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Fragen & Antworten:
Schluss mit Gewalt

Frage Nr. 37829 von 03.02.2024

Kann ein Hymen eng/ wenig dehnbar sein, obwohl bereits Penetration stattgefunden hat (vor längerer Zeit)? Oder wäre es ein „Beweis“, dass es nie der Fall war?
Ich habe Erinnerungen an sexuellen Missbrauch, aber glaube dass mein Hymen/ Vaginaleingang eng ist.

Unsere Antwort

Der Hymen kann unterschiedlich stark dehnbar sein. Aber ich frage mich, ob du nicht etwas anderes bemerkst: Hohe Muskelspannung im Beckenboden. Die macht den Vaginaleingang nämlich auch eng. Am besten du ertastest das für dich selbst. Ich empfehle dir dazu diese Tipps.

Es ist aus unserer Sicht nicht möglich, aufgrund der Beschaffenheit des Hymen Schlüsse darüber zu ziehen, ob eine Frau schon Vaginalverkehr hatte. Er kann dir daher nicht helfen bei deinen Erinnerungen an den sexuellen Missbrauch.

Wenn dich das beschäftigt, empfehle ich dir sehr, dass du das mit einer Fachperson besprichst. Hast du dir mal überlegt, irgendeine Form von Therapie zu machen?

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Frage Nr. 37824 von 02.02.2024

Zu Frage 37714
Ja, ich bin in Therapie, jedoch nicht spezifisch für Trauma.

Vielleicht ist es noch nicht gleich der Zeitpunkt, aber manchmal frage ich mich: Ich hatte noch nie eine Beziehung. Männer machen mir Angst. Ich habe auch grosse Mühe mit meiner Sexualität: Sie wirkt auf mich „abstossend“, „falsch“, „ekelhaft“ und beängstigend.
Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit mehr Gedanken daran. Ich kenne zB SB nur als Gewalt-Reinszenierung von früher. Nicht auf eine liebevolle Art.
Gleichzeitig fühlt es sich „falsch“ an, überhaupt eine Sexualität erleben zu wollen. Ich wünsche mir, mein Körper hätte kein Interesse daran.

Soll und kann ich mich dem Thema überhaupt wieder nähern? Und wie kann das aussehen? Wie kann ich meine Sexualität weniger ablehnen?

Unsere Antwort

Ich glaube, dein Körper und dein Kopf haben Interesse an Sexualität. Aber dein Kopf erlebt gleichzeitig starke Ablehnung oder Aversion. Dieser innere Zwiespalt ist nach traumatischen Erfahrungen normal.

Du allein entscheidest, ob du dich dem Thema wieder näherst und wie genau. Wenn es dich gedanklich nicht loslässt, wäre das sicherlich empfehlenswert. Dazu würde ich dir fachliche Unterstützung bei einer Person empfehlen, die sich mit Trauma auskennt. Was sagt dazu deine Therapeutin? Sprichst du mit ihr über die traumatischen Erlebnisse? Sprichst du mit ihr über deine Probleme bezüglich deines Geschlechts und deiner Sexualität? Wenn nicht, wäre das allenfalls möglich?

Es ist möglich, das eigene Geschlecht wieder "zurückzuerobern" und einen neuen, liebevollen Umgang damit zu lernen. Dazu würde ich dir (zusätzlich zur Traumatherapie oder danach) fachliche Unterstützung durch eine Sexualtherapeutin empfehlen. Vielleicht interessiert dich dazu unsere Linkliste.

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Frage Nr. 37799 von 29.01.2024

Halli Hallo
Darf man mit 12 Heiraten? Ist das Legal ? Muss sie/er auch 12 sein?

Unsere Antwort

Beide müssen mindestens 18 Jahre als sein, wenn sie heiraten wollen. Das Durchschnittsalter bei der Eheschliessung ist in der Schweiz bei Männern 32.5 Jahre und bei Frauen 30.4 Jahre. In Deutschland, bzw. in der ganzen Europäsichen Union heiraten die meisten Menschen zwischen 28 und 35 Jahren.

