum Frauenarzt.
Ich wurde jedes Mal auf alles getestet , aber man konnte nichts nachweisen. Es wurde jedes Mal gesagt ich habe nichts. Er war auch schon beim Arzt und hat so wie ich mehrfach Antibiotika genommen. Trotzdem hatte ich danach wieder solche Symptome bekommen. Wir sind beide so ratlos wie das sein kann und bitten um Aufklärung, da uns niemand antworten geben kann.
Unsere Antwort
Was für Symptome hast du denn jeweils?
Eine Infektion mit einem Bakterium oder Virus konnte ja zum Glück sicher ausgeschlossen werden. Es ist schon etwas seltsam, dass du nicht sofort Symptome bekommst, sondern erst nach einer Woche. Denn wenn du schon schneller Symptome hättest und es keine Infektion ist, dann ist es meistens eine Art Entzündung oder Reizzustand durch eine "Überlastung" der Vaginaschleimhäute.
Wie lange habt ihr denn jeweils Geschlechtsverkehr? Macht ihr es eher auf eine sanfte Art, oder ist es eher härterer, intensiverer Sex? Es kann vorkommen, dass es durch langen, intensiven Geschlechtsverkehr zu einer sehr starken Reibung zwischen Penis und Vagina kommt, insbesondere wenn die Frau dazu tendiert, in sexueller Erregung die Scheidenverschlussmuskeln stark anzuspannen.
Das kann ihr System ein wenig überlasten und auch die Scheidenflora durcheinanderbringen, so dass es vielleicht ein paar Tage danach zu Symptomen wie Schmerzen oder vermehrtem Ausfluss kommt.
Wenn du denkst, dass das bei dir in diese Richtung gehen könnte, empfehle ich dir, dir mal diesen Text anzuschauen und die beschriebenen Übungen bezüglich Bewegen beim Sex und Bauchatmung beim Sex auszuprobieren.
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Frage Nr. 39292 von 10.01.2025
Hallo ich benutze die blissel salbe aber ich merke das ich tage lang danach so weisse klumpen habe in der unterhose und wenn ich mit meinem finger in den scheiden Eingang gehe kann ich so klumpen raus ziehen. Ist das normal? Im internet habe ich nichts dazu gefunden.
Unsere Antwort
Ja, das kann es geben. Das ist kein Problem.
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Frage Nr. 39289 von 09.01.2025
Ich 24,Jahre alt,weiblich habe ein wenig schwarze Haare am Hals.Ich entferne sie oft.Bei anderen Frauen sehe ich so etwas nicht also am Hals.Bin ich ein Einzelfall? Ich fühle mich nicht gut, ich schäme mich.
Ist Beeharung am Hals einer Frau etwas unormales?
Unsere Antwort
Es kommt darauf an, ob du generell eine eher starke Körperbehaarung hast. Haare am Hals sind bei Frauen relativ selten, kommen aber vor – gerade wenn du auch im Gesicht Haare hast oder sonst am Körper einen starken Haarwuchs hast. Es kommt immer darauf an, wie ausgeprägt das ist und ob es schon immer so war, oder ob es erst kürzlich aufgetreten ist und/oder immer stärker wird.
Wenn es dich beunruhigt, kannst du es mal deiner Ärztin zeigen. Am besten machst du vorher zirka 1 Woche keine Haarentfernung, damit sie es besser erkennen kann.
Es tut mir leid, dass du dich für diese Haare schämst. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die es Menschen schwer macht, ihren Körper gut zu finden. Dabei sind alle Körper gut so, wie sie sind! Vielleicht kannst du einen gelasseneren Umgang damit finden, indem du dich weniger darauf konzentrierst, was dir alles nicht gefällt und mehr auf das, was du an deinem Körper magst. Und damit meine ich nicht nur das Aussehen: Versuch, öfter den Fokus darauf zu lenken, was dein Körper tagtäglich für dich tut, was er dir alles ermöglicht. Spür in ihn hinein und fühl deinen Körper, anstatt ihn von Außen zu bewerten. Lies doch auch bitte mal unsere Texte Weibliche Schönheitsideale und mein Körpergefühl und Wie fühle ich mich in meiner Haut als Frau wohler?
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Frage Nr. 39280 von 07.01.2025
Meine Schamlippen jucken immer nach der Periode und das dauert 3-4 Tage dan geht es immer vorbei.Hat das was mit den Hormonen zu tun? Was kann ich machen? Ich bin 31 Jahre alt
Unsere Antwort
Das Wahrscheinlichste ist, dass der Juckreiz mit einer Trockenheit der Schamlippen zu tun hat.
Insbesondere nach der Periode ist die Vagina und die Vulva hormonell bedingt sowieso schon etwas trockener als sonst. Manchmal kann auch die Pilleneinnnahme zu einer hormonell bedingten Trockenheit führen.
