Frage Nr. 37362 von 05.09.2023
Wie finde ich heraus, ob ich in einem deepfake porno bin und was kann ich rechtlich tun.
Unsere Antwort
Hast du irgend einen Anhaltspunkt, dass du in einem Deepfake Porno bist? Hat dir das jemand angedroht? Oder warum hast du diese Vermutung? Du kannst uns das gern schreiben. Gib dann einfach die Nummer dieser Frage an.
Falls du wieder dein Einverständnis in einem Deepfake Porno bist, gibt es unterschiedliche Gesetze, gegen die das verstösst. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Sicher aber wurde dein Recht am eigenen Bild verletzt. Wende dich an Opferhilfeberatungsstelle. Dort wird man dich an die für dich passenden Fachstellen weiterleiten. In diesem Text erfährst du, was Opferhilfeberatungsstellen sind und wo du sie findest.
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Frage Nr. 37325 von 30.08.2023
Warum gibt es keine Pädophile Frauen?
Unsere Antwort
Woher hast du, dass es keine pädophilen Frauen gibt? Doch, es gibt auch pädophile Frauen.
Pädophilie bedeutet eine sexuelle Neigung gegenüber vorpubertäre Kinder (also vorpubertäre Kinder werden als sexuell anziehend und erregend erlebt). Bei einer sexuellen Präferenz gegenüber Pubertierenden und allgemein Jugendlichen unter 16 spricht man von Hebephilie.
Wenn eine Person eine pädophile Neigung hat, heisst das noch lange nicht, dass sie sexuelle Handlungen mit Kindern oder Jugendlichen macht. Es kann sein, dass sie zum Beispiel sexuelle Fantasien von Kindern für die sexuelle Erregung nutzt. Es kann auch sein, dass sie sich mit Kinderpornographie oder mit irgendwelchem Bildmaterial von Kindern (pornographisch oder einfach sonstige Bilder von Kindern) sexuell erregt.
Wenn eine Person tatsächlich sexuelle Handlungen mit Kindern macht, spricht man von Pädosexualität. Es ist wichtig, zu wissen, dass die Mehrheit der Menschen mit pädophilen Neigungen nie pädosexuelle Handlungen machen würden. Sie leben ihre Neigungen auf Fantasieebene und bei der Selbstbefriedigung aus.
Komplizierter wird das ganze noch, weil es auch Menschen gibt, die sexuelle Handlungen mit Kindern machen, obwohl sie keine pädophile Neigung haben. Bei sexuellen Übergriffen in der Familie geht es zum Beispiel sehr oft nicht um sexuelle Neigungen. Sondern die Sexualität wird sozusagen "missbraucht" zum Ausüben von Gewalt, zum Erfüllen von Machtbedürfnissen oder wegen manipulativen, antisozialen oder sadistischen Motiven.
Was ist strafbar? Sexuelle Übergriffe an Kindern sind strafbar. Der Konsum illegaler pornographischer Inhalte auch. Wenn eine Person hingegen legale Bilder von Kindern anschaut, um sich zu erregen, macht sie sich nicht strafbar. Auch wenn sie sexuelle Fantasien von Kindern hat, macht sie sich nicht strafbar.
Weil so viele Menschen mit pädophilen oder hebephilen Neigungen keine Straftaten begehen, weiss man auch nicht, wie viele das eigentlich sind, und wie viele davon Männer oder Frauen sind. Du wirst bei Google daher unterschiedliche Zahlen lesen. Wir wissen hingegen ganz sicher: In der sexualtherapeutischen Praxis begegnen uns auch Frauen mit pädophilen oder hebephilen Neigungen.
Es gibt auch Frauen, die sexuelle Übergriffe an Kindern machen. Diese Übergriffe werden eher verharmlost, weniger angezeigt und weniger strafverfolgt als Übergriffe durch Männer. Wenn Kinder Übergriffe erleben, wissen in einigen Fällen ihre Mütter davon. Aber sie unternehmen nichts dagegen und sind teilweise sogar daran beteiligt.
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Frage Nr. 37317 von 29.08.2023
Hallo
Weiblich 27.
