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Fragen & Antworten:
Liebe und Beziehung

Frage Nr. 37761 von 25.01.2024

Ich muss mir etwas von der Seele schreiben.

Mein ex und ich sind seit über einem Jahr getrennt und haben gemeinsam [...] Kinder und waren [mehr als 10] Jahre zusammen. Ich bin 38 Jahre alt.

Jetzt haben wir uns scheiden lassen [...]. Es ist alles so traurig. Eigentlich dachten wir beide wir wären schon hinweg, aber das war so emotional und wir finden es beide irgendwie schade, dass es so gekommen ist.

Er hat schon längst wieder eine neue Partnerin. Ich hätte nicht gedacht, dass der Liebeskummer noch einmal so hoch kommt. [...]

Aber er hat eine neue Partnerin und es ist wohl völlig hoffnungslos.

[...]

Es gibt da einen [Mann] und ich habe mich direkt in ihn verliebt.
[...]
Was wäre euer Rat an mich? Mein Ex ist keine Option gerade und das mit meinem Kollegen wäre irgendwie nett. Wie gut muss man denn über jemanden hinweg sein? Ist es schlimm wenn man den Ex noch vermisst aber weiß, dass es wohl nichts mehr wird?

[...]

Bitte alles kürzen, es ist mir irgendwie peinlich das Ganze

Unsere Antwort

Ich kann gut nachvollziehen, dass nochmal intensive Gefühle aufkommen bei eurer Scheidung. Das war bestimmt ganz schön aufwühlend für dich. Diese grossen Gefühle dürfen sein. Du darfst sie dir voll und ganz erlauben. Es ist auch in Ordnung, ihn zu vermissen. Wenn du dich gegen diese Gefühle wehrst, ist es häufig so, dass sie noch stärker werden und sich wie aufdrängen. Hilfreicher ist es, die Gefühle anzunehmen selbst wenn sie widersprüchlich sind zu deiner Entscheidung und deiner Lebenssituation.

Du hast die volle Erlaubnis, alles zu fühlen, was da kommt. Du darfst zu dir selbst sagen: "Ja, ich vermisse ihn. Ja, da ist uns was richtig grosses verloren gegangen. Ja, jetzt gehen wir miteinander als Eltern um und nicht mehr als Paar."

Es gibt noch eine Sache, die Abschiede schwerer macht: Wenn du in Träumen und guten Erinnerungen schwelgst. So wie ich darauf blicke, wäre es ein wichtiger Schritt für dich, mit der Trennung deinen Frieden zu finden. Es gibt gemeinsame Erinnerungen, für die du sehr dankbar bist und die du weiterhin ehren möchtest. Und es war kein gemeinsames Weitergehen mehr möglich. Es klingt vielleicht hart, aber die schöne Zukunft mit deinem Ex hätte es in der Realität nicht gegeben. Denn es gab Gründe für eure Trennung. Die Vertrautheit von vielen Jahren gemeinsamer Zeit wirst du mit anderen erst aufbauen müssen. Bei diesem Vergleich kann also kein anderer Mann gewinnen.

So wie du euren Beziehungsverlauf bis zur Trennung beschreibst, sieht es für mich so aus, als gäbe es da noch etwas zum Hinschauen. Wie seid ihr in die Krise geraten? Und welche Schritte seid ihr nicht gegangen, die euch da raus geholfen hätten. Ich möchte dir dazu diesen Text und diesen Text ans Herz legen.

Falls du merkst, dass du dir noch ein Einzelgespräch zur Trennungsbewältigung wünschst, könntest du dich an eine Trennungsberatungsstelle in deiner Nähe wenden. Dort gibt es Fachpersonen, die Routine darin haben, Menschen beim Verarbeiten von Trennungen zu unterstützen. Du findest auch Anregungen in diesem Text und diesem Text.

Du spürst, dass du langsam offen wärst für etwas neues und du schreibst, dass es da einen interessanten Mann gibt. Für mich ist hier die entscheidende Frage: Liegt es für dich drin, eine Beziehung auf der Arbeit zu starten? Ihr werdet euch dort wahrscheinlich immer wieder begegnen, selbst wenn es auseinandergeht. Oder könntet ihr euch aufgrund der unterschiedlichen Abteilungen gut aus dem Weg gehen? Bezüglich deiner Kinder: Du scheinst verantwortungsvoll für sie da zu sein. Wieso sollte es verwerflich sein, als Mutter diskret ONS zu haben?

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Frage Nr. 37759 von 25.01.2024

Ich habe vor ein paar Monaten einen Mann näher kennen gelernt, mich verliebt, es war sehr schön, fühlte sich leicht an und wir hatten auch Sex. Dann konnte ich ihn einige Monaten nicht sehen wegen Distanz. Nun werde ich ihn demnächst wieder viel sehen für ein paar Wochen. Inzwischen hatten wir telefoniert um zu besprechen wo wir so stehen mit allem. Meine Einstellung war erst so dass ich dass ich es gerne eine Beziehung genannt hätte und weiterhin Sex usw haben wenn wir uns sehen, und falls er das nicht wolle lieber Distanz behalten damit es nicht kompliziert wird mit Gefühlen und so. Er aber sagte es sei nicht so einfach für ihn mit der ganzen physischen Distanz da wir weit weg voneinander wohnen und auch allgemein gehe es alles ein bisschen zu schnell, er würde also lieber vorerst kein Sex etc haben aber dennoch Freunde sein und sich näher kennen lernen. Also er das so sagte fand ich es macht Sinn und ich kann es verstehen, und habe für diese Variante zugestimmt. Nun spüre ich aber wie ich sehr nervös werde mit dem Näherkommen des Wiedersehens. Wird es wirklich so einfach sein, da wir ja schon Sex hatten, dann das einfach wegzulassen? Was, wenn es doch dazu kommt - da ich es ja eigentlich gerne möchte habe ich Angst dass ich mich irgendwie manipulierend verhalte oder diese ganzen Nähe zulasse und dann verletzt bin wenn er sagen könnte er bereue es... Wie kann ich einen klaren Kopf behalten?
Ich bin weiblich, 25 Jahre alt. Ich wäre super froh um eine Antwort, danke im Voraus!!!

Unsere Antwort

Ich glaube es ist ganz wichtig, dass du dir selbst nochmal darüber Gedanken machst, was du dir beim nächsten Treffen/für die nächste Zeit vorstellen kannst und was für dich wichtig ist. Gerade am Anfang sind manche Sachen schwer, wenn man jemanden kennenlernt. Man weiß nicht genau, wie die andere Person tickt, man weiß nicht wie sich der andere verhält, man kann sich nicht sicher sein, wie es weiter geht und worauf man sich verlassen kann.

Deswegen ist es wichtig, zu wissen, was die eigenen Erwartungen sind und wo die eigenen Grenzen sind. Wie stellst du dir denn den Anfang so einer Beziehung vor? Was gehört alles dazu, was kann noch warten? Wo gibt es Kompromisse, und was ist auch ok einfach offen zu lassen? Wie möchtest du mit Unsicherheiten umgehen?

Deine Vorstellungen und Wünsche sind gleich wichtig wie die der anderen Person.

Du kannst dir überlegen, ob es gut für dich wäre, das nochmal vor dem Treffen mit ihm zu besprechen. Gemeinsam könnt ihr dann Lösungen finden, die für euch beide ok sind.

Und es geht auch immer ein bisschen ums Ausprobieren. Es ist nie ganz genau so, wie man es sich wünscht und auch nicht genau so, wie man es schon erlebt hat oder bei anderen gesehen hat. Ein bisschen Mut gehört immer dazu, wenn du dich auf einen neuen Menschen einlässt. Probiere es aus und sag, wenn dich etwas stört oder du enttäuscht von etwas bist.

Ich empfehle dir, diesen Text über Beziehungen zu lesen und nochmal für dich selbst zu überlegen.

Du schreibst auch, dass du Angst hast, manipulierend zu sein. Es gibt einen großen Unterschied zwischen manipulieren und verführen. Beim Verführen zeigst du der Person etwas, dass für sie interessant sein kann oder Spaß machen könnte. Du schlägst es sozusagen vor und lässt die Person überlegen ob sie darauf Lust hätte. Hier kann man kleine Schritte machen um reinzufühlen, ob das gerade gut ist. Wenn dein Gegenüber darauf nicht eingeht, dann liegt es nicht daran, dass du etwas falsch machst, sondern dann ist es aus einem, für die andere Person, wichtigen Grund gerade nicht richtig. In diesem Text kannst du mehr über das Verführen lesen.

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Frage Nr. 37725 von 18.01.2024

Kann ich als Erdnussallergiker eine Beziehung führen?
Bin ich nicht eine Belastung mit der Krankheit?
Es gibt Leute die sind gesund warum sollte eine Frau einen kranken Mann für eine Beziehung wollen?

Unsere Antwort

Natürlich kannst du mit deiner Erdnussallergie eine Beziehung führen. Ungefähr eine von 20 Personen hat eine Nahrungsmittelallergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit. Es geben aber viel mehr Menschen an, dass sie bestimmte Nahrungsmittel nicht essen können oder wollen. Denk nur an all die Vegetarier*innen oder Veganer*innen. Und dann gibt es ganz viele Menschen, die andere Allergien haben -– von Heuschnupfen bis zur Katzenallergie. Etwa ein Viertel der Bevölkerung hat irgend eine Allergie. Du bist also in guter Gesellschaft, und ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die das befremdet oder die dich deshalb abweisen. Allergien gehören einfach zu unserer Gesellschaft dazu. Und es ist gut möglich, dass dein nächstes Date selbst eine Allergie oder Unverträglichkeit hat oder Vegetarierin ist.

