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Frage Nr. 41569 von 21.07.2026

Ich habe folgendes Problem: Wenn zwei Personen sich kennen und ich die beiden auch kenne habe ich Angst, dass sie über mich reden oder gegen mich sein könnten. Ich habe die Theorie, dass diese Gedanken nach dem
Mobbing entstanden sind, jedoch erst als das Mobbing vorbei war. Was kann ich da tun?

Unsere Antwort

Es ist sehr häufig so, dass Symptome erst auftreten, wenn die Gefahrensituation vorbei ist. So lange du damit rechnen musst, den mobbenden Personen zu begegnen, steht dein Körper unter Stress. Du bleibst auf die Mobbingsituation fokussiert und sorgst für dein Überleben.

Dann hört das Mobbing auf. Allerdings hast du den Stress, der sich für deinen Schutz eingesetzt hat,  sehr gut eingeübt. Er liegt jetzt sozusagen auf der Lauer und sucht nach Triggern. Zudem bist du als Opfer von Mobbing sicher auch misstrauischer geworden. Wenn du jetzt zwei Bekannte miteinander reden siehst, wirkt das wie ein Trigger. Die Erinnerungen tauchen als Stresssymptome auf und dein Misstrauen sagt: «die reden über mich!» Die meisten Personen, die du kennst, werden nicht über dich reden. Manche vielleicht schon, was ja eigentlich ganz egal ist, oder?

Wir raten dir, Selbstberuhigung zu üben. Schliesslich geht es jetzt darum, dass du dem leicht zu triggernden Stress klar machst, dass er alles richtig gemacht hat. Jetzt könnte er aber verstehen, dass er nur zum Überleben von Gefahren gebraucht wird. Wenn die Gefahr vorbei ist, arbeiten die Stresshormone mit anderen Bereichen des autonomen Nervensystems zusammen. Dann machen sie dich leistungsfähig, gewährleisten deine Konzentrationsfähigkeit und machen die auch emotionale belastbar. Als Unterstützung könntest du unsere Infotexte «Wie kriege ich mein Nervensystem in den Griff?» und «Wie beruhige ich mich selbst?»

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Frage Nr. 41568 von 21.07.2026

Hallo, ich bin 18 Jahre alt und weiblich. Ich habe seit ca. 1,5 Jahren einen Freund und das Thema Brüste ist in der Beziehung ein Tabu Thema.

Ich fühle mich extrem unwohl wenn meine Brüste berührt werden. Nicht aus Schmerzen oder Ähnlichem, sondern weil ich sehr unzufrieden und unsicher bin und sie zu klein finde. Ich habe große Angst, dass wenn er sie berührt, er auch Abneigung spüren könnte.

Mittlerweile ist er aber etwas genervt von diesem „Verbot“ und man merkt das auch, dass die generelle Stimmung in unserer Beziehung schlechter wird.

Was kann ich tun, dass ich mich selbst überwinde und die Bindung wieder stärker wird? ( Positive Gedanken etc. funktionieren kaum.(Ich mag meinen Körper überhaupt nicht)
Danke schon einmal! :)

Unsere Antwort

Wenn ich deine Beschreibung lese, bin ich sehr berührt von deiner Angst vor seiner Abneigung. Es ist verständlich, dass du dieses Gefühl der Abneigung vermeiden möchtest. Gleichzeitig weiß ich gar nichts darüber, wie dein Freund tatsächlich zu deinen Brüsten steht. Da er sie offenbar gerne berühren möchte, stelle ich mir vor, dass er sich eher hingezogen fühlt zu deinen Brüsten. Wie denkst du darüber? Also welche Gedanken gehen deinem Freund wohl tatsächlich durch den Kopf. Ich kenne nur deine Sicht. Es wäre wirklich spannend, seine Perspektive zu hören.

Wenn ich dich richtig verstehe, scheinst du aus Angst nicht offen für neue Erfahrungen zu sein. Also zum Beispiel die Erfahrung zu machen, dass dein Freund deine Brüste mag und sie gerne berührt. Aufgrund deiner Beschreibung vermute ich, dass das ein viel zu großer Schritt wäre. Dennoch schreibst du, du möchtest dich selbst überwinden. Was meinst du damit genau? Möchtest du dich bereit machen dafür, dass er deine Brüste berührt? Oder etwas anderes?

Ganz zu Beginn würde ich an deiner Stelle anerkennen, dass du hier und heute deine Brüste und deinen Körper überhaupt nicht magst. Also wirklich "Ja" dazu sagen, dass das jetzt gerade so ist. Und so wie dir geht es noch vielen anderen Menschen. Du bist damit nicht allein. Und du wirst deine eigenen Entscheidungen dazu treffen, wie du auf deinem Lebensweg weiter damit umgehst.

Was dich aktuell umtreibt, scheint der Umgang in Beziehung zu sein. Dazu habe ich ein paar Anregungen:

Du könntest ihn fragen, ob die schlechtere Stimmung damit zu tun hat, dass er deine Brüste nicht berühren darf. Möglicherweise steckt etwas anderes dahinter.

Du könntest abwarten, ob die schlechte Stimmung sich unabhängig von den Brüsten wieder bessert.

Du könntest ihm, falls er das nicht schon weiß, den Grund für das Berührverbot nennen. Also so, wie du es uns geschrieben hast: "weil ich sehr unzufrieden und unsicher bin und sie zu klein finde. Ich habe große Angst, dass wenn er sie berührt, er auch Abneigung spüren könnte."

Du könntest ihm klar und deutlich sagen, dass du weiterhin nicht möchtest, dass er deine Brüste berührt. Selbst wenn er darauf mit schlechter Laune reagiert.

Und dann gibt es noch deinen eigenen Umgang mit deinem Körper. Du schreibst, dass du deinen Körper überhaupt nicht magst. Und dass du bisher noch nichts gefunden hast, was dir hilft, ein besseres Körpergefühl aufzubauen. Ein Körper sieht ja nicht nur aus, sondern er fühlt sich auch an. Und er tut uns im Alltag gute Dienste. Wir empfehlen sehr, den Körper zu benutzen und zu spüren. Zum Beispiel beim Sport oder generell in Bewegung. Gibt es denn etwas, was du gern machst, was körperlich aktiv ist? Das kann alles mögliche sein von Handwerken, über Joggen oder Hunde kraulen. Dein Körper ist das Werkzeug, um mit der Welt zu interagieren.

Unser Fragefenster macht jetzt Sommerpause. Ich bin gespannt, wie du weiter machst und welche Erfahrungen du dabei machst. Wenn du möchtest, kannst du uns davon berichten, wenn das Fragefenster wieder geöffnet ist. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 41567 von 21.07.2026

Was für Übungen sollen Männer machen

Unsere Antwort

Was soll denn geübt werden? Das müsste ich genauer wissen, um dir passende Übungen empfehlen zu können.  Schreib uns doch noch einmal, was genau du üben möchtest. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 41566 von 21.07.2026

Ich habe gestern über Patrick Frei gelesen. Ich bin persönlich sehr erschüttert davon. Irgendwie ist bei mir selbst/ meiner Vergangenheit immer ein Zweifel da und ein Teil beruht darauf, dass meine ausübende Person ja ganz normal wirkt/ aussieht, als liebevoller Familienmensch und erfolgreicher Karrieremensch gesehen werden kann und wird. Und dass aber das was hinter verschlossenen Türen passierte absolut grausam war passt da gar nicht dazu. Auch meine Person tut immer so, als sek nie etwas gewesen und ich eben sehr gestört. Aber so wie ich verstehe, heisst das nichts und muss nicht für mich bedeuten, dass ich meine Erinnerungen/ Wahrnehmungen hinterfrage, oder?
Und andererseits macht es mich verzweifelt, wie selbstverständlich die SVP die Opferhilfe wegsparen möchte, gleichzeitig in gewissen Momenten das Thema für ihre rassistischen Zwecke instrumentalisiert. Irgendwie macht mich das alles wütend, aber auch sehr mutlos.