Das Mindestalter für Eheschliessungen in der Schweiz ist 18 Jahre. Zudem muss die heiratswillige Person urteilsfähig sein und darf nicht  bereits verheiratet sein oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben. Die Länder der Europäischen Union haben ebenfalls 18 Jahre als Mindestalter für die Heirat festgelegt. In manchen Ländern gibt es Ausnahmen, wenn z.B. eine Schwangerschaft besteht. Jugendliche, die nicht volljährig sind, brauchen immer das Einverständnis der Eltern.

Es ist wichtig, dass Menschen die heiraten wollen, volljährig und geschäftsfähig sind. So können sie sich besser schützen, wenn Eltern oder Partner*innen mit Druck oder Überredung zu einer Heirat drängen. In internationalen Konventionen, z.B. in Art. 12 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten von 1950, wird die freie Partner*innen-Wahl und der freie Wille zur Eheschliessung festgelegt. Trotzdem gibt es immer noch Zwangsheirat oder arrangierte Ehen gegen den Willen der Beteiligten. In der Schweiz gibt es ein Gesetz, dass Zwangsheirat verbietet. ebenso in Deutschland. 

Du siehst, das Heiraten ist eine ernste Angelegenheit, für die du erwachsen sein musst. Du darfst aber auch mit 12 Jahren eine beste Freundin oder einen allerbesten Freund haben, die/den du sehr lieb hast. Dazu braucht es keine Heirat.

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Frage Nr. 37768 von 26.01.2024

Guten Abend
Meine Tochter (20) wurde mir gegenüber Gewalttätig. Sie hatte mich angelogen. Da Sie Ihr Auto was Leasing ist pro Monat getunint hat. 1000.- ( ich kannte die Preise) Zuerst eine geknallt ins Gesicht bekommen. Dan zu boden gerissen mir mund und Nase zugedrückt verreck du Sau. Seit 5.1 ist Sie bei einer Kollegin unterhetaucht. Ich Mami 42 Verstehe die Welt nicht.

Unsere Antwort

Es ist verständlich, dass du deine Welt nicht mehr verstehst. Wenn die eigene Tochter sich gewalttätig gegen dich verhält, wird dich das sehr belasten. Deine Tochter scheint gemerkt zu haben, dass sie deine Grenzen massiv verletzt hat. Sonst würde sie sich wohl nicht bei einer Freundin verstecken. 

Wir raten dir, dich an eine Opferberatungsstelle in deiner Nähe zu wenden. Dort kannst du erzählen, was du erlebt hast und unter welchen Folgen du leidest. Es ist sicher auch gut, wenn du zusammen mit einer Beraterin prüfst, ob du weiterhin in Gefahr bist. Vielleicht müssen Massnahmen zu deiner Sicherheit getroffen werden. Möglicherweise wäre es aber auch gut, wenn du die Gewalterfahrung mit einer professionellen Psychotherapeutin besprechen könntest. Du könntest dir helfen lassen, den Schaden, den deine Tochter mit ihrer Gewalttat bei dir angerichtet hat, zu verarbeiten. In der Schweiz gibt es spezialisierte Opferhilfeberatungen. In Deutschland wirst du über das Hilfetelefon mit der Telefonnummer 116016 an die richtige Stelle weiter geleitet.

Lass dir unbedingt professionell helfen. Die Folgen von Gewalttaten in der eigenen Familie wiegen schwer.

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Frage Nr. 37752 von 24.01.2024

Hallo
Könnt ihr Bücher zu Trauma/ sexueller Gewalt in der Kindheit empfehlen?
Ich habe bis jetzt „The Body Keeps the Score“ gelesen. Ich bin auch in Therapie, aber würde gerne mehr tun…
Danke :)

Unsere Antwort

Du hast mit dem Buch von Bessel van der Kolk schon ein sehr gutes Buch gefunden. Ergänzend dazu könnten dicc von Deb Dana «Die Polyvagal-Theorie in der Therapie» oder «Der Vagus-Nerv als innerer Anker» interessieren. Traumatische Erfahrungen hinterlassen Spuren im Körper. Darum ist es sinnvoll, die Wahrnehmung auf das Befinden des eigenen Körpers zu legen. Für die Bearbeitung deiner Erinnerungen, Gefühle und Gedanken bekommst du sicher viel Anregungen in der Psychotherapie.