Ich bin verheiratet, und mein Mann und mein Vater verstehen sich gar nicht mehr. Dazu bin ich schwanger.
Es hat leider in der letzen Zeit sehr viel Wortwechsel zwischen meinen Eltern und mein Mann gegeben. Mein Mann war in der Vergangenheit nicht gerade Lieb zu mir. Hatte mich vor anderen beleidigt, mich zu weinen gebracht für fehler die ich in der Vergangenheit gemacht habe (beim Kennenlernen gelogen). Mich angeflucht. Handgreiflich geworden weil es über jemand der Tot ist lustig gemacht wurde, und ich die Nachricht nicht ernstgenommen habe und mit "Mal schauen" geantwortet habe (ging um fremdgehen). Einmal mich so Angst gemacht das ich weg gerannt bin (ich war da schon schwanger).
Für Meine Familie ist es sehr schmerzhaft gewesen, sowie auch für mich und mein Mann. Aber ich sehe das es immer besser wird,
Meine Mutter schaut nach vorne, und lässt das geschehene hinter sich. Aber mein Mann und mein Vater nicht.
Mein Vater versucht alle Kontaktmöglichkeiten zu vermeiden mit mein Mann. und bei gewissen sachen geht es meiner meinung nach zu weit. Er sagte zu mir das mein Mann sich gedanken machen solle, und er sich ändern muss, und meinen Vater nicht blamieren soll. (Stolz und ehre sind für beide wichtiger als alles andere)
Wie kann man die Männer klarmachen, das es vergangenheit war, und das beide nicht gegenseitig eine Lektion erteilen müssen. Das das Alpha getue nicht weiter bringt. Und ich soll die Probleme klären, weil ich die "Brücke" zwischen denen bin.
Mein Mann sagt ich muss dafür sorgen, das er und seine Familie "respekt" (in meinen Augen will er wie ein Gott behandelt werden) bekommen.
Ich bin innerlich sehr unruhig deswegen. Und deibei wollte ich die Schwangerschafft geniessen. Jetzt denke ich nur das ich dem Kind nicht gutes antue, mit meiner Traurigkeit.
Habt ihr ein guten Rat, für diese Situation?
Unsere Antwort
Das ist eine ganz schwierige Situation, in der du gerade bist. Ich kann verstehen, dass du sehr unruhig bist. Du versuchst, sowohl zu deinem Mann als auch zu deiner Familie zu halten. Und es scheint als hätten dein Mann und deine Familie aus den Augen verloren, wie sie dir und deinem Kind schaden mit ihrem Verhalten. Du stehst zwischen den beiden Männern und bist hilflos, weil du deren Probleme nicht klären kannst - egal, wie sehr du es versuchen würdest.
Ich stelle mir vor, dass es sehr schwierig ist, da allein durch zu müssen. Daher würde ich dir Unterstützung wünschen. Es ist gut, dass du uns geschrieben hast.
Du sagst, du siehst, dass es besser wird. Woran siehst du das? Ich sehe, dass deine Beziehung zu deinem Mann wacklig ist. Es verbessert sich vielleicht, aber es bleibt wacklig. Das sind keine guten Voraussetzung für dich und dein Kind.
Ich sehe noch etwas. Ich sehe in dem, was du schreibst häusliche Gewalt. Bitte erschreck jetzt nicht, wenn ich diese Worte benutze. Aber eine so unangenehme Situation wie deine und wenn dein Mann handgreiflich wird, nehme ich sehr ernst.
Du schaffst jetzt die Voraussetzungen für ein gutes Leben als Mutter und für ein gutes Leben mit deinem Kind. Dafür gönne ich dir eine Ansprechperson, die dich beraten und begleiten kann. Du kannst zu einer kostenlosen Beratung für schwangere Frauen gehen oder zu einer Familienberatungsstelle. Wenn du lieber eine Online-Beratung möchtest, könntest du zum Beispiel an die Persönliche Chat-Beratung bei Gewalt der Opferhilfe Zürich oder an die Persönliche Online-Beratung bei Gewalt von BIF Zürich schreiben.