Du siehst dich als krank an. Du könntest dir mal überlegen, ob du das für immer so handhaben möchtest. Du könntest dich genauso gut als gesunden Menschen ansehen. Ich vermute, die grosse Mehrheit der Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten sehen sich als gesunde Menschen an – das heisst, die Allergie oder Unverträglichkeit gibt ihnen nicht das Gefühl, krank zu sein. Erst wenn sie stark eingeschränkt sind im Alltag, fühlen sie sich krank. Fühlst du dich stark eingeschränkt? Worin liegt die Einschränkung? Wo belastet dich die Allergie im Alltag? Möglicherweise möchtest du das uns nochmal schreiben, so dass wir uns ein konkreteres Bild haben. Gib dann einfach diese Fragenummer an.

Hast du Freunde oder andere Menschen in deinem Umfeld, mit welchen du gerne Zeit verbringst und eine gute Zeit? Diese mögen dich wahrscheinlich auch unabhängig von dieser Allergie. Und genau so ist es auch mit einer Partnerin. Wenn du jemanden kennenlernst, dann spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, weshalb man eine Person mag. Deshalb ist mehr die Frage, was dich neben der Allergie ausmacht. Was sind deine Stärken? Welche Hobbies hast du? Welche Dinge sind dir in deinem Leben wichtig? Was würden deine Freunde und Familie über dich sagen? In diesem Text haben wir tipps, wie du dich für eine Frau attraktiv machen kannst.

Ich empfehle dir, dass du die Erdnussallergie nicht an die grosse Glocke hängst, sondern dann sagst, wenn die Frau es wissen muss -–also wenn sie dich zum Beispiel zum Essen einlädt, oder wenn ihr in ein Restaurant geht. Wenn ihr zusammenzieht, empfiehlt es sich, dass die Frau gut informiert ist über Erdnussallergie. Gute Tipps zu Erdnussallergie bietet z.B. das Allergiezentrum Schweiz.

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Frage Nr. 37712 von 15.01.2024

Ich hatte quasi immer nur das Ziel gehabt was mit Frauen zu haben, also Sex. Das war mein einziges Ziel nach meinem Abitur, da ich relativ viel gelernt habe und mich nicht au Frauen konzentriert habe. Ich habe dann angefangen zu studieren und mein Studium stark vernachlässigt, da ich einfach den Fokus auf Frauen legen wollte, da ich das nie gemacht habe. Ich habe mir immer Videos zu Pick Up Artist angeschaut immer nur da hingegangen wo Frauen waren um meine Chancen zu erhöhen eine Nummer zu bekommen... Es hat aber nie wirklich mit Frauen funktioniert. Nur sehr sehr wenige waren interessiert. Dann habe ich es irgendwie verspielt und hatte nicht das Selbstbewusstsein sie nach einem Date zu fragen oder sonst was, weshalb das immer im Sand verlaufen ist.

Ich habe mein ganzes Selbstbewusstsein danach gerichtet, viel mit Frauen zu schlafen, um damit mein Selbstbewusstsein zu pushen. Doch ich habe das nie geschafft was mit einer Frau Sex zu haben.

Ich habe all die Zeit für nichts investiert... Ich denke, ich sollte nicht mein ganzes Selbstbewusstsein auf Frauen legen, sondern auf mein Leben.

Doch ich habe keine Ahnung, wie ich mein Leben so auf die Reihe bekomme. Ich habe mich quasi voll vernachlässigt. Im Studium hänge ich natürlich auch stark hinterher. Ich habe auch keine Ahnung wer ich bin, was mich ausmacht oder was ich überhaupt möchte. Ich habe auch keine wirklichen Hobbys oder sonst was....

Könnt ihr mir helfen?

Unsere Antwort

Du hast richtig erkannt, dass du dein Selbstbewusstsein nicht davon abhängig machen solltest, wieviel Sex du mit Frauen hast. Du hast selbst gemerkt, dass das nicht besonders gut funktioniert. Deswegen finde ich es toll, dass du das erkannt hast und du dich jetzt wieder mehr auf dich selbst konzentrieren möchtest. 

Wenn du dich selbst wieder etwas besser kennenlernen möchtest, kannst du dir die folgenden Fragen stellen: Wie war es vorher? Was hat dir Spass gemacht, bevor du deinen Fokus so sehr auf Frauen gelegt hast? Was hat dich interessiert? Und wofür interessierst du dich jetzt? Gibt es etwas, was du schon immer mal machen wolltest? Was magst du an dir? Was hast du in deinem Leben schon alles geschafft? Worauf bist du so richtig stolz? 

Du kannst auch verschiedene Aktivitäten ausprobieren, um zu sehen, was dir Spass macht und wofür du dich interessierst. Gerade an der Uni gibt es viele Möglichkeiten sich auszuprobieren. Guck mal, welche Kurse beim Unisport angeboten werden. Vielleicht möchtest du davon etwas ausprobieren. Oder vielleicht hast du Lust, dich politisch zu engagieren? Manchmal bekommt man als Student Vergünstigungen für Theater- oder Museumsbesuche. Vielleicht möchtest du ein künstlerisches Hobby ausprobieren. Oder vielleicht gibt es eine Gruppe in deiner Stadt, mit der du Dungeons and Dragons spielen kannst. Vielleicht möchtest du dich auch ehrenamtlich in einem Tierheim engagieren. Oder einen Sprachkurs machen. Du siehst, es gibt sehr viele Möglichkeiten und deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Probier dich aus. Selbst wenn du merkst, dass du etwas nicht magst, lernst du dich trotzdem immer besser kennen.

Wenn du lernst, mit dir selbst zufrieden zu sein, dann macht dich das auch attraktiver. Und wenn du herausfindest, wofür du dich interessierst, dann wirst du interessanter. Du kannst noch mehr dafür tun, dich interessant, attraktiv, sexy und liebenswert zu machen. Das kannst du in diesem Text nachlesen. Und wenn du möchtest, schau dich doch mal im Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen um. Dort findest du viele weitere Tipps zu diesen Themen.

Übrigens haben wir auch einen Text über Pick-up Artists geschrieben. Dort erfährst du, warum Pick-up Artists gar nicht so hilfreich sind. Und warum es dir, nachdem du ihre Tipps befolgt hast, oft sogar nur noch schlechter geht.

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Frage Nr. 37694 von 11.01.2024

Hallo lilli

Ich bin männlich und 25. Was kann man gegen unerwiederte Liebe tun. Gibt es Strategien wie man damit fertig wird. Momentan hasse ich die Person in die ich verliebt bin sogar, aber ich muss sie in der Arbeit sehen. Sie ist leider schon vergeben.Ist es normal, dass man für eine Person in die man lange aussichtslos verliebt ist manchmal wut und hass empfindet, weil man wegen ihr leidet bzw gelitten hat.

Unsere Antwort

Ja, es ist normal, dass man bei unerwiderter Verliebtheit ein ganz schönes Gefühlschaos erlebt. Auch Wut und Hass können da mal dabei sein.

Mach dir aber bewusst, dass die Person nicht „Schuld“ hat an deinen Gefühlen. Sie kann nichts dafür, dass du dich in sie verliebt hast. Genauso wenig kannst du etwas dafür. Niemand hat hier also Schuld. Schmerzhafte Gefühle gehören zum Leben einfach dazu, auch wenn wir das oft nicht mögen. Und die meisten Menschen machen irgendwann in ihrem Leben mal Erfahrungen mit unglücklicher Verliebtheit.

Wenn du akzeptieren kannst, dass solche Gefühle Teil des Lebens sind, dann wird der Umgang mit ihnen leichter. Versuch, weder mit ihnen zu kämpfen, noch dich in sie hineinzusteigern. Nimm sie stattdessen möglichst offen und neugierig wahr, beschreibe sie und benenne sie, achte darauf, wie sie sich in deinem Körper anfühlen. Dadurch gewinnst du gleich ein wenig Distanz zu den Gefühlen. So lassen sie schneller nach und du kannst besser erkunden, was sie dir eigentlich sagen wollen. Auf welches unerfüllte Bedürfnis weisen sie dich hin? Vielleicht auf ein Bedürfnis nach Nähe, Zuwendung oder Aufmerksamkeit. Oder nach Spaß und Leichtigkeit.

Denn neben der Akzeptanz der Gefühle ist das der zweite wichtige Punkt: Tu dir Gutes. Finde heraus, was du gerade brauchst und versuche, diese Bedürfnisse so gut es geht zu erfüllen. Vielleicht können deine Freunde oder deine Familie jetzt zum Beispiel gute Quellen für Zuwendung und Aufmerksamkeit sein. Schau auch, welche Aktivitäten dir gerade Spaß machen. Und probiere aus, was dir dabei hilft, die Gefühle zu verarbeiten – vielleicht hilft es, darüber zu reden oder zu schreiben. Oder Bewegung. Oder ein guter Film oder ein gutes Buch. Lies doch auch mal unser Kapitel zu Gefühlen, darin findest du viele weitere Tipps.

Offenbar kannst du der Person nicht ganz aus dem Weg gehen. Aber such nach Wegen, wie du dich bei der Arbeit von ihr ablenken kannst, zum Beispiel, indem du dich besonders auf deine Aufgaben konzentrierst.