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Frage Nr. 37714 von 16.01.2024

Hallo
Ich habe Frage 37672 gestellt, danke für die Antwort. Ich habe noch eine etwas andere Frage:
Ich habe sehr starke Dysmenorrhoe (brauche eine Kombi von Schmerzmitteln/ Buscopan, dass es überhaupt erträglich bleibt) und verliere immer viele (auch grössere) Koagel.
Ich habe in eurem Beitrag gesehen, ich sollte evt zu einer Frauenärztin gehen.
Mein Problem: Ich war noch nie dort, weil ich (wegen der Erinnerungen) nicht möchte, dass mich irgendjemand dort anfasst.
Ich weiss aber nicht, was ich nun tun soll.
Ich hatte nie einvernehmlichen Sex und dachte, ich brauche daher auch kein Pap-Screening. Ist das anders, wenn in der Kindheit jemand etwas mit mir gemacht hat?

Unsere Antwort

Es stimmt, dass das Risiko für Zellveränderungen am Gebärmutterhals kleiner ist bei Frauen, die keinen Geschlechtsverkehr praktizieren, weil sie so weniger in Kontakt mit Papillom-Viren kommen. Falls es bei dir beim nicht einvernehmlichen Sex zu Geschlechtsverkehr kam, wäre eine Übertagung möglich gewesen. Grundsätzlich wird allen Frauen empfohlen, regelmässige Vorsorgeabstriche vom Gebärmutterhals zu machen, unabhängig von ihrer sexuellen Situation. Denn durch regelmässige Vorsorgeuntersuchungen kann das Auftreten einer fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung um 80% reduziert werden. Von dem her würde ich dir empfehlen, in eine regelmässige frauenärztliche Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Wenn du bisher noch nie bei einer Frauenärztin warst und du Angst davor hast, lohnt es sich, wenn du dich ein wenig darauf vorbereitest. Schau dir unsere Texte Was passiert bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung und Tipps zur Entspannung bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung an. Frage bei deinen Freundinnen nach, ob sie dir eine gute Frauenärztin empfehlen können. Möglich ist auch, dass du dich bei einer Beratungsstelle zur sexuellen Gesundheit in deiner Nähe meldest. Dort kann man dir wahrscheinlich auch geeignete Frauenärztinnen empfehlen. Mehr zu diesem Beratungsstellen erfährst du in diesem Text.

Ich empfehle dir, beim ersten Besuch vorerst nur um ein Gespräch zu bitten und eine Untersuchung erst für einen zweiten Besuch zu planen. So kannst du die Frauenärztin zuerst mal kennenlernen und ihr deine Situation schildern. Im Verlauf des Gesprächs kannst du beurteilen, ob du dich mit der Ärztin wohl fühlst und dir eine Untersuchung durch sie vorstellen kannst. 

Hast du wegen der Übergriffe in der Kindheit fachliche Unterstützung? Ich würde dir das auf jeden Fall empfehlen. Ziel ist eine gute Verarbeitung und Befreiung von dem, was dich jetzt belastet. Ich empfehle dir, dich bei einer Beratungsstelle der Opferhilfe zu melden. Mehr über diese Beratungsstellen erfährst du in diesem Text.

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Frage Nr. 37674 von 07.01.2024

(27,w)
Kommt es vor, dass Selbstbefriedigung als Selbstverletzung angewandt wird, wenn jemand sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt hat?
Ich bin ansonsten überhaupt nicht sexuell aktiv, war es auch nie. Es ist mir länger nicht mehr passiert (von 11-14 Jahren war es häufig), aber kürzlich nun doch:
Mein Körper war erregt und die Folge war, mir sexuell weh zu tun. Habe dabei geweint und mich entsetzlich gefühlt. Ich verstehe nicht, was los ist.