Unsere Antwort

Deine Erschütterung ist sehr verständlich. Wir können nicht damit rechnen, dass Straftaten dieser Art in unserer Nachbarschaft stattfinden. Wir sollten auch auf keinen Fall hinter jeder liebevollen und erfolgreichen Oberfläche Grausamkeiten vermuten. Das täte unseren Gefühle und unserem Lebensmut nicht gut.
Wenn ich dich richtig verstehe, hast du erlebt, dass etwas aussen glatt aussehen kann, obwohl es hinter verschlossenen Türen grausam zugeht. Wenn das Leben in zwei Welten für dich zeitweise Normalität war, wirst du dich ‚gestört‘ fühlen. Du musst dann ja innerlich etwas zusammenbringen, was man gar nicht zusammenbringen kann. Und dann ist es fast schon logisch, dass du denkst: «da war nichts!» und alle Störungen nur in dir selbst siehst. Damit wären die Zweifel vom Tisch. Schwierig wird es, wenn du immer wieder fragst: «war da vielleicht doch was?». Dann bleibt es ja so wie früher. Du lebst in zwei unvereinbaren Welten. Wir raten dir, deine Wahrnehmungen ernst zu nehmen, weil sie die Grundlage für dein Selbstverständnis sind. Zentral geht es um deine Lebenszufriedenheit. Nach unserer Erfahrung wird die Zufriedenheit grösser, wenn du dich verstehst und deine Biografie akzeptieren lernst.

Es wird immer Strömungen geben, die gegen Opferschutz und andere wichtige Sachen politisieren. Derzeit gibt es aber auch die Istanbul-Konvention, die in ganz Europa umgesetzt wird. Die Schweiz hat sich verpflichtet, wirksame Massnahmen zum Opferschutz zu entwickeln und einzuführen.

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Frage Nr. 41565 von 21.07.2026

Liebes Lilli-Team

Ich weiss nicht, wie ich das angehen kann. Mein Geburtstag steht an, ich bin kurz vor 30. Ich war noch nie in einer romantischen Beziehung, noch nie verliebt (glaube ich), keine körperliche Intimität gelebt etc.

Es gab viele Jahre wo es mir psychisch sehr schlecht ging, mit einem Anteil davon aufgrund u.a. sexualisierter Gewalt in der Kindheit. Ich denke, dass das auch einen Einfluss hat darauf, aber ich weiss natürlich nicht, wie es mit einem anderen Start ins Leben aussehen würde bzgl Liebe/ Beziehungen etc. Ehrlich gesagt verstehe ich aber auch nicht ganz genau, woran es liegt. Ich vermeide es nicht „aktiv“ Menschen kennenzulernen oder mich zu verlieben.

Eine Hypothese von mir ist, dass mein eigener Ekel vor mir und tiefer Selbstwert sich wie eine einerseits schützende, andererseits aber auch isolierende Schicht um mich auswirken. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass jemand mich lieben könnte oder körperliche Nähe zu mir wollen würde (aus Zuneigung und nicht aus reiner Triebbefriedigung oder Machtausübung).
Aber wie komme ich dahin, dass so etwas möglich wird (Beziehung, Liebe)? Ich möchte es gerne, aber weiss nicht, woran ich dafür arbeiten muss.

Ich schäme mich auch für meine Unerfahrenheit. Auch eine Schwierigkeit ist, dass ich vermute lesbisch zu sein (kann es schlecht wissen, da keine Erfahrung, aber es gab flinta, von denen ich mich angezogen fühle, um die ich mich anders fühle, ein Flattern habe usw) und die lesbische Community scheint mir noch schwerer einen Zugang zu finden.

Ich hatte für andere psychische Probleme (Depression, Anorexie) in der Vergangenheit Hilfe, aber bzgl „Trauma“ konnte ich noch niemanden finden, der sich mit mir dranwagt. Und gerade auch bzgl Queerness habe ich Angst vor homophoben Therapeut:innen und auch eine Gewisse Scheu/ Scham meine vermutete sexuelle Orientierung so zu besprechen. Ich weiss ja auch nicht, ob Traumatherapie tatsächlich irgendwas an meiner Situation im Hinblick auf Intimität/ Liebe ändern würde.

Unsere Antwort

Erstmal möchte ich anerkennen, dass die vielen Jahre, in denen es dir psychisch sehr schlecht ging, hinter dir liegen. Da hast du also schon einiges bearbeitet und geschafft. Es ist ein gutes Zeichen, dass dein Wunsch nach Beziehung und Nähe sich klar und deutlich meldet. Nur Mut, auch da wirst du Entwicklungsschritte machen.

Auch wenn diese Einsicht schmerzlich ist: Du kannst davon ausgehen, dass du anders durchs Leben gehen würdest, wenn du andere Startbedingungen gehabt hättest. Gewalterfahrungen in der Kindheit können großen Einfluss nehmen auf den Selbstwert und das Eingehen und das Gestalten von Beziehungen. Die gute Nachricht ist, dass diese Auswirkungen zu großen Teilen behandelbar sind. Niemand wird das Geschehene ungeschehen machen, aber deine Zukunft kann freier sein. Für diese freiere Zukunft integriert man (mit therapeutischer Hilfe) die Vergangenheit. Du wirst sie nicht los, aber sie wird ein sauber einsortierter Teil deiner Geschichte. Und dann bestimmst du umso mehr, wo es langgeht. Und nicht das, was dir passiert ist. Gleichzeitig entwickeln Menschen, die Gewalt erlebt haben, häufig ganz besondere Stärken. Sei also neben den Beeinträchtigungen auch aufmerksam dafür, was du aufgrund deiner Geschichte ganz besonders gut kannst.

Es ist mutig, sich auf emotionale und körperliche Nähe einzulassen. Und daher ist es auch verständlich, Angst davor zu haben. Gleichzeitig sind wir Menschen soziale Wesen und brauchen das Eingebundensein in eine Gemeinschaft. Ich finde daher, dass dein Bild sehr passend ist. Das Bild von einer schützenden und zugleich isolierenden Schicht um dich herum. Da kommt natürlich die Frage auf: Wie geht Schutz und Verbundenheit?

Ich bin interessiert daran, genauer zu verstehen, was dich hindert und wohin du möchtest. Das kann dir auch helfen, falls du dich für weitere therapeutische Unterstützung entscheidest.

Hast du Angst vor emotionaler Nähe? Oder hast du Angst vor Sexualität?

Emotionale Nähe geht auch ohne Sexualität – wäre das etwas, was für dich gut geht? Das sind zum Beispiel gute Freund*innen. Machen dir Freundschaften Mühe? Fällt es dir leicht, Sachen von dir erzählen? Wie sieht es aus mit Leuten vertrauen? Ist das ein Thema? Für ein größeres Wohlgefühl mit emotionaler Nähe, wünsche ich dir eine für dich passende traumatherapeutische Fachperson an deiner Seite. Da sind die Beratungsstellen der Opferhilfe eine sehr gute erste Anlaufstelle.