Am besten hilft das regelmässige Einfetten der ganzen Vulva. Besonders empfehlenswert für die Vulvapflege sind Öle, wie zum Beispiel Granatapfelöl, Lavendelöl oder auch natives Kokosöl. Ich empfehle dir, mal für ein paar Wochen jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Pflegeöl auf deine Vulva zu verteilen, also auf die äusseren und die inneren Schamlippen. Das sollte helfen gegen den Juckreiz. Probier das doch mal aus, und schau, welche Erfahrungen du machst.
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Frage Nr. 39277 von 07.01.2025
Hallo Lilli,
ich hoffe auf einen Tipp. So langsam bin ich am Verzweifeln. Ich hatte früher Vaginismus und Vulvodynie, habe das jedoch überstanden. Ich habe schmerzfreien GV, aber jedesmal danach bemerke ich einen blutigen Riss am hinteren Scheideneingang. Beim Sex tut nichts weh. Das dauert immer ewig bis es heilt und tut dabei dann auch weh.
Ich habe alles versucht, Östrogencreme, Pflegecreme, Physiotherapie, Dilatoren... ich denke, es ist nach wie vor die starke Muskelspannung. Aber ich kämpfe und kämpfe und es wird nicht besser. Ich habe Angst um meine Beziehung, weil immer so lang kein Sex möglich ist und es nach jedem Sex wieder reißt. Habt ihr noch irgendeinen Tipp?
Vielen Dank!
Unsere Antwort
Ich kann verstehen, dass das frustrierend ist für dich, wenn es trotz all diesen Massnahmen immer wieder aufreisst. Ich sehe das in meiner Frauenarztpraxis leider auch gar nicht so selten, dieses Problem.
Ich rate meinen Patientinnen tägliches Fetten des Scheideneingang mit einem Öl, zum Beispiel Grantapfelöl. Und wie von dir auch schon erwähnt eventuell zusätzlich Oestrogencreme 2x/Woche. Auch das mit der starken Muskelspannung ist fast immer ein Thema, denn es passiert natürlich schnell, wenn man Angst vor Schmerzen oder erneuten Rissen hat, dass die Beckenbodenmuskeln in eine vorsorgliche "Schutzspannung" gehen, was dazu führt, dass der Vaginaeingang enger wird und es dadurch zu einer noch stärkeren Reibung zwischen Penis und Vulva beim Geschlechtsverkehr kommt, wodurch die Haut leichter reissen kann. Das gibt dann einen Teufelskreis.
Es kann helfen, es beim Sex langsam anzugehen, also wirklich darauf zu achten, dass du und deine Vagina bereit sind, den Penis deines Partners aufzunehmen. Du solltest genügend erregt und feucht sein, und eventuell auch noch ein Siliconbasiertes-Gleitmittel grosszügig auf Vulva und Penis verteilen. Dein Partner könnte zuerst nur mit der Penisspitze sanft in die Vagina gleiten und ihr genügend Zeit geben, dass sie sich wirklich gut entspannen und locker bleiben kann. Es kann auch helfen, wenn er eher ruhig hält und du dich mit deinem Becken über seinen Penis schiebst.
Ich weiss, dass du zum Glück die Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs überwunden hast und es jetzt nicht mehr weh tut. Dennoch scheint ja die Haut am hinteren Scheideneingang überlastet zu werden beim Sex, so wie ihr ihn aktuell habt, sonst würde sie nicht reissen. Versuche also, die Bedingungen für deinen Scheideneingang wirklich optimal zu gestalten. Vielleicht brauchst du auch Pausen während des Geschlechtsverkehrs, wo dein Partner zum Beispiel mit dem Penis in deiner Vagina liegt, ihr euch aber für eine Weile beide nicht bewegt. Das kann vom Empfinden her ebenfalls sehr intensiv und schön sein. Oder ihr achtet darauf, dass der Geschlechtsverkehr nicht länger dauert, als es deiner Vagina gut tut.
Angst zu haben, dass dein Partner dich verlässt, wenn du ihm nicht regelmässig Sex anbieten kannst, ist natürlich auch nicht förderlich. Denn Angst führt auch zu vermehrter Anspannung und mindert den Genuss am Sex für dich sehr. Ich würde dir empfehlen, zu versuchen in eine Haltung der Stärke statt der Angst zu gehen, wo du die "Anwältin" für deine gesunde Vagina bist und dich für Bedingungen einsetzt, die dir und deiner Vagina gut tun.
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Frage Nr. 39265 von 06.01.2025
Meine Psychologin (älterer Jahrgang) meinte während der Therapiestunde, dass man beim Frauenarzt die Jungfräulichkeit feststellen könne. Ich habe das verneint und gesagt, dass es nicht ginge, wollte es ihr aber nicht begründen oder ins Detail gehen.
Bin etwas überrascht, dass ich das generell von älteren Menschen öfter höre.