Mach das für dich, deine Beziehung und dein Kind. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute.
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Frage Nr. 37200 von 06.07.2023
Wie gehe ich mit Catcalling auf der Arbeit um?
Ich bin in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Hier gibt es Männer die den ganzen Tag sexuelle Witze machen und Bewegungen.
Es wird niemad angefasst, aber den ganzen Tag gibt es diese Worte Ficken zum Beispiel.
Es stört mich.
Die Betreuer tun wenig dagegen.
Manchmal schreien sie, und beschweren sich darüber wenn sie einen schlechten Tag haben.
Manchmal fangen die Männer die die Witze machen dann an zu schmollen, oder weinen und dann werden sie umarmt und getröstet.
Wie kann ich damit umgehen?
Ich denke nicht das es besser wird hier.
Unsere Antwort
Als Catcalling bezeichnet man sexualisiertes Verhalten im öffentlichen Raum. In der Schweiz ist Catacalling nicht gesetzlich geregelt. Darum hast du mit einer Strafanzeige bei der Polizei keine Chance. Allerdings ist in der Schweiz jeder Betrieb verpflichtet, Arbeitnehmende aktiv vor sexueller Belästigung zu schützen. Dazu zählt auch sexistische Sprache. Sexuelle Witze haben zudem oft diskriminierende Inhalte. Aufgrund vom Arbeitsrecht hättest du möglicherweise Chancen, deinem Betrieb nachzuweisen, dass er dich nicht genügend vor sexueller Belästigung schützt. Der Arbeitgebende würde dann verpflichtet, Strukturen und Regeln zu entwickeln, die diese verbale Sexualisierung unterbinden. Auf belästigt.ch findest du dazu mehr Informationen.
Betriebsintern wird es dir allein nicht gelingen, das Verhalten der Männer zu verändern. Dies wäre Aufgabe der Betreuer. Sie könnten schon jetzt eingreifen und die Männer auf ihr Verhalten aufmerksam machen. Schreien nützt nichts. Umarmen und trösten auch nicht. Für grundlegende Änderungen braucht es ein Konzept. Dazu muss die Betriebsleitung Strukturen entwickeln, die wirksam jede Form von Gewalt verhindern. Du könntest dich an deine Vorgesetzten wenden und deutlich machen, dass du am Arbeitsplatz starke Belastungen erfährst. Wenn du das nicht allein tun willst, überleg mal, ob du im Betrieb eine Person kennst, der du vertraust. Vielleicht kannst du mit ihr über die Missstände sprechen. Vielleicht kannst du sie und andere auch für ein Projekt «Gewaltfreie Arbeitsbedingungen» gewinnen.
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Frage Nr. 37184 von 04.07.2023
37172
Meine Frage war wegen dem mastubieren.
Also immer wenn ich wixxe muss ich mit Mädels darüber schreiben,dass sie mir helfen und ich ihnen meistens zeige. Dadurch werde ich horny und kann leichter wixxn und spritzn
Männlich 15
Unsere Antwort
Du machst dich mit deinem Verhalten eventuell strafbar. Wenn du in der Schweiz lebst, musst du auf jeden Fall sofort damit aufhören. Denn in der Schweiz gelten Nacktfotos und sexuelle Aufnahmen von dir als Kinderpornografie, da du unter 18 bist. Es ist verboten, Kinderpornografie herzustellen, zu schauen, zu besitzen oder zu verschicken. Genauer wird das in unserem Text Wann ist Sexting strafbar? beschrieben. Es ist in der Schweiz auch verboten, wenn du Kindern und Jugendlichen im Schutzalter (unter 16) Pornos anbietest oder zeigst. Zu Pornos zählen auch Nackfotos von dir selbst. Zudem begehst du einen sexuellen Übergriff, wenn die Mädchen nicht ausdrücklich zugestimmt haben, solche Bilder oder Nachrichten von dir zu erhalten.