Oder ist es vor allem Angst vor der körperlichen Nähe und vor der Sexualität? Du schreibst, es gab bisher keine körperliche Intimität. Das kann vieles sein. Was meinst du damit genau? Umarmungen, Küsschen geben, Kuscheln, Küssen, Streicheln, nackt sein miteinander, sich gegenseitig am Geschlecht berühren... Wie ist es, wenn du Sex mit dir allein hast? Machst du Selbstbefriedigung? Gibt es dabei gewaltvolle Fantasien? Kennst du sexuelle Befriedigung? Unabhängig von sexuellen Traumatisierungen ist eine befriedigende Sexualität für viele Frauen ein Thema. Das muss also keinen Zusammenhang haben. Aber eine befriedigende Sexualität aufzubauen, hilft dir, dich auf sexuelle Begegnungen mit anderen Menschen zu freuen.

Wenn die Angst vor der Sexualität zutrifft, dann empfehle ich dir eine Sexualtherapie nach Sexocorporel, weil dabei das Verhältnis zum Körper zentral ist. Dabei ist das Ziel, dass du selber stark wirst als Frau in deinem sexuellen Körper. Du kannst ein Gespür dafür entwickeln, dass dein Körper Lust und Genuss erleben kann und du aus diesem Grund die sexuelle Begegnung mit anderen suchst. So setzt du der Vorstellung, der andere gebraucht dich für Sex etwas kraftvolles und lustvolles entgegen. Das wäre Ziel der Sexualtherapie.

Auch wenn es eine Verbindung von beidem ist, halte ich es für wichtig, dich sexuell zu ermächtigen. Sobald die emotionale Komponente oder Flashbacks im Vordergrund stehen, empfehle ich dir eine Traumatherapie bei einer geeigneten Fachperson, der du vertraust. Vielleicht findest du auch jemanden, der beides macht: Sexualtherapie und Traumatherapie. Mit unseren Übungen kannst du bezogen auf die Sexualität auch schon einiges machen.

Nach einer Traumatisierung im sexuellen Bereich, sind Opfergefühle und ein Gefühl von Ausgeliefertsein in der Sexualität häufig. Umso wichtiger ist es, dass du dich in deiner Sexualität aktiv bewegst. Wichtig wäre aus unserer Sicht auf jeden Fall, dass bei der Therapie nach sexualisierter Gewalt die Sexualität nicht ausgespart wird. Es ist nämlich ganz entscheidend, dir dabei zu helfen, dass du eine selbstwirksame Genussholerin bist. Du bist diejenige, die sagt, wo es langgeht und übernimmst die Führung in der sexuellen Begegnung – egal ob mit Männern oder Frauen.

Wie ist denn generell dein Verhältnis zu deinem Körper? Fühlst du dich wohl in deiner Haut? Pflegst und achtest du deinen Körper? Da du eine Anorexie hattest, liegt für mich die Vermutung nahe, dass der Körper eher ein mühsiges Thema ist. Aber gib gern Bescheid, falls das für dich ganz anders ist.

Zu deiner Sorge vor homophoben Therapeut*innen: Für dich ist es ganz wichtig, überzeugt davon zu sein, dass deine sexuelle Orientierung nicht Gegenstand der Therapie ist. Und das bei Bedarf auch gegen Therapeut*innen zu vertreten. Das bedeutet, es darf nicht darum gehen, dich durch die Therapie hetero zu machen. Was hingegen aufkommen kann, sind weitere Verunsicherungen im Verlauf der Therapie darüber, auf welches Geschlecht du stehst. Oder auch eine sich abzeichnende Klarheit. Und egal, wie die Therapeut*innen draufblicken, bist du okay ob nun hetero, lesbisch oder bi. Vielleicht wäre es eine Idee, dass du dir 2-3 Dinge notierst, die dir wichtig sind über deine*n zukünftigen Therapeut*in in Erfahrung zu bringen beim Erstgespräch. So kannst du die wichtigsten Dinge schonmal abchecken und an Vertrauen gewinnen.

Unser Fragefenster hat jetzt Sommerpause. Ich hoffe, du kannst mit den Anregungen erstmal etwas anfangen. Scheu dich nicht, uns nach der Sommerpause wieder zu schreiben, falls es noch etwas gibt. Bitte gib dann die Nummer dieser Frage an. Für alles, was du in der Zwischenzeit angehst, wünsche ich dir alles Gute.

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Frage Nr. 41564 von 21.07.2026

Hallo Lilli Team,
Ich bin 18 Jahre alt. Ich habe das Problem, dass ich einen sehr großen Penis habe. Schlaff ist er schon bei 20cm. Wenn ich richtig erregt bin 26cm. Manche fänden das sicher toll. Aber es hat auch viele Nachteile. Ich traue mich zum Beispiel gar nicht mit meinen Freunden an den Strand oder ins Schwimmbad. Man sieht mein Penis sehr schnell durch die Badehose. Und eine geeignete Hose zu finden, ist auch schwer. Bei zu eng sieht man meinen langen Penis und bei weiten Schlabberhosen entsteht so ein großes Zelt in der Hose, wenn ich eine Erektion bekomme und das passiert oft am Tag. Im Sportverein traue ich mich gar nicht mehr nach dem Training zu duschen, da dann immer viele Blicke auf meinen Penis fallen. Und ich habe Angst, dass ich da wieder eine starke Erektion unter der Dusche bekomme. Das ist mir schon passiert. Das war sehr peinlich. Ich konnte das nur lösen, indem ich auf dem Klo bis zum Samenerguss masturbiert habe. Mich haben die Penisse der anderen Jungs erregt, obwohl ich auf Mädels stehe. Das führt dazu, dass ich im Privaten jetzt auch viel Camsex mache, da die Frauen sehr begeistert von meinem großen Penis sind. Das erregt mich sehr. Ich weiß halt nicht wie ich im Alltag (in Schule und Sportverein) mit meinem großen Penis umgehen soll.

Unsere Antwort

In deinem Alter ist es ganz normal, dass dein Penis oft erigiert. Du schreibst, dass er schon schlaff etwa 20 cm ist – das heisst, eine Erektion sieht man bei dir  schneller als bei einem kleineren Penis. Das kann dir dann auch mal peinlich sein, das ist nachvollziehbar. Auch dass es schwierig ist, passende Hosen zu finden, und dass du dich im Sportverein nach dem Duschen unwohl fühlst. Du musst niemandem etwas beweisen. Unter der Dusche darfst du dich so verhalten, wie es sich für dich am besten anfühlt – zum Beispiel zügig duschen oder das Handtuch schnell bereithalten. 

Ich habe ein paar Gedanken für dich: Du hast masturbiert, um die Erektion loszuwerden – das kann funktionieren. Was manche andere machen: Sie ziehen eine dünne, enge Unterhose oder Badehose an und darüber eine etwas lockere, weitere. Das kann auch beim Thema Hosen helfen. Auch ein Handtuch griffbereit zu haben, kann helfen – falls du merkst, dass du erregt wirst, zum Beispiel unter der Dusche, kannst du es dir eng um die Hüfte wickeln.

Ein weiterer Gedanke: Es kann helfen, dich zusätzlich an deinen Körper und an deinen Penis zu gewöhnen. Es ist wichtig, dass du dich in deinem Körper wohlfühlst – unabhängig davon, welche Grösse oder Form deine Geschlechtsorgane haben.