Ich bin verunsichert. Ich dachte immer, das man das nicht sehen kann.
Unsere Antwort
Du hast Recht und doch ist es etwas komplexer. Es gab dazu wissenschaftliche Untersuchungen. Die Forscher*innen sind so vorgegangen, dass sie Nahaufnahmen von Hymen gemacht haben. Darunter waren junge Frauen die schon Geschlechtsverkehr hatten und solche, die noch keinen hatten. Und die Forscher*innen haben diese Nahaufnahmen Frauenärzt*innen zur Einschätzung vorgelegt, ob diese Person bereits Geschlechtsverkehr hatte oder nicht.
Heraus kam folgendes:
Tiefe Kerben und Risse im Hymen wurden bei jungen Frauen, die Geschlechtsverkehr zugaben, signifikant häufiger gefunden als bei denen, die angaben noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Es ist also ein Hinweis darauf, dass Geschlechtsverkehr stattgefunden haben könnte. Ob die Kerben oder Risse durch Schwierigkeiten bei der Tamponbenutzung oder durch Spekulumuntersuchungen verursacht worden sein könnten, kann jedoch auf diese Weise nicht beurteilt werden.
Die jungen Frauen, die keine tiefen Kerben im Hymen haben, könnten dennoch eine Penis-Vaginal-Penetration erlebt haben, etwa die Hälfte der Frauen, die einen früheren Geschlechtsverkehr zugaben, hatten keine tiefen Kerben oder Risse im Hymen. Das Fehlen von Kerben schließt eine frühere Penis-Vaginal-Penetration also nicht aus.
Wenn nur das Hymen betrachtet wird, kann die Einschätzung also falsch sein.
In unserem Infotext zum Hymen erklären wir das auch:
Niemand kann am Zustand der vaginalen Korona sicher erkennen, ob eine Frau Geschlechtsverkehr hatte. Expert*innen können zwar mit Vergrösserungsaufnahmen der vaginalen Korona erkennen, ob und wo es Kerben oder Einbuchtungen gibt, aber es gibt Frauen, die Kerben haben, obwohl sie keinen Geschlechtsverkehr hatten. Und es gibt auch Frauen, die keine Kerben haben, obwohl sie Geschlechtsverkehr hatten. Denn wenn die Hautfalte vollständig heilt oder nur gedehnt ist, sieht man nichts.
Über das Jungfernhäutchen wurden sehr viele Mythen verbreitet. Diese Mythen stammen aus einer Zeit, als man die sexuelle Entwicklung von Frauen hemmen und unterdrücken wollte. Viele Menschen hinterfragen diese Informationen zum Jungfernhäutchen ein Leben lang nicht, da über Sexualität wenig im Detail gesprochen wird.
Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass Informationen über Sexualität wissenschaftlich fundiert sind. Und deshalb war es auch so wichtig, dass die oben genannten Untersuchungen gemacht wurden. Nämlich um zu überprüfen, ob das, was man sich über das Jungfernhäutchen erzählt, auch tatsächlich zutrifft.
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Frage Nr. 39263 von 15.12.2024
Hallo! Ich bin 28 Jahre alt und hatte noch keinen GV.Ich hatte nur Oralverkehr nur mit einem Partner.Manchmal tut es mir weh an der rechten Seite.Der Schmerz ist nicht stark.Manchmal tut es weh und dann ist eine Zeit wieder Ruhe.Dass habe ich schon so seit einige Jahren.Der Schmerz ist wieder seit gestern vorhanden und ich bin wieder besorgt.Mein Frauenarzt meinte früher es sei alles in Ordnung und er hat keine Ursache dafür gefunden.
Ich habe aber Angst dass ist eine Eierstöckentzündung oder Eileiterentzündung oder auch Gebärmutterhalskrebs habe.Im Internet habe ich gefunden dass dafür meistens Bakterien Auslöser sind.Daher interessiert mit kann ich solle Entzündungen haben,obwohl ich noch Jungfrau bin? Kann es sein das ich mich damit beim Oralverkehr infiziert habe?
PAP Abstrich wolle ich machen,aber der Frauenarzt hat es nicht geschafft weil es mir weh getan hat.
Ich brauche eure Meinung damit ich mich beruhigen kann.
Vielen lieben Dank.
Unsere Antwort
Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass deine Schmerzen durch eine Eileiterentzündung oder einen Gebärmutterhalskrebs verursacht sind.
Eine Eileiterentzündung würde sich mit verstärktem, übelriechendem, eventuell sogar eitrigen Ausfluss zeigen sowie akuten, starken Unterbauchschmerzen. Und meist wird eine Eileiterentzündung durch ein Bakterium verursacht, das bei Geschlechtsverkehr übertragen wird, zum Beispiel Chlamydien oder Gonokokken. Diese werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, nicht über Oralverkehr.