In Deutschland ist die Gesetzeslage ein wenig anders. Hier darfst du ab 14 Jahren pornografische Fotos und Videos von dir selbst aufnehmen. Rechtlich gesehen darfst du dich also selbst fotografieren. Wenn du diese Fotos oder Videos jedoch einer Person zeigst, die das nicht ausdrücklich will, dann kannst du dich damit strafbar machen. Denn das ist auch in Deutschland ein sexueller Übergriff. Du kannst das noch genauer nachlesen auf dieser Website zu Safer Sexting.
Die Verbreitung von Nackfotos anderer Personen ohne Einwilligung ist übrigens in Deutschland und in der Schweiz komplett verboten.
Zusätzlich machst du dich sehr angreifbar durch dein Verhalten. Denn diese Aufnahmen von dir könnten gegen dich verwendet werden. Du setzt dich also dem Risiko der Sextortion aus, das heißt der Erpressung mit deinen Bildern.
Du kannst lernen, auch ohne Sexting zum Orgasmus zu kommen. Bitte lies dazu unsere Texte Selbstbefriedigung: Tipps für Männer und alle mit Penis und Erregung zum Orgasmus: Tipps für Männer.
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Frage Nr. 37130 von 26.06.2023
Warum gendert ihr? Und dann auch noch mit einem Satzbau bei dem das gegenderte Wort wie eingefügt wirkt und nicht so recht reinpassen will. Schlimmer gehts nicht mehr. Warum zwingt ihr jedem diese lächerliche Schreibweise auf, ihr müsstet nicht also macht ihr es freiliwiillig aus Überzeugung oder weil ihr olitisch korrekte Mitläufer seid?
Unsere Antwort
Wir gendern, weil Lilli sich für die Gleichberechtigung aller Menschen einsetzt. Daher finden wir gendergerechte Sprache nicht lächerlich, sondern wichtig. Studien zeigen, dass sich Frauen und non-binäre Menschen von dem „generischen Maskulinum“ – also der ausschliesslichen Nutzung der männlichen Form – oft nicht angesprochen fühlen oder dann nicht mitgedacht werden. Dass das sprachlich manchmal sperrig ist, mag sein. Aber wir finden, dass es wichtiger ist, auch in der Sprache für mehr Gleichberechtigung zu sorgen. Zudem sind Sprachen ohnehin lebendig und verändern sich ständig. Was uns heute komisch vorkommt, kann in ein paar Jahren völlig normal sein. Und manchmal ist es ja auch gar nicht schlecht, dass es einem auffällt. Denn dann kommt man ins Nachdenken darüber. So war es bei dir ja auch.
Auch ist politische Korrektheit nicht generell etwas Schlimmes. Sondern es bedeutet erstmal nur, ein Bewusstsein zu haben für Benachteiligungen und Diskriminierungen in unserer Gesellschaft, und sich zu bemühen, sie zu reduzieren. Das passt zu unseren Werten und zu unserem Leitbild – daher hat das Gendern nichts mit „Mitlaufen“ zu tun, sondern wir entscheiden uns bewusst und aktiv dafür. Wir zwingen unsere Schreibweise damit aber niemandem auf. Die Nutzung von Lilli ist ja schliesslich freiwillig. Und jede Person, die uns Fragen stellt, kann schreiben, wie sie möchte.
Ich frage mich, wieso dich das Gendern so wütend macht. Geht es dir nur darum, dass manchmal Sätze länger oder sperriger werden? Vielleicht hast du Lust, mal in dich hineinzuhören und herauszufinden, welche Gefühle und Gedanken da bei dir noch eine Rolle spielen. Du kannst uns dazu auch gern noch einmal schreiben, wenn du möchtest. Gib dann diese Fragenummer bitte mit an.
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Frage Nr. 37120 von 23.06.2023
Wieso entstanden patriachiale Gesellschaften überhaupt ?
Es hätte ja auch das Matriarchat entstehen können ?
Gibt es überhaupt das stärkere Geschlecht ?
Oder gibt es wirklich einen (biologischen) Grund, weshalb Frauen weniger Rechte haben sollten ?
Unsere Antwort
Die Entstehung des Patriarchats ist ein grosses Thema. Es gibt verschiedene Theorien darüber, wann und warum patriarchale Gesellschaften entstanden sind. Eine von ihnen wird zum Beispiel in diesem Artikel von National Geographic sehr ausführlich erklärt. Natürlich hätte auch eine matriarchale Gesellschaft entstehen können und es gab und gibt auch heute noch Kulturen, die in matriarchalen Strukturen leben.