Es kann durchaus sein, dass dich auch der Anblick anderer Penisse erregt. Das sagt erst mal nichts über deine sexuelle Orientierung aus. Da hast du noch viel Zeit die rauszufinden. vielleicht interessiert dich dazu dieser Text.

Grundsätzlich spricht nichts gegen Camsex, wenn du weisst, wie du dich sicher im Netz bewegst. Wie ist das bei dir mit dem Camsex – hast du auf einer Plattform ein Konto eröffnet? Zahlst du Geld dafür? Vielleicht interessioert dich dazu dieser Text.

Melde dich gerne wieder, wenn dich das Thema weiter beschäftigt. Gib dann die Nummer dieser Antwort an.

 

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Frage Nr. 41563 von 21.07.2026

Zu 41393: Ich hab sie wirklich geschwängert. Sie war bei ihrer Ärztin und hat mehrer Tests gemacht.Mir ist das wirklich peinlich. Wenn das Freunde und Familie erfahren, kommt auch raus, dass ich bei einem Escort war. Und wie gehe ich jetzt mit ihr um, wenn sie schwanger ist? Ich hab gar keine Ahnung. Was mach ich jetzt?

Unsere Antwort

Am besten besprecht ihr miteinander, wie ihr mit der ungewollt eingetretenen Schwangerschaft umgehen wollt. Könnt ihr euch vorstellen, die Schwangerschaft fortzusetzen oder kommt ein Abbruch für euch in Frage?

Ich lege euch sehr ans Herz, Euch bei diesen Fragen begleiten zu lassen. Es gibt dafür spezielle Beratungsstellen. Ihr müsst für die Beratung nicht bezahlen. Schau mal nach einer Fachstelle für sexuelle Gesundheit in deiner Nähe. Die Menschen, die dort arbeiten, kennen sich aus mit diesen wichtigen Lebensentscheidungen bei ungeplanten Schwangerschaften und sie können euch über Unterstützungsangebote informieren. Du kannst dort auch alleine hingehen.

Du musst auch nicht sofort deiner Familie oder deinen Freunden von der Schwangerschaft erzählen. Wenn dich die Situation sehr belastet und du zusätzlich zur Beratung jemanden zum Reden brauchst, such dir eine Person, der du vertraust und bei der du dich sicher fühlst.

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Frage Nr. 41562 von 20.07.2026

Ich habe Mist gebaut. Ich habe eine Behinderung und habe einen Antrag für Assistenz eingereicht. Habe keine Betreuung deshalb kann ich es selbst entscheiden. Meine Eltern wissen das ich darüber nachgedacht habe aber habe gesagt ich mache es nicht das ist das eine Problem.

Das andere Problem ist das ich Brust Dysporie habe. Name nach selbstbestimmungsgesetz in Deutschland geändert in gestrichener eintrag. Psychiater wollte mir nicht helfen bei Gutachten war bei Hausarzt der wollte Adressen geben. Hat Stattdessen Termin in Klinik ausgemacht in halben Jahr wo ich ein Gutachten mitbringen soll. Weiß nichtmal wofür. Möchte nur Mastektomie und keine Hormone. Was soll ich tun. Meine Eltern wissen von neuen Name unterstützen das überfordert mit Mastektomie Wunsch. Aber nicht von Arzt. Bin ratlos.

Unsere Antwort

Wie wäre es, wenn du deinen Eltern davon erzählst, dass du einen Antrag für Assistenz eingereicht hast? Du schreibst selbst, dass du das selbst entscheiden darfst und darin möchte ich dich bestärken. Es ist okay, deine Meinung zu ändern. Du kannst das deinen Eltern erklären und ihnen deine Gründe nennen. Oder möchtest du es vor deinen Eltern geheim halten?

Bezüglich der Mastektomie scheinst du noch einige Fragen zu haben. Wofür ist das Gutachten? Was passiert bei dem Termin in der Klinik? Aus meiner Sicht wäre dein Anliegen bei einer Beratungsstelle für trans* Personen gut aufgehoben. In dieser Liste findest du entsprechende Adressen. Die Berater*innen kennen sich sehr gut aus mit den Abläufen rund um eine Mastektomie. Sie wissen auch Bescheid über entsprechende erforderliche Gutachten und können dir möglicherweise auch sagen, wohin du dich dafür wenden kannst.

Ich empfehle dir sehr, deine Unsicherheiten direkt zu besprechen. Also wenn dir unklar ist, weshalb der Hausarzt etwas tut, frag am besten direkt nach und falls es dir erst später einfällt, dann melde dich noch einmal dort.

Es klingt für mich auch so, als wäre es gut für dich, weitere Ansprechpersonen zu haben neben deinen Eltern. Wer könnte das sein?

Unser Fragefenster macht jetzt Sommerpause. Gerne sind wir nach der Sommerpause wieder für deine Anliegen da.

Diese Antwort gilt auch für die Fragen 41560 und 41561.

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Frage Nr. 41559 von 20.07.2026

Liebes Team,

ich möchte von Pornografie wegkommen. Pornos sind für mich in der Tat ein gutes Mittel der Selbstbefriedigung und helfen bei der Erregung, aber da gibt es so zwei Dinge die mich stören.

1. Die Frage nach den Produktionsbedingungen: ich hab mich viel damit beschäftigt; es gibt ja zum Beispiel auch feministische, sexpostivie Aktivistinnen die sich für Pornos aussprechen und an guten Drehbedingungen mitwirken. Sind aber letzlich doch wenige. Die sagen zwar auch, dass "Mainstream" Pornografie letzlich mittlerweile gut kontrolliert ist, aber naja: am Ende bleibt es letzlich doch ein Geschäft und wie genau die Bedingungen waren am Set, oder wenn es selbstersteller, verfizierter Content war, ob da nicht doch irgendeine Form von Druck (durch Armut, dominante Männer etc.) gewirkt hat, kann man ja nicht ganz ausschließen. Bei mir führt es dazu, dass ich darüber oft nachdenken muss im nachhinein. Klar bin ich am Ende auch nur Konsument und muss wie bei anderen Produkten auch hoffen, dass die Angaben zu "fairer / guter / geregelter" Produktion stimmen; aber trotzdem muss ich dann immer wieder drüber nachdenken. Das trübt den "Genuss".

2. Wenn ich mich ohne Pornografie befriedige, greife ich oft nach der Hälfte dann doch wieder dazu, um die Erregung zu steigern. Nicht süchtig oder zwanghaft, aber manchmal ist dann da doch so ein Drang. Und am Ende lenken die Bilder ja doch ab vom Nachspüren im Körper.

Ich halte überhaupt nichts von diesen Bewegungen, die den Verzicht von Pornografie oder sogar Mastrubation propagieren, um angeblich männlicher zu werden. Das ist ja dann am Ende doch wieder misogyn und höchst fragwürdig.... Aber ich glaube schon, dass ich vom Verzicht profitieren würde, was mein sexuelles Lernen angeht.

Kann man so einen strikten Cut machen oder probieren?

(m, 30)

Unsere Antwort

Ich würde dir keinen strikten Cut empfehlen. Die Pornos sind eine Erregungsquelle, die du dir angewöhnt hast. Wenn du sie jetzt einfach weglässt, funktioniert die sexuelle Erregung nicht mehr so gut. Es ist viel gescheiter, wenn du allmählich neue Erregungsquellen ausprobierst und  übst, dich so zu erregen. Die Pornos kannst du dabei weiterlaufen lassen, aber du kannst die Aufmerksamkeit je länger, je mehr, auf andere Dinge hin lenken.