Auch ein Gebärmutterhalskrebs ist äusserst unwahrscheinlich, denn Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich meist auf der Grundlage einer jahrelangen Infektion mit high risk Papillomviren, welche ebenfalls durch sexuelle Kontakte erworben werden. Bei dir ist das alles äusserst unwahrscheinlich, weil du ja noch gar nie Geschlechtsverkehr hattest.
Wenn bei dir der PAP-Abstrich beziehungsweise die gynäkologische Untersuchung mit einem Spekulum schmerzbedingt nicht möglich ist, hast du möglicherweise viel eher einen Vaginismus. Das bedeutet die Beckenbodenmuskeln am Scheideneingang spannen reflexartig stark an, wenn etwas in die Vagina eingeführt werden soll und dabei Schmerzen ausgelöst werden.
Ich empfehle dir, dich von einer Sexualtherapeutin beraten zu lassen.
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Frage Nr. 39253 von 13.12.2024
Hallo,
meine Tochter ist 12 Jahre alt und hat bereits einmal versucht ein Tampon bzw. ein Schwämmchen während Ihrer Periode einzuführen. Sie meinte sie würde es nicht reinbekommen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich es ihr erklären kann den Schwamm einzuführen. Ich meinte schon mal, dass sie sich vor einen Spiegel setzen und sich ihre Vulva genau anschauen soll und auch mal versuchen eine Finger in die Vagina einzuführen. Das hat sie wohl auch schon gemacht und hat wohl auch geklappt. Gerne würde ich ihr es noch besser erklären, wie man einen Periodenschwamm einführt. Weiß aber einfach nicht wie, außer dass sie es immer wieder mal probieren soll.
Habt ihr noch eine Idee?
Viele Grüße
Unsere Antwort
Es ist gut, dass deine Tochter verschiedene Menstruationsprodukte ausprobiert, um herauszufinden, womit sie sich am wohlsten fühlt. Vielleicht sind Tampons oder Periodenschwämme im Moment einfach nicht das Richtige für sie. Andere Periodenprodukte wie Binden oder Periodenunterwäsche könnten in diesem Moment vielleicht besser passen. Und vielleicht möchte deine Tochter zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Tampons oder Periodenschwämme ausprobieren und findet sich dann besser damit zurecht.
Wenn sie dennoch jetzt lernen möchte, wie man Tampons oder Periodenschwämme benutzt, könnten die folgenden Tipps hilfreich sein:
Als erstes empfehle ich ihr, mit der kleinsten Tampon- oder Schwammgrösse zu beginnen. Diese lassen sich meist leichter einführen. Tampons lassen sich auch leichter einführen, wenn sie an der Spitze mit Öl oder einem pflegenden Vaginalgel befeuchtet werden. Ausserdem kann es helfen, das Einführen in verschiedenen Positionen auszuprobieren. Zum Beispiel in der Hocke, sitzend auf der Toilette oder stehend mit einem Bein auf einem erhöhten Rand (z.B. der Badewanne). Ausserdem kannst du deiner Tochter erklären, dass der Schwamm oder Tampon beim Einführen leicht schräg in Richtung des unteren Rückens geschoben werden soll. Denn viele erwarten, dass die Vagina senkrecht im Körper liegt. Das ist aber nicht so. Tiefes Ein- und Ausatmen kann helfen, die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen.

Sag deiner Tochter auch, dass sie sich keinen Druck machen soll. Es ist völlig normal, wenn es am Anfang nicht gleich klappt. Es ist auch in Ordnung, Pausen zu machen und es später noch einmal zu versuchen. Mit der Zeit und etwas Übung wird sie sicherer werden und herausfinden, was für sie am besten funktioniert. Du könntest ihr auch unseren Text zum Erkunden der Vagina empfehlen. Denn je mehr sie sich in ihrer Vagina auskennt, umso leichter wird ihr das Einführen und Rausnehmen von Tampon und Schwämmchen fallen.
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Frage Nr. 39222 von 08.12.2024
Liebes Lilli Team
Ich habe eine Frage zur Vagina nach Hysterektomie. Vor 18 Jahren ist meine Gebärmutter entfernt worden. Das war eine Hysterektomie mit Bauchschnitt wegen großer Myome.
Also "total"
Ich bin über 60 und gehe jetzt gerade das Problem "Vaginismus" wieder neu an. Ich habe mir medizinische Dilatoren aus Glas bestellt.
Beim üben überkommt mich manchmal Angst, mich innerlich zu verletzen. Ich habe damals leider nicht gefragt, wie lang/tief die Scheide noch ist, und wie tief ich etwas einführen darf.
Wisst ihr, ob ich da etwas falsch machen / verletzen kann? ( Estradiol Salbe benutze ich um die Schleimhaut zu stärken ) Habe ich bei einer Internetapotheke bekommen.