Unsere Antwort

Ja, Selbstbefriedigung als Selbstverletzung gibt es. Dabei muss es nicht unbedingt sexuelle Gewalt gewesen sein, die du in der Kindheit erlebt hast.

Möglich ist folgendes: Du hast sexuelle Gewalt erlebt, und dabei wurde dein Geschlecht verletzt. Dabei wurde bei dir auch sexuelle Erregung ausgelöst. Das Gehirn hat gelernt, das eine mit dem anderen zu verbinden, also sexuelle Erregung mit Schmerzen und Verletzung. Und mit den entsetzlichen Gefühlen von damals. Da kommt es also zu einem Wiedererleben des traumatischen Erlebens von damals.

Möglich wäre auch, dass du dir deine Sexualität aus irgend einem Grund nicht erlaubt hast, oder dass du in Zusammenhang mit sexueller Erregung schlimme Gefühle und Gedanken erlebt hast. Es kann sein, dass du Aggression gegenüber deinem Geschlecht und der sexuellen Erregung entwickelt hast, und dass du dir daher Verletzungen zufügst.

Um das alles besser zu verstehen und zu überwinden, empfehle ich dir fachliche Unterstützung. Du könntest dich dazu bei einer Opferhilfeberatungsstelle melden.

 

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Frage Nr. 37672 von 06.01.2024

Hallo
Ich bin weiblich, 24.

Ich habe seit ich 11 bin mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen.
Seit etwa einem Jahr habe ich „Flashbacks“ von sexualisierter Gewalt durch meinen Vater.
Seit langem plagen mich schlimme Albträume und ich habe Angst vor Männern sowie eine sehr extreme Schreckreaktion.
Ich habe mich als Jugendliche ausschliesslich zu Gewaltfantasien befriedigt und als Kind schon mit Puppen solche Szenarien gespielt.
Es gab auch emotionale zT auch körperliche „Gewalt“ in meiner Kindheit.

Zunächst habe ich das alles weggeschoben, „es kann nicht stimmen“. Aber mein Körper hat mir schon lange Zeichen gegeben. Ich glaube, es war nicht sicher für mich, in dem Umfeld der Realität bewusst zu sein.

Kann man sich erst viele Jahre später explizit wieder an Ereignisse erinnern? Wie sehr kann man dem glauben?
Und wie kann ich das alles hinter mir lassen?

Unsere Antwort

Ja, es ist normal, dass du erst Jahre oder Jahrzehnte später Erinnerungen hast. Bitte lies dazu diesen Text über die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse.

Nimm das Auftreten der Flashbacks erstmal als Zeichen dafür, dass da etwas ernst genommen und verarbeitet werden will. Heute weisst du eins sicher: Du hast als Kind schlimme Gewalt erlitten. Damit du die verarbeiten und ein glücklicher Mensch werden kannst, empfehle ich dir fachliche Begleitung. Die Fachperson kann dir unter anderem helfen, die Flashbacks genauer zu analysieren und klarer zu erkennen, was wirklich war.

Gut möglich, dass die Flashbacks klare Bilder dessen sind, was passiert ist. Was auch immer dein Vater dir angetan hat, es kann mit sexueller Erregung einhergehen. Das wäre eine Erklärung dafür, dass du Gewalt und Sexualität in der Fantasie verbindest.

Möglich ist auch, dass physische und körperliche Gewalt bei dir so starke Emotionen ausgelöst haben, dass dadurch sexuelle Erregung ausgelöst wurde. Schau dir bitte diesen Text über sexuelle Erregung an, da siehst du, dass es dazu keine schönen Gefühle und nicht unbedingt sexuelle Stimulation braucht. Das Gehirn kann dann Bilder weiterentwickeln.