Und gib dir Zeit. Unglücklich verliebt zu sein, ist wirklich schwer und es braucht Zeit, das zu überwinden. Sei geduldig und mitfühlend mit dir selbst. Frag dich immer mal, was du einem guten Freund in derselben Situation sagen würdest.

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Frage Nr. 37657 von 04.01.2024

Hallo lilli-Team,
ich bin m, 39, seit einigen Monaten leb ich getrennt von meiner Ex. Wir kennen uns seit mehr als 20 Jahren und waren über 10 Jahre verheiratet. Die Situation ist für mich, auch aufgrund der beiden kleinen Kinder die wir gemeinsam haben, trotz grundsätzlich guten Umständen zur Ex, sehr belastend.

Ich möchte Klarheit finden, um entscheiden zu können, ob ich um eine 2. Versuch der Beziehung kämpfe oder die Beziehung auf Ebene Liebespaar wirklich loslasse und dann wohl neue Wege beschreite. Können Sie mir da ein mögliches Vorgehen empfehlen?

Unsere Antwort

Hier sind ein paar Tipps:

1) Lass dir Zeit. Zeit für die Verarbeitung dieser Beziehung, Zeit für die Trauer, Zeit fürs Loslassen und wieder zu dir finden. "Einige Monate" ist, gemessen an 20 Jahren, gar nichts.

2) Sehe jeden Entscheid als etwas Temporäres, Vergängliches an. Ein Entscheid, den du heute fällst, wird ein anderer sein als der Entscheid, den du in einem Jahr fällen wirst. Und dieser wird ein anderer sein als ein Entscheid in zehn oder dreissig Jahren.

3) Was auch immer du entscheidest, es wird dir die Tür zu neuen Erfahrungen öffnen. Diese wiederum helfen dir, besser zu verstehen, was du willst. Es kann gut sein, dass als nächstes rund um das Thema Beziehung etwas ausprobierst, was du im Nachhinein nicht so sinnvoll findest. Um das herauszufinden, brauchst du eben die Erfahrung.

4) Lass dich möglichst wenig von irgendwelchen Vorstellungen, was sein sollte, beirren. Ich wünsche dir Offenheit und Interesse für das, was in dir ist und sich entwickelt.

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Frage Nr. 37654 von 03.01.2024

Liebe Lilli, meine Frage (ich bin w. und 29) ist ob es eigentlich wirklich eine Definition gibt was eine gute und enge Freundschaft ist vs. eine Liebesbeziehung? Ich denke über verschiedene Beziehungsformen nach, und plötzlich habe ich das Gefühl irgendwie gar nicht mehr zu wissen was eigentlich was ist... oder wie ich es für mich herausfinden kann...
Könnt ihr mir ein paar Tipps geben wie ich wieder ein bisschen Klarheit finden könnte?
Ich finde diese Website super und mega hilfreich!!!

Unsere Antwort

Erst einmal vielen Dank für dein Lob!

Was genau der Unterschied zwischen einer engen Freundschaft und einer Liebesbeziehung ist, ist eine sehr persönliche Erfahrung. Eine allgemeine Definition gibt es nicht. Stattdessen gibt es unglaublich viele unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen davon, wie eine Liebesbeziehung oder eine enge Freundschaft ist oder sein sollte. Vielleicht können dir die beiden Texte «Ich will eine andere Art von Beziehung – was tun?» und «Wie stelle ich mir eine Beziehung vor?» dabei helfen, deine eigene Definition zu finden. 

Ausserdem gibt es viele verschiedene Formen von Liebe. Dazu gehören auch die romantische Liebe und die freundschaftliche Liebe. Und zwischen beiden können die Grenzen manchmal verschwimmen, so dass man sie gar nicht richtig auseinander halten kann. Wir haben mit den beiden Texten «Was passiert mit mir, wenn ich mich verliebe?» und «Ab wann spreche ich von Liebe?» versucht, ein bisschen mehr Klarheit darüber zu schaffen.

Sexualität kann sowohl Bestandteil einer Freundschaft, als auch Bestandteil einer Liebesbeziehung sein. Viele Menschen definieren Freundschaft eher so, dass da kein Sex stattfindet (und sprechen sonst von "Freundschaft plus"), und viele Menschen definieren Liebesbeziehung so, dass da Sex stattfindet. Aber andere definieren das wieder anders.

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Frage Nr. 37639 von 19.11.2023

Hallo,

ich habe ein Problem. Zu mir: Ich bin 23, weiblich, asexuell und grayromantic, und ich habe keine Erfahrung mit romantischen Beziehungen.

Ich glaube, ich habe seit mehreren Monaten romantische Gefühle für einen Freund von mir. Es ist schwierig für mich, festzustellen, ob es romantische Gefühle sind oder nicht, ich glaube aber schon bzw. ich glaube, dass ich ihn unter anderem auch auf eine romantische Art und Weise mag. Ich denke, dass ich mir auf jeden Fall eine engere Beziehung zu ihm wünsche, zum Beispiel eine romantische, evtl. aber auch ein queerplatonische o.ä.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass er an mir nicht romantisch interessiert ist. (Auch wenn ich wahrscheinlich niemals merken würde, wenn jemand an mir interessiert wäre) Aber er hat eine Freundin bzw. datet jemanden, allerdings nicht besonders fest.
Wir haben über meine sexuelle und romantische Orientierung gesprochen, und er hilft mir sehr, all das zu verstehen. Er weiß, dass ich Schwierigkeiten dabei habe, aber er weiß nicht, dass meine Gefühle für ihn auch ein Problem sind. Ich fühle mich richtig schlecht, dass ich ihm das nicht erzählt habe. Bedeutet das, das ich ihn in irgendeiner Form ausnutze?

Da romantische und andere Beziehungen für mich absolut verwirrend sind, habe ich keine Ahnung, was ich jetzt tun sollte.
Meine Frage ist: Soll ich ihm von meinen Gefühlen erzählen?

Er hat ja eine Freundin, und ich will mich da natürlich korrekt verhalten. Er ist auch ein sehr, sehr guter Freund von mir, und ich will nicht verlieren, was wir bereits haben.
Trotzdem fühle ich mich schlecht, dass ich ihm nicht die Wahrheit gesagt habe. Ich denke auch, dass ich über die genaue Art meiner Gefühle, und darüber was ich will, nur mehr herausfinde, wenn ich mit ihm darüber spreche. Außerdem ist es extrem (!!) selten, dass ich solche Gefühle für jemanden habe und mir eine intensivere Beziehung mit ihm wünsche. Ich möchte mir hinterher nicht vorwerfen, dass ich nichts gesagt habe. Und vielleicht wäre es auch einfach gut zu wissen (natürlich auch schmerzhaft), dass er wirklich nicht an mir interessiert ist, damit ich mit meinem Leben weitermachen und mich auf unsere Freundschaft konzentrieren kann.

Ich habe viel gelesen über ähnliche Situationen, aber keine einheitliche Meinung dazu gefunden. Ich bin für jede Anregung dankbar.

Ich entschuldige mich für den Roman, den ich geschrieben habe!
Vielen Dank und viele Grüße!

Unsere Antwort

Das alles scheint ziemlich verwirrend und anstrengend für dich zu sein. Ich kann daher gut verstehen, dass du dir eine klare Anweisung wünschst. Dass du bisher aber keine „einheitliche Meinung“ dazu finden konntest, liegt daran, dass es nicht die eine „richtige“ Antwort gibt. Letztendlich kannst nur du entscheiden, ob du deinem Freund von deinen Gefühlen und Gedanken erzählen möchtest. Du bist nicht verpflichtet, es ist ihm zu erzählen. Deine Gefühle sind deine Privatsphäre und das musst du nicht teilen. Aber du darfst es natürlich.

Du nennst in deiner Frage schon viele Gründe, wieso du es gern tun würdest. Aber dir ist auch das Risiko bewusst, dass es eure Freundschaft negativ beeinflussen könnte. Mit diesem Dilemma bist du wirklich nicht allein. Einem*einer Freund*in zu sagen, dass man eventuell romantische Gefühle hat, ist für die meisten Menschen sehr herausfordernd. So wie du ihn und eure Beziehung beschreibst, klingt es für mich so, als wäre die Chance groß, dass ihr das gut miteinander besprechen könnt. Auch wenn er deine Gefühle vielleicht nicht teilt. Bestimmt kannst du das aber besser einschätzen als ich.

Gib dir doch noch ein bisschen Zeit. Schreib deine Gedanken auf, hör in dich hinein. Versetz dich in die Situationen hinein und überleg, was passieren könnte, wie du dich fühlen würdest und was es dir bringen könnte, wenn du es erzählst – und auch, wenn du es nicht tust. Vielleicht bemerkst du dabei Angst oder andere unangenehme Gefühle. Da kann es helfen, tief zu atmen, um dich zu beruhigen. So kannst du auch schwierige Gefühle zulassen und erkunden, ohne deine Entscheidung komplett von ihnen abhängig zu machen.

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Frage Nr. 37635 von 18.11.2023

Wieso gibt es dieses Klischee das Frauen auf Geld und Status achten. Mir ist es egal ob jemand viel Geld verdient, oder Arbeitslos ist.
Hauptsache er sieht gut aus und hat eine gute Persönlichkeit.
Ich würde nie etwas mit einem Mann haben wollen den ich unattraktiv finde nur weil er Geld hat. Woher kommt dieses Klischee?

Unsere Antwort

Ursachenforschung zu Klischees ist nicht unser Fachgebiet. Wenn dich das sehr interessiert, könntest du mal schauen, welche Bücher es dazu gibt.