Unsere Antwort
Wenn du wegen Myomen in der Gebärmutter eine Hysterektomie hattest, wurde sicher nichts aus der Vagina entfernt. Du hast jetzt einfach eine kleine Narbe, wo der Gebärmutterhals war. Wichtig: Deine Vagina ist nicht empfindlicher als vor der Hysterektomie. Bitte lies dazu unbedingt auch unseren Text über Sex nach einer Hysterektomie.
Du kannst offenbar schon gut Dilatoren mit der Vagina aufnehmen. Das ist toll. Angst kann in die Anspannung führen, und das willst du ja genau nicht. Ich finde es daher grundsätzlich besser, wenn du nicht nur mit Dilatoren übst, sondern auch mit deinen Fingern. Du kannst dann auf andere Weise Kontakt mit deiner Vagina aufnehmen und sie gut erforschen. Je besser du sie kennst, je vertrauter sie dir ist, je mehr du merkst, was alles mit ihr möglich ist und nicht wehtut – sondern sich je länger je mehr sogar angenehm oder erregend anfühlt – desto besser klappt es auch, einen Dilator oder einen Penis mit ihr aufzunehmen.
Ich spreche konsequent von "Aufnehmen". Wie geht das? Durch Bewegung deines Beckens. Das bewegte Becken belebt deine Vagina, sie wird zum Subjekt. Mit ihr passiert nicht etwas, sondern sie bestimmt. Wir beschreiben das genauer in unseren Tipps zum Thema Vaginismus. Dort findest du auch Links zu Becken-Bewegungsübungen.
Diese Antwort gilt auch für Frage 39223.
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Frage Nr. 39194 von 04.12.2024
Hallo,
Ihr schreibt, Candida ist in der natürlichen Scheidenflora immer vorhanden und wird von den guten Bakterien sozusagen in Schach gehalten. Wenn die normale Flora gestört wird, kann der Pilz überhand nehmen.
Warum sollte man dann die Unterwäsche nach einer Pilzinfektion auskochen? Der Pilz ist doch sowieso vorhanden und wenn es der Flora wieder gut geht z. B. durch Actigel, sollte es doch nichts ausmachen?
Ich schreibe, denn meine Höschen sind zwar Baumwolle, aber nicht kochbar. Soll ich sie mit Desinfektionsspüler waschen, denn ich habe einen Pilz. Oder muss ich alle wegwerfen? Da der Pilz ja wie gesagt Teil der normalen Flora ist, macht das für mich keinen Sinn.
Und warum ist ein potenziell schädlicher Pilz überhaupt Teil der normalen Flora? Die Bakterien sind ja Nützlinge, aber was bringt der in Schach gehaltene Pilz?!
Das macht mich
Keinen Sinn, denn die Meiste Zeit der Menschheitsgeschichte gab es keine Anti-Pilzmittel. Dann wäre ja eine Frau, bei der im Mittelalter oder so ein Pilz ausbrach, nie mehr davon gesund geworden.... Das kann doch nicht sein, das stünde dann doch in alten Medizinquellen....
oder heilt Pilz irgendwann wieder von selbst ohne Behandlung? Muss ja eigentlich sein, sonst wären ja die Frauen Jahrtausende lang mit Dauerschmerzen gestraft gewesen....
Danke für Infos :-)
Unsere Antwort
Im Internet und in der Fachliteratur findest du unterschiedliche Angaben zum Waschen der Unterwäsche bei einer Pilzinfektion. Wir sehen das ebenso wie du, dass der Pilz sowieso vorhanden ist und eine gesunde Flora ihn gut im Griff hat. Die Unterwäsche brauchst du definitiv nicht wegwerfen wegen einer Pilzinfektion. Diejenigen, die sich für eine heiße Wäsche aussprechen, verfolgen damit wahrscheinlich das Ziel, eine eh schon geschädigte Vulva nicht noch weiter zu belasten. Waschen bei 60 Grad sollte dafür aber ausreichen.
Die Vagina ist ständig von Bakterien verschiedenster Art und von Pilzen besiedelt, man nennt das die Scheidenflora (Vaginalflora). Das ist ganz logisch, denn die Vagina hat ja eine Öffnung nach aussen, und es kann ständig etwas hineinkommen (dein Mund ist auch von ganz vielen Bakterien besiedelt). Damit die Besiedelung mit Bakterien und Pilzen im Gleichgewicht bleibt, hat die Vagina ein raffiniertes System entwickelt: Sie enthält ganz viele Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die aus Stoffen im Vaginalsekret Milchsäure und auch Wasserstoffperoxyd produzieren. Dadurch wird das feuchte Klima in der Vagina sauer, man sagt auch, das Scheidenmilieu ist sauer (pH-Wert 3,8 bis 4,5). In diesem sauren Milieu können sich unerwünschte Bakterien nicht vermehren.