Bitte lies den Text "Wie kann ich für den Sex üben?", damit du verstehst, wie das mit dem Üben gemeint ist. Darin findest du auch einen Abschnitt über Pornos. 

Nun ist die Frage: Was solltest du üben? Ich hätte da eine Idee. Du schreibst über Bewegungen, die den Verzicht von Masturbation propagieren, um angeblich männlicher zu werden. Davon halten wir hier bei Lilli auch nichts. Ich vermute schwer, dass Menschen, die das propagieren, persönliche Erfahrungen mit Masturbation gemacht haben, in denen ihr Männlichkeitsgefühl nicht gefördert wird.

Man kann eben auf unterschiedliche Weise Solosex machen. Je nachdem, wie man den Körper dabei einsetzt, entstehen andere Bilder, Gefühle und Gedanken. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob du gekrümmt auf einem Stuhl sitzt, den Körper anspannst und schnell reibst, oder ob du stehst und mit deinem Penis sozusagen in die Hand "penetrierst". Ersteres fördert nicht das Gefühl, ein starker, sexueller potenter Mann zu sein, zweiteres viel eher.

Hinzukommt, dass du deinen Körper so einsetzen kannst, dass du ihn intensiver spürst oder dass du ihn weniger intensiv spürst. Je weniger du deinen Körper spürst, desto wichtiger werden Erregungsquellen wie Fantasien oder Pornos. Wenn du deinen Körper intensiv spürst, wird er selbst zur Erregungsquelle. Für das intensivere Spüren ist Bewegung des Körpers beim Solosex sehr hilfreich.

Ich empfehle dir daher zum Üben diese Tipps für den Solosex.

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Frage Nr. 41558 von 20.07.2026

Guten Abend, ich bin ein Mann 69 und habe eine neue Partnerin.
Wir verstehen uns beim Sex sehr gut und haben alles gerne wie wir uns beim Sex verwöhnen.
Nun war es das erste mal und wir sind beide noch nicht zum Orgasmus gekommen. Das Liebesspiel war wunderbar.
Meine Frage ist, wenn ich bei Ihr in der Scheide die hin und her Bewegungen mache, haben wir es beide sehr gern und ich habe das Gefühl das ich manchmal kurz vor dem Orgasmus war. Vom Gefühl her sage ich aber das ich die Umarmung meines Gliedes in Ihrer Scheide gerne noch fester gehabt hätte.
Meine Frage: kann Sie bewußt den Druck Ihrer Scheide auf mein Glied erhöhen oder geht das nur im Reflex wenn wir beide zum Orgasmus kommen ? Oder können Sie mir noch andere Empfehlungen geben?
Danke und weiter so, Viele Grüße !!

Unsere Antwort

Zuerst mal: schön, dass ihr euch beim Sex sehr gut versteht. Das es beim ersten Mal nicht gleich klappt, ist völlig normal. Eure Körper müssen sich erst aneinander gewöhnen. Das heisst, wenn ihr miteinander Sex habt, dann übt ihr zunächst einmal miteinander. Und mit der Übung klappt es dann in der Regel immer besser. Ich empfehle euch dazu sehr diese Tipps für den Vaginalverkehr.

Die Beckenbodenmuskulatur umschliesst die Vagina. Eine Frau kann lernen, sie bewusst anzusteuern. Es kann für den Penis reizvoll sein, wenn die Frau die Muskeln abwechselnd entspannt und entspannt. Wie weit deine Partnerin das für sich schon entdeckt hat, weiss ich nicht. Sicherlich wären für sie diese Tipps zum Spiel mit der Beckenbodenmuskulatur und diese Tipps zur Beckenschaukel interessant.

Auch du kannst etwas machen: Möglicherweise bist du dir von Solosex gewöhnt, den Penis mit mehr Muskeldruck zu stimulieren. Es könnte zum Beispiel sein, dass du ihn mit deiner Hand fest greifst. Ein Händedruck wird schnell mal stärker sein als der Druck, den der Penis in der Vagina erlebt. Es könnte also sein, dass sich dein Penis einfach stärkeren Druck gewöhnt ist. 

Du kannst deinen Penis empfindlicher machen für leichteren Druck. Das empfehle ich dir auf jeden Fall, denn dann bist du nicht abhängig von dem, was deine Partnerin macht. Ich empfehle dir, dass du das allein, in aller Ruhe übst. Das Ziel des Übens könnte zum einen sein, dass du den Penis an leichtere Berührungen gewöhnst, und zum anderen, dass du durch Bewegen deines Beckens und deiner Beckenbodenmuskeln für bessere Durchblutung im Penis und dem Beckenbereich sorgst. Denn wo die Durchblutung besser ist, spürt man mehr. Bitte lies dazu auch diesen Text. Er verweist dich auf weitere Übungstipps.

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Frage Nr. 41557 von 20.07.2026

Ich weiblich 15 habe hatte geschützten GV (Kondom) gemäss unseres Wissens war damit alles in Ordnung. Er ist währenddessen nicht gekommen. Ich hatte meine Periode 4 Tage nach dem letzten mal GV. Ich habe aufgrund eines übelkeitsgefühles seit en paar Tagen Angst das ich schwanger bin. Meiner Meinung nach kann das nicht sein, oder schon? Und wie kann ich verhindern das ich diese Angst in Zukunft nicht mehr haben muss?

Unsere Antwort

Du schreibst, dass ihr mit Kondom verhütet habt. Das Kondom ist nicht gerissen und nicht abgerutscht. Wenn ihr es richtig angewendet habt, warst du vor einer Schwangerschaft geschützt. Ausserdem hatte er keinen Samenerguss. Und du hast 4 Tage später deine Periode bekommen.

Du bist durch diesen Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden. Die Übelkeit hat vermutlich einen anderen Grund.

Wenn du öfter grosse Angst vor einer Schwangerschaft hast, empfehlen wir dir unseren Text zur Schwangerschaftsangst. Dort findest du Tipps, was du gegen diese Angst tun kannst.

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Frage Nr. 41553 von 19.07.2026

Hallo liebes Lilli-Team,

seit ich (35) nach der Geburt meines Kindes wieder einen Eisprung/Zyklus habe, habe ich um den Einsprung herum ein unangenehmes Druckgefühl in der Vagina, aber auch im Unterbauch und einen viel stärker ausgeprägten Mittelschmerz als vor der Schwangerschaft. Das Druckgefühl war so unangenehm und neu für mich, dass ich Sorge hatte durch die Geburt eine Gebärmuttersenkung o.ä. zu haben. Aber sowohl bei der Nachuntersuchung als auch bei einem Termin aufgrund der Schmerzen und des Druckgefühls direkt um den Einsprung herum, konnte die Ärztin nichts Ungewöhnliches oder eine Senkung der Organe feststellen. Gibt es noch andere Ursachen, die in Betracht kämen und wie lässt es sich erklären, dass dies in einem Zusammenhang mit dem Eisprung steht?

Unsere Antwort

Ich interpretiere deine Situation so, dass du nun den normalen Eisprung stärker spürst als früher. Es gibt viele Frauen, die um den Eisprung herum ein Ziehen oder leichte Schmerzen im Unterbauch spüren.

Schwangerschaften und Geburten können manchmal zu anhaltenden Veränderungen führen: die Zykluslänge oder -stärke kann sich ändern, Mensschmerzen können geringer oder stärker werden, und eben auch der Eisprung kann stärker oder weniger empfunden werden.