Hier dennoch ein paar Gedanken zu Klischees: Sicher ist es bei jedem Klischee wichtig, zu wissen, dass es nie auf alle zutrifft. Es gibt nicht die Frau oder den Mann, sondern 8 Milliarden Menschen auf der Erde mit ganz vielen verschiedenen Sichtweisen. Aussagen über "die Frauen" sind also immer Verallgemeinerungen, die nicht gut auf eine einzelne Frau zutreffen.

Menschen sind sehr verschieden und worauf sie bei der Partnerwahl achten auch. Entscheidend ist immer, worauf eine Person wert legt. Und das hängt viel mit ihren eigenen Erfahrungen und mit den Wünschen an ein gemeinsames Leben zusammen.

Einige Klischees sind auch in einer Zeit entstanden, in der die Lebensumstände noch ganz anders waren als heute.

Wieso spielt das Klischee in deinem Leben aktuell eine Rolle?

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Frage Nr. 37615 von 12.11.2023

Weil viele Leute es sagen: Ist es wahrscheinlicher, einen Freund zu bekommen, wenn man in den Ausgang geht oder schon Geld verdient?

Unsere Antwort

Du fragst dich, ob es einfacher ist, jemanden kennenzulernen, wenn wir in den Ausgang gehen. Ausserdem möchtest du wissen, ob es diese Chance erhöht, wenn die Personen, die auf der «Suche» sind, bereits ihr eigenes Geld verdienen.

Das lässt sich allgemein nicht beantworten.

Es könnte sein, dass du nach Tipps suchst, die helfen, jemanden kennenzulernen. Falls das so ist, lies gern hier weiter:

Du kannst grundsätzlich überall jemanden kennenlernen, wo du unter Leuten bist. In der Schule, bei der Arbeit, im Sport, im Ausgang, durch gemeinsame Freunde, bei deinem Hobby, an der Supermarktkasse, im Bus... Gezielter suchen kannst du zum Beispiel mit Dating-Apps oder bei Veranstaltungen speziell für Singles.

Viel wichtiger ist aber, dass du dir einen Ort aussuchst, an dem du dich wohl fühlst. Vielleicht entspricht dir das Ausgehen ja gar nicht? Dann macht es keinen Sinn dort zu suchen. Wenn du dich wohl fühlst, kannst du auch besser und selbstsicherer flirten.  

Geld sollte auf keinen Fall eine Rolle spielen, ob du jemanden kennenlernen kannst oder nicht. Wer bereits Geld verdient, kann sich vielleicht mal ein Kinobesuch oder Essengehen leisten. Es gibt aber viele schöne Möglichkeiten, auf andere Arten jemanden kennenzulernen. Ein Spaziergang, leckereres Picknick oder im Sportverein um mal ein paar Ideen zu nennen.

Falls dich das Thema mehr interessiert, schau doch auch mal in unser Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen.

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Frage Nr. 37611 von 11.11.2023

Hallo ich bin F18 und habe irgendwie ab und zu phasen wo ich die ganze zeit denke, mein Freund betrügt mich. Er macht nichts falsch, ich mache mir aber so kopfkino.

Er postet mich, stellt mich allen vor und vertrau mir komplett. Das habe ich meistens auch. Aber ab und zu habe ich so Tage wo ich einfach Angst habe, dass plötzlich etwas falsch läuft zwischen uns. Ich habe ihm das nicht gesagt weil ich will ihn nicht stressen oder nerven, er macht nichts falsch. Er versteckt auch nicht sein Handy oder so,

Ich habe allgemein sehr mühe damit mich ihm komplett zu öffnen und “schwach” zu zeigen. Wie kann ich das ändern? Ich bin eigentlich eine sehr selbstbewusste person aber an einigen Tagen benehme ich mich dann so komisch und ich weiss nicht warum. Was kann ich tun?

Unsere Antwort

Deine Frage ist: Wie kann ich mich öffnen? Meine Frage ist: Wie kannst du dich öffnen und damit wohl fühlen? Was brauchst du dazu, dich zu öffnen, dich auch so zu zeigen und dabei aber nicht „schwach“ zu fühlen?

Beim Lesen habe ich den Eindruck bekommen, dass dir die Beziehung zu deinem Freund sehr wichtig ist. Du scheinst jemand zu sein, der nachdenkt vor dem Handeln und versucht, Lösungen zu finden. Du bist jemand, der sich Unterstützung holen kann. Und du schaust genau hin und kannst unterscheiden zwischen dem, was du fühlst und dem, was du erlebst.

Du schreibst, dass es manchmal so „Phasen“ oder so „Tage“ gibt, an denen du Gedanken hast, etwas läuft falsch zwischen euch.

Sicherlich gibt es einen Grund, warum du manchmal solche Gedanken und Gefühle hast. Die meiste Zeit fühlst du dich gut, dann gibt es Phasen, da ist das anders. Hast du schon mal genauer darauf geachtet, wann diese Phasen vorkommen? Ist das, wenn du wegen etwas gestresst bist? Wenn du gestresst bist, bist du angespannt. Wenn du angespannt bist, kommt es eher vor, dass du negative Gedanken hast. Mehr dazu steht in unserem Text Wie beeinflusse ich meine Stimmung über den Körper?

Oder könnte das auch mit deinem Zyklus zusammenhängen? Manche Frauen erleben Schwankungen in der Stimmung, Emotionen wie Traurigkeit, Angst, Unsicherheit sehr stark.

Achte doch mal darauf, ob du da Zusammenhänge oder Zeiträume erkennen kannst.

Wenn du besser verstehst, woran es liegt, dass du manchmal solche Phasen oder Tage hast, dann kannst du dich vielleicht auch besser öffnen.

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Frage Nr. 37580 von 05.11.2023

Gibt es ein maximal empfohlenes Höchstalter für eine Vaterschaft? (Ab welchem Alter spricht etwas dagegen noch Vater zu werden?)
Ist es zu "alt", wenn ein Mann mit 50+ Vater wird.

Ich frage, weil ich und mein Partner das Kinderkriegen offen lassen möchten.
Ich bin erst in 3-4 Jahren mit einer Ausbildung fertig, dann bin ich ca 32 (oder älter) und er 50 Jahre oder älter.
Die Überlegung ist zu 50% ja, 50% nein. Wobei er zu eher nein tendiert.
Ich hätte schon gern eins.
Es ist aber so dass er schon ca 60 Jahre alt wäre, wenn das (erste) Kind 10 Jahre alt ist.

Wie seht ihr das? In 3 Jahren kann noch einiges passieren. Müssen wir jetzt schon festlegen, ob wir Kinder kriegen wollen?

Unsere Antwort

Es gibt kein höchste Alter für eine Vaterschaft. Grundsätzlich ist es jedoch so, dass je älter der Vater ist, desto mehr gesundheitliche Risiken bestehen auch für das Kind. Man geht heute davon aus, dass das Risiko einer Erkrankung des Kindes etwa ab dem 45. Lebensjahres (des Mannes) ständig zunimmt. Zudem nimmt auch bei Männern mit dem Alter die Zeugungsfähigkeit ab.

Es liegt an euch, euch zu überlegen ob und wann ihr Kinder möchtet. Und ihr müsst wissen, dass es ein statistisches Risiko ist. Das heisst, es kann durchaus sein, dass "alte" Eltern oder ein "alter" Vater ein gesundes Kind bekommen. Genauso wie es möglich ist, dass "junge" Eltern oder ein "junger" Vater ein krankes Kind bekommt. Auf jeden Fall können mit zunehmendem Alter  genetische Untersuchungen in der Schwangerschaft sinnvoll werden. Darüber solltet ihr miteinander sprechen. Da es je nach Ergebnis der Untersuchungen durchaus schwierige Entscheidungen zu treffen gibt.

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Frage Nr. 37574 von 05.11.2023

Hallo zusammen

ich (w, 21) habe immer gedacht, dass ich hetero bin. Vor ein paar Jahren habe ich mich dann in meine beste Freundin verliebt gehabt. Danach war ich sehr unsicher, ob ich mich einfach in sie als Person verliebt habe oder ob ich nun auch auf Frauen stehe. Die Frage hat mich ganz lange Zeit nicht losgelassen und ich hab das Ganze wahrscheinlich viel zu sehr durchdacht.

In der Zwischenzeit war ich in einer heterosexuellen Beziehung, aber ich hatte das Gefühl, dass irgendwas fehlt. Mittlerweile bin ich wieder Single und wollte mich gerne mal mit Mädels ausprobieren. Mir fällt es aber total schwer jemanden anzusprechen bzw auf die Art attraktiv zu finden.

Ich weiß nicht, ob ich eine Art Blockade habe, dass ich das selber nicht "wahrhaben" möchte oder ob ich eine Frau erst vom Charakter her kennenlernen muss, bevor ich sie attraktiv finden kann. Die Frage ist irgendwie, wie ich Erfahrungen mit Frauen machen kann, um das rauszufinden, wenn ich niemanden ansprechen kann. Ich bin irgendwie von diesen Widersprüchen verwirrt.
Liebe Grüße

Unsere Antwort

Du bewertest dein Denken und Fühlen als widersprüchlich. Doch die Anziehungskräfte, die du im Kontakt mit Menschen wahrnimmst, brauchen keine Entscheidung für „entweder/oder“.

Versuch mal, deiner Situation einen weiteren Rahmen zu geben: Ein „sowohl/als auch“ ermöglicht dir weiterhin genau das, was du bereits als Erfahrungen sammeln konntest.