Wenn du ein schlimmes, traumatisches Erlebnis gehabt hast und später daran leidest, ist es empfehlenswert, dass du dich damit auseinandersetzt, das Erlebte von allen Seiten noch mal anschaust, dir eine neue Meinung darüber bildest und es als Teil deiner Geschichte einordnest. So kannst du damit abschliessen und wieder in die Zukunft blicken. Viele fühlen sich dann sogar gestärkt und in mancher Hinsicht reifer als vor dem schlimmen Erlebnis. So eine Verarbeitung kann wenige Tage bis mehrere Jahre dauern.

Für die Verarbeitung sind Gespräche sehr wichtig. Eine Fachperson kann dir dabei helfen, zum Beispiel ein*e Psychotherapeut*in. Du kannst dich auch an eine Opferhilfeberatungsstelle wenden. Das kannst du auch, wenn das traumatische Ereignis oder die traumatischen Ereignisse schon lange Zeit zurück liegen.

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Frage Nr. 37636 von 18.11.2023

Darf man nach einer weisheitszahn op oral sex haben? Ich hatte gestern eine weisheitszahn op, alle vier Zähne wurden auf einmal entfernt, und mein Freund will jetzt das ich ihm eine blase, ich hab irgendwann nachgegeben und es gemacht, jetzt tun die Wunden noch mehr weh und hören nicht auf zu bluten . Zum Zahnarzt kann ich nicht mit dem ist ja voll peinlich.

Unsere Antwort

Du hast die Frage am Samstag gestellt. Heute ist Montag. Ich hoffe, dass die Blutung aufgehört hat und du die Schmerzen unter Kontrolle hast. Wenn nicht, dann würde ich raten, dass du sofort zum zahnärztlichen Notfall gehst. Ich bin keine Zahnärztin, aber es könnte sein, dass bei den Wunden irgendetwas gerissen ist. Das muss behandelt werden. 

Ich verstehe, dass dir das peinlich ist, zu erzählen, dass du deinem Freund einen Blowjob gegeben hast. Ich würde es erzählen, weil es einfach die Ärzt*innen informiert, über das was passiert ist. Deine Gesundheit steht hier im Vordergrund, sie ist das Allerwichtigste. Sie ist viel wichtiger als Peinlichkeitsgefühle. Ich kann dir sagen: Peinlichkeitsgefühle gehen wieder vorbei. Wenn du aber gar nichts erzählen möchtest, geht das auch. Die Ärzt*innen werden dich trotzdem behandeln. 

Ich frage mich, was deinem Freund durch den Kopf gegangen ist — vor, während und nach dem Blowjob. Er wusste ja, dass du Schmerzen hattest und vier Wunden im Mund. Das hat ihn nicht daran gehindert, darauf zu drängen, dass du ihm einen Blowjob geben sollst. Hinzu kommt, dass er dein "Nein" nicht respektiert hat. Dir ist wahrscheinlich bewusst, dass das übergriffiges Verhalten ist. Und du spürst wahrscheinlich, dass das einfach nicht okay ist. Wie geht es dir jetzt damit, dass dein Freund deine Bedürfnisse so missachtet hat?

Ich hoffe, du hast eine Vertrauensperson, mit der du über deine Beziehung reden kannst. Unser Fragefenster ist jetzt bis Ende des Jahres zu, aber du kannst dich gerne wieder melden, wenn es Anfang Januar wieder offen ist. Gib dann einfach die Nummer dieser Frage an.

Wenn du gegenüber deinem Freund besser für deine Bedürfnisse einstehen möchtest, interessieren dich vielleicht diese Tipps. 

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Frage Nr. 37582 von 06.11.2023

ich wurde mit 15 vergewaltigt, jetzt bin ich 23, ist es zu spät, etwas zu tun?

Unsere Antwort

Es ist nicht zu spät, wenn du gegen die Täterschaft noch eine Strafanzeige machen möchtest.