Es ist gut, dass deine Frauenärztin eine Senkung oder eine andere Pathologie ausschliessen konnte. Ich denke nicht, dass noch etwas anderes dahintersteckt, nach dem gesucht werden müsste.

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Frage Nr. 41552 von 19.07.2026

Hallo liebes Beratungsteam, ich verfolge die gesundheitspolitischen Debatten mit ziemlichem Entsetzen in Deutschland, wo die Politik mit ihrem neuen GKV-Sparpaket heftige Kürzungen und Budgets bei der ambulanten Psychotherapie durchgedrückt hat.
Aus meiner Sicht ein totaler Fehlschuss, der nur von der Tapete bis zur Wand gedacht ist, weil er langfristig durch verschleppte Krankheiten und Klinikaufenthalte massive Folgekosten verursacht.
Ist das den Abgeordneten egal und wieso läuft es in der Schweiz da besser?
Auch wenn das deutsche Gesetz für die Schweiz natürlich nicht gilt, würde mich brennend interessieren, wie ihr als Fachpersonen zu dieser Entwicklung steht.

Mit freundlichen Grüßen

Unsere Antwort

Wir teilen deine Sorge über den Rückgang der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland. Falls du deiner Meinung politisches Gehör verschaffen möchtest, könntest du dich an die Bundestagsabgeordneten wenden, die für deinen Wohnort zuständig sind. Das geht zum Beispiel per Mail oder per Brief.

Allerdings sind wir nicht die richtigen Ansprechpersonen für die Einschätzung politischer Veränderungen im Ländervergleich. In der Schweiz ist vieles anders zum Beispiel auch das Krankenversicherungssystem. Das würde im Rahmen dieser Online-Beratung zu weit führen, da ins Detail zu gehen.

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Frage Nr. 41550 von 19.07.2026

Kann die FSME Impfung (oder Impfungen generell) MS auslösen?

Ich hatte in der Uniklinik Freiburg ein Schädel MRT und eine Lumbalpunktion.
Es besteht kein Verdacht darauf, es war eine allgemeine Abklärung, nicht spezifisch wegen MS.
Es wäre wenn dann, ein Zufallsbefund gewesen.

Meine Oma hatte MS und ich habe schiss, deshalb die Frage.

Unsere Antwort

Es gibt dazu inzwischen zum Glück grosse Studien, die diese Frage untersucht hat, weil vor einigen Jahren mal der Verdacht aufkam, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Multipler Sklerose gäbe.

Dies konnte nun eindeutig widerlegt werden:
Eine große Fall-Kontroll-Studie mit 12.262 MS-Patienten und 210.773 Kontrollen zeigte, dass Impfungen nicht mit einem erhöhten MS-Risiko assoziiert waren. Im Gegenteil: Geimpfte Personen hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit, in den folgenden 5 Jahren eine MS-Diagnose zu erhalten. Besonders ausgeprägt war dieser negative Zusammenhang für FSME-, Hepatitis-B- und Influenza-Impfungen.

Diese Antwort gilt auch für Frage 41551.

Frage Nr. 41549 von 19.07.2026

Ich bin männlich 18 Jahre. Mein Problem ist, dass ich als Mann ziemlich große Brüste habe. Die sind mir so gewachsen. Ich habe mittlerweile Körbchengröse B. Es ist gerade noch so, dass ich die Brüste verstecken kann, wenn ich ein T-Shirt anhabe. Mir ist das sehr peinlich und ich traue mich zum Beispiel gar nicht mit Freunden ins Schwimmbad zu gehen. Letztens hatte ich Petting mit einer Freundin. Leider ist es nicht zum Sex gekommen, da ich mich nicht getraut habe, mich noch weiter nackt zu zeigen. Was kann ich tun?

Unsere Antwort

Deine Gefühle sind normal. Viele Menschen fühlen sich unwohl damit, sich anderen nackt zu zeigen. Das geht vielen Menschen so, ganz gleich wie unterschiedlich die Körper aussehen. Es macht uns etwas aus, was andere Leute von uns denken. Das gilt besonders dann, wenn es um Sexualität und Intimität geht oder wir mit den Menschen in einer Liebesbeziehung sind. Das ist normal und kann dich verunsichern.

Ein bisschen Unsicherheit gehört bei neuen Erfahrungen dazu. Je öfter du die Erfahrung machst, desto sicherer wirst du. Wir haben dazu den Text "Wie kriege ich Lust darauf, mich der oder dem anderen zu zeigen?" geschrieben.

Sprich mit deiner Freundin darüber. Du musst nicht ins Detail gehen. Ein Satz reicht oft schon, zum Beispiel: "Ich bin bei meinem Oberkörper etwas unsicher." Die meisten Menschen reagieren verständnisvoll, wenn sie verstehen, woher eine Unsicherheit kommt. Wenn du die Unsicherheit ansprichst, wird sie oft viel kleiner. Geh das Thema danach Schritt für Schritt an. Du musst nicht gleich alles zeigen, sondern kannst dir Zeit lassen und in deinem Tempo vorgehen.

Du kannst auch mit deinen Gedanken helfen, dich sicherer zu fühlen. Erinnere dich: Eine Person, die dich mag und schätzt, liebt dich nicht nur für dein Aussehen. Sie liebt dich für die Person, die du bist. Anziehungskraft hat viel mehr mit Ausstrahlung zu tun als mit Aussehen. Wenn jemand dich wirklich mag, sieht sie dich als Gesamtperson, nicht nur dein Körper.

Denk an die Teile von dir, die du schön findest. Versuch auch, die Teile zu akzeptieren, die anders aussehen. Was ist das Besondere an deinem Körper?

Es macht dich attraktiv, wenn du dich in deiner Haut wohlfühlst. Dadurch verändert sich auch, wie du dich selbst siehst und wie du dich anderen zeigst. Lies dazu gerne diesen Text.

Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema

Frage Nr. 41547 von 19.07.2026

Ich bin 25 und eine Transfrau. In den letzten 3-4 Jahren sind mir durch Hormontherapie Brüste gewachsen. Ich habe jetzt schon Körbchengröße C und fühle mich richtig als Frau. Das Ding ist, ich hab natürlich immer noch Hoden und einen Penis. Ich hatte vor einer Woche Sex mit einer Frau. Ich habe das so genossen, dass ich mir gar keine Gedanken über Verhütung gemacht habe. Ich bin dabei mehrmals in ihrer Vagina gekommen. Ich frage mich, ob ich eigentlich noch zeugungsfähug bin nach der Hormoneinnahme und ob ich sie vielleicht geschwängert habe.

Unsere Antwort

Besprich das bitte unbedingt mit deinen Ärzt*innen. Allgemein kann man sagen: Hormontherapie beeinträchtigt zwar die Fruchtbarkeit, ist jedoch keine sichere Verhütung.

Im Zweifelsfall sollte sie frühzeitig einen Schwangerschaftstest machen. Der zeigt ab 21 Tagen nach dem Geschlechtsverkehr ein sicheres Ergebnis zum Ausschließen einer Schwangerschaft.