Dir gelingt es, Menschen verschiedener Geschlechter sexuell und romantisch zu begehren. Dieses Begehren zu leben, hat dir wertvolle Erlebnisse ermöglicht. Lass dich von diesen Erfahrungen motivieren und bestärken, offen weiter deinen Beziehungswunsch und sexuelle Begegnungen zu erforschen.

In den bisherigen Erfahrungen hast du dich wahrscheinlich mehr von deinem Körper und deinen Emotionen leiten lassen. Jetzt nachträglich hast du viel darüber nachgedacht. Und nun erscheint dir die Fortsetzung deiner persönlichen Entwicklung hindernisreich.

Nutze wieder das, was dir zuerst vermutlich automatisch gelungen ist: verbinde dich mit deinem Körper, deinem Atem, beruhige dich und fühle dich dadurch sicherer in dir und in der Kontaktanbahnung. So kannst du das Flirten wirkungsvoll gestalten und genießen – unabhängig davon, welchen Menschen du interessant findest.

Vielleicht möchtest du in unseren Texten Wie werde ich beim Verführen selbstsicherer? und Bauchatmen belebt und beruhigt weiterlesen.

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Frage Nr. 37519 von 26.10.2023

Liebes Lilli Team,

ich w(24) hatte noch nie einen Freund und habe nun jemanden kennengelernt, der mir eigentlich sehr gefällt. Allerdings unterscheiden sich unsere Plöne für die Zukunft sehr. Er möchte bei der Erziehung von Kindern Gewalt anwenden und ich bin strikt dagegen. Er möchte später auswandern und sich im Ausland ein Leben aufbauen und ich möchte lieber in Deutschland bleiben. Das sind zwei grundlegende Sachen, die mich dazu geführt haben keine Beziehung einzugehen. Ich möchte wissen, ob ich übertrieben habe. Ich mochte ihn sehr aber er ist manchmal auch sehr abwertend mir gegenüber sodass mein Selbstwertgefühl darunter leidet.

Ich hatte Lösungsvorschläge vorgeschlagen aber er akzeptiert nur seine Meinung und stellt mich als ahnungslos und unwissend dar.

Sollte ich mich auf die Beziehung einlassen, um Erfahrungen zu sammeln oder weiterhin Single bleiben ? Eigentlich will ich ihn aber ich möchte eigentlich auf meine Prinzipien verzichten. Ich würde ihn auch nur Daten mit dem Ziel ihn zu heiraten und Ichbewusstsein nicht ob ichnmkr und der Hinsicht zu viele Gedanken mache oder ob das Thema Beziehung eingehen nichts ist worüber man so tiefgründig nachdenken muss.

Danke für die Tipps !

Unsere Antwort

Du standest vor der Entscheidung, ob du mit diesem Mann eine Beziehung eingehen möchtest. Es ist stark von dir, dass du dich für dich entschieden hast. Und nein, du hast auf keinen Fall übertrieben – im Gegenteil. 

Dein Exfreund scheint einige schwierige Seiten zu haben, die er noch nicht angegangen ist. Gewalt in der Erziehung ist heutzutage höchstproblematisch und verboten. Zum Glück.

Nur weil du bis jetzt „noch“ keinen Freund hattest, bist du nicht weniger wert. Auch bist du deshalb nicht gezwungen, dich mit weniger zufrieden zu geben und schon gar nicht, mit jemandem eine Beziehung einzugehen, der dich abwertet.  

Wichtig ist, dass du weiterhin zu dir, deinen Bedürfnissen und deinen Prinzipien stehst. Ich finde es stark, dass du bemerkt hast, dass dein Selbstwert litt und du dich dann dagegen entschieden hast.

Dass er keine andere Meinung akzeptiert, keine Lösungsvorschläge annehmen kann und dich sogar schwach dastehen lässt, sind gefährliche Warnzeichen. Mit diesem Mann wirst du keine glückliche Beziehung leben können. Also bleibe bei deiner Entscheidung und sei stolz auf dich, dass du zu dir gestanden bist.

Du fragst, ob du dich auf die Beziehung einlassen solltest, um Erfahrungen zu sammeln. Ich finde, du kannst auf solche Erfahrungen verzichten. Sie schwächen dich nur, sodass du bei einer weiteren Beziehung mehr Mühe haben könntest.  

Es ist eine Entwicklungsaufgabe, die eigenen Standards zu entwickeln und sie sich zu gönnen. Vielleicht kannst du dich auf das ein oder andere Experiment dazu einlassen:

Schreibe dir doch mal auf, was genau ein Mann „mitbringen/haben“ sollte, damit er für dich passend ist. Was willst du? Das sind dann deine Standards, unter diese du nicht gehen solltest. Zeichne zum Beispiel ein Blatt mit all den Begriffen oder gestalte eine Collage. Hänge das Blatt dann in deinem Zimmer auf und denke immer wieder: „Genau so einen Mann wünsche ich mir und habe ich verdient.“ Bevor du dann aus dem Haus gehst, kannst du nochmals darauf gucken und mit den Augen zwinkern, dich parat machen, so dass du dich für dich wohl und schön fühlst.

Deine Körperhaltung hat einen grossen Einfluss darauf, was du dir gönnst. Richte deine Rückenhaltung gerade auf, so wie eine stolze Königin. So darfst du dann durch die Strassen schlendern und mal beobachten, was für Männer du siehst. Genieße das in vollen Zügen. Wer könnte deinen Standards entsprechen? 

Weiter würde ich versuchen, gelassener an das Daten heranzugehen. Denke nicht gleich an die Hochzeit. Schliesslich möchtest du doch zuerst prüfen, ob der Mann deinen Standards entspricht, oder nicht? winkDu möchtest doch möglichst lange mit diesem Mann zusammen sein, oder? Dann muss der doch richtig gut sein, sonst wird dein Leben mega nervig! Oder nicht?

Viel Glück beim Daten und Auswählen. Geniess es und setz dich nicht unter Druck. Gut Ding will Weile haben.

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Frage Nr. 37514 von 24.10.2023

Ich bin 16j w, wie kann ich meinen Exfreund vergessen, wenn ich noch Gefühle habe? Ich möchte aber nicht mehr mit ihm zusammen kommen.

Unsere Antwort

Ich glaube, es ist sehr schwierig, jemanden zu vergessen, für den man mal Gefühle hatte oder immer noch hat.

Ich könnte mir vorstellen, der bessere Weg ist, dass du dich immer wieder daran erinnerst, wieso du diese Entscheidung getroffen hast. Denn sicher hast du gute Gründe dafür, dass du dich entschieden hast, nicht mehr mit deinem Exfreund zusammen zu kommen.

Nach so einer Entscheidung dauert es immer eine ganze Zeit bis sich deine Gefühle verändern. Das kann sehr viel länger dauern als die Entscheidung selbst. Schau dir mal den folgenden Text an, vielleicht ist er für dich auch interessant: „Liebeskummer: Wie komme ich über eine Trennung hinweg?“.

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Frage Nr. 36650 von 21.03.2023

Ich (w, 20) habe seit 2 Monaten einen festen Freund. Ich kenne ihn schon sehr lange und wir haben uns schon oft (heimlich) getroffen, bis es nun in einer Beziehung gemündet ist, mit der ich sehr glücklich bin.
Jetzt stellt sich nur das Problem, wie ich meiner Mutter davon erzählen soll. Sie hat nach wie vor riesige Angst vor Corona und weiß nicht, dass ich mich oft mit ihm treffe.
Aus meiner Sicht ist das Risiko einer ansteckung mit ihm verschwindend gering, weil er es schon hatte und ich selbstverständlich geimpft bin. Ich gehe sonst nicht auf größere Veranstaltungen, Partys, CLubs oder irgendwo hin. Deswegen finde ich das Risiko eigentlich echt okay und habe mich so oft mit ihm heimlich getroffen. Jetzt ist die Lüge eben schon so lange am laufen, und ich möchte meine Mutter nicht damit überfallen, damit sie mir weiterhin vetraut. Ich hatte eigentlich den plan mich ab und zu "offziell" mit ihm zu treffen, als guter Freund und ihn dann langsam als meinen Freund vorzustellen, aber vermutlich hat sie was dagegen, so wie gegen treffen mit andern Leuten auch. Bis zu einem gewissen grad verstehe ich das auch, weil eben auch Leute dran sterben, aber ich glaube Sie hat eher ein riesiges Problem mit der Angst und ist auch leider absolut nicht zugänglich für irgendwelche Kompromisse. Ich bin aber keine 14 mehr und fühle mich eingesperrt, wenn ich ihr das sage, sagt sie dass ich spinne und dass es eben zurzeit eine doofe situation ist. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll...

Unsere Antwort

Inzwischen ist die Corona-Pandemie längst nicht mehr so gefährlich. Die Infektionszahlen sind sehr gesunken. Der grösste Teil der Bevölkerung ist mehrfach geimpft und/oder hat die Infektion durchgemacht. Die Gefahr ist für Menschen über 65 Jahren und Menschen mit chronischen Krankheiten am höchsten. Wenn deine Mutter zu der gefährdeten Gruppe gehört, müsstet ihr überlegen, was sie tun kann, damit sie sich ausreichend geschützt fühlt.