In der Schweiz bist du mit 15 Jahren noch im Schutzalter. Für sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 StGB Schweiz) ist die Höchststrafe 5 Jahre Gefängnis. Danach bemisst sich die Verjährungsfrist (Art. 97 StGB Schweiz). Sie beträgt 15 Jahre. Da Strafverfahren lange dauern, solltest du dich bald entscheiden. 

Wir raten dir, dich von einer spezialisierten Opferberatungsstelle begleiten zu lassen. Sie informieren dich über deine Rechte im Strafverfahren und allfällige Ansprüche nach dem Opferhilfegesetz. Alle Berater*innen sind gut ausgebildet. Das hilft, dass du deine Erinnerungen an die Vergewaltigung erträgst und vor Gericht aussagen kannst. Auch wenn du dich gegen eine Strafanzeige entscheidest, lohnt sich eine Beratung. Möglicherweise könntest du z.B. einen Beitrag zu einer Psychotherapie erhalten.

  

 

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Frage Nr. 34165 von 18.11.2021

Übertreibe ich? Sexuelle Belästigung?
Der Chef meiner Mutter hatte mir 3 mal an den Arsch gepackt, seine Hand durchgehend auf meinem Knie gehabt und extrem ekelige Bemerkungen gemacht, wie „Wenn du mal keinen hast... ruf mich an“
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich fühle mich irgendwie dumm, wenn ich zugebe, dass es mich belastet, da ich „Angst“ habe nur zu übertreiben. ...
Übertreibe ich?

Unsere Antwort

Du übertreibst keineswegs. Genau das ist sexuelle Belästigung. Der Mann bemüht sich überhaupt nicht um deine Zustimmung zu einem sexuellen Austausch. Er interessiert sich nicht für deine sexuelle Stimmung. Er übergeht auch deine Ekelgefühle und deine Angst. Er treibt dich in die Enge und nützt seine Macht aus. Er benimmt sich nicht wie der Arbeitgeber deiner Mutter, sondern so als wärest du sein Eigentum.

Jetzt machen sich Gefühle und Gedanken in dir breit, die dir zeigen, dass du die Berührungen und die Bemerkungen des Mannes sehr unangenehm und als Belästigung erlebst. Nimm deine Gefühle ernst. Niemand darf die Hand auf ein fremdes Knie legen ohne zu fragen.

Es ist typisch, dass die Opfer von Übergriffen an sich selbst zweifeln. Sie nehmen damit innerlich die Rechtfertigungen vorweg, mit der die Täterschaft üblicherweise von den Übergriffen ablenkt. Die Täterschaft minimalisiert: "Das war doch wirklich nicht schlimm. Du bist ja furchtbar empfindlich. Nun übertreib mal nicht. Stell dich doch nicht so an. Ich habe es nur gut gemeint. etc." Oder die Täterschaft schiebt die Verantwortung ab: "Aber du hast doch mit mir geflirtet. Du hast dich doch zu mir gesetzt. Wenn du dich so sexy anziehst, muss ich doch denken, du willst Sex. etc." Oder die Täterschaft stellt sich selbst als Opfer dar und bedauert sich selbst: "Ich bin in einer Krise. Ich reibe mich im Job auf. Ich sorge für alle und niemand gibt mir etwas zurück. Meine Frau hat überhaupt kein Verständnis für mich. Ich fühle mich so einsam. etc." Alle diese Aussagen haben nur ein Ziel: Die Betroffenen sollen Selbstzweifel entwickeln. Mit Selbstzweifeln wehrt man sich nicht, sondern zweifelt an sich selbst.

In unserem Infotext "Was ist sexuelle Belästigung?" erfährst du, was alles zu sexueller Belästigung zählt. Sexuelle Belästigung ist zudem eine Straftat. Interessieren könnte dich auch noch unser Text "Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz". Nach dem Obligationenrecht (OR) hat der Arbeitgeber seinen Angestellten gegenüber eine Fürsorgepflicht. Für ihn kann es teuer werden, wenn er seine Angestellten belästigt. In der Schweiz bietet diese Website konkrete Hilfe an.