Daher: Nein, es gibt in diesem Sinne kein «stärkeres Geschlecht». Und auch keinen biologischen Grund, weswegen Frauen weniger Rechte haben sollten.
Das sind meistens Argumente, die von Menschen betont werden, die an einer patriarchalen Gesellschaft festhalten wollen. Sie versuchen damit zu begründen, warum ein Patriarchat sinnvoll sei. Diese Begründungen sind aber wissenschaftlich nicht haltbar. Und nicht umsonst hat sich die UN auf eine Menschenrechtserklärung geeinigt. Diese Menschenrechte gelten für alle Menschen gleich, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Weil wir alle, egal ob Mann, ob Frau oder anderes Geschlecht, eben Menschen sind.
Falls du dich noch mehr über diese Themen informieren möchtest, lies dir doch mal die Antwort auf Frage 36161 durch. Dort findest du viele Tipps und Empfehlungen.
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Frage Nr. 34165 von 18.11.2021
Übertreibe ich? Sexuelle Belästigung?
Der Chef meiner Mutter hatte mir 3 mal an den Arsch gepackt, seine Hand durchgehend auf meinem Knie gehabt und extrem ekelige Bemerkungen gemacht, wie „Wenn du mal keinen hast... ruf mich an“
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich fühle mich irgendwie dumm, wenn ich zugebe, dass es mich belastet, da ich „Angst“ habe nur zu übertreiben. ...
Übertreibe ich?
Unsere Antwort
Du übertreibst keineswegs. Genau das ist sexuelle Belästigung. Der Mann bemüht sich überhaupt nicht um deine Zustimmung zu einem sexuellen Austausch. Er interessiert sich nicht für deine sexuelle Stimmung. Er übergeht auch deine Ekelgefühle und deine Angst. Er treibt dich in die Enge und nützt seine Macht aus. Er benimmt sich nicht wie der Arbeitgeber deiner Mutter, sondern so als wärest du sein Eigentum.
Jetzt machen sich Gefühle und Gedanken in dir breit, die dir zeigen, dass du die Berührungen und die Bemerkungen des Mannes sehr unangenehm und als Belästigung erlebst. Nimm deine Gefühle ernst. Niemand darf die Hand auf ein fremdes Knie legen ohne zu fragen.
Es ist typisch, dass die Opfer von Übergriffen an sich selbst zweifeln. Sie nehmen damit innerlich die Rechtfertigungen vorweg, mit der die Täterschaft üblicherweise von den Übergriffen ablenkt. Die Täterschaft minimalisiert: "Das war doch wirklich nicht schlimm. Du bist ja furchtbar empfindlich. Nun übertreib mal nicht. Stell dich doch nicht so an. Ich habe es nur gut gemeint. etc." Oder die Täterschaft schiebt die Verantwortung ab: "Aber du hast doch mit mir geflirtet. Du hast dich doch zu mir gesetzt. Wenn du dich so sexy anziehst, muss ich doch denken, du willst Sex. etc." Oder die Täterschaft stellt sich selbst als Opfer dar und bedauert sich selbst: "Ich bin in einer Krise. Ich reibe mich im Job auf. Ich sorge für alle und niemand gibt mir etwas zurück. Meine Frau hat überhaupt kein Verständnis für mich. Ich fühle mich so einsam. etc." Alle diese Aussagen haben nur ein Ziel: Die Betroffenen sollen Selbstzweifel entwickeln. Mit Selbstzweifeln wehrt man sich nicht, sondern zweifelt an sich selbst.
In unserem Infotext "Was ist sexuelle Belästigung?" erfährst du, was alles zu sexueller Belästigung zählt. Sexuelle Belästigung ist zudem eine Straftat. Interessieren könnte dich auch noch unser Text "Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz". Nach dem Obligationenrecht (OR) hat der Arbeitgeber seinen Angestellten gegenüber eine Fürsorgepflicht. Für ihn kann es teuer werden, wenn er seine Angestellten belästigt. In der Schweiz bietet diese Website konkrete Hilfe an.