Ganz sicher darf sie die Pandemie nicht dazu benutzen, dir Beziehungen zu verbieten. Du bist tatsächlich keine 14 mehr. Für dich sind Liebesbeziehungen wichtig. Du bist in einem Alter, in dem du Erfahrungen mit selbstgewählten nahen Beziehungen machen musst. Mit diesen Erfahrungen wirst du deinen persönlichen Beziehungsstil entwickeln.

In der nahen Beziehung zu deiner Mutter hast du gelernt, dass du eher lügen darfst, als deine Mutter zu kränken. Mit der nahen Beziehung zu deinem Freund könntest du jetzt lernen, für deine Bedürfnisse einzustehen. Auch wenn deine Mutter das nicht mag. Dein fester Freund ist wichtig. Und nur weil deine Mutter nicht zu Kompromissen bereit ist, kannst du ja nicht auf dein Beziehungsleben verzichten. Du spinnst also nicht! Nimm deiner Mutter etwas von ihrer Macht weg.

Du könntest sagen: „Ich bin bereit, auf deine Angst Rücksicht zu nehmen. Ich bin auch bereit, mit dir zusammen zu überlegen, wie wir unser Zusammenleben gestalten können. Ich bin aber nicht bereit, auf meinen Freund zu verzichten. Ich bin auch nicht bereit, dich länger zu belügen. Das tut mir nicht gut.“ Lies doch bitte auch unseren Info-Text Wie stehe ich..für meine Bedürfnisse ein?. 

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Frage Nr. 36167 von 12.01.2023

Ich bin Weiblich und 14 Jahre alt.
Ich date einen Kollegen von meinem Kolleg. Er ist 16 Jahre alt. Unser Alters unterschied liegt bei 2 Jahren. Mein ex und ich hatten ebenfalls 2 Jahre unterschied und als meine Mutter damals erfahren hat das mein damaliger Freund 2Jahre älter war, war sie gar nicht begeistert. Das ist nun 1 Jahr her seit dem ich mich von meinem Ex freund getrennt habe. Meine Mutter weis nicht das ich jemanden Date und ehrlich gesagt hab ich auch nicht vor ihr es zu sagen. Ich habe angst wie reagieren würde. Könnt ihr mir Tipps geben wie ich in mit dieser Situation umgehen kann?

Unsere Antwort

Du bist zwar in der Schweiz noch im Schutzalter, aber da euer Altersunterschied weniger als 3 Jahre beträgt, könnt ihr vom Gesetz her eine Liebesbeziehung führen.

Ich kann mir noch kein Bild davon machen, was du mit "war sie gar nicht begeistert" meinst. Deine Mutter muss deine Beziehung nicht gut finden. Es reicht aus meiner Sicht aus, wenn sie sie toleriert. Wie war das?

Du hast bereits verstanden, dass das Verhalten deiner Mutter eher dazu führt, dass du dich ihr nicht anvertraust. Es ist allerdings eine gute Idee, deiner Mutter zu sagen, mit wem du dich triffst und wo du bist. Du bist mittlerweile älter, und es ist durchaus möglich, dass sich die Meinung deiner Mutter geändert hat. Überleg nochmal, wie du es ihr so sagen könntest, dass sie den Eindruck hat, sie hat es mit einer verantwortungsbewussten Tochter zu tun, die gut auf sich Acht gibt.

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Frage Nr. 34905 von 24.04.2022

Hallo liebes lilli team
W-20
Ich bin seit einem Jahr in einer festen Beziehung und ich liebe meinen Partner sehr. Aber über die letzten 1-2 Monate wird es zwischen uns immer so ernst. Wir diskutieren über kleine Sachen und kommen dann irgendwie auf das Gespräch, ob wir wirklich füreinander gemacht sind. Das ist sehr anstrengend und wir wissen nicht wie weiter. Habt ihr vielleicht eine Idee?

Auch ist es so, dass ich eine eher Unsichere Bindung habe in einer Beziehung (anxious attachment) und irgendwie wird das in letzter Zeit immer stärker und ich weiss nicht wieso. Es geschieht bei mir schnell, dass ich das Gefühl bekomme mein Partner hat keine Lust mehr auf mich und dass ich ihn nur nerve. Ich habe ihm das auch gesagt, aber irgendwie geschieht es trotzdem immer wieder. Ich muss ihn oft neu darum bitten mich zu versichern, dass alles okey ist und ich musste ihm auch schon oft sagen, dass ich mehr Unterstützung brauche von seiner Seite her. Ich arbeite sehr Aktiv an meinen Unsicherheiten und an mir selbst, aber es fühlt sich an, als ob es nichts bringen würde, da ich niemanden habe, der mir wirklich entgegen kommt. Ich glaube, dass mein Freund nicht versteht wie schwierig es für mich sein kann und das ich mir bewusst bin wie irrational meine Ängste sind, aber ich trotzdem nicht einfach aufhören kann mich so zu fühlen. In den Momenten wo meine "anxiety" am höchsten ist brauche ich eigentlich nur die Nähe meines Partners und eben dass er mir sagt, das alles okei ist und das er noch da ist. Aber er nimmt es so auf, als ob ich ihn kontrollieren und einschränken will, als ob er mir immer genau sagen müsste was er am machen ist.

Es stimmt schon das ich gerne weiss was er macht, aber ich versuche nicht in zu kontrollieren, er muss mich auf keinen Fall fragen ob er zB mit seinen Freunden raus gehen darf. Ich will es nur wissen, damit ich weiss, was bei ihm los ist. Es kann sein das wenn ich länger nichts von ihm höre und keinen Grund kenne wieso er mir so lange nicht schreibt, das ich dann irgendwie darauf komme das ihm etwas schreckliches geschehen ist oder eben das er keine Lust mehr hat auf mich. Das bringt mir enormen Stress. Es ist zwar irrational, aber die Gefühle sind echt, ich gerate trotzdem in Panik und weiss nicht was machen. Weil ich mir bewusst bin, wie unlogisch das alles ist und weiss dass er wahrscheinlich einfach beschäftigt ist, habe ich dann auch Angst meine Gefühle bei ihm auszudrücken. Ich warte dann so lange bis ich nicht mehr kann und am Ende kommt es so raus als ob ich nicht zufrieden bin mit wie viel wir schreiben, alles eskaliert und ich fühle mich vernachlässigt, alleine, ich fühle mich dumm und auch nervig. Bei ihm kommt es so an als ob er dann keine Freiheit hätte und immer bei mir sein müsste.
Ich fühle mich einfach so oft alleine und habe mich schon immer so alleine gefühlt. Ich habe Angst dass ich meinen Partner nur nerve und einfach mal still sein sollte statt immer diese Beruhigung und Versicherung von ihm zu verlangen.

Es macht aber Sinn das ich mich so fühle, ich wurde als Kind fast immer ausgeschlossen, viele Freund*innen von mir wirkten immer so als ob sie keine Lust auf mich hätten. Auch in meiner Familie werden meine Bedürfnisse und Grenzen oft einfach ignoriert. Ich habe mich kaum jemals wie eine Priorität für jemanden gefühlt. Es ist also normal, dass in einer festen Beziehung alle diese Unsicherheiten so stark zum Vorschein kommen. Ich will einfach nicht mehr einsam sein, ich will jemanden haben, der mich wirklich wichtig fühlen lässt. Mein Partner gibt sich Mühe, aber es ist sehr oft vorgekommen, das ich einfach mehr Nähe brauche und das dann eben all diesen Stress in mir auslöst. Und am Ende bringe ich einfach schlechte Stimmung in die Beziehung. Ich gebe mir so Mühe nicht so zu sein, ich gene mir so Mühe einfach ruhig und still zu bleiben und einfach "normal" zu handeln, aber es geht nicht und es nimmt so viel Energie aus mir. Ich bi. Wirklich verloren und weiss nicht was machen.

Ich gehe schon in die Therapie (seit etwa einem Monat) und wie gesagt, ich arbeite aktiv an mir aber ich bin so alleine damit. Ich kann das nicht alles alleine, deshalb frage ich meinen Partner auch ob er mir helfen kann. Ich brauche Regelmässigkeit, ich brauche sehr viel emotionale Nähe und ich brauche es einfach zu wissen das alles in Ordnung ist, das man mich noch liebt und ich muss auch von meinem Partner wissen was er so ungefähr macht an einem Tag, ich glaube nicht das ich zu viel verlange.

Denkt ihr das ist richtig so? Sollte man wenn man eben "anxious" ist all das verlangen? Ich bekomme oft das Gefühl das ich genau das Gegenteil machen sollte, einfach ihm so viel Platz geben wie möglich, brav hier sitzen und keine Bedürfnisse haben. Aber das ist unnormal, das verletzt einfach mich und dir Beziehung. Ich bin sehr verloren, ich weiss wirklich nicht wie weiter. Ich habe alles das schon viele Male meinem Freund erklärt, aber irgendwie scheint es nichts zu helfen. Oder vielleicht bin ich so beschäftig mit dem Negativen das ich nicht sehe wie gut es wir haben? Ich weiss wirklich nicht wie weiter und nichts hilft. Ich kann mich nicht beruhigen, ich überdenke alles, egal wie hart ich versuche einfach ruhig zu bleiben. Ich schaffe es nicht mehr. Ich bin wirklich verloren und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und konkrete Vorschläge geben.

Unsere Antwort

Gut, dass du in einer Therapie bist. Ich gehe nämlich mit dir einig, dass du Unterstützung brauchst. Aber dein Freund kann diese Rolle nicht übernehmen. Er sollte das auch nicht. Das ist die Rolle deiner Therapeutin. Ich finde es für eine Beziehung nicht gut, wenn der Partner die Rolle des Therapeuten übernimmt.