Du kannst etwas tun zum Vorbeugen von Pilzinfektionen. Dabei spielen hohe Muskelspannung, die Hygiene und das Stärken der Flora eine Rolle. Mehr dazu steht in diesem Text.
Pilzinfektionen sind zwar lästig, aber nicht in besonderem Maße gefährlich oder längerfristig schädigend. Auch früher wurde mit Hausmitteln versucht, Infektionen vorzubeugen und sie zu behandeln. Eine Pilzinfektion kann auch von selbst ausheilen ohne Behandlung – es ist einfach eine Frage, wie lang man die Beschwerden bereit ist auszuhalten. Und ja, ich teile deine Ansicht, dass die Vorstellung nicht schön ist, dass die Beschwerden früher ohne wirksame Behandlung viel länger angehalten haben. Andererseits trifft das auf viele andere Krankheiten und Infektionen auch zu.
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Frage Nr. 39192 von 03.12.2024
Ist eine schwache Periode ein Zeichen dass ich unfruchtbar bin? Ich bin 29 Jahre alt und habe eigentlich eine schwache Periode und die dauert nur 2-3 Tage.Ich möchte momentan nicht schwanger werden, aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft.
Unsere Antwort
Grundsätzlich ist eine schwache Periode nicht unbedingt ein Zeichen für Unfruchtbarkeit. Eine normale Periode dauert von 3-8 Tagen. Wenn du regelmässig deine Periode hast, auch wenn sie schwächer und kürzer ist, dann hast du trotzdem weiterhin Eisprünge und die Fruchtbarkeit sollte eigentlich nicht eingeschränkt sein.
Hat sich deine Periode in letzter Zeit stark verändert oder ist unregelmässig geworden? Wenn deine Periode früher sehr anders war, würde ich dir empfehlen, das mal mit einer Gynäkologin zu besprechen. Sie kann untersuchen, ob etwas nicht stimmt und dir das ausführlicher erklären.
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Frage Nr. 39185 von 02.12.2024
Hallo, ich bin Ende 20 und bekomme regelmäßig (das heißt ca einmal im Monat) eine Blasenentzündung.
Deshalb fehle ich öfter auf der Arbeit und bekomme etwas Probleme wegen den Fehltagen.
Die Blasenentzündungen treten vor allem in den Tagen vor der Periode auf und ich bin etwas ratlos, da es (vor allem im Winter) fast jeden Monat so ist und es jetzt schon wieder eine Woche lang geht.
Es sind weiße Blutkörperchen zu finden und es betrifft irgendwie meistens die Harnröhre, dass heißt das Brennen fängt erst nach dem Wasserlassen so richtig an und vor allem morgens.
Die pflanzlichen Tabletten wirken auch nicht so richtig. Oder wie lange dauert eine HWI?
Ich war beim Hausarzt und befolge die Ratschläge.
Kann ich sonst was tun?
Unsere Antwort
Ich kann gut verstehen, dass dich die wiederkehrenden Blasenentzündungen belasten und es ist gut, dass du dich deswegen ärztlich behandeln lässt. Ich empfehle dir auch, unseren Text «Blasenentzündung: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung» zu lesen. Dort findest du viele weitere Tipps, was du zur Vorbeugung und Behandlung einer Blasenentzündung noch alles tun kannst.
Ich weiss nicht genau, welche pflanzlichen Tabletten du nimmst. Besprich am besten mit dem Arzt oder der Ärzt*in, der*die sie dir verschrieben hat, wie schnell die Tabletten wirken sollten. Mit ihm oder ihr kannst du auch besprechen, ob eine andere Behandlung in Frage kommt, wenn die Tabletten bei dir nicht gut wirken.
Wenn du noch weitere Fragen hast, kannst du uns gerne noch einmal schreiben. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage wieder mit an.
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Frage Nr. 39172 von 29.11.2024
Hi. Ich bin w24 und überlege ob ich als Frau auch zusätzlich weibliche Hormone nehmen könnte als Gel oder Tabletten um weiblicher auszusehen. Geht sowas? Viele trans Frauen die weibliche Hormone nehmen sehen total weiblich aus, das find ich schön und würde ich auch gerne haben.
Unsere Antwort
Falls du eine gesunde Frau bist und keine Hinweise für eine hormonelle Störung hast, rate ich dir davon ab, weibliche Hormone einzunehmen. Das würde deinen eigenen Hormonhaushalt durcheinanderbringen und könnte auch risikoreich sein.
Falls du Hormone zur Verhütung nehmen möchtest, wie zum Beispiel die Verhütungspille oder den Verhütungsring, kann es sein, dass darunter bei einigen Frauen die Brüste etwas grösser werden. Das ist aber nicht immer der Fall. Und ich weiss auch nicht, ob das eine Veränderung wäre, die du dir wünschst. Und es gilt zu bedenken, dass sich unter den Verhütungshormonen das Risiko erhöht für Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine Thrombose oder eine Lungenembolie. Deshalb würde ich die Verhütungshormone nur einnehmen, falls du sie auch wirkllich für die Verhütung brauchst.