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Frage Nr. 41546 von 19.07.2026

Hallo!
Ich bin weiblich, 59 Jahre alt, seit 31 Jahren verheiratet und habe seit einem Jahr eine ADHS Diagnose. Zur Zeit nehme ich Elvanse (70mg), bin aber nicht sicher, ob das Medikament hilft.
Zudem habe ich Hashimoto-Thyreoditis, wogegen ich seit Jahren Euthyrox nehme.
Da das ganze Thema sehr komplex ist (Hashimoto+ ADHS+ Menopause) bin ich inzwischen dabei, mit diversen Ärzten Termine auszumachen (Gynäkologin, Psychologe, Endokrinologe). Das dauert aber ????.
Nun habe ich Eure Seite gefunden und erhoffe mir eine Antwort/ Einschätzung zu meiner Situation.
Im Laufe meines Lebens hatte ich immer „Probleme“ zum Orgasmus zu kommen. Eine Stimulation über die Vagina alleine hat mich selten dazu gebracht. Oft brauche ich zusätzlich die Stimulation der Klitoris. Sexspielzeug, „Kino im Kopf“ und / oder Pornos helfen auch. All das führt dazu, daß der Sex mit meinem Mann oft nur für ihn zum Höhepunkt führt. Damit war bin ich oft auch okay, weil es mir auch Freude und Befriedigung bringt, ihn zu befriedigen.

Allerdings gab es Zeiten, zu denen Sex „einfacher“ war:
Eine Zeit lang hatte ich die Einnahme von Euthyrox ausgesetzt. In dieser Zeit war ich sehr viel leichter erregt und wir haben viel neues ausprobiert (Outdoor Sex, Swingerclub, neue Sextoys). Mein TSH war dann aber irgendwann bei 118 und meine Ärztin warnte mich vor einem Schilddrüsen-Koma. Also wurde ich erneut eingestellt.
Mein TSH war bei 135mg bei 0,015, ist nun mit 100mg bei 4. Ich möchte ihn wieder etwas senken und nehme aktuell (nach Absprache mit meiner Hausärztin) 112mg, um im Ganzen wieder etwas aktiver zu werden. Ende des Jahres habe ich einen Termin beim Endokrinologen.
Im vergangenen Jahr, hatte ich mich von meinem Mann getrennt. Als er jemanden Neues kennen gelernt hat, habe ich jedoch alles daran gesetzt, ihn zurück zu gewinnen.
Ich habe in dieser Zeit meine ADHS-Diagnose bekommen und einiges darüber gelernt. Diese Erkenntnisse haben mir sehr geholfen, auch meinem Mann einiges zu erklären, was unsere Beziehung belastet hat (Chaos, Vergesslichkeit, starke Emotionalität, …).
Wir hatten auch während er mit der anderen Frau zusammen war Sex miteinander (war mit ihr wohl bei weitem nicht so gut für ihn). In diesen Situationen war ich auch wesentlich leichter erregbar, als vor unserer Trennung und auch nach unserer Wiedervereinigung. Vielleicht, weil es „verbotener“ Sex war?
Wir haben seitdem wesentlich häufiger Sex miteinander und meinem Mann gefällt das immer sehr. Nur mir fehlt der Orgasmus oft.
Ich habe in diesem Jahr (durch Liebeskummer und eine Ernährungsumstellung) außerdem mein Gewicht von ~105 kg auf 70 kg reduziert.

Kann es sein, daß ADHS und die dadurch andere Verarbeitung von Dopamin und Adrenalin in meinem Gehirn, mein Empfinden beim Sex beeinflussen?
Ich hätte gerne, daß ich schneller und einfacher kommen kann.
LG
P.S.: Eure Seite ist toll!
P.P.S.: Ich hoffe, die „Frage“ ist nicht zu konfus gestellt ????

Unsere Antwort

Dein Thema mit dem Orgasmus "Eine Stimulation über die Vagina alleine hat mich selten dazu gebracht." ist zunächst einmal weit verbreitet. Wenige Frauen kommen durch vaginalen Geschlechtsverkehr ohne aktive Lernschritte zum Orgasmus. Der Innenraum Vagina ist bei vielen erstmal ein weißer Fleck auf ihrer Körperlandkarte. Der außenliegende Teil der Klitoris wird viel häufiger erforscht und erkundet.

Mich interessiert unabhängig von den Medikamenten und Vorerkrankungen aus sexualtherapeutischer Sicht zunächst, wie du deinen Körper beim Geschlechtsverkehr einsetzt. Holst du dir durch deine Körperbewegungen aktiv die Stimulation, die sich für dich gut anfühlt? Wie viel spürst du in deiner Vagina? Macht ihr ein Vorspiel und wie läuft das ab?

Mir scheint es so, als hättest du schon eine gut gefüllte Schatzkiste an Dingen, die dir zu einem Orgasmus verhelfen. Deine bisherigen Schätze sind: Stimulation der Klitoris, Sexspielzeug, Fantasien und Pornos. Zu diesen bereits vorhandenen Schätzen könntest du durch Übung noch ein paar hinzufügen, die mehr mit dem körperlichen Spüren zu tun haben. Denn das ist eine ganz besonders krisenfeste Ressource für die Sexualität. Beachte dabei auch, dass es schon ein recht hoher Anspruch ist, dass die Sexualität ohne zusätzliche Stimulation an der Klitoris gehen sollte.

Insbesondere empfehle ich dir, dein Gespür und die Durchblutung im Beckenraum zu fördern. Das vaginale Erleben wird dadurch spannender. Sowieso lege ich dir sehr ans Herz, dich beim Sex zu bewegen. Der Fokus auf Bewegung ist hilfreich, weil du dann mehr spannendes im Körper erlebst. Das bedeutet, es wird weniger nötig auf Fantasiequellen zu setzen. Es gibt einige Wahrnehmungen, die aktuell nett und leicht prickelnd sind, aber nicht primär wirklich aufregend und erst mit der Übung erregender und erfüllender werden. Der Körper selbst wird zu etwas, was spannend ist und du angenehm erlebst. Zum Beispiel beim Spiel mit deinen Beckenbodenmuskeln.

Nun zu deiner konkreten Frage zu Zusammenhängen von ADHS und deinem Empfinden beim Sex: Ganz allgemein würde ich sagen "Nein, dein Empfinden beim Sex beeinflusst es nicht." Also dir ist trotzdem die komplette Bandbreite an körperlichen sexuellen Empfindungen zugänglich. Es kann allerdings gut sein, dass du schneller frustriert bist, wenn es sich beim Sex nicht besonders aufregend oder angenehm anfühlt. ADHS kann also insofern schon deine sexuelle Erregung negativ beeinflussen. Bei Menschen mit ADHS wäre also Achtsamkeit ein Thema. Das bedeutet, lernen, das was ist, zu akzeptieren und das positive darin zu sehen. Viele Menschen mit ADHS haben vergleichsweise größere Schwierigkeiten den Käse zu sehen statt nur die Löcher. Bei deiner Beschreibung klang das jetzt nicht so durch. Es wäre interessant, zu schauen wie das bei dir ist.

Wenn du nun beim Sex frustriert bist, weil der nicht wahnsinnig spannend ist, hat das Auswirkung auf dein weiteres sexuelles Erleben. Die andere Dopaminverarbeitung ist deshalb schon beteiligt an größeren Herausforderungen. Vor allem dann, wenn die körperliche sexuelle Erregung von sich aus nicht wahnsinnig gut funktioniert. Die sexuelle Erregung ist eine Bilanzrechnung aus erregenden Quellen und störenden Faktoren. Je mehr erregende Quellen du für dich entdeckt hast, desto weniger können die störenden Faktoren Einfluss nehmen

Bis du etwas neues als angenehm und/oder erregend erlebst, braucht es einige Wiederholungen. Auch hier bist du mit ADHS besonders gefordert, die Motivation aufrecht zu erhalten. Ich sage das vorneweg, damit du dir rechtzeitig überlegen kannst, wie du mit Motivationstiefs umgehst. Es ist ratsam, dass du das Üben so gestaltest, dass du schnell belohnende Resultate bemerkst.