Ich werde dir hier einige Dinge schreiben, die hart klingen. Ich tu das deshalb, weil ich sehe, dass deine Not gross ist, und dass es nicht so weiter gehen kann. Ich glaube auch, dass eure Beziehung keine Chance hat, wenn du so weiter machst. Und ich glaube, du spürst ganz richtig, dass die Lust deines Partners auf dich sinkt und er sich genervt fühlt.

Du glaubst nicht, dass du zu viel von deinem Freund verlangst. Ich finde, du verlangst viel zu viel von ihm. Das Problem liegt schon im Wort "Verlangen". Du kannst dir etwas wünschen. Das erlaubt ihm die Möglichkeit, zu entscheiden, ob er es dir geben möchten oder nicht. Verlangen aber heisst, er muss es machen. Lies nochmal, was du geschrieben hast, und schau, wie oft da das Wort "müssen" vorkommt. Müssen macht unfrei. Ich verstehe absolut, dass dein Freund sich kontrolliert und eingeengt fühlt. Wenn du so weiter machst, fürchte ich, treibst du ihn in den Wind.

Hat deine Therapeutin dich auf den Begriff "anxious attachment" gebracht? Du verwendest ihn wie einen Stempel im Pass, der bestimmt, wie du bist und was du brauchst. Das ist nicht zielführend. Dein Bindungsstil ist geprägt duch deine frühkindlichen Bindungserfahrungen. Er bezieht sich auf die Beziehung zwischen Kind und Eltern. Er ist ein Ausgangspunkt, von dem aus du Sicherheit in Beziehungen entwickeln kannst.

Du hast als Kind wenig Sicherheit und viel Einsamkeit erlebt. Das ist für ein kleines Kind schrecklich und sehr, sehr beängstigend. Ein kleines Kind ist bedürftig und braucht die Mutter, um es zu "ko-regulieren". Das heisst, es braucht die Mutter, um ihm Sicherheit und Geborgenheit zu spenden und um es zu trösten und ihm beizubringen, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen. Dir wurde das offenbar nicht beigebracht. Sonst hättest du heute nicht so Probleme mit Angst oder Alleinsein. Du hättest einen Umgang damit gelernt und könntest dich selbst trösten. Dafür könntest du die Psychotherapie jetzt nutzen: Du kannst dort "nachlernen", mit dir und deinen Emotionen umzugehen und dich selbständig zu trösten und dir selbst Fürsorge und Geborgenheit zu spenden.

Denn als Erwachsene müssen wir das selbst können. Unsere Partner*innen sind nicht unsere Eltern, und wir sind nicht ihre Kinder. Du beschreibst deinen Freund und die Forderungen, die du an ihn hast, ein bisschen so als seist du ein Kind und er deine Mutter. Das ist eine sehr, sehr schlechte Voraussetzung für eine Beziehung. Dein Partner spürt das und wehrt sich dagegen.

Dein Partner spürt wahrscheinlich noch etwas anderes: Er fühlt sich von dir immer mal wieder ausgenutzt, instrumentalisiert. Wie ein Mittel zum Zweck. Wenn du ihn brauchst, um deine Angst geringer zu machen, nutzt du ihn tatsächlich aus. In dem Augenblick hast du wohl auch wenig Verständnis dafür, wie es ihm geht. Er "muss" auf eine bestimmte Weise funktionieren, damit du keine Angst haben "musst". Diese Art des Instrumentalisierens steht einer glücklichen Beziehung auch ziemlich im Weg.

Du bist nicht die einzige Person mit diesem Beziehungsmuster. Denn du bist ja auch nicht die einzige Person, die als Kind so verunsichernde Bindungserfahrungen gemacht hat. Und du kannst etwas tun, um dieses Muster zu überwinden und sicherer zu werden. Ich wünsche dir sehr, dass du mit deiner Therapeutin gut daran arbeiten kannst.

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Frage Nr. 34841 von 02.04.2022

Hallo,
ich bin 46 Jahre alt und habe eine Frage zu einem Problem mit meinem Freund, mit dem ich jetzt schon fast 3 Jahre zusammen bin.

Am Anfang unserer Beziehung hatten wir recht vergnügliche und manchmal auch wirklich lustige Zeiten miteinander im Bett und ich habe mich sehr entspannt und gut aufgehoben und sicher bei ihm gefühlt.

Da ich sehr spät im Leben erst meinen ersten Geschlechtsverkehr gehabt habe, bin ich mit ihm nie gekommen, aber das hat mich weiter nicht gestört. Ich dachte, mit Geduld würde das schon kommen.

Irgendwann habe ich ihm das anvertraut - damit er nicht denkt, ich spiele ihm was vor. Darauf kam die Antwort 'Spiel an dir selber rum, dann wird' s auch was. ' Seitdem reden wir über das Thema nicht mehr. Ich habe ihm auch irgendwann erzählt, was mir gefällt und wie er mich mehr erregen kann. Antwort war, er hat keine Lust auf jedes Mal bei Adam und Eva anfangen und reden beim Sex kann er auch nicht leiden und er hat nur Lust, wenn er wirklich entspannt ist - in der Nacht, nach den ersten Stunden Schlaf.

Seitdem schläft er nur noch mitten in der Nacht mit mir, wahrscheinlich, wenn er schon erregt aufwacht. Es gibt nur selten ein Vorspiel, das ist ihm wohl zu anstrengend. Irgendwann wollte ich ihm zeigen, wie er mich anfassen soll, damit es mir nicht unangenehm wird, da hat er mich weggeschubst und gesagt, ich soll's mir halt selber machen. Ganz oft haben wir dann GV wenn ich noch nicht bereit bin, manchmal auch, wenn ich noch nicht mal ganz wach bin.

Der Sex zwischen uns ist also nicht mehr besonders liebevoll. Ansprechen kann ich das Thema nicht, denn das macht ihn aggressiv. Er findet sich an der Situation unbeteiligt und meint, ich sei für meine Gefühle und für mein Empfinden beim Sex selber verantwortlich. - Gibt es eine andere Möglichkeit, das Problem anzugehen? Soll ich mich trennen?

Unsere Antwort

Selbstverantwortung ist tatsächlich das zentrale Thema in deinem Anliegen. Aber so, wie dein Freund das dir mitteilt, verdreht er das. Ja, du bist für deine Gefühle und dein Empfinden beim Sex selbst verantwortlich – du musst für dich sorgen. Aber er ist dafür verantwortlich, wie er mit dir umgeht, und ob er auf deine Wünsche und Bedürfnisse eingeht.

Du wiederum bist dafür verantwortlich, wie du damit umgehst, wie er mit dir umgeht. Du teilst ihm ja schon einiges mit, und das ist gut so. Du scheinst dich von ihm allerdings schnell entmutigen zu lassen. Du schreibst: "Ansprechen kann ich das Thema nicht, denn das macht ihn aggressiv." So kommst du nicht weiter. Nur weil ein Mann aggressiv wird, heisst das noch lange nicht, dass du schweigen musst. Eine gute Idee ist, dass du dich selbst besser regulierst in solchen Augenblicken. Das heisst, cool bleiben und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ruhig atmen und in leichter Bewegung bleiben, um aus der angespannten Stresshaltung herauszukommen.

Und dann: Schau mal, ob du mit Interesse in seinen Kopf hineinschauen kannst. Überleg dir mal: Warum wird er aggressiv? Ich könnte mir vorstellen, dass er sich verletzt fühlt in seinem (wohl ziemlich wackligen) Selbstbild, ein toller Mann und ein guter Lover zu sein (der eine Frau zum Orgasmus bringt…). Drum rechtfertigt er sich und greift dich an, statt Verantwortung dafür zu übernehmen, wie er sich dir gegenüber benimmt und wie er den gemeinsamen Sex gestaltet. Er merkt sicher, dass da etwas nicht stimmt, und dadurch lässt er sich verunsichern. Er ist (noch) nicht bereit, sich kritisch mit sich selbst und seiner Haltung dir gegenüber auseinanderzusetzen.

Klar ist auch, dass euer Sex für ihn stressig ist. Es klingt so, als habe er keinen Sex mit dir als Person, sondern er benutzt dich im Halbschlaf als Sexobjekt. Wenn er einen klaren Kopf hätte und genau bei dir hinschauen würde, würde er sich dabei viel zu sehr stressen. Überleg dir, warum du da mitmachst. Ein hilfreicher Spruch lautet: "Es gibt keine Opfer, nur Freiwillige". Was ziehst du daraus, wenn du beim Sex mitmachst, obwohl du noch nicht bereit bist? Was willst du damit bewirken (oder vermeiden)? Übernimm Verantwortung für dein Verhalten. Und für deine Haltung gegenüber ihm: Wenn du im Halbschlaf mit ihm Sex hast, hast du wirklich mit der Person Sex? Oder brauchst du ihn dann auch für irgend etwas? Für was?

Eine Möglichkeit ist jetzt gleich die Trennung. Aber möglicherweise blüht dir mit einem anderen Mann was ähnliches. Lies bitte unsere Tipps zur Entscheidung zur Trennung.