Wann würdest du dich denn weiblicher fühlen? Was brauchst du, damit du dich wohl fühlst in deinem weiblichen Körper? Lies doch mal in unsere Texte hinein über Körperbild und Körpergefühl.
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Frage Nr. 39150 von 26.11.2024
Hallo liebe Lilli,
ich beziehe mich auf 39113. Vielen Dank für eure Einschätzung, sie hat meine Angst doch sehr beruhigt.
Mir ist jedoch aufgefallen, dass rechts und links neben den kleinen Schamlippen, d.h. im Tal zwischen kleinen und großen Schamlippen die 5cm langen Risse zu wulstigen Narben geworden sind.
Diese Narben tun weh.
Ich habe in der Vulvodynie-Fachliteratur gelesen, dass bindegewebige Verklebungen des Vulvagewebes, der Sitzbeinhöcker, des Bauches etc. Vulvodynie und Nervenschmerzen auslösen können.
In der Tat hatte ich damals bei der Vulvodynie starke Klitorisschmerzen, die durch Bindegewebe-Behandlungen des Bauches sehr viel besser wurden.
Was kann ich denn tun, dass die Narben, die jetzt neu entstanden sind, wieder besser werden? Ich kann es ja nicht mit einem Narbenroller oder dem Narbengriff behandeln, wie an anderen Körperstellen.
Ich habe große Angst, dass diese Narben jetzt wieder zur Vulvodynie führen, weil sie das Gewebe verkleben oder gar Nerven reizen, ich habe ja keine Ahnung wie tief so ein Riss gegangen sein könnte, ob da Nerven mit in der Narbe verknastert sind. Es sind wirklich sehr große, lange, dicke Narben. Nur diesmal kann ich dann die Vulvodynie nicht mehr besiegen... Damals habe ich mit Entspannungsübungen und Beckenbodenphysio und Schmerztherapie die Vulvodynie besiegt, aber wenn jetzt Narben und verklebtes Gewebe schuld sind, nutzt das ja nichts mehr.... Ich fühle mich gerade wirklich niedergeschlagen und ich glaube ein Tipp zur Narbenpflege der Vulvahaut könnte mir vllt wieder ein wenig Selbstwirksamkeit zurückgeben, damit ich mich nicht mehr so ohnmächtig fühle.
Vielen Dank, ich schätze diese Seite sehr wert.
Unsere Antwort
Es ist nachvollziehbar, dass dieses Ereignis mit den Rissen an der Vulva und der jetzt beginnenden Heilung der Narben bei dir Ängste ausgelöst hat. Jede Person mit einer erlebten Leidensgeschichte kennt das, wenn ein neues Ereignis passiert und die Erinnerungen an die Schwierigkeiten aktiviert werden.
Das wichtigste, was du jetzt tun kannst, ist, dich an deine Selbstwirksamkeit bei der vergangenen Bewältigung zu erinnern. Und die von dir erwähnten Techniken erneut anzuwenden. Insbesondere, nachdem die akute Abheilungsphase vorbei ist. In meinen Augen braucht es für diese noch ein wenig Zeit. Bei der Abheilung von Hautverletzungen kommt es oft zu einer Schwellung des Gewebes, so dass die Narben etwas wulstig aussehen. Das ist ein Zeichen für dein gut arbeitendes Immunsystem. Es ist immer noch dabei, mit der Entzündungsreaktion alle wichtigen Zellen vor Ort zu bringen, die beim Heilen helfen können. Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass Nerven verletzt wurden oder jetzt irgendwie mit der Narbe verklebt würden. Auch Verklebungen im Vulva/Klitorisbereich sind nach einer allergischen Reaktion der Haut äusserst unwahrscheinlich. Du hast sehr gute Chancen, dass alles gut abheilen wird nach dieser schweren allergischen Hautreaktion. Das Wichtigste ist, ruhig Blut zu bewahren und dir genügend Zeit zu geben.
Ich empfehle dir, die Vulva nur mit Wasser zu waschen und aktuell möglichst wenig oder keine Mittel mit Duftstoffen an der Vulva anzuwenden, um nicht eine erneute allergische Reaktion zu triggern. Die Narben würde ich momentan eher in Ruhe lassen. Du könntest höchstens eine fettende Pflege der Vulva erwägen, zum Beispiel mit einem nicht parfumierten natürlichen Öl, zum Beispiel natives Kokosöl, Jojobaöl oder Granatapfelöl.