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Frage Nr. 30007 von 03.06.2020
Vergewaltigung oder einvernehmlicher Sex? Ich bin seit 12 Jahren verheiratet. Sex ist für meinem Mann 1.Priorität in der Ehe. Mir ist die Lust vergangen ,nachdem ich merkte ,dass ich nur sexuell benutzt werde. Er liebt seltene Praktiken.Ich nicht . Das habe ich ihm öfters deutlich gesagt ,dass ich die Art von Handlung mich demütigt und ich mich dabei nicht wohl fühle,ich dass dann nur mache um den Familiefrieden . Er redet so lange ein bis ich der Sache zustimme. Oder er übt psychischen Druck aus, in dem er tagelang schmollt oder im Haus einfach nichts macht ,alles auf mich sitzen läßt. Wenn ich dann ein Wutausbruch erlebe ,empfinden es die Kinder natürlich ,dass ich die Schuldige ,Böse bin . Nun war es wieder so ,ich habe drei Tage lang deutlich "nein" gesagt ,er hat wieder versucht mich zu überreden .Nach dem Motto wie sehr er mich doch liebt und nach so viele Jahren mich immernoch will. Wenn ich es mitmache er dann im Gegenzug alles machen würde was ich bräuchte und will (Familienbesuche ,Ausflüge...) Beim Akt ,anal,mußte ich weinen.Er hat einfach weitergemacht und sagt nur "pssss..." Dann ist er still ohne ein Wort weggegangen und den Tag so beendet als wäre nichts passiert. Ist dieser Vorgang nun sexuelle Gewalt oder nicht?
Unsere Antwort
Ich sehe das so: Dein Partner ist auf bestimmte Sexualpraktiken angewiesen. Dich erregen diese Praktiken nicht. Sie scheinen sogar abstossend für dich zu sein. Wenn du gegen deine Lust und dein Begehren trotzdem mitmachst, fühlst du dich benutzt.
Warum machst du mit? Du schreibst, du machst wegen dem Familienfrieden mit. Für deine Sexualität ist das natürlich nicht zufriedenstellend. Wenn du mit deinem Mitmachen dann auch keinen Familienfrieden erreichst, wirst du dich wiederum benutzt und ausgetrickst fühlen.
Du beschreibst, dass dein Partner bittet, drängelt und fordert. Er setzt sich also sehr für seine Bedürfnisse ein, obwohl er weiss, dass seine Sexualpraktiken für dich unangenehm sind. Wenn er nicht bekommt, was er möchte, antwortet er mit strafendem Rückzug. Von einvernehmlichem Sex kann also keine Rede sein. Du gibst einfach irgendwann nach.
Lies bitte meine Antwort bis jetzt nochmal durch und überleg dir, was dein Anteil daran ist, dass du in dieser Situation bist. Ich sehe das so: Du übergehst Bedürfnisse von dir (kein Analsex), um anderen Bedürfnissen gerecht zu werden (Familienfrieden). Du lässt dich dabei von deinem Partner manipulieren (strafender Rückzug).
Ich kann dir nicht sagen, ob eure sexuellen Kontakte vor einem Gericht als Vergewaltigung beurteilt würden. Sicher ist aber, dass dein Partner seine sexuellen Interessen auf so unangenehme Weise durchsetzt, dass du sehr darunter leidest. Und dass ihm das nichts ausmacht. Das ist nicht strafbar. Es könnte aber für dich ein guter Grund sein, deine eigenen Bedürfnisse und Interessen klarer und eindeutiger zu vertreten. Und ein guter Grund, dich vom manipulativen Verhalten deines Partners nicht so beeindrucken zu lassen – so dass du nicht, wenn dir alles zu viel wird, mit einem Wutausbruch antworten musst – unter dem dann die Kinder leiden.
Um all das zu lernen, empfehle ich dir eine Begleitung. Ich rate dir zu einer Psychotherapie oder einer Beratung. Dort übst du, dich für dich selbst zu entscheiden.
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