Eine andere Möglichkeit ist, dass du diese Beziehung als Übungsfeld nimmst. Egal wie der Ausgang ist, du lernst dazu. Ein Tipp ist, dass du deinem Partner mit gutem Beispiel voran gehst. Wenn du deinen Partner zu mehr Selbstverantwortung einladen möchtest, zeigst du ihm, dass du selbst Verantwortung für dich übernimmst. Konkret heisst das:

  • Du sagst ihm, dass er recht damit hat, dass du selbst zuständig für deine Gefühle und dein Empfinden beim Sex bist.
  • Du sagst ihm, dass du verstehst, dass der Sex jetzt für ihn stressig ist, weil du so unzufrieden bist.
  • Du sagst ihm, dass du dich ans Üben machst, wie du dich beim Geschlechtsverkehr besser erregen kannst.
  • Du machst dich ans Üben (zum Beispiel mit diesen Tipps, oder mit diesem Buch).
  • Du machst grundsätzlich nicht mehr bei sexuellen Handlungen mit, für die du nicht bereit bist.
  • Du übst, dich emotional zu regulieren, wenn es bei euch hart auf hart kommt.
  • Du sagst ihm dass du ein Vorspiel brauchst, und dass du erst dann lustvollen Sex haben kannst, wenn du bereit bist.
  • Du fragst ihn, was du tun kannst, dass die Stimmung auch am Tag für ihn entspannt genug für Sex ist.
  • Du sagst ihm, du würdest gern mit ihm erforschen und lernen, was du schön findest.
  • Du gewöhnst dir eine positive Sprache an, wenn du mit ihm über Sex redest.
  • Du bist offen für das, was er mit dir tut. Du übst, dich beim Sex zu bewegen und dir deine Steicheleinheiten so zu holen -- egal welche Stimulation er dir anbietet.

Wenn du diese Tipps anschaust, dann merkst du, dass du deinem Freund in einigen Dingen entgegenkommst. Wenn du mit ihm eine Lösung des Problems erarbeiten möchtest, brauchst du die Haltung: "Ich schaue, wo das Problem bei mir liegt, und ich arbeite daran". Du tust das unabhängig davon, worin sein Teil liegt: Du bist hundertprozentig für dich verantwortlich und dafür, wie du ihn siehst und mit ihm umgehst.

Falls du gern liest, empfehle ich dir sehr das Buch "Konflikte im Kern gelassen lösen: Die Anatomie des Friedens" vom Arbinger Institute. Darin gibts wertvolle Tipps rund um das Übernehmen von Eigenverantwortung und das Lösen von Konflikten. Mehr Tipps zum Umgang mit Konflikten findest du auch in diesem Text.

Falls du dich da wirklich ins Zeug legst und investierst, und du stösst bei deinem Freund trotzdem auf Granit, ist eine Trennung eine eigenständige, eigenverantwortliche Folge. Du hast dann aber garantiert hilfreiche Werkzeuge für eine nächste Beziehung entwickelt.

Ich hoffe, diese Antwort regt dich an, die Situation auf neue Weise anzugehen. Gern kannst du uns wieder schreiben. Gib dann einfach diese Fragenummer an.

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Frage Nr. 34430 von 12.01.2022

Hallo Lilli
Ich bin weiblich und 21 Jahre alt. Seit mehr als 2 Jahren bin ich in einer Beziehung mit einem Mann der älter ist als ich (9 J. unterschied).
Wir wohnen seit über 1.5 Jahre zusammen und lieben uns sehr. Wir reden über alles und verbringen viel Zeit miteinander. Ich schätze es vor allem sehr, dass wir wirklich über alles reden können sowie auch die Sexualität. Er ist ein Mann, der wirklich jeden Tag das Bedürfnis hat, Geschlechtsverkehr zu haben und auch mit viel Abwechslung und action. Ich bin da eher anders...

Seit längerer Zeit kam das Thema auf, in Swingerclubs zu gehen oder privat Paare/Frauen/Männer zu treffen. Am Anfang war ich geschockt und konnte das nicht verstehen, da ich aus eher langweiligen Beziehungen komme. Trotzdem hatten wir viele Gespräche darüber, wobei ich selber auch gefunden habe, wir können es ja ausprobieren, denn ich finde es nicht toll etwas auszuschliessen, obwohl ich nicht weiss, ob es mir gefallen könnte oder nicht. Wir haben dann auf einer Plattform ein Profil gemacht und waren auch in Swingerclubs aber es gab immer schwierigkeiten. Am Angang musste ich nach einem Besuch weinen da ich mich so eklig gefühlt habe und danach auch die nähe meines Freundes nicht mehr haben wollte. Trotzdem wollte ich alles nicht einfach sein lassen, da ich mich oft automatisch sehr nach ihm richte damit es nicht zu Schluss der Beziehung kommt.

Da das Thema jetzt sehr präsent ist in der Beziehiung hatten wir auch schon oft Streit denn auch nach x Gesprächen mit ihm hatte ich immer wieder bedenken und meinungsschwankungen gegenüber diesem Thema welche dann bemerkbar wurden. Da er oft narzisstisch ist und nur das von sich sieht oder sehen möchte, endet vieles direkt in grossem Streit. Wenn ich ihm sage das Thema zu präsent ist in der Beziehung und es mir so nicht gefällt dann kommt er direkt "ich lösche jetzt unser profil direkt auf dieser plattform und hören mit allem auf". Und genau das möchte ich nicht. Auf die eine Seite gefällt es mir gedanklich wenn ich an Swingen denke oder Sex mit anderen zusammen. Aber im Realen leben fühle ich mich jetzt schnell abgeneigt zu meinem Partner weil ich irgendwie das gefühl habe, nur noch dieses Thema muss sein damit wir zusammen bleiben und ich probiere einfach mitzumachen damit wir unsere Beziehung nicht beenden.... wenn ich daran denke, dass ich eigentlich einfach mitmache und probiere ein lachen aufzusetzen bei diesem Thema dann wird mir klar das das nicht ok ist gegenüber mir selber. Wiederrum denke ich aber wieder daran, dass es vielleicht nur am anfang so ist, dass es mir nicht gefällt und dass es bestimmt noch kommt etc.

Ich weiss einfach nicht, wie ich mich gegenüber diesem Thema verhalten soll :( ich möchte nicht schluss haben und weiss auch, dass er nicht einfach schluss machen würde. Aber ich weiss, dass das Verhältnis direkt anderst sein wird und es irgendwann zu Schluss oder Fremdgehen führt, da er sehr sehr sehr viel wert auf den Sex legt. Und wenns nicht so ist, wie er möchte dann ja... wars das...

Unsere Antwort

Dein Freund und du haben andere Bedürfnisse, was Sex angeht. Er wünscht sich oft Sex und mit anderen Leuten, dir gefällt etwas anderes. Du hast auf diese Situation bisher reagiert, dass du dich deinem Freund anpassen wolltest. Dir war es wichtig, nicht einfach so Nein zu etwas zu sagen, das du nicht kennst. Das war mutig und eine schöne Geste. Du hast einiges ausprobiert, dabei aber gemerkt, dass dir gewisse Dinge nicht gut tun und gewisse Dinge nicht zu dir passen. Jetzt ist es vermutlich Zeit, deine Strategie zu ändern.

Es ist gut, wenn man im Leben ab und zu seine Komfortzone verlässt. Ständig ein Leben ausserhalb des eigenen Wohlfühlbereiches zu führen, tut aber nicht gut. Und im Moment wirkt es so, als ob das bei dir der Fall wäre.

Wenn du mit deinem Freund über die Situation redest, dann gibt es Streit und er macht Druck. Er gibt dir das Gefühl, dass du nur dann mit ihm zusammen sein kannst, wenn du das machst, was er will. Das ist keine gute Basis für eine Beziehung. Denn in eurer Beziehung soll es um beide gehen, nicht nur um einen.

Niemand ausser du selbst kann und darf bestimmen, welche Sexualität schön und richtig ist für dich. Mehr Sex und ausgefallener Sex zu haben ist nicht besser. Es ist einfach anders. Und dein Freund sollte genau so offen sein für deine Bedürfnisse, wie du für seine. 

Lies doch mal den Text «Wieso Eigenständigkeit gut für die Beziehung ist».  Dort erfährst du, warum es gut ist, verschieden zu sein und warum es wichtig ist, dass man sich für die eigenen Bedürfnisse einsetzt. Auch der Text «Hilfreiche Meinungen über Männer, Frauen und Sex» könnte dir weiterhelfen. Auch dort geht es um unterschiedliche Bedürfnisse und wie man damit umgeht. So oder so gilt: Die Bedürfnisse von andern ernster zu nehmen als die eigenen ist keine gute Strategie. Vor allem nicht, wenn es um Dinge geht, die einem nicht gut tun.

Das Wichtigste ist vermutlich, dass du weisst, dass du keinen Sex oder keine bestimmte Art von Sex mit deinem Freund haben musst, nur weil ihr euch liebt und weil ihr zusammen seid. Ihr sollt das zusammen teilen und erleben, was ihr beide wollt. Wenn du dich stattdessen ständig ihm anpassen willst, dann geht dir irgendwann die Puste für die Beziehung aus. Für sich selbst zu sorgen ist also nicht egoistisch, sondern gut und wichtig für die Beziehung.

Es klingt so, als ob du eigentlich ganz gut spürst, was dir gut tut und was nicht. Hör auf dieses Gefühl und sag deinem Freund, wo deine Grenzen liegen. Das wird vermutlich Mut und Energie brauchen. Aber wenn dich dein Freund nicht mit deinen Bedürfnissen und Grenzen annehmen kann und ernst nimmt, dann ist das auf Dauer keine gute Situation. Wenn ihr unterschiedliche Dinge wollt, dann seid ihr beide dafür verantwortlich, dass ihr eine Lösung findet und nicht nur du allein.

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