Und mach deine Entspannungsübungen wieder regelmässig. Es ist wichtig, dass dein autonomes Nervensystem, welches nun durch die Angst aktiviert wurde, wieder zur Ruhe kommen kann. Wann immer ein Angstgedanke kommt, nehme aktiv den Fokus davon weg und richte ihn dafür auf das Beobachten deiner Ein- und Ausatmung. Oder konzentriere dich auf eine Stelle in deinem Körper, die sich wohl anfühlt, wie vielleicht dein Gesicht oder die Stirn, und halte deine Aufmerksamkeit dort und entspanne dich in sie hinein. Und sobald wieder ein unangenehmer Gedanke kommt: nimm ihn wahr, aber gebe ihm nicht die volle Beachtung, sondern kehre immer wieder zurück zur Körperstelle, auf die du dich konzentriert hast, kehre also immer wieder zu ihr zurück, sobald deine Gedanken dich ablenken wollen. So kann sich dein "Alarm"-System wieder beruhigen und du kannst dich zurück ins Vertrauen und ins Wohlbefinden bringen. Es braucht aber regelmässige Übung, damit du die Auswirkung spüren kannst.
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Frage Nr. 39113 von 20.11.2024
Hallo Lilli,
ich hatte leider eine sehr schwere allergische Reaktion auf eine Salbe im Intimbereich. Es hat sich vom Schambein bis zum Steiß ein eitriger Ausschlag gebildet und es sind mehrere bis zu 5cm lange blutige Risse entstanden.
Meine Frauenärztin verschrieb mir eine Cortisonsalbe, und ich habe eine Cortisoninfusion bekommen und für ein paar Tage Cortisontabletten und antiallergische Tabletten.
Optisch sieht man jetzt nach einer Woche kaum noch etwas, aber es bestehen noch Schmerzen, vor allem im klitoralen Bereich. Da ich eine überstandene Vulvodynie in meiner Krankengeschichte habe, macht mir das total Angst.
Ich hab im Internet zu Kontaktallergien allgemein gelesen, dass es 2-3 Wochen dauern kann. Aber der Intimbereich heilt doch schneller?
Habt ihr einen Tipp, wie ich unterscheiden kann, ob es noch von der Allergie kommt oder ich jetzt mit einer neuerlichen Vulvodynie-Episode rechnen muss und wieder beim Schmerzmediziner andocken etc.? Ich bekomme langsam Angst...
Vielen Dank!
Unsere Antwort
Nach so einer schweren allergischen Reaktion kann es im Intimbereich schon länger als eine Woche dauern, bis alle Beschwerden wieder abgeklungen sind. Ich würde dir da auf jeden Fall noch ein wenig Zeit geben.
Es gibt ein körperliches Schmerzgedächtnis. Daher kann es schon passieren, dass eine akute Erkrankung, insbesondere wenn sie gerade wieder in diesem betroffenen Körperbereich auftritt, zu einem kurzfristigen Aufflammen der "alten" Schmerzerinnerungen führt. Das heisst aber nicht, dass du gleich zurückgeworfen bist in die alte Geschichte. Denn diese hast du ja schon mal erfolgreich überwunden.
Ich würde mich in der aktuellen Situation darauf fokussieren, die Techniken anzuwenden, die dir auch damals geholfen haben, dein chronisches Schmerzerleben zu überwinden.
Ein akuter Schmerz führt oft zu höherer Anspannung in den benachbarten Muskeln, und Angst oder Befürchtungen tragen das ihre dazu bei. Entspannungstechniken und Atemtechniken können helfen, dass dein Körper die aktuelle Belastung verarbeiten kann und bald wieder zum vorherigen Gesundheitszustand zurückkehrt.
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Frage Nr. 39106 von 18.11.2024
Hallo Lilli,
ich bin stille Mitleserin der Frage 39084.
Ich selbst habe eine schwere Vulvodynie besiegt. Vulvodynie wird multimodal behandelt, d.h. Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Desensibilierungstraining, ggf. Schmerzmedizin und Psychotherapie.
Es gibt einen Patientenverein, www.vulvodynie.ch, bei dem Betroffene Hilfestellung bekommen und an Fachpersonen vermittelt werden. Zudem können sie alles über Therapien und Erfolgsgeschichten nachlesen.
Es ist sehr gefährlich zu glauben, "DIESE EINE Therapie wird mich endlich heilen!"- Vulvodynie hat multifaktorielle Ursachen, und kann nur multimodal besiegt werden, wenn sie stark ausgeprägt ist. Aber sie kann besiegt werden, wie viele Erfolgsgeschichten beweisen!
P.s. Radiofrequenz ist keine Standard-Behandlungsoption. Wie gesagt, Anleitungen zur Erstellung eines individuell passenden Therapieplans bietet da ein Patientenverein.
Unsere Antwort
Vielen Dank für deine Inputs und die weiteren Informationen zur Vulvodynie, ebenso wie für den Link zum Patientenverein, den ich persönlich auch sehr gut finde.
Und es freut mich sehr zu hören, dass du deine schwere Vulvodynie heilen konntest. Das gibt vielen Betroffenen Mut und Hoffnung.
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