Die sexuelle Erregbarkeit bei ADHS ist nicht anders. Allerdings ist bei ADHS ganz grundsätzlich die Suche nach "dem Kick" hoch, also wichtig. Und somit kann es auch für die Sexualität wichtig sein. Da kann zum Beispiel das Verbotene besonders reizvoll sein. Das hat nichts mit der sexuellen Funktion zu tun sondern mit einer emotionalen Suche. Das Aufregende scheint auch bei dir wichtig zu sein. Dann spielt Dopamin schon eine Rolle. Immer wenn wir etwas aufregendes erleben, kommt Dopamin mehr ins Spiel.

Über die Medikamente sollen am besten deine behandelnden Ärzt*innen etwas sagen. Unabhängig davon ist sexualtherapeutisch mit den oben genannten Anregungen viel erreichbar.

Wir sind keine Endokrinologie Spezialisten. Dennoch erscheint es uns wichtig für deine körperliche Gesundheit, dass der Schilddrüsenwert im normalen Bereich ist. 118 ist erheblich zu hoch. Eigentlich sollte der Wert nicht höher als 4 sein. Ein Aussetzen der Medikamente für einfachere Sexualität würden wir nicht empfehlen. Da gibt es, wie oben beschrieben, andere Möglichkeiten, die deine Gesundheit nicht gefährden.

Du schreibst, dass du das Orgasmusthema immer hattest. Da liegt die Vermutung nahe, dass es nicht erst durch die Schilddrüsenerkrankung ausgelöst wurde. Es könnte aber gut sein, dass es durch die Erkrankung verstärkt wurde.

Zu den Zusammenhängen zwischen Schilddrüsenerkrankungen und sexueller Funktion ergibt sich laut aktueller Studienlage (abgerufen über OpenEvidence KI) ein recht eindeutiges Bild: Frauen mit Schilddrüsenerkrankung (Über- oder Unterfunktion) haben ein etwa 2 fach erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen der sexuellen Funktion. Das betrifft sexuelles Verlangen, Orgasmusfähigkeit, Erregung und Lubrikation sowie sexuelle Zufriedenheit. Viele sexuelle Funktionsstörungen sind unter Medikation reversibel, Orgasmusstörungen bleiben allerdings auch bei entsprechender Medikation häufig bestehen. Das bedeutet, dass für eine vollständige Normalisierung der Orgasmusfähigkeit zusätzlich zum Beispiel sexualtherapeutisch unterstützt werden sollte.

Der Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankung und sexueller Funktion wird durch verschiedene Faktoren vermittelt:

  • Hormonelle Veränderungen: Schilddrüsenüberfunktion erhöht das sexualhormonbindende Globulin (SHBG) und senkt freies Testosteron, was negativ mit der sexuellen Funktion korreliert

  • Psychische Faktoren: Depressive Symptome sind bei beiden Schilddrüsenfunktionsstörungen häufig und korrelieren stark mit sexueller Dysfunktion

  • Autoimmunität: Bei autoimmuner Schilddrüsenerkrankung (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) verstärkt die Autoimmunität zusätzlich die sexuelle Dysfunktion, insbesondere das sexuelle Verlangen

Solche Beeinträchtigungen durch eine Erkrankung bedeuten für dich lediglich, dass die Ausgangsbedingungen etwas schwieriger sind als bei anderen Menschen ohne diese Vorerkrankung.

Wenn du Elvanse nimmst und gleichzeitig die genannten extremen Schilddrüsenwerte (wie TSH 0,015 oder 118) vorliegen, hast du zwei völlig unterschiedliche Faktoren, die dein Hormon- und Nervensystem gleichzeitig manipulieren. Das sollten die behandelnden Ärzt*innen auf jeden Fall berücksichtigen und gut beobachten, wie du die beiden Medikamente in Kombination verträgst.

Du kannst uns einfach wieder schreiben. Beachte allerdings, dass unser Fragefenster am Sonntag in die Sommerpause geht.

Noch ein Tipp am Rande für den Fall, dass du gerne liest: das Buch von Mandy Mangler: "Don’t miss the clitoris" können wir empfehlen. Es beschreibt die Klitoris (also das ganze Schwellkörperorgan) als unser Haupterregungsorgan und hört auf mit dem Mythos vom „vaginalen“ Orgasmus, der angeblich vollwertiger sein sollte. Möglicherweise erhältst du durch das Buch ganz neue Einblicke in die sexuelle Erregungs- und Orgasmusfähigkeit der Frau.

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Frage Nr. 41545 von 19.07.2026

Weshalb wurde in der ICD-11 der Grad der Einsicht in die Unsinnigkeit von Zwängen als Spezifier eingeführt (6B20)?

Im ICD-10 musste die Einsicht nämlich zwingend vorhanden sein damit die Diagnose gestellt werden konnte.

Erfahrungsgemäß vermute ich das es dadurch einige Fehldiagnosen gab.

Unsere Antwort

Die Änderung von Diagnosen im ICD ist nicht unser Spezialgebiet.

So wie ich das verstehe, ist der Grund für diese Änderung eine vorsichtigere und genauere Unterscheidung zwischen Zwangsstörung und Psychose. Lies doch bitte in diesem Text nach.

Außerdem beschreibt ocdland die Änderung als hilfreich für die Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie.

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Frage Nr. 41544 von 19.07.2026

Kann man Sie mal persönlich kennenlernen? Sind Sie offen dafür?

Unsere Antwort

Bei Lilli läuft derzeit ein Projekt, wo wir Filme kreieren, in denen Menschen aus dem Team sprechen. Einige Leute, die sich auf Lilli beraten lassen, finden auch den Weg in unsere psychotherapeutischen oder sexualtherapeutischen Praxen. Zudem stellen wir an Veranstaltungen und Weiterbildungen Lilli vor und kommen mit Leuten ins Gespräch über Lilli.

Frage Nr. 41543 von 19.07.2026

Hallo, ist es sicher sich im Hochsommer bei diesen (extrem) heißen Temperaturen sich gegen FSME zu impfen?

(Hochrisiko-Gebiet)

Die dritte Dosis (Grundimmunisierung) ist bald schon 5 Jahre her.

Vor allem mache ich mir Gedanken ob es einen Mechanismus gibt, die die Kühlkette der Impfstoffe von der Pharma zur Praxis (und in der Praxis selbst) garantiert?

Danke für die Antwort

Unsere Antwort

Personen zwischen 16-49 Jahre sollten 5 Jahre nach der Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung bekommen. Von dem her ist es sinnvoll, wenn du dich nach 5 Jahren wieder impfen lässt.

Der Impfstoff sollte zwischen 2-8 Grad gelagert werden. Arztpraxen lagern diese Impfungen im Kühlschrank auf, und die korrekte Temperatur wird dauernd überwacht. Beim Transport der Impfungen wird auf die Kühlkette geachtet durch den Transport in dafür geeigneten Behältern.

Es gibt viele Qualitätskontrollen, die von den Praxen und Apotheken erfüllt werden müssen und die auch regelmässig vom Amt kontrolliert werden. Von dem her kann man hierzulande davon ausgehen, dass die Kühlketten gewährleistet und eine sichere Impfung garantiert sind.

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