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Frage Nr. 30007 von 03.06.2020

Vergewaltigung oder einvernehmlicher Sex? Ich bin seit 12 Jahren verheiratet. Sex ist für meinem Mann 1.Priorität in der Ehe. Mir ist die Lust vergangen ,nachdem ich merkte ,dass ich nur sexuell benutzt werde. Er liebt seltene Praktiken.Ich nicht . Das habe ich ihm öfters deutlich gesagt ,dass ich die Art von Handlung mich demütigt und ich mich dabei nicht wohl fühle,ich dass dann nur mache um den Familiefrieden . Er redet so lange ein bis ich der Sache zustimme. Oder er übt psychischen Druck aus, in dem er tagelang schmollt oder im Haus einfach nichts macht ,alles auf mich sitzen läßt. Wenn ich dann ein Wutausbruch erlebe ,empfinden es die Kinder natürlich ,dass ich die Schuldige ,Böse bin . Nun war es wieder so ,ich habe drei Tage lang deutlich "nein" gesagt ,er hat wieder versucht mich zu überreden .Nach dem Motto wie sehr er mich doch liebt und nach so viele Jahren mich immernoch will. Wenn ich es mitmache er dann im Gegenzug alles machen würde was ich bräuchte und will (Familienbesuche ,Ausflüge...) Beim Akt ,anal,mußte ich weinen.Er hat einfach weitergemacht und sagt nur "pssss..." Dann ist er still ohne ein Wort weggegangen und den Tag so beendet als wäre nichts passiert. Ist dieser Vorgang nun sexuelle Gewalt oder nicht?

Unsere Antwort

Ich sehe das so: Dein Partner ist auf bestimmte Sexualpraktiken angewiesen. Dich erregen diese Praktiken nicht. Sie scheinen sogar abstossend für dich zu sein. Wenn du gegen deine Lust und dein Begehren trotzdem mitmachst, fühlst du dich benutzt.

Warum machst du mit? Du schreibst, du machst wegen dem Familienfrieden mit. Für deine Sexualität ist das natürlich nicht zufriedenstellend. Wenn du mit deinem Mitmachen dann auch keinen Familienfrieden erreichst, wirst du dich wiederum benutzt und ausgetrickst fühlen.

Du beschreibst, dass dein Partner bittet, drängelt und fordert. Er setzt sich also sehr für seine Bedürfnisse ein, obwohl er weiss, dass seine Sexualpraktiken für dich unangenehm sind. Wenn er nicht bekommt, was er möchte, antwortet er mit strafendem Rückzug. Von einvernehmlichem Sex kann also keine Rede sein. Du gibst einfach irgendwann nach.

Lies bitte meine Antwort bis jetzt nochmal durch und überleg dir, was dein Anteil daran ist, dass du in dieser Situation bist. Ich sehe das so: Du übergehst Bedürfnisse von dir (kein Analsex), um anderen Bedürfnissen gerecht zu werden (Familienfrieden). Du lässt dich dabei von deinem Partner manipulieren (strafender Rückzug).

Ich kann dir nicht sagen, ob eure sexuellen Kontakte vor einem Gericht als Vergewaltigung beurteilt würden. Sicher ist aber, dass dein Partner seine sexuellen Interessen auf so unangenehme Weise durchsetzt, dass du sehr darunter leidest. Und dass ihm das nichts ausmacht. Das ist nicht strafbar. Es könnte aber für dich ein guter Grund sein, deine eigenen Bedürfnisse und Interessen klarer und eindeutiger zu vertreten. Und ein guter Grund, dich vom manipulativen Verhalten deines Partners nicht so beeindrucken zu lassen – so dass du nicht, wenn dir alles zu viel wird, mit einem Wutausbruch antworten musst – unter dem dann die Kinder leiden.

Um all das zu lernen, empfehle ich dir eine Begleitung. Ich rate dir zu einer Psychotherapie oder einer Beratung. Dort übst du, dich für dich selbst zu entscheiden.

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